Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

  • Sommertörn 2012 – Teil 3/3: Sejeroe bis Fehmarn

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    Am Morgen des 16.08. (Donnerstag) verließen wir Sejeroe in Richtung Samsoe. Wir wollten Langoer einen erneuten Besuch abstatten. Im Tagesverlauf drehte der Wind abflauend von NO auf S. Gegen Abend begann es sogar zu regnen. Unsere Route führte über das Linholm Loeb in den Stavns Fjord. Irgendwie war ich nicht voll konzentriert, sowohl dem Hatterev als auch dem Flach westlich des Lindholm Loeb kam ich näher als nötig. Erinnerte mich an die Fliegerei: Complacency Kills… . Ging aber alles gut und fuhren erneut ab Hafenausfahrt Serejoe unter Segel bis wir bei der Anfahrt von Langoer Havn auf südlichen Kurs drehen mussten.
    Wir blieben im Hafenbereich, das Wetter verführe uns nicht zu einem längeren Ausflug oder zum Baden. Im Kiosk gönnten wir uns lecker Hot Dogs…

    Am nächsten Morgen verhinderte Nebel einen frühen Aufbruch. Totale Flaute half zudem nicht bei dessen Auflösung. Erst gegen Mittach verzog sich der Nebel um Langoer herum und erlaubte das Ablegen. Kaum hatten wir motorend das Lindholm Loeb mit Ziel Ballen passiert, war er wieder da, der Nebel. Wir reduzierten die Fahrt deutlich und schlichen aufmerksam in den Nebel starrend nach Süden. Die Sicht variierte stark, mal schien die Sonne, mal war totale Suppe. Mindestens ein weiterer Segler tat es uns gleich, ab und an konnten wir ihn in einigen hundert Metern Entfernung sehen. Kurs und Plotter brachten uns schließlich um halb drei Uhr vor die Hafeneinfahrt von Ballen, just zu dem Zeitpunkt, wo sich der Nebel schließlich vollends auflöste. Im Hafen selbst war es schon recht voll, wir fanden jedoch einen guten Platz an der Nordmole, mit Blick auf den im Norden anschließenden Strand. Am Nachmittag war Abhängen angesagt. Wir gönnten uns frische Shrimps im Cockpit, frisch gebackene Zimt-Teilchen aus der Bäckerei und am Abend gab’s frischen Fisch. Auch war rasch der Entschluss gefasst hier einen weiteren Stehtag zu verbringen, denn der Sommer hatte sich wieder in voller Pracht durchgesetzt.

    Füllte sich am Freitag der Hafen schon beachtlich, konnten wir am Samstag staunend beobachten, wie viele Boote tatsächlich in solch einen Hafen passen. Es riss tagsüber gar nicht mehr ab, bis schießlich am Abend keine Päckchen mit weniger als 3 Booten an den Molen oder Stegköpfen lagen (wir wuchsen zum dreier-Päckchen…).

    Am Sonntag ging es weiter nach Kerteminde. Wir wollten zeitig los und unsere Nachbarn im Päckchen spielten alle mit so dass wir nach einigem Schieben und Ziehen um 08:15 Ballen Havn verließen. Es war weiterhin sehr sommerlich mit nur mäßigen Winden. Der Blister kam ein weiteres Mal zum Einsatz, bis gegen Mittag der Wind ganz einschlief. Unter der Küste schien es noch etwas länger einen brauchbaren Landwind zu geben, wir hatten unseren Kurs jedoch zu weit draußen abgesetzt und motorten ab Mittag bis zu unserem Ziel, welches wir um 14.00 Uhr erreichten. Es war mittlerweile so heiß geworden, dass wir beim Anlegen richtig ins Schwitzen kamen. Heiß war es offenbar auch den Einwohnern von Kerteminde. Der an die Marina anschließende Strand war so voll, dass nicht mehr viele Kerteminder zu Hause sein konnten 😉

    Am Montag ging es für uns weiter, unter der Großen Belt Brücke hindurch nach Omoe. Der Wind war zurück und erlaubte schönes Segeln – bei immer noch sommerlichen Temperaturen. In Badehose und T-Shirt unter der Brücke hindurch. Kommt so oft sicherlich nicht vor… . In Omoe Havn gönnten wir uns ein frühes „Dinner“ im Hafenrestaurant. Ein kulinarische Erlebnis der anderen Art: Die Pizza aus der Tiefkühltruhe, der Fisch aus der Tüte durch die Fritöse auf die Teller. Wir hatten wohl bisher nicht viel verpasst!

    In der Nacht auf Dienstag blies es kräftig. So langsam aber sicher ging der Sommer wohl doch zu Ende. Für Mittwoch versprach der Wetterbericht den Durchgang einer Kaltfront mit entsprechend starkem Wind aus West. Wir verließen Omoe nach Süden und entschieden noch während des Schlags nach Spodsbjerg zu segeln. Nakskov, unser ursprüngliches Ziel, war bei der sich bestätigenden Wettervorhersage nicht mehr empfehlenswert, evtl. hätten wir die gesamte Zufahrt gegen starken Wind ankämpfen müssen. Spodsbjerg selbst ist ein sehr schöner Hafen mit spitzen Anlagen. Wir tankten schon mal voll, um uns das Tanken in Fehmarn zu sparen

    Für den Mittwoch, unserem letzen Tag auf See, versprach der Wetterbericht Wind SW um 4, westdrehend, zunehmend 6-7, Gewitterboen, später W 6. Wir waren also gewarnt und wappneten uns für die Überfahrt nach Fehmarn. Es wurde schließlich reichlich stürmisch, der Durchgang der Kaltfront erwischte uns genau zwischen Langeland und Fehmarn, mit Reff 2 liefen wir nach Osten ab, um nicht westlich Fehmarn auf Legerwall zu geraten. Einzig den Wechsel auf die Normal-Fock statt der Genua hätten wir vielleicht besser machen können. So segelten wir raum oder auf Halbwind bis zur SO Ecke von Fehmarn, wo wir dann doch noch einmal den Motor bemühen mussten, um gegen den Wind bis Burgtiefe zu kommen.
    Diese Überfahrt bleibt sicherlich in Erinnerung. War schließlich unsere erste „Sturm“-Erfahrung. Peter Pan gab uns jederzeit ein sicheres Gefühl, lag super am Ruder und in der Hand, auch als uns bei bis zu 30 Knoten Wind mit Blitz und Donner der Regen auf die Kapuze prasselte und die Wellen zu beachtlicher Größe anschwollen änderte sich das nicht. Wir waren aber auch nicht traurig, dass der Spuk nach einer Stunde wieder vorbei war und wir nur noch mit dem starken Wind zurechtkommen mussten…
    In Burgtiefe zirkelten wir schließlich nach acht Stunden und noch immer 6 Bft. Wind sicher in eine freie Box und konnten alsbald aufatmend zum Anlegerbier greifen.

    Am Donnerstag gaben wir Peter Pan dann zurück und machten uns auf dem Heimweg, um an Daniels OL – Abschlussfeier teilnehmen zu können. Da der Sommer ohnehin vorbei war, machte der verlorene Segeltag gar nicht mehr so viel aus…

    Für die Statistik:
    Sejeroe – Langoer 18 (total 243) DKR 160,-
    Langoer – Ballen 10 (total 253) DKR 160,-
    Ballen – Kerteminde 25 (total 278) DKR 150,-
    Kerteminde – Omö 25 (total 303) DKR 140,-
    Omö – Spodsbjerg 22 (total 325) DKR 150,-
    Spodsbjerg – Burgtiefe 40 (total 365)

  • Sommertörn 2012 – Teil 2/3: Christianshavn bis Sejerö

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    Wir verließen Kopenhagen am Samstag morgen, bei bestem Sommerwetter, wenn auch ohne Wind. Motoren war angesagt. Bis zu unserem ersten Ziel, der Insel Ven. Wir erreichten den Hafen von kyrkbacken bereits um Mittag, dennoch war er bereits total überfüllt. Vierer-Päckchen von allen Seiten, laute Party, es blieb gerade noch Platz zum Umdrehen und schon waren wir wieder draußen.
    Wir ankerten gleich um die Ecke, auf 4m Tiefe und blieben. So schön war es hier. Erst gab es Apfelküchle, dann machte Anja ihren Paddelschein 😉 und schließlich hieß es bei locker 25°C im Schatten ausgiebig baden gehen.

    Auch am Sonntag, 12.08. blieb es sommerlich – ohne Wind. Um 08:45 verließen wir den Ankerplatz mit Ziel Gilleleje. An Segeln war wieder nicht zu denken. Glassy Sea…
    Um 12:30 hatten wir festgemacht. Gilleleje ist ein attraktiver Fischereihafen mit großen Yachthafen, wo wir problemlos Platz fanden. Es war Hafenfest – oder so ähnlich. Jedenfalls gab’s frischen Fisch, dann gingen wir wieder baden, gleich vom Badesteg des Yachtclubs. Mehr als einmal, denn es war weiterhin sehr sommerlich.
    Zunächst spielten wir mit dem Gedanken einen Tag in Gilleleje zu bleiben, der Wetterbericht versprach jedoch stabile östliche Winde und wir entschieden weiter nach Westen zu segeln. Dafür gab’s dann perfektes Segelwetter. Viel Sonne und stabile 6 Knoten Wind aus Ost. Wir wagten uns an den Blister, setzten ihn erfolgreich und segelten in der Folge gut 6 Stunden vor dem Wind in Badehose und T-Shirt unter dem bunten Tuch. Alles in allem besserten wir die Statistik mit reichlich 9 Stunden Segelzeit von Hafenaus- bis Hafeneinfahrt Odden Havn wieder etwas auf.

    Odden Havn erwies sich als schicker kleiner Hafen mit ausreichend Platz und wenigen Gastliegern wie wir. Es gibt ein kleines Restaurant, die Preise waren jedoch so hoch, dass wir es vorzogen, trotz der späten Stunde die Bordküche zu bemühen.

    Am nächsten Morgen marschierten wir nach dem Frühstück zum etwa 1 km entfernten Supermarkt um die Vorräte aufzufüllen, bevor wir dann um halb elf Richtung Serejö ablegten. Der Wind blies erneut stabil mit 10 Knoten aus NO und erlaubte erneutes segeln von Hafen zu Hafen via Snekke Löb, dem einzigen Durchgang durch das Sjellands Rev, das sich von Odde viele Meilen nach NW ins südliche Kattegatt erstreckt.
    Serejö Havn erwies sich rasch als perfekter Platz für einen Stehtag: Ein Strand direkt neben der Marina, hochsommerliches Wetter und kein Trubel. Im Ort findet sich ein Supermarkt, Fischer verkaufen ihren Fang gern an die Segler im Hafen (wir ergatterten einen Hummer 🙂 – kurz: perfekt…

    Für die Statistik:
    Christianshavn – Kyrkbacken, Insel Ven 15 (total 149)
    Kyrkbacken – Gilleleje Havn 21 (total 170), Hafengebühr 150 DKR (f. Breite 3.5 m)
    Gilleleje – Oddden Havn 35 (total 205), Hafengebühr 150 DKR
    Odden Havn – Serejö Havn 20 (total 225), Hafengebühr 150 DKR

  • Sommertörn 2012 Teil 1/3: Burgtiefe bis Christianshavn

    Sommertörn 2012 vom 04.08.-23.08.2012 mit HR 34 Peter Pan
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    Kopenhagen war das Haupt-Ziel dieses Törns, die Windvorhersage (zunächst schwach windig, später für mehrere Tage NW bis N) half uns zu dem Entschluss gegen den Uhrzeigersinn um Seeland herum zu segeln.

    Am Sonntag, 5.8. um 09:15 Uhr ging es los. Nysted wurde zum Ziel des ersten Schlags. Nur um die Mittagszeit frischte der Wind etwas auf und wir konnten 3 Stunden segeln verbuchen. In Nysted versammelten sich gerade eine große Zahl Traditionssegler zur Haifischkutter-Regatta Nysted – Rostock. Wir ergatterten noch einen Platz zwischen zwei der alten Segelschiffe und hatten entsprechend viel zu schauen an diesem ersten Abend. Die Liegemöglichkeiten in Nysted sind übrigens – nicht nur bei solch einer Veranstaltung – begrenzt.

    Für Montag waren von SO auf SW drehender sowie auffrischender Wind vorhergesagt. Es regnete, als wir in Richtung Klintholm ablegten. Der Regen begleitete uns bei abflauendem Wind bis um die Mittagszeit herum. Nördliche der Gedser Odde war die Regenfront endlich durch, der Wind drehte auf SW und frischte bei zunehmend sonnigem Wetter auf. Endlich konnten wir den Motor ausschalten und Groß und Genua setzen. In flotter Fahrt ging es bis Klintholm, wo wir um 16.30 Uhr längsseits im westlichen Hafenbereis festgemacht hatten.
    Wir segelten zumeist mit achterlichem Wind und experimentierten mit der optimalen Segelführung. Lernten dabei, dass vor dem Wind die Genua ohne ausbaumen kaum zusätzliche Geschwindigkeit bringt.
    In Klintholm Havn findet sich ein SPAR Supermarkt gleich gegenüber des Fischereihafens, also in nächster Nähe. Das erwies sich als sehr vorteilhaft, denn der Wind frischte bis Sturmstärke auf und wir saßen 2 volle Tage fest.

    Am Donnerstag, bereits um 05.40 Uhr, hieß es endlich wieder „Leinen los“, mit Ziel Kopenhagen. Volle 7 Stunden Segelzeit konnten wir der Statistik hinzufügen, bis sich Nähe Drogden unter Quellwolken Flaute einstellte. Die verbleibenden 12 Meilen motorten wir nach Flakfortet, wo wir den nächsten Morgen abwarteten, um in Kopenhagen/Christianshavn einen Liegeplatz zu finden.

    Am Freitag Morgen legten wir zeitig ab (08:45) um mitten in Kopenhagen einen Liegeplatz zu finden – und wir hatten Glück. Nur 100m nach dem Einbiegen in den Christianshavn-Kanal fanden wir einen Liegenplatz, dessen Besitzer übers Wochenende unterwegs war. Wie wir später feststellten, hätten wir auch in Christanshavn Marina eine freie Box gefunden (incl. Dusche), im Kanal ist es jedoch so eng, dass wir lieber im Bereich der Trangraven Marina blieben. Im Zuge eines Brückenschlags von der Altstadt Kopenhagens nach Christianshavn waren die Sanitäranlagen geschlossen, das angebotene Provisorium völlig inakzeptabel. Wir haben’s überlebt – ungeduscht 😉
    Auf dem Programm standen sodann ein frühes Anlegerbier sowie eine Stadtbesichtigung per pedes. Der Trubel und Lärm schmeckte uns gar nicht. Kopenhagen ist halt ’ne typische Großstadt mit historischen Gebäuden, Regierungsgebäuden, Schloss, Touris etc. Einstimmig wurde die Entscheidung gefällt, bereits am Samstag Kopenhagen wieder zu verlassen.

    Für die Statistik:
    Burgtiefe – Nysted 32 (total 32), Hafengebühr 165 DKr
    Nysted – Klintholm 43 (total 75), Hafengebühr 175 DKr
    Klintholm – Flakfortet 52 (total 127), Hafengebühr 140 DKr (+40 DKr Strom)
    Flakfortet – Christianhavn 7 (total 134), Hafengebühr 220 DKr (Trangravn Marina)

  • Überführungstörn Heiligenhafen – Flensburg, Oktober 2010

    Tag 1: Heiligenhafen – Wendtorf

    So gegen 12 Uhr hatten wir unser Schiff für die kommenden 5 Tage übernommmen und machten uns fertig für’s Ablegen.

    Unser Schiff, „Fame“, war eine Beneteau Cyclades 43, ausgestattet mit Kartenplotter am Steuerstand, Radar, Autopilot, Rollreff und Groß mit Ein-Leinen-Reffsystem. Außerdem durften wir über einen Comfodrive verfügen, ein neues Steuersystem, das für den Alltagstest in diesem Schiff eingerüstet, Bug- und Heckstrahler sowie Saildrive in einem Steuerhebel und Bedienpanel zur verfügung stellte. Besonderer Hit war die Möglichkeit über den drehbaren Sticktop auf der Stellle zu drehen. Wir waren gespannt.

    Fürs Ablegen zu zweit – ein Novum für uns – ließen wir uns viel Zeit. Die Fame war mit dem Heck zum Steg übergeben worden, der Wind drückte uns perfekt aus der Box. Trotzdem gaben wir kontrolliert Lose achtern und holte vorn dicht, bis dass der Bug sicher zwischen den Heckpfählen lag. Dann hieß es Leinen los und hinaus in die Boxengasse. Mit dem Saildrive drehten wir wie angekündigt auf der Stelle und begannen recht „relaxt“ unseren Überführungstörn. Durch das geschäftigen Fahrwasser ging es hinaus aus dem Hafen, südwestlich der Untiefentonnen machten wir uns ans Segel setzten. War noch ein wenig krampfig (zu wenig Gas im Wind gegeben, 4-5 Bft Wind, Reffleinen schwergänging), doch nach einigen Versuche und Korrekturen standen das Groß im zweiten Reff sowie die Genua (und ich im Schweiß ;-).

    Wir mussten bald feststellen, dass für den erforderlichen Vorwindkurs der Autopilot nicht geeignet war. Zu träge in der Reaktion und dem erreichen eines gesetzten Kurses, steigerte sich das gekurve um den Sollkurs so weit, dass eine Patenthalse drohte und wir den Autopiloten wieder ausschalteten. Nach einigen weiteren Versuchen mussten wir die Sache aufgeben. Dieser Otto konnte es nicht… Handsteuern war angesagt ;-(

    Die Idee bis Kappeln durchzusegeln hatten wir schon vor dem Ablegen aufgegeben. Selbst bei idealen Bedingungen war das nicht mehr bei Tageslicht zu schaffen. Zwischen den beiden Alternativen Laboe oder Wendtorf entschieden wir uns bald für letzteres, denn allzu spät wollten wir nicht ankommen müssen. Um Patenthalsen von vornherein auszuschließen schifteten wir um den geplanten Kurs herum voran. Das Wetter war ok, aus dem zunehmend verhangenen Himmel fielen, je später der Tag, immer mal wieder Regentropfen, hielt sich aber sehr in Maßen. Dank konstantem SO segelten wir durch bis zur Anfahrtstonne in die Rinne nach Wendtorf, wo wir beide Segel bargen. Der Empfehlung des Hafenmeisters folgend – wir hatten ihn zwei Stunden vor Ankunft angerufen – gingen wir schließlich am Kopf eines Stegs längsseits, ohne Probleme 🙂 und freuten uns über eine gelungene erste Passage unseres Törns.

    Es folgeten noch Anlegerbierchen, Anmeldung, Dusche und schließlich ein Dinner mit Mozzarella-Tomaten als Vorspeise und Spaghetti al Tonno als Hauptgericht, bevor wir uns gegen 10 endlich in die Kojen begaben.

    Tag 2: Wendtorf – Kappeln Grauhöft

    Wie zu erwarten war es nicht die beste Nachtruhe, trotz der Müdigkeit weckten uns immer wieder die ungewohnten Geräusche und Bewegungen. Dennoch konnten wir einigermaßen erholt den zweiten Tag angehen. Nach der üblichen Morgenroutine (Waschen, Frühstücken, Boot checken, klar Schiff machen…) warfen wir gegen 9.00 Uhr die Leinen los für den Schlag nach Kappeln. Der Wind bließ unverändert mit 5-6 Bft, in Schauerboen auch mal 7 aus SO. Die Wellenhöhe lag bei 1-2 Metern, die Bewegugen des Schiffs entsprechend. Christine, der Stabilität einer Yacht noch nicht ganz vertrauend, erlebte den einen oder anderen Adrenalinschub, als Fame in Boen und Wellen mal kräftiger krängte.

    Erneut waren wir von den Segeleigenschaften nicht besonders beeindruckt. Mit Groß im Reff 2 und Genua hatte Fame eine sehr starke Tendenz bei jeder Boe anzuluven, der überforderte Autopilot (oder kaputte), zusammen mit einer für unseren Geschmack schwergängigen Steuerung sorgten für viel Arbeit am Steuer. Nach dem Queren der Kieler Förde im Außenbereich sowie der Eckerförder Bucht folgten wir dem Küstenverlauf innerhalb des Schießgebiets Schönhagen gen Norden.

    Vor Schleimünde erreichte der Wind in Spitzen schon mal 7 Bft, in ziemlich üblen Wellen bargen wir die Genaua und setzten, nur mit dem Groß im zweiten Reff, Kurs auf die Schlei. Direkt hinter den Molenköpfen der Schleieinfahrt ließ der Schwell – und unsere Anspannung – nach. Mit dem Groß im Reff 2 folgten wir bei um 5 Kt. Fahrt und achterlichem Wind dem Fahrwasser bis hinter das Tonnenpaar 11, 12, wo wir schließlich auch das Groß bargen um die verbleibende Meile mit Motor zurückzulegen. Nach langem Suchen – Problem für uns war eher die Größe des Schiffs denn das Angebot an freien Liegeplätzen steuerten wir schließlich Box 15 des Hafens Kappeln-Grauhöft an, wo wir beim zweiten Versuch (Merke: Schlei weist starke Strömungen auf) sicher und überzeugend anlegten.

    Wir ließen den Tag schließlich mit ein (zwei, um genau zu sein) Spatziergängen durch Kappeln und einem Dinner im Restaurand Stark zu Ende gehen. Meine Schwägerin kam übrigens noch zu Besuch. Schön!

    Was gibt‘ sonst noch zu vermerken? Scalar-Yachten werden in Kappeln-Grauhöft gebaut. Es liegen viele davon im Hafen. Schöne Schiffe! Im Restaurant Stark sollte man Plätze zuvor reservieren. Wer rückwärts in die Boxen im Stadthafen einparkt, wird vom Restaurant kostenlos auf dem Schiff bedient (wir passten leider nicht rein, in die Boxen).

    Tag 3:Kappeln – Soenderborg (DK) und Tag 4 (ein Hafentag)

    Wie schon erwartet bließ auch an diesem Tag der Wind mit 5-6 Bft aus SO. Am Morgen hatten wir noch kurz Besuch von (Schwieger) Pa und Ma aus Kappeln. Nur Pa schaffte es an Deck, deshalb war es nur ein kurzes Wiedersehen. Wir beeilten uns mit den Vorbereitungen und legten um 10.00 ab um uns auf den Weg nach Dänemark zu machen. Ziel für heute war Soenderborg. Welcher Hafen genau, wollten wir erst vor Ort entscheiden. Da es sich um einen recht kurzen Schlag handelte erwarteten wir so gegen 14.00 anzukommen.

    Wie schon die Tage zuvor kämpften wir mit der schwergängigen Steuerung und ziemlich hohen Wellen schräg von hinten. Nach vier Stunden hatten wir dennoch die 24 Meilen von Kappeln nach Soenderborg hinter uns gebracht. Im Schutz der Bucht vor der Hafeneinfahrt bargen wir die Segel (ging ruck-zuck, reibungslos, professionell ;-)) und fuhren dann in den Südenhafen Soenderborgs ein. Die Stadt machten einen freundlichen Eindruck, wie bereits im Hafenhandbuch beschrieben, befanden sich die Kainlagen jedoch gleich neben einer reichlich befahrenen Straße und waren somit wenig einladend für die Nacht. Den Fjord nördlich der Klappbrücken kennen zu lernen, verwarfen wir für heute und entschieden uns schließlich für eine Übernachtung in der Marina etwas südlich des Stadthafens.

    Wir hatten Glück und ergatterten den Liegeplatz am Kopfende des südlichen der beiden Gästebrücken – obschon wir drei Anläufe brauchten, denn die Poller waren – im Verhältnis zu unserem Freibord so niedrig, dass die übergeworfenen Festmacher beim Dichtholen oben abrutschten. Beim dritten Versuch sicherten wir uns zunächst mittschiffs, was hielt und kümmerten uns danach um das ordentliche Festmachen unserer „Fame“.

    Die Marina Soenderborg ist eine topgepflegte Anlage mit allem Drum und Dran. Gefiel uns so gut, dass wir uns entschieden hier einen Hafentag einzulegen. In Anbetracht des am folgenden Tag noch stärkeren Windes (selbst im Hafen Spitzen bis 7 Bft) im nachhinein eine gute Entscheidung. Auch war es sehr erholsam mal Seele und Gemüt baumeln zu lassen. Der freie Tag verhalf uns zudem zu original dänischen Hotdogs und frischem Fisch, der schließlich gemeinsam mit Bratkartoffeln und Gurkensalat zu unserem Menü des Tages wurde. Zum Abend flaute der Wind dann zum ersten Mal seit Beginn unseres Törns fast vollständig ab und wir konnten uns an einer richtig erholsamen Nachtruhe erfreuen.

    Tag 5: Soenderborg – Flensburg Sonvik

    Wir waren die ersten, die um 09.00 Uhr die Leinen loswarfen und die Marina verließen. Unmittelbar vor dem Hafen setzten wir Groß im Reff 1 und fielen auf einen am-Wind-Kurs ab gen Süden ab, um dort dem Fahrwasser in die Flensburger Förde folgen zu können. Es folgte sogleich die Genua und wir waren wieder unterwegs. Mehr als 3 Bft waren es nicht, die unsere Fame anschoben. Welch ein Unterschied zu den vergangenen Tagen. Sogar Otto kam diesmal mit den Verhältnissen zurecht…

    Um die Landzunge vor Borreshoved herum ging es schließlich auf dänischer Seite hinein in die Flensburger Förde. Wir hielten uns auf Dänischer Seite frei vom Fahrwasser uns segelten, bald ohne Reff, gemütlich auf Vor-Wind Kursen voran. Viel mehr zu berichten gibt es nicht. Die Sonne schien, wir genossen die Ruhe und das dahingleiten, mit einem flotten Am-Wind-Kurs zum Abschluss hinunter nach Flensburg Sonwik, wo wir östlich der Tonne 15 die Segel bargen und unserem Zielhafen anliefen. Es folgten zwei perfekte Anlegemanöver zu zweit – beim Tanken und fückwärts (!) festmachen – womit unser Törn seinen super Abschluss fand.

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 14

    Von Gustow nach Wieck

    Ein jeder Törn geht zu Ende, dieses sollte unser letzter Segeltag werden. Als die Sonne aufging, trieben Nebelschwaden über das spiegelglatte Wasser, die Stille verstärkte die andächtige Stimmung. Trotz der Kühle des Morgens wärmte die Morgensonne bereits und wir konnten erneut draußen frühstücken. Diesmal ohne Brötchen, die waren mittlerweile aus. Knäcke, Smörre und die letzten Schokocroissants taten’s auch.

    Zum Ende unseres Frühstücks setzte auch im Hafen von Gustow Nordwind ein, das kroiselnde Wasser konnte man seit einiger Zeit aus Richtung Neuhof/Fahrwasser näher kommen sehen.  Ob es ein direkter Schlag zurück nach Wieck werden sollte oder nicht wollten wir abhängig vom Wind entscheiden. Soviel Segeln wie möglich war die Devise. Um 9.00 verließen wir die Marina, kurz vor denen das Ende/Beginn der Gustow-Rinne bezeichnenden Tonnen drehten wir Genesis in den Wind, setzten Groß und Fock und reihten uns ein in die kleine Armada aus Booten, die nach der 8.20 Uhr- Ziegelgrabenbrückenöffnung in Richtung Greifswalder Bodden unterwegs waren.

    Der Wind kam konstant aus Nord und erlaubte eine flotte Fahrt von um die 6 Knoten, wobei wir uns zumeist nördlich des Fahrwassers hielten um nicht mit der Berufsschifffahrt in Konflikt zu geraten. Als wir gegen 11.00 Uhr Tonne 10 und damit das Boddengewässer erreichten, hatten wir eine unter Motor fahrende Bavaria weit hinter uns gelassen 🙂

    Mit einem Abbiegen nach Greifswald wäre unser Törn bereits kurz nach Mittag zu Ende gewesen. Nach kurzem Abwägen entschieden wir uns deshalb den kräftigen Nordwind (3-4 Bft) zu nutzen um in Seedorf eine Runde Fischbrötchen zum Mittag zu fassen. In rauschender Fahrt ging es in 2 Stunden quer über den Bodden in die Having und Baaber Rinne. Erst nach Beginn der Anfahrt nach Seedorf bargen wir Groß und Fock und ließen den Motor wieder an. Beim Anlagen kämpften wir mit einem kräftigen Strom im Hafen, auch hatte ich meinen Plan auch einen Festmachen an der mittleren Luv-Klampe zu nutzen so schlecht kommuniziert, dass wir eine wenig professionelle Performance abgaben und sich ein Crewmitglied zudem leicht verletzte.

    Gegen 14.00 war es dennoch vollbracht, hungrig machten wir uns über zwei Runden Fischbrötchen her.
    Wir gaben uns bis 15.00 Uhr um die Fahrt in den Heimathafen fortzusetzen. Leider war der Wind deutlich abgeflaut, mehr als 2 Bft waren es sicherlich nicht mehr. Für einen Raumschotkurs zu wenig um einigermaßen zeitig in Wieck anzukommen. Nach dem Setzen der Segel ließen wir deshalb den Motor zur Unterstützung weiterlaufen und fuhren auf direktem Weg zurück nach Greifswald/Wieck. Der aus WNW drehende Wind frischte im Süden des Bodden noch einmal ein wenig auf und erlaubten noch einmal 20 min. ruhiges Segeln. Das Timing für die 18.00 Uhr Brückenöffung stand und lief perfekt. Ohne Halt passierten wir – nun heimwärts – die Wiecker Klappbrücke. Herrn Wunderlich vom Yachtservice Greifswald hatten wir bereits telefonisch über unsere Ankunft informiert, er wartete an der Tanke, wo wir schließlich mit 59 Litern Sprit den Tank wieder füllten. Das Einparken verlief zum Abschluss recht gut und um 18.45 stoppten wir zum letzten Mal auf diesem Törn die Maschine.

    Der Rest ist schnell erzählt. Packen, ein letztes Mal Fischbrötchen (Wieck), am Samstag Ausräumen, Auto beladen, Leergut abgeben und dann die lästige Autofahrt zurück nach Ingolstadt ;-0

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 13

    Von Barhöft nach Gustow

    Nach dem langen Schlag des gestrigen Tages ist es endlich an der Zeit den Müßiggang zu pflegen. Ausschlafen war angesagt. Barhöft liegt sehr geschützt (zumindest bei den angetroffenen Nordwinden) und weckte uns statt Geplätscher Vogelgezwitscher. In der Proviantkiste gab es frische Brötchen, die wir uns zum Frühstück schmecken ließen.

    Es folgte ein kurzer Spaziergang zum Aussichtsturm westlich des Hafens. War leider geschlossen. Öffnungszeiten von 11-17.00. So lange wollten wir nun doch nicht warten. Wir entschieden uns deshalb die Brückenöffnung um 12.20 anzugehen und bei der Gelegenheit noch frischen Fisch zu kaufen. Mit der Fock segelten wir schließlich mit ca. 4 Knoten durch das Fahrwasser nach Stralsund. Dort war der südliche Anleger bei den Fischerbuden leider von einem Fahrgastschiff belegt, wir mussten also an die Liegeplätze im nördlichen Teil des Hafens. Damit wurde die Zeit knapp. Die Kids blieben nach dem Festmachen beim Boot, während ich mit Christine „Fische fangen“ gingen. War dann auch eher ein Reinfall. Der Fischhändler hatte nur Lebendfisch im Angebot und hätte mir einen halben Meter langen Hecht anbieten können. Zu wendig Zeit also und zudem viel zu viel Fisch. Es blieb uns nichts anderes übrig, als eine Runde Fischbrötchen zu ergattern, dann gings im Laufschritt zurück zum Boot und weiter zur Brücke. Wir nervten wahrscheinlich den Gegenverkehr, der bei dieser Öffnung auf die von Norden kommenden Boote warten musste, denn trotz Speeding konnten wir nicht zum „Vordermann“ aufschließen und passierten schließlich die Brücke mit 200m Abstand als letztes Boot.

    Kehre, Groß im ersten Reff setzen und wieder abfallen für den Strelasund Süd. Wir verzichteten vorerst noch aufs Fock, da wir unsere Fischbrötchen verzehrt werden wollten. War auch gut so, denn nur 20 Minuten später erwischten uns ein kräftiger Schauer mit kräftigen Böen und sogar einem Donner. Nasse Schuhe und Jeans waren die Folgen, denn es blieb keine Zeit ins Ölzeug zu springen. Lesson learnt: Skipper sollte stets Ölzeug tragen 😉

    Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei und die Sonne kam wieder durch. Die Dusche von oben bestärkte uns in dem Wunsch den Törn gemütlich ausklingen zu lassen und so bogen wir kurz darauf nach Backbord ab in die Rinne nach Gustov. Hinter uns lag Neudorf, dem Anschein nach gerammelt voll. In Gostov dagegen gähnende Leere. Nur zwei Dauerlieger – und nun wir. Das Clubhaus war noch nicht fertig gestellt, Duschen, WCs und Waschraum standen jedoch zur Verfügung. Die gesamt Anlage übrigens vom Feinsten. Definitiv zu empfehlen. Verbleibendes Manko einzig fehlende Einkaufsmöglichkeiten – wenn man nicht wenigstens ein Fahrrad dabei hat.

    Für den Rest des Nachmittags (um 14.05 waren wir festgemacht) war Faulenzen, Bloggen, Lesen, Sonnen und ähnliches angesagt – sehr erholsam. Endlich.

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 12

    Von Ystad zurück zum deutschen Festland.

    Es stand uns ein weiterer langer Tag auf See bevor. Auch herrschte fast Windstille, wir waren also aufs Motoren angewiesen. Um 7.00 Uhr – Kaffee und Tee waren gekocht – warfen wir die Leinen los und ließen Ystad hinter uns. Wir brachten Genesis auf die Kurslinie des NaviS und übergaben das Ruder an Otto, Ziel nördlich Hiddensee. Es war mild genug um in der Plicht unser Frühstück einzunehmen: Müsli, Brot mit Marmelade usw, danach noch eine Runde Rührei. Mit Marschdrehzahl ging es derweil mit 6-7 Knoten gen Rügen.

    Wind wollte bis in den frühen Nachmittag nicht aufkommen. Statt dessen machten wir Bekanntschaft mit Seenebel. Schön, Radar an Bord zu haben. Im Nebel/Dunst hatten wir im Verlauf von gut einer Stunde nur zwei Radarkontakte auf der Platte. Kein Schiff kam näher als 2 Meilen (eines passierte achtern, das zweite weit vor uns), dann war der „Spuk“ auch wieder vorbei und die Sonne kam wieder durch.

    Als nachmittags endlich Wind aufkam (aus Westen, also 180 Grand entgegen der Vorhersage), setzten wir zur Unterstützung des Motors Groß und Fock, was uns einen weiteren Knoten Fahrt brachte :-)) Nach einigem Hin und Her fiel gegen 16.00 Uhr die Wahl des heutigen Zielhafens auf Barhöft (Alternativen waren Glowe und Vitte). Barhöft war bis 19.00 Uhr zu machen und nach 12 Stunden Fahrt war ohnehin kein Unterhaltungsprogramm mehr angesagt.

    Nur eine Stunde nördlich Hiddensees wurde der Wind endlich stark genug um unserem Motor eine Pause zu gönnen. Vor Dornbusch baute sich zudem eine echte Düse auf, am Wind rauschten wir mit bis 8 Knoten Fahrt an der Nordspitze Hiddensees vorbei. Später brauchten wir dann doch wieder die Maschine, denn wir wollten 6 Knoten Minimum beibehalten.

    Hinter Tonne XYZ holten wir Groß und Fock nieder und motorten durch den Gellenstrom weiter zur Rinne Barhöft. Für eine Fahrt unter Segel duch das enge Fahrwasser fehlte noch der Mut – kein Raum für Manöver.

    Barhöft lag im Westwind sehr geschützt, der Anleger (zwei eigentlich) ging reibungslos vonstatten. Wir hatten einen freien Platz mit Heckpfählen gewählt, nachdem uns der Hafenmeister den einzig freien Platz an der südliche Mole verwehrt hatte, er war für ein einlaufendes Berufsschiff reserviert. Alternativ gab es noch viele freie Heckmuringe, das mussten wir uns aber erst mal von weitem anschauen…

    Nach exakt 12 Stunden Fahrt ging der Motor endgültig aus und war unser längster Schlag des Törns zu Ende. 75 Meilen!

    So müde wie wir alle waren ist der Rest des Tages ist schnell erzählt: Anlegerbierchen, Toilettenbesichtigung und Einkehr im Hotel-Restaurant am Hafen für ein wohlverdientes Dinner, dann ab in die Kojen. Puhhh…

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 11

    Von Simrishamn nach Ystad.

    Am Morgen hatte der Wind auf Nord gedreht. Wie immer begrüßte uns die Morgensonne zum Frühstück. Nach dem Abwasch und allem Aufräumen warfen wir um 09.30 Uhr den Motor für das Ablegemanöver an. Wie schon zuvor bewährte sich der Bugstrahler beim Freikommen vom Anleger. Schön einen zu haben und definitiv ein Muss für unser eigenes Boot, wenn es denn soweit ist. Wir drehten noch ein, zwei runden im Vorhafen, biss alle Festmacher und Fender verstaut waren, dann ging es wieder hinaus auf die Ostsee.

    Etwa eine Meile vor der Küste drehten wir in den Wind um die Segel zu setzen. Das Groß ging hoch, doch noch vor dem Reff 2 war es vorbei. Wir brauchten einige Sekunden um zu verstehen was los war. Das Groß-Fall hatte sich um den Deckscheinwerfer auf der Vorderseite des Mastes gelegt und hing da fest – in 6, 7 Metern Höhe. Mist. Wir bargen das Segel und Daniel versuchte alsdann einige Male vergebens durch Werfen und Schütteln etwas zu verändern, jedoch ohne Erfolg. Auch einige Vollkreise, in ca. 1 m hohen Wellen für uns Anfänger kein Spaß, brachten keine Besserung. Wir riefen Daniel ins Cockpit zurück und dachten nach. Zurück in den Hafen würde uns viel Zeit kosten, weiter Versuche konnten wir genau so gut unterwegs angehen. Also steuerten wir Genesis auf Kurs Ystad und berieten das weitere Vorgehen. Während Otto, von Christine überwacht, den Kurs hielt, ging ich selbst nach vorn und startete einige vergebliche Versuche des Schüttelns und Rüttelns. Irgendwann gelang es dann das nicht genutzte Backbord-Fall über das um den Deckstrahler gewundene Großfall zu werfen und letzteres frei zu bekommen. Geschafft.

    Schnell waren danach die Segel gesetzt und mit raumem Kurs ging es entlang der Küste mit gut 7 Knoten nach Süden.Telefonisch hatten wir am Morgen bestätigt bekommen, dass das Schießgebiet XYZ aktiv sei und liefen deshalb nach Passieren des Leuchtturms Sanhanmaren weiter gen Südwest um davon frei zu bleiben. Als schließlich auch noch der Wind einschlief musste der Motor zur Unterstützung mit ran um uns nach Ystad zu bringen.

    Die Show im Schießgebiet hielt sich in Grenzen. Außer einigen Radiocalls war nichts zu erkennen. Zwei Stunden Umweg; mehr bekamen wir nicht geboten ;-(

    Gegen 17.00 hatten wir schließlich Ystad erreicht und erfolgreich fest gemacht. Bei einem kleinen Spaziergang in die Stadt waren wir über deren Atraktivität überrascht – und konnten einige Frischwaren inclusive Fisch erwerben. Als Dinner gab es sodann Salat, Antipasti mit Schinken, Feige und Käse, den Hauptgang krönten die gerade erstandene Lachsfilets aus der Röhre. Köstlich!

    Nach dem Abendessen stand noch ein kleiner Spaziergang zum Handelshafen auf dem Programm, wonach wir endlich in die Kojen stiegen um uns vor der morgige Überfahrt zurück nach Deutschland noch einmal auszuruhen.

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 10

    Von Karlskrona nach Simrishamn

    Die Etappe sieht schon auf der Karte recht gewaltig aus. Um wenigstens nicht allzu spät in Simrishamn anzukommen standen wir früh auf, kochten je eine Kanne Kaffee und Tee und nahmen uns vor das Frühstück unterwegs einzunehmen. Um 6.00 gingen die Leinen los und wir verließen Karlskrona. Nach dem Passieren der Feste Godnatt setzten wir Groß und Fock und liefen unter Segel vor dem Wind an Kungsholmen vorbei hinaus auf die Ostsee. Hinter der Untiefentonne Flaggrund setzten wir Kurs auf Simrishamn und überließen Otto das Steuer. Raumschots, mit 6-7 Knoten, ging es alsbald voran. 10 Stunden lang. Das schöne Wetter blieb uns wie immer treu. Während über Land Cumuli quollen und sich Schauer bildeten blieb es über See trocken und – schön für uns – windig.

    Immer schön der Kurslinie folgend erreichten wir um 17.00 den Ansteuerungspunkt nach Simrishamn. Mit dem Nordost hatte sich ein anstendiger Schwell aufgebaut, wie stark der Wind tatsächlich blies fühlten wir nach all dem Raumschot erst beim in-den-Wind gehen, zum bergen der Segel. Daniel war wie immer am Mast um das Falten des Groß in die Lazy Jacks zu unterstützen. Sportlich! Die weitere Vorbereitung für das Anlagen verlegten wir in den Hafen Simrishamns. Im Hafenhandbuch ist viel die Rede von Grundseen bei stürmischen Winden aus Ost. War zum Glück nichts von zu sehen. Weder vom Sturm noch von Grundseen.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 8 und 9

    Durch die Schären Blekinges

    Tag 8, Hanö – Tjärö

    Ähnlich windstill wie der gestrige Tag endete begann auch der Samstag. Ausschlafen war angesagt. Nach dem langen Schlag von gestern standen wir erst gegen 8.00 Uhr auf. Die Sonne lud trotz kühler 12 Grad zu einem Frühstück im Freien an. Wir besetzten den Picknicktisch an der Südlichen Mole und deckten dort ein. Gab wie schon gewohnt frisch gebackene Brötchen, Eier, Wurst, Marmelade mit frischem Kaffee usw.

    Danach füllten wir den Wassertank wieder voll, wuschen etwas Wäsche und planten den Törn des Tages. Via Karlshamn wollten wir weiter in die Schärenwelt Blekinges und dort, wenn es gelänge, in der Nähe Tjärös ankern. Just als wir zum Ablegen bereit waren lief die erste Fähre des Tages ein. Deren Standzeit ist sehr kurz, wie wir gestern beobachten konnten, deshalb warteten wir ab, bis sie den Hafen wieder verlassen hatte. Für’s Ablegen bargen wir alle Fender und Leinen und stießen uns bei Windstille um 10.40 Uhr achtern vom Kai ab um rückwärts ins Hafenbecken zu laufen. Wir kamen dabei der hinter uns liegende Yacht näher als gewünscht, was bei bereits eingeholten Fendern ziemlich unbehaglich war. Das beim Warten auf das Ablegen der Fähre der Bugstrahler wieder eingefahren war, war ebenfalls wenig hilfreich. Der Kleine Kreuzer war zudem so niedrig, dass abhalten von Hand nicht möglich gewesen wäre. Immerhin blieb der Abstand über einem Meter und als endlich auch der Bugstrahler wieder einsatzbereit war ging es endlich voran und aus dem schönen Hafen Hanös hinaus. Lesson learnt: Fender werden künftig erst verpackt, wenn wir Kurs auf die Hafenmole genommen haben.

    Während der Überfahrt nach Karlshamn bleib es weitestgehend windstill, die Segel blieben verpackt. In Karlshamn gönnten wir uns zunächst eine Rundfahrt durch den Hafen (und versuchten – vergeblich – eine Bank zu entdecken, um endlich über Schwedische Kronen in den Geldbeutel zu bekommen).

    Anschließend ging es nördlich Eneskärv mit Kurs Ost in die Schären. Total hübsch, alles. Wie aus dem Prospekt – und für uns ein völlig neuer Eindruck. Bei Brunsviken versuchten wir ein Anker/Festmach – Manöver, was uns letztlich nicht gelang. Einerseits wollte ich mit der Genesis nichts riskieren und dem Fels zu nahe kommen, dessen Verlauf unter Wasser nicht erkennbar war, zum anderen war ein Ankern nicht möglich da die Wassertiefe bei ca. 15 Meter lag. Als im Westen schließlich noch ein Gewitter aufzog und stärkere Böen zu erwarten waren, brachen wir die Versuch ab und motorten weiter in Richtung Tjärö. Auch dort verzichteten wir auf ein Festmachen am Fels, wählten jedoch einen Ankerplatz in einer Bucht westlich Tjärös (südlich Horsös) und stoppten dort um 16.00 Uhr vor Anker bei 6 Meter Wassertiefe den Motor.

    Tag 9, Tjärö – Karlskrona

    Die Nacht blieb ruhig. Zwei mal kontrollierte ich während der Nacht unsere Position auf dem Plotter und mit Blick nach draußen. Es beruhigte, zu sehen, wie Genesis im Wind Fahrt aufnahm um kurz darauf vom Anker gehalten in die entgegengesetzte Richtung zurück zu driften.

    Auch am Morgen war es sommerlich und erlaubte ein Frühstück im Freien. Nach dem Abwasch ging es um 9.45 wieder los. Problemlos bargen wir den Anker und verließen unter Motor „unseren“ Ankerplatz. Bis Vitaskär folgten wir dem Wasserweg durch die Schären, dann setzten wir Kurs Richtung offene See und setzten bei 2-3 Bft aus SO Groß- und Focksegel. Wir orientierten uns an den äußeren Untiefentonnen und segelten ostwärts, Ziel westliche Zufahrt nach Karlskrona, via Schwenkbrücke Hasslöbron.

    Wir fuhren unter Segel durch das enger werdende Fahrwasser, um schließlich im Hästholmsfjärden vor der Drehbrücke die Segel zu bergen. Per Funk beantragten wir bei Kungsholmen die Öffnung der Brücke, was nach nur kurzer Wartezeit erfolgte. Im Fahrwasser des Västrafjärden motorten wir die verbleibenden 4 Meilen weiter bis Karlskrona. Viele Segelboote waren dort unterwegs. Schon lange hatten wir nicht mehr so viel Verkehr auf dem Wasser gesehen. Viele interessante Marineschiffe waren in den ausgedehnten Hafenanlage zu sehen. Wir folgten der Betonnung im Osten Karlskronas bis in die Marina am Nordrand des Stadtzentrums, wo wir gegen 15.00 festmachten.

    Es folgte ein langer Spaziergang durch Karlskrona, an einem Geldautomaten konnten wir uns endlich Schwedische Kronen besorgen. In einem Restaurant feierten wir dann „Bergfest“, schließlich hatten wir hier mit Karlskrona das entfernteste Ziel unseres Törns erreicht. Von nun an galt es heimwärts zu segeln.