Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

  • Von Dragör zurück nach Greifswald

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    Samstag, 22.06.2013. Dragör – Rödvig

    In der Nacht was es wieder einmal ungemütlich, es blies und schauterte mit bis zu 20 Knoten Wind. Wie vorhergesagt ließ der Wind gegen morgen etwas nach und pendelte sich zwischen 10 und 18 Knoten ein. Die Sonne ließ sich nicht blicken, als wir uns um 9.00 Uhr ans Ablegen machten. Der Wind wehte achterlich und in Richtung Hafenmauer. Eindampfen in die Vorspring wäre hier das Schulbuch-Manöver gewesen. Ich entschied mich mit Bugstrahler aus der Lücke zu manövern, eine Entscheidung, die fast in die Hose gegangen wäre. Kaum war die Achterleine lose, machte eine Böe den Bugstrahler quasi wirkungslos und schob uns zudem noch Richtung den vor uns liegenden Nachbarn. Brauchte eine Ganze Menge Rückwärtsschub um ihn nicht zu berühren, zuviel ging aber auch nicht, da hinter uns ja auch noch jemand lag. PIO (Pilot Induced Oscillation) galt es zu vermeiden. Dann endlich zeigte der Bugstrahler die erhoffte Wirkung und wir kamen weit genug von der Kaimauer los, um vorwärts aus der Box zu fahren. Für den vor uns liegenden Skipper war es wohl ein böses Erwachen, als er Anja, die am Bug stand, viel zu nahe vor sich oder besser über sich durch den Niedergang erblicken musste, nachdem er von unserem Motoren und Bugstrahlen wohl geweckt worden war. Jedenfalls schimpfte er auf dänisch – oder schwedisch – jedenfalls halb nackig – hinter uns her, als er hektisch, und als wir bereits frei gekommen waren, seine Kuchenbude geöffnet bekam. An dieser Stelle noch mal ein aufrichtiges SORRY ! Lektion gelernt.

    Das Wetter blieb garstig. Kalt, wolkenverhangen und mit Wind wie schon so oft zuvor auf der Nase. Wenn er denn mal drehte, dann zumeist so, dass der gewählte Kurs nicht gehalten werden konnte. Nach fünf Stunden und zwei dritteln der 30sm hatten wir genug und nahmen den Motor zu Hilfe, passierten 30 min später Stevns Klint und erreichten eine weitere Stunde später endlich Rödivg. Dort klarte es dann sogar bei westdrehendem Wind auf und sorgte für einen versönlichen Ausklang des Tages. Im Fischladen beim Hafen – es gibt da mehrere Restaurants beim Hafen – ergatterten wir drei Seelachsfilets, die wir dann mit Broccoli zum Dinner genossen.

    Sonntag, 23.06.2013: Rödvig – Klintholm

    Die Wetterbesserung am Vorabend war nur von kurzer Dauer. Zum Aufstehen regnete es mal wieder. Der Wetterbericht versprach stabile 4-5 Bft aus S bei Schauerboen, mit 1m Welle. SW wäre schöner, sollte dann aber erst am späten Nachmittag kommen. Hart am Wind ging es Richtung Klintholm. Die Winddrehung auf südwestlichere Richtung kam gerade richtig, jedenfalls konnten wir von Rödvig bis vor Klintholm durchsegeln, die letzte Stunde bei satten 6 Knoten am Wind. Geil! Das Kontrastprogramm kam dann auch prompt: Beim Segelbergen klemmte die Rollanlage der SW-Fock. Die Schot hatte sich in der Refftrommel vertörnt. Nach einigen vergeblichen Versuchen, das Missgeschick zu beheben, blieb uns nur das Abbauen des Focksegels. Bei immer noch gut 15 Knoten Wind machen wir in einer Box im westlichen Teil des Yachthafens fest. Das Anlegerbier hatten wir uns an diesem Tag redlich verdient…
    Erst für Dienstag wurden stabil westliche Winde angekündigt. War für uns ein gutes Argument einen Ruhetag in Klintholm einzulegen. Neben uns lag ein Langzeitsegler-Ehepaar aus der Schweiz. Sie schwärmten von ihrer Situation des Zeit habens, waren bereits seit Beginn der Saison unterwegs und warteten nun auf das ideale Wetterfenster um Richtung Fehmarn weiter zu segeln. Gern hätten wir getauscht…

    Dienstag, 25.06.2013: Klintholm – Barhöft

    Südliche Ostsee NW 3-4, wenig rechtdrehend, zunehmend 6-7, Schauerböen, See zunehmend bis 2 m. Belte und Sund ähnlich aber etwas weinger Wind. Dazu zunehmende Bewölkung und nachfolgend Regen. Das klang für die Überfahrt nach Rügen geradezu ideal – mal vom Regen abgesehen… Es traf dann auch genau zu. Und so segelten wir vor dem Wind, Bullenstander kam zum Dauereinsatz, in gut 7 Stunden zurück nach Rügen. Einmal fuhren wir ein Ausweichmanöver um dem Frachter Doris auszuweichen, später ein Ausweichmanöver um einem russischen Großsegler (!) auszuweichen. Als wir nach dem Bergen des Großsegels in den Gellenstrom einbogen, war der Regen da, der Wind überstieg jedoch nicht Stärke 5. Nass aber ohne Besonderheiten machten wir schließlich in Barhöft fest. Der Regen blieb erst mal, und der nächste Sturm kam auch, später am Abend und blieb am Mittwoch. Ein weiterer Stehtag war somit gebucht. Gute Gelegenheit beim Restaurant Seeblick für etwas Umsatz zu sorgen, was wir gerne machten, denn dort gibt’s gutes Essen für einen fairen Preis.

    Donnerstag, 27.06.2013: Barhöft – Neuhof

    Nach dem stürmischem Mittwoch blies es am Mittwoch morgen mit Schauerböen immer noch mit 4-5 Bft aus WSW, mit Aussicht auf Wetterbesserung im Tagesverlauf. Gegen 09:00 verließen wir Barhöft, setzten vor der Reede das Groß im 2. Reff und folgten der Rinne in Richtung Stralsund. Nach Tonne 45 kam noch die Fock zum Einsatz, um besser Höhe laufen zu können. Wie geplant erreichten wir um 11.00 Stralsund, wo wir kurz im Yachthafen festmachten und uns mit einigen Fischbrötchen eindeckten. Ohne Stress ging’s dann um 12.00 Uhr weiter für die Ziegelgrabenbrücke-Öffnung um 12.20 Uhr. Kaum passiert setzten wir Fock und Groß im 2. Reff und hatten riesig Spaß daran, wie „unsere“ Genesis eine Yacht nach der anderen „vernaschte“, egal ob sie unter Segel oder Motor lief… Vor Neuhof hatte unsere kleine Regatta dann leider ein Ende, wir bargen die Segel und liefen Neuhof an, wo wir einen gemütlichen und zunehmend sommerlichen Nachmittag und Abend verbrachten. Im Restaurant Meat’n Sea, mit gutem Überblick über den Yachthafen, wird hervorragend gekocht. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

    Die Marina wurde um einige Meter vergrößert und bietet wieder deutlich mehr Liegeplätze für Gastlieger. Liegegebühr (2013) bis 12 m betrug EUR 14.

    Freitag, 28.06.2013: Neuhof – Greifswald

    Nach windstiller Nacht genossen wir ein letztes mal Frühstück im Cockpit. Erst um halb elf machten wir uns auf den Weg zurück nach Greifswald. Für den Tagesverlauf erwarteten wir mal wieder eine Wetterverschlechterung mit dem Durchzug einer Schauerfront. Der Wind stand nicht ideal (S – SO), dennoch gibt der Strelasund genügend Raum fürs Kreuzen. So segelten wir bis in den Greifswalder Bodden, wo uns dann doch die erwartete Front passierte. Wir banden das zweite Reff ins Groß und rollten die Fock weg und ließen und einmal gut durchwaschen. Der Motor blieb aus, Genesis machte auch unter dem wenigen Tuch noch genügend Höhe und brachte uns näher ans Ziel heran. Hinter der Front schlief der Wind komplett ein. Um die 16.00 Uhr Brückenöffnung nicht zu verpassen, bargen wir dann doch alle Segel und motorten in Richtung Wieck. Um 16.30, nach dem Tanken, lag „unsere“ Genesis schließlich wieder fest an ihrem Liegplatz in Greifswald / Wieck. 520 sm lagen im Kielwasser, nur packen und aufräumen noch vor uns. Wie so oft hätte der Törn ruhig noch einige Wochen länger dauern dürfen…

     

  • Heimwärts… nach Süden bis Dragör

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    15.06.2013 Varberg – Falkenberg.

    Zwei Tage saßen wir in Varberg fest . Viel Zeit zum Ruhen, spazieren gehen und planen des weiteren Törnverlaufs. Der Wetterbericht versprach weiterhin wechselhaftes Wetter, das auch weitere Sturmtage bringen konnte. Würden wir bis Göteborg weitersegeln, wäre der Rückweg sicherlich ähnlich anstrengend wie der Hinweg: Lange, lange Schläge, immer gegen den Kalender, um die Rückgabe der Genesis nicht zu vermasseln.

    Dieser Törn sollte auch Urlaub sein, deshalb fiel uns die Entscheidung nicht ganz so schwer. Wir wollten uns auf den Weg zurück nach Süden machen, zurück nach Greifswald. SW 4, vorübergehend SO drehend, später SW um 6, etwas abnehmend, zeitweise Schauer- oder Gewitterböen, See bis 1,5 Meter lautete die Vorhersage. Gut genug für einen 30sm-Schlag nach Falkenberg.

    10 Stunden brauchten wir für die insgesamt 32 sm, immer hart am Wind, aber fast ohne Motor. So soll es sein… Wir fanden einen freien Liegeplatz beim Yachthafen Falkenberg, kurz bevor die nächst Front mit Starkwind und Regen über uns hinweg fegte. Der Hafen lieht im Bereich der Mündung Ätran, mehrere Werften bieten eine nicht ganz so schöne Kulisse. Leider fiel ein Besuch Falkenbergs aus. Wetter und Müdigkeit ließen uns die Kojen vorziehen… Immerhin fanden wir später in Supermärkten Falken – Bier. Das kommt ursprünglich aus Falkenberg.

    16.06.2013 Falkenberg -Halmstad.

    Auch dieser Tag versprach – oder drohte – mit reichlich Wind bis 6 bft, inclusive Schauerböen und vereinzelten Gewittern. Die Front war am Morgen durchgezogen und die Sonne schien immer wieder durch die Quellbewölkung. Bei 10-14 kts Wind aus SW gings um halb zehn wieder hinaus aus dem Hafen und dann immer hart am Wind nach SSO, der Küste entlang. Um 13.00 rundeten wir Tylogrund und liefen nun auf raumem Kurs nach Osten. Die versprochenen Schauerböen kamen ebenso wie das Gewitter und sorgten für einige Sorgenfalten bei der Crew… Nur mit dem Groß im zweiten Reff trieben und die Böen bis knapp 9 Knoten, eine Geschwindigkeit, bei der das Ruder besorgniserregend zu vibrieren begann. Wir drehten bei nunmehr reichlich rauher See in den Wind und bargen das Groß vollständig, für die verbleigenden Meilen nach Halmstad. Nach nur 4 Stunden liefen wir in den Fluss Nissan ein, an dessen Mündung Halmstad liegt. Es wurde ein, bei immer noch 4-6 bft mühsames Anlegemanöver zwischen zwei zum Glück mit viel Gummi geposterten Schwimmern, aber nach einigem Hin und Her war es geschafft und wir konnten den Nachmittag zur Erholung nutzen.

    17.06.2013 Halmstad – Torekov

    Halmstad gefiel uns nicht sonderlich. Die Stadt hat zwar ein recht großes Zentrum mit Restaurants, Kneipen und Einkaufsläden, allerdings fanden wir auf die schnelle weder Supermarkt noch Bäckerei in Hafennähe. Das ganze irgendwie Seelenlos. Wir entschieden weiter zu segeln und wählten Torekov, auf der anderen Seite der Laholmsbukten. Vom nächtlichen Sturm war noch einiger Seegang geblieben, der Wind kam mal wieder „von vorn“. Hart am Wind und mit einigen Kreuzschlägen schafften wir es in 4 1/2 Stunden nach Torekov. Im Tagesverlauf klarte es zunehmend auf und auch der Wind ging zurück. Es wurde entsprechend ein (nordisch) sommerlicher und gemütlicher Abend in Torekov mit frischem Fisch aus dem Fischladen am Hafen.

    18.06.2013 Torekov – Viken

    Endlich mal wieder ein perfekter Segeltag. Bei wenig Seegang, Sonnenschein und knapp 10 Knoten Wind ging es am Wind zunächst über die Bucht Skälderviken, um Kullen herum in Richtung Öresund. War es auf See durch den Wind recht frisch, bot und Viken am Nachmittag Badewetter.

    19.06.2013 Viken – Kyrkbacken

    So schön wie der vorherige Tag war, so unschön war dieser. Zum Ablegen gab’s Regen und bei Windstille. Unter Motor ging’s an Helsingborg vorbei in den Öresund. Ziemlich langsam, das ganze, denn wir hatten gute 2 Knoten Strom auf der Nase. Immerhin kan nach Mittag der Wind zurück. Wie immer von vorn, dennoch setzten wir am südlichen Ende des Verkehrstrennungsgebiets die Segel und kreuzten bis vor die Hafeneinfahrt Kyrkbacken auf der Insel Ven. Der Himmel erinnerte an Waschküche, Donner kündete von Gewittern in der Umgebung, später im Hafen regnete es wieder. Bei Ankunft war der Hafen übrigens gut dänschen und schwedischen Booten belegt. Die Crews saßen überwiegend in ihren Cockpits und hielten Klönschanck. Bei Bier und Wein versteht sich. Als es zu regnen begann brachen die meisten auf und ließen einen fast leeren Hafen zurück. Da waren an diesem Nachmittag jedenfalls einige Promille auf dem Öresund unterwegs…

    20.06.2013 Kyrkbacken – Dragör

    Der Sommer war wieder zurückgekehrt. Strahlend blauer Himmel, warme Temperaturen und – Flaute. Unter Motor ließen wir die Insel Ven hinter uns und setzten Kurs auf Dragör. In Höhe des Forts Middelgrund wehte der Wind ausreichend aus nördlicher Richtung so segelten in Zeitlupe bei 2-3 Knoten vor dem Wind an Kopenhagen vorbei. Im Fahrwasser herrschte reger Schiffsverkehr und sorgte ebenso für Unterhaltung wie der erste selbst gefangene Fisch. Ein Baby-Pollack von gerade einmal 25 cm. Das sollte übrigens der einzige Fischfang des Törns bleiben. Die Ausrüstung hatte sich also nicht wirklich bezahlt gemacht. Ebensowenig wie die Lizenz fürs Fischen in Dänemark, die ich für den Tag erworben hatte. Um 15.15 Uhr hatten wir in Dragör festgemacht. Die Temperatur war nunmehr auf knapp 30° C geklettert. Entsprechend war Baden angesagt. Am Abend gab’s den „Catch of the Day“, den wir mittlerweile mit noch etwas Fisch aus dem Supermarkt ergänzt hatten. Wetter und Dragör selbst gefielen uns so gut, dass wir hier einen schönen Stehtag verbrachten.

  • Sommertörn 2013 – Nordwärts

    Samstag, 8. Juni 2013: Wir erreichten den Liegeplatz der Genesis beim Yachtservice Wunderlich am späten Vormittag und konnten auch sogleich mit dem Verstauen unseres Gepäcks und der Vorräte beginnen. Bis aufs Trinken hatten wir alles mitgebracht, kaum war der Wagen leer, fuhren Christine und Anja zum Getränkeladen, um den Flüssigkeitsvorrat zu besorgen.
    Die Übergabe verlief kurz und schmerzlos, auch weil wir „Wiederholungstäter“ und uns die Genesis noch noch gut vertraut waren. In Wieck kauften wir schnell noch etwas Fisch (Rosenstraße) und um 14.45 Uhr hieß es Leinen los für die Brückendurchfahrt um 15.00 Uhr.
    Zumeist unter Motor – der Wind stand eher ungünstig – ging’s in den Strelasund. Ab Tonne 18 konnten wir dann auch noch ein Stündchen unter Segel unserem Ankerplatz südlich Drigge entgegensegeln. Um 19.30 Uhr saß der Anker und wir machten uns ans Abendessen.

    Sonntag, 9. Juni 2013: Es war eine ruhige, windstille Nacht, dennoch hieß es bereits um 04.15 Uhr aufstehen, um die ersten Brückenöffnung um 05.25 Uhr nicht zu verpassen. An Stralsund vorbei ging es weiter nordwärts und um 08.00 lag der Bock hinter uns und wir fuhren hinaus auf die Ostsee. Das Ziel hieß Falsterbokanal, bei nur 3-5 Knoten Wind – leider aus NNW – ließen wir den Motor schieben. Nach Mittag drehte der Wind endlich mehr auf West und wir konnten dem Jockel eine Pause gönnen. Es blieb bei einer Pause, denn nach 2 Stunden war wieder Flaute und unter Motor ging es schließlich 17.30 Uhr in den Kanal. Mit einigen anderen Yachten passierten wir um 18.05 die Klappbrücke und machten anschließend ca. 14 Stunden nach dem Anker lichten und mit 73sm hinter uns, im Yachthafen Höllviken fest. Puh! Es bot isch uns dann, müde wir der lange Tag uns gemancht hatte, ein sonniger, warmer Abend mit einem tollen Sonnenuntergang.

    Montag, 10. Juni 2013: Zeitig und noch immer ganz schön müde legten wir um 6.30 Uhr wieder ab und setzten den Kurs ab in Richtung Öresund-Brücke, Helsingborg, Mölle. Es zeichnete sich wieder ein Tag unter Motor ab, Flaute oder leichter Wind aus Nord. Dann jedoch, um Mittag dreht der Wind auf NW und frischt auf 3 Bft, nach 13.00 sogar bis 5 Bft auf. Mit unserer Genua waren wir denkbar schlecht auf den Wind vorbereitet. Die Übung fehlte auch, die Müdigkeit steckte ebenfalls in den Knochen, was auch immer, noch bevor wir Helsingborg erreichten verließ den Skipper der Mut und wir machten kehrt um Ven / Bäckviken anzulaufen. Da kamen wir eine Stunde zuvor bereits vorbei, lag windgeschützt und sollte damit auch für einen Wechsel des Vorsegels geeignet sein. Immerhin erlaubte die Kehrtwende noch eine Stunde Segeln vor dem Wind, bevor wir dann um 14.40 festgemacht hatten. Es war uns klar, dass wir uns mit dieser Änderung der Reise einen extra Tag auf dem Weg nach Norden „eingekauft“ hatten, dennoch genossen wir den ruhigen Nachmittag in Bäckviken, der auch ein Bad im doch recht kalten Wasser beinhaltete.
    Unseren ersten Segelwechsel schafften wir ohne große Probleme, allerdings gelang es uns nicht, die Genua „fachgerecht“ so zu falten, dass ein neuerliches Aufziehen reibungslos verlaufen würde. Verschoben wir auf später – und die Genua in die SB Achterkoje…

    Dienstag, 11. Juni 2013: Am Morgen war der Wind wieder weg. Erneut musste der Motor für’s Vorwärtskommen sorgen, denn Ziel waren die Schären vor Torekov, Hallands Väderö. Zäh ging’s voran, auch der Strom wollte uns vom Kattegat fernhalten. 2 Knoten auf der Nase. Am späten Vormittag, der Öresund lag hinter uns, gab’s dann endlich segelbaren Wind und wir kreuzten in Richtung Kullen, von da ab bei schönem Wind Richtung Hallands Väderö. Vorsichtig fuhren wir dort zwischen die Felsen der Schäre und ankerten in der Bucht östlich des Anlegers. Bis zum Anleger manövrieren war uns doch zu „heiß“, die Bucht aber auch so schön genug. Wir packten erstmals die Angel aus, gingen baden und wollten eigentlich auch über Nacht hier bleiben, als dann nach 18.00 der Wind wieder deutlich zunahm. Prompt gingen wir über dem krautigen Untergrund auf Drift. Kurz entschlossen lichteten wir Anker und verlegten für die Nacht nach Torekov, wo wir um 20.00 nach 14 Stunden endlich wirklich Feierabend hatten.

    Mittwoch, 12. Juni 2013: Die Nacht war dann doch windstill und bescherte uns einen guten Schlaft, den wir sehr nötig hatten. Verberg war das Ziel für diesen Tag, 47 sm entfernt. Wir gönnten uns deshalb noch frische Brötchen zum Frühstück und machten uns erst am späten Vormittag auf den Weg. Um 11.10 Uhr verließen wir Torekov bei südwestlichen Winden um 3 Bft, die uns gut voranbrachten. Hielt natürlich nicht lange. Nach Mittag begann der Wind linksdrehend wieder einzuschlafen. Wir hielten am Tagesziel fest und nahmen den Motor zu Hilfe. Nachdem Falkenberg an Steuerbord vorbeigezogen war, wurde die Küste deutlich felsiger und „schäriger“, allerdings auch rauher, geradezu abweisender als die Schären Blekinges, die wir 3 Jahre zuvor besucht hatten. Nach 16.00 sorgte eine aufziehende Warmfront für Wetterverschlechterung: Es zog sich zu. Um 18.00 war es vollständig bedeckt, die Hochdruckwetterlage, die über zwei Wochen gehalten hatte, schien vorüber. Schade. Wir hatten den Motor 6 Stunden an der Marschdrehzahl rangenommen, was er uns wohl übel nahm. Für die letzten Meter zum Kai nahm ich im Rückwärtsgang die Fahrt aus dem Schiff, als ich in den Leerlauf schaltete, ging er einfach aus. Zum Glück war das Anlegemanöver nicht sportlich ausgelegt. Dank des Hafenmeisters, der die Leinen annahm konnten Christine und Anja das Schiff längsseits am Kai aufstoppen ohne zunächst zu bemerken, dass sich der Jockel nicht mehr starten ließ. Da hätte einiges passieren können, hätten wir das Kai nicht erreicht und hätte uns der stärker werdende Wind durchs Hafenbecken geschoben, hätten wir den Anker schnell genug fallen lassen können… Hätte, hätte Fahrradkette 😉
    Um 19.10 lagen wir jedenfalls sicher im Varberger Stadthafen, freuten uns über den freundlichen und hilfsbereiten Hafenmeister, der uns noch mit allen wichtigen Infos versorgte, bevor er mit seinem Rad zurück zu seinem Büro radelte.
    Wir bauten am Abend noch die Kuchenbude auf, denn die Wettervorhersage versprach Regen und Sturm, es war klar, dass wir erst mal bleiben würden.

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  • Sommertörn 2012 – Teil 3/3: Sejeroe bis Fehmarn

    Am Morgen des 16.08. (Donnerstag) verließen wir Sejeroe in Richtung Samsoe. Wir wollten Langoer einen erneuten Besuch abstatten. Im Tagesverlauf drehte der Wind abflauend von NO auf S. Gegen Abend begann es sogar zu regnen. Unsere Route führte über das Linholm Loeb in den Stavns Fjord. Irgendwie war ich nicht voll konzentriert, sowohl dem Hatterev als auch dem Flach westlich des Lindholm Loeb kam ich näher als nötig. Erinnerte mich an die Fliegerei: Complacency Kills… . Ging aber alles gut und fuhren erneut ab Hafenausfahrt Serejoe unter Segel bis wir bei der Anfahrt von Langoer Havn auf südlichen Kurs drehen mussten.
    Wir blieben im Hafenbereich, das Wetter verführe uns nicht zu einem längeren Ausflug oder zum Baden. Im Kiosk gönnten wir uns lecker Hot Dogs…

    Am nächsten Morgen verhinderte Nebel einen frühen Aufbruch. Totale Flaute half zudem nicht bei dessen Auflösung. Erst gegen Mittach verzog sich der Nebel um Langoer herum und erlaubte das Ablegen. Kaum hatten wir motorend das Lindholm Loeb mit Ziel Ballen passiert, war er wieder da, der Nebel. Wir reduzierten die Fahrt deutlich und schlichen aufmerksam in den Nebel starrend nach Süden. Die Sicht variierte stark, mal schien die Sonne, mal war totale Suppe. Mindestens ein weiterer Segler tat es uns gleich, ab und an konnten wir ihn in einigen hundert Metern Entfernung sehen. Kurs und Plotter brachten uns schließlich um halb drei Uhr vor die Hafeneinfahrt von Ballen, just zu dem Zeitpunkt, wo sich der Nebel schließlich vollends auflöste. Im Hafen selbst war es schon recht voll, wir fanden jedoch einen guten Platz an der Nordmole, mit Blick auf den im Norden anschließenden Strand. Am Nachmittag war Abhängen angesagt. Wir gönnten uns frische Shrimps im Cockpit, frisch gebackene Zimt-Teilchen aus der Bäckerei und am Abend gab’s frischen Fisch. Auch war rasch der Entschluss gefasst hier einen weiteren Stehtag zu verbringen, denn der Sommer hatte sich wieder in voller Pracht durchgesetzt.

    Füllte sich am Freitag der Hafen schon beachtlich, konnten wir am Samstag staunend beobachten, wie viele Boote tatsächlich in solch einen Hafen passen. Es riss tagsüber gar nicht mehr ab, bis schießlich am Abend keine Päckchen mit weniger als 3 Booten an den Molen oder Stegköpfen lagen (wir wuchsen zum dreier-Päckchen…).

    Am Sonntag ging es weiter nach Kerteminde. Wir wollten zeitig los und unsere Nachbarn im Päckchen spielten alle mit so dass wir nach einigem Schieben und Ziehen um 08:15 Ballen Havn verließen. Es war weiterhin sehr sommerlich mit nur mäßigen Winden. Der Blister kam ein weiteres Mal zum Einsatz, bis gegen Mittag der Wind ganz einschlief. Unter der Küste schien es noch etwas länger einen brauchbaren Landwind zu geben, wir hatten unseren Kurs jedoch zu weit draußen abgesetzt und motorten ab Mittag bis zu unserem Ziel, welches wir um 14.00 Uhr erreichten. Es war mittlerweile so heiß geworden, dass wir beim Anlegen richtig ins Schwitzen kamen. Heiß war es offenbar auch den Einwohnern von Kerteminde. Der an die Marina anschließende Strand war so voll, dass nicht mehr viele Kerteminder zu Hause sein konnten 😉

    Am Montag ging es für uns weiter, unter der Großen Belt Brücke hindurch nach Omoe. Der Wind war zurück und erlaubte schönes Segeln – bei immer noch sommerlichen Temperaturen. In Badehose und T-Shirt unter der Brücke hindurch. Kommt so oft sicherlich nicht vor… . In Omoe Havn gönnten wir uns ein frühes „Dinner“ im Hafenrestaurant. Ein kulinarische Erlebnis der anderen Art: Die Pizza aus der Tiefkühltruhe, der Fisch aus der Tüte durch die Fritöse auf die Teller. Wir hatten wohl bisher nicht viel verpasst!

    In der Nacht auf Dienstag blies es kräftig. So langsam aber sicher ging der Sommer wohl doch zu Ende. Für Mittwoch versprach der Wetterbericht den Durchgang einer Kaltfront mit entsprechend starkem Wind aus West. Wir verließen Omoe nach Süden und entschieden noch während des Schlags nach Spodsbjerg zu segeln. Nakskov, unser ursprüngliches Ziel, war bei der sich bestätigenden Wettervorhersage nicht mehr empfehlenswert, evtl. hätten wir die gesamte Zufahrt gegen starken Wind ankämpfen müssen. Spodsbjerg selbst ist ein sehr schöner Hafen mit spitzen Anlagen. Wir tankten schon mal voll, um uns das Tanken in Fehmarn zu sparen

    Für den Mittwoch, unserem letzen Tag auf See, versprach der Wetterbericht Wind SW um 4, westdrehend, zunehmend 6-7, Gewitterboen, später W 6. Wir waren also gewarnt und wappneten uns für die Überfahrt nach Fehmarn. Es wurde schließlich reichlich stürmisch, der Durchgang der Kaltfront erwischte uns genau zwischen Langeland und Fehmarn, mit Reff 2 liefen wir nach Osten ab, um nicht westlich Fehmarn auf Legerwall zu geraten. Einzig den Wechsel auf die Normal-Fock statt der Genua hätten wir vielleicht besser machen können. So segelten wir raum oder auf Halbwind bis zur SO Ecke von Fehmarn, wo wir dann doch noch einmal den Motor bemühen mussten, um gegen den Wind bis Burgtiefe zu kommen.
    Diese Überfahrt bleibt sicherlich in Erinnerung. War schließlich unsere erste „Sturm“-Erfahrung. Peter Pan gab uns jederzeit ein sicheres Gefühl, lag super am Ruder und in der Hand, auch als uns bei bis zu 30 Knoten Wind mit Blitz und Donner der Regen auf die Kapuze prasselte und die Wellen zu beachtlicher Größe anschwollen änderte sich das nicht. Wir waren aber auch nicht traurig, dass der Spuk nach einer Stunde wieder vorbei war und wir nur noch mit dem starken Wind zurechtkommen mussten…
    In Burgtiefe zirkelten wir schließlich nach acht Stunden und noch immer 6 Bft. Wind sicher in eine freie Box und konnten alsbald aufatmend zum Anlegerbier greifen.

    Am Donnerstag gaben wir Peter Pan dann zurück und machten uns auf dem Heimweg, um an Daniels OL – Abschlussfeier teilnehmen zu können. Da der Sommer ohnehin vorbei war, machte der verlorene Segeltag gar nicht mehr so viel aus…

    Für die Statistik:
    Sejeroe – Langoer 18 (total 243) DKR 160,-
    Langoer – Ballen 10 (total 253) DKR 160,-
    Ballen – Kerteminde 25 (total 278) DKR 150,-
    Kerteminde – Omö 25 (total 303) DKR 140,-
    Omö – Spodsbjerg 22 (total 325) DKR 150,-
    Spodsbjerg – Burgtiefe 40 (total 365)

  • Sommertörn 2012 – Teil 2/3: Christianshavn bis Sejerö

    Wir verließen Kopenhagen am Samstag morgen, bei bestem Sommerwetter, wenn auch ohne Wind. Motoren war angesagt. Bis zu unserem ersten Ziel, der Insel Ven. Wir erreichten den Hafen von kyrkbacken bereits um Mittag, dennoch war er bereits total überfüllt. Vierer-Päckchen von allen Seiten, laute Party, es blieb gerade noch Platz zum Umdrehen und schon waren wir wieder draußen.
    Wir ankerten gleich um die Ecke, auf 4m Tiefe und blieben. So schön war es hier. Erst gab es Apfelküchle, dann machte Anja ihren Paddelschein 😉 und schließlich hieß es bei locker 25°C im Schatten ausgiebig baden gehen.

    Auch am Sonntag, 12.08. blieb es sommerlich – ohne Wind. Um 08:45 verließen wir den Ankerplatz mit Ziel Gilleleje. An Segeln war wieder nicht zu denken. Glassy Sea…
    Um 12:30 hatten wir festgemacht. Gilleleje ist ein attraktiver Fischereihafen mit großen Yachthafen, wo wir problemlos Platz fanden. Es war Hafenfest – oder so ähnlich. Jedenfalls gab’s frischen Fisch, dann gingen wir wieder baden, gleich vom Badesteg des Yachtclubs. Mehr als einmal, denn es war weiterhin sehr sommerlich.
    Zunächst spielten wir mit dem Gedanken einen Tag in Gilleleje zu bleiben, der Wetterbericht versprach jedoch stabile östliche Winde und wir entschieden weiter nach Westen zu segeln. Dafür gab’s dann perfektes Segelwetter. Viel Sonne und stabile 6 Knoten Wind aus Ost. Wir wagten uns an den Blister, setzten ihn erfolgreich und segelten in der Folge gut 6 Stunden vor dem Wind in Badehose und T-Shirt unter dem bunten Tuch. Alles in allem besserten wir die Statistik mit reichlich 9 Stunden Segelzeit von Hafenaus- bis Hafeneinfahrt Odden Havn wieder etwas auf.

    Odden Havn erwies sich als schicker kleiner Hafen mit ausreichend Platz und wenigen Gastliegern wie wir. Es gibt ein kleines Restaurant, die Preise waren jedoch so hoch, dass wir es vorzogen, trotz der späten Stunde die Bordküche zu bemühen.

    Am nächsten Morgen marschierten wir nach dem Frühstück zum etwa 1 km entfernten Supermarkt um die Vorräte aufzufüllen, bevor wir dann um halb elf Richtung Serejö ablegten. Der Wind blies erneut stabil mit 10 Knoten aus NO und erlaubte erneutes segeln von Hafen zu Hafen via Snekke Löb, dem einzigen Durchgang durch das Sjellands Rev, das sich von Odde viele Meilen nach NW ins südliche Kattegatt erstreckt.
    Serejö Havn erwies sich rasch als perfekter Platz für einen Stehtag: Ein Strand direkt neben der Marina, hochsommerliches Wetter und kein Trubel. Im Ort findet sich ein Supermarkt, Fischer verkaufen ihren Fang gern an die Segler im Hafen (wir ergatterten einen Hummer 🙂 – kurz: perfekt…

    Für die Statistik:
    Christianshavn – Kyrkbacken, Insel Ven 15 (total 149)
    Kyrkbacken – Gilleleje Havn 21 (total 170), Hafengebühr 150 DKR (f. Breite 3.5 m)
    Gilleleje – Oddden Havn 35 (total 205), Hafengebühr 150 DKR
    Odden Havn – Serejö Havn 20 (total 225), Hafengebühr 150 DKR

  • Sommertörn 2012 Teil 1/3: Burgtiefe bis Christianshavn

    Sommertörn 2012 vom 04.08.-23.08.2012 mit HR 34 Peter Pan

    Kopenhagen war das Haupt-Ziel dieses Törns, die Windvorhersage (zunächst schwach windig, später für mehrere Tage NW bis N) half uns zu dem Entschluss gegen den Uhrzeigersinn um Seeland herum zu segeln.

    Am Sonntag, 5.8. um 09:15 Uhr ging es los. Nysted wurde zum Ziel des ersten Schlags. Nur um die Mittagszeit frischte der Wind etwas auf und wir konnten 3 Stunden segeln verbuchen. In Nysted versammelten sich gerade eine große Zahl Traditionssegler zur Haifischkutter-Regatta Nysted – Rostock. Wir ergatterten noch einen Platz zwischen zwei der alten Segelschiffe und hatten entsprechend viel zu schauen an diesem ersten Abend. Die Liegemöglichkeiten in Nysted sind übrigens – nicht nur bei solch einer Veranstaltung – begrenzt.

    Für Montag waren von SO auf SW drehender sowie auffrischender Wind vorhergesagt. Es regnete, als wir in Richtung Klintholm ablegten. Der Regen begleitete uns bei abflauendem Wind bis um die Mittagszeit herum. Nördliche der Gedser Odde war die Regenfront endlich durch, der Wind drehte auf SW und frischte bei zunehmend sonnigem Wetter auf. Endlich konnten wir den Motor ausschalten und Groß und Genua setzen. In flotter Fahrt ging es bis Klintholm, wo wir um 16.30 Uhr längsseits im westlichen Hafenbereis festgemacht hatten.
    Wir segelten zumeist mit achterlichem Wind und experimentierten mit der optimalen Segelführung. Lernten dabei, dass vor dem Wind die Genua ohne ausbaumen kaum zusätzliche Geschwindigkeit bringt.
    In Klintholm Havn findet sich ein SPAR Supermarkt gleich gegenüber des Fischereihafens, also in nächster Nähe. Das erwies sich als sehr vorteilhaft, denn der Wind frischte bis Sturmstärke auf und wir saßen 2 volle Tage fest.

    Am Donnerstag, bereits um 05.40 Uhr, hieß es endlich wieder „Leinen los“, mit Ziel Kopenhagen. Volle 7 Stunden Segelzeit konnten wir der Statistik hinzufügen, bis sich Nähe Drogden unter Quellwolken Flaute einstellte. Die verbleibenden 12 Meilen motorten wir nach Flakfortet, wo wir den nächsten Morgen abwarteten, um in Kopenhagen/Christianshavn einen Liegeplatz zu finden.

    Am Freitag Morgen legten wir zeitig ab (08:45) um mitten in Kopenhagen einen Liegeplatz zu finden – und wir hatten Glück. Nur 100m nach dem Einbiegen in den Christianshavn-Kanal fanden wir einen Liegenplatz, dessen Besitzer übers Wochenende unterwegs war. Wie wir später feststellten, hätten wir auch in Christanshavn Marina eine freie Box gefunden (incl. Dusche), im Kanal ist es jedoch so eng, dass wir lieber im Bereich der Trangraven Marina blieben. Im Zuge eines Brückenschlags von der Altstadt Kopenhagens nach Christianshavn waren die Sanitäranlagen geschlossen, das angebotene Provisorium völlig inakzeptabel. Wir haben’s überlebt – ungeduscht 😉
    Auf dem Programm standen sodann ein frühes Anlegerbier sowie eine Stadtbesichtigung per pedes. Der Trubel und Lärm schmeckte uns gar nicht. Kopenhagen ist halt ’ne typische Großstadt mit historischen Gebäuden, Regierungsgebäuden, Schloss, Touris etc. Einstimmig wurde die Entscheidung gefällt, bereits am Samstag Kopenhagen wieder zu verlassen.

    Für die Statistik:
    Burgtiefe – Nysted 32 (total 32), Hafengebühr 165 DKr
    Nysted – Klintholm 43 (total 75), Hafengebühr 175 DKr
    Klintholm – Flakfortet 52 (total 127), Hafengebühr 140 DKr (+40 DKr Strom)
    Flakfortet – Christianhavn 7 (total 134), Hafengebühr 220 DKr (Trangravn Marina)

  • Überführungstörn Heiligenhafen – Flensburg, Oktober 2010

    Tag 1: Heiligenhafen – Wendtorf

    So gegen 12 Uhr hatten wir unser Schiff für die kommenden 5 Tage übernommmen und machten uns fertig für’s Ablegen.

    Unser Schiff, „Fame“, war eine Beneteau Cyclades 43, ausgestattet mit Kartenplotter am Steuerstand, Radar, Autopilot, Rollreff und Groß mit Ein-Leinen-Reffsystem. Außerdem durften wir über einen Comfodrive verfügen, ein neues Steuersystem, das für den Alltagstest in diesem Schiff eingerüstet, Bug- und Heckstrahler sowie Saildrive in einem Steuerhebel und Bedienpanel zur verfügung stellte. Besonderer Hit war die Möglichkeit über den drehbaren Sticktop auf der Stellle zu drehen. Wir waren gespannt.

    Fürs Ablegen zu zweit – ein Novum für uns – ließen wir uns viel Zeit. Die Fame war mit dem Heck zum Steg übergeben worden, der Wind drückte uns perfekt aus der Box. Trotzdem gaben wir kontrolliert Lose achtern und holte vorn dicht, bis dass der Bug sicher zwischen den Heckpfählen lag. Dann hieß es Leinen los und hinaus in die Boxengasse. Mit dem Saildrive drehten wir wie angekündigt auf der Stelle und begannen recht „relaxt“ unseren Überführungstörn. Durch das geschäftigen Fahrwasser ging es hinaus aus dem Hafen, südwestlich der Untiefentonnen machten wir uns ans Segel setzten. War noch ein wenig krampfig (zu wenig Gas im Wind gegeben, 4-5 Bft Wind, Reffleinen schwergänging), doch nach einigen Versuche und Korrekturen standen das Groß im zweiten Reff sowie die Genua (und ich im Schweiß ;-).

    Wir mussten bald feststellen, dass für den erforderlichen Vorwindkurs der Autopilot nicht geeignet war. Zu träge in der Reaktion und dem erreichen eines gesetzten Kurses, steigerte sich das gekurve um den Sollkurs so weit, dass eine Patenthalse drohte und wir den Autopiloten wieder ausschalteten. Nach einigen weiteren Versuchen mussten wir die Sache aufgeben. Dieser Otto konnte es nicht… Handsteuern war angesagt ;-(

    Die Idee bis Kappeln durchzusegeln hatten wir schon vor dem Ablegen aufgegeben. Selbst bei idealen Bedingungen war das nicht mehr bei Tageslicht zu schaffen. Zwischen den beiden Alternativen Laboe oder Wendtorf entschieden wir uns bald für letzteres, denn allzu spät wollten wir nicht ankommen müssen. Um Patenthalsen von vornherein auszuschließen schifteten wir um den geplanten Kurs herum voran. Das Wetter war ok, aus dem zunehmend verhangenen Himmel fielen, je später der Tag, immer mal wieder Regentropfen, hielt sich aber sehr in Maßen. Dank konstantem SO segelten wir durch bis zur Anfahrtstonne in die Rinne nach Wendtorf, wo wir beide Segel bargen. Der Empfehlung des Hafenmeisters folgend – wir hatten ihn zwei Stunden vor Ankunft angerufen – gingen wir schließlich am Kopf eines Stegs längsseits, ohne Probleme 🙂 und freuten uns über eine gelungene erste Passage unseres Törns.

    Es folgeten noch Anlegerbierchen, Anmeldung, Dusche und schließlich ein Dinner mit Mozzarella-Tomaten als Vorspeise und Spaghetti al Tonno als Hauptgericht, bevor wir uns gegen 10 endlich in die Kojen begaben.

    Tag 2: Wendtorf – Kappeln Grauhöft

    Wie zu erwarten war es nicht die beste Nachtruhe, trotz der Müdigkeit weckten uns immer wieder die ungewohnten Geräusche und Bewegungen. Dennoch konnten wir einigermaßen erholt den zweiten Tag angehen. Nach der üblichen Morgenroutine (Waschen, Frühstücken, Boot checken, klar Schiff machen…) warfen wir gegen 9.00 Uhr die Leinen los für den Schlag nach Kappeln. Der Wind bließ unverändert mit 5-6 Bft, in Schauerboen auch mal 7 aus SO. Die Wellenhöhe lag bei 1-2 Metern, die Bewegugen des Schiffs entsprechend. Christine, der Stabilität einer Yacht noch nicht ganz vertrauend, erlebte den einen oder anderen Adrenalinschub, als Fame in Boen und Wellen mal kräftiger krängte.

    Erneut waren wir von den Segeleigenschaften nicht besonders beeindruckt. Mit Groß im Reff 2 und Genua hatte Fame eine sehr starke Tendenz bei jeder Boe anzuluven, der überforderte Autopilot (oder kaputte), zusammen mit einer für unseren Geschmack schwergängigen Steuerung sorgten für viel Arbeit am Steuer. Nach dem Queren der Kieler Förde im Außenbereich sowie der Eckerförder Bucht folgten wir dem Küstenverlauf innerhalb des Schießgebiets Schönhagen gen Norden.

    Vor Schleimünde erreichte der Wind in Spitzen schon mal 7 Bft, in ziemlich üblen Wellen bargen wir die Genaua und setzten, nur mit dem Groß im zweiten Reff, Kurs auf die Schlei. Direkt hinter den Molenköpfen der Schleieinfahrt ließ der Schwell – und unsere Anspannung – nach. Mit dem Groß im Reff 2 folgten wir bei um 5 Kt. Fahrt und achterlichem Wind dem Fahrwasser bis hinter das Tonnenpaar 11, 12, wo wir schließlich auch das Groß bargen um die verbleibende Meile mit Motor zurückzulegen. Nach langem Suchen – Problem für uns war eher die Größe des Schiffs denn das Angebot an freien Liegeplätzen steuerten wir schließlich Box 15 des Hafens Kappeln-Grauhöft an, wo wir beim zweiten Versuch (Merke: Schlei weist starke Strömungen auf) sicher und überzeugend anlegten.

    Wir ließen den Tag schließlich mit ein (zwei, um genau zu sein) Spatziergängen durch Kappeln und einem Dinner im Restaurand Stark zu Ende gehen. Meine Schwägerin kam übrigens noch zu Besuch. Schön!

    Was gibt‘ sonst noch zu vermerken? Scalar-Yachten werden in Kappeln-Grauhöft gebaut. Es liegen viele davon im Hafen. Schöne Schiffe! Im Restaurant Stark sollte man Plätze zuvor reservieren. Wer rückwärts in die Boxen im Stadthafen einparkt, wird vom Restaurant kostenlos auf dem Schiff bedient (wir passten leider nicht rein, in die Boxen).

    Tag 3:Kappeln – Soenderborg (DK) und Tag 4 (ein Hafentag)

    Wie schon erwartet bließ auch an diesem Tag der Wind mit 5-6 Bft aus SO. Am Morgen hatten wir noch kurz Besuch von (Schwieger) Pa und Ma aus Kappeln. Nur Pa schaffte es an Deck, deshalb war es nur ein kurzes Wiedersehen. Wir beeilten uns mit den Vorbereitungen und legten um 10.00 ab um uns auf den Weg nach Dänemark zu machen. Ziel für heute war Soenderborg. Welcher Hafen genau, wollten wir erst vor Ort entscheiden. Da es sich um einen recht kurzen Schlag handelte erwarteten wir so gegen 14.00 anzukommen.

    Wie schon die Tage zuvor kämpften wir mit der schwergängigen Steuerung und ziemlich hohen Wellen schräg von hinten. Nach vier Stunden hatten wir dennoch die 24 Meilen von Kappeln nach Soenderborg hinter uns gebracht. Im Schutz der Bucht vor der Hafeneinfahrt bargen wir die Segel (ging ruck-zuck, reibungslos, professionell ;-)) und fuhren dann in den Südenhafen Soenderborgs ein. Die Stadt machten einen freundlichen Eindruck, wie bereits im Hafenhandbuch beschrieben, befanden sich die Kainlagen jedoch gleich neben einer reichlich befahrenen Straße und waren somit wenig einladend für die Nacht. Den Fjord nördlich der Klappbrücken kennen zu lernen, verwarfen wir für heute und entschieden uns schließlich für eine Übernachtung in der Marina etwas südlich des Stadthafens.

    Wir hatten Glück und ergatterten den Liegeplatz am Kopfende des südlichen der beiden Gästebrücken – obschon wir drei Anläufe brauchten, denn die Poller waren – im Verhältnis zu unserem Freibord so niedrig, dass die übergeworfenen Festmacher beim Dichtholen oben abrutschten. Beim dritten Versuch sicherten wir uns zunächst mittschiffs, was hielt und kümmerten uns danach um das ordentliche Festmachen unserer „Fame“.

    Die Marina Soenderborg ist eine topgepflegte Anlage mit allem Drum und Dran. Gefiel uns so gut, dass wir uns entschieden hier einen Hafentag einzulegen. In Anbetracht des am folgenden Tag noch stärkeren Windes (selbst im Hafen Spitzen bis 7 Bft) im nachhinein eine gute Entscheidung. Auch war es sehr erholsam mal Seele und Gemüt baumeln zu lassen. Der freie Tag verhalf uns zudem zu original dänischen Hotdogs und frischem Fisch, der schließlich gemeinsam mit Bratkartoffeln und Gurkensalat zu unserem Menü des Tages wurde. Zum Abend flaute der Wind dann zum ersten Mal seit Beginn unseres Törns fast vollständig ab und wir konnten uns an einer richtig erholsamen Nachtruhe erfreuen.

    Tag 5: Soenderborg – Flensburg Sonvik

    Wir waren die ersten, die um 09.00 Uhr die Leinen loswarfen und die Marina verließen. Unmittelbar vor dem Hafen setzten wir Groß im Reff 1 und fielen auf einen am-Wind-Kurs ab gen Süden ab, um dort dem Fahrwasser in die Flensburger Förde folgen zu können. Es folgte sogleich die Genua und wir waren wieder unterwegs. Mehr als 3 Bft waren es nicht, die unsere Fame anschoben. Welch ein Unterschied zu den vergangenen Tagen. Sogar Otto kam diesmal mit den Verhältnissen zurecht…

    Um die Landzunge vor Borreshoved herum ging es schließlich auf dänischer Seite hinein in die Flensburger Förde. Wir hielten uns auf Dänischer Seite frei vom Fahrwasser uns segelten, bald ohne Reff, gemütlich auf Vor-Wind Kursen voran. Viel mehr zu berichten gibt es nicht. Die Sonne schien, wir genossen die Ruhe und das dahingleiten, mit einem flotten Am-Wind-Kurs zum Abschluss hinunter nach Flensburg Sonwik, wo wir östlich der Tonne 15 die Segel bargen und unserem Zielhafen anliefen. Es folgten zwei perfekte Anlegemanöver zu zweit – beim Tanken und fückwärts (!) festmachen – womit unser Törn seinen super Abschluss fand.

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 14

    Von Gustow nach Wieck

    Ein jeder Törn geht zu Ende, dieses sollte unser letzter Segeltag werden. Als die Sonne aufging, trieben Nebelschwaden über das spiegelglatte Wasser, die Stille verstärkte die andächtige Stimmung. Trotz der Kühle des Morgens wärmte die Morgensonne bereits und wir konnten erneut draußen frühstücken. Diesmal ohne Brötchen, die waren mittlerweile aus. Knäcke, Smörre und die letzten Schokocroissants taten’s auch.

    Zum Ende unseres Frühstücks setzte auch im Hafen von Gustow Nordwind ein, das kroiselnde Wasser konnte man seit einiger Zeit aus Richtung Neuhof/Fahrwasser näher kommen sehen.  Ob es ein direkter Schlag zurück nach Wieck werden sollte oder nicht wollten wir abhängig vom Wind entscheiden. Soviel Segeln wie möglich war die Devise. Um 9.00 verließen wir die Marina, kurz vor denen das Ende/Beginn der Gustow-Rinne bezeichnenden Tonnen drehten wir Genesis in den Wind, setzten Groß und Fock und reihten uns ein in die kleine Armada aus Booten, die nach der 8.20 Uhr- Ziegelgrabenbrückenöffnung in Richtung Greifswalder Bodden unterwegs waren.

    Der Wind kam konstant aus Nord und erlaubte eine flotte Fahrt von um die 6 Knoten, wobei wir uns zumeist nördlich des Fahrwassers hielten um nicht mit der Berufsschifffahrt in Konflikt zu geraten. Als wir gegen 11.00 Uhr Tonne 10 und damit das Boddengewässer erreichten, hatten wir eine unter Motor fahrende Bavaria weit hinter uns gelassen 🙂

    Mit einem Abbiegen nach Greifswald wäre unser Törn bereits kurz nach Mittag zu Ende gewesen. Nach kurzem Abwägen entschieden wir uns deshalb den kräftigen Nordwind (3-4 Bft) zu nutzen um in Seedorf eine Runde Fischbrötchen zum Mittag zu fassen. In rauschender Fahrt ging es in 2 Stunden quer über den Bodden in die Having und Baaber Rinne. Erst nach Beginn der Anfahrt nach Seedorf bargen wir Groß und Fock und ließen den Motor wieder an. Beim Anlagen kämpften wir mit einem kräftigen Strom im Hafen, auch hatte ich meinen Plan auch einen Festmachen an der mittleren Luv-Klampe zu nutzen so schlecht kommuniziert, dass wir eine wenig professionelle Performance abgaben und sich ein Crewmitglied zudem leicht verletzte.

    Gegen 14.00 war es dennoch vollbracht, hungrig machten wir uns über zwei Runden Fischbrötchen her.
    Wir gaben uns bis 15.00 Uhr um die Fahrt in den Heimathafen fortzusetzen. Leider war der Wind deutlich abgeflaut, mehr als 2 Bft waren es sicherlich nicht mehr. Für einen Raumschotkurs zu wenig um einigermaßen zeitig in Wieck anzukommen. Nach dem Setzen der Segel ließen wir deshalb den Motor zur Unterstützung weiterlaufen und fuhren auf direktem Weg zurück nach Greifswald/Wieck. Der aus WNW drehende Wind frischte im Süden des Bodden noch einmal ein wenig auf und erlaubten noch einmal 20 min. ruhiges Segeln. Das Timing für die 18.00 Uhr Brückenöffung stand und lief perfekt. Ohne Halt passierten wir – nun heimwärts – die Wiecker Klappbrücke. Herrn Wunderlich vom Yachtservice Greifswald hatten wir bereits telefonisch über unsere Ankunft informiert, er wartete an der Tanke, wo wir schließlich mit 59 Litern Sprit den Tank wieder füllten. Das Einparken verlief zum Abschluss recht gut und um 18.45 stoppten wir zum letzten Mal auf diesem Törn die Maschine.

    Der Rest ist schnell erzählt. Packen, ein letztes Mal Fischbrötchen (Wieck), am Samstag Ausräumen, Auto beladen, Leergut abgeben und dann die lästige Autofahrt zurück nach Ingolstadt ;-0

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 13

    Von Barhöft nach Gustow

    Nach dem langen Schlag des gestrigen Tages ist es endlich an der Zeit den Müßiggang zu pflegen. Ausschlafen war angesagt. Barhöft liegt sehr geschützt (zumindest bei den angetroffenen Nordwinden) und weckte uns statt Geplätscher Vogelgezwitscher. In der Proviantkiste gab es frische Brötchen, die wir uns zum Frühstück schmecken ließen.

    Es folgte ein kurzer Spaziergang zum Aussichtsturm westlich des Hafens. War leider geschlossen. Öffnungszeiten von 11-17.00. So lange wollten wir nun doch nicht warten. Wir entschieden uns deshalb die Brückenöffnung um 12.20 anzugehen und bei der Gelegenheit noch frischen Fisch zu kaufen. Mit der Fock segelten wir schließlich mit ca. 4 Knoten durch das Fahrwasser nach Stralsund. Dort war der südliche Anleger bei den Fischerbuden leider von einem Fahrgastschiff belegt, wir mussten also an die Liegeplätze im nördlichen Teil des Hafens. Damit wurde die Zeit knapp. Die Kids blieben nach dem Festmachen beim Boot, während ich mit Christine „Fische fangen“ gingen. War dann auch eher ein Reinfall. Der Fischhändler hatte nur Lebendfisch im Angebot und hätte mir einen halben Meter langen Hecht anbieten können. Zu wendig Zeit also und zudem viel zu viel Fisch. Es blieb uns nichts anderes übrig, als eine Runde Fischbrötchen zu ergattern, dann gings im Laufschritt zurück zum Boot und weiter zur Brücke. Wir nervten wahrscheinlich den Gegenverkehr, der bei dieser Öffnung auf die von Norden kommenden Boote warten musste, denn trotz Speeding konnten wir nicht zum „Vordermann“ aufschließen und passierten schließlich die Brücke mit 200m Abstand als letztes Boot.

    Kehre, Groß im ersten Reff setzen und wieder abfallen für den Strelasund Süd. Wir verzichteten vorerst noch aufs Fock, da wir unsere Fischbrötchen verzehrt werden wollten. War auch gut so, denn nur 20 Minuten später erwischten uns ein kräftiger Schauer mit kräftigen Böen und sogar einem Donner. Nasse Schuhe und Jeans waren die Folgen, denn es blieb keine Zeit ins Ölzeug zu springen. Lesson learnt: Skipper sollte stets Ölzeug tragen 😉

    Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei und die Sonne kam wieder durch. Die Dusche von oben bestärkte uns in dem Wunsch den Törn gemütlich ausklingen zu lassen und so bogen wir kurz darauf nach Backbord ab in die Rinne nach Gustov. Hinter uns lag Neudorf, dem Anschein nach gerammelt voll. In Gostov dagegen gähnende Leere. Nur zwei Dauerlieger – und nun wir. Das Clubhaus war noch nicht fertig gestellt, Duschen, WCs und Waschraum standen jedoch zur Verfügung. Die gesamt Anlage übrigens vom Feinsten. Definitiv zu empfehlen. Verbleibendes Manko einzig fehlende Einkaufsmöglichkeiten – wenn man nicht wenigstens ein Fahrrad dabei hat.

    Für den Rest des Nachmittags (um 14.05 waren wir festgemacht) war Faulenzen, Bloggen, Lesen, Sonnen und ähnliches angesagt – sehr erholsam. Endlich.

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 12

    Von Ystad zurück zum deutschen Festland.

    Es stand uns ein weiterer langer Tag auf See bevor. Auch herrschte fast Windstille, wir waren also aufs Motoren angewiesen. Um 7.00 Uhr – Kaffee und Tee waren gekocht – warfen wir die Leinen los und ließen Ystad hinter uns. Wir brachten Genesis auf die Kurslinie des NaviS und übergaben das Ruder an Otto, Ziel nördlich Hiddensee. Es war mild genug um in der Plicht unser Frühstück einzunehmen: Müsli, Brot mit Marmelade usw, danach noch eine Runde Rührei. Mit Marschdrehzahl ging es derweil mit 6-7 Knoten gen Rügen.

    Wind wollte bis in den frühen Nachmittag nicht aufkommen. Statt dessen machten wir Bekanntschaft mit Seenebel. Schön, Radar an Bord zu haben. Im Nebel/Dunst hatten wir im Verlauf von gut einer Stunde nur zwei Radarkontakte auf der Platte. Kein Schiff kam näher als 2 Meilen (eines passierte achtern, das zweite weit vor uns), dann war der „Spuk“ auch wieder vorbei und die Sonne kam wieder durch.

    Als nachmittags endlich Wind aufkam (aus Westen, also 180 Grand entgegen der Vorhersage), setzten wir zur Unterstützung des Motors Groß und Fock, was uns einen weiteren Knoten Fahrt brachte :-)) Nach einigem Hin und Her fiel gegen 16.00 Uhr die Wahl des heutigen Zielhafens auf Barhöft (Alternativen waren Glowe und Vitte). Barhöft war bis 19.00 Uhr zu machen und nach 12 Stunden Fahrt war ohnehin kein Unterhaltungsprogramm mehr angesagt.

    Nur eine Stunde nördlich Hiddensees wurde der Wind endlich stark genug um unserem Motor eine Pause zu gönnen. Vor Dornbusch baute sich zudem eine echte Düse auf, am Wind rauschten wir mit bis 8 Knoten Fahrt an der Nordspitze Hiddensees vorbei. Später brauchten wir dann doch wieder die Maschine, denn wir wollten 6 Knoten Minimum beibehalten.

    Hinter Tonne XYZ holten wir Groß und Fock nieder und motorten durch den Gellenstrom weiter zur Rinne Barhöft. Für eine Fahrt unter Segel duch das enge Fahrwasser fehlte noch der Mut – kein Raum für Manöver.

    Barhöft lag im Westwind sehr geschützt, der Anleger (zwei eigentlich) ging reibungslos vonstatten. Wir hatten einen freien Platz mit Heckpfählen gewählt, nachdem uns der Hafenmeister den einzig freien Platz an der südliche Mole verwehrt hatte, er war für ein einlaufendes Berufsschiff reserviert. Alternativ gab es noch viele freie Heckmuringe, das mussten wir uns aber erst mal von weitem anschauen…

    Nach exakt 12 Stunden Fahrt ging der Motor endgültig aus und war unser längster Schlag des Törns zu Ende. 75 Meilen!

    So müde wie wir alle waren ist der Rest des Tages ist schnell erzählt: Anlegerbierchen, Toilettenbesichtigung und Einkehr im Hotel-Restaurant am Hafen für ein wohlverdientes Dinner, dann ab in die Kojen. Puhhh…