Überführungstörn
Nach nun fast drei Jahren Pause hieß es am 19. Juni endlich wieder einmal „Leinen los“ für einen Törn auf eigenem Kiel. Von Greifswald-Wieck aus wollten wir unser neues Schiff zu seinem künftigen Heimathafen Rendsburg überführen. 9 Tage standen uns zur Verfügung. Genügend Zeit, reichlich Kennenlern-Meilen zurück zu legen.
Auf Langfahrt hatten wir gelernt, Törnpläne an das Wetter anzupassen und so bescherte uns die stabile Hochdruckwetterlage letztlich statt Segelmeilen reichlich Anker- und Badetage.

Über Güstow und Tankstopp in Stralsund ging es zunächst nach Barhöft Reede, wo wir auf die vorhergesagten südlichen Winde warten wollten. Die kamen dann auch gleich am nächsten Morgen und sorgten zunächst für Segelspaß entlang der Küste bis westlich des Darß. Dort ging dem Wind leider die Puste aus und zwang uns zu einem langen Schlag unter Motor bis Fehmarn. Ein Zwischenstopp in Warnemünde oder Kühlungsborn verwarfen wir, da auch für die folgenden Tage nur Flaute im Wetter-Angebot zu finden war.

Vor Fehrmarn verbrachten wir schließlich 4 Badetage vor Anker vor dem Südstrand der Insel, unterbrochen nur von einem Versorgungsstopp in Burgstaaken. Hätten wir uns nicht träumen lassen, gilt Fehmarn doch als Kite-Eldorado und ist mehr für frischen Wind, als für Flauten bekannt. Am Freitag, 26.06. versprach die Vorhersage dann wieder günstigen Wind zur Weiterfahrt nach Kiel und in den NOK. Immerhin auf der Hälfte der Strecke passte die dann auch und – Déjà-vu – erlaubte uns der dann frische Wind geschäftiges Manövern, zwischen Regattafeldern und zahlreichen Booten am Rande der Kieler Woche, in die Förde hinein. Heiß war es an diesem Samstagnachmittag, Höhepunkt der zweiten großen Hitzewelle des Jahres und im NOK fühlten sich die 36°C dann nochmal etwas heißer an. Vielleicht ein Grund, weshalb wir am späten Nachmittag das einzige westfahrende Sportboot in der Schleuse waren. Wie auch immer, drei Stunden nach Verlassen der Schleuse legten wir in Rendsburg im Obereidersee sicher an unserem neuen Liegeplatz beim Eider-Yacht-Club an.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass Tanken teuer geworden ist. 2,60 EUR/Ltr Diesel kostete uns der Tankstopp in Stralsund. Sollte aber für ein, zwei oder mehr Jahre reichen. Was noch? (1) Deutschland ist ein herrliches Revier, wenn das Wetter passt. (2) Es herrscht doch mehr Reparaturstau, als angenommen. Wir werden also einiges zu tun haben.
(3-5) Der kleine Yachthafen im Obereidersee ist herrlich, die Reinke 12M läuft besser als gedacht und die drei Stunden Motorfahrt zwischen Rendsburg und Schleuse Kiel-Holtenau sind erträglich. Und zu guter Letzt: (6) Schön, wieder auf dem Wasser zu sein.

Für die Statistik: Überführungstörn Wieck – Rendsburg 170 nm, Gesamt 27101 nm.
