SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

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Sunshine-State Florida ?

Dezember 3rd, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Unser Törn von Beaufort nach Florida war, wie schon zuvor erlebt, nicht von der schönen Sorte. Die USA Ostküste will nicht zu unserem Lieblingsrevier werden, das ist sicher. Den Nordwind braucht es, um nach Süden voranzukommen, gleichzeitig baut er aber eine steile, kurze See auf, die Schiff und Crew maximal strapaziert. Und warum der Wind ausgerechnet in der Nacht an Stärke gewinnt, bleibt ein Rätsel. Dafür kamen wir, nur unter Genua und auf raumen Kursen, auf ein Etmal von über 100 Seemeilen.

Um 10.45 Uhr am Donnerstag, den 24. November erreichten wir, gut durchgeschüttelt, den nördlichen Molenkopf des St. Marys Inlet zwischen Georgias Cumberland Island und Floridas Amelia Island. Das St. Marys Inlet gehört aufgrund seiner Größe und für kommerzielle Schiffe kontrollierten Tiefe, zu den weniger gefährlichen Passagen durch Sandbänke und Barriereinseln, dennoch waren wir vorgewarnt: Bei NO-Wind kann der Strom parallel zur Küste im Bereich der Molenköpfe 5 Knoten errreichen, der Ebbstrom im Bereich des Inlets bis zu 3,9 Knoten.

Obwohl wir das Stillwasser vor dem Einsetzen des Ebbstroms um zwei Stunden verpassten, ermöglichte der weiterhin frische NNO Wind, unter Segel in das gut eine halbe Meile breite Inlet einzufahren und gerade genug Fahrt durchs entgegenströmende Wasser zu machen, dass wir den Motor auslassen konnten. Fast anderthalb Stunden brauchten wir für die 3 Meilen des Inlets, bevor wir am Abzweig in den Amelia River die Segel einrollten um dem Fluss bis Fernandina Beach zu folgen.

Florida, der Sunshine State der US-Südstaaten präsentierte sich bei unserer Ankunft alles andere als einladend. Die Wolken verdichteten sich zunehmend, berührten stellenweise das Wasser, es nieselte und die Kulisse von Fernandina Beach war, ganz im Gegensatz zu den Bilder im Netz, geradezu zum Fürchten. Der Ort ist eingerahmt von zwei riesigen Industrieanlagen (Papier- und Zellulose), deren Rauch und Dampf sich mit den tiefhängenden Wolken vermischte und unweigerlich an die düstere Kulisse von Gotham City erinnerte. Das Ganze verschwand dann in der Nacht in dichtem Nebel, der sich im Laufe des folgenden Tages nur zeitweise lichtete.

Wenige Stunden vor der Fernandina Beach entdeckten wir auf dem AIS unsere Freunde Heike und Hans mit ihrer Makaan. Von Charleston kommend liefen sie ebenfalls Fernandina Beach an. Den Freitag nutzten wir dann für einen gemeinsamen Ausflug in die Stadt und zum Fort Clinch Statepark. Es wurde ein wunderschöner Tag, der das immer noch miserable Wetter vergessen machte und seinen Abschluss bei einem Schluck Dragon’s Milk in der Green Turtle Tavern fand, zu dem sich noch die Crew der Adiona gesellt hatte, die zurzeit mit Motorschaden in Fernandina Beach festsitzt.

Da auch am Samstag keine Sonne zu erwarten war, entschieden wir uns spontan für die Weiterfahrt nach Jacksonville. Die auflaufende Tide erlaubte einen morgendlichen Start auf dem Amelia River nach Süden und brachte uns so zügig zum St. Johns River, dass wir noch mit dem letzten auflaufenden Wasser bis Downtown Jacksonville kamen. Dorthin wollten wir noch kommen, nachdem wir, schon unterwegs, von Hans und Heike den Hinweis bekamen, dass just an diesem Samstag die Annual Light Boat Parade mit Feuerwerk stattfinden würde. Wir hatten rießig Glück und ergatterten noch einen Platz an den Floating Docks der Jacksonville Landings und saßen damit für die Show in der ersten Reihe. Die Parade ist eine Veranstaltung mit Tradition in JAX, Boote unterschiedlicher Größe fahren, weihnachtlich geschmückt, entlang des Riverwalks und konkurieren um die beste Bewertung ihres Lichterschmucks. Abschluss der Veranstaltung ist dann ein großes Feuerwerk von zwei der Downtown-Brücken.

Wir blieben bis Dienstag am kostenlosten Dock und nutzten den Landzugang für einen Großeinkauf für den Winter auf den Bahamas und dem Einlagern einiger Ausrüstungsteile, um für Gäste mehr Platz zu haben. Da wir im Frühjahr, wenn Daniel mit Familie hierher versetzt sein wird, einen Besuch fest einplanen, werden wir dann unsere Ausrüstung wieder an Bord nehmen.

Wie geht es weiter? Wir wollen entlang der Ostküste Floridas bis Miami. Einige interessante Stopps haben wir eingeplant. Darüber demnächst mehr.

Mehr Bilder von Fernandina Beach, Fort Clinch und Jacksonville findest Du im Fotoalbum.

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Von Beaufort nach Beaufort

November 30th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Die Wetterlage, die über einen längeren Zeitraum nördliche Winde entlang der Ostküste brachte, erwies sich als beständig. Wir wollten sie nicht ungenutzt lassen und verließen Beaufort, NC, am 16. November, mit Kurs auf Charleston, SC.

Füllte der Wind zunächst gerade so die Segel, frischte er im Verlauf des Tages zunehmend auf und bescherte uns vor Cape Fear eine jener Nächte, auf die man gerne verzichten würde: Stockfinster und eisig kalt, zeitweise 27 kts Wind, raue und steile See, die immer wieder übers Deck klatschte und teilweise von Hand ausgesteuert werden musste. Nach Sonnenaufgang beruhigte sich das Ganze wieder und konstante 3-4 bft brachten uns schließlich zügig bis Charleston, wo wir gegen Mittag eine knappe Meile südöstlich des Safe Harbor Charleston City vor Anker gingen. Vom Ankerplatz gegenüber der Marina wird in vielen Kommentaren gewarnt, zu unrein sei der Grund. Mit Beiboot dauert die Überfahrt zum Dinghy-Dock dann eben etwas länger, ist aber noch machbar.

Die Marina selbst ist etwas heruntergekommen, ein Eindruck, der durch einige Wracks vor Anker noch verstärkt wurde und der sich in der Stadt weiter verfestigte. Wir hatten schon attraktivere Städte besucht.

Schon am Sonntag, 20. November, verließen wir deshalb den Ankerplatz mit Ziel Beaufort, diesmal Beaufort, SC. Wir zogen es vor, die Etappe über den Atlantic Intracoastal Waterway (AICW) zu segeln, die Erinnerung an die letzte Überfahrt war noch zu präsent. Rund zwei Meter Tide strömen durch die Flüsse und Kanäle des Lowcountry, sie reichen über 20 Meilen landeinwärts und sind prägendes Merkmal der Küste von South Carolina. Mit einem Ankerstopp im South Edisto River erreichten wir am zweiten Tag der Etappe Beaufort, am gleichnamigen River.

Beaufort, 1711 gegründet, gilt, nach Charleston, als zweitälteste Stadt South Carolinas, ist ein beliebter Ferienort, hat einen bedeutenden Hafen am Sund und war Schauplatz zahlreicher Filme, von denen uns Forrest Gump sicherlich der geläufigste ist. Der Ort ist entsprechend gepflegt, alte Bäume voller spanischem Moos säumen imposante Antebellum-Herrenhäuser oder bilden beeindruckende Alleen. Obwohl uns Beaufort sehr gefiel, wollten wir nicht längere Zeit dort verweilen, denn das Ende der zuvor erwähnten Wetterperiode mit konstanten Nordwinden, ging ihrem Ende entgegen. Bis Florida waren es noch gut 120 Seemeilen, die wollten wir doch gern unter Segel zurücklegen. Am 23. November brachen wir deshalb wieder auf, segelten über den Southeast Channel hinaus auf den Atlantik und setzten Kurs auf den Saint Marys Inlet, ganz im Norden Floridas.

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Von Washington bis Beaufort

November 16th, 2022 · Allgemein

Washington, North Carolina, liegt am Nordufer des Pamlico River, ca. 25 Meilen westlich des Atlantic Intracoastal Waterway (AICW). Die Stadt wurde 1776 gegründet und war die erste Stadt in den USA, die nach dem ersten Präsidenten, George Washington, benannt war. Heute ist es Verwaltungssitz des Beaufort County, hat rund 10.000 Einwohner und es geschafft, seine teils historische Downtown als attraktives, buntes und lebendiges Stadtviertel zu erhalten. Daran hat die lange Uferpromenade sicherlich ihren Anteil. Sie lockt mit ihren zahlreichen kostenlosen Anlegemöglichkeiten sowohl die Locals aus den Umliegenden Siedlungen, als auch Cruiser von Nah und Fern in die Stadt, so wie auch uns.

Der Umweg vom AICW hat sich für uns gelohnt. Die im Internet ausgelobte Attraktivität Washingtons können wir voll bestätigen. Die Promenade lädt zum Spazieren ein, die Gastronomie ist vielfältig und im Umfeld der Mall gibt‘s sowohl einen Walmart, als auch einen Foodlion, mit dem üblichen umfangreichen Angebot. Wir hatten auch einige Ersatzteil-Lieferungen hierher bestellt, die bei Post Code Junction auf uns warteten.

Die Konditionen der Städtischen Anleger kann man im Internet abrufen, auch als Ankerlieger durften wir ausdrücklich Toiletten, Duschen und Waschmaschine mitbenutzen.

Auch wetterten wir in der einen Woche vor Ort auch die Ausläufer des späten November-Hurricanes Nicole am Anker ab. Mit Böen in den unteren Dreißigern für uns nicht dramatisch, dennoch ging ein anders, unbesetztes Boot, mitsamt Anker auf Drift in Richtung Uferpromenade, wo es von anderen Seglern von Land aus erfolgreich eingefangen werden konnte.

Am 13. November setzte sich hinter dem ehemaligen Hurricane eine Nordströmung durch, die wir nutzten, um von Washington aus unsere Reise in den Süden fortzusetzen. Herrliches Segeln, zunächst den Pamlico River hinunter, dann durch den Hobucken Canal bis in den Neuse River nach Oriental. Erreichten wir zwar nicht mehr bei Tageslicht, mit Radar und Leuchte fanden wir im noch vom Frühjahr bekannten Hafen dennoch ein Ankerplätzchen.

Unser Plan war es, ein, zwei Tage in Oriental zu bleiben. Der Nordwind blieb jedoch auch am nächsten Tag so stabil, dass wir die für den AICW seltene Gelegenheit, längere Strecken unter Segel zurück legen zu können, nicht ungenutzt lassen wollten. Und so gingen wir gleich am nächsten Morgen, bei knackigen 5°C Temperatur wieder Anker auf und segelten (!) über via Neuse River, Adams und Core Creek nach Beaufort.

Beaufort ist ein wichtiger Zwischenstopp für Freizeitboote auf ihrem Weg in den Süden, egal ob über den AICW oder – aufgrund der Masthöhe – nach Umfahrung von Cape Hatteras und Lookout. Entsprechend voll ist es zurzeit auf dem Ankerfeld gegenüber der Uferpromenade von Beaufort.

Uns bieten sich nun zwei Alternativen, für die Weiterfahrt in den Süden: Weiter auf dem AICW, oder hinaus auf den Atlantik und auf direktem Weg zu interessanten Zwischenstopps, wie Wilmington (NC), Charleston (SC), Savannah (GA) oder Jacksonville (FL). Wir werden berichten.

Mehr Bilder zum Bericht findest du wie immer im Fotoalbum.

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Auf in den Süden!

November 9th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Mit Verlassen des Connecticut River traten auch wir unsere Segelreise zurück in den Süden an. Bis Morehead, NC würden wir uns damit auf bekanntem Terrain bewegen. Eine schöne Abwechslung, können wir doch Häfen und Ankerplätze anlaufen, die uns fast schon geläufig sind, wo wir vom Supermarkt, über den Chandler bis zum Waschsalon unsere Wege kennen. Bleibt mehr Frei-Zeit, für Wandern, Walken oder Relaxen. Wir steuerten zunächst, mit kurzen Stopps über Nacht in Port Jefferson und Huntington Bay, Port Washington an. Für uns ein guter Ort, um auf ein Wetterfenster für den größeren Schlag nach Delaware oder Chesapeake zu warten. Dieses kam dann schneller als gedacht, weshalb wir bereits nach 4 Tagen, am 16.10. über den East River an Manhattan und der Freiheitsstatue vorbei und unter der Verrazzano Brücke hindurch, in die Lower Hudson Bay nach Atlantic Highlands aufbrachen. Dort warteten wir dann mit über 15 anderen Booten auf den nächtlichen Durchzug einer Kaltfront und dem damit verbundenen Drehen des Windes auf Nord. Eineinhalb Stunden vor Mitternacht war es soweit. Windrichtung und -Stärke passten und wir brachen auf.

Drei Tage sollte der Wind gemäß Vorhersage mit 3-4 Bft aus NNW wehen. Das sollte ausreichen, um an Cape May und der Delaware-Bay vorbei, bis zur Mündung der Chesapeake Bay nach Süden voranzukommen. Klappte auch, wenn auch mal wieder einer jener „Zum-abgewöhnen-Törns“ daraus wurde. Der Abschnitt im Mündungsbereich des Delaware River wurde ohne Vorwarnung zu einer Starkwind-Passage mit entsprechendem Wellengang, südlich des Assateaque Inlets überwog dann die westliche Komponente beim Wind, was über die letzte Nacht für ein nicht enden wollendes Gebolze sorgte, immer hoch am Wind, gegen eine steile Windsee, mit entsprechenden, andauernden Salzwasserduschen über das gesamte Schiff.

Mit dem für den dritten Morgen vorhergesagten Drehen des Windes auf Süd erreichten wir den Thimble Shoal Channel, das Fahrwasser nach Norfolk. Im Lee der Küste Virginias glitten wir die letzten Meilen bis Hampton über eine glatte See, krasser Kontrast zum nächtlichen Kampf, nur wenige Stunden zuvor.

Erster Stopp nach New York: Hampton

Hampton war ein wunderbarer Stopp. Eine Stadt mit Geschichte, namengebend für Hampton Roads, einer der weltweit größten Naturhäfen, einer Universität, die bei ihrer Gründung eine Bildungsstätte für befreite Sklaven, Freedmen und -women war, weiteren Sehenswürdigkeiten und natürlich einem sehr geschützt gelegenem Ankergrund im Hampton River.

Hampton University

Der zuvor beschriebene Törn machte uns wenig Lust, für den weiteren Weg nach Süden die Route um Kap Hattereas zu nehmen. Den AICW (Atlantic Intracoastal Waterway) hatten wir noch in guter Erinnerung. Die eine oder andere sehenswerte Destination, die wir im Frühjahr links liegen ließen, wartete noch darauf entdeckt zu werden und sollte ein später Hurricane die Ostküste treffen, bieten die Inner Banks von North Carolina zudem einige gute Rückzugsorte.
Am 26.10. verließen wir den Hampton River mit Ziel Norfolk. Im dortigen Honorarkonsulat wollte ich mir noch meine Lebensbescheinigung beglaubigen lassen, außerdem hatten wir uns einige Ersatzteile zur Pak-Mail-Filiale Norfolk schicken lassen.
Am 29.10. dann, nach einem kurzen Austausch mit der Crew der SY Makaan, die wir in Newport kennen gelernt hatten und die am Vorabend am Hospital Point Ankerplatz angekommen war, ging es für uns weiter auf dem AICW nach Süden.

Alleine waren wir fortan nicht mehr. Wir waren mitten in die Migration-Welle hinein geraten. Ein endlos erscheinender Strom von Segel- und Motoryachten begleitete uns. Auffällig viele Kanadier waren dabei, mutmaßliche Folge zweier Jahre Corona-Reisebeschränkung. Es dürfte also noch etwas voller werde, in Florida und auf den Bahamas.
Zwei Orte schauten wir uns bisher genauer an: Belhaven, unmittelbar am AICW gelegen, und Washington, etwas Abseits, am westlichen Ende des Pamlico River.
Belhaven ist sehr klein. So klein, dass sich die vier, etwas aufgehübschte Blocks der historischen Downtown außerhalb der Saison nicht mit Leben füllen lassen. Ein Restaurant und ein mexikanischer Imbiss waren noch offen, die andere Hälfte der Gastronomie des Ortes war geschlossen. Immerhin gab es, eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt, einen Food Lion. Bei leerer Kombüse lohnt sich der Weg, denn das Restaurant (Fish Hooks Café) ist unter aller Kanone. Die Tristesse wir allerdings durch die Freundlichkeit der Einwohner kompensiert: Man grüßt, winkt, bietet Mitfahren und pflegt den Smalltalk dass es eine Freude ist.

Nach drei Tagen nahmen wir Abschied von Belhaven. Wir hatten uns für Washington als nächstes Ziel entschieden. Es lag weit ab vom Strom der Freizeitboote auf dem AICW, sollte eine attraktive, lebendige Downtown und eine lange Uferpromenade mit städtischen, kostenlosen Liegeplätzen bieten. Ideal also, um die sich mittlerweile abzeichnende Entwicklung eines tropischen Tiefs mit Hurricanepotential in relativ sicherer Lage abzuwarten. Wir erreichten Washington am 04.11. und gingen gegenüber der Uferpromenade vor Anker. Eine Woche hatten wir zunächst eingeplant. Darüber berichten wir dann im nächsten Beitrag.

Viele weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

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Connecticut River

Oktober 14th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Der Connecticut River ist mit 653 km Neuenglands längster Fluss, sein Einzugsgebiet umfasst Teile von vier Bundesstaaten und einer Provinz Kanadas und ist in etwa so groß wie das Bundesland Brandenburg. Die 520 m³/sec Süßwassereintrag in den Long Island Sound machen 70% dessen gesamten Frischwassers aus. Besonders im Frühjahr transportiert der Connecticut River große Mengen Sediment. Die daraus entstandenen Sandbänke und Barren im Bereich der Mündung sind Grund dafür, dass dort keine größere Stadt entstand, eine Ausnahme in den USA. Die erste Großstadt, 72 km oberhalb der Mündung, ist die Hauptstadt Connecticuts, Hartford.

Der Connecticut River empfiehlt sich deshalb als Naturparadies, in seinem Unterlauf unberührt, eingebettet in Hügel und Wälder, seit 2012 erster – und einziger – National Blueway.

Die Hurricanesaison dauerte noch länger, wir konnten uns also Zeit nehmen, für eine Flussfahrt, vielleicht bis hinauf nach Hartford. Erst dort weisen die festen Brücken nicht mehr genügend Durchfahrtshöhe für uns auf. Auch sollten uns die steilen Ufer des Flusses guten Schutz vor Schlechtwetter-Fronten bieten. So ist zum Beispiel die Hamburger Cove, eine Meile nördlich von Essex, ein bekanntes Hurricane Hole.

Wir erreichten die Mündung des Connecticut River am 30. September und fuhren zunächst flussaufwärts bis Essex, wo wir eine aufziehende Front mit Starkwind und viel Regen abwettern wollten. Essex gilt als „Perfekte Amerikanische Kleinstadt“. Der historische Kern des Ortes wirkt tatsächlich wie eine Open-Air-Museumsstadt, die ihren über 200 Jahre alten „Look“ weitgehend bewahrt hat. Großen Bekanntheitsgrad hat wohl das Griswold Inn, auch „The Gris“ genannt, das Reisende seit 1776 beherbergt. Es gibt Kaffees, Restaurants, Modeläden und Kunstgalerien – aber leider keinen Supermarkt mehr. Der hat schon vor einiger Zeit zugemacht.

Sehenswert, neben dem an unserem Besuchstag geschlossenen River Museum, ist die „Valley Railroad Company“. Mit historischen Waggons, Lokomotiven und einer echten Dampflokomotive werden nach handgeschriebenem Fahrplan Ausflüge zwischen Essex und Haddam angeboten, incl. Dinnerfahrten und Nordpolexpress. Letzterer für 2022 bereits ausgebucht.

Nach zwei Regentagen wünschten wir uns neue Ausblicke. Wir liefen weiter flussaufwärts, nach Chester. Der Ort sieht nicht ganz wie ein Museum aus, dafür gibt‘s aber alle Dinge des täglichen Gebrauchs und einen Supermarkt, wo wir unsere Vorräte an Frischwaren wieder auffüllen konnten. Unser Ankerplatz vor dem Chester Creek lag in Dinghy-Entfernung des Gillette Castle State Parks. Das Gillette Castle, erbaut von Willian Hooker Gillette, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller, liegt auf dem südlichsten Hügel einer die Sieben Schwestern genannten Hügelkette. Neben dem Castle, das leider bereits für die Saison geschlossen hatte, gibt es einige Wanderwege durch die Wälder des State Parks, mit vielen wunderschönen Ausblicken über die Landschaft und natürlich den Connecticut River.

Am 7. Oktober gingen wir wieder Anker auf. Wir wollten weiter Richtung Middletown/Portland. So weit kamen wir dann aber leider nicht. An der East Haddam Swing Bridge war nach 5 sm wieder Schluss. Die Brücke, über 100 Jahre alt, war kaputt. Wir machten am Steg des Eagle Landing State Park fest, wo bereits andere Segler, auf dem Weg in ihr Winterlager, auf Neuigkeiten des Brückenwärters warteten. Von ihnen erfuhren wir, dass die Brücke schon länger kränkelt. Die Öffnungszeiten, bereits auf 2 pro Tag reduziert, seien eher Wunschdenken als verlässlicher Plan. Alle rieten uns davon ab, die Brücke flussaufwärts zu passieren. Es bestünde durchaus die Gefahr, für den Winter auf dem Connecticut River stecken zu blieben. Es ist immer klug, den Rat der Einheimischen zu befolgen. Als die Schiffe bei einer Test-Öffnung ihre Chance ergriffen und nach Norden fuhren, blieben wir zurück. Planänderung. Ist ja nichts Neues.

Neben der historischen Drehbrücke, bei Inbetriebnahme übrigens weltweit die längste ihrer Art, befindet sich am östlichen Ufer das Goodspeed Opera House, Geburtsort des amerikanischen Musicals. Hätte man hier, fern jeglicher Großstadt nicht erwartet. Leider waren kurzfristig keine Tickets für das relativ kleine Theater erhältlich. Auf Wochen im Voraus ausgebucht. Kennen wir ja schon.

Darüber hinaus wird es schwer, die Umgebung zu erkunden. Gehwege gibt es weit und breit keine, von einer Querung des Flusses über die Drehbrücke sahen wir auch ab, denn die zwei Fahrbahnen hätten wir uns mit den zahlreichen Autos teilen müssen. War uns zu riskant.

Wir blieben eine Nacht am Steg des State Parks, warteten auf die ablaufende Tide und machten uns wieder auf den Weg flussabwärts. Im Deep River füllten wir noch etwas Diesel nach, fassten Wasser und leerten den Holding Tank und segelten dann ab Essex bis Old Saybrook, an der Mündung des Connecticut Rivers. Dort gibt es kostenlose Mourings, ein Dinghydock und gute Versorgungsmöglichkeiten im Ort.

Old Saybrook ist definitiv einen Besuch wert. Selten für die USA, ist die Main Street sehr großzügig angelegt, die Gastronomie hat Außenbereiche auf den breiten Gehwegen, die, trotz des kühlen Wetters gut besucht sind. Eine derart lebendiges Stadtzentrum haben wir bisher in den Staaten selten gesehen.

Nach zwei Tagen verließen wir am 10. Oktober, wieder einmal getrieben von einer vorhergesagten Schlechtwetterfront, den Connecticut River in Richtung Westen.

Was bleibt in Erinnerung?

  • Der Connecticut River mit seinen vielen Seitenarmen und Zuflüssen ist ein herrliches Revier, für das man locker einen Monat einplanen kann.
  • Der Lärm der vielen Motorboote, Jetskis und Wasserflugzeuge (!) stören die Idylle nachhaltig. Man braucht gute Nerven.
  • Das Ankern ist über den zahlreichen Sandbänken unproblematisch, den stärksten Ebb-Strom (über 2 kts) erlebten wir vor Essex. Der Anker hielt immer und kam sauber wieder hoch. Angenehm!
  • Das Frischwasser putzt das Unterwasserschiff blitzblank.
  • Für uns wanderbegeisterte Deutsche gibt es zu wenig Auslauf. Wandergebiete beschränken sich auf die relativ kleinen State Parks, ansonsten bleibt viel zu oft nur die Straße.
  • So ziemlich alles, entlang der Ufer, ist (US-)historisch. Da gibt es viel zu entdecken.
  • Im Herbst kann es schon recht kalt werden. Wir nahmen unsere Heizung erstmals seit Verlassen Deutschlands in Betrieb und waren froh, sie zu haben.

Mehr Bilder vom Fluss findest du wie immer im Fotoalbum.

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Mystic

Oktober 9th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Unser erstes Ziel auf dem Rückweg nach Süden war Mystic in Connecticut. Wir nutzten den noch kräftigen Westwind am 29. Sep. für eine kurze Teiletappe nach Point Judith Harbor of Refuge, am südwestlichen Ausgang der Narragansett Bay. Klingt kurz und einfach, passte aber eher in die Kategorie sportlich, denn in einer ordentlichen Windsee mussten wir uns die Strecke nach Point Judith mit fleißigem Kreuzen erarbeiten.

Der Schutzhafen entspringt einem Projekt des US Army Corps of Engineers, das 1905 begann. Hinter einer gut 2 km langen, V-förmigen Mole entstand eine künstliche Lagune, in der auch wir für eine Nacht vor Anker gingen.

In der Nacht drehte der Wind auf Nord, ideal für unseren zweite Etappe nach Mystic. Entlang der Südküste Rhode Islands ging es für uns mit Halbwind und dem passenden Tidenstrom nach Westen, am Watch Hill Lighthouse vorbei in die Gewässer zwischen Fisher Island und der Küste Connecticuts. Die vielen, sich im Tidenstrom neigenden Tonnen, Leuchttürme und das gurgelnde Wasser zwischen felsigen Ufern erinnerten uns stark an die Kanalinseln vor der Bretagne.

Westlich von Mason Island beginnt dann das Fahrwasser nach Mystic, in dem von der starken Strömung nichts mehr zu spüren ist.

Mystic ist bekannt für sein Schifffahrtsmuseum (Mystic Seaport), größtes seiner Art in den USA. Es liegt gut geschützt hinter zwei Dreh- bzw. Klappbrücken und bietet Liegeplätze inclusive Besucherpass für einen für die USA üblichen, stolzen Preis. Gleich nördlich des Seaports, am Ende des Fahrwassers des Mystic Rivers, gibt es einige Ankerplätze, auf die wir es abgesehen hatten. Der für unseren Tiefgang geeignete Spot war noch frei und unserem Ausflug nach Mystic stand nichts mehr im Wege.

Der Ort ist wirklich eine Reise wert. Vieles ist historisch, teils liebevoll renoviert oder in Schuss gehalten und, weil kleinstädtisch, auch für uns unmotorisiert zu erkunden. Im Bank & Bridge Brewing, eine Mikrobrauerei in einer ehemaligen Bank, wird hervorragendes Bier gebraut, wovon wir uns auf der Terrasse in schönstem Sonnenschein überzeugen konnten. Gleich nebenan liegt die Pizzeria „Mystic Pizza“, namensgebend für eine 1988er gedrehtes Comedy-Drama mit Julia Roberts, und ein weiterer Grund für den Bekanntheitsgrad des Orts.

Leider fanden wir keine Zeit für einen Besuch des Museums, denn eine bevorstehende Schlechtwetterfront, in Kombination mit dem selbst für unseren Tiefgang eigentlich zu kleinen Ankerplatz, brachte uns zu dem Entschluss besser im Connecticut River Schutz zu suchen. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

Weitere Bilder aus Mystic findest du im Fotoalbum.

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Newport, R.I.

Oktober 2nd, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Am 20. September erreichten wir wieder Newport. Es fühlte sich gut an, einen bekannten Ort erneut zu besuchen. Auf Newport trifft das in besonderem Maße zu. Es ist einfach schön, seinen Einkaufsladen zu kennen, den Waschsalon im Maritime Center, die Wassertankstelle, die Spaziergehwege und die Dinghy-Docks, all das kombiniert mit der wunderschönen Kulisse von Newport Harbor und der Narrangasett Bay.

Wir blieben über eine Woche in der Newport Harbor South Anchorage, wovon wir zwei Tage eingeweht waren. Hurricane Fiona, der zweihunder Meilen weiter östlich zwischen Neuschottland und Neufundland Kanada erreichte, bescherte uns über 24 Stunden Starkwind am Ankerplatz und den Hafenmeistern, die ihrer Bezeichnung alle Ehre machten, einiges an Arbeit, als Boote im Sturm losbrachen, sich teilweise in Mouringen verfingen, oder mit anderen Booten zu kollidieren drohten. Die Jungs waren mit ihren Booten und Tauchern sofort zur Stelle und klärten den Tumult so schnell wie er entstanden war.

Während unseres Aufenthalts begegneten wir dem ersten Segelboot unter deutscher Flagge seit unserem Einklarieren in Morehead im Mai. Imke und Uli waren mit der Eiland auf dem Weg in ein Winterlager auf dem Hudson. Der Austausch machte Spaß und veranlasste uns, die Dinghy-Ausrüstung US-konform aufzurüsten. Danke Uli, für den Tipp. Kostete weniger, als das potentielle „Ticket“ in Florida, wo wohl eifrig kontrolliert wird. Hier (LINK) gibt‘s übrigens eine gute Checkliste zum Thema.

Wir kauften die Schwimmwesten, die im Dinghy bleiben sollen, gebraucht bei Newport Nautical Supply Inc., einem Bootszubehör-Familienbetrieb mit rießiger Auswahl an Second-Hand-Waren im Untergeschoss.

Am Ankerplatz trafen wir auch Christian und Heidi wieder, die mit ihrer Aurora den Great Loop fast vollendet hatten und lernten Heike und Hans von der Makaan kennen, die wie wir auf dem Weg zu den Bahamas sind.

In Newport konnten wir uns schließlich auch Boostern lassen. Die Walmart-Pharmacy hatte den neuesten Impfstoff vorrätig und gegen Vorlage unserer Persos und den vorherigen Impfnachweisen konnten wir unser Immunsystem auf den neuesten Stand bringen.

Dennoch war am 26. September an der Zeit für den Aufbruch nach Westen. Die Reste von Hurrican Ian würde wohl auch in Neuengland bald für kräftigen Wind sorgen, den wir in besser geschützter Lage abwettern wollten. Wir werden Newport in guter Erinnerung behalten.

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Martha’s Vineyard und ein U-Turn

September 25th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Die Passagen zwischen Buzzards Bay und Vineyard Sound gelten aufgrund recht kräftiger Gezeitenströme als nicht ungefährlich und sollten teilweise nur mit Ortskenntnis befahren werden. Für uns boten sich nur Quicks Hole und Woods Hole als sichere Querungen an, der Tidenstrom sollte dabei still oder mitlaufend sein. Erinnerte uns ein wenig an die Bretagne und ist letztlich, mit etwas Planung bezüglich der Tidenströme, unproblematisch. Größeren Respekt haben wir vor dem Wetter, welches hier oben, zu dieser Zeit, ganz schön wechselhaft sein kann. Teilweise auch überraschend für die Vorhersagemodelle. Auf unserem Weg nach Martha‘s Vineyard bildete sich im Westen so eine Gewitterlinie, die in keiner Vorhersage zu finden war. Vorwarnung gab es von der Coast Guard auf Kanal 16, die zunächst vor den sich 40sm westlich bildenden Stürmen warnte und dann in mehrere Seenotlagen von Kayaks über Kleinbooten bis Regattasegelbooten koordinieren musste. Wir sahen den Aufzug der Front in unserem Kielwasser und beeilten uns, nach Vineyard Haven zu kommen, wo wir unser Ankermanöver gerade abgeschlossen hatten, als das Unwetter losbrach.

Schietwetter im Anmarsch…

So schnell, wie die Front aufgezogen war, so schnell war sie auch wieder abgezogen, Wind und Wellen blieben jedoch, und sorgten auch im Lee unseres Ankerplatzes im Außenbereich von Vineyard Haven Harbor für eine schaukelige Nacht. Am Morgen verlegten wir durch die Beach Road Bridge in die geschützte Lagune von Vinyard Haven, wo das Geschaukel für die verbleibende Zeit unseres Aufenthalts auf Martha‘s Vineyard kein Thema mehr war.

Wir blieben 5 Tage auf der Insel und wären bei stabilerem Wetter gern länger geblieben. Die Versorgung klappt gut, mit Öffis kann man, mit einem 8-Dollar-Tagesticket, die gesamte Insel erkunden. Wanderwege und Strände helfen den Bewegungsdrang zu stillen. Besonders reizvoll fanden wir die aus Pilger-Sommerzeltlager entstanden Gingerbread Cottage Ortsteile in Oak Bluffs. Aus heutiger Sicht könnte man sie gut als Tiny Homes bezeichnen. Liebevoll gepflegt und für ihre Bewohner – ganz entgegen den sonst in den USA üblichen Wohnungs- und Hausgrößen – ein echtes Zuhause.

Die Wettermodelle kündigten weitere Fronten mit Starkwind an, weshalb wir die exponierte Lage der äußeren Inseln Neuenglands lieber verlassen wollten. Am 19. September gingen wir wieder Anker auf und segelten zunächst nach Hadley Harbor und von dort wieder westwärts, nach Newport. West- und südwärts wird denn auch das Motto der kommenden Wochen und Monate sein. Wir machen uns auf den Weg zurück ins Warme, zunächst nach Florida, dann zu den Bahamas.

Hier ein kleines Drohnen-Video zu Hadley Harbor. Sehr idyllisch, wenn auch die Sonne fehlt…

Mehr Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

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End of Summer

September 22nd, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Am Sonntag, 4. September verließen wir Lake Montauk in Richtung Block Island. An diesem Tag endete im Nordosten der USA offenbar auch der Sommer. Seither ist es deutlich kühler geworden, das Wetter wechselhaft, teilweise verregnet und deutlich windiger. Es war übrigens auch das letzte Ferienwochenende, hier im Norden, was für einen regelrechten Gästesturm auf Block Island zu sorgen schien. Wir fühlten uns bei Einfahrt in den Great Salt Pond, Block Islands zentraler Naturhafen, geradewegs nach Formentera auf den Balearen versetzt. Kaum noch ein Plätzchen zum Ankern, Party aller Orten, vom Jetski bis Megayacht waren alle damit beschäftigt, Wellen zu schlagen. Gruselig. Vielleicht war es einfach schlechtes Timing, oder Block Island zieht gerade die Massen an, egal, wir ergriffen am nächsten Morgen, lange vor Sonnenaufgang die Flucht und steuerten Newport an.

Sonnenaufgang zwischen Block Island und Newport

Newport, Rhode Island, wird oft als Segel-Hauptstadt Amerikas bezeichnet. Seit dem 18. Jahrhundert ist das Segeln fester, gesellschaftlicher und kultureller Bestandteil Newports. Seine geschützte Lage zwischen den Handelszentren Boston und New York, sorgten für frühen Wohlstand. Im 19. Jahrhundert zog es dann auch den amerikanischen Geldadel in die Stadt. Deren Sommerresidenzen prägen noch heute das Stadtbild. Trotz des überall sichtbaren Reichtums reserviert die Stadt einen Ankerplatz für „Cruisers on a Budget“, unterhält ein Martime Center mit Sozialräumen, Duschen und Waschmaschinen, zudem finden sich zahlreiche, kostenfreie Dingy-Docks entlang des Hafens. Vorbildlich.

Newport Harbor

Wir blieben 5 Tage in Newport, Schauer und kräftiger Wind schränkten die Landausflüge etwas ein. Den Cliffwalk, und ein Ausflug nach Fort Adams standen dennoch auf dem Programm, bevor wir den günstigen Wind nutzten, um am 10. September Cuttyhunk, Massachusetts, anzulaufen.

Unterwegs auf Cuttyhunk

Cuttyhunk ist die äußerste Insel im Südwesten der Inselgruppe Elizabeth Islands, die die Buzzards Bay im Norden vom Vineyard Sound im Süden trennt. Ganze 52 Einwohner leben auf der 2,3 qkm kleinen Insel. Der Hafen umfasst sowohl den Cuttyhunk Pond, als auch die relativ gut geschützte Bucht zwischen Cuttyhunk und Nashawena Island. Wie bei der Einwohnerzahl und Größe nicht anders zu erwarten, gibt es neben Spaziergängen über die Insel, oder Baden, nicht viel zu tun. Genau das macht Cuttyhunk aber zu einem lohnenswerten Ziel. Die Wettervorhersage trieb uns nach zwei Tagen weiter, durch das Quicks Hole ging es für uns in den Vineyard Sound und weiter nach Martha‘s Vineyard. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

Auf dem Weg nach Martha’s Vinyard.

Mehr Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

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Long Island Sound

September 12th, 2022 · Segelzeit

Von Port Washington aus segelten wir weiter nach Osten und folgten dabei der Nordküste Long Islands. Der Long Island Sound, kurz LIS erstreckt sich vom East River bis zu den östlichsten Inseln der nördlichen Gabel Long Islands, im Norden entlang der Küste Conneticuts bis zur Grenze zu Rhode Islands. Die Wasserqualität wird dabei, wenig verwunderlich, um so besser, je weiter man nach Osten voran kommt. Sie hat sich übrigens über die Jahre deutlich verbessert, baden würden wir im LIS aber eher nicht. Einen interessanten Tracker zum Thema findet man hier: Save the Sound

Wir konnten den Sund mit gutem Wind absegeln, mit Port Jefferson gibt es auf halbem Weg einen sicheren Hafen mit guten Ankermöglichkeiten. Bei Point Orient, 30 Meilen weiter, gibt es dann wieder gute Ankermöglichkeiten, je nach Wind entweder im LIS, in der Gardiners Bay oder im Peconic River. Wir ankerten in der zweiten Nacht unseres Trips nach Osten südlich des kleinen Fährhafens von Orient, bevor wir dann am 1. September nach Lake Nontauk aufbrachen. Liegt nicht mehr am LIS, dafür aber am östlichsten Zipfel von Long Island.

Sonnenuntergang vor Orient

Lake Montauk war ursprünglich ein Süßwassersee, bis der Unternehmer Carl Graham Fisher, der übrigens schon Miami Beach zu einem Tourismus-Hotspot umgestaltet hatte, einen Zugang zum Block Island Sound in den Strand sprengte und den See vertiefte, um sein Miami Beach des Nordens mit Marina, Kasinos und Luxushotels auf den Entwicklungsweg zu bringen. Nach dem Börsencrash 1929 ging er in Konkurs, ein weiteres Immobilien-Großprojekt wurde in den 70er Jahren von Einwohnern gestoppt und das verplante Areal im weiteren Verlauf zu einem öffentlichen Park. Zusammen mit dem State Park um Camp Hero und Montauk Point Lighthouse entstand so ein Landschaftsschutzgebiet, das endlich einmal nicht vollständig mit privaten Villen und Protzbauten zugebaut wurde. Für die Ostküste eine Seltenheit!

Lake Montauk

Uns hat Lake Montauk sehr gut gefallen. Im Norden des Sees liegen Marinas und ein bedeutender Fischereihafen, der Süden ist dagegen wunderbar ruhig. Ein kleiner, öffentlicher Strand bietet Platz für‘s Dinghy, zu Fuß ist der Atlantikstrand erreichbar, und mit dem Fahrrad lassen sich schöne Touren unternehmen.

Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

Lake Montauk war eine der Empfehlungen eines amerikanischen Seglers, für den Neuengland das Heimatrevier ist. Hier hatte er ganz gut unseren Geschmack getroffen. Als nächste Ziele standen Block Island und Newport auf dem Plan, darüber aber mehr im nächsten Beitrag.

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