Frankreich

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    Dieppe

    Am 13. August verließen wir mit dem ersten Tageslicht Roscoff, mit Ziel Guernsey. Wir brachten die 72 Seemeilen schneller hinter uns als gedacht, was uns eine nächtliche Ansteuerung der Havelet Bay bescherte. Eine aufziehende Front mit südlichen Winden sorgte dann für eine schaukelige Rest-Nacht vor Anker. Wohl ein Grund dafür, dass neben uns nur noch zwei kleine Katamarane in der Bucht lagen. Mit Öffnung der Tankstelle in St. Peter Port gingen wir zügig Anker auf und verholten zum Tanken in den Hafen. Erst am Nachmittag erlaubte der Tidenstrom die Fortsetzung unseres Törn nach Norden, die Zeit bis dahin durften wir am Warte-Ponton festmachen. Auch schaukelig, aber deutlich besser als vor Anker in der Havelet Bay.

    Um halb fünf warfen wir die Leinen los und fuhren hinaus in den Tidenstrom, der uns alsbald zügig nach Nordost spülte. Besagte Front sorgte für wechselnde Winde und immer wieder für Gewitter, nasses segeln also, teilweise mit Motorunterstützung. Vor Cap Hague nahm der Tidenstrom auf über 8 Knoten zu, was, trotz des moderaten Winds, für rauhe Bedingungen sorgte. Einmal um die Ecke beruhigte sich das Wasser aber schnell wieder. Mehr als 40 Seemeilen hatten wir, dank des kräftigen Tidenstroms, in knapp 6 Stunden zurückgelegt. Spätestens vor Cherbourg würde uns eine ähnlich stärke Strömung aus Ost jedoch das Weiterkommen erheblich erschweren. Wir zogen es vor, in Cherbourg einen kurzen Stopp einzulegen und am Morgen, mit der dann wieder nach Ost setzenden Strömung, unsere Fahrt fortzusetzen. Kurz vor Mitternacht fiel der Anker vor der Marina im inneren Hafen Cherbourgs und wir schlüpften für ein paar Stunden Schlaf unter die Decken.

    Kurz nach 5 Uhr setzten wir unser Fahrt dann fort und verließen Cherbourg durch den Passe de L‘Est, Kurs Ost. Im Verlauf des Morgens beschlossen wir Dieppe anzulaufen. Kannten wir noch nicht, und bei der aktuellen Wettervorhersage hätte uns eine direkte Ansteuerung von Boulogne Sur Mer keine Vorteile gebracht. Dieppe erreichten wir dann am 16. August um halb drei Uhr morgens. Die dritte Nachtansteuerung dieser Etappe.

    Dieppe war den Stopp wirklich Wert. Eine lebendige Stadt, Sommerjahrmarkt entlang der Strandpromenade, viele Restaurants, Bars, Lifemusik, sowie Markt und natürlich leckere Baguettes, dazu bestes Sommerwetter welches wir für ausgedehnte Spaziergänge nutzten. Die Marina liegt mitten in der Stadt und ist gut organisiert und ausgestattet. In nur zwei Stunden kommt man übrigens von Dieppe nach Paris. Ein Ausflug den wir leider nicht machen wollten, denn die Wettervorhersage versprach mehrere Tage stabilen Westwind für die Weiterfahrt, den wir nutzen wollten. Somit währte unser Besuch nur 2 Tage, am 18. August brachen wir, leicht wehmütig, wieder auf, denn wir wären gern länger geblieben.

    Für die Statistik: Roscoff – Dieppe (via St. Peter Port und Cherbourg): 228 sm. 26.413 sm Gesamt, davon 19802 sm in der Segelzeit.

    Mehr Bilder von Dieppe findest du im Fotoalbum.

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    Saint Bartholomé (St. Barts)

    St. Barts am Horizont

    Die Nachtfahrt von Barbuda nach St. Barts werden wir in guter Erinnerung behalten. Mit Sonnenuntergang hatten wir Low Bay verlassen und bald darauf, bei achterlichen Winden um 10 Kt, unser Passatsegel ausgerollt. Die See war ruhig, die Neumondnacht dunkel, der Sternenhimmel klar. Fast geräuschlos glitten wir dahin, ideale Zutaten für Wache und Schlafpausen. Mit Sonnenaufgang lag St. Barts vor uns. Wir segelten mit gesetzter Q-Flagge bis vor Gustavia, wo wir dann ungewohnt lange nach einem Plätzchen für unseren Anker suchen mussten.

    Hafen von Gustavia, St. Barts.

    Gustavia ist gut besucht, die für kleine Boote geeigneten Ankerplätze voller privater Mouringe, das ganze eingerahmt mit endlos vielen Megayachten, ebenfalls vor Anker. Das Einklarieren ging danach aber erstaunlich schnell, auch weil wir unsere Daten bereits zuvor über das entsprechende Portal eingegeben hatten. Danach schnell noch ein paar Baguettes, Frischkäse und Weintrauben gekauft und zurück aus Boot für eine französische Brotzeit. Wieder in der EU, in unserem Fall Frankreich zu sein, hatte zudem den Vorteil, dass wir das Inklusivvolumen unsere deutschen SIM-Karten wieder nutzen konnten. Wer hätte das geahnt.
    St.Barts hat viel zu bieten, aber nicht wirklich für unsereiner. Es ist der Spielplatz der Superreichen. Preise in Strandbars und -Restaurants astronomisch. In Gustavia gibt es fast ausschließlich Boutiquen à la Prada, Hermès und Bulgari, und so ganz ohne Botox, Silikon und Designer-Outfit glaubt man ab und an, auf einem fremden Planeten unterwegs zu sein.
    Dass St. Barts von Hurrikan Irma ähnlich schwer verwüstet wurde, wie Barbuda, ist nicht einmal mehr zu erahnen und zeigt eindrücklich, wie weit sich die Schere zwischen Reich und Arm geöffnet hat.
    Schön ist St. Barts wirklich. Strände, Buchten, das klare Wasser, die farblich stimmigen Gebäude, Villen und Hotels machen die Insel zu einer Perle in der Karibik.

    Anse de Colombier

    Und eine Attraktion wollen wir nicht unerwähnt lassen: Der Flughafen der Insel, Aéroport de Saint-Barthélemy-Rémy de Haenen (SBH) gilt als einer der extremsten und gefährlichsten Flughäfen der Welt. Ganz umsonst kann man der täglichen Flugshow im Anflugsbereich des Flughafens beiwohnen. Auch das gibt’s auf St. Barts.

    Weitere Bilder findest Du, wie immer, im Fotoalbum.

     

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    Biskaya

    Am 11. August verließen wir Lorient in Richtung Belle Île en Mer, wo wir auf das passende Wetter für die Überquerung der Biskaya warten wollten. Wir entschieden uns vor Le Palais zu ankern, sicherlich nicht der ruhigste Liegeplatz von Belle Île, dafür aber bestens geeignet für die täglichen Versorgungfahrten mit dem Dinghi. Auch unsere Falträder kamen für eine lange Radtour via Sauzon zum Pointe des Poulains an der Nordwestspitze der Insel zum Einsatz. Belle Île em Mer ist ein touristischer Hotspot. Gemäß Wikipedia fallen in der Saison 20.000 Gäste über die Insel her. Die Chance, dann noch einen echten Insulaner zu finden, sinken rechnerisch auf 1:4. Alle Gäste müssen durch den Hafen von Le Palais, es ist also immer was los da.

    Wir verlassen Belle Ile en Mer und Le Palais in Richtung Spanien.

    Am Sonntag, den 18. August passte dann aus unserer Sicht das Wetter für die Querung der Biskaya. Zunächst 3-4 Bft aus NW, dann, ab dem zweiten Tag, auf NO bis O drehend. Das ganze stabil für die gesamte Woche. Die GRIB Daten erwiesen sich für die Wetterlage als sehr genau und auch am vierten Tag unserer Überfahrt noch als zutreffend. Wir nahmen Kurs auf Cabo de Penas, mit dem Ziel entweder Gijon anzusteuern, oder, wenn alles gut lief, nach Westen in Richtung Ribadeo oder Viveiro weiter zu laufen. In den ersten 24 Stunden schafften wir bei Halbwind fast die Hälfte der Strecke bei einem Etmal von 116 Meilen. Dann parkten wir bei 1 bis knapp 2 Bft für einen halben Tag mitten in der Biskaya und mussten lernen, uns in Geduld zu üben. Zum Trost schickte uns Neptun eine Wal-Familie zur Unterhaltung und der Tag war gerettet. Ein faszinierendes Schauspiel und völlig unerwartet. Die nachfolgenden 24 Stunden segelten wir mit Passatsegel vor dem weiter rechtsdrehenden Wind alsbald in Richtung Viveiro. Dienstag Abend mussten wir dann das Passatsegel auf die Steuerbordseite holen und unseren Kurs für die Ansteuerung von Viveiro auf raumem Kurs neu abstecken.

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    Die dritte Nacht wurde dann gaaaanz unangenehm. Der Ostwind frischte auf 20, 25, 30, in Spitzen bis 34 Knoten auf, die gegen die Dünung laufende Windsee wurde hoch und steil. Im 2-Sekunden-Takt knallte unser gesamter Hausrat bei entsprechender Krängung abwechselnd von Steuerbord nach Backbord und zurück und sorgte über Stunden für wahren Höllenlärm im Schiff. Wer gerade Wache ging saß, sich irgendwie abstützend im Cockpit und beobachtete eine Wasserwand nach der anderen, die sich aus der Dunkelheit von achtern unter unsere Danja schob und die nächste Runde durchschütteln einleitete. Den GRIB-Daten vertrauend steuerten wir mit dem auf Badetuchgröße gerefften Vorsegel in Richtung Küste (Ribadeo), wo der Wind dann auch tatsächlich wie vorhergesagt auf ein erträglicheres Maß zurückging.
    Mit Anbruch des Tages und nun unter der galizischen Küste, passten wir unseren Kurs erneut an, um schließlich, 75 Stunden nach Abfahrt in der Ria de Vivero vor der Praya de Covas vor Anker zu gehen.

    Wohlverdiente Ruhe vor der Praia de Covas, Viveiro.

    Die Ria ist wie geschaffen zum Ausruhen nach der langen Überfahrt. Bestens geschützt vor Wind und Dünung ist kaum Bewegung im Schiff, die Kulisse der galizischen Berge mit Viveiro im Hintergrund ist einfach herrlich. Viveiro empfinden wir als äußerst sympatisches Städtchen mit optimalen Versorgungsmöglichkeiten und typisch spanischem Flair. Wir werden die kommenden Tage hier genießen, bevor wir Richtung La Coruna weiterreisen.

    Weiter Bilder zu Belle Ile en Mer findest du im Fotoalbum.

    Statistik: Dauer der Überquerung: 75 Stunden. Größtes Etmal: 116 sm. Größte Distanz eines Kalendertags: 107 sm am dritten Tag. Gesegelte Meilen: 333 sm. Durchschnittliche Geschwindigkeit: 4,44 kts.

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    Dreihand von Brest nach Lorient

    Die uns zur Verfügung stehenden 13 Tage bis Lorient, wo Anjas Rückreise nach Deutschland beginnt erlaubten ein gemütliches Segeln ohne lange Schläge. Auch behielten wir die Freiheit, dort länger zu verweilen, wo es uns gerade gefiel – das passende Wetter vorausgesetzt. Letzteres war alles andere als perfekt, sehr wechselhaft mit dem einen oder anderen Schauer dazu. Immerhin waren die Temperaturen ok und erlaubten hin und wieder den Sprung in den kühlen Atlantik. Auf See begegneten uns immer wieder Delfine, einige Gruppen begleiteten uns auch für kurze Zeit. Ein echtes Highight, immer wieder schön.


    Raz de Sein, eines der nicht ganz einfachen Kaps im Revier, konnten wir segelnd passieren, Stopps legten wir in Audierne, Benodet, Îles de Glénan und Île de Groix ein. Zu Törn-Ende zog ein weiteres, stürmisches Tief durch, vor dem wir rechtzeitig am 8.8. in Lorient in Deckung gingen. Wir hatten rießig Glück mit unserem Liegeplatz, denn Anfang August läuft hier jedes Jahr das Festival Interceltique de Lorient. Stadt und Marina sind brechend voll. Wir ergatterten einen der wenigen Plätze an einem Finger des Besucherstegs, danach wurden Päckchen mit bis zu 6 Schiffen gebaut.


    Aufgrund Wetter und Anjas Reiseplanung gibt‘s damit für uns in der Marina, mitten im Festival-Gelände, 3 Tage Dauerbeschallung gratis. Dass der nächste Ankerplatz schon auf uns wartet, tröstet darüber hinweg…

    Unsere Infos zu den besuchten Orten:
    Audierne: Charmantes Städtchen an der Mündung des Goyen. Es gibt eine Marina im Ort und gute Versorgungsmöglichkeiten. Wir ankerten vor Saint-Evette und besuchten den Ort mit dem Dinghi.

    Benodet: Eine weitere Gemeinde in der Cornouaille/Bretagne an der Mündung des Flusses Odet. Wir ankerten eine Nacht in der Anse du Trez und verbrachten eine weitere nach einer kleinen Flussfahrt auf dem Odet in Höhe der römischen Therme Pérennou.

    Îles de Glénan: Der Süd-Bretagne-Führer von Ralf und Susanne Paschold verspricht karibisches Feeling auf dem Archipel 10 Meilen vor der Küste. Mit etwas Phantasie passt das schon. Zum Glück passte Wetter und Tide und erlaubten uns die Füße in den Sand zwischen St. Nicolas und Bananec zu geben. Die Karibik behalten wir trotzdem in unserer Reiseplanung.

    Île de Groix: Wir ankerten vor Les Grands Sables und erkundeten Port Tudy zu Fuß. Die Insel ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler. Die Fähre bringt stündlich viele davon nach Port Tudy. Entsprechend belebt geht es dort und im Hauptort der Insel, Le Bourg zu. Wir kehrten gern mit frischen Baguettes an Bord zurück und beobachteten das Treiben an Land von See aus…

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    Für die Statistik:
    Brest – Roscanvel – Camaret sur Mer – Audierne – Benodet – Îles de Glenan – Île de Groix – Lorient: 131 sm, 1402 sm in der Segelzeit.

    Weiter Bilder wie immer im Fotoalbum.

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    Brest

    Das Segelrevier um Brest umfasst aus unserer Sicht die äußere und innere Bucht von Brest. Für das Revier alleine könnte man locker einen Monat einplanen, wollte man alle Orte, Ankerplätze und Häfen erkunden. Soviel Zeit wollten wir uns nicht nehmen, blieben jedoch einige Tage vor Plougonvelin und Roscanvel hängen, verbrachten eine stürmische Nacht im Hafen Moulin Blanc, wo wir vom Brest Marine Service die Lichtmaschine tauschen lassen wollten (Gewährleistungsfall) und ankerten vor der Weiterreise noch bei Camaret sur Mer. Den südöstlichen Teil der Bucht sowie den Fluss Aulne, Teil des Brest-Nantes-Kanals müssen wir uns für später vormerken. Roscanvel werden wir in besonders guter Erinnerung behalten, der Ankergrund ist gut, man liegt ruhig, für das Anlanden mit dem Dinghi ist ausreichend Platz und die Grundversorgung mit der Epicerie Barr Avel im Ortszentrum gewährleistet. Der Ausflug zur Ilot des Capucins war ein kleines Highlight, sowohl wegen der phantastischen Aussicht von der Steilküste im Westen der Halbinsel, als auch wegen der idyllischen Wege durch den Naturpark Armorique, in dem auch Roscanvel liegt.

    Nach 10 Tagen verließen wir, jetzt mit unserer Tochter Anja als dritte Hand an Bord am 1. August das Revier um Brest von Camaret sur Mer aus, mit Ziel Südbretagne.
    An dieser Stelle, wie zuvor, noch einige Infos zu den von uns besuchten Orten:
    Plougonvelin: Bade- und Ferienort im Norden der äußeren Bucht von Brest. Nördlich des Mouring-Felds vor Anse de Perzel gibt es ausreichend Ankerplatz, am Strand lässt es sich gut anlanden. Zur Versorgung muss man etwas weitere Wege gehen, Baguettes findet man jedoch auch an der Strandpromenade in der Boulangerie de la Plage. Kommt vom Atlantik Schwell von mehr als einem Meter, wird‘s am Ankerplatz unruhig und ist es Zeit in die Rade de Brest zu verlegen.


    Roscanvel siehe oben.
    Marina Moulin Blanc: Liegt bei gleichen Preisen natürlich nicht so zentral wie die Marina du Chateau, allerdings gehen alle 20 Minuten Busse direkt ins Zentrum von Brest (Tagesticket EUR 4,00). Bei technischen Problemen ist die Marina erste Wahl, alle möglichen maritimen Dienstleister haben sich um die Marina herum niedergelassen. Die Marina selbst ist gut organisiert, wenn auch nicht mehr ganz so toll wie im Reeds beschrieben. Eben etwas in die Jahre gekommen. Über die Rue de Verdun gelangt man auch zu Fuß ins Zentrum des Ortsteils St. Marc mit Markt, Fischladen, Supermarkt, Post usw.
    Camaret sur Mer: Wir ankerten wie im Reeds beschreiben östlich der Hafenzufahrt, vorm Strand nördlich der Marina Vauban war‘s schon voll. Insbesondere dort gab‘s viel Fischererbojen, die den verfügbaren Platz deutlich einschränkten. Zu jedem Wasserstand kann man an der Bootsrampe im östlichen Teil des Hafenbeckens gut anlanden. Boulangerie, Supermarkt und Fischgeschäft findet man direkt am Hafen.

    Weitere Bilder wie immer im Fotoalbum.

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    Von den Kanalinseln nach Brest

    In Brest haben wir einen Termin. Anja kommt an Bord. Zu spät kommen ist also keine Option. Unser erstes Ziel nach Guernsey war deshalb Roscoff in der Nordbretagne, nach einem weiteren Stopp in Aber Wrac‘h sollte es in die Bucht von Brest gehen. 14 Tage hatten wir Zeit, wo es uns gefiel wollten wir eventuell etwas mehr Zeit verbringen.

    Die Marina in Roscoff ist genial, der Preis entsprechend, aber angemessen. Roscoff selbst ist Bretagne pur. Die Kulisse im Ortszentrum so einheitlich und perfekt herausgeputzt, dass man sich fast in einer Filmkulisse wähnt.
    Aber Wrac‘h (Marina oder Fluß) ist der letzte sichere Unterschlupf vor dem Chenal du Four, die Preise entsprechend hoch. Uns gefiel es gar nicht. Lag vielleicht auch am Wetter (der erste Regen seit vielen Wochen).

    Am Sonntag, 21.07. ging es deshalb zügig weiter durch den Chenal du Four in die Bucht(en) von Brest. Vor Plougonvelin gingen wir gestern, am 21. Juli vor Anker, womit wir geographisch im Atlantik angekommen sind.
    Das Wetter verspricht für die kommenden Tage ruhiges Sommerwetter, Zeit also für Büroarbeit, kleinere Arbeiten am Boot und Entspannung. Nach getaner Arbeit, versteht sich…

    Noch einige Infos zu den besuchten Orten:
    An der Marina Roscoff ist nichts zu mäkeln. Sauberste Anlagen, Fahrräder bis 2 Stunden umsonst, großer Waschsalon, freundliches Personal, Baguette-Service im Hafenbüro. Das Einkaufen ist etwas komplizierter, der nächste Supermarkt eine ganze Ecke entfernt. Mittwoch war zum Glück Markttag am Hafen.
    Aber Wrac‘h mag der letzte sichere Hafen vor dem Chenal du Four sein, uns hat‘s dort nicht gefallen. Die Marina ist teuer, ankern ist nur westlich der Marina, mitten im Fahrwasser sinnvoll. Ansonsten sind alle möglichen Ankerplätze durch Mourings belegt. Der Reeds warnt mit Recht vor den Anlagen der Austernzucht im Tidebereich des Flusses, die zugehörigen Markierungen zeigen sich zumeist erst bei Ebbe. Flussaufwärts bis Paluden liegen viele scheinbar aufgegebene Boote an zahlreichen Mouringketten, die angeblich vorhanden Gästeplätze sind nicht erkennbar. Bei Niedrigwasser müffelt es gewaltig.
    Zu Plougonvelin gibt‘s zu späterer Zeit noch Infos.

    Für die Statistik: Guernsey – Plougonvelin via Roscoff, Guervélin und Aber Wrac’h, 162 sm. In der Summe 1251 sm in der Segelzeit.

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum

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    Omonville-la-Rogue

    In Cherbourg blieben wir nur eine Nacht. Die Liegegebühren von über 30 EUR waren schon happig und so schön ist Cherbourg nun auch wieder nicht. Wir liefen am Nachmittag aus und nutzten die Zeit davor für die Versorgung mit frischem Gemüse, Fisch etc. Nur 10 sm westlich von Cherbourg liegt Omonville-la-Rogue (politisch korrekt Port de Hable). Ein kleiner Naturhafen mit Fischerbooten und einigen Mourings für Gästeboote. Alternativ hätte es noch eine Ankerbucht etwas weiter westlich gegeben (Anse de Saint Martin), doch in Omonville waren 3 der 5 vorhandenen Mouringbojen frei und wir freuten uns über den kurzen Schlag nach den langen Törns der letzten Wochen.


    Der Hafen ist eine kleine Perle. Gut geschützt gegen Winde aus Südost über West bis Nord liegt man ruhig, in herrlicher Landschaft und nur wenig Bootsverkehr der ansässigen Fischer. Am Hafen liegen zwei Restaurants, in zwei Geschäften wird der frisch angelandete Fisch im Direktverkauf angeboten. Vor allem Schalentiere, Hummer und Krebse. Es gibt einiges zur Historie des Orts zu lesen (Internetauftritt der Gemeinde oder Wikipedia), wir genossen insbesondere die vielen Blumen und wunderschönen Ausblicke beim umherstreifen im Ort und in der Umgebung. Die Mouringbojen sind übrigens umsonst. Findet man selten.

    Für die Statistik: Cherbourg – Omonville-la-Rogue: 10 sm. In der Summe 1035 sm in der Segelzeit.

    Weitere Fotos hier.

  • Die ersten 1000 Meilen

    Um 10.40 Uhr legten wir am Donnerstag, 04.07. aus Boulogne-sur-Mer ab (für Insider ein ganz spezielles Datum), und setzten dem Strom folgend Kurs Südwest.

    Wir planten unseren Weg zunächst entlang der Küste mit einem möglichen Stopp in Fécamp, dann über die Seine-Bucht Richtung Pte. De Barfleur, Cap Lévi und Cherbourg. Der Wind erlaubte uns dann jedoch frühzeitig den Kurs direkt Richtung Cherbourg abzusetzen, was uns einige Meilen Weg ersparte. Nach den verkehrsreichen Nächten bisher, war diese Nachtpassage ausgesprochen ruhig. Zeit, am Sternenhimmel die Milchstraße zu bewundern, die wir in Deutschland aufgrund der Lichtverschmutzung schon länger nicht mehr gesehen hatten. Auch auf dieser Passage schlief der Wind irgendwann ein und als uns der Strom dann langsam rückwärts segeln ließ, musste der Beta Marine wieder ran.

    Beeindruckend hier wieder die Strömung des Ärmelkanals. Kämpften wir bei der Annäherung an den Pt. De Barfleur mit 20° Drift gegen 3 Knoten Strom, spülte uns nur 3 Stunden später ein ebenso starker Strom mit über 9 Knoten über Grund um das Cap Lévi in Richtung Cherbourg. Um 19.00 Uhr machten wir in Cherbourg fest. So ganz nebenbei knackten wir in Höhe der Tonne Basse de Renier die 1000sm seit Beginn unserer Langfahrt. Ein Grund zum Feiern…

    Für die Statistik: Boulogne-sur-Mer – Cherbourg: 149 sm, davon 75 unter Segel. In der Summe 1025 sm in der Segelzeit.

    Mehr Bilder wie immer im Fotoalbum.

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    Bonjour La France

    Am Freitag, 28.06. ließen wir Scheveningen und Holland hinter uns. Mit dem Strom setzten wir Kurs auf das verkehrsreiche Mündungsgebiet des Rhein-Maas-Schelde-Deltas, ließen im Anschluss Belgien links liegen und setzten Kurs auf Calais.

    Wie schon auf der letzten Etappe ging dem Wind unterwegs die Puste aus und unser Flautenschieber musste verhindern, dass wir rückwärts segelten. Gegen Mittag des zweiten Tages lagen wir vor Calais, es bot sich also an, Boulogne-sur-Mer anzusteuern, wo wir schließlich um 16.20 Uhr festmachten. Das Anlaufen des Hafens ist unkompliziert, Port Control und die Marina nutzen UHF wie im REEDS beschreiben und man erfährt seinen Anleger bevor er in Sicht kommt. Kaum festgemacht kauften und verspeisten wir zum Anleger das erste echte französische Baguette unserer Langfahrt. Herrlich. Vive la France.
    Auch hier in Boulogne blieben wir einige Tage. Die Stadt hat einen angenehmen Flair, mehrmals die Woche ist Markttag, als größter Fischereihafen Frankreichs (Wikipedia) gibt’s quasi rund um die Uhr frisch angelandeten Fisch gegenüber der Marina. Den Strand kann man leicht zu Fuß erreichen, für‘s Sightseeing bieten sich Museen, historische Festung und mehr an.


    In der Marina selbst kamen stets alle Gästeboote unter. Das Personal spricht Englisch und ist sehr hilfsbereit. Einen Stadtplan gibt‘s beim Check-in, Baguette, Brot und Brötchen jeden Morgen ab 8.00 Uhr gleich neben dem Büro der Hafenmeisterei.
    Auch Post wird entgegengenommen, man kann sich also Ersatzteile o.Ä. zuschicken lassen.
    Wir blieben 5 Tage in Boulogne-sur-Mer, bevor wir zur nächsten längeren Etappe in Richtung Cherbourg aufbrachen.

    Für die Statistik: Scheveningen – Boulogne-sur-Mer: 141 sm, davon 83 unter Segel. In Summe 876 sm in der Segelzeit.

    Mehr Fotos wie immer im Fotoalbum.