Ärmelkanal

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    Dieppe

    Am 13. August verließen wir mit dem ersten Tageslicht Roscoff, mit Ziel Guernsey. Wir brachten die 72 Seemeilen schneller hinter uns als gedacht, was uns eine nächtliche Ansteuerung der Havelet Bay bescherte. Eine aufziehende Front mit südlichen Winden sorgte dann für eine schaukelige Rest-Nacht vor Anker. Wohl ein Grund dafür, dass neben uns nur noch zwei kleine Katamarane in der Bucht lagen. Mit Öffnung der Tankstelle in St. Peter Port gingen wir zügig Anker auf und verholten zum Tanken in den Hafen. Erst am Nachmittag erlaubte der Tidenstrom die Fortsetzung unseres Törn nach Norden, die Zeit bis dahin durften wir am Warte-Ponton festmachen. Auch schaukelig, aber deutlich besser als vor Anker in der Havelet Bay.

    Um halb fünf warfen wir die Leinen los und fuhren hinaus in den Tidenstrom, der uns alsbald zügig nach Nordost spülte. Besagte Front sorgte für wechselnde Winde und immer wieder für Gewitter, nasses segeln also, teilweise mit Motorunterstützung. Vor Cap Hague nahm der Tidenstrom auf über 8 Knoten zu, was, trotz des moderaten Winds, für rauhe Bedingungen sorgte. Einmal um die Ecke beruhigte sich das Wasser aber schnell wieder. Mehr als 40 Seemeilen hatten wir, dank des kräftigen Tidenstroms, in knapp 6 Stunden zurückgelegt. Spätestens vor Cherbourg würde uns eine ähnlich stärke Strömung aus Ost jedoch das Weiterkommen erheblich erschweren. Wir zogen es vor, in Cherbourg einen kurzen Stopp einzulegen und am Morgen, mit der dann wieder nach Ost setzenden Strömung, unsere Fahrt fortzusetzen. Kurz vor Mitternacht fiel der Anker vor der Marina im inneren Hafen Cherbourgs und wir schlüpften für ein paar Stunden Schlaf unter die Decken.

    Kurz nach 5 Uhr setzten wir unser Fahrt dann fort und verließen Cherbourg durch den Passe de L‘Est, Kurs Ost. Im Verlauf des Morgens beschlossen wir Dieppe anzulaufen. Kannten wir noch nicht, und bei der aktuellen Wettervorhersage hätte uns eine direkte Ansteuerung von Boulogne Sur Mer keine Vorteile gebracht. Dieppe erreichten wir dann am 16. August um halb drei Uhr morgens. Die dritte Nachtansteuerung dieser Etappe.

    Dieppe war den Stopp wirklich Wert. Eine lebendige Stadt, Sommerjahrmarkt entlang der Strandpromenade, viele Restaurants, Bars, Lifemusik, sowie Markt und natürlich leckere Baguettes, dazu bestes Sommerwetter welches wir für ausgedehnte Spaziergänge nutzten. Die Marina liegt mitten in der Stadt und ist gut organisiert und ausgestattet. In nur zwei Stunden kommt man übrigens von Dieppe nach Paris. Ein Ausflug den wir leider nicht machen wollten, denn die Wettervorhersage versprach mehrere Tage stabilen Westwind für die Weiterfahrt, den wir nutzen wollten. Somit währte unser Besuch nur 2 Tage, am 18. August brachen wir, leicht wehmütig, wieder auf, denn wir wären gern länger geblieben.

    Für die Statistik: Roscoff – Dieppe (via St. Peter Port und Cherbourg): 228 sm. 26.413 sm Gesamt, davon 19802 sm in der Segelzeit.

    Mehr Bilder von Dieppe findest du im Fotoalbum.

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    Von den Kanalinseln nach Brest

    In Brest haben wir einen Termin. Anja kommt an Bord. Zu spät kommen ist also keine Option. Unser erstes Ziel nach Guernsey war deshalb Roscoff in der Nordbretagne, nach einem weiteren Stopp in Aber Wrac‘h sollte es in die Bucht von Brest gehen. 14 Tage hatten wir Zeit, wo es uns gefiel wollten wir eventuell etwas mehr Zeit verbringen.

    Die Marina in Roscoff ist genial, der Preis entsprechend, aber angemessen. Roscoff selbst ist Bretagne pur. Die Kulisse im Ortszentrum so einheitlich und perfekt herausgeputzt, dass man sich fast in einer Filmkulisse wähnt.
    Aber Wrac‘h (Marina oder Fluß) ist der letzte sichere Unterschlupf vor dem Chenal du Four, die Preise entsprechend hoch. Uns gefiel es gar nicht. Lag vielleicht auch am Wetter (der erste Regen seit vielen Wochen).

    Am Sonntag, 21.07. ging es deshalb zügig weiter durch den Chenal du Four in die Bucht(en) von Brest. Vor Plougonvelin gingen wir gestern, am 21. Juli vor Anker, womit wir geographisch im Atlantik angekommen sind.
    Das Wetter verspricht für die kommenden Tage ruhiges Sommerwetter, Zeit also für Büroarbeit, kleinere Arbeiten am Boot und Entspannung. Nach getaner Arbeit, versteht sich…

    Noch einige Infos zu den besuchten Orten:
    An der Marina Roscoff ist nichts zu mäkeln. Sauberste Anlagen, Fahrräder bis 2 Stunden umsonst, großer Waschsalon, freundliches Personal, Baguette-Service im Hafenbüro. Das Einkaufen ist etwas komplizierter, der nächste Supermarkt eine ganze Ecke entfernt. Mittwoch war zum Glück Markttag am Hafen.
    Aber Wrac‘h mag der letzte sichere Hafen vor dem Chenal du Four sein, uns hat‘s dort nicht gefallen. Die Marina ist teuer, ankern ist nur westlich der Marina, mitten im Fahrwasser sinnvoll. Ansonsten sind alle möglichen Ankerplätze durch Mourings belegt. Der Reeds warnt mit Recht vor den Anlagen der Austernzucht im Tidebereich des Flusses, die zugehörigen Markierungen zeigen sich zumeist erst bei Ebbe. Flussaufwärts bis Paluden liegen viele scheinbar aufgegebene Boote an zahlreichen Mouringketten, die angeblich vorhanden Gästeplätze sind nicht erkennbar. Bei Niedrigwasser müffelt es gewaltig.
    Zu Plougonvelin gibt‘s zu späterer Zeit noch Infos.

    Für die Statistik: Guernsey – Plougonvelin via Roscoff, Guervélin und Aber Wrac’h, 162 sm. In der Summe 1251 sm in der Segelzeit.

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum

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    Kanalinseln – Guernsey

    Dass uns die Kanalinseln ausgesprochen gut gefielen, hatte ich schon erwähnt. Guernsey stand als nächstes auf unserem Programm, eventuell auch noch Sark. Für die Überfahrt von Alderney nach Guernsey stand der Wind am 11.07. günstig, mit dem Strom traten wir am Nachmittag die Überfahrt an. Die verlief dann aber langsamer als erhofft und sorgte dafür, dass wir mit dem allerletzten Büchsenlicht in die Havelet Bay bei St. Peter Port einliefen. Ganz oben auf der der To-Do-Liste stand das Tanken. Für 80 Ct. pro Liter Diesel füllten wir gleich am nächsten Tag unseren Tank. Weiterhin galt es noch die Vorräte an Bord aufzufrischen, was wir erstmals mit dem Dingi bewerkstelligten. Wir blieben drei Tage in der Havelet Bay, dann vertrieb uns der auf Nord drehende Wind um die Ecke in die Moulin Huet Bay. Absolut herrlich dort. Gern wären wir länger geblieben, es deutete sich jedoch ein grundlegender Wechsel der für uns bisher günstigen Ostwinde auf westliche Winde an. Schweren Herzens verließen wir deshalb am 15.07. Guernsey und die Kanalinseln, mit dem festen Vorsatz, irgendwann wieder zu kommen.

    Noch einige kurze Infos zu St. Peter Port und die Havelet Bay: Die Ankerbucht wird voll, dennoch war immer noch das eine oder andere Plätzchen frei. Das Anlanden mit dem Dingi geht problemlos. St. Peter Port ist sehr geschäftig, wir waren froh, dass es für uns avkeinen Grund gab dort anzulegen. Der Diesel ist tatsächlich supergünstig. Da macht tanken fast schon Spaß.

    Für die Statistik: Longy Bay, Alderney – Havelet Bay, Guernsey – Moulin Huet Bay, Guernsey, 32 sm. In der Summe 1089 sm in der Segelzeit.

    … und hier wie immer weiter Fotos.

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    Kanalinseln: Alderney

    Am Nachmittag des 07. Juli ging es auch schon wieder weiter. Der Wind war günstig, das Ziel nah: Alderney, die nördlichste der Kanalinseln, sollte unser nächstes Ziel sein. Die Überfahrt gestaltete sich dann weitaus spannender, als wir uns das gewünscht hatten. War der Tag schon recht diesig, ging die Sicht gegen Abend, je näher wir der Insel kamen, immer weiter zurück. 3 Meilen vor Braye Harbour waren wir von dichtem Nebel umgeben. Die gewaltige Strömung zwischen Cap de la Hague und Alderney erforderte zudem in der leichten Brise Vorhaltewinkel von über 40°. Gut, dass wir technisch bestens ausgestattet sind, mit GPS, Radar und Navigationscomputer ließ sich das alles ganz gut handhaben.

    So fuhren wir schließlich nach knapp 3 Stunden in Schleichfahrt in den Hafen von Alderney, von dem wir außer dem Radarbild auf dem Plotter so rein gar nichts sehen konnten. Irgendwann brach dann der erste Ankerlieger aus dem Nebel, den wir vorsichtig umrundeten um dann mit ausreichend Abstand den Anker zu werfen. Wir hatten den Ankerball noch nicht ganz gesetzt, als sich der Nebel zu lichten begann und wir endlich sehen konnten, wo wir gelandet waren. Typisch.

    Alderney gefiel uns ausgesprochen gut, gern wären wir länger geblieben. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel, die Temperaturen waren angenehm, das Wasser, supersauber, lud zum baden ein. Nach zwei Tagen in Braye Harbour verlegten wir noch in die Longy Bay auf der Ostseite der Insel, wo wir weitere zwei Tage vor Anker lagen.

    Hier noch einige Revierinfos: Braye Harbour bot viel Platz, Bojen und Ankerraum waren reichlich vorhanden. Der Tag am Anker kostete 5 GBP, der Dingi – Anleger bot reichlich Platz, die Sanitäranlagen waren voll in Ordnung. Das Einklarieren ist eine freundliche Formalität. Macht der Hafenmeister am Vormittag am Schiff, wobei er natürlich auch gleich den zuvor genannten Obolus kassiert. Zum nächsten Supermarkt sind es nur ca. 200 Meter.
    In der Longy Bay liegen zwei Mouringtonnen mit der Aufschrift „private“ an der perfekten Ankerposition, etwas außerhalb liegt man aber auch noch ganz gut.

    Für die Statistik: Omonville-la-Rogue – Braye Harbour, Alderney 18sm, Braye Harbour – Longy Bay 5sm. In der Summe 1057 sm in der Segelzeit.

    Weitere Fotos findest du wie immer im Fotoalbum.

  • Die ersten 1000 Meilen

    Um 10.40 Uhr legten wir am Donnerstag, 04.07. aus Boulogne-sur-Mer ab (für Insider ein ganz spezielles Datum), und setzten dem Strom folgend Kurs Südwest.

    Wir planten unseren Weg zunächst entlang der Küste mit einem möglichen Stopp in Fécamp, dann über die Seine-Bucht Richtung Pte. De Barfleur, Cap Lévi und Cherbourg. Der Wind erlaubte uns dann jedoch frühzeitig den Kurs direkt Richtung Cherbourg abzusetzen, was uns einige Meilen Weg ersparte. Nach den verkehrsreichen Nächten bisher, war diese Nachtpassage ausgesprochen ruhig. Zeit, am Sternenhimmel die Milchstraße zu bewundern, die wir in Deutschland aufgrund der Lichtverschmutzung schon länger nicht mehr gesehen hatten. Auch auf dieser Passage schlief der Wind irgendwann ein und als uns der Strom dann langsam rückwärts segeln ließ, musste der Beta Marine wieder ran.

    Beeindruckend hier wieder die Strömung des Ärmelkanals. Kämpften wir bei der Annäherung an den Pt. De Barfleur mit 20° Drift gegen 3 Knoten Strom, spülte uns nur 3 Stunden später ein ebenso starker Strom mit über 9 Knoten über Grund um das Cap Lévi in Richtung Cherbourg. Um 19.00 Uhr machten wir in Cherbourg fest. So ganz nebenbei knackten wir in Höhe der Tonne Basse de Renier die 1000sm seit Beginn unserer Langfahrt. Ein Grund zum Feiern…

    Für die Statistik: Boulogne-sur-Mer – Cherbourg: 149 sm, davon 75 unter Segel. In der Summe 1025 sm in der Segelzeit.

    Mehr Bilder wie immer im Fotoalbum.