Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 6 -7

    Tag 6: Von Glowe nach Hasle, Bornholm

    Das Sturmtief ist vorbeigezogen. Endlich geht es weiter. Wir behielten den Plan bei, bis Schweden zu segeln, auch wenn zwei Wettertage bereits aufgebraucht waren. Die längerfristigen Wettervorhersagen enthielten einige Hochs in Westeuropa, die sich verstärkten und nach Osten ausdehnten. Klang gut.

    Um 7 Uhr warfen wir den Motor an, beim Ablegen aus der Box waren wir immer noch nicht die schnellsten, aber dafür stets kontrolliert und sicher. Nordwestlich der Untiefentonne nahmen wir die Nase in den Westwind, setzten Groß und Fock und fielen ab auf unseren Kurs 050 nach Hasle, Bornholm.

    Ab Mittag klarte der Himmel immer weiter auf, nur im Süden, dort wo wir herkamen, schien es schlechter zu bleiben. Es bließ konstant aus West mit 2-3 Bft, bei konstanten 1005 HPa, was uns mit knapp 5 Knoten nach Nordwest schob.

    Von 13 bis 14 Uhr war kein Land mehr zu sehen. Rings um nur See. Neues Gefühl für uns. Zwei mal kreutzten Schiffe unseren Kurz innerhalb ein, zwei Meilen: Das Containerschiff Unifeder und die Fähre Kopernik. 14.15 notierten wir als Zeit für unser erstes „Land in Sicht“. Von da an dauerte es noch vier weitere Stunden, bevor wir vor Hasle die Segel bargen. Fender und Festmacher bereiteten wir im Vorhafen vor, da war genügend Platz um ein, zwei Runden zu drehen, bis alles bereit zum Anlegen war.

    Im Innenhafen gingen wir schließlich im Becken IV am Südkai längsseits. Um 19.30 ging damit ein langer Segeltag zu Ende, das Log schrieb für den Tag 57 Seemeilen. Im Hafenamt machten wir dann erstmals Bekanntschaft mit einem Automaten-Hafenmeister. OK aber trotzdem irgendwie seltsam. Nur eine weitere Segelyacht hatte über Nacht festgemacht. Nach einem schnellen Dinner gings in die Kojen. Segeln macht müde…

    Tag 7: Von Hasle nach Hanö, Schweden

    Für heute hatten wir uns Hanö als Ziel vorgenommen. Der Wind hatte über nacht auf Ost gedreht, 3-4 Bft versprach das Wetterfax für die Südliche Ostsee. Vor Hasle war der Wind deutlich schwächer, deshalb motorten wir bis vor Hammerodde, wo wir den schützenden Bereich der Insel verließen und etwa 4 Bft. Wind vorfanden. Hoch gingen das Groß im ersten Reff sowie die Fock, was uns auf unserem Kurs Nord gute 6 Knoten Geschwindigkeit gab.
    Unterwegs von Hasle nach Hanö.
    Gut so! Viele Schiffe waren unterwegs, keines kam uns jedoch so nahe, als dass wir die Schiffsnamen erkennen konnten. Wir nutzten die Windsteuerung Ottos, das hielt unsere Geschwindigkeit konstant hoch, zwang uns dann aber am Nachmittag, als der Wind etwas abnahm zu zwei Kreuzschlägen um wieder auf unsere Kurslinie zu kommen. Bestimmt 10 Segelyachten kreuzten um die Mittagszeit unseren Kurz. Schienen von Karlskrona nach Simrishamn unterwegs zu sein. Gute 10 Meilen vor Hanö schlief der Wind dann allmählich ein, so dass wir gegen 15 Uhr den Motor anwarfen. Zwei Stunden später erreichten wir schließlich Hanö. Am westlichen Kai legten wir gleich hinter der Hafeneinfahrt längsseits fest. Brauchten zwei Versuche bei fast Windstille, da mein erster Anleger etwas weit vom Kai entfernt endete ;-(
    und auch die Länge der Festmacher nicht erlaubten das Boot per Hand ans Kai zu ziehen. Um 17.00 war es dann endlich geschafft und der Motor aus. Das Log zeigte wieder exakt 57 Meilen, nur waren wir heute 2 Stunden weniger lange unterwegs gewesen. Speed rules…

    Hanö selbst ist ein Örtchen wie aus dem Bilderbuch. Einfach schön und herrlich herausgeputzt. Ein kleiner Spaziergang führte uns zum Leuchtturm und über einen kleinen Umweg wieder zurück zum Hafen. Wir bewunderten die hübschen Gärtchen und Häuschen und begegneten außerhalb des Örtchens vielen Rehen. Überhaupt war das ganze Inselchen einfach nur putzig. Ein prächtiger Sonnenuntergang rundete den Tag ab. Cool.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 4 und 5

    Starkwind, Sturm, Starkwind mit Sturmböen, 7 Bft, 8 Bft, 9 Bft…

    So verkündete Kapitän Dietze oder besser DP07 zwei volle Tage lang. Wir warteten im Hafen Glowe bis das Sturmtief seinen Weg entlang Nordsee, Süd-Norwegen, Süd-Schweden, Finnischer Meerbusen zu Ende gegangen war. Die größte Sorge waren die Festmacher. Der eine, der unser Heck am Luvpfahl hielt hatte bereits einen Schaden, sollte er reißen, würde uns wohl nur das Legen einer Ersatzleine (schwimmend?) wieder vom Nachbarboot frei bekommen. Das Schaukeln und die Schräglage, die sich zeitweise einstellten, waren ausgeprägter als die Tage zuvor auf See… Würde man im Hafen eigentlich Seekrank, oder heißt das dann Hafenkrank? Vielleicht passiert das ja auch gar nicht. Uns ging es jedenfalls weiterhin gut. Da immer wieder die Sonne durchkam, machten wir immer wieder kleine Ausflüge entlang des Strandes von Glowe, aßen Fischbrötchen und – warteten.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 1-3

    Tag 1 (Sa, 21.08.2010):

    Aus Ingolstadt kommend ist die Anfahrt aus dem Süden Deutschlands stets das Längste Etmal eines Törns auf der Ostsee. Um 5.00 ging es los, gegen 13.00 erreichten wir den Hafen des Greifswald Yachtservice. Mit H. Wunderlich vereinbarten wir die Übergabe der Genesis ab 14.30. Die Zeit nutzten wir zunächst für eine Runde Fischbrötchen am Wiecker Hafen, entluden unser Gepäck und gingen Proviant einkaufen. Um vier war letzteres endlich geschafft, wir übernahmen „unser“ Boot der kommenden 14 Tage.

    Um am Sonntag nicht erst nach der ersten Brückenöffnung der Klappbrücke Wieck um 9.00 los zu können nutzten wir die 19.00 Uhr -Öffnung und liefen bei schwachem Wind, sommerlichen 30 ° und Sonnenschein unter Motor zur Marina Lubmin. Pünktlich zu Sonnenuntergang erreichten wir den Auslaufkanal und machten alsbald beim zweiten Versuch (bein ersten übersahen wir die rote Tafel, die in Lubmin den Liegeplatz eines Dauerliegers kennzeichnet) die Genesis sicher fest. Kostete bei den Temperaturen viel Schweiß, was den Schwärmen an Mücken offenbar besonders attraktiv erschien…

    Kurz vor Schließung gab es schließlich im Schwimmenden Restaurant/Hafenmeisterbüro das wohlverdiente Anlegerbier, nach einer besonders wohltuenden Dusche und einem kleinen Snack verzogen wir uns schließlich in unsere Kojen mit dem Plan am kommenden Tag nach Abgabe des Sanitärraumschlüssels und Empfang der bestellten Brötchen unseren Törn fortzusetzen.

    Tag 2 (So, 22.08.2010):

    Es war eine kurze Nacht, dennoch fühlten wir uns alle frisch genug, endlich Segel zu setzen und gen Norden zu laufen. Bornholm in einem Schlag war nicht zu machen, die Winde kamen aus SW und zwangen uns zu einem Vorwindkurs, bei dem die Geschwindigkeit niedrig bleiben würde. Unser Ziel hieß deshalb Lohme, von wo aus wir einen weiteren Versuch Richtung Bornholm starten könnten.

    Bei 2-3 bft ging es sodann gemütich vor dem Wind duch die Rinne des Schuhmachergrunds hinaus auf die Ostsee, halbwegs zwischen Landtief A und B auf Nord- und Halbwindkurs, der endlich flotte 5-7 Knoten Fahrt erlaubte. Alle Mann (und Frauen) an Bord legten Schwimmwesten und Gurte an. Im Verlauf des Nachmittags bildeten sich über Rügen teils kräftige Schauer und Gewitter, die zu kräftigen Böen aus West führten, auch der Wind frischte weiter auf (wir schätzen mal so um die 5 Bft). Zum Glück segelten wir immer da, wo bis auf ein paar wenige Tropfen kaum Niederschlag fiel. Ein Blick zurück auf schwarze Regenwände im Bereich der Oie zeigte, dass es auch anders hätte kommen können. SÖ Sassnitz refften wir das Groß auf Reff 1 und kreuzten danach gegen den auf West gedrehten Wind etwas näher an die Küste heran, um einen besseren Blick auf die Kreidefelsen zu haben.

    Nördöstlich des Königstuhls waren die Wellen recht ausgeprägt, einem Bereich ausgeprägter Kreuzseen zollten wir einigen Respekt. Zwei Kreuzschläge gegen den kräftigen Westwind brachten und schließlich vor Lohme, wo wir die Segel einholten und die Yacht zum Anlegen vorbereiteten. Bei der Dünung und dem kräftigen Westwind für uns Anfänger ein spannendes Unterfangen!.

    Mit einem leicht mulmigen Gefühl liefen wir dann dirch die Molenköpfen in den Hafen von Lohme ein. Wegen des uns in die Boxengasse schiebenden Windes rangierten wir einige Male vor und zurück bis wir uns schließlich für ein anlegen längsseits am ersten Liegeplatz der Südseite des Hafens entschieden. Wir waren froh über einen Bugstrahler zu verfügen, denn der erlaubt doch ein sehr kontrolliertes Manövrieren. Mit einigen helfenden Händen von Landseite gelang uns dann auch ein sicherer und stets kontrollierter Anleger, so gegen 18.00 ging der Motor aus. Es folgten uns noch einige weitere Yachten, deren Anlegen wir verfolgen konnten und die uns darin bestätigten, dass wir unsere Sache gut gemacht hatten.

    Den ganzen Abend bließ es kräftig weiter, durch Regen hindurch konnten wir einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten. Mit duschen, essen (heute gab es die mitgebrachte Bolognesesoße) wurde es wieder recht spät. Segeln und die viele frische Luft machten müde und wir waren froh als wir endlich in die Kojen konnten.

    Tag 3 (23.08.2010):

    Über Nacht hatte jemand den Wind abgeschaltet, nur ein laues Lüftchen wehte aus SW, die See hatte sich wieder beruhigt. Mit Wetterbericht und weitern Faktoren fassten wir den Entschluss auch heute nicht nach Bornholm zu laufen und entschieden uns statt dessen zu einem kurzen Schlag hinüber nach Glowe um etwas mehr Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. (1. wir waren immer noch groggi, 2. die schwachen Winde hätten uns zum motoren gezwungen – oder zu einer Nachtfahrt, 3. für den Nachmittag waren kräftig auffrischende Winde bis Stärke 7 im Bereich Bornholm zu erwarten). Die entscheidung erlaubte uns ein gemütliches Frühstück und ein entspanntes Ablegen.

    Es war ein gemütlicher Schlag, wir genossen mit Lesen, plaudern und sonnen die knapp 4 Stunden, die wir für die 5 Meilen brauchten. Kurz vor Glowe sprang der Wind dann gemäß Vorhersage auf Süd und frischte kräftig auf. Ruck zuck hatten wir 6-7 Knoten Fahrt drauf. Wir verzichteten darauf noch ein wenig zwischen Arkona und Glowe zu segeln und fuhren statt dessen in den Hafen wo wir schließlich gegen 14.00 festmachten. Der Einfachheit halben wählten wir (der Skipper) einen der vielen freien Plätze auf der Westseite der (von See kommend) ersten Steganlage. Bereitete uns dann einige Probleme, da hier die Heckpfähle sehr weit vom Steg entfernt stehen und unser Plan, die Heckleinen auf Slip zu legen, zunächst nicht richtig durchfürbar war. Also hieß es Leinen verlängern und weiter rangieren. Um halb zwei war es dann geschafft. Wir waren besonders gründlich beim klarieren und festmachen, denn die Vorhersage versprach eine stürmische Nacht.

    Am Abend gab’s das Anlegerbier in der Fischräucherei an der Strandpromenade von Glowe. Zwei Schwarzbarsche und Stücke Buttermakrele gingen auch noch mit, sie sollten mit einem Tomatenreis das Abendessen vervollständigen. Zudem nutzten wir den Netto-Supermarkt über der Haupt- bzw. Bundesstraße und bunkerten noch einige wenige Dinge, die uns als fehlend aufgefallen waren.

  • Rund Rügen – Tag 5

    Sonnenaufgang in Neuhof

    An diesem Tag hieß es zeitig Leinen los für unseren Schlag zurück nach Breege. Von einem wolkenlosen Himmel schien die Sonne in einen eisigen Morgen. Auf den Stegen schimmerte gefrorener Reif, feine Nebelschwaden schwebten über dem Wasser. Um 07.15 Uhr glitten wir durch die enge Fahrrinne hinaus auf den Strelasund und steuerten in Richtung Stralsund. Wir wollten die Brückenöffnung der Ziegelgrabenbrücke um 08.20 Uhr nutzen.

    Kurz vor der Brückendurchfahrt meldete sich Christine vom Krankenhaus. Sie wartete auf ihre Entlassungspapiere. Vor 15.00 Uhr würde ich es nicht schaffen, deshalb kamen wir auf eine Alternative: Christine kommt per Taxi nach Stralsund und fährt mit bis zurück nach Breege. Gesagt, getan. Wir legten im Stadthafen Stralsund an und gegen Mittag war die Mannschaft wieder vollzählig. Schön!

    Barhöfter Rinne

    Das Wetter war bestens, die Sonne strahlte entsprechend unserer Stimmung von einem fast wolkenlosen Himmel und bei leichten nördlichen Winden motorten wir durch den Gellenstrom und westlich der Insel Hiddensee nach Norden. Vor der Nordspitze Hiddensees gab es zur Stärkung wieder einmal einen Eintopf aus der Dose, bevor wir wieder in das Fahrwasser einschwenkten um nach Breege zu gelangen. 10 Minuten Segeln war dann doch noch drinnen, hart am Wind, als der jedoch dann ziemlich plötzlich auf Ost drehte war’s auch damit schon wieder vorbei.

    Breege Hafen

    Gegen 18.00 Uhr machten wir wieder in Breege fest. Sehr fest. Denn für den nächsten Tag war Sturm vorhergesagt und unser Törn Rund Rügen damit zu Ende. Am Abend gab es acht frische, gebratene Heringe. Im Hafen von Stralsund hatte ich die zuvor für 2.50 EUR direkt vom Fischer gekauft. Ein würdiges Abschiedsdinner eines etwas chaotischen Törns. Die nächsten können eigentlich nur besser werden. Toi, toi, toi ;-))

  • Rund Rügen – Tag 4

    Heute schien eine direkte Rückfahrt nach Breege doch nicht angeraten. Stürmische Winde aus West, im Norden stärker als weiter südlich würden andauerndes Motoren bedeuten. Wir entschieden uns deshalb doch über den Greifswalder Bodden und Strelasund nach Breege zurückzukehren mit Zwischenstopp entweder vor oder hinter der Klappbrücke bei Stralsund.

    Bis auf die Landtief-Fahrrinne und das Strelasund-Fahrwasser konnten die gesamte Strecke unter Segel zurücklegen. Es war zumeist bedeckt, blieb jedoch trocken. Südlich der Tonne Reddevitz gab es unter Groß treibend zur Stärkung Doseneintopf. Stralsund schafften wir nicht mehr, deshalb liefen wir für die Nacht die Marina Neudorf an.

    War ein stiller, einsamer Abend. Christine fehlte. Ihr ging es in Bergen eher noch schlechter. Neudorf Marina übrigens ist hübsch herausgeputzt. Über die Saison seien bis auf einige wenige Boxen alle Liegeplätze fest gebucht.

    Neuhof Marina

  • Rund Rügen – Tag 3

    So schön der gestrige Abend war, so unschön präsentierte sich der heutige Morgen. Winde aus Ost bis 5 Bft. mit Wellen bis 2 m versprach DP07, Kapitän Dietze. Gute Voraussetzungen für einen Schlag bis Wieck – dachten wir. Mit Groß als Havarieversicherung und gut gesichert motorten wir zunächst gegen den Wind bis nordwestlich des Königstuhls.

    Der Wind frischte derweilen deutlich auf und erreichte 6 Bft, die Wellen türmten sich ebenfalls zu beachtlicher Größe. Mit Helmut am Steuer fielen wir nach Süden ab, die Wellen kamen damit Schräg von der Seite und verstärten die Rollbewegungen. Beim Versuch die Fock zu setzen (ich löste die Reffleine an Backbord, Christine bereitete die Fockschot vor) hob mich eine Welle vom Plichtrand und ich fiel bei 45° Lage nach unten auf Christine, die sich gerade über den Plichtrand lehnte. Dabei zog sie sich – wie später diagnostiziert – eine Starke Rippenprellung zu.

    Sofort war klar, dass wir Sassnitz anlaufen würden. Christine hatte starke Schmerzen, eine Fraktur und schlimmer war nicht auszuschließen, über Handy 112 alarmierten wir den Rettungsdienst.
    Dieser erwartete uns dann auch an der Pier des Hafens und barg Christine vom Boot. Auch eine Notärztin kam noch hinzu und konnte uns immerhin dahingehend beruhigen, dass die Lunge nicht verletz war. Da sich allerdings die Milz unter der verletzten Stelle befindet, sollte Christine schnellstens für eine vollständige Untersuchung ins nächste Krankenhaus transportiert werden. Ich durfte im Rettungswagen vorn mitfahren, während es mit Blaulicht ins Sana Krankenhaus Bergen ging. Helmut blieb ziemlich geschockt – er machte sich Vorwürfe wegen des Zwischenfalls – auf der Loreley zurück.
    Für mindestens zwei Nächte sollte Christine wegen der Milz-Geschichte zur Beobachtung im Krankenhaus verbleiben – unser Törn war damit quasi hinüber. Ganz zu schweigen davon, dass bei den Schmerzen segeln ohnehin kaum möglich war. Mit Hilfe von Elke, Helmuts Frau, brachte ich am Abend noch einige Sachen ins Krankenhaus, es folgte eine unruhige und deprimierte Nacht für mich an Bord, für Christine im Zweibettzimmer.

  • Rund Rügen – Tag 2

    Marina in VitteDer Morgen begann kalt und trüb. Der Gang zu den Waschräumen verlangte einige Überwindung. Nach einem guten Frühstück mit Kaffee, Ei und aufgebackenen Brötchen hieß es Leinen los für einen Schlag via Kap Arkona nach Glowe.

    Durch die Fahrrinne zwischen Hiddensee und Wittow konnten wir bei nördlichen Winden endlich Segel setzen und erreichten nach gut drei Stunden und mittlerweile bestem Wetter Kap Arkona. Zeit für eine kleine Stärkung: Linsensuppe mit Wiener Würstchen.
    Segeln macht hungrig
    Frisch gestärkt übten wir danach Segelmanöver. Wenden, Halsen, Schiften…
    Bei nachlassenden Winden ging es schließlich auf raumem Kurs nach Glowe, wo wir gegen 17.oo das wohlverdiente Anleger-Bier genießen durften.
    Anlegerbierchen in Glowe

    Glowe ist ein nettes Örtchen, die frühe Ankunft nutzten wir für einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Strandromenade und stärkten uns mit frischen Matjes-Brötchen an einer Fisch-Bude.

    Zum Dinner gab es schließlich Zucchini an Balsamico-Honig Dressing und Hähnchen Diavolo. Helmut genoss sprachlos. Hatten wir uns in sein Herz gekocht?

  • Rund Rügen – Tag 1

    Die längste Etappe eines jeden ersten Tages eines Chartertörns ist die Anreise. Von Ingolstadt nach Breege sind es gut 800 km, macht runde 10 Stunden Fahrzeit, Pausen inclusive. Unterwegs realisierten wir, dass es zwar Samstag war und demnach ein Einkauf bis spät am Abend möglich sein müsste, dies jedoch nicht auf den ersten Mai zutreffen würde. Blöde Hektik. Nahmen uns sogleich vor, bei allen weiteren Törns nicht bis zum Vorabend arbeiten zu gehen. Um nicht ohne jegliche Verpflegung an Bord gehen zu müssen fuhren wir den Berliner Hauptbahnhof an. Dort gibt es einen Tengelmann-Kaisers Supermarkt, womit der Törn verpflegungstechnisch gerettet war.

    Gegen 15.00 erreichten wir schließlich Breege. Da wir einen Skipper gebucht hatten, gab es für uns keinen Papierkram im Mola Charterbüro, frisch gestärkt mit einem Fischbrötchen gings deshalb schon bald an Bord der Loreley, eine Bavaria 34.
    Helmut Fiedler, unser Skipper, begrüßte uns freundlich und half beim Einräumen. Er schien ein netter Typ zu sein, auf ähnlicher Wellenläge wie wir und uns deshalb schnell sympathisch. Nach nur ganz kurzem Zögern folgten wir seiner Empfehlung noch an diesem Nachmittag Breege zu verlassen und Vitte (Hiddensee) anzulaufen. Ruckzuck legten wir ab und motorten die Fahrrinne nach Hiddensee und in den Hafen von Vitte. Unterwegs gab es viel Interessantes über Rügen zu hören. Nur wenige Boote waren ansonsten unterwegs, auch in Vitte selbst lagen neben uns nur noch drei weitere Segelyachten.

    Der Anleger-Bier-Brauch gefiel uns bestens. Wir werden ihn sicherlich pflegen und fortführen…
    Zum Dinner gabs Parmaschinken an Honigmelone und Spaghetti Bolognese. Helmut konnte es kaum glauben. War vielleicht noch vom letzten Törn Dosenfuttergeschädigt 😉

    Marina in Vitte

  • Ansegeln auf der Genesis II

    Um 8.45 Uhr hieß es Leinen los für einen Tagestörn auf dem Greifswalder Bodden. (Greifswalder-Yacht-Service Redmer & Wilke GmbH). Um 9.00 öffneten die Brückenwärter die Klappbrücke von Wieck und durch den Wiecker Hafen ging es unter Motor hinaus auf den Bodden. Eiskalt das Wetter, deshalb die gesamte Besatzung dick eingemummelt. Hinter Tonne G1 nahmen wir den Bug in den Wind, hissten die Segel und fielen ab auf HW-Kurs entlang des Fahrwassers in den Bodden. Blies recht anständig und die Genesis lief  mit über 7 kn Richtung Tonne Greifswald. Der Wind sollte rechts drehen über Nord auf Ost am Nachmittag, deshalb wählten wir eine Runde im Uhrzeigersinn um den Bodden mit Halt in Lauterbach. Es war noch Herings-Fangzeit, deshalb galt es den Zwangswegen zu folgen.

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    Wie es sich gehört – das Glück ist mit den Fleißigen 😉 – klarte es bald auf und eine nur von wenigen Wolken bedeckte Sonne spendete für einige Stunden Wärme. Vor Lauterbach stand uns der Wind dann direkt auf der Nase, deshalb setzten wir nach einigen Kreuzschlägen Kurs nach Ost und passierten Vilm im Norden mit Kurs auf Seedorf.

    10042010170

    Im geschützten Hafen stärkten wir uns bei Eintopf (hatten eigentlich auf  frische Fischbrötchen gehofft) und genossen die Sonne. Gegen 14 Uhr mussten wir dann doch wieder aufbrechen, um noch vor Einbuch der Nacht nach Greifswald zurückkehren zu können.

    10042010172

    Von Osten zog dann ab 15.00 schlechteres Wetter auf und ließ die Kälte zurückkehren. Wann immer möglich unter Blister und immer schön freibleibend von den vielen Fischernetzen segelten wir sodann zügig zurück nach Greifswald-Wieck, wo wir gegen 18.00 Uhr im Hafen festmachten.

    10042010175

    Nach einer Runde Iso-Getränk 😉 und den weltbesten Matjesbrötchen am Hafen machte Peter den Smutje und zauberte aus den Resten seines zu Ende gehenden Ostertörns ein köstliches Dinner. Noch bis nach 23.00 Uhr wurde geklönt, gegessen und dann schließlich klar Schiff/Pantry gemacht. Dann hieß es leider Abschied nehmen von Peter, Gerhard und Marco.  Nochmal großen Dank an Peter, der diesen Törn ermöglichte. Wir haben viel gelernt und großen Spaß. Können es kaum erwarten, bis wir im August selbst die Leinen los machen dürfen.

    Zahlen, Daten, Fakten: 10.04.2010, Greifswald-Wieck – Greifswalder Bodden – Seedorf – Greifswald-Wieck. Teils bedeckt, teils sonnig, 6 – 10°C, Wasser 3°C, Wind 2-4 NW, über Mittag rechtsdrehend, nachmittags Ost. Log 42 sm.

  • Ansegeln auf der SY Genesis I

    Um halb vier klingelte der Wecker. 770 km auf vier Rädern nach Greifswald-Wieck. P. Thumel, Eigner der SY Genesis hatte uns zum Kennenlernen und Ansegeln seiner Hanse 370e eingeladen.

    Tolle Sache. Den Nachmittag über wurden wir zu Ausrüstung, Einrichtung und Technik der Yacht gebrieft, auf der wir vier Halbritter im Sommer zwei Segelwochen verbringen werden. Gerhard und Marco, ebenso Chartergäste 2010, nahmen das Angebot ebenfalls wahr, den Abend ließen wir alle mit einem guten Dinner im Hotel Utkiek ausklingen.

    Wetter in Wieck: Stark bewölkt, kurze Schauer, 10°C, gefühlte 0°C, gute Sicht.