Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

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    Schiffstaufe

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    Freitag, 15.August.2014

    Damit Neptun keine Einwände hat, um das Schiff neu zu taufen, haben wir die vorschriftsmäßige Prozedur durchgeführt.

    Eine Woche zuvor, hatten Christine und Thomas, während der Überführung von Bremerhaven nach Barth, das Schiff auf Vordermann gebracht und ordnungsgemäß den Namen überall sorgfältig entfernt. Am Freitag den 15.August 2014 gegen 10 Uhr legten wir, mit dem Ziel den Macoui zu töten, ab. Als wir uns dann in einem wenig befahrenen Gewässer befanden, kam Schritt Nr. 2 an die Reihe. Daniel öffnete die Flasche des besten Champagners (Lieblingsgesöff) und gab zuerst Neptun über Steuerboard einen großen Schluck ab, danach bekam auch jeder der Mannschaft einen Schluck davon. Der Rest wurde dann ins Kielwasser gegeben um den Macoui betrunken zu machen.

    Dann wendeten wir kurz und kreuzten dreimal durch das eigene Kielwasser um den Macoui abzutrennen und zu töten.IMG_8689
    Nun gab es also keine Einwände mehr um das Schiff neu zu taufen. Für die Libation (Opfertrank) köpfte Daniel eine weitere Flasche Champagner und goss sie vom Bug aus über die Planken des Schiffes, bis zum letzten Tropfen.

    Nach dieser Prozedur fuhren wir dann wieder zurück in den Hafen und bereiteten uns für die Taufe vor.

    Taufpatin Anja hielt ihre Rede.

    Ausschnitt der Taufrede:

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    Das Schiff wurde 1989 in Gerdes, Varel gebaut. Die Yacht ist für 2-4 Personen, konzipiert und für weltweitem Einsatz gerüstet. Das Schiff wurde 2005 komplett überholt und neu ausgestattet.

    Der Name „Danja“ entstand aus der Zusammensetzung der Namen:  Daniel und Anja (Kids der Eigner)

     

    „Ich wünsche der Besatzung allzeit eine gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Ich taufe Dich auf den Namen Danja.

    *Sekt über die Planken gießen

    Nun grüße ich dich, liebe Danja, mit einem dreifachen

    Hipp-Hipp-Hurra, Hipp-Hipp-Hurra, Hipp-Hipp-Hurra

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    Nach dem vergießen von 3 Flaschen des besten Champagners, wurde noch mit einer vierten Flasche angestoßen und gefeiert.

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    Ablauf zusammengefasst:

    Umbenennung

    1. „Der alte Name muss überall und ausnahmslos (Bug, Heck, Rettungsringe, Rettungsboot usw.) sorgfältig entfernt werden.
    2. Um den ‚Macoui‘ zu töten, muss man hinausfahren, gegebenenfalls in Begleitung eines zweiten Bootes.
    3. Man opfert Neptun einen ordentlich Schuss des Lieblingsgetränks der Mannschaft, den man steuerbords ins Wasser giesst.
    4. Dann trinkt jeder der Mannschaft einen großen Schluck des Lieblingsgesöffs der Mannschaft (muss nicht unbedingt Champagner sein) und der Rest wird langsam ins Kielwasser gegossen, um den ‚Macoui‘ betrunken zu machen.
    5. Dann wendet man sehr kurz und kreuzt dreimal durch das eigene Kielwasser, um den ‚Macoui‘ abzutrennen und zu töten. Man kann auch ein Begleitschiff bitten, den ‚Macoui‘ abzutrennen. Wichtig ist, so nahe wie möglich am Spiegel zu kreuzen, damit der Kopf des ‚Macoui‘ nicht überlebt.
    6. Nach dieser Prozedur hat Neptun keine Einwände mehr, um das Schiff neu zu taufen.
    7. Daraufhin folgt die Libation, wobei eine Flasche des besten Champagners vom Bug aus über die Planken des Schiffes gegossen wird – bis zum letzten Tropfen und ohne auch nur einen Schluck für die Besatzung!

     

    Taufe

    Vor der eigentlichen Segnung hält die Patin eine Taufrede, in der häufig über „die Entstehungsgeschichte des Schiffes, die Werft und/ oder den Auftraggeber erzählt“ wird, die darüber hinaus aber unbedingt die folgenden drei Bestandteile beinhalten muss:

    • die Namenstaufe      
    • den Wunsch nach allzeit guter Fahrt und stets einer Handbreit Wasser unter dem Kiel
    • den dreifachen Gruß „Hipp – Hipp – Hurra! Hipp – Hipp – Hurra! Hipp – Hipp – Hurra!“

    Danach wird der Sekt einfach über die Planken gegossen. 

     

     

    Quelle: http://schiffstaufe.blogspot.de/

  • Übernahme und Überführung unserer Glacer 363 (3)

    Von Wendtorf nach Barth

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    Ab Montag versprach die Wettervorhersage kräftigen Wind aus SW bis W. Ideal für die verbleibenden Seemeilen nach Barth. Und das Wetter hielt sich auch an diese Vorhersage. Um 7 Uhr verließen wir Wendtorf, setzten ca. 80% des Groß und der Genua und folgten dem Küstenverlauf in Richtung Fehmarnsund. Zu den beständigen 5-6 Bft gesellten sich noch günstige 1-2 kt Stömung, welche uns dann auch gemeinsam mit über 7 Kt Fahrt über Grund unter der Fehmarnsundbrücke hindurch rauschen ließen. Auch der Seegang war nicht ohne, beständige 1 bis 1,5 Meter begleiteten uns weiter gen Osten.

    Unser Schiff segelte sehr angenehm, das Einsetzen in die Wellen war stets weich und nur wenig See spritze dann und wann hoch genug, um bis ins Cockpit zu kommen. Nachdem wir Fehmarn hinter uns gelassen hatten, nahm die Anzahl der Segelboote, die zu sehen waren, deutlich ab. Nur ein, zwei weitere Boote schienen unterwegs in Richtung Warnemünde / Rostock zu sein, eines davon lief mit ähnlicher Geschwindigkeit wie wir und beinahe wäre es uns gelungen sie auch noch vor Erreichen der Warne-Mündung zu überholen.

    Kurz vor dem Etappenziel quittierte dann leider die Selbststeueranlage ihren Dienst. Erste Fehlersuche wies auf einen kaputten Antrieb hin, der Motor machte zwar noch Geräusche, trieb jedoch die Kette zum Steuerrad nicht mehr an. Da war zu dem Zeitpunkt leider nichts zu machen.

    Der Yachthafen Hohe Düne selbst ist riesig, top gepflegt, aber nach meinem Geschmack seelenlos. Das Büro des Hafenmeisters, wenn man es denn gefunden hat, gleicht der Rezeption eines 4-Sterne-Resorts irgendwo am Mittelmeer. Die Kulisse aus Restaurants, Hotel, Büro bzw.  Konferenzräumlichkeiten wirken irgendwie unwirklich. Dass das alles recht teuer ist, versteht sich von selbst; dass das Essen in einem der Motto-Restaurants mit nicht funktionierendem Dunstabzug unterdurchschnittlich war, ließ kein Bedürfnis aufkommen, länger zu bleiben.

    Gegen 9.00 Uhr am Dienstag Morgen ging es deshalb bei weiter kräftigem SW-Wind weiter Richtung Barth. Satte 6 Bft sorgten für einen beachtlichen Seegang westlich Fischland und Darß, das Groß ließen wir deutlich gerefft und setzten von Anfang an einen Bullenstander, was eine gute Entscheidung war: In den schräg von hinten anlaufenden Wellen, zum Teil relingshoch, gierte unser Schiff doch ganz gewaltig… Im Gegensatz zu einigen wenigen anderen Segelyachten, die ebenfalls der Küste nach NO folgten, hielten wir uns gut frei von der Küste, um nicht Gefahr zu laufen, auf Legerwall zu geraten, sollte es Probleme geben.

    Um 14.00 steuerten wir endlich um die UT-Tonnen im Norden vom Darß herum und gelangten in ruhigere See auf der Leeseite der Landzunge. In Höhe Zingsts verdunkelte sich hinter uns der Himmel. Ein mächtiges Unwetter braute sich zusammen und zog rasch von Achtern heran. Wir rollten das Groß vollständig auf, von der Genua ließen wir nur einen kleinen Rest stehen und schlüpften in unser Ölzeug, gerade noch rechtzeitig, bevor der Sturm mit Böen bis 8 Bft über uns herfiel. Wir entschieden, statt den Kurs auf den Gellenstrom beizubehalten und dabei eventuell noch im Unwetter durch die Enge zu müssen, vor dem Wind raumschots nach NO abzulaufen. Das Unwetter zog zum Glück rasch über uns hinweg und dahinter klarte es rasch wieder auf. Wir setzten wieder Kurs auf das Fahrwasser des Gellenstroms und beäugten argwöhnisch die anderen Gewitterwolken im Westen. Eine davon bildete sogar eine Windhose, zog jedoch nördlich unserer Position vorbei. Puh !

    Um 18.00 Uhr erreichten wir die Reede vor Barhöft, wo sich unser Anker beim zweiten Versuch sicher eingrub und dieser vorletzte Tag der Überführung damit sein Ende fand.

    Am nächsten Morgen, Mittwoch, den 13.8.  beobachteten wir beim Frühstück, wie die Karawane der Hafenlieger, die von Barhöft kommend im Fahrwasser Richtung Ostsee unterwegs waren, südlich unserer Position vorbeizogen. Da war es hier draußen auf Reede doch viel schöner! Es war nach 9.00 Uhr, als wir Anker auf gingen, vor dem Stauen den Schlick vom Anker kratzten, und uns alsbald auf die letzte Etappe des Törns nach Barth machten.

    Durch die Barther Zufahrt ging es in die Bodden südlich der Zingster Halbinsel. Nur auf westlichem Kurs konnten wir für 30 Minuten den Motor ausmachen, dann begann unsere Anfahrt auf den Barther Hafen. 3 Stunden nach Anker auf lagen wir an der Tankstelle des Barther Yachtservice, wo wir 200 Ltr. Diesel tankten und danach auf einen Liegeplatz am Steg 3 verlegten.

    274 Seemeilen lagen in unserem Kielwasser, unser Schiff hatte sich bewährt, unter Motor ebenso, wie unter Segel, bei Flaute bis Starkwind. Vor der geplanten Taufe galt es nun noch, die Sprayhood reparieren zu lassen (beim Abstützen war eine Naht aufgerissen) und den alten Namen vom Relingskleid entfernen zu lassen. Beides konnten wir noch am Mittwoch bei der Segelmacherei Konow in Auftrag geben. Bis Donnerstag Nachmittag sollte beides erledigt sein, womit der Schiffstaufe unserer Danja nichts mehr im Wege stand.

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  • Übernahme und Überführung unserer Glacer 363 (2)

    Durch den Nord-Ostsee-Kanal

    Am 8.8.14 erreichten wir also, von Cuxhaven kommend, die Wartezone für Sportboote vor Brünsbüttel, nachdem wir eine Schleusung nur um Minuten verpasst hatten. Dort drehten wir dann, gemeinsam mit 3 weiteren Segelyachten langsam – und lange – Kreise, während ein Frachter nach dem anderen in die Nordschleuse einfuhr. Es dauerte eine volle Stunde, bis das unterbrochene weiße Feuer endlich die Einfahrt für uns Sportboote freigab.

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    Insgesamt 8 Yachten versammelten sich, zum Teil in Päckchen, in der nördlichsten Kammer. Das Festmachen schafften wir mit kleinen Problemen, da es nur Ringe an den Schwimmern gibt, braucht es an Bord eine zweite Hand, um die Festmacher zu belegen. Bis ich das realisiert hatte, begannen wir langsam vom Anleger weg zu driften. Also schnell den Hinteren Festmacher auf den Ponton geworfen, Christines Festmacher übernommen und am Vorschiff belegt, hinteren Festmacher, der mittlerweise durch einen Ring gezogen war, übernommen und das Boot wieder an den Ponton gezerrt. Nun kam auch noch die Vorleine zum Einsatz und wir lagen sicher und wie gewünscht, fest.

     

    Eine kleinere Segelyacht, ebenfalls auf Überführungstörn nach einem Erwerb, legte sich noch an unserer Steuerbordseite ins Päckchen, dann schloss sich hinter uns das Schleusentor zur Elbe. Um 11.45 Uhr ging das Tor zum NOK auf, nach Auslaufen der dicken Pötte waren auch wir dran und unsere Fahrt durch Schleswig-Holstein begann.

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    Es war knalle-heiß, kein Lüftchen, außer dem Fahrtwind, sorgte für Abkühlung, dennoch genossen wir die Fahrt und nutzten die Zeit zum Reinigen und Lüften der Polster, zum Sichten, putzen und teilweise entmisten der vielen Schapps, Kojen und Schränke. Eine Dusch-Wasserflasche sorgte zwischenzeitlich immer wieder für Abkühlung.So ging es dann für den Rest des Tages entlang an Fahrradwegen, Fähranlegern und Biergärten, unter Brücken hindurch, über die wir im Laufe der Jahre mehr als einmal gefahren sind, wir wechselten Grüße mit Anglern, im Schatten-Sitzern, Füße-ins-Wasser-Haltern, Aufs-Ablegen-der-Fähre-Wartende und Radfahrern, und natürlich mit den Besatzungen der vielen Berufsschiffe, die uns begegneten oder (seltener) überholten.

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    Eine Stunde vor Ende der Tagfahrzeit erreichten wir schließlich den Flemhuder See wo wir uns als fünfte Segelyacht auf Reede legten. Erneut mit hektischem Anruf beim „Telefon-Support“, denn ausgerechnet hier versagte der Akku der Ankerwinsch-Fernbedienung. Den Anker ließen wir von Hand ins Wasser, nachdem wir die Kette von der Winsch heben konnten und so genügend Kette stecken konnten. Zum Glück hielt der Anker gleich auf Anhieb, denn mittlerweile waren wir echt platt. Danach suchten wir mit Fern-Unterstützung das Ladekabel für die Fernbedienung und fanden schließlich auch die Not-Bedienung der Ankerwinsch (Kurzschließen mittels Schraubendreher) im Toilettenschränkchen im Badezimmer. Muss man erst mal drauf kommen 😉

    Danach standen nur noch Duschen, Fisch-Essen (die beiden letzten Fische aus Bremerhaven) und Schlafengehen auf dem Plan.

    Am nächsten Morgen ging es mit Aufzug einer Regenfront weiter in Richtung Kiel. Eine knappe Stunde dauerte die Fahrt bis zum Warteraum vor der Schleuse Kiel Holtenau. Das Festmachen verlief diesmal ohne Probleme, über eine rostige Eisenleiter ging’s raus aus der Kammer und weiter zum Kiosk, um die Kanalgebühr zu entrichten. Zum Glück hatte ich das passende Bargeld, denn jegliche Kartenfunktion war ausgefallen und alle Scheine wollte die Kiste auch nicht schlucken. Mieser Service!

    Den NOK hinter uns gelassen, segelten wir aus der Kieler Förde bei zunehmendem Wind nach Wendtorf, wo wir am frühen Nachmittag festmachten. Am Abend kam dann Starkwind bzw. Sturm auf, der über den nächsten Tag andauern sollte, und wir waren froh, dass wir unseren müden Knochen ein „Päuschen“ gönnen konnten.

    Das Päuschen bestand dann – wer hätte es gedacht – aus weiterem Aufräumen, Ausmisten, Putzen und Sichten. Außerdem galt es Kühlmittel zu besorgen und die Ursache für den Ölverlust der Maschine im Betrieb zu finden…

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    Am Montag sollte es dann weitergehen. Der Starkwind war für Süd bis Südwest vorhergesagt und sollte und damit eine Fahrt bis Warnemünde erlauben. Darüber mehr im nächsten Post.

  • Übernahme und Überführung unserer Glacer 363 (1)

    Von Bremerhaven nach Cuxhaven / NOK

    Am 6.8. war es soweit: Christine und ich übernahmen als Neu-Eigner unsere gerade erst erworbene Glacer 363 an ihrem Liegeplatz beim Yachtclub Bremerhaven. Wir konzentrierten uns bei der Übergabe auf die für den Törn relevanten Dinge, die kreuz und quer in Schapps, unter Navi oder Kojen und in der Backskiste verstaut waren. Für all die anderen (Zubehör)teile konnten wir uns mehr Zeit nehmen und zudem bot uns der Vorbesitzer seinen 24/7 Telefonsupport für die kommenden Tage an, den wir, wie sich zeigen sollte, auch benötigten.

    Ein perfektes Dinner beim Verkäufer rundete die Übergabe ab und mit großer Erwartung und Spannung stiegen wir zum ersten Mal auf unserer künftigen SY Danja in die Kojen. Das Hochwasser in Bremerhaven um 10.11 definierte den Zeitpunkt des Auslaufens, so dass wir gegen halb zehn versuchten, den Motor zu starten. Fehlanzeige. Hektisches telefonieren mit unserem „Telefon-Support“ brachte schnell Abhilfe: Zum Betätigen des Anlassers musste der Schlüssel am Start-Panel nicht nur gedreht, sondern auch gedrückt werden. Puh! Und Danke an den alten Eigner…

    Auslaufen

    Dann hieß es für Pandora endgültig Abschied nehmen, zunächst ging es hinaus in den Fischereihafen, wo uns die erste Schleuse unseres Seglerlebens erwartete. Gemeinsam mit einem Hochseeschlepper, einem Fischerboot und drei weiteren Segelyachten ging’s behutsam und als letztes rein in die Schleuse, wo wir am Fischerboot ohne Probleme längsseits gingen. Ein unterhaltsamer Klönschnack verkürzte die Schleusenzeit und bald darauf kurvten wir auf die Weser und dann flussabwärts in Richtung Nordsee.

    Fischereihafen-Schleuse

    Der Wind erlaubte nur für ein, zwei Stunden segeln, dann nahmen wir zur Unterstützung den Motor hinzu, der dann nachmittags, bei weiter nachlassenden Winden, bald alleiniges Antriebsmittel war.

    Wir folgten dem Hauptfahrwasser, bogen dann nordwärts Richtung Feuer „Alte Weser“ ab, um dann schließlich an der Tonne Elbe 1 in das Fahrwasser der Elbe einzubiegen (wir hielten uns stets südlichdes Fahrwassers/der grünen Betonnung). Erst spät spürten wir, im Gegensatz zur ablaufenden Tide auf der Weser, das auflaufende Wasser auf der Elbe. So richtig Schwung bekamen wir erst in Höhe Neuwerk. Mit Erreichen Cuxhavens war die flotte Fahrt dann auch alsbald wieder beendet, nach fast 12 Stunden Reisezeit reichte es uns damit aber auch.

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    Ein sicherer Anleger in Cuxhaven ließ das Vertrauen in unser Schiff weiter steigen, es verhielt sich, wie versprochen, ausgesprochen gutmütig und reagierte hervorragend auf Steuereigaben und Leistungsänderungen. Statt Bugstrahler verfügten wir quasi über einen Heckstrahler, denn das Ruder lenkte Steuerschübe fast rechtwinkelig in die gewünschte Richtung.

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    Zum Abendessen verspeisen wir zwei Doraden, die wir tags zuvor in Bremerhaven erstanden hatten. Dann ging es nach erfrischender Dusche in unserem eigenen Badezimmer todmüde in die Kojen, unter denen wir zuvor noch die Quelle eines störend-intensiven Benzingeruchs entfernt hatten: Zwei gut gefüllte Plastik-Benzinkanister! Nicht gerade die gesündesten Schlafbegleiter…

    Am nächsten Morgen hatten wir, auf auflaufendes Wasser wartend, noch die Gelegenheit den Bremerhaven-Stadt-Dreck vom Deck unseres Schiffes zu waschen. Unsere künftige Danja sah danach aus wie (fast) neu. Das war wirklich nötig gewesen!

    Eine größere Öllache in der Motorraum-Bilge sorgte für etwas Verunsicherung, obgleich die Menge noch im Rahmen eines 25-Jahre alten Motors zu liegen schien. Es war jedoch noch genügen Öl am Messstab und die Maschine sprang dann auch ohne Probleme an, wonach wir unsere Reise in Richtung Brunsbüttel fortsetzten.

    Viel Sonne und null Wind hatte das Wetter für uns parat. Auch gut. An Bermudas-und-T-Shirt-Reisen gewöhnt man sich doch gerne. Eineinhalb Stunden später erreichten wir Brunsbüttel und den NOK. Darüber berichten wir im nächsten Eintrag…

     

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  • Überführungstörn

    Bremerhaven – Cuxhaven – Reede Flemhuder See – Wendtorf – Warnemünde – Reede Barhöft – Barth

    Start 7.8.14 – Ankunft 13.8.14

    Gesamtstrecke: 278 sm

    Bis Flemhuder See wunderschönes, aber windstilles Sommerwetter, danach Starkwind aus Südwest bis West, bei Durchgang einer Gewitterfront bis 8 Bft in Schauerböen.

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  • Segeln mit Schweinswalen

    Juni-Törn 2014, Dienstag, 10. Juni 2014, auf dem Weg von Sejeroe nach Nekseloe.

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    Schweinswale zwischen Sejeroe und Nekseloe

    Gesehen haben wir sie schon oft, stets blieb es jedoch bei der mehr oder weniger weit entfernten Rückenflosse, die genauso schnell wieder verschwand, wie sie aufgetaucht war. Auf dem Mini-Schlag von Sejeroe nach Nekseloe hingegen hatten wir das Glück, dass zwei Schweinswale zum Spielen aufgelegt waren. Nach dem Verlassen des Hafens (mal wieder totale Flaute) legten wir bei niedriger Umdrehungszahl so zwei, drei Knoten Fahrt bei Kurs nach Süden an, weil wir Angeln wollten. Die Angel war nur wenige Minuten draußen, mit dem Köder im Kielwasser, als einer der beiden zum ersten Mal an Steuerbord, vielleicht eine Schiffslänge achtern auftauchte. Um Gottes Willen, dachte ich, bloß keine Delfine an der Angel, und holte, so schnell es ging, die Angelschnur wieder ein.

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    Schweinswale

    Es dauerte nicht lange, da zeigte sich die Flosse wieder, dann immer häufiger, mal vor, mal hinter dem Schiff und wir waren total happy. Über mehr als eine Stunde ging das dann so weiter. Es waren zwei dieser schönen Tiere, ein größerer und ein kleinerer. Christine stand alsbald am Bug und fotografierte, was das Kamera hergab, während wir bei gleicher Geschwindigkeit langsam weiterfuhren. Das ganze ergänzte ich mit einigen Handy-Videos, bis wir nach einiger Zeit dann die Cams beiseite legten, und nur so dem Schauspiel zuschauten.

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    Schweinswale

    In Höhe der Südspitze Sejeroes kam dann genügend Wind auf, um den Motor zu stoppen und unter Segel die Fahrt fortzusetzen. Schien auch unseren beiden Begleitern im Wasser zu gefallen, sie begleiteten uns noch ein, zwei weitere Meilen, bevor Sie dann endgültig verschwanden. Vielleicht war das Gebiet westlich Sejeroes ihr Zuhause, das sie nicht verlassen wollten, oder sie bekamen einfach Hunger, nach all dem Spielen mit der Fresh!Connection und suchten lieber nach Delfin-Frühstück. Wir werden’s nie erfahren, aber dieses erste Mal war ein wunderschönes Erlebnis.

  • Es geht los

    Mit einigem Trouble – vor Törnbeginn – beenden wir die letzten Vorbereitungen für unsere diesjährige Segelreise.
    Die zwei Übernachtungen vor der Ubernahme boten genügend Zeit für einen Familienbesuch (leider auch wegen schwerer Erkrankung des Vaters), Kappelner Hafentage, Proviantierung und ausruhen. Selbst den Kühlmittelverlust an unserem Skoda (Marderverbiss) bekamen wir noch repariert.
    Nun ist das Boot übernommen, alles verstaut, das Ölzeug angelegt und es kann heißen „Leinen los“…

  • Von Dragör zurück nach Greifswald

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    Samstag, 22.06.2013. Dragör – Rödvig

    In der Nacht was es wieder einmal ungemütlich, es blies und schauterte mit bis zu 20 Knoten Wind. Wie vorhergesagt ließ der Wind gegen morgen etwas nach und pendelte sich zwischen 10 und 18 Knoten ein. Die Sonne ließ sich nicht blicken, als wir uns um 9.00 Uhr ans Ablegen machten. Der Wind wehte achterlich und in Richtung Hafenmauer. Eindampfen in die Vorspring wäre hier das Schulbuch-Manöver gewesen. Ich entschied mich mit Bugstrahler aus der Lücke zu manövern, eine Entscheidung, die fast in die Hose gegangen wäre. Kaum war die Achterleine lose, machte eine Böe den Bugstrahler quasi wirkungslos und schob uns zudem noch Richtung den vor uns liegenden Nachbarn. Brauchte eine Ganze Menge Rückwärtsschub um ihn nicht zu berühren, zuviel ging aber auch nicht, da hinter uns ja auch noch jemand lag. PIO (Pilot Induced Oscillation) galt es zu vermeiden. Dann endlich zeigte der Bugstrahler die erhoffte Wirkung und wir kamen weit genug von der Kaimauer los, um vorwärts aus der Box zu fahren. Für den vor uns liegenden Skipper war es wohl ein böses Erwachen, als er Anja, die am Bug stand, viel zu nahe vor sich oder besser über sich durch den Niedergang erblicken musste, nachdem er von unserem Motoren und Bugstrahlen wohl geweckt worden war. Jedenfalls schimpfte er auf dänisch – oder schwedisch – jedenfalls halb nackig – hinter uns her, als er hektisch, und als wir bereits frei gekommen waren, seine Kuchenbude geöffnet bekam. An dieser Stelle noch mal ein aufrichtiges SORRY ! Lektion gelernt.

    Das Wetter blieb garstig. Kalt, wolkenverhangen und mit Wind wie schon so oft zuvor auf der Nase. Wenn er denn mal drehte, dann zumeist so, dass der gewählte Kurs nicht gehalten werden konnte. Nach fünf Stunden und zwei dritteln der 30sm hatten wir genug und nahmen den Motor zu Hilfe, passierten 30 min später Stevns Klint und erreichten eine weitere Stunde später endlich Rödivg. Dort klarte es dann sogar bei westdrehendem Wind auf und sorgte für einen versönlichen Ausklang des Tages. Im Fischladen beim Hafen – es gibt da mehrere Restaurants beim Hafen – ergatterten wir drei Seelachsfilets, die wir dann mit Broccoli zum Dinner genossen.

    Sonntag, 23.06.2013: Rödvig – Klintholm

    Die Wetterbesserung am Vorabend war nur von kurzer Dauer. Zum Aufstehen regnete es mal wieder. Der Wetterbericht versprach stabile 4-5 Bft aus S bei Schauerboen, mit 1m Welle. SW wäre schöner, sollte dann aber erst am späten Nachmittag kommen. Hart am Wind ging es Richtung Klintholm. Die Winddrehung auf südwestlichere Richtung kam gerade richtig, jedenfalls konnten wir von Rödvig bis vor Klintholm durchsegeln, die letzte Stunde bei satten 6 Knoten am Wind. Geil! Das Kontrastprogramm kam dann auch prompt: Beim Segelbergen klemmte die Rollanlage der SW-Fock. Die Schot hatte sich in der Refftrommel vertörnt. Nach einigen vergeblichen Versuchen, das Missgeschick zu beheben, blieb uns nur das Abbauen des Focksegels. Bei immer noch gut 15 Knoten Wind machen wir in einer Box im westlichen Teil des Yachthafens fest. Das Anlegerbier hatten wir uns an diesem Tag redlich verdient…
    Erst für Dienstag wurden stabil westliche Winde angekündigt. War für uns ein gutes Argument einen Ruhetag in Klintholm einzulegen. Neben uns lag ein Langzeitsegler-Ehepaar aus der Schweiz. Sie schwärmten von ihrer Situation des Zeit habens, waren bereits seit Beginn der Saison unterwegs und warteten nun auf das ideale Wetterfenster um Richtung Fehmarn weiter zu segeln. Gern hätten wir getauscht…

    Dienstag, 25.06.2013: Klintholm – Barhöft

    Südliche Ostsee NW 3-4, wenig rechtdrehend, zunehmend 6-7, Schauerböen, See zunehmend bis 2 m. Belte und Sund ähnlich aber etwas weinger Wind. Dazu zunehmende Bewölkung und nachfolgend Regen. Das klang für die Überfahrt nach Rügen geradezu ideal – mal vom Regen abgesehen… Es traf dann auch genau zu. Und so segelten wir vor dem Wind, Bullenstander kam zum Dauereinsatz, in gut 7 Stunden zurück nach Rügen. Einmal fuhren wir ein Ausweichmanöver um dem Frachter Doris auszuweichen, später ein Ausweichmanöver um einem russischen Großsegler (!) auszuweichen. Als wir nach dem Bergen des Großsegels in den Gellenstrom einbogen, war der Regen da, der Wind überstieg jedoch nicht Stärke 5. Nass aber ohne Besonderheiten machten wir schließlich in Barhöft fest. Der Regen blieb erst mal, und der nächste Sturm kam auch, später am Abend und blieb am Mittwoch. Ein weiterer Stehtag war somit gebucht. Gute Gelegenheit beim Restaurant Seeblick für etwas Umsatz zu sorgen, was wir gerne machten, denn dort gibt’s gutes Essen für einen fairen Preis.

    Donnerstag, 27.06.2013: Barhöft – Neuhof

    Nach dem stürmischem Mittwoch blies es am Mittwoch morgen mit Schauerböen immer noch mit 4-5 Bft aus WSW, mit Aussicht auf Wetterbesserung im Tagesverlauf. Gegen 09:00 verließen wir Barhöft, setzten vor der Reede das Groß im 2. Reff und folgten der Rinne in Richtung Stralsund. Nach Tonne 45 kam noch die Fock zum Einsatz, um besser Höhe laufen zu können. Wie geplant erreichten wir um 11.00 Stralsund, wo wir kurz im Yachthafen festmachten und uns mit einigen Fischbrötchen eindeckten. Ohne Stress ging’s dann um 12.00 Uhr weiter für die Ziegelgrabenbrücke-Öffnung um 12.20 Uhr. Kaum passiert setzten wir Fock und Groß im 2. Reff und hatten riesig Spaß daran, wie „unsere“ Genesis eine Yacht nach der anderen „vernaschte“, egal ob sie unter Segel oder Motor lief… Vor Neuhof hatte unsere kleine Regatta dann leider ein Ende, wir bargen die Segel und liefen Neuhof an, wo wir einen gemütlichen und zunehmend sommerlichen Nachmittag und Abend verbrachten. Im Restaurant Meat’n Sea, mit gutem Überblick über den Yachthafen, wird hervorragend gekocht. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

    Die Marina wurde um einige Meter vergrößert und bietet wieder deutlich mehr Liegeplätze für Gastlieger. Liegegebühr (2013) bis 12 m betrug EUR 14.

    Freitag, 28.06.2013: Neuhof – Greifswald

    Nach windstiller Nacht genossen wir ein letztes mal Frühstück im Cockpit. Erst um halb elf machten wir uns auf den Weg zurück nach Greifswald. Für den Tagesverlauf erwarteten wir mal wieder eine Wetterverschlechterung mit dem Durchzug einer Schauerfront. Der Wind stand nicht ideal (S – SO), dennoch gibt der Strelasund genügend Raum fürs Kreuzen. So segelten wir bis in den Greifswalder Bodden, wo uns dann doch die erwartete Front passierte. Wir banden das zweite Reff ins Groß und rollten die Fock weg und ließen und einmal gut durchwaschen. Der Motor blieb aus, Genesis machte auch unter dem wenigen Tuch noch genügend Höhe und brachte uns näher ans Ziel heran. Hinter der Front schlief der Wind komplett ein. Um die 16.00 Uhr Brückenöffnung nicht zu verpassen, bargen wir dann doch alle Segel und motorten in Richtung Wieck. Um 16.30, nach dem Tanken, lag „unsere“ Genesis schließlich wieder fest an ihrem Liegplatz in Greifswald / Wieck. 520 sm lagen im Kielwasser, nur packen und aufräumen noch vor uns. Wie so oft hätte der Törn ruhig noch einige Wochen länger dauern dürfen…

     

  • Heimwärts… nach Süden bis Dragör

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    15.06.2013 Varberg – Falkenberg.

    Zwei Tage saßen wir in Varberg fest . Viel Zeit zum Ruhen, spazieren gehen und planen des weiteren Törnverlaufs. Der Wetterbericht versprach weiterhin wechselhaftes Wetter, das auch weitere Sturmtage bringen konnte. Würden wir bis Göteborg weitersegeln, wäre der Rückweg sicherlich ähnlich anstrengend wie der Hinweg: Lange, lange Schläge, immer gegen den Kalender, um die Rückgabe der Genesis nicht zu vermasseln.

    Dieser Törn sollte auch Urlaub sein, deshalb fiel uns die Entscheidung nicht ganz so schwer. Wir wollten uns auf den Weg zurück nach Süden machen, zurück nach Greifswald. SW 4, vorübergehend SO drehend, später SW um 6, etwas abnehmend, zeitweise Schauer- oder Gewitterböen, See bis 1,5 Meter lautete die Vorhersage. Gut genug für einen 30sm-Schlag nach Falkenberg.

    10 Stunden brauchten wir für die insgesamt 32 sm, immer hart am Wind, aber fast ohne Motor. So soll es sein… Wir fanden einen freien Liegeplatz beim Yachthafen Falkenberg, kurz bevor die nächst Front mit Starkwind und Regen über uns hinweg fegte. Der Hafen lieht im Bereich der Mündung Ätran, mehrere Werften bieten eine nicht ganz so schöne Kulisse. Leider fiel ein Besuch Falkenbergs aus. Wetter und Müdigkeit ließen uns die Kojen vorziehen… Immerhin fanden wir später in Supermärkten Falken – Bier. Das kommt ursprünglich aus Falkenberg.

    16.06.2013 Falkenberg -Halmstad.

    Auch dieser Tag versprach – oder drohte – mit reichlich Wind bis 6 bft, inclusive Schauerböen und vereinzelten Gewittern. Die Front war am Morgen durchgezogen und die Sonne schien immer wieder durch die Quellbewölkung. Bei 10-14 kts Wind aus SW gings um halb zehn wieder hinaus aus dem Hafen und dann immer hart am Wind nach SSO, der Küste entlang. Um 13.00 rundeten wir Tylogrund und liefen nun auf raumem Kurs nach Osten. Die versprochenen Schauerböen kamen ebenso wie das Gewitter und sorgten für einige Sorgenfalten bei der Crew… Nur mit dem Groß im zweiten Reff trieben und die Böen bis knapp 9 Knoten, eine Geschwindigkeit, bei der das Ruder besorgniserregend zu vibrieren begann. Wir drehten bei nunmehr reichlich rauher See in den Wind und bargen das Groß vollständig, für die verbleigenden Meilen nach Halmstad. Nach nur 4 Stunden liefen wir in den Fluss Nissan ein, an dessen Mündung Halmstad liegt. Es wurde ein, bei immer noch 4-6 bft mühsames Anlegemanöver zwischen zwei zum Glück mit viel Gummi geposterten Schwimmern, aber nach einigem Hin und Her war es geschafft und wir konnten den Nachmittag zur Erholung nutzen.

    17.06.2013 Halmstad – Torekov

    Halmstad gefiel uns nicht sonderlich. Die Stadt hat zwar ein recht großes Zentrum mit Restaurants, Kneipen und Einkaufsläden, allerdings fanden wir auf die schnelle weder Supermarkt noch Bäckerei in Hafennähe. Das ganze irgendwie Seelenlos. Wir entschieden weiter zu segeln und wählten Torekov, auf der anderen Seite der Laholmsbukten. Vom nächtlichen Sturm war noch einiger Seegang geblieben, der Wind kam mal wieder „von vorn“. Hart am Wind und mit einigen Kreuzschlägen schafften wir es in 4 1/2 Stunden nach Torekov. Im Tagesverlauf klarte es zunehmend auf und auch der Wind ging zurück. Es wurde entsprechend ein (nordisch) sommerlicher und gemütlicher Abend in Torekov mit frischem Fisch aus dem Fischladen am Hafen.

    18.06.2013 Torekov – Viken

    Endlich mal wieder ein perfekter Segeltag. Bei wenig Seegang, Sonnenschein und knapp 10 Knoten Wind ging es am Wind zunächst über die Bucht Skälderviken, um Kullen herum in Richtung Öresund. War es auf See durch den Wind recht frisch, bot und Viken am Nachmittag Badewetter.

    19.06.2013 Viken – Kyrkbacken

    So schön wie der vorherige Tag war, so unschön war dieser. Zum Ablegen gab’s Regen und bei Windstille. Unter Motor ging’s an Helsingborg vorbei in den Öresund. Ziemlich langsam, das ganze, denn wir hatten gute 2 Knoten Strom auf der Nase. Immerhin kan nach Mittag der Wind zurück. Wie immer von vorn, dennoch setzten wir am südlichen Ende des Verkehrstrennungsgebiets die Segel und kreuzten bis vor die Hafeneinfahrt Kyrkbacken auf der Insel Ven. Der Himmel erinnerte an Waschküche, Donner kündete von Gewittern in der Umgebung, später im Hafen regnete es wieder. Bei Ankunft war der Hafen übrigens gut dänschen und schwedischen Booten belegt. Die Crews saßen überwiegend in ihren Cockpits und hielten Klönschanck. Bei Bier und Wein versteht sich. Als es zu regnen begann brachen die meisten auf und ließen einen fast leeren Hafen zurück. Da waren an diesem Nachmittag jedenfalls einige Promille auf dem Öresund unterwegs…

    20.06.2013 Kyrkbacken – Dragör

    Der Sommer war wieder zurückgekehrt. Strahlend blauer Himmel, warme Temperaturen und – Flaute. Unter Motor ließen wir die Insel Ven hinter uns und setzten Kurs auf Dragör. In Höhe des Forts Middelgrund wehte der Wind ausreichend aus nördlicher Richtung so segelten in Zeitlupe bei 2-3 Knoten vor dem Wind an Kopenhagen vorbei. Im Fahrwasser herrschte reger Schiffsverkehr und sorgte ebenso für Unterhaltung wie der erste selbst gefangene Fisch. Ein Baby-Pollack von gerade einmal 25 cm. Das sollte übrigens der einzige Fischfang des Törns bleiben. Die Ausrüstung hatte sich also nicht wirklich bezahlt gemacht. Ebensowenig wie die Lizenz fürs Fischen in Dänemark, die ich für den Tag erworben hatte. Um 15.15 Uhr hatten wir in Dragör festgemacht. Die Temperatur war nunmehr auf knapp 30° C geklettert. Entsprechend war Baden angesagt. Am Abend gab’s den „Catch of the Day“, den wir mittlerweile mit noch etwas Fisch aus dem Supermarkt ergänzt hatten. Wetter und Dragör selbst gefielen uns so gut, dass wir hier einen schönen Stehtag verbrachten.

  • Sommertörn 2013 – Nordwärts

    Samstag, 8. Juni 2013: Wir erreichten den Liegeplatz der Genesis beim Yachtservice Wunderlich am späten Vormittag und konnten auch sogleich mit dem Verstauen unseres Gepäcks und der Vorräte beginnen. Bis aufs Trinken hatten wir alles mitgebracht, kaum war der Wagen leer, fuhren Christine und Anja zum Getränkeladen, um den Flüssigkeitsvorrat zu besorgen.
    Die Übergabe verlief kurz und schmerzlos, auch weil wir „Wiederholungstäter“ und uns die Genesis noch noch gut vertraut waren. In Wieck kauften wir schnell noch etwas Fisch (Rosenstraße) und um 14.45 Uhr hieß es Leinen los für die Brückendurchfahrt um 15.00 Uhr.
    Zumeist unter Motor – der Wind stand eher ungünstig – ging’s in den Strelasund. Ab Tonne 18 konnten wir dann auch noch ein Stündchen unter Segel unserem Ankerplatz südlich Drigge entgegensegeln. Um 19.30 Uhr saß der Anker und wir machten uns ans Abendessen.

    Sonntag, 9. Juni 2013: Es war eine ruhige, windstille Nacht, dennoch hieß es bereits um 04.15 Uhr aufstehen, um die ersten Brückenöffnung um 05.25 Uhr nicht zu verpassen. An Stralsund vorbei ging es weiter nordwärts und um 08.00 lag der Bock hinter uns und wir fuhren hinaus auf die Ostsee. Das Ziel hieß Falsterbokanal, bei nur 3-5 Knoten Wind – leider aus NNW – ließen wir den Motor schieben. Nach Mittag drehte der Wind endlich mehr auf West und wir konnten dem Jockel eine Pause gönnen. Es blieb bei einer Pause, denn nach 2 Stunden war wieder Flaute und unter Motor ging es schließlich 17.30 Uhr in den Kanal. Mit einigen anderen Yachten passierten wir um 18.05 die Klappbrücke und machten anschließend ca. 14 Stunden nach dem Anker lichten und mit 73sm hinter uns, im Yachthafen Höllviken fest. Puh! Es bot isch uns dann, müde wir der lange Tag uns gemancht hatte, ein sonniger, warmer Abend mit einem tollen Sonnenuntergang.

    Montag, 10. Juni 2013: Zeitig und noch immer ganz schön müde legten wir um 6.30 Uhr wieder ab und setzten den Kurs ab in Richtung Öresund-Brücke, Helsingborg, Mölle. Es zeichnete sich wieder ein Tag unter Motor ab, Flaute oder leichter Wind aus Nord. Dann jedoch, um Mittag dreht der Wind auf NW und frischt auf 3 Bft, nach 13.00 sogar bis 5 Bft auf. Mit unserer Genua waren wir denkbar schlecht auf den Wind vorbereitet. Die Übung fehlte auch, die Müdigkeit steckte ebenfalls in den Knochen, was auch immer, noch bevor wir Helsingborg erreichten verließ den Skipper der Mut und wir machten kehrt um Ven / Bäckviken anzulaufen. Da kamen wir eine Stunde zuvor bereits vorbei, lag windgeschützt und sollte damit auch für einen Wechsel des Vorsegels geeignet sein. Immerhin erlaubte die Kehrtwende noch eine Stunde Segeln vor dem Wind, bevor wir dann um 14.40 festgemacht hatten. Es war uns klar, dass wir uns mit dieser Änderung der Reise einen extra Tag auf dem Weg nach Norden „eingekauft“ hatten, dennoch genossen wir den ruhigen Nachmittag in Bäckviken, der auch ein Bad im doch recht kalten Wasser beinhaltete.
    Unseren ersten Segelwechsel schafften wir ohne große Probleme, allerdings gelang es uns nicht, die Genua „fachgerecht“ so zu falten, dass ein neuerliches Aufziehen reibungslos verlaufen würde. Verschoben wir auf später – und die Genua in die SB Achterkoje…

    Dienstag, 11. Juni 2013: Am Morgen war der Wind wieder weg. Erneut musste der Motor für’s Vorwärtskommen sorgen, denn Ziel waren die Schären vor Torekov, Hallands Väderö. Zäh ging’s voran, auch der Strom wollte uns vom Kattegat fernhalten. 2 Knoten auf der Nase. Am späten Vormittag, der Öresund lag hinter uns, gab’s dann endlich segelbaren Wind und wir kreuzten in Richtung Kullen, von da ab bei schönem Wind Richtung Hallands Väderö. Vorsichtig fuhren wir dort zwischen die Felsen der Schäre und ankerten in der Bucht östlich des Anlegers. Bis zum Anleger manövrieren war uns doch zu „heiß“, die Bucht aber auch so schön genug. Wir packten erstmals die Angel aus, gingen baden und wollten eigentlich auch über Nacht hier bleiben, als dann nach 18.00 der Wind wieder deutlich zunahm. Prompt gingen wir über dem krautigen Untergrund auf Drift. Kurz entschlossen lichteten wir Anker und verlegten für die Nacht nach Torekov, wo wir um 20.00 nach 14 Stunden endlich wirklich Feierabend hatten.

    Mittwoch, 12. Juni 2013: Die Nacht war dann doch windstill und bescherte uns einen guten Schlaft, den wir sehr nötig hatten. Verberg war das Ziel für diesen Tag, 47 sm entfernt. Wir gönnten uns deshalb noch frische Brötchen zum Frühstück und machten uns erst am späten Vormittag auf den Weg. Um 11.10 Uhr verließen wir Torekov bei südwestlichen Winden um 3 Bft, die uns gut voranbrachten. Hielt natürlich nicht lange. Nach Mittag begann der Wind linksdrehend wieder einzuschlafen. Wir hielten am Tagesziel fest und nahmen den Motor zu Hilfe. Nachdem Falkenberg an Steuerbord vorbeigezogen war, wurde die Küste deutlich felsiger und „schäriger“, allerdings auch rauher, geradezu abweisender als die Schären Blekinges, die wir 3 Jahre zuvor besucht hatten. Nach 16.00 sorgte eine aufziehende Warmfront für Wetterverschlechterung: Es zog sich zu. Um 18.00 war es vollständig bedeckt, die Hochdruckwetterlage, die über zwei Wochen gehalten hatte, schien vorüber. Schade. Wir hatten den Motor 6 Stunden an der Marschdrehzahl rangenommen, was er uns wohl übel nahm. Für die letzten Meter zum Kai nahm ich im Rückwärtsgang die Fahrt aus dem Schiff, als ich in den Leerlauf schaltete, ging er einfach aus. Zum Glück war das Anlegemanöver nicht sportlich ausgelegt. Dank des Hafenmeisters, der die Leinen annahm konnten Christine und Anja das Schiff längsseits am Kai aufstoppen ohne zunächst zu bemerken, dass sich der Jockel nicht mehr starten ließ. Da hätte einiges passieren können, hätten wir das Kai nicht erreicht und hätte uns der stärker werdende Wind durchs Hafenbecken geschoben, hätten wir den Anker schnell genug fallen lassen können… Hätte, hätte Fahrradkette 😉
    Um 19.10 lagen wir jedenfalls sicher im Varberger Stadthafen, freuten uns über den freundlichen und hilfsbereiten Hafenmeister, der uns noch mit allen wichtigen Infos versorgte, bevor er mit seinem Rad zurück zu seinem Büro radelte.
    Wir bauten am Abend noch die Kuchenbude auf, denn die Wettervorhersage versprach Regen und Sturm, es war klar, dass wir erst mal bleiben würden.

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