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SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

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Überführungstörn Heiligenhafen – Flensburg, Oktober 2010

Oktober 7th, 2010 · No Comments · Logbuch

Tag 1: Heiligenhafen – Wendtorf

So gegen 12 Uhr hatten wir unser Schiff für die kommenden 5 Tage übernommmen und machten uns fertig für’s Ablegen.

Unser Schiff, „Fame“, war eine Beneteau Cyclades 43, ausgestattet mit Kartenplotter am Steuerstand, Radar, Autopilot, Rollreff und Groß mit Ein-Leinen-Reffsystem. Außerdem durften wir über einen Comfodrive verfügen, ein neues Steuersystem, das für den Alltagstest in diesem Schiff eingerüstet, Bug- und Heckstrahler sowie Saildrive in einem Steuerhebel und Bedienpanel zur verfügung stellte. Besonderer Hit war die Möglichkeit über den drehbaren Sticktop auf der Stellle zu drehen. Wir waren gespannt.

Fürs Ablegen zu zweit – ein Novum für uns – ließen wir uns viel Zeit. Die Fame war mit dem Heck zum Steg übergeben worden, der Wind drückte uns perfekt aus der Box. Trotzdem gaben wir kontrolliert Lose achtern und holte vorn dicht, bis dass der Bug sicher zwischen den Heckpfählen lag. Dann hieß es Leinen los und hinaus in die Boxengasse. Mit dem Saildrive drehten wir wie angekündigt auf der Stelle und begannen recht „relaxt“ unseren Überführungstörn. Durch das geschäftigen Fahrwasser ging es hinaus aus dem Hafen, südwestlich der Untiefentonnen machten wir uns ans Segel setzten. War noch ein wenig krampfig (zu wenig Gas im Wind gegeben, 4-5 Bft Wind, Reffleinen schwergänging), doch nach einigen Versuche und Korrekturen standen das Groß im zweiten Reff sowie die Genua (und ich im Schweiß ;-).

Wir mussten bald feststellen, dass für den erforderlichen Vorwindkurs der Autopilot nicht geeignet war. Zu träge in der Reaktion und dem erreichen eines gesetzten Kurses, steigerte sich das gekurve um den Sollkurs so weit, dass eine Patenthalse drohte und wir den Autopiloten wieder ausschalteten. Nach einigen weiteren Versuchen mussten wir die Sache aufgeben. Dieser Otto konnte es nicht… Handsteuern war angesagt ;-(

Die Idee bis Kappeln durchzusegeln hatten wir schon vor dem Ablegen aufgegeben. Selbst bei idealen Bedingungen war das nicht mehr bei Tageslicht zu schaffen. Zwischen den beiden Alternativen Laboe oder Wendtorf entschieden wir uns bald für letzteres, denn allzu spät wollten wir nicht ankommen müssen. Um Patenthalsen von vornherein auszuschließen schifteten wir um den geplanten Kurs herum voran. Das Wetter war ok, aus dem zunehmend verhangenen Himmel fielen, je später der Tag, immer mal wieder Regentropfen, hielt sich aber sehr in Maßen. Dank konstantem SO segelten wir durch bis zur Anfahrtstonne in die Rinne nach Wendtorf, wo wir beide Segel bargen. Der Empfehlung des Hafenmeisters folgend – wir hatten ihn zwei Stunden vor Ankunft angerufen – gingen wir schließlich am Kopf eines Stegs längsseits, ohne Probleme 🙂 und freuten uns über eine gelungene erste Passage unseres Törns.

Es folgeten noch Anlegerbierchen, Anmeldung, Dusche und schließlich ein Dinner mit Mozzarella-Tomaten als Vorspeise und Spaghetti al Tonno als Hauptgericht, bevor wir uns gegen 10 endlich in die Kojen begaben.

Tag 2: Wendtorf – Kappeln Grauhöft

Wie zu erwarten war es nicht die beste Nachtruhe, trotz der Müdigkeit weckten uns immer wieder die ungewohnten Geräusche und Bewegungen. Dennoch konnten wir einigermaßen erholt den zweiten Tag angehen. Nach der üblichen Morgenroutine (Waschen, Frühstücken, Boot checken, klar Schiff machen…) warfen wir gegen 9.00 Uhr die Leinen los für den Schlag nach Kappeln. Der Wind bließ unverändert mit 5-6 Bft, in Schauerboen auch mal 7 aus SO. Die Wellenhöhe lag bei 1-2 Metern, die Bewegugen des Schiffs entsprechend. Christine, der Stabilität einer Yacht noch nicht ganz vertrauend, erlebte den einen oder anderen Adrenalinschub, als Fame in Boen und Wellen mal kräftiger krängte.

Erneut waren wir von den Segeleigenschaften nicht besonders beeindruckt. Mit Groß im Reff 2 und Genua hatte Fame eine sehr starke Tendenz bei jeder Boe anzuluven, der überforderte Autopilot (oder kaputte), zusammen mit einer für unseren Geschmack schwergängigen Steuerung sorgten für viel Arbeit am Steuer. Nach dem Queren der Kieler Förde im Außenbereich sowie der Eckerförder Bucht folgten wir dem Küstenverlauf innerhalb des Schießgebiets Schönhagen gen Norden.

Vor Schleimünde erreichte der Wind in Spitzen schon mal 7 Bft, in ziemlich üblen Wellen bargen wir die Genaua und setzten, nur mit dem Groß im zweiten Reff, Kurs auf die Schlei. Direkt hinter den Molenköpfen der Schleieinfahrt ließ der Schwell – und unsere Anspannung – nach. Mit dem Groß im Reff 2 folgten wir bei um 5 Kt. Fahrt und achterlichem Wind dem Fahrwasser bis hinter das Tonnenpaar 11, 12, wo wir schließlich auch das Groß bargen um die verbleibende Meile mit Motor zurückzulegen. Nach langem Suchen – Problem für uns war eher die Größe des Schiffs denn das Angebot an freien Liegeplätzen steuerten wir schließlich Box 15 des Hafens Kappeln-Grauhöft an, wo wir beim zweiten Versuch (Merke: Schlei weist starke Strömungen auf) sicher und überzeugend anlegten.

Wir ließen den Tag schließlich mit ein (zwei, um genau zu sein) Spatziergängen durch Kappeln und einem Dinner im Restaurand Stark zu Ende gehen. Meine Schwägerin kam übrigens noch zu Besuch. Schön!

Was gibt‘ sonst noch zu vermerken? Scalar-Yachten werden in Kappeln-Grauhöft gebaut. Es liegen viele davon im Hafen. Schöne Schiffe! Im Restaurant Stark sollte man Plätze zuvor reservieren. Wer rückwärts in die Boxen im Stadthafen einparkt, wird vom Restaurant kostenlos auf dem Schiff bedient (wir passten leider nicht rein, in die Boxen).

Tag 3:Kappeln – Soenderborg (DK) und Tag 4 (ein Hafentag)

Wie schon erwartet bließ auch an diesem Tag der Wind mit 5-6 Bft aus SO. Am Morgen hatten wir noch kurz Besuch von (Schwieger) Pa und Ma aus Kappeln. Nur Pa schaffte es an Deck, deshalb war es nur ein kurzes Wiedersehen. Wir beeilten uns mit den Vorbereitungen und legten um 10.00 ab um uns auf den Weg nach Dänemark zu machen. Ziel für heute war Soenderborg. Welcher Hafen genau, wollten wir erst vor Ort entscheiden. Da es sich um einen recht kurzen Schlag handelte erwarteten wir so gegen 14.00 anzukommen.

Wie schon die Tage zuvor kämpften wir mit der schwergängigen Steuerung und ziemlich hohen Wellen schräg von hinten. Nach vier Stunden hatten wir dennoch die 24 Meilen von Kappeln nach Soenderborg hinter uns gebracht. Im Schutz der Bucht vor der Hafeneinfahrt bargen wir die Segel (ging ruck-zuck, reibungslos, professionell ;-)) und fuhren dann in den Südenhafen Soenderborgs ein. Die Stadt machten einen freundlichen Eindruck, wie bereits im Hafenhandbuch beschrieben, befanden sich die Kainlagen jedoch gleich neben einer reichlich befahrenen Straße und waren somit wenig einladend für die Nacht. Den Fjord nördlich der Klappbrücken kennen zu lernen, verwarfen wir für heute und entschieden uns schließlich für eine Übernachtung in der Marina etwas südlich des Stadthafens.

Wir hatten Glück und ergatterten den Liegeplatz am Kopfende des südlichen der beiden Gästebrücken – obschon wir drei Anläufe brauchten, denn die Poller waren – im Verhältnis zu unserem Freibord so niedrig, dass die übergeworfenen Festmacher beim Dichtholen oben abrutschten. Beim dritten Versuch sicherten wir uns zunächst mittschiffs, was hielt und kümmerten uns danach um das ordentliche Festmachen unserer „Fame“.

Die Marina Soenderborg ist eine topgepflegte Anlage mit allem Drum und Dran. Gefiel uns so gut, dass wir uns entschieden hier einen Hafentag einzulegen. In Anbetracht des am folgenden Tag noch stärkeren Windes (selbst im Hafen Spitzen bis 7 Bft) im nachhinein eine gute Entscheidung. Auch war es sehr erholsam mal Seele und Gemüt baumeln zu lassen. Der freie Tag verhalf uns zudem zu original dänischen Hotdogs und frischem Fisch, der schließlich gemeinsam mit Bratkartoffeln und Gurkensalat zu unserem Menü des Tages wurde. Zum Abend flaute der Wind dann zum ersten Mal seit Beginn unseres Törns fast vollständig ab und wir konnten uns an einer richtig erholsamen Nachtruhe erfreuen.

Tag 5: Soenderborg – Flensburg Sonvik

Wir waren die ersten, die um 09.00 Uhr die Leinen loswarfen und die Marina verließen. Unmittelbar vor dem Hafen setzten wir Groß im Reff 1 und fielen auf einen am-Wind-Kurs ab gen Süden ab, um dort dem Fahrwasser in die Flensburger Förde folgen zu können. Es folgte sogleich die Genua und wir waren wieder unterwegs. Mehr als 3 Bft waren es nicht, die unsere Fame anschoben. Welch ein Unterschied zu den vergangenen Tagen. Sogar Otto kam diesmal mit den Verhältnissen zurecht…

Um die Landzunge vor Borreshoved herum ging es schließlich auf dänischer Seite hinein in die Flensburger Förde. Wir hielten uns auf Dänischer Seite frei vom Fahrwasser uns segelten, bald ohne Reff, gemütlich auf Vor-Wind Kursen voran. Viel mehr zu berichten gibt es nicht. Die Sonne schien, wir genossen die Ruhe und das dahingleiten, mit einem flotten Am-Wind-Kurs zum Abschluss hinunter nach Flensburg Sonwik, wo wir östlich der Tonne 15 die Segel bargen und unserem Zielhafen anliefen. Es folgten zwei perfekte Anlegemanöver zu zweit – beim Tanken und fückwärts (!) festmachen – womit unser Törn seinen super Abschluss fand.

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