Über einen Monat nach dem Einwassern am Gründonnerstag, lösten wir am 29. April endlich die Leinen für den ersten Segeltörn des Jahres. Verspätetes Ansegeln sozusagen. Der Umbau der Bordstromversorgung dauerte deutlich länger als geplant. Ich werde in einem anderen Post darauf zurückkommen…
Als Ziel hatten wir uns die Heringstage in Kappeln vorgenommen. Die starten, wie jedes Jahr, am „Vatertag“ und laufen für 4 Tage. Dass Kappeln entgegen der vorherrschenden Windrichtung liegt, sorgte für das eine oder andere Bauchweh während der Törnplanung, dennoch sollte die eingeplante Zeit ausreichen, um die Strecke bei jedem Wetter zu schaffen. Zwei Alternativen boten sich an: Entlang der deutschen Küste, oder durch den Guldborg-Sund und die Dänische Südsee nach Schleimünde.
Als es für dann endlich losging, meinte es das Wetter gut mit uns. Ein kräftiger Südwind erlaubte uns, am ersten Tag mit streckenweise über 7 kts aus den Bodden heraus und entlang der Halbinsel Zingst, bis vor Prerow (Ankern) zu segeln. Die östlichen bis südlichen Winde blieben uns für die nachfolgenden Tage treu, sodass wir, via Kühlungsborn und Fehmarn (Ankern in der Orther Bucht) , bereits am Dienstag mit Sonnenuntergang Kappeln erreichten. Den längsten Schlag segelten wir am Dienstag, 40sm, durchgehend Schmetterling, von der Orther Bucht, via Schleimünde bis Kappeln (ab Schleimünde unter Motor). Und das endlich auch bei erträglichen Temperaturen und ohne die doppelte Schicht wärmender Unterwäsche. An baden war bei 6°C Wassertemperatur übrigens nicht zu denken…
Jetzt sind drei Ruhetage geplant, die wir für Familienbesuche und Treffen mit Freunden reserviert haben. Ab Freitag machen wir uns dann wieder auf den Heimweg nach Barth. Für die Fortsetzung hier klicken.
DANJA ist aus dem Wasser. Nach diesem Wochenende steht sie, wie viele andere Boote, an Land und wartet auf die kommende Saison. Erstmalig haben wir das Seerohr unter der Eignerkabine geöffnet. Alles in bester Ordnung dort – und tatsächlich eine hervorragende Möglichkeit die Schraube zu prüfen, bzw. von Seepocken zu reinigen. Davon hatten sich dort während der Saison besonders viele niedergelassen, was den verminderten Schub erklärt, sicherlich noch verstärkt durch eine ganze Seepockenkolonie um die Logge herum. In der kommenden Saison werden wir durch das Seerohr mindestens einmal die ungebetenen Besucher entfernen…
Auch wenn unser Ausflug am ersten Oktoberwochenende noch so schön war, ein Blick in unsere vollen Terminkalender führte uns vor Augen, dass ein weiterer Spätsommer-Wochenendtörn kaum mehr möglich war. Die Temperaturen würden weiter fallen, die Tage kürzer und das Wetter unbeständiger werden. Deshalb reisten wir bereits am nachfolgenden Wochenende erneut zu unserer DANJA um sie auf das Winterlager vorzubereiten. Bei bestem Segelwetter mit milden Temperaturen nahmen wir am 10. Oktober die Segel ab und erledigten einen großen Teil der Einwinterungsarbeiten. Danach war unser Schiff trockengelegt, der Tank voll und alles gründlich durchgeputzt. Den Ölwechsel schieben wir bis zum Auswassern, der Motor soll vom Jachtservice noch gründlich überprüft werden. Er läuft seit einiger Zeit unrund, vermutlich zumindest zeitweise auf nur drei Zylindern, Drehzahlanzeige und Ladestrom schalten erst nach deutlicher Drehzahlerhöhung auf, weitere Wartungsarbeiten können dabei gleich mit erledigt werden. Nächster Termin: Auskranen.
Der dritte Oktober fiel dieses Jahr auf einen Samstag, dennoch sorgten wir für ein langes Wochenende und reisten bereits Donnerstagabend nach Barth. Die Wettervorhersage versprach einen super Wochenendtörn, raume Winde am Freitag, um den Barther Bodden zu verlassen, erneut raume Winde ab Samstag, um auch wieder in den Bodden hineinsegeln zu können. So perfekt hatte sich das Wetter für uns bisher noch nicht gezeigt.
Wir legten am Freitag, 2.10., nach einem ausgiebigen Frühstück ab, setzten noch im Hafen die Segel und stoppten die Maschine gleich nach der Hafenausfahrt.
Kraniche im Formationsflug
Herrliches Segeln folgte, immer entlang des Fahrwassers nach Osten, bis vor Barhöft, wo Baggerarbeiten zwischen Tonne 23 und 21 die Fahrrinne auf der nördlichen Seite verengten. Ob die Fahrrinne tatsächlich versandet war, oder ob der ausgegrabene Schlamm zu nahe am Fahrwasser verklappt worden war, wissen wir nicht, jedenfalls liefen wir, am südlichen Rand des Fahrwassers und ca 100m westlich des Baggerschiffs sanft aber gründlich und mit vollem Tuch auf Grund. DANJA dreht langsam mit dem Bug nach Süden, worauf die zunehmende Krängung für genügend Bewegungsfreiheit sorgte und wir uns mit einer weiteren Wende wieder zurück ins Fahrwasser würgen konnten. Die Maschine lief mittlerweile und mit Kurs West bargen wir, wieder im Fahrwasser, Groß und Genua. Da uns einige größere Schiffe entgegengekommen waren, musste ein Durchkommen möglich sein, weshalb wir ganz langsam und mit Augen fest auf dem Tiefenmesser einen zweiten Versuch starteten. Wir hielten uns mittig im Fahrwasser und fuhen in geringem Abstand am Baggerschiff vorbei. Puh. So was braucht man eigentlich gar nicht. Auch in heimatlichen Gewässern muss man wohl auf alles gefasst sein. Die verbleibende Strecke bis zur Reede Barhöft segelten wir unter Genua und waren nicht wenig überrascht, dass dort zwei dicke Pötte vor Anker lagen. Auch in der Nordzufahrt nach Stralsund wurde fleißig gebaggert.
Dicke Nachbarn auf Reede Barhöft
Die beiden Ankerlieger waren als Sand- bzw. Schlicktransporter bzw. -verklapper an den Baggerarbeiten beteiligt, wie wir bald darauf feststellen durften. Im Norden der Reede, gleich bei der gelben Reedetonne fanden wir noch genügend Platz und ließen gegen 15.00 Uhr den Anker fallen. Zwar hätten wir sehr gut noch weiter gekonnt, der Wind war dafür bestens, wir zogen jedoch einen gemütlichen Nachmittag vor und genossen den Rest des Tages bei einigen Sundownern…
Barhöft Sunset
Der Samstagmorgen begrüßte uns mit dichtem Nebel. Nur gelegentlich waren die anderen Ankerlieger, ein Segel- und ein Motorboot schemenhaft erkennbar. Da blieb uns nur warten.
Reede Barhöft im Nebel
Gegen Mittag lichtete sich schließlich mit einsetzenden Ostwind der Nebel und verschwand in weniger als einer halben Stunde vollständig. Noch im Bereich der Reede setzen wir die Segel und dann ging es für uns wieder heimwärts, hinein in den Barther Bodden. Es wurde eine herrlich warme und gemütliche Tour bei gerade mal 2-3 Bft und schönstem Sonnenschein.
Spätsommersegeln
Eigenlich sollte dieser Törn ja unser diesjähriges Absegeln werden. Weil’s aber so schön war, konnten wir uns nicht dazu durchringen, die Segel nach Ankunft in Barth abzunehmen. Lieber noch einmal für’s Wochenende rauffahren, als jetzt schon alles einpacken. Und sollte dem goldenen Herbst doch die Puste ausgehen, dann war dieser Wochenendtörn eben doch unser Absegeln 2015.
Anfahrt Barth
Highlights: Kraniche, der Sonnenuntergang von Barhöft Reede, perfektes Spätsommerwetter
Für die Statistik: 31sm (1sm unter Motor)
Dass ein Törn im Rückblick anders verlaufen ist, als ursprünglich geplant, ist sicherlich nichts Ungewöhnliches. Unser Septembertörn 2015 verlief jedoch so was von anders, dass die Bezeichnung ungewöhnlich eher eine Untertreibung darstellt.
Geplant war eine Überführung von Barth nach Kappeln, um dort, in und um unsere DANJA herum, unsere Silberhochzeit zu feiern. Dass dies gegen die vorherrschende Westströmung im September nicht ganz einfach sein würde, war uns klar, weswegen wir auch 8 Tage für den Trip vorhielten. Rückblickend können wir heute sagen, dass die Götter etwas gegen den Törn hatten und alles dafür taten, dass wir auf dem Landweg nach Kappeln reisen mussten.
Das Auslaufen verzögerte sich um 3 Tage, weil Vorgänge im Zusammenhang mit des Skippers beruflicher Tätigkeit, seine Anwesenheit am Arbeitsplatz am eigentlich ersten Urlaubstag unbedingt erforderlich machten. Das günstige Wetterfenster schloss sich mit seiner Ankunft in Barth, am Dienstag, 1. September. Ein Sturmtief nistete sich vor dem Skagerrak ein, auf seiner Südseite setzte starker Westwind ein. Wir schafften es am Mittwoch noch kreuzend bis zu einem geschützten Ankerplatz vor dem Nothafen Darßer Ort, als dann jedoch am Donnerstagmorgen nördlich Darß die 8 Bft auf dem Windmesser erschienen (und ein Crewmitglied auch noch mit Seekrankheit zu kämpfen hatte) gaben wir unsere Törnpläne endgültig auf und liefen ab – oder besser zurück – nach Barhöft Reede. Freitag und Samstag wollten wir zum Trost gemütlich im Strelasund verbringen, ein ausfallender Anlasser verdarb uns jedoch auch hieran den Spaß. Erstmalig versagte er in der Rinne nach Neuhof, die wir nach einer abrupten Wende unter Genua wieder verließen, um dann zur Fehlersuche vor Drigge vor Anker zu gehen. Am nächsten Tag dann, fiel er sporadisch sowohl vor der Ziegelgrabenbrücke in Richtung Norden, als auch später, auf dem Rückweg nach Barth, vor Barhöft erneut aus. Zwar half mehrfach das Hämmerchen am Magnetschalter, dennoch ließen wir den Motor ab Barhöft laufen und motorten bis Barth, zur genauen Diagnose und Reparatur.
Letztere verzögerte sich dann in der zweiten „Törnwoche“ um drei Tage (zu unserer Silberhochzeitsfeier reisten wir mit Auto an), weil der Mechaniker an einer anderen Baustelle mit höherer Priorität schrauben musste. Verursacher der Motorprobleme war letztlich der Magnetschalter des Anlassers, der für knappe 100 Euros getauscht werden konnte. Die verbleibenden Tage nutzten wir für einen Ausflug mit DANJA nach Stralsund, der – wen wundert es noch – aufgrund schlechten Wetters, sehr nass ausfiel. Störte uns nicht, denn es bot uns einen guten Grund wieder einmal das Ozeaneum zu besuchen.
Mit DANJA in Stralsund
Der abschließende Schlag, von Stralsund nach Barth war, seglerisch, das Highlight der beiden Wochen. Vom Segelsetzen vor Stralsund, bis in die Hafeneinfahrt von Barth, konnten wir, bei südöstlichen Winden, allein vom Wind getrieben, Segeln in seiner schönsten Form genießen.
Dem aufmerksamen Leser fallen hierzu vielleicht wieder die zuvor erwähnten Götter ein, denn, obwohl September (Westwetterlage!?) blies es in der zweiten Woche, während der wir zurück nach Barth hätten segeln müssen, beständig und kräftig aus östlichen Richtungen.
Für die Statistik:
Di., 1.9. – Sa., 5.9.15: Barth – Barhöft Reede – Ankern vor Prerow – Barhöft Reede – Ankern vor Drigge – Barth.
Summe: 111sm, davon 69sm unter Segeln
Do., 10.9. – Sa., 12.9.15: Barth – Barhöft Reede – Stralsund – Barth.
Summe 42sm, davon 28sm unter Segeln
Für ein Wochenende konnten wir endliche wieder einmal die Leinen unserer Danja lösen. Am Freitag, 7.8. waren wir am frühen Nachmittag an Bord, um 17.00 Uhr verließen wir den Hafen Richtung Barhöft Reede. Bei leichten umlaufenden Winden und Gewittern in der Näche legten wir die 15sm unter Motor zurück. Die Reede teilten wir uns schließlich mit 8 weiteren Segelbooten, ohne dass es eng wurde. Lange genossen wir, nach einem guten Abendessen den sommerlich milden und mückenfreien Abend, Blitz und Donner waren nach NO abgezogen. Auch nach Einbruch der Nacht zogen noch einige Segelboote mit Ziel Barhöft an uns vorbei. Obwohl der Hafen sehr voll aussah, fanden alle noch einen Liegeplatz.
Sonnenuntergang auf Barhöft Reede
Der Samstagmorgen begann, nach nächtlichen Gewittern, bedeckt, dennoch machten wir uns bei aufkommendem NNW Wind auf den Weg zu „unserem“ Ankerplatz vor Vitte, an der Westküste Hiddenssees. Nach zwei Kreuzschlägen fiel dort, kurz nach Mittag, auf 3 m Tiefer der Anker. Zum gleichen Zeitpunkt kam auch die Sonne wieder voll durch und bescherte uns einen perfekten Badenachmittag bei 2-3 Bft und nur wenig Schwell.
Um dem für die Nacht als auffrischend vorhergesagen Wind aus NW aus dem Weg zu gehen, gingen wir um 17.00 Uhr wieder Anker auf und segelten zurück zur Barhöft Reede. In der Nacht war es erneut gewittrig, am Sonntag jedoch kehrte der Hochsommer vollends wieder, mit strahlend blauem Himmel von Sonnenaufgang an. Nach ausgiebigem Frühstück blies uns ein unsteter Nordwind von 2- 4 Bft heimwärts, kurz nach 12.00 Uhr machten wir wieder an unserm Liegeplatz in Barth fest.
Bestätigt hatte sich der Spruch: Wer’s Wetter scheut, der kommt nicht weit. Trotz der recht durchwachsenen Vorhersage konnten wir ein super schönes Wochenende auf dem Wasser verbringen, Strecke und Timing und tatsächliches Wetter passten perfekt für einen gemütlichen, entspannten Segelausflug.
Wasser und Wetter sind im August sehr viel angenehmer als im Juni. Vielleicht planen wir unseren nächsten großen Törn doch im Hochsommer…
Im Fahrwasser nach Barth
Für die Statistik: Trip 48sm, davon 19 unter Motor.
Eine steife Briese aus SO blies uns heute zurück in den Heimathafen. Um 14.00 Uhr ging der Motor, am Liegeplatz vertäut, zum letzten Mal für diesen Törn, aus.
Nun ist arbeiten angesagt. Vom Ölwechsel, über einige kleinere Reparaturen, bis Klarschiffmachen gibt es viel zu tun.
Trip: 23 sm. Total: 702 sm.
Der Wetterbericht sagt stabile Ostwinde voraus. Ideale Bedingungen, um auf der Westseite Hiddensees zu ankern. An den Seebrücken Prerows und Zingsts vorbei, segelten wir heute nach Hiddensee, wo wir in der Vitter Bucht vor Anker gingen.
Per Dingi und -Pedes versorgten wir uns noch mit frischem Fisch, bevor wir uns ganz dem (Sonnen)Baden widmeten.
Zum Dinner gab’s Zanderfilet. Schöner Abschluss eines schönen Tages…
Trip: 25 sm. Total: 679 sm
Position: N 54° 33,452 E 13° 05,623
Mit unserem Schlag von Nysted nach Darss, sind wir wieder in heimatlichen Gewässern angekommen. Ein weiteres mal war der Wind besser als vorhergesagt und das queren der Ostsee dauerte weniger als 4 Stunden.
Nun liegen wir vor Darsser Ort vor Anker. Das Wetter ist dafür ist günstig. Wir waren baden und genießen den Sonnenuntergang.
Trip: 33 sm. Total: 654 sm
Position: N 54° 28,3 E 12° 32,6
Das Wetter, insbesondere der Wind, bestimmten unser Ziel für heute: Nysted, DK. Wir fuhren nicht bis in den Hafen, sondern gingen vor und westlich der Baggerrinne vor Anker.
Position: N 54° 39,006 E 11° 43, 647
Trip: 29 sm. Total: 621 sm