Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

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    Tärnö

    Bei Tärnö warteten wir am 19.07. in der großen, geschützten Bucht im Norden der Schäre auf den vorhergesagten Ostwind, der uns zurück nach Rügen bringen sollte. Es gibt hier zahlreiche Möglichkeiten fest zu machen, die im Revierführer von Thomas Karlsson ausführlich beschrieben sind. Wir ankerten im östlichen Teil der Bucht und ruderten mit dem Dingi über die Untiefen in den westlichen Teil, um dort beim Fähranleger und Gästehafen im Restaurant Laxboden noch etwas zu Abend zu essen.
    Daraus wurde leider nichts, da die Bude bereits um 19.00 Uhr schloss. Musste halt der Bord-Smutje wieder ran. Am Abend bot sich dann einmal mehr ein Sonnenuntergang, der an Magie kaum zu überbieten war und uns einige wunderbare Fotos bescherte.

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    Bockö

    Ankerbucht an der Ostküste Bockös
    Bockö steuerten wir am Dienstag, den 18.07., bei kräftigem Westwind an. Die kleine Schäre bietet in der Bucht auf der Ostseite einen sehr geschützten Ankerplatz bei südlichen bis westlichen Winden. Bis vor die großen Felsen ist das Wasser tief, allerdings gibt es keine Ringe oder andere, vorbereitete Festmachpunkte. Wir bevorzugten wieder das Ankern. Unser Eisen hielt bestens, bei ca. 4 Meter Wassertiefe und 20 Meter Kette. Die Bucht selbst ist durch die sie umgebenden Felsen so geschützt, dass allein vorbeifahrende Motorboote für Bewegung des Wassers sorgen. Perfekt für SUP. Gleichwohl hat man einen herrlichen, offenen Blick über die kleinen, äußeren Schären, bis zum Horizont im Osten und Südosten. Vom höchsten Punkt Bockös, der von einem kleinen Steinturm (Bake) markiert wird, reicht der Blick volle 360° über Hällaryds Skärgard, dem Schärengarten von Karlshamn. Wir blieben an diesem Ankerplatz bis Mittwochnachmittag, weil der Wind in der Nacht auf Donnerstag für mehrere Tage auf Ost drehen sollte. Damit öffnete sich dann (leider) auch ein Wetterfenster für die Rückfahrt nach Deutschland, die wir mit einem Zwischenstopp bei Tärno am Donnerstag begannen.

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    Skiftö Fjärd

    Skiftö Fjärd

    Der Skiftö Fjärd liegt eingebettet zwischen Dragsö und Högaholm im Norden, dem Festland im Westen und Skiftesön im Süden. Navionics weist die Bucht als Ankerplatz Högan aus. Es gibt reichlich Bewuchs unter Wasser, dennoch hielt unser Anker auf Anhieb, im weiteren Verlauf vorübergehend bis 6 Bft, denn es bließ kräftig aus West. Ankerposition: N56° 9.573‘ E15°1.738‘.
    Mit Dingi oder SUP könnte man hier herrliche Ausflüge um die umliegenden Schären machen, uns war es dafür zu kühl und windig. Wir beschränkten uns im Wesentlichen auf‘s Genießen der Aussicht, die nach Osten bis nach Tjärö und die dahinter liegende Halbinsel Svalemala reicht.

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    Guövik

    Einziger Gastlieger in Guövik.

    Guövik war unser Ziel nach Tjärö. Wir hofften auf das Restaurant im Guövik Värdshus, das im Revierführer Thomas Karlssons durchaus gelobt wird. Am Sonntagvormittag segelten wir die schmale, landschaftlich reizvolle Bucht hinauf. Der Steg des Värdshus wirkte ebenso verlassen, wie das gesamte Örtchen – oder eben das, was man davon sehen konnte. Der ortsansässige Bootsclub hat seine Anleger ausgebaut, es gibt, im Revierführer noch nicht beschrieben, einen Anleger zum be- und entladen mit 3 ausgewiesenen Gastliegeplätzen an Heckbojen, nebst Strom- und Wasseranschluss.
    Das Ganze für 100 Schwedische Kronen. Kann man nicht meckern. Am nördlichen Steg gibt‘s sogar eine Sauna. Nur Betrieb ist hier keiner. Den Hafenmeister konnten wir telefonisch zunächst nicht erreichen, er rief jedoch zeitnah zurück, mit der spaßigen Bemerkung: „… oh, you are the new boat“. Waren wir also bereits Dorfgespräch geworden…
    Vom Hafenmeiter erfuhren wir weiterhin, dass das Restaurant Guövik Värdshus geschlossen war, und es sonst kein weiteres, fußläufiges Restaurant gäbe. Störte uns nicht weiter, hatten wir doch genügend Essen gebunkert. Da dann auch der für den Nachmittag angesagte Regen pünktlich einsetzte, verfolgten wir die Möglichkeit zum Naturschutzpark Eriksberg zu wandern, wo es laut Google ebenfalls ein Restaurant geben soll, auch nicht weiter. Entfernung übrigens 1,8 km.

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    Tjärö

    Sonnenuntergang über dem Bjärnöfjärden, NO-Küste Tjärös.

    Tjäro war bereits im vergangenen Jahr die für uns schönste Destination in Blekinge. Geschützte Gewässer, zahlreiche Möglichkeiten für Ankern und Festmachen, Felsen, Wiesen, Wälder – wie aus dem Bilderbuch. Der schwedische Kreuzerclub hat im Nordosten Tjärös 2017 eine zweite Tonne ausgebracht, dort machten wir, als Clubmitglied, auch in diesem Jahr wieder fest.
    Die Bucht im Norden, der Bjärnöfjärden liegt sehr geschützt und ist aufgrund seiner Größe bevorzugtes Ziel für Wasserski- und Jetski-Fahrer. Sorgt für einige Unruhe, die wir so im letzten Jahr nicht erlebt hatten.
    Die Bucht im Osten der Insel, Maren, ist mittlerweile zu einem vollwertigen Hafen ausgebaut. Der Zentrale Anleger hat Heckbojen zum Festmachen, am Steg gibt‘s Strom und Wasser.
    An den Anleger schließt sich das neue Restaurant und Kiosk an, das viel Platz bietet, aber trotzdem für zwei Tage im voraus ausgebucht war (Freitag/Samstag). Der Kommerz hat eben auch hier Einzug gehalten. Aber dezent und geschmackvoll.

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    Hällevik

    Nach Hällevik hat es uns aus purem Zufall verschlagen, obwohl Ort und Hafen (Hällevik Hamn) ja bereits zur Region Blekinge gehören, wie es Thomas Karlsson, in seinem so unterhaltsamen, wie informativen Revierführer beschreibt. Ursprünglich wollten wir nach Hanö, in Anbetracht des für die kommende Nacht vorhergesagten, starken Nordwestwinds, der gemäß Karlsson Schwell bis in den Hafen treibt, steckten wir, nach passieren Simrishamns, den Kurs nach Hällevik, wo wir nach 26 Stunden und 109 Meilen im Kielwasser gegen 7.00 Uhr festmachten.

    Blick vom Liegeplatz am Gästesteg (einlaufend der erste) von Hällevik Hamn

    Hällevik ist allemal eine Reise wert, wir wären sicherlich noch einen weiteren Tag dort geblieben, wollten wir nicht weiter, bis in die Schären östlich von Karlshamn.
    Trotz Hochsaison blieben während unserer Anwesenheit ausreichend Gastliegegplätze frei. Überhaupt hatten wir im Zusammenhang mit der Ferienzeit in Schweden mehr Betrieb erwartet, aber entweder zieht es die Schweden heutzutage während des Sommers in die Ferne, oder man ist hier so entspannt, dass auch während des Hochsommers keine Hektik aufkommt.
    Für 200 Schwedische Kronen gibt‘s den Liegeplatz am Fingersteg oder an der Kaimauer, Strom, Wasser und Duschen sind inclusive. Alles sauber und gepflegt. Gleich am Hafen liegt Dagmars Restaurant, im Revierführer noch als Hafenkneipe beschrieben. Ist von außen gesehen recht schick und füllt sich am Abend sehr schnell.
    Ebenfalls am Hafen gibt es einen Supermarkt mit allem, von frischen Brötchen bis zur Heckenschere und neben Dagmars Restaurant einen Verkaufsraum der dort ansässigen Räucherei.
    Von Bewegungsdrang getrieben, wanderten wir an unserem zweiten Tag in Hällevik durch das Naturschutzgebiet Stiby Backe, wo die Aussicht von der Höhe toll sein soll. Mittlerweile sind die Bäume jedoch so groß geworden, dass der Blick nur vereinzelt bis zum Horizont reicht.
    Herrlich fanden wir das Badepier am Strand östlich des Hafens. Gleich mehrfach stiegen wir von dort in die ziemlich kalte See.
    Störend fanden wir nur die Spinner, die sich allabendlich für eine gefühlte Ewigkeit mit ihren Jetskis vor dem Hafen austoben mussten.

    Badesteg am Strand östlich HÄlleviks

    Fazit: Auf jeden Fall einen Stopp wert.

     

  • Sommertörn 2017

    Am 8. Juli starteten wir in unseren Sommertörn 2017. Eine Anreise mit Hindernissen war vorausgegangen. Auf der A19, zwischen Malchow und Güstrow fingen wir uns einen Platten, der sich nicht vollständig reparieren ließ, mit dem wir aber noch bis Rostock kamen. So gewannen wir eine Nacht im Radisson Blu, einen neuen Reifen und eine, um einen Tag verzögerte Abfahrt aus Barth.
    Wollten wir zunächst im Bereich Rügens bleiben, bot sich am Dienstag, den 11.07. ein ideales Wetterfenster für eine Überfahrt nach Schweden an: Trocken, Wind aus SW bis W mit 3-4 Bft für 2-3 Tage.
    Wir nutzten dieses Wetterfenster und segelten, wie bereits 2016, vom geschäftigen Rügen-Revier (Start in Kloster), ins besinnlich-ruhige Blekinge. Da wir Simrishamn, naheliegender Übernachtungsort, erst gegen Mitternacht erreichen würden, entschieden wir uns, gleich durchzusegeln und überquerten in der Nacht, bei 2-3 Bft aus WSW, die Hanö-Bucht nach Blekinge.

    Sonnenaufgang über Hanö

    In Blekinge orientieren wir uns am Revierführer von Thomas Karlsson, in der deutschen Übersetzung aus 2004. Können wir nur empfehlen. Unterhaltsam, informativ und ausreichend aktuell. In den nachfolgenden Berichten beschreiben wir die von uns angelaufenen Häfen und Ankerplätze, die alle auch im besagten Revierführer beschrieben sind.

  • Windiges Wochenende

    Unser Mini-Törn zum langen Fronleichnam-Wochenende vom 15.-18. Juni, gedacht als gemütliche Strand- und Badetour, geriet zu einem kleinen Härtetest für Boot und Besatzung. Nach Flaute am Donnerstag blies es von Freitag bis Sonntag ohne Unterlass mit 5-6 Bft, Streckenweise auch mit 7. Via Barhöft Reede ging es im Hiddensee-Fahrwasser bis östlich Dornbusch und wieder zurück. Zwischen den Inseln kamen wir bei dem Wind schnell voran, dass es vor Anker etwas unruhig werden würde war uns klar. Die Nacht von Freitag auf Samstag war dann jedoch, was den Schlaf anging, ein Totalausfall. Nicht nur drehte der Wind nördlicher als vorhergesagt, was für einigen Schwell östlich Dornbusch sorgte, er frischte über Nacht auch noch auf. In der Spitze, um 2 Uhr morgens, zeigten sich 8 Bft auf dem Windmesser. An Schlaf war da nicht mehr zu denken. Das Schaukeln und der Lärm bleiben uns sicherlich noch eine Weile im Gedächtnis.

    Sonnenuntergang auf Barhöft Reede – noch ist’s ruhig.

    Für die Statistik: Wenig Tuch, trotzdem streckweise über 7 Knoten Fahrt durchs Wasser. Unser Anker hielt auch bei 8 Bft bestens (35m Kette bei 2,40 m Wassertiefe, Sand). 67 Meilen total, davon 33 unter Segel.

  • Kappelner Heringstage 2017 (Fortsetzung)

    Am Freitag, 26.5., verließen wir Kappeln mit Ziel Schleswig. Am Montag wollten wir dort unsere neue Matratze für die Eignerkabine übernehmen. Die hatten wir am Mittwoch bei Laroma GmbH in Auftrag gegeben, die wir auf der letzten Hanseboot in Hamburg kennen lernten. Trotz Feiertagen und langem Wochenende sollte alles fertig werden, versprach uns der Mitarbeiter, der die Koje am Liegeplatz in Kappeln vermaß. Um es vorweg zu nehmen: Es klappte perfekt. Und noch perfekter ist seither der Schlaf. Wir liegen besser, als zu hause im eigenen Bett. Von uns volle 10 von 10 möglichen Punkten für das Produkt und die Firma.
    Auf der Schlei verbrachten wir ein wunderschönes, langes Wochenende, bei absolut sommerlichen Temperaturen unter strahlend blauem Himmel.
    Erst von Montag auf Dienstag brachte eine Kaltfront starke westliche Winde und wieder der Jahreszeit angemessene Temperaturen. Unseren Absprung nach Osten mussten wir bis Donnerstag schieben, am Mittwoch galt für den gesamten Küstenraum, Nord- und Ostsee, Starkwindwarnung mit Böen bis 8 Bft. Die leicht nachlassenden Winde nutzten wir dann am Donnerstag, 1.6.17 für die Rückfahrt zum Darß. Um 5 Uhr passierten wir Schleimünde und ließen uns von dort an vom achterlichen Wind non-stop bis Prerow pusten, wo gegen 22.00 Uhr der Anker sicher eingegraben war. Es folgte ein sommerlicher Badetag, bevor wir am Samstag, durchweg segelnd (SO-Wind) nach Barth zurückkehrten.

    Sonnenuntergang am Darß.

    Für die Statistik: 349sm zurückgelegt, 249 davon unter Segeln.

  • Kappelner Heringstage 2017

     

    Wir sind wieder unterwegs. Wie bereits im vergangenen Jahr, haben wir Kappeln an der Schlei zum Ziel unseres ersten Törns des Jahres ausgesucht. Dieses Jahr werden wir den Ostseefjord noch bis Schleswig befahren, bevor wir die Rückreise nach Barth antreten.
    Für uns gab es zwei Prämieren: Die erste Nachtfahrt und das erste Etmal (100 sm) mit Danja. Mit stabilen 3-4 Bft war das Wetter einfach perfekt, um weitgehend stressfrei eine Nacht hindurch zu segeln. Zwar zwang Westwind zum Kreuzen, nachdem die Entscheidung jedoch gefallen war, keinen Hafen anzulaufen, schreckte das nicht weiter. Kurz nach Mitternacht passierten wir mit etwa 3 kt. Fahrt die Zufahrt nach Warnemünde, bevor dann einige Meilen weiter westlich der Wind völlig einschlief. Unter Motor setzten wir Kurs Richtung Fehmarnsund-Brücke, die wir schließlich gegen 7 Uhr morgens, bei noch immer spiegelglatter See, passierten. Ohne Stopp ging es weiter, um das Schießgebiet Hohenwarter Bucht (aktiv) herum, auf direktem Weg nach Schleimünde. Erst nach passieren des Kiel-Ostsee-Wegs kam wieder eine leichte Brise (aus NO) auf, mit der wir die verbleibenden Meilen unter Segel und in Ruhe hinter uns bringen konnten.
    In der Schlei steuerten wir das Wormshöfter Noor an, wo 35 Stunden und 158 sm nach verlassen der Reede Barhöft unser Anker fiel.
    Bei sommerlich warmem Wetter, wenig Wind und herrlicher Szenerie fiel es trotz der Müdigkeit schwer, in die Koje zu gehen, wo dann ein langer Schlaf für Erholung sorgte. Im Laufe des Dienstags verlegten wir in den Stadthafen Kappeln, wo unser ganz persönliches Heringstage-Programm begann. Geplantes Auslaufen: Freitag, 26.05.2017.
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