Liveaboard

  • |

    Viana do Castelo

    Wechsel der Gastlandflagge: Portugal

    Portugal ist unser Reiseziel für das erste Langfahrtjahr. Mit Viana do Castelo erreichten wir am 16.09. unseren ersten portugiesischen Hafen auf eigenem Kiel. Wie schon von anderen Seglern oft beschrieben, fordert der Slalom um die vielen Fischernetze vor der Küste stete Aufmerksamkeit. Vor Viana do Castelo erwischte es uns dann doch: Kein Netz oder so, aber ein Gebilde aus zusammengebundenen Plastikplanen, welches wohl einen guten Meter unter der Oberfläche auf uns gewartet hatte. Zwar drehte die Schraube noch, insbesondere im Rückwärtsgang klang das aber gar nicht gut. Blieb nur der Tauchgang vor der Hafeneinfahrt um für Klarheit – und einen freien Propeller – zu sorgen. Den Plastikmüll entsorgten wir später im Hafen und hoffen, dass uns so was in Zukunft erspart bleibt.

    Plastikmüll

    Das Sommerwetter hatten wir unterwegs tatsächlich zurückgelassen, Portugal begrüßte uns mit Regen. Die Begrüßung durch das Marinapersonal fiel dafür um so freundlicher aus, man half beim Anlegen und reichte die Hand mit einem herzlichen „Welcome to Viana do Castelo!“
    Gänzlich ungewohnt spazierten wir anschließend mit Schirm und Regenklamotten durch die nasse Altstadt und genehmigten uns schließlich in der Churrascaria Zefa Carqueija eine Portion Grillhähnchen.

    Anfahrt auf die Marina

    Da sich vorerst keine Wetterbesserung abzeichnete, wollten wir gleich am nächsten Tag wieder weiter. Schade eigentlich, denn das, was wir in der kurzen Zeit von Viana do Castelo sahen, hätte auch zu längeren Verweilen eingeladen.

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Ria de Vigo

    Wir verbrachten über eine Woche in der Ria de Vigo, deshalb hier noch einmal ein kleiner Nachtrag: Das hochsommerliche Wetter blieb uns erhalten und wir zogen Sonne, Strand und Baden einem Besuch in Vigo oder Baiona vor.

    Anfahrt auf Cangas.

    Als Versorgungspunkt wählten wir Cangas, nur ca. 5 sm östlich der Enseada de Barra. Östlich des Hafens, vor der Praia de Rodeira kann man prima Ankern, gleich nördlich der Tankstelle befindet sich eine Bootsrampe mit Schwimmponton, wo man super mit dem Dinghi anlanden kann. Cangas ist sehr „spanisch“, Touristen sind kaum zu sehen. Die Versorgung klappt bestens, Waschsalon, Supermarkt und Markthalle liegen gleich beim Hafen, in der Altstadt gibt‘s nette Restaurants und Bars. Zwei mal steuerten wir Cangas an, um anschließend wieder an die Praia de Barra zurückzukehren.

    Weiterer Höhepunkt war für uns der Besuch der Islas Cies. Die Anmeldung und Freigabe für das Ankern dort läuft über‘s Internet schnell und problemlos. Wir lagen an der Praia das Rodas vor Anker, ruderten mit dem Dinghi an den Strand und wanderten zum Leuchtfeuer Monte Faro. Das Panorama von dort oben, immerhin 636 m hoch, ist spektakulär. Allein ist man auf den Islas Cies allerdings nirgendwo. Dafür sorgen die zahlreichen Ausflugsboote, die bis in den frühen Nachmittag pausenlos Besucher anlanden.

    Islas Cies, Praia de Rodas.

    Am Sonntag, 15.09. zeichnete sich aus unserer Sicht ein Ende der Schönwetterphase ab und wir beschlossen, uns auf den Weg nach Portugal zu machen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Baiona lenkten wir unsere Danja am 16.09. ums Cabo Sileiro in Richtung Portugal.

    Sonnenuntergang an der Praia de Barra.

    Weiter Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

     

  • |

    Rías Altas und Costa de la Muerte

    Die Großwetterlage für Galizien blieb nach unserer Ankunft in Spanien stabil. Ein kräftiges Azorenhoch sorgte weiterhin für nördliche oder nordöstliche Winde und erlaubte Tagestörns entlang der galizischen Küste, zunächst mit dem klangvollen Namen Rías Altas, dann von La Coruna bis Cabo Finisterre, als Costa de la Muerte.

    Cabo Finisterra, früher das Ende der Welt, bis heute Ende des Jakobswegs.

    Die Landschaft ist beeindruckend, zahlreiche Buchten bieten Schutz vor der immer vorhandenen Dünung und ruhiges Liegen am Anker. Sicherlich könnte man den gesamten Sommer hier verbringen, uns treibt es jedoch weiter. Die Costa de la Muerte, deren Name sich nicht mit gemütlichem Segeln in Verbindung bringen lassen will, wollen wir vor September hinter uns gebracht haben.
    Am 26. August verließen wir deshalb die Ria de Viveiro, am 31. August erreichten wir mit Muros die Rías Baixas, unser Reiseziel für den Monat September. Neben dem Zeitplan trieb uns auch die Wettervorhersage: Für die erste Septemberwoche ist vor Finisterre Starkwind bis 8 Bft vorhergesagt.
    Heute, Sonntag, 1. September, liegen wir nun gegenüber des Hafens in der Ensenada de Muros und sind trotz – oder gerade wegen der Böen, die bis Stärke 7 über das Ankerfeld fegen froh, nicht auf offener See unterwegs zu sein.
    Unsere Stationen bis hierher:

    [slideshow_deploy id=’2320′]

     

    – Cedeira: Die Ria Cedeira bietet südlich des Mouringfelds ausreichend Platz zum Ankern auch für eine größere Zahl von Yachten. Der Ort Cedeira machte trotz des trüben Wetters einen guten Eindruck, unser Dinghi blieb jedoch an Deck, am Morgen ging es weiter Richtung La Coruna.
    – Ensenada de Mera: Am späten Nachmittag einen Hafen wie La Coruna anzulaufen, ist aus unserer Sicht bei den hohen Liegegebühren der Hauptsaison Verschwendung. Wir entschieden deshalb zunächst Mera, 3 Meilen gegenüber La Coruna anzulaufen. Die Bucht bietet bei Wind aus NW bis O ruhiges und schönes Liegen vor Anker. Im Ort gibt‘s einen kleinen Supermarkt, an der Praia de Espineiro ein uriges Strandlokal.
    – Marina Real in La Coruna: Wir gaben der Marina Real Vorzug vor der Marina Coruna, waren dann aber, abgesehen von der Lage im Stadtzentrum wenig begeistert. Die Sanitären Anlagen sind für die große Zahl der Gastlieger zu klein und unzureichend gereinigt, die Maschinen im Waschsalon funktionieren nur zum Teil und gehören vom Typ her eher in einen Privathaushalt, als in eine Marina. Am nervigsten empfanden wir den Schwell, der auch durch die Nacht hindurch für sehr unruhiges Liegen sorgte. Tagsüber verursacht durch Ausflugsboote und Dauerlieger, für die das Speedlimit offenbar nicht gilt, in der Nacht allerdings auch nicht weniger, Ursache unbekannt. Das negative I-Tüpfelchen setzte dann ein Kreuzfahrtschiff, das am Morgen auf der Südseite der Mole der Mariana Real festmachte und mit seinen wummernden Maschinen für Lärm und Feinstaub sorgte. La Coruna ist auf jeden Fall einen Stopp wert, die Marina Real weniger.
    – Corme: In der NO-Ecke der Ría de Corme y Laxe. Wir lagen bei N bis NO Wind sehr ruhig hinter der gewaltigen Mole, auch hier hat uns das Örtchen gut gefallen und wir wären gern an Land gegangen, hätte uns nicht der vorhergesagte Starkwind weitergetrieben. Als Highlight empfanden wir das stündliche, wunderschöne Glockenspiel der Kirche von Corme. Der Raum zum Ankern ist begrenzt, bis 10 Yachten kommen aber sicherlich gut unter.
    – Camarinas: In der NO-Ecke der Ría de Camarinas. Rießiges Ankerfeld und ein kleiner Yachthafen. Wir lagen mit fast 30 Yachten in der Bucht, die, wenn das Wetter es erlaubt, mit Ausflügen in herrlicher Landschaft lockt. Aus bekannten Gründen mussten wir weiter, wie übrigens alle anderen Ankerlieger auch. Eine wahre Segelyacht-Armada brach am Morgen in die südlich von Finisterre gelegenen Buchten auf, wir mittendrin.

    Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Viveiro – Cedeira – Ensenada de Mera – La Coruna – Corme – Camarinas – Muros, 157 sm, 1921 sm in der Segelzeit, 8532 sm gesamt.

  • |

    Dreihand von Brest nach Lorient

    Die uns zur Verfügung stehenden 13 Tage bis Lorient, wo Anjas Rückreise nach Deutschland beginnt erlaubten ein gemütliches Segeln ohne lange Schläge. Auch behielten wir die Freiheit, dort länger zu verweilen, wo es uns gerade gefiel – das passende Wetter vorausgesetzt. Letzteres war alles andere als perfekt, sehr wechselhaft mit dem einen oder anderen Schauer dazu. Immerhin waren die Temperaturen ok und erlaubten hin und wieder den Sprung in den kühlen Atlantik. Auf See begegneten uns immer wieder Delfine, einige Gruppen begleiteten uns auch für kurze Zeit. Ein echtes Highight, immer wieder schön.


    Raz de Sein, eines der nicht ganz einfachen Kaps im Revier, konnten wir segelnd passieren, Stopps legten wir in Audierne, Benodet, Îles de Glénan und Île de Groix ein. Zu Törn-Ende zog ein weiteres, stürmisches Tief durch, vor dem wir rechtzeitig am 8.8. in Lorient in Deckung gingen. Wir hatten rießig Glück mit unserem Liegeplatz, denn Anfang August läuft hier jedes Jahr das Festival Interceltique de Lorient. Stadt und Marina sind brechend voll. Wir ergatterten einen der wenigen Plätze an einem Finger des Besucherstegs, danach wurden Päckchen mit bis zu 6 Schiffen gebaut.


    Aufgrund Wetter und Anjas Reiseplanung gibt‘s damit für uns in der Marina, mitten im Festival-Gelände, 3 Tage Dauerbeschallung gratis. Dass der nächste Ankerplatz schon auf uns wartet, tröstet darüber hinweg…

    Unsere Infos zu den besuchten Orten:
    Audierne: Charmantes Städtchen an der Mündung des Goyen. Es gibt eine Marina im Ort und gute Versorgungsmöglichkeiten. Wir ankerten vor Saint-Evette und besuchten den Ort mit dem Dinghi.

    Benodet: Eine weitere Gemeinde in der Cornouaille/Bretagne an der Mündung des Flusses Odet. Wir ankerten eine Nacht in der Anse du Trez und verbrachten eine weitere nach einer kleinen Flussfahrt auf dem Odet in Höhe der römischen Therme Pérennou.

    Îles de Glénan: Der Süd-Bretagne-Führer von Ralf und Susanne Paschold verspricht karibisches Feeling auf dem Archipel 10 Meilen vor der Küste. Mit etwas Phantasie passt das schon. Zum Glück passte Wetter und Tide und erlaubten uns die Füße in den Sand zwischen St. Nicolas und Bananec zu geben. Die Karibik behalten wir trotzdem in unserer Reiseplanung.

    Île de Groix: Wir ankerten vor Les Grands Sables und erkundeten Port Tudy zu Fuß. Die Insel ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler. Die Fähre bringt stündlich viele davon nach Port Tudy. Entsprechend belebt geht es dort und im Hauptort der Insel, Le Bourg zu. Wir kehrten gern mit frischen Baguettes an Bord zurück und beobachteten das Treiben an Land von See aus…

    [slideshow_deploy id=’2273′]

    Für die Statistik:
    Brest – Roscanvel – Camaret sur Mer – Audierne – Benodet – Îles de Glenan – Île de Groix – Lorient: 131 sm, 1402 sm in der Segelzeit.

    Weiter Bilder wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Brest

    Das Segelrevier um Brest umfasst aus unserer Sicht die äußere und innere Bucht von Brest. Für das Revier alleine könnte man locker einen Monat einplanen, wollte man alle Orte, Ankerplätze und Häfen erkunden. Soviel Zeit wollten wir uns nicht nehmen, blieben jedoch einige Tage vor Plougonvelin und Roscanvel hängen, verbrachten eine stürmische Nacht im Hafen Moulin Blanc, wo wir vom Brest Marine Service die Lichtmaschine tauschen lassen wollten (Gewährleistungsfall) und ankerten vor der Weiterreise noch bei Camaret sur Mer. Den südöstlichen Teil der Bucht sowie den Fluss Aulne, Teil des Brest-Nantes-Kanals müssen wir uns für später vormerken. Roscanvel werden wir in besonders guter Erinnerung behalten, der Ankergrund ist gut, man liegt ruhig, für das Anlanden mit dem Dinghi ist ausreichend Platz und die Grundversorgung mit der Epicerie Barr Avel im Ortszentrum gewährleistet. Der Ausflug zur Ilot des Capucins war ein kleines Highlight, sowohl wegen der phantastischen Aussicht von der Steilküste im Westen der Halbinsel, als auch wegen der idyllischen Wege durch den Naturpark Armorique, in dem auch Roscanvel liegt.

    Nach 10 Tagen verließen wir, jetzt mit unserer Tochter Anja als dritte Hand an Bord am 1. August das Revier um Brest von Camaret sur Mer aus, mit Ziel Südbretagne.
    An dieser Stelle, wie zuvor, noch einige Infos zu den von uns besuchten Orten:
    Plougonvelin: Bade- und Ferienort im Norden der äußeren Bucht von Brest. Nördlich des Mouring-Felds vor Anse de Perzel gibt es ausreichend Ankerplatz, am Strand lässt es sich gut anlanden. Zur Versorgung muss man etwas weitere Wege gehen, Baguettes findet man jedoch auch an der Strandpromenade in der Boulangerie de la Plage. Kommt vom Atlantik Schwell von mehr als einem Meter, wird‘s am Ankerplatz unruhig und ist es Zeit in die Rade de Brest zu verlegen.


    Roscanvel siehe oben.
    Marina Moulin Blanc: Liegt bei gleichen Preisen natürlich nicht so zentral wie die Marina du Chateau, allerdings gehen alle 20 Minuten Busse direkt ins Zentrum von Brest (Tagesticket EUR 4,00). Bei technischen Problemen ist die Marina erste Wahl, alle möglichen maritimen Dienstleister haben sich um die Marina herum niedergelassen. Die Marina selbst ist gut organisiert, wenn auch nicht mehr ganz so toll wie im Reeds beschrieben. Eben etwas in die Jahre gekommen. Über die Rue de Verdun gelangt man auch zu Fuß ins Zentrum des Ortsteils St. Marc mit Markt, Fischladen, Supermarkt, Post usw.
    Camaret sur Mer: Wir ankerten wie im Reeds beschreiben östlich der Hafenzufahrt, vorm Strand nördlich der Marina Vauban war‘s schon voll. Insbesondere dort gab‘s viel Fischererbojen, die den verfügbaren Platz deutlich einschränkten. Zu jedem Wasserstand kann man an der Bootsrampe im östlichen Teil des Hafenbeckens gut anlanden. Boulangerie, Supermarkt und Fischgeschäft findet man direkt am Hafen.

    Weitere Bilder wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Von den Kanalinseln nach Brest

    In Brest haben wir einen Termin. Anja kommt an Bord. Zu spät kommen ist also keine Option. Unser erstes Ziel nach Guernsey war deshalb Roscoff in der Nordbretagne, nach einem weiteren Stopp in Aber Wrac‘h sollte es in die Bucht von Brest gehen. 14 Tage hatten wir Zeit, wo es uns gefiel wollten wir eventuell etwas mehr Zeit verbringen.

    Die Marina in Roscoff ist genial, der Preis entsprechend, aber angemessen. Roscoff selbst ist Bretagne pur. Die Kulisse im Ortszentrum so einheitlich und perfekt herausgeputzt, dass man sich fast in einer Filmkulisse wähnt.
    Aber Wrac‘h (Marina oder Fluß) ist der letzte sichere Unterschlupf vor dem Chenal du Four, die Preise entsprechend hoch. Uns gefiel es gar nicht. Lag vielleicht auch am Wetter (der erste Regen seit vielen Wochen).

    Am Sonntag, 21.07. ging es deshalb zügig weiter durch den Chenal du Four in die Bucht(en) von Brest. Vor Plougonvelin gingen wir gestern, am 21. Juli vor Anker, womit wir geographisch im Atlantik angekommen sind.
    Das Wetter verspricht für die kommenden Tage ruhiges Sommerwetter, Zeit also für Büroarbeit, kleinere Arbeiten am Boot und Entspannung. Nach getaner Arbeit, versteht sich…

    Noch einige Infos zu den besuchten Orten:
    An der Marina Roscoff ist nichts zu mäkeln. Sauberste Anlagen, Fahrräder bis 2 Stunden umsonst, großer Waschsalon, freundliches Personal, Baguette-Service im Hafenbüro. Das Einkaufen ist etwas komplizierter, der nächste Supermarkt eine ganze Ecke entfernt. Mittwoch war zum Glück Markttag am Hafen.
    Aber Wrac‘h mag der letzte sichere Hafen vor dem Chenal du Four sein, uns hat‘s dort nicht gefallen. Die Marina ist teuer, ankern ist nur westlich der Marina, mitten im Fahrwasser sinnvoll. Ansonsten sind alle möglichen Ankerplätze durch Mourings belegt. Der Reeds warnt mit Recht vor den Anlagen der Austernzucht im Tidebereich des Flusses, die zugehörigen Markierungen zeigen sich zumeist erst bei Ebbe. Flussaufwärts bis Paluden liegen viele scheinbar aufgegebene Boote an zahlreichen Mouringketten, die angeblich vorhanden Gästeplätze sind nicht erkennbar. Bei Niedrigwasser müffelt es gewaltig.
    Zu Plougonvelin gibt‘s zu späterer Zeit noch Infos.

    Für die Statistik: Guernsey – Plougonvelin via Roscoff, Guervélin und Aber Wrac’h, 162 sm. In der Summe 1251 sm in der Segelzeit.

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum

  • |

    Kanalinseln – Guernsey

    Dass uns die Kanalinseln ausgesprochen gut gefielen, hatte ich schon erwähnt. Guernsey stand als nächstes auf unserem Programm, eventuell auch noch Sark. Für die Überfahrt von Alderney nach Guernsey stand der Wind am 11.07. günstig, mit dem Strom traten wir am Nachmittag die Überfahrt an. Die verlief dann aber langsamer als erhofft und sorgte dafür, dass wir mit dem allerletzten Büchsenlicht in die Havelet Bay bei St. Peter Port einliefen. Ganz oben auf der der To-Do-Liste stand das Tanken. Für 80 Ct. pro Liter Diesel füllten wir gleich am nächsten Tag unseren Tank. Weiterhin galt es noch die Vorräte an Bord aufzufrischen, was wir erstmals mit dem Dingi bewerkstelligten. Wir blieben drei Tage in der Havelet Bay, dann vertrieb uns der auf Nord drehende Wind um die Ecke in die Moulin Huet Bay. Absolut herrlich dort. Gern wären wir länger geblieben, es deutete sich jedoch ein grundlegender Wechsel der für uns bisher günstigen Ostwinde auf westliche Winde an. Schweren Herzens verließen wir deshalb am 15.07. Guernsey und die Kanalinseln, mit dem festen Vorsatz, irgendwann wieder zu kommen.

    Noch einige kurze Infos zu St. Peter Port und die Havelet Bay: Die Ankerbucht wird voll, dennoch war immer noch das eine oder andere Plätzchen frei. Das Anlanden mit dem Dingi geht problemlos. St. Peter Port ist sehr geschäftig, wir waren froh, dass es für uns avkeinen Grund gab dort anzulegen. Der Diesel ist tatsächlich supergünstig. Da macht tanken fast schon Spaß.

    Für die Statistik: Longy Bay, Alderney – Havelet Bay, Guernsey – Moulin Huet Bay, Guernsey, 32 sm. In der Summe 1089 sm in der Segelzeit.

    … und hier wie immer weiter Fotos.

  • |

    Kanalinseln: Alderney

    Am Nachmittag des 07. Juli ging es auch schon wieder weiter. Der Wind war günstig, das Ziel nah: Alderney, die nördlichste der Kanalinseln, sollte unser nächstes Ziel sein. Die Überfahrt gestaltete sich dann weitaus spannender, als wir uns das gewünscht hatten. War der Tag schon recht diesig, ging die Sicht gegen Abend, je näher wir der Insel kamen, immer weiter zurück. 3 Meilen vor Braye Harbour waren wir von dichtem Nebel umgeben. Die gewaltige Strömung zwischen Cap de la Hague und Alderney erforderte zudem in der leichten Brise Vorhaltewinkel von über 40°. Gut, dass wir technisch bestens ausgestattet sind, mit GPS, Radar und Navigationscomputer ließ sich das alles ganz gut handhaben.

    So fuhren wir schließlich nach knapp 3 Stunden in Schleichfahrt in den Hafen von Alderney, von dem wir außer dem Radarbild auf dem Plotter so rein gar nichts sehen konnten. Irgendwann brach dann der erste Ankerlieger aus dem Nebel, den wir vorsichtig umrundeten um dann mit ausreichend Abstand den Anker zu werfen. Wir hatten den Ankerball noch nicht ganz gesetzt, als sich der Nebel zu lichten begann und wir endlich sehen konnten, wo wir gelandet waren. Typisch.

    Alderney gefiel uns ausgesprochen gut, gern wären wir länger geblieben. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel, die Temperaturen waren angenehm, das Wasser, supersauber, lud zum baden ein. Nach zwei Tagen in Braye Harbour verlegten wir noch in die Longy Bay auf der Ostseite der Insel, wo wir weitere zwei Tage vor Anker lagen.

    Hier noch einige Revierinfos: Braye Harbour bot viel Platz, Bojen und Ankerraum waren reichlich vorhanden. Der Tag am Anker kostete 5 GBP, der Dingi – Anleger bot reichlich Platz, die Sanitäranlagen waren voll in Ordnung. Das Einklarieren ist eine freundliche Formalität. Macht der Hafenmeister am Vormittag am Schiff, wobei er natürlich auch gleich den zuvor genannten Obolus kassiert. Zum nächsten Supermarkt sind es nur ca. 200 Meter.
    In der Longy Bay liegen zwei Mouringtonnen mit der Aufschrift „private“ an der perfekten Ankerposition, etwas außerhalb liegt man aber auch noch ganz gut.

    Für die Statistik: Omonville-la-Rogue – Braye Harbour, Alderney 18sm, Braye Harbour – Longy Bay 5sm. In der Summe 1057 sm in der Segelzeit.

    Weitere Fotos findest du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Omonville-la-Rogue

    In Cherbourg blieben wir nur eine Nacht. Die Liegegebühren von über 30 EUR waren schon happig und so schön ist Cherbourg nun auch wieder nicht. Wir liefen am Nachmittag aus und nutzten die Zeit davor für die Versorgung mit frischem Gemüse, Fisch etc. Nur 10 sm westlich von Cherbourg liegt Omonville-la-Rogue (politisch korrekt Port de Hable). Ein kleiner Naturhafen mit Fischerbooten und einigen Mourings für Gästeboote. Alternativ hätte es noch eine Ankerbucht etwas weiter westlich gegeben (Anse de Saint Martin), doch in Omonville waren 3 der 5 vorhandenen Mouringbojen frei und wir freuten uns über den kurzen Schlag nach den langen Törns der letzten Wochen.


    Der Hafen ist eine kleine Perle. Gut geschützt gegen Winde aus Südost über West bis Nord liegt man ruhig, in herrlicher Landschaft und nur wenig Bootsverkehr der ansässigen Fischer. Am Hafen liegen zwei Restaurants, in zwei Geschäften wird der frisch angelandete Fisch im Direktverkauf angeboten. Vor allem Schalentiere, Hummer und Krebse. Es gibt einiges zur Historie des Orts zu lesen (Internetauftritt der Gemeinde oder Wikipedia), wir genossen insbesondere die vielen Blumen und wunderschönen Ausblicke beim umherstreifen im Ort und in der Umgebung. Die Mouringbojen sind übrigens umsonst. Findet man selten.

    Für die Statistik: Cherbourg – Omonville-la-Rogue: 10 sm. In der Summe 1035 sm in der Segelzeit.

    Weitere Fotos hier.

  • Die ersten 1000 Meilen

    Um 10.40 Uhr legten wir am Donnerstag, 04.07. aus Boulogne-sur-Mer ab (für Insider ein ganz spezielles Datum), und setzten dem Strom folgend Kurs Südwest.

    Wir planten unseren Weg zunächst entlang der Küste mit einem möglichen Stopp in Fécamp, dann über die Seine-Bucht Richtung Pte. De Barfleur, Cap Lévi und Cherbourg. Der Wind erlaubte uns dann jedoch frühzeitig den Kurs direkt Richtung Cherbourg abzusetzen, was uns einige Meilen Weg ersparte. Nach den verkehrsreichen Nächten bisher, war diese Nachtpassage ausgesprochen ruhig. Zeit, am Sternenhimmel die Milchstraße zu bewundern, die wir in Deutschland aufgrund der Lichtverschmutzung schon länger nicht mehr gesehen hatten. Auch auf dieser Passage schlief der Wind irgendwann ein und als uns der Strom dann langsam rückwärts segeln ließ, musste der Beta Marine wieder ran.

    Beeindruckend hier wieder die Strömung des Ärmelkanals. Kämpften wir bei der Annäherung an den Pt. De Barfleur mit 20° Drift gegen 3 Knoten Strom, spülte uns nur 3 Stunden später ein ebenso starker Strom mit über 9 Knoten über Grund um das Cap Lévi in Richtung Cherbourg. Um 19.00 Uhr machten wir in Cherbourg fest. So ganz nebenbei knackten wir in Höhe der Tonne Basse de Renier die 1000sm seit Beginn unserer Langfahrt. Ein Grund zum Feiern…

    Für die Statistik: Boulogne-sur-Mer – Cherbourg: 149 sm, davon 75 unter Segel. In der Summe 1025 sm in der Segelzeit.

    Mehr Bilder wie immer im Fotoalbum.