Kattegat

  • Anglerglück – Anglerpech

    Mit unserer Angel waren wir, während der zwei letzten großen Törns, nicht sonderlich erfolgreich, was die Versorgung mit frischem Fisch angeht. Westlich Flakfortet biss 2013 unser erster Fang überhaupt: Ein (recht kleiner) Pollack. Dabei blieb es, während drei Wochen Segeln. Erst in 2014 waren wir ein weiteres Mal erfolgreich – und machten dabei, unfreiwillig, Bekanntschaft mit einem Fisch, den es in der Ostsee gar nicht geben sollte: Petermännchen.

    Gewöhnliches Petermännchen. (Foto von Hans Hillewaert, (CC BY-SA 4.0))
    Gewöhnliches Petermännchen. (Foto von Hans Hillewaert, (CC BY-SA 4.0))

    Hinter dem unauffälligen Namen verbirgt sich ein Fisch, der sich mit giftigen Stacheln seiner Haut zu wehren weiß. Und da er in der Ostsee eigentlich nicht heimisch ist, ist er in gängigen Büchern nicht verzeichnet. Fanden wir alles erst einige Zeit nach dem Fang heraus. Nur das mit dem Gift, das lernte ich auf die schmerzhafte Art gleich nach dem Fang kennen.

    Der Reihe nach: Während der Anfahrt zu unserem Ankerplatz an der Nordküste Anholts (Sommertörn 2014) kam es endlich zu dem lange erwarteten Fang: Bunter Fisch, zweigeteilte Rückenflosse, auffälligen Stacheln an der vorderen, recht lebhaft. Machte ihm jedoch ohne Probleme den Garaus. Kurze Zeit danach fingen wir noch einen zweiten Fisch derselben Art. Dinner war damit gesichert. Im Anschluss durchsuchten wir unser Buchmaterial nach einem Fisch, dessen Bild und Beschreibung passen könnte. Vergeblich. Da es ja nichts Giftiges in der Ostsee geben sollte, entschlossen wir uns dennoch dazu, unseren Fang zu Abendessen zu verwandeln. Beim Putzen allerdings stach ich mich dann an einem der Stacheln auf dem Kiemendeckel. Es folgten ein, zwei Stunden extremer Schmerzen mit Schwellung des Zeigfingers und dann der ganzen Hand. Nur langsam ließen Schmerzen 4nd Schwellung nach, der Zeigefinger selbst blieb über Wochen hinaus dick, das Gewebe um die Stichstelle herum gefühllos. Wir brieten und verspeisten den Fang an diesem Abend trotzdem noch und waren von Textur und Geschmack begeistert. Erst zwei Tage später schnappten wir den Namen des Fisches auf, als ein Angler an der Mole von Grena das gleiche Tierchen an den Haken bekam, es gaaaanz vorsichtig vom Haken befreite und nicht weiter anrühren wollte. Die ganze Geschichte um Petermännchen lasen wir dann im Web, bei Wikipedia und weiteren Informationsseiten.
    Und nun noch die Moral von der Geschicht‘: 1. Finger weg von Fischen, die man nicht bestimmen kann. 2. Petermännchen schmecken ganz hervorragend. 3. Es gibt Petermännchen in der Ostsee – oder zumindest im Kattegat.

  • Segeln mit Schweinswalen

    Juni-Törn 2014, Dienstag, 10. Juni 2014, auf dem Weg von Sejeroe nach Nekseloe.

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    Schweinswale zwischen Sejeroe und Nekseloe

    Gesehen haben wir sie schon oft, stets blieb es jedoch bei der mehr oder weniger weit entfernten Rückenflosse, die genauso schnell wieder verschwand, wie sie aufgetaucht war. Auf dem Mini-Schlag von Sejeroe nach Nekseloe hingegen hatten wir das Glück, dass zwei Schweinswale zum Spielen aufgelegt waren. Nach dem Verlassen des Hafens (mal wieder totale Flaute) legten wir bei niedriger Umdrehungszahl so zwei, drei Knoten Fahrt bei Kurs nach Süden an, weil wir Angeln wollten. Die Angel war nur wenige Minuten draußen, mit dem Köder im Kielwasser, als einer der beiden zum ersten Mal an Steuerbord, vielleicht eine Schiffslänge achtern auftauchte. Um Gottes Willen, dachte ich, bloß keine Delfine an der Angel, und holte, so schnell es ging, die Angelschnur wieder ein.

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    Schweinswale

    Es dauerte nicht lange, da zeigte sich die Flosse wieder, dann immer häufiger, mal vor, mal hinter dem Schiff und wir waren total happy. Über mehr als eine Stunde ging das dann so weiter. Es waren zwei dieser schönen Tiere, ein größerer und ein kleinerer. Christine stand alsbald am Bug und fotografierte, was das Kamera hergab, während wir bei gleicher Geschwindigkeit langsam weiterfuhren. Das ganze ergänzte ich mit einigen Handy-Videos, bis wir nach einiger Zeit dann die Cams beiseite legten, und nur so dem Schauspiel zuschauten.

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    Schweinswale

    In Höhe der Südspitze Sejeroes kam dann genügend Wind auf, um den Motor zu stoppen und unter Segel die Fahrt fortzusetzen. Schien auch unseren beiden Begleitern im Wasser zu gefallen, sie begleiteten uns noch ein, zwei weitere Meilen, bevor Sie dann endgültig verschwanden. Vielleicht war das Gebiet westlich Sejeroes ihr Zuhause, das sie nicht verlassen wollten, oder sie bekamen einfach Hunger, nach all dem Spielen mit der Fresh!Connection und suchten lieber nach Delfin-Frühstück. Wir werden’s nie erfahren, aber dieses erste Mal war ein wunderschönes Erlebnis.

  • Halmstad

    Große Stadt und Hafen an der Mündung des Flusses Nissan, im Norden der Naholmsbucht (N 56° 40.158′, E 12° 51.587′). Wer Unterhaltung oder auch Shoppingmöglichkeiten sucht, kann hier fündig werden, es gibt viele Geschäfte, Restaurants und Bars in der Altstadt, die gut zu Fuß erreichbar ist.
    Liegeplätze stehen reichlich zur Verfügung, fast 3 km Flussaufwärts, auf 2,5 bis 4,5 m Tiefe vor der ersten Straßenbrücke Halmstads. WC und Duschen für die Größe des Hafens unterdimensioniert, Versorgungsmöglichkeiten eher schlecht, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Durch seine Lage Zeitaufwendig, wenn es im Törnplan liegt, für uns nicht das was wir mögen. Liegegebühr (Juni 2013) 200 SEK incl. Strom, Wasser und Duschen.

  • Falkenberg

    Geschützter Hafen im Bereich der Mündung des Flusses Ätran (N 56° 53.513′, E 12° 29.350′).
    Mehrere Werften und allgemeine Industrieanlagen. Es gibt einige wenige Liegeplätze beim Falkenberger Bootsclub oder etwas weiter oberhalb am Kai des Südufers. Wir hatten das Glück beim Bootsclub einen Platz zu finden. Fühlten uns sehr willkommen, Toilettenanlagen sind ok, neben den Duschen sind Strom und Wasser, als auch Fahrräder in der Liegegebühr enthalten. Die Fahrräder sind hilfreich, um das Stadtzentrum zu erreichen, welches ca. 1km entfernt liegt (Weg von uns nicht getestet). Liegegebühr (im Juni 2013) 150 SEK.

  • Varberg

    Relativ großer Hafen, etwa einen halben Tagestörn südlich der Westschären vor Göteborg (N 57° 6.550′, E 12° 14.573′). Gastlieger finden sicherlich einen guten und sehr geschützten Liegeplatz im Innenhafen (4,5m). Gegenüber findet sich ein Yachthafen, der jedoch ohne fahrbaren Untersatz weit von der Stadt entfernt liegt. Die große Autofähre, die zwei mal täglich Varberg anfährt stört nur wenig, dennoch ist das laden und löschen mit einigem Lärm verbunden. Wenn möglich sollte man sich einen Platz auf der Westseite des inneren Hafenbeckens suchen. Die Hafenmeister sind sehr präsent und hilfreich.

    Versorgungsmöglichkeiten sind bestens, von Bäckerei über Fischfachgeschäft (100m) bis Supermarkt (800m) ist alles in gut zu Fuß erreichbar. Duschen und WC sind ok, Waschmaschinen und Trockner in Liegegebühr enthalten. Liegegebühr (Juni 2013) 250 SEK (bis 12m).

  • Heimwärts… nach Süden bis Dragör

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    15.06.2013 Varberg – Falkenberg.

    Zwei Tage saßen wir in Varberg fest . Viel Zeit zum Ruhen, spazieren gehen und planen des weiteren Törnverlaufs. Der Wetterbericht versprach weiterhin wechselhaftes Wetter, das auch weitere Sturmtage bringen konnte. Würden wir bis Göteborg weitersegeln, wäre der Rückweg sicherlich ähnlich anstrengend wie der Hinweg: Lange, lange Schläge, immer gegen den Kalender, um die Rückgabe der Genesis nicht zu vermasseln.

    Dieser Törn sollte auch Urlaub sein, deshalb fiel uns die Entscheidung nicht ganz so schwer. Wir wollten uns auf den Weg zurück nach Süden machen, zurück nach Greifswald. SW 4, vorübergehend SO drehend, später SW um 6, etwas abnehmend, zeitweise Schauer- oder Gewitterböen, See bis 1,5 Meter lautete die Vorhersage. Gut genug für einen 30sm-Schlag nach Falkenberg.

    10 Stunden brauchten wir für die insgesamt 32 sm, immer hart am Wind, aber fast ohne Motor. So soll es sein… Wir fanden einen freien Liegeplatz beim Yachthafen Falkenberg, kurz bevor die nächst Front mit Starkwind und Regen über uns hinweg fegte. Der Hafen lieht im Bereich der Mündung Ätran, mehrere Werften bieten eine nicht ganz so schöne Kulisse. Leider fiel ein Besuch Falkenbergs aus. Wetter und Müdigkeit ließen uns die Kojen vorziehen… Immerhin fanden wir später in Supermärkten Falken – Bier. Das kommt ursprünglich aus Falkenberg.

    16.06.2013 Falkenberg -Halmstad.

    Auch dieser Tag versprach – oder drohte – mit reichlich Wind bis 6 bft, inclusive Schauerböen und vereinzelten Gewittern. Die Front war am Morgen durchgezogen und die Sonne schien immer wieder durch die Quellbewölkung. Bei 10-14 kts Wind aus SW gings um halb zehn wieder hinaus aus dem Hafen und dann immer hart am Wind nach SSO, der Küste entlang. Um 13.00 rundeten wir Tylogrund und liefen nun auf raumem Kurs nach Osten. Die versprochenen Schauerböen kamen ebenso wie das Gewitter und sorgten für einige Sorgenfalten bei der Crew… Nur mit dem Groß im zweiten Reff trieben und die Böen bis knapp 9 Knoten, eine Geschwindigkeit, bei der das Ruder besorgniserregend zu vibrieren begann. Wir drehten bei nunmehr reichlich rauher See in den Wind und bargen das Groß vollständig, für die verbleigenden Meilen nach Halmstad. Nach nur 4 Stunden liefen wir in den Fluss Nissan ein, an dessen Mündung Halmstad liegt. Es wurde ein, bei immer noch 4-6 bft mühsames Anlegemanöver zwischen zwei zum Glück mit viel Gummi geposterten Schwimmern, aber nach einigem Hin und Her war es geschafft und wir konnten den Nachmittag zur Erholung nutzen.

    17.06.2013 Halmstad – Torekov

    Halmstad gefiel uns nicht sonderlich. Die Stadt hat zwar ein recht großes Zentrum mit Restaurants, Kneipen und Einkaufsläden, allerdings fanden wir auf die schnelle weder Supermarkt noch Bäckerei in Hafennähe. Das ganze irgendwie Seelenlos. Wir entschieden weiter zu segeln und wählten Torekov, auf der anderen Seite der Laholmsbukten. Vom nächtlichen Sturm war noch einiger Seegang geblieben, der Wind kam mal wieder „von vorn“. Hart am Wind und mit einigen Kreuzschlägen schafften wir es in 4 1/2 Stunden nach Torekov. Im Tagesverlauf klarte es zunehmend auf und auch der Wind ging zurück. Es wurde entsprechend ein (nordisch) sommerlicher und gemütlicher Abend in Torekov mit frischem Fisch aus dem Fischladen am Hafen.

    18.06.2013 Torekov – Viken

    Endlich mal wieder ein perfekter Segeltag. Bei wenig Seegang, Sonnenschein und knapp 10 Knoten Wind ging es am Wind zunächst über die Bucht Skälderviken, um Kullen herum in Richtung Öresund. War es auf See durch den Wind recht frisch, bot und Viken am Nachmittag Badewetter.

    19.06.2013 Viken – Kyrkbacken

    So schön wie der vorherige Tag war, so unschön war dieser. Zum Ablegen gab’s Regen und bei Windstille. Unter Motor ging’s an Helsingborg vorbei in den Öresund. Ziemlich langsam, das ganze, denn wir hatten gute 2 Knoten Strom auf der Nase. Immerhin kan nach Mittag der Wind zurück. Wie immer von vorn, dennoch setzten wir am südlichen Ende des Verkehrstrennungsgebiets die Segel und kreuzten bis vor die Hafeneinfahrt Kyrkbacken auf der Insel Ven. Der Himmel erinnerte an Waschküche, Donner kündete von Gewittern in der Umgebung, später im Hafen regnete es wieder. Bei Ankunft war der Hafen übrigens gut dänschen und schwedischen Booten belegt. Die Crews saßen überwiegend in ihren Cockpits und hielten Klönschanck. Bei Bier und Wein versteht sich. Als es zu regnen begann brachen die meisten auf und ließen einen fast leeren Hafen zurück. Da waren an diesem Nachmittag jedenfalls einige Promille auf dem Öresund unterwegs…

    20.06.2013 Kyrkbacken – Dragör

    Der Sommer war wieder zurückgekehrt. Strahlend blauer Himmel, warme Temperaturen und – Flaute. Unter Motor ließen wir die Insel Ven hinter uns und setzten Kurs auf Dragör. In Höhe des Forts Middelgrund wehte der Wind ausreichend aus nördlicher Richtung so segelten in Zeitlupe bei 2-3 Knoten vor dem Wind an Kopenhagen vorbei. Im Fahrwasser herrschte reger Schiffsverkehr und sorgte ebenso für Unterhaltung wie der erste selbst gefangene Fisch. Ein Baby-Pollack von gerade einmal 25 cm. Das sollte übrigens der einzige Fischfang des Törns bleiben. Die Ausrüstung hatte sich also nicht wirklich bezahlt gemacht. Ebensowenig wie die Lizenz fürs Fischen in Dänemark, die ich für den Tag erworben hatte. Um 15.15 Uhr hatten wir in Dragör festgemacht. Die Temperatur war nunmehr auf knapp 30° C geklettert. Entsprechend war Baden angesagt. Am Abend gab’s den „Catch of the Day“, den wir mittlerweile mit noch etwas Fisch aus dem Supermarkt ergänzt hatten. Wetter und Dragör selbst gefielen uns so gut, dass wir hier einen schönen Stehtag verbrachten.

  • Viken

    Sympatischer Yachthafen am Ausgang des Öresunds auf schwedischer Seite (N 56° 8.506′, E 12° 34.675′). Die Zufahrt ist betonnt, die Wassertiefe beträgt 2,5m oder mehr. Der Hafen ist recht eng, es gibt nur wenige Plätze für Gäste. Mit unserer 37er Hanse zählten wir zu den großen Schiffen im Hafen. Toilettenanlagen sind in Ordnung. Wasser, Strom, Duschen, WiFi, Waschmaschine, Trockner, alles im Preis enthalten. Als Hafenmeister agiert das Restaurant am Beginn der Mole im Westen. In 400m Entfernung (an der Mühle vorbei) findet sich ein Supermarkt. Südlich am Hafen schließt ein Bad an, auch von der Westmole kann man über eine Leiter baden gehen.
    Liegegebühren all inclusive (Stand 2013) betägt 200 SEK.

  • Torekov

    Torekov (N 56° 25.700′, E 12° 37.514′) ist ein reizvoller, kleiner Hafen mit Restaurants, Kiosk, Fischladen und weiteren eingeschränkten Versorgungsmöglichkeiten. In einer Bäckerei/Konditorei gibt’s frische Brötchen und eine kleine Auswahl von Waren des täglichen Bedarfs. Die Liegeplätze sind durchweg 3-3,5 Meter tief, allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur 3,50 M breit. Und die Pfähle geben nicht nach! Zwei Doppelboxen sind mit einen „Schwimmer“ getrennt, erlauben somit auch das Festmachen breiterer Boote, eben mit nur einer Achterleine. An den Schwimmern im östlichen Teil des Hafenbeckens können mehrere Boote längs fest machen. Es lohnt sich bis in den inneren Hafen zu blicken, auch dort können Yachten festmachen.
    Die Sanitäranlagen sind gepflegt und groß, Zugang mit Zahlencode.
    Liegegebühren berechnen sich nach Schiffsbreite, ab 3,50 M kostet es 190 SKR incl. Strom u. Wasser (11.06.2013).

  • Sommertörn 2013 – Nordwärts

    Samstag, 8. Juni 2013: Wir erreichten den Liegeplatz der Genesis beim Yachtservice Wunderlich am späten Vormittag und konnten auch sogleich mit dem Verstauen unseres Gepäcks und der Vorräte beginnen. Bis aufs Trinken hatten wir alles mitgebracht, kaum war der Wagen leer, fuhren Christine und Anja zum Getränkeladen, um den Flüssigkeitsvorrat zu besorgen.
    Die Übergabe verlief kurz und schmerzlos, auch weil wir „Wiederholungstäter“ und uns die Genesis noch noch gut vertraut waren. In Wieck kauften wir schnell noch etwas Fisch (Rosenstraße) und um 14.45 Uhr hieß es Leinen los für die Brückendurchfahrt um 15.00 Uhr.
    Zumeist unter Motor – der Wind stand eher ungünstig – ging’s in den Strelasund. Ab Tonne 18 konnten wir dann auch noch ein Stündchen unter Segel unserem Ankerplatz südlich Drigge entgegensegeln. Um 19.30 Uhr saß der Anker und wir machten uns ans Abendessen.

    Sonntag, 9. Juni 2013: Es war eine ruhige, windstille Nacht, dennoch hieß es bereits um 04.15 Uhr aufstehen, um die ersten Brückenöffnung um 05.25 Uhr nicht zu verpassen. An Stralsund vorbei ging es weiter nordwärts und um 08.00 lag der Bock hinter uns und wir fuhren hinaus auf die Ostsee. Das Ziel hieß Falsterbokanal, bei nur 3-5 Knoten Wind – leider aus NNW – ließen wir den Motor schieben. Nach Mittag drehte der Wind endlich mehr auf West und wir konnten dem Jockel eine Pause gönnen. Es blieb bei einer Pause, denn nach 2 Stunden war wieder Flaute und unter Motor ging es schließlich 17.30 Uhr in den Kanal. Mit einigen anderen Yachten passierten wir um 18.05 die Klappbrücke und machten anschließend ca. 14 Stunden nach dem Anker lichten und mit 73sm hinter uns, im Yachthafen Höllviken fest. Puh! Es bot isch uns dann, müde wir der lange Tag uns gemancht hatte, ein sonniger, warmer Abend mit einem tollen Sonnenuntergang.

    Montag, 10. Juni 2013: Zeitig und noch immer ganz schön müde legten wir um 6.30 Uhr wieder ab und setzten den Kurs ab in Richtung Öresund-Brücke, Helsingborg, Mölle. Es zeichnete sich wieder ein Tag unter Motor ab, Flaute oder leichter Wind aus Nord. Dann jedoch, um Mittag dreht der Wind auf NW und frischt auf 3 Bft, nach 13.00 sogar bis 5 Bft auf. Mit unserer Genua waren wir denkbar schlecht auf den Wind vorbereitet. Die Übung fehlte auch, die Müdigkeit steckte ebenfalls in den Knochen, was auch immer, noch bevor wir Helsingborg erreichten verließ den Skipper der Mut und wir machten kehrt um Ven / Bäckviken anzulaufen. Da kamen wir eine Stunde zuvor bereits vorbei, lag windgeschützt und sollte damit auch für einen Wechsel des Vorsegels geeignet sein. Immerhin erlaubte die Kehrtwende noch eine Stunde Segeln vor dem Wind, bevor wir dann um 14.40 festgemacht hatten. Es war uns klar, dass wir uns mit dieser Änderung der Reise einen extra Tag auf dem Weg nach Norden „eingekauft“ hatten, dennoch genossen wir den ruhigen Nachmittag in Bäckviken, der auch ein Bad im doch recht kalten Wasser beinhaltete.
    Unseren ersten Segelwechsel schafften wir ohne große Probleme, allerdings gelang es uns nicht, die Genua „fachgerecht“ so zu falten, dass ein neuerliches Aufziehen reibungslos verlaufen würde. Verschoben wir auf später – und die Genua in die SB Achterkoje…

    Dienstag, 11. Juni 2013: Am Morgen war der Wind wieder weg. Erneut musste der Motor für’s Vorwärtskommen sorgen, denn Ziel waren die Schären vor Torekov, Hallands Väderö. Zäh ging’s voran, auch der Strom wollte uns vom Kattegat fernhalten. 2 Knoten auf der Nase. Am späten Vormittag, der Öresund lag hinter uns, gab’s dann endlich segelbaren Wind und wir kreuzten in Richtung Kullen, von da ab bei schönem Wind Richtung Hallands Väderö. Vorsichtig fuhren wir dort zwischen die Felsen der Schäre und ankerten in der Bucht östlich des Anlegers. Bis zum Anleger manövrieren war uns doch zu „heiß“, die Bucht aber auch so schön genug. Wir packten erstmals die Angel aus, gingen baden und wollten eigentlich auch über Nacht hier bleiben, als dann nach 18.00 der Wind wieder deutlich zunahm. Prompt gingen wir über dem krautigen Untergrund auf Drift. Kurz entschlossen lichteten wir Anker und verlegten für die Nacht nach Torekov, wo wir um 20.00 nach 14 Stunden endlich wirklich Feierabend hatten.

    Mittwoch, 12. Juni 2013: Die Nacht war dann doch windstill und bescherte uns einen guten Schlaft, den wir sehr nötig hatten. Verberg war das Ziel für diesen Tag, 47 sm entfernt. Wir gönnten uns deshalb noch frische Brötchen zum Frühstück und machten uns erst am späten Vormittag auf den Weg. Um 11.10 Uhr verließen wir Torekov bei südwestlichen Winden um 3 Bft, die uns gut voranbrachten. Hielt natürlich nicht lange. Nach Mittag begann der Wind linksdrehend wieder einzuschlafen. Wir hielten am Tagesziel fest und nahmen den Motor zu Hilfe. Nachdem Falkenberg an Steuerbord vorbeigezogen war, wurde die Küste deutlich felsiger und „schäriger“, allerdings auch rauher, geradezu abweisender als die Schären Blekinges, die wir 3 Jahre zuvor besucht hatten. Nach 16.00 sorgte eine aufziehende Warmfront für Wetterverschlechterung: Es zog sich zu. Um 18.00 war es vollständig bedeckt, die Hochdruckwetterlage, die über zwei Wochen gehalten hatte, schien vorüber. Schade. Wir hatten den Motor 6 Stunden an der Marschdrehzahl rangenommen, was er uns wohl übel nahm. Für die letzten Meter zum Kai nahm ich im Rückwärtsgang die Fahrt aus dem Schiff, als ich in den Leerlauf schaltete, ging er einfach aus. Zum Glück war das Anlegemanöver nicht sportlich ausgelegt. Dank des Hafenmeisters, der die Leinen annahm konnten Christine und Anja das Schiff längsseits am Kai aufstoppen ohne zunächst zu bemerken, dass sich der Jockel nicht mehr starten ließ. Da hätte einiges passieren können, hätten wir das Kai nicht erreicht und hätte uns der stärker werdende Wind durchs Hafenbecken geschoben, hätten wir den Anker schnell genug fallen lassen können… Hätte, hätte Fahrradkette 😉
    Um 19.10 lagen wir jedenfalls sicher im Varberger Stadthafen, freuten uns über den freundlichen und hilfsbereiten Hafenmeister, der uns noch mit allen wichtigen Infos versorgte, bevor er mit seinem Rad zurück zu seinem Büro radelte.
    Wir bauten am Abend noch die Kuchenbude auf, denn die Wettervorhersage versprach Regen und Sturm, es war klar, dass wir erst mal bleiben würden.

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  • Sommertörn 2013

    So richtig passt der Titel dieses Beitrags nicht, denn in diesem Juni waren uns nur einige Sommertage vergönnt. Mir schwebte das eine oder andere Mal eher der Titel „Roaring Baltic 2013“ vor, analog zu den stürmischen südlichen Breiten, wie sie in vielen Büchern und Websites beschreiben sind. Jedenfalls war einiges Umplanen und Abwarten nötig, um das ein oder andere Tief mit seinen entsprechend starken Winden durchziehen zu lassen.
    Vom ursprünglich geplanten Törn in die schwedischen Westschären vor Göteborg wurde letztlich nur ein Törn entlang der schwedischen Westküste mit ein wenig Schären-Feeling bei Torekov und Varberg. Insgesamt brachten wir 520 sm mit nach Hause und wie sich das gehört, einiges an neuen Erfahrungen.
    Hier die „Eckdaten“:
    Boot: SY Genesis (Hanse 37e)
    Crew: Thomas, Christine, Anja
    Start: 08. Juni in Greifswald Wieck
    Route: Strelasund, Falsterbro Kanal, Öresund, Westküste Schwedens und zurück
    Entferntester Hafen: Varberg, SE
    Ende: 28. Juni in Greifswald Wieck
    Reisetage See: 5
    Log: 520 sm

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    Details folgen…