Revierinfos

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    Cat Island

    Am 23. Februar, 10.00 Uhr, gingen wir an unserem letzten Ankerplatz in Eleuthera, Rock Sound West, Anker auf. Der Wind blies nach dem nächtlichen Frontdurchgang immer noch kräftig aus WNW, sollte aber im Tagesverlauf weiter rechts drehen. Bis Davis Channel, dem einzig schiffbaren Weg aus der Bucht von Eleuthera in den Exumas Sound, mussten wir noch gegen den Wind kreuzen, durch den Channel ging es dann hoch am Wind, bis wir schließlich, am Cape Eleuthera auf einen angenehmen Vorwindkurs abfallen konnten. 

    Unter Genua segelten wir noch bis Sonnenuntergang entlang der Südküste Eleutheras nach Osten, bevor wir schließlich, bei East Point, Kurs auf Cat Island absetzten.

    Nachtfahrt von Eleuthera nach Cat Island

    Es wurde eine angenehme Fahrt durch die Nacht, mit wenig Wind und Welle unter einem herrlichen Sternenhimmel. Um neun Uhr morgens erreichten wir nach 81 Seemeilen unser erstes Ziel auf Cat Island, die Ortschaft New Bight. 

    Ursprünglich hieß die Insel Guanima, erst nach eintreffen weißer Loyalisten in 1783 entstand der Name Cat Island. Eine Version der Herkunft des neuzeitlichen Namens zieht den Piraten Arthur Catt heran, eine andere leitet sich von einer einst großen Zahl wilder Katzen ab.

    Ganze 1700 Einwohner (4 pro qkm) leben auf Cat Island. Es gibt keine schwimmenden Schweine, keine Kreuzfahrtschiffe und keine Hotelburgen. Vielleicht war das der Grund, warum uns die Insel auf Anhieb besonders ansprach, vielleicht waren es aber auch die Einheimischen, die grüßend und winkend an uns vorbei fuhren, oder eine Mitfahrt in ihrem Auto anboten. 

    Bar des Fish Fry, New Bight

    Als Cruiser hat uns sowohl der kleine Supermarkt, als auch der Waschsalon in New Bight begeistert. Letzterer der mit Abstand sauberste und gepflegteste unserer gesamten, bisherigen Reise.

    Die im wahrsten Sinne des Wortes herausragendste Sehenswürdigkeit Cat Islands ist die Hermitage auf dem Berg Alvernia, nebenbei auch mit 67 Metern die höchste Erhebung der Bahamas. Allemal ein lohnender Spaziergang vom Ankerplatz vor New Bight.

    The Hermitage, Mount Alvernia, Cat Island, Bahamas

    Zwei weitere Locations steuerten wir während unseres 11 Tage dauernden Aufenthaltes an: 

    Die Fernandez Bay und den Joe Sound Beach. 

    An beiden Ankerplätzen sahen wir erstmals auf den Bahamas noch halbwegs intakte Korallen und zahlreiche, bunte Fische. Sogar Meeresschildkröten kamen wir ganz nah. 

    Der Joe Sound Beach war übrigens seit Portugal der erste Strand, der größer als unser Bewegungsdrang war. Nach 5 km Strandwanderung kehrten wir um, ohne das Ende erreicht zu haben. 

    Joe Sound Beach, Cat Island

    Langsam rückt nun auch der Termin für den Besuch von Anja und Sven näher, die wir in Georgetown an Bord nehmen wollen. Grund genug am 24. Februar mit günstigem Wind näher an Great Exuma heran zu segeln. Cat Island werden wir in sehr guter Erinnerung behalten.

    Wie zuvor in Kurzform noch ein wenig Revierinfo:

    New Bight und Freetown Settlement: Rießiger Ankerplatz. Die Bars und Restaurants am Fish Fry am Strand von New Bight waren Ende Februar weitgehend verwaist oder geschlossen. Die Preise sind hoch. Bei südlicher Komponente im Wind wird’s etwas kabbelig am Ankerplatz. Bester Platz zum Anlanden des Dinghy ist im Lee des alten Govenment Docks beim Batelco-Turm und der Polizeistation. Der New Bight Food Market (30 Min. Fußweg nach Norden) ist gut sortiert und preislich ok, der Liquorstore nebenan gehört zum Supermarkt. Der Supermarkt fährt einen auf Nachfrage zum Strand. Auf halbem Weg liegt nördlich der Straße Gilly’s Laundry.

    Fernandez Bay: Halbmondförmige Bucht ohne Schwell (bei östlichen Winden) und guten Tiefen bis 200m vom Strand. Bar und Restaurant im Resort heißen Cruiser willkommen. Im Fernandez Creek kann man Schildkröten beobachten. Eine knappe Meile nördlich liegt Smith’s Bay. Dinghydock gleich südl. der Bootsrampe. Von dort über die Straße liegt der Supermarkt Alvernia Food Store (und eine Tagesklinik).

    Joe Sound Beach: Abgeschiedenheit pur. Endloser Strand. Vereinzelt Korallenstöcke mit < 1m unter der Oberfläche. Heads up!

    Am Ankerplatz des Joe Sound Beach durfte die Drohne mal wieder ran. Dabei entstand das nachfolgende Video. Viel Spaß!

    Mehr Bilder aus Cat Island findest Du in Kürze im Fotoalbum.

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    Palm Beach bis Fort Lauderdale

    Ankerplatz zwischen West Palm Beach (l) und Palm Beach (r)

    Sieben Tage lagen wir in der Cocoanut Grove, zwischen West Palm Beach (WPB) und Palm Beach gelegen und zwischen der Flagler Memorial Bridge im Norden und Royal Park Bridge im Süden. Mindestens 35 Milliardäre wohnen in Palm Beach, ihr Vermögen summiert sich auf über 260 Milliarden Dollar. Entsprechend gepflegt sieht es aus, Palmenalleen, parkähnliche Gärten, Uferpromenaden, alles perfekt in Schuss gehalten von unzähligen, überwiegend spanisch sprechenden Arbeitern und anderen Dienstleistern. Die Spielzeuge der Reichen, sprich Megayachten, prägen das Stadtbild entlang des Lake Worth ebenso, wie die stets präsenten Privatjets im Anflug auf WPB.

    Palm Beach

    Die Bubble der feinen Gesellschaft endet allerdings wenige Blocks westlich der Downtown von WPB. Obdachlose, Dealer, Drogenabhängige, schäbige Restaurants und Gewerbe prägen das Stadtbild, wirken beklemmend und abstoßend. Kann man hautnah erleben, wenn man z.B. mit dem Bus zu einem der wenigen Waschsalons fährt. Und wie der dann aussieht, ist schwer in Worte zu fassen, einer so reichen Stadt komplett unwürdig und Beweis dafür, dass das Märchen von Tickle-Down Economics blanker Unsinn ist.

    Noch im Bereich der Bubble liegt das Public Dock von West Palm Beach, nur wenige hundert Meter von unserem Ankerplatz entfernt. Zum sehr gut sortierten Publix-Supermarkt sind es nur wenige Blocks, zahllose Bars und Restaurants, Galerien und Geschäfte sind ebenso in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

    Jeden Abend startete die weihnachtliche Licht- und Unterhaltungsshow „Holiday in Paradise“ im Park zwischen der zentralen Clematis Street und der WPB Waterfront Landing. Den Ablauf kannten wir bald in- und auswendig, denn unser Ankerplatz wurde zwangsläufig mit beschallt.

    Allabendliche, weihnachtliche Lichtershow in WPB

    Waren unsere ersten Tage in Palm Beach noch wunderbar sonnig und warm, erreichte uns dann am 24. Dezember die Kaltluft des Jahrhundert-Wintersturms, der fast die gesamte USA erfasst hatte. Die Temperatur stürzte über Nacht um mehr als 20 Grad auf Werte um die 5 °C ab. Schnee blieb uns zum Glück erspart, auch wenn er ganz gut zu Weihnachten gepasst hätte. Als wir am 26. Dezember unsere Reise fortsetzten, kamen wieder einmal die dicken Ocean-Anzüge mit Skiunterwäsche und Fleeceschichten zum Einsatz und auch unseren Ofen hatten wir wieder in Betrieb genommen.

    Mit einem Zwischenstopp bei Boca Raton ging es für uns auf dem Intracoastal Waterway zunächst weiter bis Fort Lauderdale und dann am 28.12. bis Miami. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

    Hier noch in Kurzform einige Infos zu unseren Stopps:

    Palm Beach: Dank des großzügigen und zentral gelegenen, kostenlosen Docks und der guten Versorgungsmöglichkeiten sehr Cruiser-freundlich. Hier kann man es einige Tage aushalten.

    Palm Beach – Fort Lauderdale: Rund 20 Klappbrücken machen die Etappe zu einem Hindernisparcours. Extra Zeit einplanen!

    Fort Lauderdale: Lake Sylvia ist der beste Ankerplatz vor Ort und entsprechend voll. Es gibt kaum Möglichkeiten das Dinghy anzulanden. Ausnahme: Im Hafenbecken zwischen der SE 15th und der SE 16th Street gibt es eine Public Boat Ramp und ganz im Westen ein Dinghy Dock beim Southport Raw Bar & Restaurant. Kostet 10 $, die als Gutschrift im Restaurant wieder eingelöst werden können.

    Weiter Bilder unserer Reise in den Süden Floridas findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Jax bis Cape Canaveral

    Am 1. Dezember verließen wir Jacksonville mit Ziel St. Augustine. Ein kräftiger NNO-Wind ermöglichte, trotz vieler Windungen des Pablo- und Tolomato Rivers, angenehmes Segeln auf dem Intracoastal Waterway (ICW). Bei Vilano Beach, nördlich der Francis and Mary Usina Bridge und in Blickweite von St. Augustine gingen wir am späten Nachmittag vor Anker. Vilano Beach hat ein Public Pier, welches wir am nächsten Morgen mit dem Dinghy ansteuerten. Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis an den Atlantikstrand und wir freuten uns auf eine lange Strandwanderung. Unterwegs kommt man an einem Publix-Supermarkt vorbei, ideal, um die Bordküche wieder mit frischem Obst und Gemüse aufzufüllen.

    Vilano Beach

    Am 3. Dezember fuhren wir dann 3 Meilen weiter, nach St. Augustine. Nördlich der Bridge of Lions und östlich des Fahrwassers fanden wir unseren Ankerplatz, genau gegenüber des Stadtzentrums von St. Augustine, welches nachts in weihnachtlichem Lichterglanz erstrahlte. Nights of Lights nennt sich die Lichtershow, die allabendlich unzählige Besucher anzieht. Die spanische Kolonialarchitektur, das stattliche Castillo de San Marcos und einige Protzbauten der Flagler-Era sorgen auch tagsüber für volle Straßen, Restaurants und Geschäfte im historischen Stadtviertel. St. Augustine gilt als die älteste, dauerhaft bewohnte, von der „Alten Welt“ gegründete Stadt auf dem USA-Festland. Wirklich authentisch ist allerdings nur das spanische Fort. Der Rest erinnert irgendwie an einen Disney Themenpark – und sobald man das historische Viertel verlässt, sieht es aus wie in jeder US-Stadt: Große Straßen, viele Autos, lange Wege und die üblichen Shopping-Viertel.

    Nights of Lights, St. Augustine

    Die städtische Marina unterhält auch das perfekt zentral gelegene, gebührenpflichtige Dinghy-Dock. Für die Gebühr von 12 $ pro Tag bekommt man Zugang zu allen Services der Marina: Duschen, Toiletten und Waschsalon. Nutzten wir für zwei Tage, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

    Cape Canaveral war unser nächstes, größeres Ziel. Unser Weg über den ICW führte uns an Ankerplätze im Matanzas Inlet, Daytona Beach und New Smyrna Beach, bevor wir schließlich Titusville, am Indian River, erreichten. In Kurzform einige Kommentare zu unseren Stopps:

    Matanzas Inlet: Idyllisch gelegen, fern jeglicher Stadt, sehr geschützt, mit einem alten, spanischen Fort und viel Platz.

    Ankerplatz im Matanzas Inlet

    Daytona Beach: Hat uns nicht gefallen. In die Jahre gekommene, Auto-fixierte Stadt, deren Strand in katastrophalem Ausmaß dem November-Hurricane Nicole zum Opfer gefallen ist. Taugt aufgrund der weiten Wege nicht einmal zum Verproviantieren.

    New Smyrna Beach: Guter Zwischenstopp auf dem Weg nach Titusville, auch wenn Ankerplätze rar sind. Das Dinghy-Dock der Stadt haben wir nicht ausgecheckt.

    Titusville: Großes, markiertes Mouring-Feld, betrieben von Titusville Marina. Kostet 20$ pro Tag. Man kann aber auch außerhalb des Mouring-Felds ankern und bekommt für 6$ Gebühr Zugang zu allen Service-Einrichtungen der Marina. Topp!

    Space Walk of Fame, Titusville

    Titusville ist Verwaltungssitz des Brevard County, auf dessen Gebiet der Launch Compex 39, aktiver Startplatz der NASA am Cape Canaveral, liegt. Erst mit Beginn des Raumfahrtzeitalters gewann die Stadt an Bedeutung, heute leben im Großraum Titusville über eine halbe Million Menschen, der Ort selbst wirkte auf uns aber angenehm kleinstädtisch, mit großen Parks und einer überschaubaren, und lebendigen Downtown.

    Für uns ging es von hier zum Kennedy Space Center. Ein Besuch, den wir nicht auslassen wollten und der wirklich lohnend ist. Getoppt – oder vervollständigt – wurde das Erlebnis durch die Starts gleich zweier Space X – Missionen, jeweils mit der Zugabe der Rückkehr und Landung der ersten Stufen nach Cape Canaveral.

    ONEWEB 1 MISSION, 8. Dez. 2022

    Nächstes Ziel für uns ist Palm Beach. Dort wollen wir Weihnachten verbringen. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

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    Newport, R.I.

    Am 20. September erreichten wir wieder Newport. Es fühlte sich gut an, einen bekannten Ort erneut zu besuchen. Auf Newport trifft das in besonderem Maße zu. Es ist einfach schön, seinen Einkaufsladen zu kennen, den Waschsalon im Maritime Center, die Wassertankstelle, die Spaziergehwege und die Dinghy-Docks, all das kombiniert mit der wunderschönen Kulisse von Newport Harbor und der Narrangasett Bay.

    Wir blieben über eine Woche in der Newport Harbor South Anchorage, wovon wir zwei Tage eingeweht waren. Hurricane Fiona, der zweihunder Meilen weiter östlich zwischen Neuschottland und Neufundland Kanada erreichte, bescherte uns über 24 Stunden Starkwind am Ankerplatz und den Hafenmeistern, die ihrer Bezeichnung alle Ehre machten, einiges an Arbeit, als Boote im Sturm losbrachen, sich teilweise in Mouringen verfingen, oder mit anderen Booten zu kollidieren drohten. Die Jungs waren mit ihren Booten und Tauchern sofort zur Stelle und klärten den Tumult so schnell wie er entstanden war.

    Während unseres Aufenthalts begegneten wir dem ersten Segelboot unter deutscher Flagge seit unserem Einklarieren in Morehead im Mai. Imke und Uli waren mit der Eiland auf dem Weg in ein Winterlager auf dem Hudson. Der Austausch machte Spaß und veranlasste uns, die Dinghy-Ausrüstung US-konform aufzurüsten. Danke Uli, für den Tipp. Kostete weniger, als das potentielle „Ticket“ in Florida, wo wohl eifrig kontrolliert wird. Hier (LINK) gibt‘s übrigens eine gute Checkliste zum Thema.

    Wir kauften die Schwimmwesten, die im Dinghy bleiben sollen, gebraucht bei Newport Nautical Supply Inc., einem Bootszubehör-Familienbetrieb mit rießiger Auswahl an Second-Hand-Waren im Untergeschoss.

    Am Ankerplatz trafen wir auch Christian und Heidi wieder, die mit ihrer Aurora den Great Loop fast vollendet hatten und lernten Heike und Hans von der Makaan kennen, die wie wir auf dem Weg zu den Bahamas sind.

    In Newport konnten wir uns schließlich auch Boostern lassen. Die Walmart-Pharmacy hatte den neuesten Impfstoff vorrätig und gegen Vorlage unserer Persos und den vorherigen Impfnachweisen konnten wir unser Immunsystem auf den neuesten Stand bringen.

    Dennoch war am 26. September an der Zeit für den Aufbruch nach Westen. Die Reste von Hurrican Ian würde wohl auch in Neuengland bald für kräftigen Wind sorgen, den wir in besser geschützter Lage abwettern wollten. Wir werden Newport in guter Erinnerung behalten.

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    Lower Banks und AICW

    Unserer Route durch die Lower Banks folgte dem Atlantic Intracoastal Waterway (AICW) nach Norden. Die Naturlandschaft im Nordosten des US-Bundesstaats North Carolina ist unglaublich weitläufig und sehr dünn besiedelt. Von der vorgelagerten Inselkette der Outer Banks geschützt, erstrecken sich über viele hundert Quadratkilometer die Mündungsbereiche zahlreicher Flüsse North Carolinas. Der Intracoastal Waterway quert oder folgt diesen Gewässern, oder er führt durch Kanäle, wo es zur Zeit ihres Baus sinnvoll erschien. Die Wassertiefe entlang des Waterways unterschreitet selten die 4 Meter, einschränkend für uns Segler sind da eher die Brücken, deren Durchfahrtshöhe bei 65 Fuß liegt.

    Ankerplatz vor Belleville, Pungo River

    Es sind überwiegend amerikanische und kanadische Freizeitboote mit kleiner Crew, die den Intracoastal Waterway befahren. Jetzt, im Frühjahr, sind sie zumeist auf dem Weg nach Norden, nachdem sie den Winter in der Karibik oder auf den Bahamas verbracht hatten. Mit unserer deutschen Flagge sind wir echte Exoten und kommen immer wieder ins Gespräch mit den Locals, von denen viele, wie so oft in den USA, mit dem alten Kontinent noch irgendwie verbunden sind. Findet man entlang des Neuse und Palmico Rivers noch viele Ortschaften und Häfen, wird es, je weiter man nach Norden voran kommt, immer ruhiger und abgelegener. Nach queren des Albemarle Sounds durchfährt man über Stunden menschenleeres Sumpf- und Marschland, einzig die Anleger und Marinas am Coinjock Canal bieten begehrte und knapp bemessene Liegeplätze, Benzin- und Dieselservice.

    AICW

    Mit dem Erreichen des Albemarle and Chesapeak Canals in Virginia bleibt die unberührte Landschaft achteraus zurück. Der Kanal endet beim Great Bridge Lock, eine Schleuse in geschichtsträchtiger Umgebung, die unter anderem das salzhaltigen Tidengewässer des Elizabeth River von den nicht salzigen Schwarzwasserflüssen des südöstlichen Virginia bzw. nordwestlichen North Carolina trennt. Es war nicht schwierig, entlang unserer Route durch die Lower Banks, geeignete Ankerplätze zu finden. Das Ankern in der fast menschenleeren Umgebung ist ein Erlebnis für sich. Den Sound von abertausenden Wildgänsen, Enten und Fröschen bei Sonnenuntergang an unserem Ankerplatz im Blackwater Creek werden wir sicher lange nicht vergessen.

    Public Dock, Great Bridge Memorial Park

    Im Fotoalbum haben wir Route und Zwischenstopps mit Bildern dokumentiert. Hier kommst du dort hin…

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    Long Island

    Ankerplatz bei Clarence Town, Long Island

    Immer wieder überraschen besonders jene Ort positiv, die ursprünglich gar nicht in der Törnplanung enthalten sind. So auch Clarence Town, an der rauhen Ostküste Long Islands. Im Naturhafen, geschützt von Riffen und kleinen Inselchen ist es leicht, einen Ankerplatz zu finden, die Bucht strahlt in der gesamten Palette Türkis und Blau, Strände ohne Ende, das Wasser kristallklar. Im Süden der Bucht konnten wir Rochen beobachten, in der Flying Fish Marina Ammenhaie. Die Versorgung könnte besser sein, aber man kann ja nicht immer alles haben! Wir verbrachten 3 entspannte Tage hier, bevor wir schweren Herzens wieder aufbrachen um nicht während der angekündigten Starkwindphase stecken zu bleiben.

    Strand bei Clarence Town

    Wir wollten ums Cape Santa Maria herum auf die Westseite von Long Island. Das ist eine 50 Seemeilen-Passage, die man an einem Tag schaffen kann. Wir zogen es vor, über Nacht zu segeln, einerseits würden wir dann den nächsten Ankerplatz ohne Eile bei Tageslicht erreichen und hätten zudem den ganzen Ankunftstag „frei“. Die Planung ging auf. Es wurde eine entspannte Fahrt bei 3-4 Bft und wenig Welle, die wir von Ankerplatz bis Ankerplatz unter Genua zurücklegten. Um 8 Uhr hatten wir unseren Anker in der Calabash Bay eingegraben. Auch wieder so ein Ort, dessen leuchtende Farben des Wassers sprachlos macht.

    Cape Santa Maria

    Im Osten Hoosie Harbours, flacher Naturhafen im Nordosten der Bay, liegt das Dinghydock für Seymours, nördlichste Siedlung von Long Island. Wir machten dort fest, um zum Columbus Monument am Cape Santa Maria zu wandern. Das Monument erinnert an das freundliche aufeinander treffen der Eingeborenen Lucayans und Christoph Columbus, bei dessen Landung am 17. Oktober 1492. Ort und Datum sind zwar nicht unumstritten, die Panoramen, die sich dem Besucher bieten sind auf jeden Fall genial. Der Weg ist lang und heiß. Kühlung findet man am Kap im Meer, nach der Rückkehr bei Rodney, im Sunset Restaurant, 100 m südlich des Dingydocks. Nein, es gibt keine Klimaanlage (und auch kein WiFi), dafür aber kaltes Kalik, Eiswasser und Chips als Zugabe. Auf Bestellung kann man wohl auch sehr gut speisen, dort, was wir leider nicht mehr probieren konnten. Wir wollten weiter zu den Exumas und nutzten den guten Wind um am darauffolgend Tag George Town anzulaufen.

    Verdiente Abkühlung!

     

    Weitere Bilder von Long Island findest du im Fotoalbum.

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    Auf zu den Bahamas!

    Anfahrt auf Great Inagua, Bahamas

    Am 18. März sagten wir Samaná und der Dominikanischen Republik Adieu. Die Vorhersage versprach günstige Winde bis Great Inagua, unserem nächsten und erstem Ziel auf den Bahamas. Der Überlegung, mit Luperon als Zwischenstopp im Norden der D.R. die 300 Meilen-Überfahrt zu halbieren, folgten wir nicht. So schön die Landschaft und Natur der Dominikanische Republik auch sein mag, so freundlich, sicher und offen wir Santa Barbara de Samaná auch kennen gelernt hatten, so bedrückend waren auch die Begleiterscheinungen unserer Konsumgesellschaft, der allgegenwärtige Dreck und Müll und die von der Pandemie noch verstärkte Armut und Kriminalität, die wir zum Glück nur während eines Ausflugs nach Santo Domingo und in Gesprächen mit anderen Seglern wahrnahmen. Dieses latent vorhandene Gefühl, nicht hierher zu gehören und nichts zur Verbesserung der Zustände beitragen zu können, war eines der Gründe in einem Rutsch zu den Bahamas weiter zu reisen.
    Am Morgen machten wir unsere, für die Einreise auf die Bahamas erforderlichen Antigentests, meldeten uns bei Immigration ab und versuchten unser Despacho bei der Armada abzuholen. Letzteres verzögerte sich dann allerdings um 4 Stunden, der Comandante ließ niemanden aus der Bucht von Samana auslaufen, weil Seegang und Wind zu stark waren. Draußen, im Schutz der Isla Levantada ah man die Flotte der Ausflugsboote den Starkwind abwettern. Da fiel es leicht, der Entscheidung zuzustimmen. Nach Mittag hatte sich der Wind wieder etwas beruhigt und es konnte losgehen, natürlich erst nach der Überprüfung der Seetüchtigkeit unseres Schiffes und der Fotodokumentation derselben, durch einen Offiziellen der Armada.
    Der Weg aus der Bucht von Samana heraus und weiter bis hinauf zum Cabo Samaná waren wie erwartet langwierig und unangenehm, dann konnten wir aber abfallen, alsbald die Passatbäume riggen und im weiteren Verlauf mit achterlichem und abnehmendem Wind und Welle den Bahamas entgegen segeln.

    Einklariert!

    Matthew Town, den Einklarierungshafen auf Great Inagua, erreichten wir nach drei Nächten am Montagvormittag des 21. März. George, der Port Captain erklärte auf Kanal 16, bei seiner morgendlichen Funkrunde, den Ablauf des Einklarierens. Ausgestattet mit Health-Visa, Schiffspapieren und Notebook ging es dann an Land, schlappe vier Stunden später mit gestempelten Pässen, SIM-Karte, Bargeld und 430 BS$ weniger, wieder zurück an Bord. Noch flugs Q-Flagge gegen Gastlandflagge getauscht und wir waren angekommen.
    Great Inagua bietet, trotz seiner Größe, relativ wenig. Morton Bahamas Ltd. betreibt als einer der global größten Salzproduzenten die Salinen der Insel, es gibt 60.000 Pink Flamingos, 1500 Einwohner und einen bedeutenden, für Besucher offenen Leuchtturm, das Feuer Great Inagua.

    Pause mit zwei kühlen Kaliks

    Letzteres besuchten wir am Dienstag, genossen anschließend ein kühles Kalik, das Bier der Bahamas, ergänzten unsere Vorräte mit Grill- und Frischware und verlegten am Nachmittag in die Man-of-War Bay im Nordwesten der Insel, denn das Ankerfeld vor Matthew Town war doch sehr unruhig.
    Zwei Nächte blieben uns noch, eine aufziehende Kaltfront würde bald für unsichere Bedingungen an den Ankerplätzen der Insel sorgen. Die wollten wir lieben auf Crooked – oder Acklins Island abwettern.
    Unsere ersten Eindrücke der Bahamas haben wir wie immer in Bildern festgehalten. Du findest sie im Fotoalbum.

    Vor Anker in der Man of War Bay, Great Inagua.

    Revierinfo, Stand März 2022: Noch erforderlich für die Einreise, ist ein Health Visa. Wird von Immigration geprüft. Customs erwartet die Verwendung des Click2Clear-Verfahrens. Geht vorab, oder vor Ort. Wir erledigten es auf unserem Notebook im WLAN des Port-Captain, der als Facilitator gern half. Nach der Online-Zahlung erstellt Customs die Cruising-Lizenz und bringt sie zum Hafen. Der Supermarkt im Ort ist recht gut sortiert und hat auch Obst und Gemüse. Es gibt um die Ecke einen Fleischer, alle Ware ist tiefgekühlt. Ein Bäcker liefert Brot auch zum Hafen (Richard, Tel. +1-242-435-0300).

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    Puerto Rico – Einreise mit Hindernissen

    Für die Überfahrt nach Culebra verließen wir mit Sonnenaufgang Sint Maarten, schon am Nachmittag zuvor hatten wir die Spi-Bäume für unser Passatsegel gesetzt. Die Windvorhersage versprach achterliche Winde auf der gesamten Strecke, wir sollten also am nächsten Vormittag in Culebra eintreffen, wo wir in die USA einreisen und unsere Cruising Permit erhalten wollten.

    Ansteuerung Enseada Honda, Culebra

    Wir kamen wie geplant gut voran. In der Nacht, zwischen Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, war einiges an Schiffsverkehr zu beobachten. Hatten wir in der Zahl lange nicht mehr gesehen. Leider drehte der Wind nördlicher als erwartet und zwang uns, die Passatbesegelung noch in der Nacht abzunehmen und auf Groß/Genua zu wechseln, später frischte der Wind so kräftig auf, dass wir deutlich reffen mussten. Culebra erreichten wir wie geplant, wenn auch etwas müder als erwartet. Gleich nach dem Ankern meldeten wir unsere Ankunft der US-Behörde Customs and Border Protection (CBP) um das weitere Einklarieren abzusprechen. In Culebra wurde daraus aber leider nichts. CBP habe keinen Officer in Culebra, als Port of Entry wäre Culebra nur über die ROAM-App zu nutzen. Für uns keine Option, da ja unsere Pässe gestempelt werden müssten. Es bliebe uns nur die Möglichkeit nach Fajardo weiter zu segeln um dort im CBP Office einzuklarieren. Das hatten wir uns wahrlich anders vorgestellt.

    Ankerfeld im Lee von La Isleta

    Jammern hilft bekanntlich auch nicht weiter, also gingen wir schweren Herzens wieder Anker auf, verließen Bahia Honda und Culebra und setzten Kurs auf Fajardo, eine Stadt im Nordosten Puerto Ricos. Vier Stunden später fiel der Anker erneut, diesmal im Lee der Insel La Isleta, gegenüber des verwaisten Fährhafens von Fajardo, der nur noch vom Shuttleboot zwischen Fajardo und La Isleta angelaufen wird. Das pinkfarbene US-Customs-Gebäude kann man vom Ankerplatz aus sehen. Nach unseren Telefonaten aus Culebra und nach Ankunft bei Fajardo, wurden wir von CBP bereits erwartet. Die Beamten waren super freundlich, Immigration, Customs und Agriculture stellten ihre üblichen Fragen, entschuldigten sich, wenn sie Rückfragen zu unseren Angaben in den bereits vorab ausgefüllten Crewlist (Form I-418) und Vessel Entrance Statement (Form 1300) hatten, sprachen ihre Anerkennung für eine Atlantiküberquerung mit einem so keinen Boot aus und überreichten uns nach einer knappen Stunde Reisepässe, Cruising Permit für ein Jahr und den Agriculture Inspection Report. Das alles natürlich noch mit den besten Wünschen für eine schöne Zeit in Puerto Rico.

    Die US-Behörde CBP im pinkfarbenen Gebäude am Fährhafen Fajardos

    Fajado selbst ist nicht der Brüller. Ein amerikanisches Mittelzentrum im Niedergang, seit der Fährhafen nicht mehr angelaufen wird, wie uns der Beamte bei Customs erklärt hatte. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, bis in die Downtown sind es knapp 3 km, die Versorgungsmöglichkeiten dort aber äußerst dürftig. Für Proviant, SIM-Karte etc. muss man weiter zu den Shopping-Centern entlang des Highways, weitere 2-3 km entfernt. Nicht gerade ideal. Mussten wir also das Beste draus machen. Darüber mehr im nächsten Bericht.

    La Isleta vom Fähranleger Fajardos aus gesehen

    Noch einmals die wichtigsten Punkte für eine (Erst-)Einreise in die USA via Puerto Rico (Stand Feb. 2022):
    – Die Einreise, bzw. das Einklarieren mit CBP vorab klären. Kontaktinfo hier: https://www.cbp.gov/contact/ports/field-office/san-juan
    – Culebra ist (wenn kein Officer vor Ort) nur für die Einreise mit der CBP-App ROAM geeignet, hierfür braucht man bereits eine Cruising Permit und natürlich Internetzugang.
    – Fajardo ist für die Einreise gut geeignet, im Lee von La Isleta liegt man auf gutem Ankergrund sicher.
    – Das Büro der CBP liegt gleich hinter den Fähranlegern.
    – Für die Überfahrt entweder das Dinghy nutzen oder in der Marina La Isleta (Dinghy-Gebühr US-$ 5 p.Person) festmachen und mit dem kostenlosen Shuttle übersetzen.
    – Nächste Mietwagenstation: Fajardo-Inn (Thrifty)
    – Self Service Laundry in Downtown oder in der Marina, Wal-Mart im Westen von Downtown, dort auch ein T-Online-Shop für SIMs.

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    Antigua und die Wassermacher-Saga

    Segeln an Antiguas Westküste

    Im sauberen Wasser der Mosquito Cove vor Jolly Harbour nahmen wir erstmals nach Ankunft in der Karibik unseren Wassermacher wieder in Betrieb. Die Qualität des produzierten Wassers hatte sich weiter verschlechtert. Es schmeckte so salzig, dass wir es fortan nur noch zum Waschen und Putzen verwenden konnten und wohl oder übel auf Flaschenwasser umstiegen. Es begann die Ursachenforschung, für die wir uns bei den Vertretungen des Herstellers SLCE in St. Barts und Sint Maarten, dem Verkäufer in Deutschland und Watermaker-Services in Falmouth Harbour unterstützen ließen. Alle Tests, die wir so durchführten, blieben ohne Ergebnis. Alles im grünen Bereich. Blieb letztlich nur noch die Membrane selbst, die, aus welchem Grund auch immer, hinüber sein musste. Ein Verdacht, der mit Messung der Salinität bei Watermaker Services in Falmouth Harbour fast schon zur Gewissheit wurde. 1800 ppm und damit tatsächlich nicht mehr genießbar. Als auch das Zerlegen des Membrangehäuses keine schadhaften Dichtungen hervorbrachte blieb nur noch der Tausch. Watermaker Serivces erwies sich für uns als gute Wahl. Julian, Chef des Betriebs, schlug vor, die Membrane direkt vom Hersteller in den USA zu besorgen. Ginge schneller und würde zudem deutlich günstiger. Klar stimmten wir dem zu.

    Danja in Falmouth Harbour

    Das Warten auf die Lieferung der neuen Membrane nutzten wir zum Segeln. 365 Strände soll Antigua zählen. Einen für jeden Tage eines Jahres. Es gab also für uns noch einiges zu entdecken. Bei Slipway Marine in English Harbour füllten wir Wasser- und Dieseltank und machten uns wieder auf den Weg. Im Uhrzeigersinn einmal um ganz Antigua. Stopps legten wir ein vor Deep Bay Beach, Jumby Bay Beach, Big Bird Island mit seinem North und South Beach und vor Green Island, innerhalb der Non Such Bay. Von dort kehrten wir nach Falmouth Harbour zurück, denn unsere Membrane war nach einer Woche eingetroffen und bereit für den Einbau.

    South Beach, Great Bird Island

    Tags darauf war das Teil eingebaut und gespannt starteten wir einen Probelauf. Das Wasser schmeckte nicht mehr salzig. Aufatmen an Bord. Ein Test der Salinität bestätigte mit 250 ppm die Trinkwasserqualität, womit wir wieder unabhängig von landseitiger Wasserversorgung waren. Dank Watermaker Services hatten wir zudem noch eine Menge Geld sparen können. Julian und Karen sind auf Antigua unsere absolute Empfehlung bei Problemen mit dem Wassermacher.

    An der Tankstelle der Slipway Marine, English Harbour

    Am 20. Januar verließen wir Falmouth Harbour vorerst zum letzten Mal in Richtung Jolly Harbour. Dort wollen wir vor Anker auf günstigen Wind für die Überfahrt nach Barbuda warten.

    Jolly Beach

    In Kurzform noch einige Infos zum „Revier“:

    • Wasser ohne Liegeplatz fanden wir nur bei der Tankstelle der Slipway Marine in English Harbour. Fast so teuer wie der billige Diesel.
    • Man kann günstig und gut essen gehen, wenn man sich unter‘s Volk mischt (Sugar T’s, Captain’s Table, La Toya’s Local Cuisine)
    • Bei Great Bird Island ist man die fetten Mega-Yachten los. Die haben zuviel Tiefgang für diese wunderschöne Ecke Antiguas. Für Non Such Bay gilt das Gegenteil.
    • Der Ankerplatz in der Freeman‘s Bay (English Harbour) ist immer rappelvoll. In Falmouth Harbour lässt es sich dagegen gut ankern. Die Versorgung dort ist topp und vielfältig.
    • Bei Jolly Harbour lagen wir besonders gern vor Jolly Beach. Der Strand ist riesig und fast Menschenleer, weil die Hotels dort geschlossen sind.
    • Budget Marine (Jolly und Falmouth Harbour) ist super sortiert, falls mal ein Ersatzteil fehlt. Zum Einkauf immer die Einklarierungspapiere mitnehmen. Ist Voraussetzung für zollfreien Einkauf.
    • Antigua hat kein Entsorgungskonzept für seinen Müll, trotz des absurden Reichtums vieler seiner Gäste bleibt nichts hängen. Müll wird verbrannt. Das riecht man bei Ostwind besonders deutlich an der Westküste um St. John’s und Deep Bay.
    • Busse fahren überall hin, mit Fahrern von halb blind bis Formel 1 – Aspirant. Abenteuerlich. Beim Einsteigen das „Good Morning“ oder „Good Afternoon“ nicht vergessen!

    Mehr Bilder zu Antigua findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Noch einmal La Gomera

    Überfahrt nach La Gomera

    Nach zwei Wochen San Miguel hatten wir unsere Vorhaben abgearbeitet, insbesondere unseren Vorrat an Proviant geprüft und massiv aufgestockt, sodass wir nun jederzeit in die Karibik starten können. Der Supermarkt Hiperdino in Las Chafiras lieferte zwei volle Einkaufswagen bis ans Boot, dazu kamen Vollkornbrote und Bio-Müsli der deutschen Bäckerei Der Dinkelbäcker, ebenfalls in Las Chafiras. Überraschend und zu unserer großen Freude, trafen wir wir in der Marina auch die Crew der SY Petima wieder und klönten einen Nachmittag bei uns an Bord über die Erlebnisse des Sommers, bevor die beiden nach Las Palmas aufbrachen. Was also nun noch fehlte, war ein passendes Wetterfenster für unseren Start in die Karibik. Da es in San Miguel für uns nichts mehr zu tun gab, warfen wir am 11. November die Leinen wieder los, um einige Tage vor La Gomera vor Anker zu gehen.

    Vor Anker, Playa de Chinguarime, La Gomera

    Es wurde, welch Genuss, eine schöne Überfahrt. Keine Düse und ausreichend Wind bis kurz vor unseren ersten Ankerplatz, der Playa de la Roja, nur wenige Meilen südwestlich von San Sebastian de La Gomera. Übrigens ein Ankerplatz ohne jeglichen Mobilfunkempfang. Lange nicht gehabt.
    Wir blieben eine Nacht und verlegten tags darauf eine gute Meile weiter südwestlich zur Playa de Chinguarime. Auch hier ist die Kulisse sehr schön, in den Felsen zu beiden Seiten des Strandes gibt es zudem zahlreiche Höhlen, die von Campern und anderen seltsamen Personen bewohnt werden. Wir nannten sie alsbald Neandertaler, da sie zumeist nackig zwischen ihren Höhlen, dem Wasser und den von der Nachmittagssonne aufgewärmten Felsen hin und her pendelten.

    Playa de Santiago

    Nach einer recht ruhigen Nacht, fand Schwell erneut seinen Weg bis in die Bucht, diesmal von einem Tief auf dem Atlantik stammend und entsprechend hoch. Wir wollten sicherheitshalber etwas mehr Abstand zum Strand, gingen deshalb Anker auf und verlegten bei der Gelegenheit gleich eine Meile weiter zur Playa de Santiago.
    Das Örtchen Playa Santiago, mit seinem gleichnamigen, kleinen Hafen, sieht vom Wasser aus sehr einladend aus. Grund genug, das Dinghy wieder einmal auszupacken und für einen Landgang zu nutzen, incl. Besuch beim Frisör und lecker Mittagessen. Leider ließ auch hier der Schwell nicht nach. Nach einer weiteren, unruhigen Nacht, beendeten wir deshalb unseren Ausflug an diesen Küstenabschnitt La Gomeras und setzten Kurs auf El Hierro, der südwestlichsten Insel der Kanaren.

    Sonnenuntergang, Playa de Santiago

    Weitere Bilder findest du, wie immer, im Fotoalbum.