Revierinfos

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    Lissabon

    Unser erster Anlaufpunkt im Großraum Lissabon war, wie im letzten Beitrag beschrieben, Cascais. Die Bucht von Cascais bietet eine erstklassige Ankermöglichkeit, die auch reichlich genutzt wird. Wir erlebten am ersten Tag bis 2,8 m Atlantikschwell, der um Cabo Raso und die Klippen bei Cascais herumbog, dank dem beständigen Nordwind ohne Windsee aber kaum zu spüren war.

    Am Abend unserer Ankunft gab‘s ein Feuerwerk. Nicht für uns, sondern im Rahmen des Ironman Cascais, der am Wochenende stattfinden sollte. Wir hatten mit unserem Ankerplatz Glück, mussten nicht verlegen und die Schwimmstrecke führte direkt an unserem Boot vorbei. Wir kamen sogar ins Fernsehen.

    Danja live. Ironman 70.3 Cascais 2019.

    Cascais selbst wird seinem Image (vgl. Internet) absolut gerecht. Hier kann man verweilen, vor Anker sogar umsonst. Die Versorgung klappt perfekt, gut frequentierter Anleger für die Dinghis ist der Tankstellen-Ponton in der Marina-Einfahrt. Den fälligen Waschtag erledigten wir in einem Waschsalon in Hafennähe (MaryClean Lavanderia Self-Service). Einzig negativer Punkt an Cascais ist das schmuddelige Wasser in der Bucht. Hat uns an die Algenblüte in der Ostsee erinnert. Baden waren wir nicht.

    Baia do Cascais

    Am 1. Oktober fuhren wir mit der Bahn ins Zentrum von Lissabon, Touri-Sight-Seeing. Kostet mit dem Tagesticket für alle Öffis 11 EUR. Wir kannten Lissabon von früheren Reisen, es ist, meinen wir, sehr viel touristischer geworden. Die typisch portugiesischen Ecken sind nicht mehr so einfach zu finden, die klassischen Attraktionen total überlaufen (Tram-Bahn durch die Alfama bzw. Alfama, Baixa, Bairro Alto, Belem…). Der eine Besuchtag, der für so eine Stadt natürlich nicht ausreicht, reichte uns voll und ganz.

    Wir blieben eine Woche in Cascais, dann nutzten wir am 3.10. den stabilen Nordwind für einen Törn Tejo-aufwärts bis vor den Praca do Comercio und wieder zurück nach Oeiras. Sehr reizvoll!

    Stadtbesichtigung von der schönsten Seite.

    Die für den Tag vorhergesagte Welle war übrigens am Nachmittag deutlich höher als erwartet, die brechenden Wellen um die Tejomündung herum ganz schön eindrucksvoll und die Zufahrt in den Hafen von Oeiras entsprechend spannend. Das mit den Wellen in den Hafen ein- und ausströmende Wasser sorgt im weiteren Verlauf – unabhängig von der Wellenhöhe – für jeder menge Bewegung im Hafen – und entsprechendem geknarze von Festmachern und Stegen.
    Wurde in der ersten Nacht nur noch getoppt von feierwütigen, jugendlichen Gastliegern, die, völlig betrunken, auch nach 23.00 Uhr die ganze Marina beschallen wollten und kaum zu bremsen waren.
    Ansonsten bietet die Marina Gratis-Brötchen am Morgen, TO-Rabatt sowie Waschmaschine und Trockner. Die Sanitäranlagen sind etwas klein bemessen und bei den Herren langsam aber sicher überholungsbedürftig.
    An Oeiras gefiel uns besonders, dass es von den Touri-Massen noch nicht erfasst ist. Hier sind die Portugiesen noch weitestgehend unter sich. Wir fanden am ersten Abend im Wohnviertel nördlich der Marina ein super Restaurant (Grelha da Barra) wo wir als einzige Nicht-Portugiesen hervorragend und zu einem unschlagbaren Preis/Leistungsverhältnis dinierten.

    Mehr Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Cascais – Tejo – Oeiras: 24sm, 2278 sm in der Segelzeit, 8898 sm gesamt.

     

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    Nazaré

    Der Hafen von Nazaré ist an der Westküste der einzige ohne eine sog. Barre. 45 Meter tief ist das Wasser gleich vor der Hafeneinfahrt. Auch als vor dem Praia Norte die höchste gesurfte Welle der Welt Eingang in das Guinnes Buch der Rekorde fand (8. Nov. 2018, Stand Sep. ‚19), war der Hafen nicht geschlossen. Solche Bedingungen brauchen wir gar nicht, es ist jedoch ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass man einen sicheren Hafen ansteuert.

    Wir erreichten Nazaré am 20.09. und wollten einige Tage bleiben. Einerseits um auf Segelwind zu warten, andererseits um die Stadt und Umgebung zu erleben. Das kam bisher etwas zu kurz. Ende September ist Nachsaison in Nazaré, das hochsommerliche Gedränge vorbei. Entsprechend schön war es, die besondere Kulisse und die beeindruckende Natur zu erleben: Praia da Nazaré mit seiner enormen Brandung, die Praia do Norte, an der Surfer die höchste Welle der Welt reiten können, der große Mercado Municipal, das unvergleichliche Panorama von den Aussichtspunkten der (Alt)stadtteile Sítio und Paderneira und vieles mehr.


    Wir blieben letztlich 6 Tage. Der wieder einsetzende Nortada versprach schönes Segelwetter nach Süden, welches wir nicht ungenutzt lassen wollten.
    Nazaré ist unseres Erachtens auf dem Weg nach Süden auf jeden Fall einen Stopp wert. Der Clube Naval da Nazaré hat das Management der gesamten Marina übernommen, bietet einen guten Service und versucht alle Gastschiffe an den Anlegern im Norden des Hafens unterzubringen. In den vielen kleinen Supermärkten und natürlich dem Mercado Municipal kann man sich bestens versorgen, das Nötigste bekommt man gleich an der Tankstelle neben der Marina, wo sich auch ein Waschsalon befindet.

    Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Figuera da Foz – Nazaré: 37sm, 2189 sm in der Segelzeit, 8800 sm gesamt.

     

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    Rias Baixas

    Als Rías Baixas werden die vier großen Buchten südlich Finisterra bezeichnet. Von Nord nach Süd sind das die Ría de Muros, Ría de Arousa, Ría de Pontevedra und Ría de Vigo. Bei jedem Wind und Wetter finden sich schützende Häfen und Buchten, felsige Küstenabschnitte, die uns an die Schären Westschwedens erinnerten, wechseln sich ab mit weißen Stränden und bewaldeten Hügeln, kleinere oder größere Ortschaften dazwischen komplettieren das Panorama.

    Enseada de Muros.

    Eine weitere, gemeinsame Eigenschaft ist die geografische Ausrichtung nach Nordost. Und von da bläst im Sommer ein teilweise kräftiger Wind. Für unseren Aufenthalt hier war er bestimmend. Er bescherte uns stabiles, sommerliches Wetter, schränkte die Ankerplätze aber auf die jeweils nördlichen Küstenabschnitte ein und sorgte zudem für einige unruhige Nächte. (Negativer) Spitzenreiter hier für uns die Ría Arousa, wo der Wind nächtens in der Enseada Sur de San Xulian in Boen mit über 40 Knoten blies. Für die jeweiligen Schläge zur nächsten Ría sorgte der Nordoster natürlich für bestes Vor-dem-Wind-Segeln, bei dem immer wieder unser Passatsegel zum Einsatz kam.
    Zurzeit liegen wir in der Ría de Vigo in der Enseada de Barra vor der Playa de Barra in herrlicher Kulisse des Landschaftschutzgebiets: Pinienwälder, weißer Strand, türkisfarbenes Wasser. Ein echtes Träumchen. War es gestern, am Sonntag richtig voll, liegen heute nur noch eine Handvoll Fahrtensegler in der Bucht.
    An der Stelle muss noch ein bisschen lästern sein: Der Strand, Teil des Landschaftschutzgebiets trägt stolz das Banda Azul für die Wasserqualität, die European Environment Agency bestätigt seit 2008 exzellente Badewasserqualität. Das lockt am Wochenende tausende Badegäste und viele, viele Boote in die Bucht und Strandbars. Toiletten gibt es, abgesehen von einem Toilettenhäuschen am östlichen Anfang des Strandes (je ein Topf für Männlein und Weiblein) keine. Gar keine. Auch nicht in den Strandkneipen. Wir haben nachgefragt.

    Praia de Barra, Ria de Vigo

    Unsere Stationen bis hierher:
    – Muros: Wir ankerten im Norden der Enseada de Muros und schauten uns den Hafen nur mit dem Dinghi an. An der Bootsrampe gleich nördlich des alten Hafenbeckens lässt sich auch bei strammem NO-Wind gut anlanden. Neben zahlreichen Kneipen und Restaurants gibt es zwei Supermercados Gadis. Einer südlich der Marina, von Yachties stark frequentiert, ein weiterer am südlichen Ende der Flussmündung beim Salzmuseum. Besser sortiert, aufgeräumter und gefühlt auch billiger. Dort nebenan liegt übrigens ein Waschsalon (18 kg-Waschmaschine für 4 EUR!). Der nördlich des Ankerplatz liegende Monte Laxeiras lädt zum besteigen ein. Gigantische Aussicht vom Cruz de Pelos aus.
    – Isla de Arousa, San Xulián: Wir verließen Muros um die Mittagszeit und erreichten die Ría de Arousa erst am Abend. In der Nacht wurden wir so durchgepustet, dass wir uns mit Tagesanbruch entschieden, in die Ría de Pontevedra weiter zu segeln. Der Ankergrund in der Enseada Sur de San Xulián hielt bis 9 Bft.
    – Portonovo, Ría de Pontevedra: Zu Beginn und im Norden der Ría gibt es zwei Häfen: Portonovo und Sanxenxo. Dazwischen liegt die Praia de Silgar. Hier kann man ebenfalls gut und geschützt vor dem NO-Wind ankern. Sanxenxo ist ein touristischer Hotspot. Und in der Saison sehr laut. Das Marina Village von Sanxenxo beherbergt einen Jahrmarkt und Discos. Die Bucht wird gut beschallt. Portonovo ist etwas ruhiger, die vielen Ausflugsboote sorgen aber für Bewegung im Hafen. Wir blieben nur zwei Nächte.
    – Enseada de Barra, Ría de Vigo: Siehe oben.

    Islas Cies am Horizont. Blick von der Praia de Barra nach Südwesten.

    Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Muros – Isla de Arousa – Portonovo/Sanxenxo – Enseada de Barra, 60 sm, 1981 sm in der Segelzeit, 8592 sm gesamt.

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    Von den Kanalinseln nach Brest

    In Brest haben wir einen Termin. Anja kommt an Bord. Zu spät kommen ist also keine Option. Unser erstes Ziel nach Guernsey war deshalb Roscoff in der Nordbretagne, nach einem weiteren Stopp in Aber Wrac‘h sollte es in die Bucht von Brest gehen. 14 Tage hatten wir Zeit, wo es uns gefiel wollten wir eventuell etwas mehr Zeit verbringen.

    Die Marina in Roscoff ist genial, der Preis entsprechend, aber angemessen. Roscoff selbst ist Bretagne pur. Die Kulisse im Ortszentrum so einheitlich und perfekt herausgeputzt, dass man sich fast in einer Filmkulisse wähnt.
    Aber Wrac‘h (Marina oder Fluß) ist der letzte sichere Unterschlupf vor dem Chenal du Four, die Preise entsprechend hoch. Uns gefiel es gar nicht. Lag vielleicht auch am Wetter (der erste Regen seit vielen Wochen).

    Am Sonntag, 21.07. ging es deshalb zügig weiter durch den Chenal du Four in die Bucht(en) von Brest. Vor Plougonvelin gingen wir gestern, am 21. Juli vor Anker, womit wir geographisch im Atlantik angekommen sind.
    Das Wetter verspricht für die kommenden Tage ruhiges Sommerwetter, Zeit also für Büroarbeit, kleinere Arbeiten am Boot und Entspannung. Nach getaner Arbeit, versteht sich…

    Noch einige Infos zu den besuchten Orten:
    An der Marina Roscoff ist nichts zu mäkeln. Sauberste Anlagen, Fahrräder bis 2 Stunden umsonst, großer Waschsalon, freundliches Personal, Baguette-Service im Hafenbüro. Das Einkaufen ist etwas komplizierter, der nächste Supermarkt eine ganze Ecke entfernt. Mittwoch war zum Glück Markttag am Hafen.
    Aber Wrac‘h mag der letzte sichere Hafen vor dem Chenal du Four sein, uns hat‘s dort nicht gefallen. Die Marina ist teuer, ankern ist nur westlich der Marina, mitten im Fahrwasser sinnvoll. Ansonsten sind alle möglichen Ankerplätze durch Mourings belegt. Der Reeds warnt mit Recht vor den Anlagen der Austernzucht im Tidebereich des Flusses, die zugehörigen Markierungen zeigen sich zumeist erst bei Ebbe. Flussaufwärts bis Paluden liegen viele scheinbar aufgegebene Boote an zahlreichen Mouringketten, die angeblich vorhanden Gästeplätze sind nicht erkennbar. Bei Niedrigwasser müffelt es gewaltig.
    Zu Plougonvelin gibt‘s zu späterer Zeit noch Infos.

    Für die Statistik: Guernsey – Plougonvelin via Roscoff, Guervélin und Aber Wrac’h, 162 sm. In der Summe 1251 sm in der Segelzeit.

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum

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    Auf Wiedersehen Deutschland

    Mit Besuchen von Hamburg und Bremen gewöhnten wir uns in den letzten Wochen an die Gezeiten und nehmen so ganz nebenbei Abschied von Good old Germany. Auf dem Programm standen zudem das Besorgen letzter Ausrüstungs- und Ersatzteile, der erste Ölwechsel und – leider immer noch – das Beheben unserer Probleme mit dem Drehzahlmesser (falsche und schwankende Anzeige). Nachdem sich Beta Marine (DE) in Nordenham durch einen eigenen Techniker davon überzeugt hatte, dass die Böbs-Werft alles korrekt installiert hatte, soll heute endlich ein Austausch – Drehzahlmesser eingebaut werden. Wir hoffen, dass diese Entscheidung die richtige war. Wir werden sehen.
    In Bremen verabschiedeten wir uns zudem im Rahmen eines Familientreffens von unseren Lieben, womit auch der eigentliche Startschuss für unsere Langfahrt fiel.


    Am 18.06. warfen wir im Europahafen Bremen die Leinen los und verlegten aus besagten Gründen nach Nordenham. Am Samstag erwarten wir einige Tage Wind aus Nord über Ost bis Südost. Genau richtig für unseren ersten Schlag in Richtung Atlantik.
    Noch einige Infos zum Revier:
    In Hamburg fiel unsere Hafenwahl auf den City-Sporthafen gleich neben der Elphi und den Ruesch-Kanal neben Finkenwerder. Im City-Hafen am Puls der Stadt, im Ruesch-Kanal ruhig und geradezu idyllisch.
    Alle von uns an der Weser besuchten Häfen (Nordenham, Lemwerder, Europahafen) gehören einem Freihafenabkommen an, die Liegegebühren sind mit 1 EUR – 1,30 EUR / Meter sehr anständig. Im Europahafen in der Überseestadt in Bremen lagen wir ruhig und in bester Lage in Bezug auf Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Vorherige Anmeldung ist empfehlenswert, nur 6 Liegeplätze sind für Gäste reserviert.

    Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum, statistisches hier.

  • Solo nach Dabitz

    Am 16./17. September kam ich für kleinere Arbeiten am Boot nach Barth. Das perfekte, sonnige Spätsommerwetter mit leichtem Wind aus SSW verführte mich am Samstag zu einem Segelausflug in den Barther Bodden, bis vor Dabitz. Dort warf ich einen Blick auf die neue Hafenanlage des neuen Hafens, die weitgehend fertig gestellt ist, bevor ich mich wieder auf den Rückweg nach Barth machte. Einhand: 14sm, davon 11 unter Segel.

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    Tärnö

    Bei Tärnö warteten wir am 19.07. in der großen, geschützten Bucht im Norden der Schäre auf den vorhergesagten Ostwind, der uns zurück nach Rügen bringen sollte. Es gibt hier zahlreiche Möglichkeiten fest zu machen, die im Revierführer von Thomas Karlsson ausführlich beschrieben sind. Wir ankerten im östlichen Teil der Bucht und ruderten mit dem Dingi über die Untiefen in den westlichen Teil, um dort beim Fähranleger und Gästehafen im Restaurant Laxboden noch etwas zu Abend zu essen.
    Daraus wurde leider nichts, da die Bude bereits um 19.00 Uhr schloss. Musste halt der Bord-Smutje wieder ran. Am Abend bot sich dann einmal mehr ein Sonnenuntergang, der an Magie kaum zu überbieten war und uns einige wunderbare Fotos bescherte.

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    Tjärö

    Sonnenuntergang über dem Bjärnöfjärden, NO-Küste Tjärös.

    Tjäro war bereits im vergangenen Jahr die für uns schönste Destination in Blekinge. Geschützte Gewässer, zahlreiche Möglichkeiten für Ankern und Festmachen, Felsen, Wiesen, Wälder – wie aus dem Bilderbuch. Der schwedische Kreuzerclub hat im Nordosten Tjärös 2017 eine zweite Tonne ausgebracht, dort machten wir, als Clubmitglied, auch in diesem Jahr wieder fest.
    Die Bucht im Norden, der Bjärnöfjärden liegt sehr geschützt und ist aufgrund seiner Größe bevorzugtes Ziel für Wasserski- und Jetski-Fahrer. Sorgt für einige Unruhe, die wir so im letzten Jahr nicht erlebt hatten.
    Die Bucht im Osten der Insel, Maren, ist mittlerweile zu einem vollwertigen Hafen ausgebaut. Der Zentrale Anleger hat Heckbojen zum Festmachen, am Steg gibt‘s Strom und Wasser.
    An den Anleger schließt sich das neue Restaurant und Kiosk an, das viel Platz bietet, aber trotzdem für zwei Tage im voraus ausgebucht war (Freitag/Samstag). Der Kommerz hat eben auch hier Einzug gehalten. Aber dezent und geschmackvoll.

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    Hällevik

    Nach Hällevik hat es uns aus purem Zufall verschlagen, obwohl Ort und Hafen (Hällevik Hamn) ja bereits zur Region Blekinge gehören, wie es Thomas Karlsson, in seinem so unterhaltsamen, wie informativen Revierführer beschreibt. Ursprünglich wollten wir nach Hanö, in Anbetracht des für die kommende Nacht vorhergesagten, starken Nordwestwinds, der gemäß Karlsson Schwell bis in den Hafen treibt, steckten wir, nach passieren Simrishamns, den Kurs nach Hällevik, wo wir nach 26 Stunden und 109 Meilen im Kielwasser gegen 7.00 Uhr festmachten.

    Blick vom Liegeplatz am Gästesteg (einlaufend der erste) von Hällevik Hamn

    Hällevik ist allemal eine Reise wert, wir wären sicherlich noch einen weiteren Tag dort geblieben, wollten wir nicht weiter, bis in die Schären östlich von Karlshamn.
    Trotz Hochsaison blieben während unserer Anwesenheit ausreichend Gastliegegplätze frei. Überhaupt hatten wir im Zusammenhang mit der Ferienzeit in Schweden mehr Betrieb erwartet, aber entweder zieht es die Schweden heutzutage während des Sommers in die Ferne, oder man ist hier so entspannt, dass auch während des Hochsommers keine Hektik aufkommt.
    Für 200 Schwedische Kronen gibt‘s den Liegeplatz am Fingersteg oder an der Kaimauer, Strom, Wasser und Duschen sind inclusive. Alles sauber und gepflegt. Gleich am Hafen liegt Dagmars Restaurant, im Revierführer noch als Hafenkneipe beschrieben. Ist von außen gesehen recht schick und füllt sich am Abend sehr schnell.
    Ebenfalls am Hafen gibt es einen Supermarkt mit allem, von frischen Brötchen bis zur Heckenschere und neben Dagmars Restaurant einen Verkaufsraum der dort ansässigen Räucherei.
    Von Bewegungsdrang getrieben, wanderten wir an unserem zweiten Tag in Hällevik durch das Naturschutzgebiet Stiby Backe, wo die Aussicht von der Höhe toll sein soll. Mittlerweile sind die Bäume jedoch so groß geworden, dass der Blick nur vereinzelt bis zum Horizont reicht.
    Herrlich fanden wir das Badepier am Strand östlich des Hafens. Gleich mehrfach stiegen wir von dort in die ziemlich kalte See.
    Störend fanden wir nur die Spinner, die sich allabendlich für eine gefühlte Ewigkeit mit ihren Jetskis vor dem Hafen austoben mussten.

    Badesteg am Strand östlich HÄlleviks

    Fazit: Auf jeden Fall einen Stopp wert.

     

  • Vatertagstörn

    Vatertag_2015_7

    Das lange Wochenende nach Vatertag nutzten wir für einen kleinen Törn in die Boddenlandschaft. Ziel war Prerow.
    Gemäß NfS waren nur partielle Mindertiefen zu erwarten, und das nur im Bereich nördlich der Verzweigung, westlich der Meiningen Brücke (WSA Stralsund, NfS)
    Vom ursprünglichen Plan, die Meiningen Brücke am Vatertag, um 17.45 Uhr, zu passieren, ließen wir ab und blieben stattdessen beim Zingster Yacht Club, wo wir zuvor nur die Wartezeit verbringen wollten.
    Wetter war herrlich, kein weiteres Boot am Steg besetzt und der Ausblick einfach zu schön. Weniger schön allerdings die Liegegebühr, neben der auch noch eine Kurtaxe i.H.v. 2,80 EUR pro Person zu entrichten war. Das einzig gute daran sind vermutlich die freibleibenden Liegeplätze, für diejenigen, die immer noch in Zingst anlegen wollen.
    Am nächsten Morgen lagen wir rechtzeitig vor der Meinigen Brücke und nutzten die Öffnung um 9.45 Uhr. Danach wurde es spannend. Zwischen Tonne 28a und 27 versandet das Fahrwasser von Süden her. Wir blieben hängen, konnten uns aber leicht wieder freifahren. Nach dem Abzweig in den Prerower Strom, zwischen RGR-Tonne und P2/P4 hingen wir, mittig im Fahrwasser, wieder fest. Mit viel Gas und Ruder hart Sb kamen wir wieder frei und „drüber“. Bis P10 war die Wassertiefe dann etwa 1,80 Meter im Prerower Strom dann immer deutlich über 2 Meter. Auf dem Rückweg hielten wir uns an der besagten Stelle direkt auf dem grünen Tonnenstrich, auch dort jedoch wieder leichtes hängenbleiben. Mit DANJA kommen wir definitiv erst nach dem nächsten ausbaggern wieder. Über 1,5 M Tiefgang besteht hier das Risiko, allein nicht wieder freizukommen.
    Der Prerower Strom selbst ist einen Törn absolut wert. Herrliche Natur, Kraniche, Schwäne und andere Wasservögel, wohin man auch schaut, während man auf dem, in einen breiten Schilfgürtel eingebetteten Strom, durch die grünen Wiesen fährt oder segelt.
    In Prerow selbst waren wir bis zum späten Nachmittag der einzige Gastlieger, nur drei weitere, deutlich kleinere Segelboote kamen noch hinzu.
    Den Strand erreicht man in ca. 20 min zu Fuß. Sollte man unbedingt einplanen.
    Der Hafenmeister ist freundlich, die Liegegebühr günstig. Alle Einkaufsmöglichkeiten liegen fußläufig im Ort. Wir bleiben nur eine Nacht, am Samstag ging es zurück nach Barth, wo noch einige Arbeiten am Schiff anstanden.

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