Allgemein

  • Schweden 2015

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    Unser Juni-Törn in die Schären Westschwedens führte durch die westliche Ostsee, über das Kattegat bis in die Gewässer des Skagerrak. In nur drei Tagen erreichten wir in der Malö-Bucht die Schärenwelt der schwedischen Westküste. Dabei war der dritte Schlag, von Helsingör kommend sowohl der längste, als auch der härteste des Törns. Der auflandige Wind, bei sonnigem Wetter, war deutlich stärker als vorhergesagt und sorgte bei 6-7 Bft für eine steile Welle bis 3 Meter. Als wir am Abend dann auch die 8 Bft auf dem Windmesser sahen, war der Segelspaß endgültig dahin. Hart am Wind und zum Sonnenuntergang beruhigte sich die See im Schutz der Schären vor Malö dann schlagartig und wir konnten endlich wieder durchatmen…
    Das Wetter blieb während der zwei folgenden Wochen, während denen wir die Schärenwelt bis Marstrand besegelten, stabil frühsommerlich: Kühl aber sonnig, sehr windig, mit selten weniger als 5 Bft am Tag. Zumeist lagen wir vor Anker in den Schären, nur in Göteborg und Marstrand machten wir im Hafen fest. Im weiteren Verlauf des Törns erreichte unsere Hafenquote nur etwa 30%. Ankern ist super. Baden nach Lust und Laune in sauberstem Wasser, Ruhe und Natur pur, waren stets der Lohn. Unser Anker hielt stets auf Anhieb und im Verlauf des Törns bis 8 Bft, welche wir in Böen in Malö Havn beobachteten.
    Nach gut zwei Wochen nutzten wir ein günstiges Wetterfenster um bei nordwestlichen Winden den Weg nach Süden anzutreten. Über Anholt, Samsö und den großen Belt, segelten wir an Langeland vorbei in den Thuro Bund bei Svendborg, wo wir den Dänen beim Sonnwendfeiern zuschauten. Zweischenziele, im weiteren Verlauf, waren Kappeln (Familienbesuch) und die Kieler Woche, wo wir inmitten der Windjammerparade die Kieler Förde rein- und wieder raussegelten.
    Über Fehmarn (Burgstaaken) und einen schönen Ankerplatz vor Nysted ging es dann zurück ins heimatliche Revier um Rügen. Vor Prerow und Vitte genossen wir die nun endlich sehr sommerlichen Temperaturen, bevor wir schließlich donnerstags mit raumem Wind zurück nach Barth segeln konnten.
    Ein intensiver Arbeitstag stand noch auf dem Programm, bis nach den vier Segelwochen wieder klar Schiff hergestellt war. 29 Reisetage, 9 Häfen und 702 Seemeilen lagen in unserem Kielwasser. Danja hatte uns mit ihrem Verhalten auf See voll überzeugt, von Starkwind bis Sturm vor Anker fühlten wir uns stets sicher, nie war die Schiffsführung schwierig, das Mittelcockpit stets ein angenehm trockener und geschützter Ort.

    Für die Statistik…
    Törnbeginn: 4.Jun.2015
    Törnende: 2.Jul.2015
    13 Ankerplätze, 7 Häfen.
    Start: Barth
    Nördlichster Punkt: Marstrand
    Gesamtstrecke: 702 sm, davon 154 sm unter Motor.

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  • Der Sommer ist da

    Heute ging es für uns weiter in Richtung Osten. Der kam zunächst schön von achtern, bis er am Nachmittag dann völlig einschlief. Dafür war es allerdings sommerlich warm. Endlich. Mit viel Motorhilfe erreichten wir gegen Abend schließlich Burgtiefe.

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    Unsere Vorräte gehen übrigens langsam zur Neige. Dennoch reichte es für leckere Spaghetti al Pomodore mit Kappelner Fischfrikadellen zum Dinner.

    Trip: 36 sm. Total: 592 sm.

  • Wieder in den Schären

    Nach unserem Besuch Göteborgs ankerten wir gestern bei Stora Äxholmen, wo wir als einziges Boot auch die Nacht verbrachten. Heute segelten wir dann weiter durch die vielen Inseln bis zu einer großen Ankerbucht der Schäre Högös. 13 Segelyachten liegen hier vor Anker. Und es wäre noch Platz für mehr. Hoffen wir mal, dass alle Anker halten.

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    Position: N 57°30,871 E 11° 37,704
    Trip: 11 sm (11 sm gestern). Total: 249 sm

  • Tag 2 – Schwedenexpress

    Der Sprung über die Ostsee ist geschafft. Kaum war Dornbusch am Horizont verschwunden, drehte der Wind auf. Mit 6 Bft ging’s auf halbem Wind mit 6kt+ bis in den Falsterbokanal. Dort warfen wir, nach 13 Std., nach der Brückenpassage östlich des Vorhafens den Anker und bereiteten das Dinner vor. Logenplatz inklusive.
    Position: N 55°25,071′ E 012°55,926
    Log: 58 sm. Summe: 73 sm.

  • Noch drei Tage…

    Die letzten Vorbereitungen laufen. In drei Tagen soll es los gehen. Unser erster großer Urlaubstörn mit DANJA. Am Mittwoch, 3. Juni reisen wir nach Barth, am Donnerstag, nach Einkauf und Einräumen soll es „Leinen los!“ heißen. Am Donnerstag wollen wir noch bis Reede Barhöft, unser Ausgangspunkt für die Fahrt nach Norden. Ziel Götheborg.

  • Wieder im Wasser

    Danja ist zurück in ihrem Element. Am 27. März kranten wir unser Schiff zurück ins Wasser. Beim zweiten Versuch sprang der Motor mit viel Qualm an, lief jedoch schon nach wenigen Sekunden rund und sauber. Nach dem Bunkern von 700 L Trinkwasser (Stege sind noch trocken), fuhren wir langsam zum Steg 3, wo wir als erstes Segelboot dieser Saison, alsbald festmachten.

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    Es folgten zwei arbeitsreiche Tage, an deren Ende unsere Danja bereit für den ersten Törn war, den wir für die zweite Osterwoche eingeplant haben.

    Was wurde erledigt? Rigg-Check mit Alpinausrüstung, Matratzenunterlagen anpassen, Vorhänge wieder anbringen, Ruckdämpfer auf neue Festmacher ziehen, Kuchenbude reparieren, Genua und Großsegel anschlagen, Genuapersenning vermessen und bestellen, Ausrüstung verstauen, neue Fender vorbereiten, Baum neu justieren, Kombüse in Betrieb nehmen und noch einige weitere Kleinigkeiten. Jedenfalls waren die zwei Tage viel zu schnell vorüber und das eine oder andere muss noch vor dem Ansegeln zu Ostern erledigt werden

    Und sonst? Noch ganz schön kalt, dieses Jahr, Ende März. Die Heizung spendet zwar genügend Wärme, da wir sie jedoch zur Nacht ausschalteten, bibberten wir am Morgen bei ca. 7°C in der Kabine ganz schön. Das Wasser taugte bei 2-3 Grad bestenfalls als Kühlschrank (für Dosenbier). Dennoch war es herrlich unser Boot wieder bezogen zu haben.

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  • Winterfeeling

     

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    Nun ist es in Barth doch noch Winter geworden. Auch im Hafen hat sich eine dünne Eisschicht gebildet. Hatte am Freitag die Polster der Eignerkabine aus dem Schiff geholt, sie gehen als Vorlage an eine Polsterei, denn diese Saison wollen wir auf neuen Matratzen ruhen.  Mit der Stromversorgung am Steg war irgendetwas nicht in Ordnung. Kein Heizlüfter, kein Ladestrom. Unproblematisch und sehr ungemütlich! Bleibt nur zu hoffen, dass es im März wieder wärmer wird…

     

  • Anglerglück – Anglerpech

    Mit unserer Angel waren wir, während der zwei letzten großen Törns, nicht sonderlich erfolgreich, was die Versorgung mit frischem Fisch angeht. Westlich Flakfortet biss 2013 unser erster Fang überhaupt: Ein (recht kleiner) Pollack. Dabei blieb es, während drei Wochen Segeln. Erst in 2014 waren wir ein weiteres Mal erfolgreich – und machten dabei, unfreiwillig, Bekanntschaft mit einem Fisch, den es in der Ostsee gar nicht geben sollte: Petermännchen.

    Gewöhnliches Petermännchen. (Foto von Hans Hillewaert, (CC BY-SA 4.0))
    Gewöhnliches Petermännchen. (Foto von Hans Hillewaert, (CC BY-SA 4.0))

    Hinter dem unauffälligen Namen verbirgt sich ein Fisch, der sich mit giftigen Stacheln seiner Haut zu wehren weiß. Und da er in der Ostsee eigentlich nicht heimisch ist, ist er in gängigen Büchern nicht verzeichnet. Fanden wir alles erst einige Zeit nach dem Fang heraus. Nur das mit dem Gift, das lernte ich auf die schmerzhafte Art gleich nach dem Fang kennen.

    Der Reihe nach: Während der Anfahrt zu unserem Ankerplatz an der Nordküste Anholts (Sommertörn 2014) kam es endlich zu dem lange erwarteten Fang: Bunter Fisch, zweigeteilte Rückenflosse, auffälligen Stacheln an der vorderen, recht lebhaft. Machte ihm jedoch ohne Probleme den Garaus. Kurze Zeit danach fingen wir noch einen zweiten Fisch derselben Art. Dinner war damit gesichert. Im Anschluss durchsuchten wir unser Buchmaterial nach einem Fisch, dessen Bild und Beschreibung passen könnte. Vergeblich. Da es ja nichts Giftiges in der Ostsee geben sollte, entschlossen wir uns dennoch dazu, unseren Fang zu Abendessen zu verwandeln. Beim Putzen allerdings stach ich mich dann an einem der Stacheln auf dem Kiemendeckel. Es folgten ein, zwei Stunden extremer Schmerzen mit Schwellung des Zeigfingers und dann der ganzen Hand. Nur langsam ließen Schmerzen 4nd Schwellung nach, der Zeigefinger selbst blieb über Wochen hinaus dick, das Gewebe um die Stichstelle herum gefühllos. Wir brieten und verspeisten den Fang an diesem Abend trotzdem noch und waren von Textur und Geschmack begeistert. Erst zwei Tage später schnappten wir den Namen des Fisches auf, als ein Angler an der Mole von Grena das gleiche Tierchen an den Haken bekam, es gaaaanz vorsichtig vom Haken befreite und nicht weiter anrühren wollte. Die ganze Geschichte um Petermännchen lasen wir dann im Web, bei Wikipedia und weiteren Informationsseiten.
    Und nun noch die Moral von der Geschicht‘: 1. Finger weg von Fischen, die man nicht bestimmen kann. 2. Petermännchen schmecken ganz hervorragend. 3. Es gibt Petermännchen in der Ostsee – oder zumindest im Kattegat.