Spanien

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    Zu den Balearen

    Für die kommenden zwei Tage, 23. und 24. Juli, war die Wetterlage über der Alboransee weiterhin günstig. Leichte Winde aus West versprachen eine sichere Passage bis zum Cabo da Gata, wo wir eine kleine Pause einlegen könnten. Deshalb ging es dann am Donnerstag, 23. Juli zunächst an die Tanke in Gibraltar, wo wir für sage und schreibe 49 ct pro Liter unseren Tank bis zum Rand mit frischem Diesel füllten. Dann rundeten wir gegen Mittag Point Europe an der Südsitze Gibraltars und legten Kurs Ost an, hinaus auf die Alboransee.

    Der Atlantik strömt mit bis zu 3 Knoten an der Oberfläche ins Mittelmeer und soll bis Cabo da Gata spürbar sein, so versprechen die Bücher und sie lügen nicht. Dennoch wollen die 155 Meilen auch zurückgelegt sein, den kleinen Helfer nahmen wir aber gern an. Nach 22 Stunden gingen wir vor der Playa de Los Genoveses vor Anker. Das Cabo da Gata ist Teil des Naturparks Cabo da Gata – Níjar, der einzigen Region Festland-Europas mit einem echten Wüstenklima. Hier kann man mehr darüber lesen.


    Der kommende Tag brachte entsprechend der Vorhersage Gegenwind für die Weiterreise Richtung Cartagena. Wir prüften kurz die Möglichkeit gegenan zu kreuzen, verwarfen die Option aber nach einigen Meilen. Zu einer recht ruppigen See kam Strom bis zu 1,5 Knoten, die 90 Meilen bis Cartagena würden so alles andere als ein Spaß werden. Wir zogen es vor, ums Cabo da Gata herum abzulaufen und auf der geschützten Westseite auf besseren Wind zu warten. Es wurden zwei heiße Tage und Nächte vor Anker, die Temperaturen machten dem zuvor beschriebene Wüstenklima alle Ehre und das 28 Grad warme Mittelmeerwasser sorgte nur bedingt für Abkühlung.


    Am 27. Juli, zum Sonnenuntergang, dreht der Wind auf südliche Richtungen und es ging für uns weiter in Richtung Cabo de Palos. Nur gut 24 Sunden sollten die Bedingungen so bleiben, bevor Gegenwind erneut die Weiterreise zu den Balearen erschweren würde. Eine geschützte Ankerbucht bei La Azohía, westlich von Cartagena, erschien uns der geeignete Ort, um auf das nächste Wetterfenster für die Überfahrt zu warten. War eine gute Wahl. La Azohía ist ein ruhiges Örtchen mit wenig Tourismus, einigen Restaurants und einem gut zu erreichenden Spar-Supermarkt. Heiß blieb es allerdings. Mussten wir uns für die kommenden Wochen wohl dran gewöhnen. Einfacher gesagt als getan!
    Am Donnerstag, 30.7., kreuzten wir bis vor Cartagena, um uns in eine gute Startposition für die Überfahrt nach Formentera zu bringen. Vor der Playa Cala Cortina, kurz außerhalb des Hafens Cartagena gibt es einen geeigneten Ankerplatz, recht tief zwar, aber ok.


    Freitag/Samstag „machten wir dann rüber“ und erreichten nach 28 Stunden Formentera.
    Auf das, was uns dort erwartete waren wir nicht vorbereitet. Das so oft erwähnte türkisfarbene, kristallklare Wasser, war vor lauter Booten kaum noch sichtbar. Die Ankerplätze mit Booten vollgeparkt, die Abstände zwischen den Ankerliegern fragwürdig, überall feierwütige Ausflügler und Tagescharterer, die sich gegenseitig mit ihren Bordlautsprechern beschallten. Das ganze ergänzt durch Megayachten für deren Eigner das „gesehen werden“ wohl das wichtigste im Leben zu sein scheint. Ein echter Graus, noch Verstärkt von den Eindrücken der vergangen Tage, in denen wir immer wieder die Meldungen über Flüchtlingsboote auf Funk verfolgen mussten.


    Ok, es ist August. Trotz Corona kann man da wohl keine leeren Buchten erwarten. Aber Tag 1 auf den Balearen war nicht das, was wir uns als Fahrtensegler erhoffen, wenn wir neue Ziele anlaufen. Hoffen wir mal, dass es besser wird. Wir werden sehen…

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Gibraltar – Formentera: 417sm. 3393 sm in der Segelzeit, gesamt 10.004 sm.

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    Ins Mittelmeer

    Nach vielem überlegen, abwägen und beraten verwarfen wir unsere ursprüngliche Absicht, die Archipele Madeira und Azoren anzulaufen. Sie liegen eben auf dem logischen Weg zu den Kanaren und in die Karibik. Die Entwicklungen in Bezug auf Corona und Sicherheit, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks wollen wir abwarten, bevor wir uns dorthin auf den Weg machen. Und bis da Klarheit herrscht, können auch mehr als ein Winter ins Land gehen.

    Ankerplatz Tavira, Algarve

    Deshalb verließen wir am 17. Juli Portimao in Richtung Osten, mit Ziel Mittelmeer. Auf dem groben Törnplan für die verbleibende Saison stehen die Balearen, Sardinien und Sizilien, wo wir wohl auch den Winter verbringen wollen.
    Eigentlich ist der Frühsommer die beste Zeit, um ins Mittelmeer zu kommen. Östliche und westliche Winde halten von Gibraltar bis Cabo da Gata bzw. Cabo de Palos jeweils mehrere Tage an und wechseln mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Jetzt, im Hochsommer, herrschen östliche Winde vor. Unterbrechungen sind kurz und halten nur ein, zwei Tage an, bevor sich der Levante wieder einstellt. Davon abgesehen wird die Zeit des stabilen Sommerwetters im Mittelmeer auch langsam knapp. Ein solch für uns günstiges Wetterfenster zeichnete sich für den 22. bis 24. Juli ab. Wir mussten uns also sputen. Die Lagune von Faro, mit dem beliebten Ankerfeld vor Culatra ließen wir an Backbord liegen und segelten weiter bis Tavira, wo wir eine Nacht verbrachten. Tavira kennen wir noch von einigen Besuchen als Landbewohner, der Ankerplatz ist knapp bemessen, aber ausreichend. Von dort aus setzten wir Kurs auf Cadiz, von wo aus die Straße von Gibraltar in Schlagdistanz liegt. Cadiz erreichten wir am 20. Juli morgens um halb drei Uhr und warfen gleich hinter der markanten Hängebrücke und vor dem Kleinboothafen Puerto Viento de Levante den Anker.

    Ankerplatz in Cadiz

    In der Marina darf man sein Dinghi festmachen, es folgten deshalb ein Ausflug in die Altstadt von Cadiz und das Aufstocken der Vorräte. In Andalusien gilt Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Ein ungewohnter Anblick, bei über 30 Grad im Schatten unangenehm, aber auch Vertrauen erweckend, da sich die Mehrzahl der Menschen daran hält. Außer in Bars und Restaurants natürlich. Wir waren also nicht unglücklich darüber, dass unser Besuch nur kurz sein sollte und wir pünktlich vor dem auffrischen des Levante wieder an Bord waren, wo wir auch den folgenden Tag verbrachten.

    Stadtbesichtigung mit MuNaSke

    Am Mittwoch, 22. Juli, passten Wind und Hochwasser Gibraltar (Referenz für Strömung in der Straße von Gibraltar) für einen Aufbruch vor Sonnenaufgang. Im großen und ganzen passten unsere Berechnungen. Strom bis 3 Knoten schob uns nach Cabo Trafalgar zügig in die Meerenge zwischen Europa und Afrika, an Tarifa vorbei bis in die Bucht von Gibraltar, wo wir abends um halb neun vor La Línea Anker warfen. Der erste Schritt ins Mittelmeer war geschafft.

    Gibraltar voraus!

    Für die Statistik: Portimao – La Línea 208 sm, 2976 sm i.d. Segelzeit, 9587 sm gesamt.
    Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.

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    Ria de Vigo

    Wir verbrachten über eine Woche in der Ria de Vigo, deshalb hier noch einmal ein kleiner Nachtrag: Das hochsommerliche Wetter blieb uns erhalten und wir zogen Sonne, Strand und Baden einem Besuch in Vigo oder Baiona vor.

    Anfahrt auf Cangas.

    Als Versorgungspunkt wählten wir Cangas, nur ca. 5 sm östlich der Enseada de Barra. Östlich des Hafens, vor der Praia de Rodeira kann man prima Ankern, gleich nördlich der Tankstelle befindet sich eine Bootsrampe mit Schwimmponton, wo man super mit dem Dinghi anlanden kann. Cangas ist sehr „spanisch“, Touristen sind kaum zu sehen. Die Versorgung klappt bestens, Waschsalon, Supermarkt und Markthalle liegen gleich beim Hafen, in der Altstadt gibt‘s nette Restaurants und Bars. Zwei mal steuerten wir Cangas an, um anschließend wieder an die Praia de Barra zurückzukehren.

    Weiterer Höhepunkt war für uns der Besuch der Islas Cies. Die Anmeldung und Freigabe für das Ankern dort läuft über‘s Internet schnell und problemlos. Wir lagen an der Praia das Rodas vor Anker, ruderten mit dem Dinghi an den Strand und wanderten zum Leuchtfeuer Monte Faro. Das Panorama von dort oben, immerhin 636 m hoch, ist spektakulär. Allein ist man auf den Islas Cies allerdings nirgendwo. Dafür sorgen die zahlreichen Ausflugsboote, die bis in den frühen Nachmittag pausenlos Besucher anlanden.

    Islas Cies, Praia de Rodas.

    Am Sonntag, 15.09. zeichnete sich aus unserer Sicht ein Ende der Schönwetterphase ab und wir beschlossen, uns auf den Weg nach Portugal zu machen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Baiona lenkten wir unsere Danja am 16.09. ums Cabo Sileiro in Richtung Portugal.

    Sonnenuntergang an der Praia de Barra.

    Weiter Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

     

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    Rias Baixas

    Als Rías Baixas werden die vier großen Buchten südlich Finisterra bezeichnet. Von Nord nach Süd sind das die Ría de Muros, Ría de Arousa, Ría de Pontevedra und Ría de Vigo. Bei jedem Wind und Wetter finden sich schützende Häfen und Buchten, felsige Küstenabschnitte, die uns an die Schären Westschwedens erinnerten, wechseln sich ab mit weißen Stränden und bewaldeten Hügeln, kleinere oder größere Ortschaften dazwischen komplettieren das Panorama.

    Enseada de Muros.

    Eine weitere, gemeinsame Eigenschaft ist die geografische Ausrichtung nach Nordost. Und von da bläst im Sommer ein teilweise kräftiger Wind. Für unseren Aufenthalt hier war er bestimmend. Er bescherte uns stabiles, sommerliches Wetter, schränkte die Ankerplätze aber auf die jeweils nördlichen Küstenabschnitte ein und sorgte zudem für einige unruhige Nächte. (Negativer) Spitzenreiter hier für uns die Ría Arousa, wo der Wind nächtens in der Enseada Sur de San Xulian in Boen mit über 40 Knoten blies. Für die jeweiligen Schläge zur nächsten Ría sorgte der Nordoster natürlich für bestes Vor-dem-Wind-Segeln, bei dem immer wieder unser Passatsegel zum Einsatz kam.
    Zurzeit liegen wir in der Ría de Vigo in der Enseada de Barra vor der Playa de Barra in herrlicher Kulisse des Landschaftschutzgebiets: Pinienwälder, weißer Strand, türkisfarbenes Wasser. Ein echtes Träumchen. War es gestern, am Sonntag richtig voll, liegen heute nur noch eine Handvoll Fahrtensegler in der Bucht.
    An der Stelle muss noch ein bisschen lästern sein: Der Strand, Teil des Landschaftschutzgebiets trägt stolz das Banda Azul für die Wasserqualität, die European Environment Agency bestätigt seit 2008 exzellente Badewasserqualität. Das lockt am Wochenende tausende Badegäste und viele, viele Boote in die Bucht und Strandbars. Toiletten gibt es, abgesehen von einem Toilettenhäuschen am östlichen Anfang des Strandes (je ein Topf für Männlein und Weiblein) keine. Gar keine. Auch nicht in den Strandkneipen. Wir haben nachgefragt.

    Praia de Barra, Ria de Vigo

    Unsere Stationen bis hierher:
    – Muros: Wir ankerten im Norden der Enseada de Muros und schauten uns den Hafen nur mit dem Dinghi an. An der Bootsrampe gleich nördlich des alten Hafenbeckens lässt sich auch bei strammem NO-Wind gut anlanden. Neben zahlreichen Kneipen und Restaurants gibt es zwei Supermercados Gadis. Einer südlich der Marina, von Yachties stark frequentiert, ein weiterer am südlichen Ende der Flussmündung beim Salzmuseum. Besser sortiert, aufgeräumter und gefühlt auch billiger. Dort nebenan liegt übrigens ein Waschsalon (18 kg-Waschmaschine für 4 EUR!). Der nördlich des Ankerplatz liegende Monte Laxeiras lädt zum besteigen ein. Gigantische Aussicht vom Cruz de Pelos aus.
    – Isla de Arousa, San Xulián: Wir verließen Muros um die Mittagszeit und erreichten die Ría de Arousa erst am Abend. In der Nacht wurden wir so durchgepustet, dass wir uns mit Tagesanbruch entschieden, in die Ría de Pontevedra weiter zu segeln. Der Ankergrund in der Enseada Sur de San Xulián hielt bis 9 Bft.
    – Portonovo, Ría de Pontevedra: Zu Beginn und im Norden der Ría gibt es zwei Häfen: Portonovo und Sanxenxo. Dazwischen liegt die Praia de Silgar. Hier kann man ebenfalls gut und geschützt vor dem NO-Wind ankern. Sanxenxo ist ein touristischer Hotspot. Und in der Saison sehr laut. Das Marina Village von Sanxenxo beherbergt einen Jahrmarkt und Discos. Die Bucht wird gut beschallt. Portonovo ist etwas ruhiger, die vielen Ausflugsboote sorgen aber für Bewegung im Hafen. Wir blieben nur zwei Nächte.
    – Enseada de Barra, Ría de Vigo: Siehe oben.

    Islas Cies am Horizont. Blick von der Praia de Barra nach Südwesten.

    Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Muros – Isla de Arousa – Portonovo/Sanxenxo – Enseada de Barra, 60 sm, 1981 sm in der Segelzeit, 8592 sm gesamt.

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    Rías Altas und Costa de la Muerte

    Die Großwetterlage für Galizien blieb nach unserer Ankunft in Spanien stabil. Ein kräftiges Azorenhoch sorgte weiterhin für nördliche oder nordöstliche Winde und erlaubte Tagestörns entlang der galizischen Küste, zunächst mit dem klangvollen Namen Rías Altas, dann von La Coruna bis Cabo Finisterre, als Costa de la Muerte.

    Cabo Finisterra, früher das Ende der Welt, bis heute Ende des Jakobswegs.

    Die Landschaft ist beeindruckend, zahlreiche Buchten bieten Schutz vor der immer vorhandenen Dünung und ruhiges Liegen am Anker. Sicherlich könnte man den gesamten Sommer hier verbringen, uns treibt es jedoch weiter. Die Costa de la Muerte, deren Name sich nicht mit gemütlichem Segeln in Verbindung bringen lassen will, wollen wir vor September hinter uns gebracht haben.
    Am 26. August verließen wir deshalb die Ria de Viveiro, am 31. August erreichten wir mit Muros die Rías Baixas, unser Reiseziel für den Monat September. Neben dem Zeitplan trieb uns auch die Wettervorhersage: Für die erste Septemberwoche ist vor Finisterre Starkwind bis 8 Bft vorhergesagt.
    Heute, Sonntag, 1. September, liegen wir nun gegenüber des Hafens in der Ensenada de Muros und sind trotz – oder gerade wegen der Böen, die bis Stärke 7 über das Ankerfeld fegen froh, nicht auf offener See unterwegs zu sein.
    Unsere Stationen bis hierher:

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    – Cedeira: Die Ria Cedeira bietet südlich des Mouringfelds ausreichend Platz zum Ankern auch für eine größere Zahl von Yachten. Der Ort Cedeira machte trotz des trüben Wetters einen guten Eindruck, unser Dinghi blieb jedoch an Deck, am Morgen ging es weiter Richtung La Coruna.
    – Ensenada de Mera: Am späten Nachmittag einen Hafen wie La Coruna anzulaufen, ist aus unserer Sicht bei den hohen Liegegebühren der Hauptsaison Verschwendung. Wir entschieden deshalb zunächst Mera, 3 Meilen gegenüber La Coruna anzulaufen. Die Bucht bietet bei Wind aus NW bis O ruhiges und schönes Liegen vor Anker. Im Ort gibt‘s einen kleinen Supermarkt, an der Praia de Espineiro ein uriges Strandlokal.
    – Marina Real in La Coruna: Wir gaben der Marina Real Vorzug vor der Marina Coruna, waren dann aber, abgesehen von der Lage im Stadtzentrum wenig begeistert. Die Sanitären Anlagen sind für die große Zahl der Gastlieger zu klein und unzureichend gereinigt, die Maschinen im Waschsalon funktionieren nur zum Teil und gehören vom Typ her eher in einen Privathaushalt, als in eine Marina. Am nervigsten empfanden wir den Schwell, der auch durch die Nacht hindurch für sehr unruhiges Liegen sorgte. Tagsüber verursacht durch Ausflugsboote und Dauerlieger, für die das Speedlimit offenbar nicht gilt, in der Nacht allerdings auch nicht weniger, Ursache unbekannt. Das negative I-Tüpfelchen setzte dann ein Kreuzfahrtschiff, das am Morgen auf der Südseite der Mole der Mariana Real festmachte und mit seinen wummernden Maschinen für Lärm und Feinstaub sorgte. La Coruna ist auf jeden Fall einen Stopp wert, die Marina Real weniger.
    – Corme: In der NO-Ecke der Ría de Corme y Laxe. Wir lagen bei N bis NO Wind sehr ruhig hinter der gewaltigen Mole, auch hier hat uns das Örtchen gut gefallen und wir wären gern an Land gegangen, hätte uns nicht der vorhergesagte Starkwind weitergetrieben. Als Highlight empfanden wir das stündliche, wunderschöne Glockenspiel der Kirche von Corme. Der Raum zum Ankern ist begrenzt, bis 10 Yachten kommen aber sicherlich gut unter.
    – Camarinas: In der NO-Ecke der Ría de Camarinas. Rießiges Ankerfeld und ein kleiner Yachthafen. Wir lagen mit fast 30 Yachten in der Bucht, die, wenn das Wetter es erlaubt, mit Ausflügen in herrlicher Landschaft lockt. Aus bekannten Gründen mussten wir weiter, wie übrigens alle anderen Ankerlieger auch. Eine wahre Segelyacht-Armada brach am Morgen in die südlich von Finisterre gelegenen Buchten auf, wir mittendrin.

    Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Viveiro – Cedeira – Ensenada de Mera – La Coruna – Corme – Camarinas – Muros, 157 sm, 1921 sm in der Segelzeit, 8532 sm gesamt.

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    Biskaya

    Am 11. August verließen wir Lorient in Richtung Belle Île en Mer, wo wir auf das passende Wetter für die Überquerung der Biskaya warten wollten. Wir entschieden uns vor Le Palais zu ankern, sicherlich nicht der ruhigste Liegeplatz von Belle Île, dafür aber bestens geeignet für die täglichen Versorgungfahrten mit dem Dinghi. Auch unsere Falträder kamen für eine lange Radtour via Sauzon zum Pointe des Poulains an der Nordwestspitze der Insel zum Einsatz. Belle Île em Mer ist ein touristischer Hotspot. Gemäß Wikipedia fallen in der Saison 20.000 Gäste über die Insel her. Die Chance, dann noch einen echten Insulaner zu finden, sinken rechnerisch auf 1:4. Alle Gäste müssen durch den Hafen von Le Palais, es ist also immer was los da.

    Wir verlassen Belle Ile en Mer und Le Palais in Richtung Spanien.

    Am Sonntag, den 18. August passte dann aus unserer Sicht das Wetter für die Querung der Biskaya. Zunächst 3-4 Bft aus NW, dann, ab dem zweiten Tag, auf NO bis O drehend. Das ganze stabil für die gesamte Woche. Die GRIB Daten erwiesen sich für die Wetterlage als sehr genau und auch am vierten Tag unserer Überfahrt noch als zutreffend. Wir nahmen Kurs auf Cabo de Penas, mit dem Ziel entweder Gijon anzusteuern, oder, wenn alles gut lief, nach Westen in Richtung Ribadeo oder Viveiro weiter zu laufen. In den ersten 24 Stunden schafften wir bei Halbwind fast die Hälfte der Strecke bei einem Etmal von 116 Meilen. Dann parkten wir bei 1 bis knapp 2 Bft für einen halben Tag mitten in der Biskaya und mussten lernen, uns in Geduld zu üben. Zum Trost schickte uns Neptun eine Wal-Familie zur Unterhaltung und der Tag war gerettet. Ein faszinierendes Schauspiel und völlig unerwartet. Die nachfolgenden 24 Stunden segelten wir mit Passatsegel vor dem weiter rechtsdrehenden Wind alsbald in Richtung Viveiro. Dienstag Abend mussten wir dann das Passatsegel auf die Steuerbordseite holen und unseren Kurs für die Ansteuerung von Viveiro auf raumem Kurs neu abstecken.

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    Die dritte Nacht wurde dann gaaaanz unangenehm. Der Ostwind frischte auf 20, 25, 30, in Spitzen bis 34 Knoten auf, die gegen die Dünung laufende Windsee wurde hoch und steil. Im 2-Sekunden-Takt knallte unser gesamter Hausrat bei entsprechender Krängung abwechselnd von Steuerbord nach Backbord und zurück und sorgte über Stunden für wahren Höllenlärm im Schiff. Wer gerade Wache ging saß, sich irgendwie abstützend im Cockpit und beobachtete eine Wasserwand nach der anderen, die sich aus der Dunkelheit von achtern unter unsere Danja schob und die nächste Runde durchschütteln einleitete. Den GRIB-Daten vertrauend steuerten wir mit dem auf Badetuchgröße gerefften Vorsegel in Richtung Küste (Ribadeo), wo der Wind dann auch tatsächlich wie vorhergesagt auf ein erträglicheres Maß zurückging.
    Mit Anbruch des Tages und nun unter der galizischen Küste, passten wir unseren Kurs erneut an, um schließlich, 75 Stunden nach Abfahrt in der Ria de Vivero vor der Praya de Covas vor Anker zu gehen.

    Wohlverdiente Ruhe vor der Praia de Covas, Viveiro.

    Die Ria ist wie geschaffen zum Ausruhen nach der langen Überfahrt. Bestens geschützt vor Wind und Dünung ist kaum Bewegung im Schiff, die Kulisse der galizischen Berge mit Viveiro im Hintergrund ist einfach herrlich. Viveiro empfinden wir als äußerst sympatisches Städtchen mit optimalen Versorgungsmöglichkeiten und typisch spanischem Flair. Wir werden die kommenden Tage hier genießen, bevor wir Richtung La Coruna weiterreisen.

    Weiter Bilder zu Belle Ile en Mer findest du im Fotoalbum.

    Statistik: Dauer der Überquerung: 75 Stunden. Größtes Etmal: 116 sm. Größte Distanz eines Kalendertags: 107 sm am dritten Tag. Gesegelte Meilen: 333 sm. Durchschnittliche Geschwindigkeit: 4,44 kts.