Rügen

  • Absolut Sommer

    In den Nachrichten wird der Sommer 2018 immer wieder als Jahrhundertsommer, neuerdings gar als Jahrtausendsommer beschrieben. Für eine Woche, ab dem 22.Juli, kamen wir endlich auch seglerisch in den Genuss dieses Sommers und verbrachten heiße Tage vor Anker an den für uns schönsten Spots der Küsten Hiddensees und Rügens. Dabei war durchgehend die Badehose das Kleidungsstück der Wahl – unabhängig von der Tageszeit. Noch am Tag der Anreise nach Barth verließen wir den Hafen, legten uns in die Glowitzer Bucht und genossen frischen Fisch (gibt’s in Ribnitz-Dammgarten auch am Sonntag) zum Sonnenuntergang. Montag gab’s segeln satt. Ohne Motor aus den Bodden, entlang der Westküste Hiddensees bis zum Ankerplatz östlich Dornbusch. Den vorhergesagten Wechsel von West- auf Ostwind nutzten wir am Mittwoch für einen Abstecher in die Tromper Wiek und eine Batterieladung in Glowe.

    Freitag ließen wir uns dann wieder zurück nach Hiddensee pusten, wo wir vor „Kloster Beach“ einen weiteren Badetag in kristallklarem Wasser genießen konnten. In der Nacht auf Samstag fiel die Wassertemperatur übrigens von 20 auf 16 Grad ab. Im Zuge des kräftigen Ostwinds war wohl frisches, kaltes Ostseewasser in die Bucht im Norden Hiddensees geflossen. Besagter Ostwind erlaubte uns dann auch einen schönen, seglerischen Abschluss der Woche, unter Segel bis in den Barther Hafen. Ein weiterer Aspekt machte den Törn zu etwas besonderem: Vermutlich wird viel Zeit vergehen, bis wir “unsere” geliebten Ankerplätze wiedersehen werden. Im kommenden Jahr werden wir, nach ausgiebigem Testen im Anschluss an den großen Refit in Travemünde, noch ein, zwei Monate in der westlichen Ostsee unterwegs sein, um dann, mit dem Durchfahren des NOK, zu neuen Horizonten aufzubrechen. Langfahrt, Segelzeit, Lebenszeit 🙂 Der Count Down läuft.

    Für die Statistik: 101 sm, davon 12sm unter Motor. (6367sm)

    Mehr Bilder gibt’s im Fotoalbum.

  • Blekinge 2016 – Teil 4, Törnende

    In der Nacht zu Donnerstag kam die Dünung an unserem Ankerplatz südlich des Fährhafens von Sassnitz zunehmend aus NO, bei weiter NNW Wind. Das führte immer wieder zu heftigen Rollbewegungen, die uns um den wohlverdienten Schlaf brachten. Das Wetter war am Morgen auch nicht so besonders, deshalb brachen wir nach einem kurzem Frühstück auf, in Richtung Süden, mit Ziel Greifswalder Bodden/Thiessow.
    Wir segelten für’s Sight Seeing dicht unter der Küste und passierten nacheinander Prora und die Seebäder Binz, Sellin und Gören. Am frühen Nachmittag rundeten wir Südperd und Klein Zicker und nahmen Kurs auf Thiessow. Der Hafen dort war jedoch bereits rappelvoll. Päckchen sind nicht unser Ding, deshalb drehten wir auch gleich wieder um und ankerten für die Nacht im Naturhafen Zicker See. Mit dem Dingi motorten wir dann noch einmal in den Hafen, um im Kaufmannsladen in Thiessow unsere Vorräte mit Frischware aufzufüllen.
    Freitag war Badetag. Wir verlegten für den Tag an den Strand östlich von Thiessow, frühstückten dort ausgiebig und gaben uns für den Rest des Tages hemmungslosem Faulenzen hin. Endlich Sommer, endlich Ruhe. Schön. Die Krönung war am Abend Schmetterlingssegeln in die untergehende Sonne, auf dem Weg zurück zum Zicker See.

    Wir hatten nun die Wahl, im Greifswalder Bodden zu bleiben, oder auf dem Weg zum Heimathafen Barth, die Insel Rügen im Norden zu umsegeln. Gegen den Bodden sprachen die übervollen Häfen mit dem obligatorischen Run auf die Liegeplätze, sollten wir mal wieder Strom brauchen, für den langen Weg die günstige Wettervorhersage und die Lust am Blick auf die offene Ostsee. Wir entschieden uns für letztere Alternative.

    So ging es dann am Samstag zunächst nach Glowe, dann für zwei Nächte an den endlos langen Strand im Westen der Tromper Wiek, am Dienstag, den 23.08. weiter um Arkona herum an die Strände Hiddensees und schließlich, bei hochsommerlichen Temperaturen, am Freitag, 26.8. zurück nach Barth.

    Noch ein paar Highlights:
    – Eine Bavaria ging frühmorgens im Ankerplatz Zickersee bei SO Wind mit 5 Bft auf Drift, querte das Ankerfeld, passierte dabei zwei weitere Yachten zum Glück berührungslos, um schließlich im Flach auf Grund zu laufen. Das weckte die Crew, die aus eigener Kraft wieder ins tiefe Wasser motoren konnte und sogleich den Ankerplatz verließ.
    – Mitten auf der Prorer Wiek spinnte unser Motor, als wir ihn als Flautenschieber in Richtung Kreidefelsen nutzen wollten. Die starke Dünung aus ONO schien ihm überhaupt nicht zu gefallen. Wir waren bereits gedanklich in Sassnitz, als er sich nach einer halben Stunde wieder beruhigte und wir doch mich leichten „Bauchweh“ unseren Weg nach Glowe fortsetzten.
    – Glowe feierte am Samstag, 20.8., das 15. Sanddornfest mit Livemusik und Tanz im Festzelt. Wir waren dabei. Schön war’s.
    – Der Strand der Tromper Wiek ist locker 10 km lang. Dennoch schaffte es eine weitere Yacht in weniger als 30 Metern Entfernung ihren Anker einzugraben. Das ist so nah, dass man erkennen kann, ob die Crew rasiert ist, oder nicht. Dass wir uns konsterniert dazu entschlossen, ein Stück weiter zu ziehen, versteht sich von selbst.
    – Ab 30 °C segelt der Einheimische in Kreis VPR nackt. FKK ohne Grenzen. Hmm.

    Und schließlich für die Statistik:
    Im Kielwasser blieben 499 sm. 393 sm davon sind wir gesegelt.
    Für weitere Fotos guckst Du hier.

  • Blekinge 2016, Teil 3

    Nach einem Ruhetag auf Utklippan begannen wir am 16.8. im ersten Morgengrauen unsere Rückreise nach Rügen. Auch wenn wir noch genügend Zeit für eine Rückkehr in die Schären Blekinges gehabt hätten, bevorzugten wir die frühe Rückkehr, in der Hoffnung, an den Stränden Rügens etwas sommerlichere Temperaturen vorzufinden, bei denen das Baden mehr Freude machen würde.


    Der Schlag nach Bornholm verlief zunächst, bei 3-4 Bft, recht vergnüglich, wenig überraschend dreht der Wind aber im Tagesverlauf wieder hoch und sorgte neben viel Seegang auch für eine rasante Überfahrt. Wir steuerten zunächst die Erbseninseln an, um zu schauen, ob in Christiansö noch ein Plätzchen für unsere Danja zu bekommen war. Nachdem wir jedoch, kurz nach Mittag, von vielen Seehunden beäugt, die Felsen des Österkär gerundet hatten und einen Blick in den Hafen werfen konnten, war dieser bereits stark belegt. Die 6 Bft aus NO förderten unsere Entscheidung, statt sportlicher Hafenmanöver, die Überfahrt bis zur Ostküste Bornholms fortzusetzen.
    Um 15:00 Uhr lagen wir in der Bucht nördlich der Hafeneinfahrt von Nexö in endlich ruhigem Wasser vor Anker und stärkten uns in der Nachmittagssonne mit einem warmen Mittagessen. Leider nahm die Dünung, die um die Landspitze NÖ Nexös herumrollte immer weiter zu und machte den Ankerplatz zunehmend unbequem. Schweren Herzens verlegten wir gegen 18.00 Uhr doch noch in den Hafen von Nexö um ausreichend Schlaf für den Schlag nach Rügen zu bekommen.
    Um 05:00 Uhr setzten wir bereits wieder vor Nexö die Segel und nahmen Kurs auf Rügen. Wunschziel war die Tromper Wiek, was bei den 3-4 Bft aus NNW zunächst auch zu gelingen schien. Leider drehte der Wind im Tagesverlauf mehr auf NW. Wir mussten mitdrehen, um mit 45-50° am Wind, Fahrt im Schiff zu behalten. Dass der Wind im Tagesverlauf wieder deutlich über der Vorhersage lag, überraschte und schon nicht mehr, östlich Rügens gab’s sogar die eine oder andere Bö mit 7 Bft. Erst gegen 19.00 Uhr konnten wir allmählich wieder etwas ausreffen und erreichten nach zwei Kreuzschlägen vor Binz die Prorer Wiek und endlich wieder ruhigeres Fahrwasser. Der Wind sollte auch in der kommenden Nacht aus nördlichen Richtungen wehen, wir legten uns deshalb südlich des Fähr- und Handelshafens von Sassnitz vor Anker. Ziemlich geschafft hatten wir damit das Revier für den Ausklang unseres Sommertörns erreicht. Viel Wind bringt viel Welle, aber auch eine gute Geschwindigkeit. An beiden Tagen erreichten wir mit Danja einen Schnitt von über 6 kt. Einige Bilder haben wir auch wieder gemacht, die findest du, wie gehabt, hier.

  • Blekinge 2016 – Sommertörn (Teil 1)

    Seit dem 30. Juli 2016 sind wir unterwegs, auf unserem Sommertörn 2016. Ziel sind dieses Jahr die Schären Blekinges. Am Samstag, nach dem Einkauf letzter, frischer Lebensmittel, verließen wir am späten Nachmittag Barth, mit Ziel Barhöft Reede. Gemeinsam mit Anja ging es dann bis Dienstag zunächst einmal Rund Hiddensee. Sonne, Wind und Wetter erlaubten gemütliches segeln, baden und genießen. Anja ging am Dienstagmorgen in Stralsund von Bord, um zurück nach Bayern zu reisen.
    Wir hingegen durften weiter und machten uns auf den Weg nach Norden. Entgegen ersten Überlegungen, gleich weiter und die Nacht hindurch zu segeln, gingen wir östlich Dornbusch eine weitere Nacht vor Anker. Für Mittwoch versprach die Vorhersage Wind aus SSO, der später auf SSW drehen sollte, mit zunächst 2-3, später 4 Bft. Tatsächlich wurden es mal wieder deutlich mehr. Vier Stunden nachdem wir um 5 Uhr den Anker gelichtet hatten, empfingen wir die erste Starkwindwarnung der Dänen. Letztlich bliesen uns stramme 6-7 Bft auf Halbwindkurs in nur 12 Stunden über die Ostsee bis Simrishamn. In Wind und Regen legten wir dort gegen 17.30 Uhr an. Gemütliches Segeln geht anders, dennoch war es schön, dass wir die 70sm so zügig und nur segelnd schaffen konnten.
    Nach der Schaukelei des Vortags ruhten wir uns am Donnerstag erst mal aus, besorgten frischen Fisch im Handelshafen und wagten ein erstes Bad in Schweden. Fühlte sich eisig an. Wir hofften auf etwas wärmeres Wasser in den Schären.
    Freitag ging es dann weiter, zunächst mit Flautenschieber, dann mit einer achterlichen Brise, an Hanö vorbei bis Tärnö. 12 Stunden brauchen wir für die 40 sm. Gedultsprobe, sozusagen. Die (Anker-)Bucht im Norden der Schäre Tärnö ist zwar hübsch anzusehe, da jedoch bereits wieder Starkwind aus West angesagt war, verlegten wir Samstag lieber nach Tjärö. Im NO der Schäre legten wir uns an die Tonne des Schwedischen Kreuzerclubs und fühlten uns angekommen. Blekinge vom Feinsten. Klares Wasser, Granit und üppige Schärenvegetation. Dazu viel Sonne und angenehme 18 Grad Wassertemperatur. Weder Christine, noch ich, verspürten einen Drang weiter zu segeln, weitere Fotos gibts hier.

    Tjärö

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    Ansegeln 2015

    Boddensegeln

    Nachdem unsere Danja am 27. März als eines der ersten Boote in Barth zurück ins Wasser gelassen wurde, verließen wir am Samstag, 3. April, unseren Liegeplatz zum Ansegeln der Saison 2015.

    Das Ziel gab uns Anja vor, die am 8. April ab Greifswald ihre vorzeitige Rückfahrt in den Süden antreten musste. So segelten wir bei günstigem Wind via Barhöft, Glewitzer Wiek (Ankern) und Wieck (Yachtservice Greifswald) nach Greifswald, wo wir für eine Nacht bei der Hanse-Werft festmachten.

    Am Mittwoch ging es dann wieder zurück, gegen den Wind, mit vielen Kreuzschlägen, durch den Strelasund nach Norden. Vor Neuhof Marina übernachteten wir vor Anker, bevor es am Donnerstag weiterging, bis Vitte, Hiddensee. Nach vielen eisigen Nächten erreichte der Frühling dann endlich auch den Norden: Am Freitagmorgen war es bei Windstille so warm, dass wir in T-Shirt in der Plicht unser Frühstück genießen konnten.

    Es folgte ein sehr ruhiger Tag auf dem Wasser, teilweise mit Motorunterstützung, teilweise treibend, teilweise segelnd rund Dornbusch bis Reede Barhöft. Absolut faszinierend war das klare Wasser vor Hiddensee. Bei 6 Metern Wassertiefe waren noch alle Details am Meeresgrund zu sehen.

    Der Samstag brachte uns dann wieder zurück nach Barth, wo es am Abend wettertechnisch wieder sehr ungemütlich wurde. Durch eine Kaltfront wurden mit Sturm die mehr als 20°C Tagestemperaturen vom Samstag fortgeblasen. Da unser Ansegeltörn jedoch beendet war, blieben wir ganz entspannt…

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    Hier noch einige Fakten „for the records“:

    Die Woche war sehr windig. Mit Ausnahme des Freitags begleiteten uns täglich 5 Bft (plus/minus) Wind. In den Boddengewässern und dem Strelasund unproblematisch, nur auf dem Greifswalder Bodden bildeten sich bei NO-Winden eine unangenehme Welle von ca. 1 Meter.

    Anfang April ist um Rügen vom Frühling wenig spür- und sichtbar. Die Temperaturen im Schiff gingen am frühen Morgen runter auf 5-7° C. Ohne Dieselheizung wäre das sehr ungemütlich. Scheint die Sonne jedoch, dann hat sie schon jede Menge Kraft und entschädigt für das unterkühlte Schiff in der Nacht. Überall ist man eines der wenigen Boote auf dem Wasser. Alle Häfen sind so gut wie leer, die Sanitäranlagen stehen einem geradezu exclusiv zur Verfügung.

    Anfang April ist auch Heringszeit. Angler aller Orten. Und natürlich auch die Fischeiaufsicht. Wir kauften unseren Fisch beim Fischhändler. Zumeist gibt’s Zander und Dorsch.

    Zu den Liege- und Ankerplätzen:

    Barhöft: Nach uns kamen nur noch zwei weitere Segelboote, dennoch war der Hafen durch zahllose Freizeitfischer sehr belebt. Offenbar hat sich hier eine Charterbasis für „Petrijüngermotorboote“ etabliert. Am Morgen und Abend herrscht reges, fast schon nerviges Motorboot Kommen und Gehen.

    Neuhof: Rinne war noch nicht betonnt. Plotter empfehlenswert. Ankern nordwestlich der Hafeneinfahrt bei 2 M Wassertiefe gut möglich. Viel Schlick. Weniger als 10 Boote im Hafen.

    Yachtservice Greifswald (halbe Meile hinter der Klappbrücke von Wieck, Nordufer):  Ca 5 Boote im Wasser, ansonsten alle Anleger frei. Die Duschanlagen sind komplett neu renoviert, alles vom Feinsten, und mit der Liegegebühr (EUR 1.50 pro Meter) bereits bezahlt.

    Glewitzer Wiek: Rinne durchgehend bis Tonne 8 (r) 2,5 Meter oder mehr. Guter Ankergrund.

    Vitte: Rinne bestens betonnt, Wassertiefe durchgängig 2.20 M oder mehr. 20 EUR für 11M recht teuer.  Duschen nur mit Duschmarken. Die verkalkten Duschköpfe lassen keinen Duschspaß aufkommen. Ansonsten sauber und gepflegt.

    Zu guter letzt die Statistik:

    Gesamtweg 139sm, davon 31 unter Motor.

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  • Barhöft

    Kleiner Lotsenhafen am südlichen Ende des Gelenstroms oder eben letzter Hafen bevor man vom Strelasund kommend die Ostsee erreicht. Es gibt einige wenige Plätze in Boxen auf der nördlichen Hafenseite sowie eine ausreichende Zahl von Liegeplätzen vor Heckboje am zentralen Fingersteg.

    Es gibt eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten in einem Kiosk mit kleinem Warenangebot und frischen Brötchen, im Restaurant Seeblick kann man sehr gut und zu vernünftigen Preisen essen gehen.

    Die Liegegebühr bis 12 m beträgt EUR 17,70 zzgl EUR 10 Pfand für die Zutrittskarte zu den Sanitäranlagen/Duschen. Strom, Wasser, Duschen sind incl. Beim Hafenmeister kann nur mit Bargeld bezahlt werden, also genügen EURen dabei haben.

  • Von Dragör zurück nach Greifswald

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    Samstag, 22.06.2013. Dragör – Rödvig

    In der Nacht was es wieder einmal ungemütlich, es blies und schauterte mit bis zu 20 Knoten Wind. Wie vorhergesagt ließ der Wind gegen morgen etwas nach und pendelte sich zwischen 10 und 18 Knoten ein. Die Sonne ließ sich nicht blicken, als wir uns um 9.00 Uhr ans Ablegen machten. Der Wind wehte achterlich und in Richtung Hafenmauer. Eindampfen in die Vorspring wäre hier das Schulbuch-Manöver gewesen. Ich entschied mich mit Bugstrahler aus der Lücke zu manövern, eine Entscheidung, die fast in die Hose gegangen wäre. Kaum war die Achterleine lose, machte eine Böe den Bugstrahler quasi wirkungslos und schob uns zudem noch Richtung den vor uns liegenden Nachbarn. Brauchte eine Ganze Menge Rückwärtsschub um ihn nicht zu berühren, zuviel ging aber auch nicht, da hinter uns ja auch noch jemand lag. PIO (Pilot Induced Oscillation) galt es zu vermeiden. Dann endlich zeigte der Bugstrahler die erhoffte Wirkung und wir kamen weit genug von der Kaimauer los, um vorwärts aus der Box zu fahren. Für den vor uns liegenden Skipper war es wohl ein böses Erwachen, als er Anja, die am Bug stand, viel zu nahe vor sich oder besser über sich durch den Niedergang erblicken musste, nachdem er von unserem Motoren und Bugstrahlen wohl geweckt worden war. Jedenfalls schimpfte er auf dänisch – oder schwedisch – jedenfalls halb nackig – hinter uns her, als er hektisch, und als wir bereits frei gekommen waren, seine Kuchenbude geöffnet bekam. An dieser Stelle noch mal ein aufrichtiges SORRY ! Lektion gelernt.

    Das Wetter blieb garstig. Kalt, wolkenverhangen und mit Wind wie schon so oft zuvor auf der Nase. Wenn er denn mal drehte, dann zumeist so, dass der gewählte Kurs nicht gehalten werden konnte. Nach fünf Stunden und zwei dritteln der 30sm hatten wir genug und nahmen den Motor zu Hilfe, passierten 30 min später Stevns Klint und erreichten eine weitere Stunde später endlich Rödivg. Dort klarte es dann sogar bei westdrehendem Wind auf und sorgte für einen versönlichen Ausklang des Tages. Im Fischladen beim Hafen – es gibt da mehrere Restaurants beim Hafen – ergatterten wir drei Seelachsfilets, die wir dann mit Broccoli zum Dinner genossen.

    Sonntag, 23.06.2013: Rödvig – Klintholm

    Die Wetterbesserung am Vorabend war nur von kurzer Dauer. Zum Aufstehen regnete es mal wieder. Der Wetterbericht versprach stabile 4-5 Bft aus S bei Schauerboen, mit 1m Welle. SW wäre schöner, sollte dann aber erst am späten Nachmittag kommen. Hart am Wind ging es Richtung Klintholm. Die Winddrehung auf südwestlichere Richtung kam gerade richtig, jedenfalls konnten wir von Rödvig bis vor Klintholm durchsegeln, die letzte Stunde bei satten 6 Knoten am Wind. Geil! Das Kontrastprogramm kam dann auch prompt: Beim Segelbergen klemmte die Rollanlage der SW-Fock. Die Schot hatte sich in der Refftrommel vertörnt. Nach einigen vergeblichen Versuchen, das Missgeschick zu beheben, blieb uns nur das Abbauen des Focksegels. Bei immer noch gut 15 Knoten Wind machen wir in einer Box im westlichen Teil des Yachthafens fest. Das Anlegerbier hatten wir uns an diesem Tag redlich verdient…
    Erst für Dienstag wurden stabil westliche Winde angekündigt. War für uns ein gutes Argument einen Ruhetag in Klintholm einzulegen. Neben uns lag ein Langzeitsegler-Ehepaar aus der Schweiz. Sie schwärmten von ihrer Situation des Zeit habens, waren bereits seit Beginn der Saison unterwegs und warteten nun auf das ideale Wetterfenster um Richtung Fehmarn weiter zu segeln. Gern hätten wir getauscht…

    Dienstag, 25.06.2013: Klintholm – Barhöft

    Südliche Ostsee NW 3-4, wenig rechtdrehend, zunehmend 6-7, Schauerböen, See zunehmend bis 2 m. Belte und Sund ähnlich aber etwas weinger Wind. Dazu zunehmende Bewölkung und nachfolgend Regen. Das klang für die Überfahrt nach Rügen geradezu ideal – mal vom Regen abgesehen… Es traf dann auch genau zu. Und so segelten wir vor dem Wind, Bullenstander kam zum Dauereinsatz, in gut 7 Stunden zurück nach Rügen. Einmal fuhren wir ein Ausweichmanöver um dem Frachter Doris auszuweichen, später ein Ausweichmanöver um einem russischen Großsegler (!) auszuweichen. Als wir nach dem Bergen des Großsegels in den Gellenstrom einbogen, war der Regen da, der Wind überstieg jedoch nicht Stärke 5. Nass aber ohne Besonderheiten machten wir schließlich in Barhöft fest. Der Regen blieb erst mal, und der nächste Sturm kam auch, später am Abend und blieb am Mittwoch. Ein weiterer Stehtag war somit gebucht. Gute Gelegenheit beim Restaurant Seeblick für etwas Umsatz zu sorgen, was wir gerne machten, denn dort gibt’s gutes Essen für einen fairen Preis.

    Donnerstag, 27.06.2013: Barhöft – Neuhof

    Nach dem stürmischem Mittwoch blies es am Mittwoch morgen mit Schauerböen immer noch mit 4-5 Bft aus WSW, mit Aussicht auf Wetterbesserung im Tagesverlauf. Gegen 09:00 verließen wir Barhöft, setzten vor der Reede das Groß im 2. Reff und folgten der Rinne in Richtung Stralsund. Nach Tonne 45 kam noch die Fock zum Einsatz, um besser Höhe laufen zu können. Wie geplant erreichten wir um 11.00 Stralsund, wo wir kurz im Yachthafen festmachten und uns mit einigen Fischbrötchen eindeckten. Ohne Stress ging’s dann um 12.00 Uhr weiter für die Ziegelgrabenbrücke-Öffnung um 12.20 Uhr. Kaum passiert setzten wir Fock und Groß im 2. Reff und hatten riesig Spaß daran, wie „unsere“ Genesis eine Yacht nach der anderen „vernaschte“, egal ob sie unter Segel oder Motor lief… Vor Neuhof hatte unsere kleine Regatta dann leider ein Ende, wir bargen die Segel und liefen Neuhof an, wo wir einen gemütlichen und zunehmend sommerlichen Nachmittag und Abend verbrachten. Im Restaurant Meat’n Sea, mit gutem Überblick über den Yachthafen, wird hervorragend gekocht. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

    Die Marina wurde um einige Meter vergrößert und bietet wieder deutlich mehr Liegeplätze für Gastlieger. Liegegebühr (2013) bis 12 m betrug EUR 14.

    Freitag, 28.06.2013: Neuhof – Greifswald

    Nach windstiller Nacht genossen wir ein letztes mal Frühstück im Cockpit. Erst um halb elf machten wir uns auf den Weg zurück nach Greifswald. Für den Tagesverlauf erwarteten wir mal wieder eine Wetterverschlechterung mit dem Durchzug einer Schauerfront. Der Wind stand nicht ideal (S – SO), dennoch gibt der Strelasund genügend Raum fürs Kreuzen. So segelten wir bis in den Greifswalder Bodden, wo uns dann doch die erwartete Front passierte. Wir banden das zweite Reff ins Groß und rollten die Fock weg und ließen und einmal gut durchwaschen. Der Motor blieb aus, Genesis machte auch unter dem wenigen Tuch noch genügend Höhe und brachte uns näher ans Ziel heran. Hinter der Front schlief der Wind komplett ein. Um die 16.00 Uhr Brückenöffnung nicht zu verpassen, bargen wir dann doch alle Segel und motorten in Richtung Wieck. Um 16.30, nach dem Tanken, lag „unsere“ Genesis schließlich wieder fest an ihrem Liegplatz in Greifswald / Wieck. 520 sm lagen im Kielwasser, nur packen und aufräumen noch vor uns. Wie so oft hätte der Törn ruhig noch einige Wochen länger dauern dürfen…

     

  • Familien-Sommertörn 2011

    Dem Wunsch Anjas folgend – natürlich nicht ganz eigennützig – ging es im August noch einmal aufs Wasser. Diesmal mit der Bavaria 32 „Caroline“ ab Greifswald. Es sollte ein gemütlicher Kurztörn werden, je nach Wind den Strelasund nach Norden, dann vielleicht bis Zingst und schließlich wieder zurück nach Greifswald. Aufgrund der Wind-Wettervorhersage entschieden wir schließlich in Barhöft doch außen um Rügen herum wieder nach Greifswald zurück zu segeln.
    Somit brachten wir schließlich Stralsund, Barhöft, Vitte, Glowe und Lubmin ins Kielwasser bevor wir wieder wohlbehalten nach Greifswald zurückkehrten.

    Highlights:
    – Mit 100 Booten vor der Klappbrücke Stralsund um die Poleposition gekämpft 😉
    – Baden am Strand von Hiddensee (Vitte)
    – Zumeist früh festgemacht für ausgiebiges Chillen…

    Neu war:
    – Anlegen vor Heckboje in Barhöft.

    Lesson Lerned:
    – Viel Zeit nehmen für die Übergabe des Ruders, besonders in emgem Fahrwasser…
    – Stets so anlegen wie man es geplant und durchgesprochen hat. Änderungen in letzter Minute gehen gern in die Hose – gerade bei kleiner Crew.

    Für die Statistik:
    – Zurückgelegte Meilen: 128

  • Rund Rügen – Zusammenfassung

    Törn: Charter mit Skipper als Ausbildungstörn vom 1.05.-7.05.2010. Charterbasis Breege (Mola) und dann je nach Wetter im- oder gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel. Das Ganze mit einer Bavaria 34. Aufgrund der Wettervorhersage gingen wir die Runde schließlich im Uhrzeigersinn an.

    Segeltörn Rund Rügen, 01.05.-06.05.2010

    Tag 1: Verlegung von Breege nach Vitte auf Hiddensee
    Tag 2: Vitte – Glowe
    Tag 3: Glowe – Greifswald-Wieck (Abbruch vor dem Königsstuhl wg. Verletzung Christines und Anlaufen von Sassniz).
    Tag 4: (Zunächst) Rücküberführung der Yacht nach Breege und Verbleib dort bis Charterende.
    Wetterbedingt dann doch über Greifswalder Bodden und Strelasund zurück zur Charterbasis, Zwischenstation in Neudorf.
    Tag 5: Neudorf – Stralsund, dort die Mannschaft wieder vervollständigt und weiterfahrt via Gellenstrom und Westküste Hiddensees nach Breege.
    Tag 6 und 7 fielen wg. Sturm aus.

    Wetter: Alles dabei von 1-2 Bft bei Sonnenschein, strammer Westwind, 4 mit Schauerböen bis 6, Starkwind und Wellengang deutlich über der Vorhersage und schließlich Sturm in der Vorhersage mit Böen bis 95 km/h.

    Fazit: Schönes Tourengebiet mit vielen Häfen und gutem Service, wenn auch nicht ungefährlich, wie schmerzhaft erfahren. Trotz häufigem Sonnenschein war es viel zu kalt. Die sanitären Anlagen der Marinas in und um Rügen sind zu schmutzig.

  • Rund Rügen – Tag 1

    Die längste Etappe eines jeden ersten Tages eines Chartertörns ist die Anreise. Von Ingolstadt nach Breege sind es gut 800 km, macht runde 10 Stunden Fahrzeit, Pausen inclusive. Unterwegs realisierten wir, dass es zwar Samstag war und demnach ein Einkauf bis spät am Abend möglich sein müsste, dies jedoch nicht auf den ersten Mai zutreffen würde. Blöde Hektik. Nahmen uns sogleich vor, bei allen weiteren Törns nicht bis zum Vorabend arbeiten zu gehen. Um nicht ohne jegliche Verpflegung an Bord gehen zu müssen fuhren wir den Berliner Hauptbahnhof an. Dort gibt es einen Tengelmann-Kaisers Supermarkt, womit der Törn verpflegungstechnisch gerettet war.

    Gegen 15.00 erreichten wir schließlich Breege. Da wir einen Skipper gebucht hatten, gab es für uns keinen Papierkram im Mola Charterbüro, frisch gestärkt mit einem Fischbrötchen gings deshalb schon bald an Bord der Loreley, eine Bavaria 34.
    Helmut Fiedler, unser Skipper, begrüßte uns freundlich und half beim Einräumen. Er schien ein netter Typ zu sein, auf ähnlicher Wellenläge wie wir und uns deshalb schnell sympathisch. Nach nur ganz kurzem Zögern folgten wir seiner Empfehlung noch an diesem Nachmittag Breege zu verlassen und Vitte (Hiddensee) anzulaufen. Ruckzuck legten wir ab und motorten die Fahrrinne nach Hiddensee und in den Hafen von Vitte. Unterwegs gab es viel Interessantes über Rügen zu hören. Nur wenige Boote waren ansonsten unterwegs, auch in Vitte selbst lagen neben uns nur noch drei weitere Segelyachten.

    Der Anleger-Bier-Brauch gefiel uns bestens. Wir werden ihn sicherlich pflegen und fortführen…
    Zum Dinner gabs Parmaschinken an Honigmelone und Spaghetti Bolognese. Helmut konnte es kaum glauben. War vielleicht noch vom letzten Törn Dosenfuttergeschädigt 😉

    Marina in Vitte