Ostsee

  • Es geht los

    Mit einigem Trouble – vor Törnbeginn – beenden wir die letzten Vorbereitungen für unsere diesjährige Segelreise.
    Die zwei Übernachtungen vor der Ubernahme boten genügend Zeit für einen Familienbesuch (leider auch wegen schwerer Erkrankung des Vaters), Kappelner Hafentage, Proviantierung und ausruhen. Selbst den Kühlmittelverlust an unserem Skoda (Marderverbiss) bekamen wir noch repariert.
    Nun ist das Boot übernommen, alles verstaut, das Ölzeug angelegt und es kann heißen „Leinen los“…

  • Von Dragör zurück nach Greifswald

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    Samstag, 22.06.2013. Dragör – Rödvig

    In der Nacht was es wieder einmal ungemütlich, es blies und schauterte mit bis zu 20 Knoten Wind. Wie vorhergesagt ließ der Wind gegen morgen etwas nach und pendelte sich zwischen 10 und 18 Knoten ein. Die Sonne ließ sich nicht blicken, als wir uns um 9.00 Uhr ans Ablegen machten. Der Wind wehte achterlich und in Richtung Hafenmauer. Eindampfen in die Vorspring wäre hier das Schulbuch-Manöver gewesen. Ich entschied mich mit Bugstrahler aus der Lücke zu manövern, eine Entscheidung, die fast in die Hose gegangen wäre. Kaum war die Achterleine lose, machte eine Böe den Bugstrahler quasi wirkungslos und schob uns zudem noch Richtung den vor uns liegenden Nachbarn. Brauchte eine Ganze Menge Rückwärtsschub um ihn nicht zu berühren, zuviel ging aber auch nicht, da hinter uns ja auch noch jemand lag. PIO (Pilot Induced Oscillation) galt es zu vermeiden. Dann endlich zeigte der Bugstrahler die erhoffte Wirkung und wir kamen weit genug von der Kaimauer los, um vorwärts aus der Box zu fahren. Für den vor uns liegenden Skipper war es wohl ein böses Erwachen, als er Anja, die am Bug stand, viel zu nahe vor sich oder besser über sich durch den Niedergang erblicken musste, nachdem er von unserem Motoren und Bugstrahlen wohl geweckt worden war. Jedenfalls schimpfte er auf dänisch – oder schwedisch – jedenfalls halb nackig – hinter uns her, als er hektisch, und als wir bereits frei gekommen waren, seine Kuchenbude geöffnet bekam. An dieser Stelle noch mal ein aufrichtiges SORRY ! Lektion gelernt.

    Das Wetter blieb garstig. Kalt, wolkenverhangen und mit Wind wie schon so oft zuvor auf der Nase. Wenn er denn mal drehte, dann zumeist so, dass der gewählte Kurs nicht gehalten werden konnte. Nach fünf Stunden und zwei dritteln der 30sm hatten wir genug und nahmen den Motor zu Hilfe, passierten 30 min später Stevns Klint und erreichten eine weitere Stunde später endlich Rödivg. Dort klarte es dann sogar bei westdrehendem Wind auf und sorgte für einen versönlichen Ausklang des Tages. Im Fischladen beim Hafen – es gibt da mehrere Restaurants beim Hafen – ergatterten wir drei Seelachsfilets, die wir dann mit Broccoli zum Dinner genossen.

    Sonntag, 23.06.2013: Rödvig – Klintholm

    Die Wetterbesserung am Vorabend war nur von kurzer Dauer. Zum Aufstehen regnete es mal wieder. Der Wetterbericht versprach stabile 4-5 Bft aus S bei Schauerboen, mit 1m Welle. SW wäre schöner, sollte dann aber erst am späten Nachmittag kommen. Hart am Wind ging es Richtung Klintholm. Die Winddrehung auf südwestlichere Richtung kam gerade richtig, jedenfalls konnten wir von Rödvig bis vor Klintholm durchsegeln, die letzte Stunde bei satten 6 Knoten am Wind. Geil! Das Kontrastprogramm kam dann auch prompt: Beim Segelbergen klemmte die Rollanlage der SW-Fock. Die Schot hatte sich in der Refftrommel vertörnt. Nach einigen vergeblichen Versuchen, das Missgeschick zu beheben, blieb uns nur das Abbauen des Focksegels. Bei immer noch gut 15 Knoten Wind machen wir in einer Box im westlichen Teil des Yachthafens fest. Das Anlegerbier hatten wir uns an diesem Tag redlich verdient…
    Erst für Dienstag wurden stabil westliche Winde angekündigt. War für uns ein gutes Argument einen Ruhetag in Klintholm einzulegen. Neben uns lag ein Langzeitsegler-Ehepaar aus der Schweiz. Sie schwärmten von ihrer Situation des Zeit habens, waren bereits seit Beginn der Saison unterwegs und warteten nun auf das ideale Wetterfenster um Richtung Fehmarn weiter zu segeln. Gern hätten wir getauscht…

    Dienstag, 25.06.2013: Klintholm – Barhöft

    Südliche Ostsee NW 3-4, wenig rechtdrehend, zunehmend 6-7, Schauerböen, See zunehmend bis 2 m. Belte und Sund ähnlich aber etwas weinger Wind. Dazu zunehmende Bewölkung und nachfolgend Regen. Das klang für die Überfahrt nach Rügen geradezu ideal – mal vom Regen abgesehen… Es traf dann auch genau zu. Und so segelten wir vor dem Wind, Bullenstander kam zum Dauereinsatz, in gut 7 Stunden zurück nach Rügen. Einmal fuhren wir ein Ausweichmanöver um dem Frachter Doris auszuweichen, später ein Ausweichmanöver um einem russischen Großsegler (!) auszuweichen. Als wir nach dem Bergen des Großsegels in den Gellenstrom einbogen, war der Regen da, der Wind überstieg jedoch nicht Stärke 5. Nass aber ohne Besonderheiten machten wir schließlich in Barhöft fest. Der Regen blieb erst mal, und der nächste Sturm kam auch, später am Abend und blieb am Mittwoch. Ein weiterer Stehtag war somit gebucht. Gute Gelegenheit beim Restaurant Seeblick für etwas Umsatz zu sorgen, was wir gerne machten, denn dort gibt’s gutes Essen für einen fairen Preis.

    Donnerstag, 27.06.2013: Barhöft – Neuhof

    Nach dem stürmischem Mittwoch blies es am Mittwoch morgen mit Schauerböen immer noch mit 4-5 Bft aus WSW, mit Aussicht auf Wetterbesserung im Tagesverlauf. Gegen 09:00 verließen wir Barhöft, setzten vor der Reede das Groß im 2. Reff und folgten der Rinne in Richtung Stralsund. Nach Tonne 45 kam noch die Fock zum Einsatz, um besser Höhe laufen zu können. Wie geplant erreichten wir um 11.00 Stralsund, wo wir kurz im Yachthafen festmachten und uns mit einigen Fischbrötchen eindeckten. Ohne Stress ging’s dann um 12.00 Uhr weiter für die Ziegelgrabenbrücke-Öffnung um 12.20 Uhr. Kaum passiert setzten wir Fock und Groß im 2. Reff und hatten riesig Spaß daran, wie „unsere“ Genesis eine Yacht nach der anderen „vernaschte“, egal ob sie unter Segel oder Motor lief… Vor Neuhof hatte unsere kleine Regatta dann leider ein Ende, wir bargen die Segel und liefen Neuhof an, wo wir einen gemütlichen und zunehmend sommerlichen Nachmittag und Abend verbrachten. Im Restaurant Meat’n Sea, mit gutem Überblick über den Yachthafen, wird hervorragend gekocht. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

    Die Marina wurde um einige Meter vergrößert und bietet wieder deutlich mehr Liegeplätze für Gastlieger. Liegegebühr (2013) bis 12 m betrug EUR 14.

    Freitag, 28.06.2013: Neuhof – Greifswald

    Nach windstiller Nacht genossen wir ein letztes mal Frühstück im Cockpit. Erst um halb elf machten wir uns auf den Weg zurück nach Greifswald. Für den Tagesverlauf erwarteten wir mal wieder eine Wetterverschlechterung mit dem Durchzug einer Schauerfront. Der Wind stand nicht ideal (S – SO), dennoch gibt der Strelasund genügend Raum fürs Kreuzen. So segelten wir bis in den Greifswalder Bodden, wo uns dann doch die erwartete Front passierte. Wir banden das zweite Reff ins Groß und rollten die Fock weg und ließen und einmal gut durchwaschen. Der Motor blieb aus, Genesis machte auch unter dem wenigen Tuch noch genügend Höhe und brachte uns näher ans Ziel heran. Hinter der Front schlief der Wind komplett ein. Um die 16.00 Uhr Brückenöffnung nicht zu verpassen, bargen wir dann doch alle Segel und motorten in Richtung Wieck. Um 16.30, nach dem Tanken, lag „unsere“ Genesis schließlich wieder fest an ihrem Liegplatz in Greifswald / Wieck. 520 sm lagen im Kielwasser, nur packen und aufräumen noch vor uns. Wie so oft hätte der Törn ruhig noch einige Wochen länger dauern dürfen…

     

  • Heimwärts… nach Süden bis Dragör

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    15.06.2013 Varberg – Falkenberg.

    Zwei Tage saßen wir in Varberg fest . Viel Zeit zum Ruhen, spazieren gehen und planen des weiteren Törnverlaufs. Der Wetterbericht versprach weiterhin wechselhaftes Wetter, das auch weitere Sturmtage bringen konnte. Würden wir bis Göteborg weitersegeln, wäre der Rückweg sicherlich ähnlich anstrengend wie der Hinweg: Lange, lange Schläge, immer gegen den Kalender, um die Rückgabe der Genesis nicht zu vermasseln.

    Dieser Törn sollte auch Urlaub sein, deshalb fiel uns die Entscheidung nicht ganz so schwer. Wir wollten uns auf den Weg zurück nach Süden machen, zurück nach Greifswald. SW 4, vorübergehend SO drehend, später SW um 6, etwas abnehmend, zeitweise Schauer- oder Gewitterböen, See bis 1,5 Meter lautete die Vorhersage. Gut genug für einen 30sm-Schlag nach Falkenberg.

    10 Stunden brauchten wir für die insgesamt 32 sm, immer hart am Wind, aber fast ohne Motor. So soll es sein… Wir fanden einen freien Liegeplatz beim Yachthafen Falkenberg, kurz bevor die nächst Front mit Starkwind und Regen über uns hinweg fegte. Der Hafen lieht im Bereich der Mündung Ätran, mehrere Werften bieten eine nicht ganz so schöne Kulisse. Leider fiel ein Besuch Falkenbergs aus. Wetter und Müdigkeit ließen uns die Kojen vorziehen… Immerhin fanden wir später in Supermärkten Falken – Bier. Das kommt ursprünglich aus Falkenberg.

    16.06.2013 Falkenberg -Halmstad.

    Auch dieser Tag versprach – oder drohte – mit reichlich Wind bis 6 bft, inclusive Schauerböen und vereinzelten Gewittern. Die Front war am Morgen durchgezogen und die Sonne schien immer wieder durch die Quellbewölkung. Bei 10-14 kts Wind aus SW gings um halb zehn wieder hinaus aus dem Hafen und dann immer hart am Wind nach SSO, der Küste entlang. Um 13.00 rundeten wir Tylogrund und liefen nun auf raumem Kurs nach Osten. Die versprochenen Schauerböen kamen ebenso wie das Gewitter und sorgten für einige Sorgenfalten bei der Crew… Nur mit dem Groß im zweiten Reff trieben und die Böen bis knapp 9 Knoten, eine Geschwindigkeit, bei der das Ruder besorgniserregend zu vibrieren begann. Wir drehten bei nunmehr reichlich rauher See in den Wind und bargen das Groß vollständig, für die verbleigenden Meilen nach Halmstad. Nach nur 4 Stunden liefen wir in den Fluss Nissan ein, an dessen Mündung Halmstad liegt. Es wurde ein, bei immer noch 4-6 bft mühsames Anlegemanöver zwischen zwei zum Glück mit viel Gummi geposterten Schwimmern, aber nach einigem Hin und Her war es geschafft und wir konnten den Nachmittag zur Erholung nutzen.

    17.06.2013 Halmstad – Torekov

    Halmstad gefiel uns nicht sonderlich. Die Stadt hat zwar ein recht großes Zentrum mit Restaurants, Kneipen und Einkaufsläden, allerdings fanden wir auf die schnelle weder Supermarkt noch Bäckerei in Hafennähe. Das ganze irgendwie Seelenlos. Wir entschieden weiter zu segeln und wählten Torekov, auf der anderen Seite der Laholmsbukten. Vom nächtlichen Sturm war noch einiger Seegang geblieben, der Wind kam mal wieder „von vorn“. Hart am Wind und mit einigen Kreuzschlägen schafften wir es in 4 1/2 Stunden nach Torekov. Im Tagesverlauf klarte es zunehmend auf und auch der Wind ging zurück. Es wurde entsprechend ein (nordisch) sommerlicher und gemütlicher Abend in Torekov mit frischem Fisch aus dem Fischladen am Hafen.

    18.06.2013 Torekov – Viken

    Endlich mal wieder ein perfekter Segeltag. Bei wenig Seegang, Sonnenschein und knapp 10 Knoten Wind ging es am Wind zunächst über die Bucht Skälderviken, um Kullen herum in Richtung Öresund. War es auf See durch den Wind recht frisch, bot und Viken am Nachmittag Badewetter.

    19.06.2013 Viken – Kyrkbacken

    So schön wie der vorherige Tag war, so unschön war dieser. Zum Ablegen gab’s Regen und bei Windstille. Unter Motor ging’s an Helsingborg vorbei in den Öresund. Ziemlich langsam, das ganze, denn wir hatten gute 2 Knoten Strom auf der Nase. Immerhin kan nach Mittag der Wind zurück. Wie immer von vorn, dennoch setzten wir am südlichen Ende des Verkehrstrennungsgebiets die Segel und kreuzten bis vor die Hafeneinfahrt Kyrkbacken auf der Insel Ven. Der Himmel erinnerte an Waschküche, Donner kündete von Gewittern in der Umgebung, später im Hafen regnete es wieder. Bei Ankunft war der Hafen übrigens gut dänschen und schwedischen Booten belegt. Die Crews saßen überwiegend in ihren Cockpits und hielten Klönschanck. Bei Bier und Wein versteht sich. Als es zu regnen begann brachen die meisten auf und ließen einen fast leeren Hafen zurück. Da waren an diesem Nachmittag jedenfalls einige Promille auf dem Öresund unterwegs…

    20.06.2013 Kyrkbacken – Dragör

    Der Sommer war wieder zurückgekehrt. Strahlend blauer Himmel, warme Temperaturen und – Flaute. Unter Motor ließen wir die Insel Ven hinter uns und setzten Kurs auf Dragör. In Höhe des Forts Middelgrund wehte der Wind ausreichend aus nördlicher Richtung so segelten in Zeitlupe bei 2-3 Knoten vor dem Wind an Kopenhagen vorbei. Im Fahrwasser herrschte reger Schiffsverkehr und sorgte ebenso für Unterhaltung wie der erste selbst gefangene Fisch. Ein Baby-Pollack von gerade einmal 25 cm. Das sollte übrigens der einzige Fischfang des Törns bleiben. Die Ausrüstung hatte sich also nicht wirklich bezahlt gemacht. Ebensowenig wie die Lizenz fürs Fischen in Dänemark, die ich für den Tag erworben hatte. Um 15.15 Uhr hatten wir in Dragör festgemacht. Die Temperatur war nunmehr auf knapp 30° C geklettert. Entsprechend war Baden angesagt. Am Abend gab’s den „Catch of the Day“, den wir mittlerweile mit noch etwas Fisch aus dem Supermarkt ergänzt hatten. Wetter und Dragör selbst gefielen uns so gut, dass wir hier einen schönen Stehtag verbrachten.

  • Torekov

    Torekov (N 56° 25.700′, E 12° 37.514′) ist ein reizvoller, kleiner Hafen mit Restaurants, Kiosk, Fischladen und weiteren eingeschränkten Versorgungsmöglichkeiten. In einer Bäckerei/Konditorei gibt’s frische Brötchen und eine kleine Auswahl von Waren des täglichen Bedarfs. Die Liegeplätze sind durchweg 3-3,5 Meter tief, allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur 3,50 M breit. Und die Pfähle geben nicht nach! Zwei Doppelboxen sind mit einen „Schwimmer“ getrennt, erlauben somit auch das Festmachen breiterer Boote, eben mit nur einer Achterleine. An den Schwimmern im östlichen Teil des Hafenbeckens können mehrere Boote längs fest machen. Es lohnt sich bis in den inneren Hafen zu blicken, auch dort können Yachten festmachen.
    Die Sanitäranlagen sind gepflegt und groß, Zugang mit Zahlencode.
    Liegegebühren berechnen sich nach Schiffsbreite, ab 3,50 M kostet es 190 SKR incl. Strom u. Wasser (11.06.2013).

  • Bäckviken, Insel Ven

    Kleiner Hafen an Ostseite der Insel Ven (N 55° 54.203′, E 12° 43.390′). Wird stündlich von einer Fähre vom Festland angefahren, die jedoch nur wenig stört. Wir fanden ausreichend Liegeplätze, fest machten wir längsseits an der Innenseite der Außenmole, am Liegeplatz für’s Ausflugsboot. Das geht, wenn man bis 09.00 wieder abgelegt hat.
    Es gibt eine Badestelle mit Leiter, das Wasser ist sehr sauber.
    Der Hafenmeister kam am Abend zum Boot, Liegegebühr 100 SKR (10.06.2013), für die Münz-Duschen braucht man 5-Kronen-Münzen.

  • Sommertörn 2013 – Nordwärts

    Samstag, 8. Juni 2013: Wir erreichten den Liegeplatz der Genesis beim Yachtservice Wunderlich am späten Vormittag und konnten auch sogleich mit dem Verstauen unseres Gepäcks und der Vorräte beginnen. Bis aufs Trinken hatten wir alles mitgebracht, kaum war der Wagen leer, fuhren Christine und Anja zum Getränkeladen, um den Flüssigkeitsvorrat zu besorgen.
    Die Übergabe verlief kurz und schmerzlos, auch weil wir „Wiederholungstäter“ und uns die Genesis noch noch gut vertraut waren. In Wieck kauften wir schnell noch etwas Fisch (Rosenstraße) und um 14.45 Uhr hieß es Leinen los für die Brückendurchfahrt um 15.00 Uhr.
    Zumeist unter Motor – der Wind stand eher ungünstig – ging’s in den Strelasund. Ab Tonne 18 konnten wir dann auch noch ein Stündchen unter Segel unserem Ankerplatz südlich Drigge entgegensegeln. Um 19.30 Uhr saß der Anker und wir machten uns ans Abendessen.

    Sonntag, 9. Juni 2013: Es war eine ruhige, windstille Nacht, dennoch hieß es bereits um 04.15 Uhr aufstehen, um die ersten Brückenöffnung um 05.25 Uhr nicht zu verpassen. An Stralsund vorbei ging es weiter nordwärts und um 08.00 lag der Bock hinter uns und wir fuhren hinaus auf die Ostsee. Das Ziel hieß Falsterbokanal, bei nur 3-5 Knoten Wind – leider aus NNW – ließen wir den Motor schieben. Nach Mittag drehte der Wind endlich mehr auf West und wir konnten dem Jockel eine Pause gönnen. Es blieb bei einer Pause, denn nach 2 Stunden war wieder Flaute und unter Motor ging es schließlich 17.30 Uhr in den Kanal. Mit einigen anderen Yachten passierten wir um 18.05 die Klappbrücke und machten anschließend ca. 14 Stunden nach dem Anker lichten und mit 73sm hinter uns, im Yachthafen Höllviken fest. Puh! Es bot isch uns dann, müde wir der lange Tag uns gemancht hatte, ein sonniger, warmer Abend mit einem tollen Sonnenuntergang.

    Montag, 10. Juni 2013: Zeitig und noch immer ganz schön müde legten wir um 6.30 Uhr wieder ab und setzten den Kurs ab in Richtung Öresund-Brücke, Helsingborg, Mölle. Es zeichnete sich wieder ein Tag unter Motor ab, Flaute oder leichter Wind aus Nord. Dann jedoch, um Mittag dreht der Wind auf NW und frischt auf 3 Bft, nach 13.00 sogar bis 5 Bft auf. Mit unserer Genua waren wir denkbar schlecht auf den Wind vorbereitet. Die Übung fehlte auch, die Müdigkeit steckte ebenfalls in den Knochen, was auch immer, noch bevor wir Helsingborg erreichten verließ den Skipper der Mut und wir machten kehrt um Ven / Bäckviken anzulaufen. Da kamen wir eine Stunde zuvor bereits vorbei, lag windgeschützt und sollte damit auch für einen Wechsel des Vorsegels geeignet sein. Immerhin erlaubte die Kehrtwende noch eine Stunde Segeln vor dem Wind, bevor wir dann um 14.40 festgemacht hatten. Es war uns klar, dass wir uns mit dieser Änderung der Reise einen extra Tag auf dem Weg nach Norden „eingekauft“ hatten, dennoch genossen wir den ruhigen Nachmittag in Bäckviken, der auch ein Bad im doch recht kalten Wasser beinhaltete.
    Unseren ersten Segelwechsel schafften wir ohne große Probleme, allerdings gelang es uns nicht, die Genua „fachgerecht“ so zu falten, dass ein neuerliches Aufziehen reibungslos verlaufen würde. Verschoben wir auf später – und die Genua in die SB Achterkoje…

    Dienstag, 11. Juni 2013: Am Morgen war der Wind wieder weg. Erneut musste der Motor für’s Vorwärtskommen sorgen, denn Ziel waren die Schären vor Torekov, Hallands Väderö. Zäh ging’s voran, auch der Strom wollte uns vom Kattegat fernhalten. 2 Knoten auf der Nase. Am späten Vormittag, der Öresund lag hinter uns, gab’s dann endlich segelbaren Wind und wir kreuzten in Richtung Kullen, von da ab bei schönem Wind Richtung Hallands Väderö. Vorsichtig fuhren wir dort zwischen die Felsen der Schäre und ankerten in der Bucht östlich des Anlegers. Bis zum Anleger manövrieren war uns doch zu „heiß“, die Bucht aber auch so schön genug. Wir packten erstmals die Angel aus, gingen baden und wollten eigentlich auch über Nacht hier bleiben, als dann nach 18.00 der Wind wieder deutlich zunahm. Prompt gingen wir über dem krautigen Untergrund auf Drift. Kurz entschlossen lichteten wir Anker und verlegten für die Nacht nach Torekov, wo wir um 20.00 nach 14 Stunden endlich wirklich Feierabend hatten.

    Mittwoch, 12. Juni 2013: Die Nacht war dann doch windstill und bescherte uns einen guten Schlaft, den wir sehr nötig hatten. Verberg war das Ziel für diesen Tag, 47 sm entfernt. Wir gönnten uns deshalb noch frische Brötchen zum Frühstück und machten uns erst am späten Vormittag auf den Weg. Um 11.10 Uhr verließen wir Torekov bei südwestlichen Winden um 3 Bft, die uns gut voranbrachten. Hielt natürlich nicht lange. Nach Mittag begann der Wind linksdrehend wieder einzuschlafen. Wir hielten am Tagesziel fest und nahmen den Motor zu Hilfe. Nachdem Falkenberg an Steuerbord vorbeigezogen war, wurde die Küste deutlich felsiger und „schäriger“, allerdings auch rauher, geradezu abweisender als die Schären Blekinges, die wir 3 Jahre zuvor besucht hatten. Nach 16.00 sorgte eine aufziehende Warmfront für Wetterverschlechterung: Es zog sich zu. Um 18.00 war es vollständig bedeckt, die Hochdruckwetterlage, die über zwei Wochen gehalten hatte, schien vorüber. Schade. Wir hatten den Motor 6 Stunden an der Marschdrehzahl rangenommen, was er uns wohl übel nahm. Für die letzten Meter zum Kai nahm ich im Rückwärtsgang die Fahrt aus dem Schiff, als ich in den Leerlauf schaltete, ging er einfach aus. Zum Glück war das Anlegemanöver nicht sportlich ausgelegt. Dank des Hafenmeisters, der die Leinen annahm konnten Christine und Anja das Schiff längsseits am Kai aufstoppen ohne zunächst zu bemerken, dass sich der Jockel nicht mehr starten ließ. Da hätte einiges passieren können, hätten wir das Kai nicht erreicht und hätte uns der stärker werdende Wind durchs Hafenbecken geschoben, hätten wir den Anker schnell genug fallen lassen können… Hätte, hätte Fahrradkette 😉
    Um 19.10 lagen wir jedenfalls sicher im Varberger Stadthafen, freuten uns über den freundlichen und hilfsbereiten Hafenmeister, der uns noch mit allen wichtigen Infos versorgte, bevor er mit seinem Rad zurück zu seinem Büro radelte.
    Wir bauten am Abend noch die Kuchenbude auf, denn die Wettervorhersage versprach Regen und Sturm, es war klar, dass wir erst mal bleiben würden.

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  • Höllviken Hafen, Falsterbokanal

    Der Hafen liegt am nördlichen Ausgang des Falsterbokanals. Landschaftlich nicht besonders reizvoll, dafür aber günstig gelegen.
    Von Rügen in einem Schlag erreichbar, die Brücke öffnet um 22.00 Uhr das letzte Mal, der gesamte Öresund ist von hier gut erreichbar. Es waren ausreichend Liegeplätze vorhanden. Der Hafenmeister hat sein Büro beim Restaurant (man muss tatsächlich über die Terrasse durch alle Restaurantgäste hindurch), die Duschen/Toiletten sind in Ordnung.
    Liegegebühr incl. Strom/Wasser (09.06.2013): 250 SKR

  • Sommertörn 2013

    So richtig passt der Titel dieses Beitrags nicht, denn in diesem Juni waren uns nur einige Sommertage vergönnt. Mir schwebte das eine oder andere Mal eher der Titel „Roaring Baltic 2013“ vor, analog zu den stürmischen südlichen Breiten, wie sie in vielen Büchern und Websites beschreiben sind. Jedenfalls war einiges Umplanen und Abwarten nötig, um das ein oder andere Tief mit seinen entsprechend starken Winden durchziehen zu lassen.
    Vom ursprünglich geplanten Törn in die schwedischen Westschären vor Göteborg wurde letztlich nur ein Törn entlang der schwedischen Westküste mit ein wenig Schären-Feeling bei Torekov und Varberg. Insgesamt brachten wir 520 sm mit nach Hause und wie sich das gehört, einiges an neuen Erfahrungen.
    Hier die „Eckdaten“:
    Boot: SY Genesis (Hanse 37e)
    Crew: Thomas, Christine, Anja
    Start: 08. Juni in Greifswald Wieck
    Route: Strelasund, Falsterbro Kanal, Öresund, Westküste Schwedens und zurück
    Entferntester Hafen: Varberg, SE
    Ende: 28. Juni in Greifswald Wieck
    Reisetage See: 5
    Log: 520 sm

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    Details folgen…