Ostsee

  • Blekinge 2016 – Teil 4, Törnende

    In der Nacht zu Donnerstag kam die Dünung an unserem Ankerplatz südlich des Fährhafens von Sassnitz zunehmend aus NO, bei weiter NNW Wind. Das führte immer wieder zu heftigen Rollbewegungen, die uns um den wohlverdienten Schlaf brachten. Das Wetter war am Morgen auch nicht so besonders, deshalb brachen wir nach einem kurzem Frühstück auf, in Richtung Süden, mit Ziel Greifswalder Bodden/Thiessow.
    Wir segelten für’s Sight Seeing dicht unter der Küste und passierten nacheinander Prora und die Seebäder Binz, Sellin und Gören. Am frühen Nachmittag rundeten wir Südperd und Klein Zicker und nahmen Kurs auf Thiessow. Der Hafen dort war jedoch bereits rappelvoll. Päckchen sind nicht unser Ding, deshalb drehten wir auch gleich wieder um und ankerten für die Nacht im Naturhafen Zicker See. Mit dem Dingi motorten wir dann noch einmal in den Hafen, um im Kaufmannsladen in Thiessow unsere Vorräte mit Frischware aufzufüllen.
    Freitag war Badetag. Wir verlegten für den Tag an den Strand östlich von Thiessow, frühstückten dort ausgiebig und gaben uns für den Rest des Tages hemmungslosem Faulenzen hin. Endlich Sommer, endlich Ruhe. Schön. Die Krönung war am Abend Schmetterlingssegeln in die untergehende Sonne, auf dem Weg zurück zum Zicker See.

    Wir hatten nun die Wahl, im Greifswalder Bodden zu bleiben, oder auf dem Weg zum Heimathafen Barth, die Insel Rügen im Norden zu umsegeln. Gegen den Bodden sprachen die übervollen Häfen mit dem obligatorischen Run auf die Liegeplätze, sollten wir mal wieder Strom brauchen, für den langen Weg die günstige Wettervorhersage und die Lust am Blick auf die offene Ostsee. Wir entschieden uns für letztere Alternative.

    So ging es dann am Samstag zunächst nach Glowe, dann für zwei Nächte an den endlos langen Strand im Westen der Tromper Wiek, am Dienstag, den 23.08. weiter um Arkona herum an die Strände Hiddensees und schließlich, bei hochsommerlichen Temperaturen, am Freitag, 26.8. zurück nach Barth.

    Noch ein paar Highlights:
    – Eine Bavaria ging frühmorgens im Ankerplatz Zickersee bei SO Wind mit 5 Bft auf Drift, querte das Ankerfeld, passierte dabei zwei weitere Yachten zum Glück berührungslos, um schließlich im Flach auf Grund zu laufen. Das weckte die Crew, die aus eigener Kraft wieder ins tiefe Wasser motoren konnte und sogleich den Ankerplatz verließ.
    – Mitten auf der Prorer Wiek spinnte unser Motor, als wir ihn als Flautenschieber in Richtung Kreidefelsen nutzen wollten. Die starke Dünung aus ONO schien ihm überhaupt nicht zu gefallen. Wir waren bereits gedanklich in Sassnitz, als er sich nach einer halben Stunde wieder beruhigte und wir doch mich leichten „Bauchweh“ unseren Weg nach Glowe fortsetzten.
    – Glowe feierte am Samstag, 20.8., das 15. Sanddornfest mit Livemusik und Tanz im Festzelt. Wir waren dabei. Schön war’s.
    – Der Strand der Tromper Wiek ist locker 10 km lang. Dennoch schaffte es eine weitere Yacht in weniger als 30 Metern Entfernung ihren Anker einzugraben. Das ist so nah, dass man erkennen kann, ob die Crew rasiert ist, oder nicht. Dass wir uns konsterniert dazu entschlossen, ein Stück weiter zu ziehen, versteht sich von selbst.
    – Ab 30 °C segelt der Einheimische in Kreis VPR nackt. FKK ohne Grenzen. Hmm.

    Und schließlich für die Statistik:
    Im Kielwasser blieben 499 sm. 393 sm davon sind wir gesegelt.
    Für weitere Fotos guckst Du hier.

  • Blekinge 2016, Teil 2 – Durch die Schären Blekinges

    Beim Segeln gibt in der Regel das Wetter den Takt vor. Für uns gab es in diesem August eine stabile Westwetterlage mit wechselhaftem Wetter, kühlen Temperaturen und anhaltend frischen bis stürmischen Wind. Mit diesem Wind reisten wir in östlicher Richtung durch die Schären. Den einen oder anderen Regenschauer gab’s fast täglich, dennoch brauchten wir nur an einem richtig verregneten Tag keinen Sonnenschutz. In unserer dritten Reisewoche stellte sich das Wetter um und brachte eine nördliche Strömung, unser Wetterfenster für die Rückreise.
    Wir steuerten stets die Tonnen des schwedischen Kreuzerclubs an, die an besonders reizvollen Orten zu finden sind und auch bei stärkerem Wind sicheres Liegen versprechen. Über’s Internet kann man unkompliziert Mitglied werden und die entsprechende Gebühr für die Nutzung der Tonnen entrichten.
    Nach Tärnö und Tjärö führte uns unser Törn in kleinen Etappen, die wir zumeist mit raumem Wind unter Genua segelnd, nach Saltärna, Ekenäs (Ronneby Hamn), Arpö, Knösö/Säljö, Senoren, Flakskär und Utklippan, von wo aus wir unsere Rückreise nach Rügen starteten.

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    Im Bereich der Schären war das Wasser stets ruhig, unsere Überfahrt nach Utklippan dagegen war höchst sportlich. Die 6 Bft Westwind erzeugten Wellen mit bis zu 2 Metern. Wir segelten die Strecke ca. 40% gerefft und preschten dennoch mit bis zu 7 kt. über und durch den Schwell.
    Das eine oder andere Detail zu „unseren“ Schären folgt in weiteren Posts, Fotos findest Du hier.

  • Blekinge 2016 – Sommertörn (Teil 1)

    Seit dem 30. Juli 2016 sind wir unterwegs, auf unserem Sommertörn 2016. Ziel sind dieses Jahr die Schären Blekinges. Am Samstag, nach dem Einkauf letzter, frischer Lebensmittel, verließen wir am späten Nachmittag Barth, mit Ziel Barhöft Reede. Gemeinsam mit Anja ging es dann bis Dienstag zunächst einmal Rund Hiddensee. Sonne, Wind und Wetter erlaubten gemütliches segeln, baden und genießen. Anja ging am Dienstagmorgen in Stralsund von Bord, um zurück nach Bayern zu reisen.
    Wir hingegen durften weiter und machten uns auf den Weg nach Norden. Entgegen ersten Überlegungen, gleich weiter und die Nacht hindurch zu segeln, gingen wir östlich Dornbusch eine weitere Nacht vor Anker. Für Mittwoch versprach die Vorhersage Wind aus SSO, der später auf SSW drehen sollte, mit zunächst 2-3, später 4 Bft. Tatsächlich wurden es mal wieder deutlich mehr. Vier Stunden nachdem wir um 5 Uhr den Anker gelichtet hatten, empfingen wir die erste Starkwindwarnung der Dänen. Letztlich bliesen uns stramme 6-7 Bft auf Halbwindkurs in nur 12 Stunden über die Ostsee bis Simrishamn. In Wind und Regen legten wir dort gegen 17.30 Uhr an. Gemütliches Segeln geht anders, dennoch war es schön, dass wir die 70sm so zügig und nur segelnd schaffen konnten.
    Nach der Schaukelei des Vortags ruhten wir uns am Donnerstag erst mal aus, besorgten frischen Fisch im Handelshafen und wagten ein erstes Bad in Schweden. Fühlte sich eisig an. Wir hofften auf etwas wärmeres Wasser in den Schären.
    Freitag ging es dann weiter, zunächst mit Flautenschieber, dann mit einer achterlichen Brise, an Hanö vorbei bis Tärnö. 12 Stunden brauchen wir für die 40 sm. Gedultsprobe, sozusagen. Die (Anker-)Bucht im Norden der Schäre Tärnö ist zwar hübsch anzusehe, da jedoch bereits wieder Starkwind aus West angesagt war, verlegten wir Samstag lieber nach Tjärö. Im NO der Schäre legten wir uns an die Tonne des Schwedischen Kreuzerclubs und fühlten uns angekommen. Blekinge vom Feinsten. Klares Wasser, Granit und üppige Schärenvegetation. Dazu viel Sonne und angenehme 18 Grad Wassertemperatur. Weder Christine, noch ich, verspürten einen Drang weiter zu segeln, weitere Fotos gibts hier.

    Tjärö

  • Noch mehr Hiddensee

    Vom 1.-5. Juli verbrachten wir ein weiteres Wochenende vor Hiddensee. Zwar war das Wetter etwas durchwachsen, mit dem einen oder anderen Schauer, aber dennoch sommerlich genug für viel Segel- und Badespaß. Bei frischer Brise aus West segelten wir noch am Freitag zur Reede Barhöft, dann am Samstag entlang der Westküste Hiddensee und um Dornbusch herum zum Ankerplatz, den wir bereits vom letzten langen Wochenende kannten und wo wir auch am Sonntag blieben.

    Am Montagnachmittag, nunmehr bei Starkwind mit lokalen Gewittern schlossen wir die Hiddensee-Runde durch die Bodden-Fahrwasser nach Barhöft Reede, wo am Abend dem Wind dann doch endlich die Puste ausging. Mit dem Dingi ging’s in den Hafen ins Restaurant „Zum Seeblick“, am Dienstag früh dann, bei angenehmem Südwind mit 3 Bft, zurück nach Barth (und später Ingolstadt). Erstmals erlaubte uns der Wind auf einem Kurztörn das Segeln sowohl aus dem Barther Bodden heraus, als auch wieder hinein. Mit an Bord war Anja, die, ihrem Wunsch entsprechend, mit uns auf Danja ihren Geburtstag feierte.
    Danja zu segeln war wieder einmal eine Freude. Auch bei 6 Bft im engen Hiddensee-Fahrwasser – wir hatten stark eingerefft, denn zuviel Tuch mag sie nicht – lief sie niemals aus dem Ruder, sondern rauschte mit guten 6 Knoten wie auf Schienen durchs Wasser.
    Für die Statistik: Gesamt 61 sm, davon 48 unter Segel.

  • Mehr Hiddensee

    Während eines weiteren, verlängerten Wochenendes, vom 18.-21. Juni 2016, segelten wir erneut nach Hiddensee. Westlicher Wind erlaubte uns das segeln zunächst aus dem Barther Hafen nach Barhöft, dann am Sonntag weiter entlang der Westküste und um Dornbusch herum zu einem Ankerplatz östlich des Dornbusch (N 54°35,618′ E 13° 09,382). Bei 4 Bft und wenig Welle preschte Danja mit 6-7 kn voran, dass es eine Freude war. Die Wassertemperatur lag mittlerweile bei 16°C und das baden im klaren Wasser war bei sommerlichen Temperaturen einfach klasse.

    Am Montag nachmittag verlegten wir zur Reede Barhöft, am Dienstag morgen ging es dann wieder zurück nach Barth. In der Nacht hatte es zugezogen, die letzte Etappe,  zurück zu unserem Liegeplatz, liefen wir unter Motor durch Sprühregenschauer. In Rekordzeit klarten wir auf und machten uns am frühen Nachmittag auf den Heimweg.
    Fazit: Hiddensee ist super, wir kommen wieder.
    Für die Statistik: 63 sm, davon 46 sm unter Segel.

  • Gegen den Wind

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    Mit Christi Himmelfahrt stellte sich eine stabile Ostwind-Wetterlage ein, die mindestens eine Woche anhalten sollte. Die meisten Tage zeigten sich 5 oder 6 Bft in der Vorhersage. Wir wählten deshalb – auch weil wir genügend Zeit hatten – eine Route durch die dänischen Inseln: Dänische Südsee, Svendborg Sund, im Norden um Langeland herum, via Femö zum Guldborg Sund, Darß und zurück in „unseren“ Bodden.
    Es wurde ein sehr sonniger Törn. 10 Tage fast ohne eine einzige Wolke am Himmel. Die einzelnen Etappen waren zumeist kurz und bis auf einen Stopp in Lohals (und ein kurzes Absetzen für frischen Fisch vom Laden in Svendborg) fand sich immer ein guter Ankerplatz im Lee der vielen Inseln.
    Vor Anker befand sich unser Achterschiff stets windgeschützt in der Nachmittagssonne. Das fühlte sich so warm an, dass wir gleich mehrmals baden gingen. Kurz. Sehr kurz – das Badethermometer wollte nicht über 12℃ klettern.
    Bevor der Wind dann am Freitag der Folgewoche wie vorhergesagt über Nord auf West drehte, begann es ausgerechnet im Guldborg Sund mit bis zu 7 Bft zu kacheln. Nyborg gefiel uns gar nicht, weshalb wir Richtung Gedser weiterfuhren. Bei dem Wind dann am Abend nach Gedser rein, war uns allerdings auch nicht geheuer. Statt dessen verbrachten wir den Mittwochabend und Donnerstag vor Anker, dicht unter der Küste, einige Meilen nördlich von Gedser.
    Am Freitag passte alles für die Überfahrt nach Darß/Zingst und wir segelten durch bis Barhöft Reede, Tags darauf ging es dann gegen mächtig viel Wind aus West zurück nach Barth.
    Wie lautet unser Fazit? Schöner Törn, viel Sonne, viel Wind, kreuzen macht auch Spaß, Ankern ist super und Maiwasser ist kaaalt.

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    Für die Statistik:
    Fr., 6.5. – Sa., 14.5.16: Kappeln – Ankern bei Svelmoe– Ankern im Thuro Bund – Lohals – Ankern bei Femø – Ankern N Gedser – Barhöft Reede – Barth.
    Summe (gesamter Törn): 349 sm, davon 224 sm unter Segeln.

     

  • Heringstage in Kappeln

    Über einen Monat nach dem Einwassern am Gründonnerstag, lösten wir am 29. April endlich die Leinen für den ersten Segeltörn des Jahres. Verspätetes Ansegeln sozusagen. Der Umbau der Bordstromversorgung dauerte deutlich länger als geplant. Ich werde in einem anderen Post darauf zurückkommen…
    Als Ziel hatten wir uns die Heringstage in Kappeln vorgenommen. Die starten, wie jedes Jahr, am „Vatertag“ und laufen für 4 Tage. Dass Kappeln entgegen der vorherrschenden Windrichtung liegt, sorgte für das eine oder andere Bauchweh während der Törnplanung, dennoch sollte die eingeplante Zeit ausreichen, um die Strecke bei jedem Wetter zu schaffen. Zwei Alternativen boten sich an: Entlang der deutschen Küste, oder durch den Guldborg-Sund und die Dänische Südsee nach Schleimünde.
    Als es für dann endlich losging, meinte es das Wetter gut mit uns. Ein kräftiger Südwind erlaubte uns, am ersten Tag mit streckenweise über 7 kts aus den Bodden heraus und entlang der Halbinsel Zingst, bis vor Prerow (Ankern) zu segeln. Die östlichen bis südlichen Winde blieben uns für die nachfolgenden Tage treu, sodass wir, via Kühlungsborn und Fehmarn (Ankern in der Orther Bucht) , bereits am Dienstag mit Sonnenuntergang Kappeln erreichten. Den längsten Schlag segelten wir am Dienstag, 40sm, durchgehend Schmetterling, von der Orther Bucht, via Schleimünde bis Kappeln (ab Schleimünde unter Motor). Und das endlich auch bei erträglichen Temperaturen und ohne die doppelte Schicht wärmender Unterwäsche. An baden war bei 6°C Wassertemperatur übrigens nicht zu denken…
    Jetzt sind drei Ruhetage geplant, die wir für Familienbesuche und Treffen mit Freunden reserviert haben. Ab Freitag machen wir uns dann wieder auf den Heimweg nach Barth. Für die Fortsetzung hier klicken.

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  • Ein verhexter Septembertörn

    Dass ein Törn im Rückblick anders verlaufen ist, als ursprünglich geplant, ist sicherlich nichts Ungewöhnliches. Unser Septembertörn 2015 verlief jedoch so was von anders, dass die Bezeichnung ungewöhnlich eher eine Untertreibung darstellt.
    Geplant war eine Überführung von Barth nach Kappeln, um dort, in und um unsere DANJA herum, unsere Silberhochzeit zu feiern. Dass dies gegen die vorherrschende Westströmung im September nicht ganz einfach sein würde, war uns klar, weswegen wir auch 8 Tage für den Trip vorhielten. Rückblickend können wir heute sagen, dass die Götter etwas gegen den Törn hatten und alles dafür taten, dass wir auf dem Landweg nach Kappeln reisen mussten.
    Das Auslaufen verzögerte sich um 3 Tage, weil Vorgänge im Zusammenhang mit des Skippers beruflicher Tätigkeit, seine Anwesenheit am Arbeitsplatz am eigentlich ersten Urlaubstag unbedingt erforderlich machten. Das günstige Wetterfenster schloss sich mit seiner Ankunft in Barth, am Dienstag, 1. September. Ein Sturmtief nistete sich vor dem Skagerrak ein, auf seiner Südseite setzte starker Westwind ein. Wir schafften es am Mittwoch noch kreuzend bis zu einem geschützten Ankerplatz vor dem Nothafen Darßer Ort, als dann jedoch am Donnerstagmorgen nördlich Darß die 8 Bft auf dem Windmesser erschienen (und ein Crewmitglied auch noch mit Seekrankheit zu kämpfen hatte) gaben wir unsere Törnpläne endgültig auf und liefen ab – oder besser zurück – nach Barhöft Reede. Freitag und Samstag wollten wir zum Trost gemütlich im Strelasund verbringen, ein ausfallender Anlasser verdarb uns jedoch auch hieran den Spaß. Erstmalig versagte er in der Rinne nach Neuhof, die wir nach einer abrupten Wende unter Genua wieder verließen, um dann zur Fehlersuche vor Drigge vor Anker zu gehen. Am nächsten Tag dann, fiel er sporadisch sowohl vor der Ziegelgrabenbrücke in Richtung Norden, als auch später, auf dem Rückweg nach Barth, vor Barhöft erneut aus. Zwar half mehrfach das Hämmerchen am Magnetschalter, dennoch ließen wir den Motor ab Barhöft laufen und motorten bis Barth, zur genauen Diagnose und Reparatur.
    Letztere verzögerte sich dann in der zweiten „Törnwoche“ um drei Tage (zu unserer Silberhochzeitsfeier reisten wir mit Auto an), weil der Mechaniker an einer anderen Baustelle mit höherer Priorität schrauben musste. Verursacher der Motorprobleme war letztlich der Magnetschalter des Anlassers, der für knappe 100 Euros getauscht werden konnte. Die verbleibenden Tage nutzten wir für einen Ausflug mit DANJA nach Stralsund, der – wen wundert es noch – aufgrund schlechten Wetters, sehr nass ausfiel. Störte uns nicht, denn es bot uns einen guten Grund wieder einmal das Ozeaneum zu besuchen.

    Mit DANJA in Stralsund
    Mit DANJA in Stralsund

    Der abschließende Schlag, von Stralsund nach Barth war, seglerisch, das Highlight der beiden Wochen. Vom Segelsetzen vor Stralsund, bis in die Hafeneinfahrt von Barth, konnten wir, bei südöstlichen Winden, allein vom Wind getrieben, Segeln in seiner schönsten Form genießen.
    Dem aufmerksamen Leser fallen hierzu vielleicht wieder die zuvor erwähnten Götter ein, denn, obwohl September (Westwetterlage!?) blies es in der zweiten Woche, während der wir zurück nach Barth hätten segeln müssen, beständig und kräftig aus östlichen Richtungen.

    Für die Statistik:
    Di., 1.9. – Sa., 5.9.15: Barth – Barhöft Reede – Ankern vor Prerow – Barhöft Reede – Ankern vor Drigge – Barth.
    Summe: 111sm, davon 69sm unter Segeln

    Do., 10.9. – Sa., 12.9.15: Barth – Barhöft Reede – Stralsund – Barth.
    Summe 42sm, davon 28sm unter Segeln

  • Wer’s Wetter scheut, der kommt nicht weit…

    Für ein Wochenende konnten wir endliche wieder einmal die Leinen unserer Danja lösen. Am Freitag, 7.8. waren wir am frühen Nachmittag an Bord, um 17.00 Uhr verließen wir den Hafen Richtung Barhöft Reede. Bei leichten umlaufenden Winden und Gewittern in der Näche legten wir die 15sm unter Motor zurück. Die Reede teilten wir uns schließlich mit 8 weiteren Segelbooten, ohne dass es eng wurde. Lange genossen wir, nach einem guten Abendessen den sommerlich milden und mückenfreien Abend, Blitz und Donner waren nach NO abgezogen. Auch nach Einbruch der Nacht zogen noch einige Segelboote mit Ziel Barhöft an uns vorbei. Obwohl der Hafen sehr voll aussah, fanden alle noch einen Liegeplatz.

    Sonnenuntergang auf Barhöft Reede
    Sonnenuntergang auf Barhöft Reede

    Der Samstagmorgen begann, nach nächtlichen Gewittern, bedeckt, dennoch machten wir uns bei aufkommendem NNW Wind auf den Weg zu „unserem“ Ankerplatz vor Vitte, an der Westküste Hiddenssees. Nach zwei Kreuzschlägen fiel dort, kurz nach Mittag, auf 3 m Tiefer der Anker. Zum gleichen Zeitpunkt kam auch die Sonne wieder voll durch und bescherte uns einen perfekten Badenachmittag bei 2-3 Bft und nur wenig Schwell.
    Um dem für die Nacht als auffrischend vorhergesagen Wind aus NW aus dem Weg zu gehen, gingen wir um 17.00 Uhr wieder Anker auf und segelten zurück zur Barhöft Reede. In der Nacht war es erneut gewittrig, am Sonntag jedoch kehrte der Hochsommer vollends wieder, mit strahlend blauem Himmel von Sonnenaufgang an. Nach ausgiebigem Frühstück blies uns ein unsteter Nordwind von 2- 4 Bft heimwärts, kurz nach 12.00 Uhr machten wir wieder an unserm Liegeplatz in Barth fest.
    Bestätigt hatte sich der Spruch: Wer’s Wetter scheut, der kommt nicht weit. Trotz der recht durchwachsenen Vorhersage konnten wir ein super schönes Wochenende auf dem Wasser verbringen, Strecke und Timing und tatsächliches Wetter passten perfekt für einen gemütlichen, entspannten Segelausflug.

    Wasser und Wetter sind im August sehr viel angenehmer als im Juni. Vielleicht planen wir unseren nächsten großen Törn doch im Hochsommer…

    Im Fahrwasser nach Barth
    Im Fahrwasser nach Barth

    Für die Statistik: Trip 48sm, davon 19 unter Motor.

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    Ansegeln 2015

    Boddensegeln

    Nachdem unsere Danja am 27. März als eines der ersten Boote in Barth zurück ins Wasser gelassen wurde, verließen wir am Samstag, 3. April, unseren Liegeplatz zum Ansegeln der Saison 2015.

    Das Ziel gab uns Anja vor, die am 8. April ab Greifswald ihre vorzeitige Rückfahrt in den Süden antreten musste. So segelten wir bei günstigem Wind via Barhöft, Glewitzer Wiek (Ankern) und Wieck (Yachtservice Greifswald) nach Greifswald, wo wir für eine Nacht bei der Hanse-Werft festmachten.

    Am Mittwoch ging es dann wieder zurück, gegen den Wind, mit vielen Kreuzschlägen, durch den Strelasund nach Norden. Vor Neuhof Marina übernachteten wir vor Anker, bevor es am Donnerstag weiterging, bis Vitte, Hiddensee. Nach vielen eisigen Nächten erreichte der Frühling dann endlich auch den Norden: Am Freitagmorgen war es bei Windstille so warm, dass wir in T-Shirt in der Plicht unser Frühstück genießen konnten.

    Es folgte ein sehr ruhiger Tag auf dem Wasser, teilweise mit Motorunterstützung, teilweise treibend, teilweise segelnd rund Dornbusch bis Reede Barhöft. Absolut faszinierend war das klare Wasser vor Hiddensee. Bei 6 Metern Wassertiefe waren noch alle Details am Meeresgrund zu sehen.

    Der Samstag brachte uns dann wieder zurück nach Barth, wo es am Abend wettertechnisch wieder sehr ungemütlich wurde. Durch eine Kaltfront wurden mit Sturm die mehr als 20°C Tagestemperaturen vom Samstag fortgeblasen. Da unser Ansegeltörn jedoch beendet war, blieben wir ganz entspannt…

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    Hier noch einige Fakten „for the records“:

    Die Woche war sehr windig. Mit Ausnahme des Freitags begleiteten uns täglich 5 Bft (plus/minus) Wind. In den Boddengewässern und dem Strelasund unproblematisch, nur auf dem Greifswalder Bodden bildeten sich bei NO-Winden eine unangenehme Welle von ca. 1 Meter.

    Anfang April ist um Rügen vom Frühling wenig spür- und sichtbar. Die Temperaturen im Schiff gingen am frühen Morgen runter auf 5-7° C. Ohne Dieselheizung wäre das sehr ungemütlich. Scheint die Sonne jedoch, dann hat sie schon jede Menge Kraft und entschädigt für das unterkühlte Schiff in der Nacht. Überall ist man eines der wenigen Boote auf dem Wasser. Alle Häfen sind so gut wie leer, die Sanitäranlagen stehen einem geradezu exclusiv zur Verfügung.

    Anfang April ist auch Heringszeit. Angler aller Orten. Und natürlich auch die Fischeiaufsicht. Wir kauften unseren Fisch beim Fischhändler. Zumeist gibt’s Zander und Dorsch.

    Zu den Liege- und Ankerplätzen:

    Barhöft: Nach uns kamen nur noch zwei weitere Segelboote, dennoch war der Hafen durch zahllose Freizeitfischer sehr belebt. Offenbar hat sich hier eine Charterbasis für „Petrijüngermotorboote“ etabliert. Am Morgen und Abend herrscht reges, fast schon nerviges Motorboot Kommen und Gehen.

    Neuhof: Rinne war noch nicht betonnt. Plotter empfehlenswert. Ankern nordwestlich der Hafeneinfahrt bei 2 M Wassertiefe gut möglich. Viel Schlick. Weniger als 10 Boote im Hafen.

    Yachtservice Greifswald (halbe Meile hinter der Klappbrücke von Wieck, Nordufer):  Ca 5 Boote im Wasser, ansonsten alle Anleger frei. Die Duschanlagen sind komplett neu renoviert, alles vom Feinsten, und mit der Liegegebühr (EUR 1.50 pro Meter) bereits bezahlt.

    Glewitzer Wiek: Rinne durchgehend bis Tonne 8 (r) 2,5 Meter oder mehr. Guter Ankergrund.

    Vitte: Rinne bestens betonnt, Wassertiefe durchgängig 2.20 M oder mehr. 20 EUR für 11M recht teuer.  Duschen nur mit Duschmarken. Die verkalkten Duschköpfe lassen keinen Duschspaß aufkommen. Ansonsten sauber und gepflegt.

    Zu guter letzt die Statistik:

    Gesamtweg 139sm, davon 31 unter Motor.

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