Segelzeit

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    Radazul. Immer noch.

    Leichter Regen über Radazul

    Fünf Wochen Radazul und wir bleiben noch ein bisschen. Was zum Kuckuck hält uns hier, mag der Eine oder Andere denken, der schon einmal in der Marina Radazul zu Gast war. Es ist wohl die Mischung aus Lage und Verkehrsanbindung (Santa Cruz de Tenerife ist nur 8 km entfernt), Sportangebot und authentischem spanischen Alltag einer Wohn- und Urlaubersiedlung. Nichts ist spektakulär, alles dennoch irgendwie kurzweilig und trotzdem stressfrei.

    Kontrast in Grün. Blick in die Rheinebene von der Rietburg-Sesselbahn.

    Außerdem hatten wir natürlich noch einige Aktivitäten im Plan, die durch ungeplante Ereignisse ergänzt wurden. Der Reihe nach:
    Wir waren wieder einmal in Deutschland unterwegs. Familienbesuch, der, wie immer, mit vielen Autobahnkilometern und unterschiedlichen Schlafstätten gewürzt, nicht der Erholung dienen sollte und konnte. Auch galt es einige Warensendungen einzusammeln, wichtige Besorgungen zu erledigen und einige Arztbesuche zu absolvieren. Volles Programm eben. Wir flogen übrigens mit Iberia von TFN via Madrid nach Frankfurt. Dank zweier Stunden Verspätung beim Abflug blieben wir prompt in Madrid hängen. Iberia spendierte eine Nacht in einem Hotel in einer Industrie- und Gewerbe-Brache südlich des Flughafens. Echt gruselig und sehr laut. Danke für nichts, Iberia!

    Nur wenige Tage nach unserer Rückkehr nach Radazul besuchten uns dann, wie geplant, unser Enkel Karlo mit Mama und Papa. Es wurden wunderschöne 9 Tage, in denen wir ausgiebig Oma und Opa sein durften und erstmals viel Zeit miteinander verbringen konnten.

    Das Laborergebnis einer beim Hautarzt in Deutschland entfernten Hautanomalie machte eine Nachbehandlung erforderlich, was unseren Aktionsradius für Familienausflüge dann doch etwas einschränkte. Da unsere Zeit auf den Kanaren begrenzt ist, war ein längeres Aufschieben der OP nicht sinnvoll. Dass Christine, nach einem Ausrutscher an der Badestelle unseres Radazul-Hausstrands, im Krankenhaus eine rießige Platzwunde am Schienbein nähen und röntgen lassen musste, half hinsichtlich Aktionsradius auch nicht wirklich.

    Mittlerweile sind wir wieder allein in Radazul und warten auf die Termine für das Ziehen der Fäden. Und dann wollen wir zügig weiter, denn spätestens am 28. Oktober gibt es hier in Radazul keinen Liegeplatz mehr für uns.

    Weitere Bilder zum Beitrag findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Radazul

    Die Kanaren können auch schwach windig…

    Am 6. September verlegten wir bei einer leichten Brise und fast spiegelglatter See zur nur 6 Meilen weiter südlich gelegenen Marina Radazul. Hier wollen wir uns mit unserem Sohn und seiner Familie treffen und davor, für einen Familienbesuch, zurück nach Deutschland fliegen. Radazul ist eine kleine Marina mit ganz wenigen Gastliegeplätzen. Hier sind die Spanier quasi unter sich. Etwas, was wir bisher auf den Kanaren so noch nicht erlebt hatten. Die Sanitäranlagen erfüllen leider gerade so ihren Zweck, öffentliche Waschmaschinen gibt es weder in der Marina, noch im näheren Umkreis. Dafür bieten zwei Buslinien Anschluss nach Santa Cruz. In einem kleinen Supermarkt, gleich gegenüber, findet man das Nötigste, ein HiperDino, besser sortiert, liegt 100 Höhenmeter und 1,2 km Fußmarsch oberhalb des Hafens. An der Ostseite des Hafenbeckens gibt es mehrere Restaurants, alle gut und günstig. Highlight für uns ist das Strandbad gleich nebenan. Viel Stein, mit Treppen als Einstieg, dafür aber geschütztes Meeresschwimmen in kristallklarem Wasser auf knapp 500 Metern in eine Richtung. Und es ist ruhig. Keine Fährverkehr, keine kommerzielle Schifffahrt, keine Party-Kneipen, keine Ausflugsboote. Schön! Einziger Wermutstropfen: Schwell macht das Liegen zeitweise recht unruhig.

    Marina Radazul
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    Santa Cruz de Tenerife

    Santa Cruz de Tenerife

    Von unserem erzwungenen Stopp in Santa Cruz de Tenerife hielten wir zunächst recht wenig. Von unserem Kurzbesuch mit Mietwagen im Juli hatten sich nur, mit Ausnahme der schönen Playa de Las Teresitas, der enorme Verkehr und die wenig attraktiven Hafenanlagen eingeprägt. Einmal mehr Beleg dafür, dass es sich zumeist lohnt, genauer hinzuschauen, was nur bei längeren Aufenthalten möglich ist. Es gibt sehr schöne Ecken in Santa Cruz de Tenerife. Besonders das Grün der teils historischen Parkanlagen, die vielen, spanisch-lässigen Cafés, Bars und Restaurants sprachen uns an.

    Plaza de España

    Die Marina Santa Cruz, trotz der Lage inmitten des Handelshafens, ist verhältnismäßig ruhig und war, während unseres Aufenthalts, sehr gut vor Wind und Schwell -geschützt. Das Personal ist freundlich, die Sanitäranlagen sind ganz ok. Die Versorgung klappt bestens, das Angebot der Öffis ist super und „unser Teneriffa-Lieblingsstrand“ ist, vom Liegeplatz aus, in weniger als einer halben Stunde erreichbar.

    Playa de Las Teresitas

    Alles in Allem wurde unser Zwangsstopp zu einem angenehmen Aufenthalt, mit dem wir die Zeit bis zur Reservierung unseres Liegeplatzes in Radazul bestens überbrücken konnten.
    Einen Grund für das frühe Ableben unserer Servicebatterien konnten wir bisher nicht identifizieren. 2 Jahre und 3 Monate sind einfach zu wenig. Tiefenentladungen gab es keine, sehr viel Zeit haben wir Covid-bedingt an Landstrom und Ladegerät verbracht, Ausgangsspannungen von Wind- und Solar sind alle ok und liegen unterhalb des Ladegeräts bzw. der LIMA. Bleibt noch eine schlechte Batterie, die die anderen beiden der Batteriebank runter zog, nachweisen lässt sich das aber leider nicht mehr. Hilft nur Daumen drücken, dass die Neuen länger leben.

    Spezialist für Schiffsbedarf ist Spinnaker Shop SL (https://spinnakercanarias.com/). Hier konnten wir auch unsere neuen Batterien bestellen, inclusive Lieferung im Raum Santa Cruz de Tenerife. Von Papierkarten bis Gastlandflaggen oder speziellen Ersatzteilen ist alles erhältlich, oder wird geordert. Javier, einer der Mitarbeiter, spricht super Englisch.

    Weitere Bilder von Santa Cruz de Tenerife findest du, wie immer, im Fotoalbum.

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    Zurück nach Teneriffa

    Bestes Wetter auf dem Weg nach Teneriffa

    Die Wind- und Wettervorhersagen versprachen für den 27./28. August wenig Welle bei 10 Knoten Wind aus NO bis ONO. Beste Bedingungen also, für die gut 100 Seemeilen bis Teneriffas Ostseite. Es wurde tatsächlich eine unserer bisher angenehmsten Passagen in den Gewässern der Kanaren, während der wir doch tatsächlich unterwegs, auf dem Vorschiff sitzend, die Sonne und den Ausblick genießen durften. Nördlich Teneriffas ging es dann wie geplant in die Nacht, während der wir uns mit langen Kreuzschlägen in Richtung Teneriffas NO-Ecke voran arbeiteten. Der folgende Morgen brachte dann allerdings eine böse Überraschung, die zunächst unsere Instrumente mit der Warnung vor zu niedriger Spannung im Netzwerk ankündigten. Der Batteriemonitor zeigte, bei der Fehlersuche nurmehr 4 von 30 verfügbaren Amperestunden an. Unsere 300 Ah Batteriebank war also dabei, den Geist aufzugeben. Mal wieder. Aus den geplanten Tagen vor Anker vor der Playa de Antequera wurde deshalb leider nichts. Wir entschieden uns nach Santa Cruz de Tenerife zu laufen, wo wir in der Marina Santa Cruz ohne Probleme einen Platz bekamen.

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    August auf La Palma

    Santa Cruz de La Palma

    Fast den gesamten August sind wir nun schon in Santa Cruz de La Palma. August bedeutet auch auf den Kanaren Hochsommer. Die diesjährige Hitzewelle, die im Süden Europas zu vielen Waldbränden und Rekordtemperaturen führte, wanderte Mitte des Monats nach Westen bis auf den Atlantik und gelangte mit dem Passat auch zu den Kanaren. In Gran Canaria wurden erstmals Temperaturen weit über 40 °C gemessen und auch hier an La Palmas Ostküste wurde es mit deutlich über 30°C einige Tage sehr, sehr heiß.

    Unterwegs zum Sanctuario de Las Nieves

    Prompt erfolgte am 13.8. aufgrund der Waldbrandgefahr die Sperrung der Wälder für Wanderer (aktuelle Info hierzu unter senerosdelapalma.es). Da hatten wir zum Glück schon einige Touren unternommen und uns bezüglich La Palma einen guten Überblick verschaffen können. August ist natürlich auch Hochsaison für den Tourismus, was einerseits zu völlig ausgebuchten Mietwagenfirmen und andererseits zu Gedränge an den Touri-Hotspots führte. Wie zuvor in La Gomera bevorzugten wir fürs Reisen Linienbusse, was hier auf La Palma den Aktionsradius aber etwas einschränkt. Die Buslinien folgen, außer im Bereich der Zentren Santa Cruz und Los Llanos, im Wesentlichen den Hauptverkehrsstraßen, der Nationalpark Caldera de Taburiente, zum Beispiel, wird gar nicht angefahren. Das war für uns zunächst schade, dennoch fanden wir abwechslungsreiche Wanderungen, die uns sowohl an Strände, als auch in die Berge der Insel führten. Die Wasserfälle bei Los Tilos, die malerische Ortschaft San Andrés, das Meerwasserschwimmbad Charco Azul und das Sanctuario de Las Nieves waren Ziele unserer längeren Hikes, daneben besuchten wir noch Los Llanos und Puerto Tazacorte an der Westküste La Palmas.

    Wasserfälle bei Los Tilos.

    So richtig verliebt haben wir uns allerdings noch nicht, in die Isla Bonita, wie La Palma auch genannt wird. La Palma ist groß. Ohne Mietwagen und in Anbetracht der dünnen Abdeckung mit den Öffis bleibt das Inselinnere mit seinen 2000m-Gipfeln für Tageswanderungen unerreichbar und selbst Ziele in der näheren Umgebung der Marina La Palma sind aufgrund der krassen Höhenunterschiede echt anstrengend. Was La Palma auch fehlt, sind Ankerplätze. Die sind auf den Kanaren ohnehin rar, hier fehlen sie quasi völlig. Im September erwarten wir wieder einmal lieben Besuch aus Deutschland, der in Teneriffa landen wird. Grund für uns bald aufzubrechen und endlich wieder einige Tage vor Anker zu verbringen.

    Ostküste beim Barranco de San Juan

    Bilder der drei größeren Wanderungen findest Du im Fotoalbum: Las Nieves, Los Tilos und San Andres.

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    La Palma

    Sonnenuntergang bei Los Gigantes, Teneriffa

    Für die Überfahrt nach La Palma nahmen wir uns zwei Tage Zeit. Zunächst segelten wir am 27. Juli zurück an die Westküste Teneriffas für eine Nacht vor Anker an der Playa de Masca, dann am zweiten Tage von Punta de Teno auf direktem Kurs nach Santa Cruz de La Palma. Die Wind Acceleration Zone östlich La Gomera erstreckt sich über etwa 5 Meilen, die hatten wir halbwind nach einer knappen Stunde durchquert. 30 Knoten max zeigte der Windmesser dieses mal. Vor Teneriffa hätten wir dann auf die mittägliche Seebrise warten können, zogen jedoch einen Badetag bei der Playa de Masca dem Dümpeln vor. Der Motor durfte mal wieder ran.

    Punta de Teno, Kap im äußersten Nordwesten Teneriffas

    Am nächsten Morgen schob uns die Maschine dann noch zum Punta de Teno, wo wir, wie erwartet, aus dem Lee heraus in den vorhergesagten NO-Passat segeln konnten. Der begleitete uns dann mit 15-20 Knoten auf den 50 Seemeilen bis nach La Palma. Wieder angenehmes Segeln mit halbem Wind, was den Umweg für uns auf jeden Fall wert war.

    Anfahrt auf Santa Cruz de La Palma

    Die Marina La Palma ist top ausgestatted und gepflegt. Sie liegt quasi mitten in Santa Cruz. Supermärkte, Mercado, Busbahnhof, Strände, Restaurant, alles ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die grün bewachsenen Berge im Hintergrund ergeben mit den farbigen Gebäuden der Inselhauptstadt davor, eine super Kulisse. Immer wieder verschwinden die Berge in den Wolken, Hinweis darauf, dass sie nicht in einem Spaziergang erreichbar sind… Leider ist die Marina Teil des Handels- und Fährhafens La Palmas, je nach Schiffstyp ist damit fast 24/7 für eine mehr oder weniger laute Geräuschkulisse gesorgt.
    La Palma, die schöne Insel, so haben wir es oft gehört und gelesen. Wir sind gespannt.

    Marina La Palma

    Zum Schluss noch ein Blick auf die Statistik: Vor 850 Tagen begann für uns die Segelzeit. Bis La Palma haben wir 5.680 Seemeilen im Kielwasser gelassen, im Logbuch stehen insgesamt 12.291 Seemeilen.

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    La Gomera

    Ab Sonntag, dem 18. Juli, hatten wir in San Sebastian de La Gomera einen Liegeplatz reserviert. Das Wetter sah für die Überfahrt günstig aus: Passatwind aus NNO mit 15 Knoten, eher gemäßigt für Juli/August.
    Um 8 Uhr gingen wir vor der Playa de Masca Anker auf und fuhren unter Motor aus dem Lee Teneriffas heraus. Auf halbem Weg setzte segelbarer Wind ein, zwei Meilen später zeichnete sich auf dem Wasser die WAZ (Wind Acceleration Zone) ab. Schnell stieg der Wind auf 25 bis 30 Knoten an, in der Folge dann bis auf 38 Knoten, auf Höhe von Punte de San Cristobal. So richtig Freude kam da nicht auf, immerhin kamen wir zügig voran. Es kachelte bis eine halbe Meile vor der Hafeneinfahrt von San Sebastian, dann ging der Wind rapide runter und kaum dass wir den äußeren Molenkopf – jetzt bereits unter Motor – umfahren hatten, war er gänzlich verschwunden. Verrückt.

    In der WAZ östlich von La Gomera

    San Sebastian de La Gomera ist – besonders im Konstrast zu Teneriffa – ein verschlafener, dennoch freundlicher Ort, in dem wir uns sofort wohl fühlten. Zu beiden Seiten der Marina schließen sich Badestrände an, Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Busbahnhof, alles ist in wenigen Minuten erreichbar. Ziemlich perfekt.

    Blütenpracht in San Sebastian de La Gomera

    Leider war es nach 3 Tagen mit der Windstille im Hafen vorbei. Es fegte fortan ein strammer Wind durch die Marina, der in Böen regelmäßig über 30 Knoten erreichte, in der Spitze beobachteten wir 45 Knoten!

    La Gomera hat bei Naturliebhabern einen besonders guten Ruf und bietet Wanderern ein ausgedehntes, gut gekennzeichnetes Wegenetz. Im Zentrum der Insel liegt der Nationalpark Garajonay, dessen Nebelwald Weltkulturerbe ist. Da konnten unsere Wanderschuhe endlich mal wieder zum Einsatz kommen. Wir nutzten die Buslinien der Insel für unsere Ausflüge. Die Linie 2 bedient den Norden bis Valle Hermoso, die Linie 1 fährt am Alto de Garajonay vorbei nach Valle Gran Rey. Zwischen Haltestellen einer Linie, oder von der einen zur anderen, lässt sich die Insel gut erwandern.

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    Besonder reizvoll fanden wir Vallehermoso, wo wir nach einem 11 km-Rundweg zur Kapelle Santa Clara – Rundweg Nr. 4, 640 m rauf und wieder runter – mit wunderschönen Aussichtspunkten entlang der Route, exzellente Tapas genossen. Spektakulär fanden wir unsere Tour vom Alto de Garajonay über El Cedro bis Hermigua. Vom Hochland La Gomeras durch den Nebelwald bis El Cedro und über die Barranco del Cedro hinab ins Tal von Hermigua. 12 km und 1400 Höhenmeter. Waren wir froh, dass wir die Tour nicht bergauf unternommen hatten, denn das wäre echt heftig geworden.

    Unser Zuhause in Marina La Gomera

    Nach einer guten Woche öffnete sich für uns eine Wetterfenster für eine angenehme Überfahrt nach La Palma. Der Passat sollte für zwei, drei Tage etwas schwächer und zudem mit mehr östlicher Komponente wehen. Das hatten wir bisher so selten beobachtet, dass wir die Gelegenheit unbedingt nutzen wollten.

    Für unsere Wanderungen in La Gomera haben wir 3 Fotoalben angelegt: 1. Rundweg ab/nach Vallehermoso, 2. Alto de Garajonay nach El Cercado, 3. Alto de Garajonay nach Hermigua

    Der ÖPNV wird von GuaguaGomera betrieben. Es dauert eine Weile, bis man Linien, Haltestellen und (Wander)Karten korreliert, da GuaguaGomera seine Daten nicht mit Google teilt. Sehr hilfreich ist da die App Mapy.cz, die von Trampelpfad bis Bushalte alles an die Hand gibt, nicht „lost“ zu gehen.

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    Teneriffas Westküste

    Ohne unsere Gäste gab es für uns keinen Grund, länger in der Marina San Miguel zu verweilen. Wir stockten mit einem Einkauf auf dem Bauernmarkt in Las Chafiras unsere Vorräte noch einmal auf und segelten am 11. Juli um die Ecke (Punta Rasca) auf die Leeseite Teneriffas.

    Punta Rasca, Tenerife

    Seglerisch eine völlig andere Welt als vor San Miguel. Keine Windsee, leichte Dünung, mit etwas Glück leichter Seewind für unbeschwertes Segeln entlang der Küste. Kleiner Wermutstropfen sind die hier gelegenen, touristischen Hotspots Teneriffas, mit den bekannten Hotelburgen und Touri-Ghettos von Los Christianos, El Medano, Playa de Las Americas und Costa Adeje. Von den Häfen starten ganze Wellen von Ausflugsbooten, von Segelyachten und -Katamarane bis Themenschiffe. Auf dem Programm steht bei allen die „Bade“-Pause vor einem Strand. Der schönste soll wohl die Playa Diego Hernandez sein, und so treffen sich drei mal täglich alle Ausflügler zum Bad vor demselben. Ab 18.00 Uhr kehrt jedoch überall Ruhe ein und unsereiner hat das Panorama ganz für sich allein.

    Playa Diego Hernandez, Tenerife

    Wir segelten und ankerten uns von Süd nach Nord mit Stopps vor dem Strand südlich Punta del Puerto, Playa Diego Hernandez und Playa Masca, dem landschaftlich wohl spektakulärsten Ankerplatz, den wir bisher kennen. Überall findet sich auf rund 8 Metern Tiefe gut haltender Sand, den man im klaren Wasser gut ausmachen kann. Für uns war der Bereich um Los Gigantes auch der bevorzugte Ausgangspunkt für die Überfahrt nach La Gomera, um bei halbem oder raumem Wind im Bereich der Acceleration Zone östlich der Insel, San Sebastian de La Gomera anlaufen zu können.

    Playa de Masca, Los Gigantes, Tenerife

    Weitere Bilder von Teneriffas Westküste und unseren Ankerplätzen findest du im Fotoalbum.

     

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    Teneriffa intensiv

    Die Marina San Miguel liegt im Süden Teneriffas, im Einflussbereich der Wind Acceleration Zone zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Es kann also recht windig werden, mit entsprechender Welle und Strom bis vor die Hafeneinfahrt. Innerhalb der Marina liegt es sich jedoch sehr ruhig, die Pontons sind für die vorherrschende Windrichtung perfekt ausgerichtet.

    Marina San Miguel

    Die wenigen Tage bis zur Anreise unserer Tochter Anja und ihrem Freund Sven nutzten wir zur Erkundung der näheren Umgebung. Die Marina San Miguel ist Teil eines Golf-Resorts mit vielen großen und kleineren Villen, Hotel- und Appartment-Anlagen. Reines touristisches Entwicklungsgebiet ohne besonderen Charme. Der namensgebende Ort San Miguel liegt gute 10 km landeinwärts und ist wirklich einen Besuch wert. Es gibt einige kleine Strände in der Nähe, überweigend steinig und zumeist mit einer anständigen Brandung versehen.

    Karge Küste westlich der Marina

    Eine Küstenwanderung führte uns durch einige Touristenghettos, teils hübsch, teils verkommen mit etlichen Bauruinen, bis Las Galletas. Schön ist anders, zumindest aus unserer Sicht. Für den Rückweg nahmen wir den Bus.
    Die Haltestelle Pueblo Primavera liegt knapp 500m von der Marina entfernt, auf dem Weg kommt man an einem kleinen Corvian-Supermarkt vorbei, in dem man sich ganz gut versorgen kann. Größere Auswahl bietet das Gewerbegebiet Las Chafiras, inclusive Bauernmarkt, deutschem Bäcker, Lidl und großen Supermärkten.
    Am Freitag, 2. Juli, landete unser Besuch, auf den wir uns schon lange gefreut hatten auf dem Flughafen Teneriffa Süd, der mit Auto in einer viertel Stunde erreicht werden kann. Mit den beiden folgten geschäftige 5 Urlaubstage, in der wir Teneriffa intensiv kennen lernen durften.

    Unterwegs auf Teneriffa: Puerto de Santa Cruz

    Auf dem Programm standen Santa Cruz de Tenerife, mit Playa de Las Teresitas, Puerto de la Cruz mit der Playa de San Telmo, San Juan de la Rambla, der Teide mit Gipfelbesteigung, das Bergdorf Vilaflor und ein Segeltag entlang der Westküste bis Caleta de Adeje.

    Auf dem Gipfel des Teide, höchster Berg Spaniens.

    Leider mussten die beiden bereits am 8. Juli wieder zurück nach Deutschland. Die Arbeit rief… Wir entspannten noch zwei weitere Tage in der Marina San Miguel, bevor wir am 11. Juli die Leinen lösten um wieder etwas Zeit vor Anker zu verbringen.
    Weitere Fotos von Teneriffa findest Du wie immer im Fotoalbum.

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    Überfahrt nach Teneriffa

    Bereit zum Auslaufen.

    Am Sonntag, 27. Juni war es soweit: Wir erhielten unsere zweite Covid-Impfung im Centro de Salud Valterra, Arrecife. Endlich konnten wir weitersegeln. Wurde auch allerhöchste Zeit, denn in weniger als einer Woche landete lange geplanter Besuch – in Teneriffa. Da zudem der Passat im Verlauf der Woche sehr kräftig werden sollte, hatten wir DANJA bereits am Tag zuvor zum Ablegen vorbereitet und stachen eine gute Stunde nach dem Impftermin mit Ziel Marina San Miguel auf Teneriffa, in See. Nach gemütlichem Start an Lanzarotes Südostküste machten wir dann am Südzipfel der Insel, im Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura, erstmals Bekanntschaft mit einer Wind Acceleration Zone (WAZ). Von 3 auf 7 Bft auf 200 Metern. Wir waren gut vorbereitet und rauschten stark gerefft mit Topspeed zunächst die Küste entlang, bis wir dann einige Meilen westlich von Punta Pechiguera wieder aus der Zone hinaus- und alsbald in die Nacht hinein segelten.

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    Wir kamen gut voran und lagen Montag Vormittag bereits nördlich von Gran Canaria. Am frühen Nachmittag frischte der Wind im Bereich der Caution Zone des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Gran Canaria und Teneriffa wieder deutlich auf. Wir hatten die WAZ zwischen den Inseln erreicht. Es wurde ein wilder Ritt entlang der Ostküste Teneriffas, bei bis zu 35 kts Wind und 2 Metern Welle von achtern. Westlich des Montana Roja, die Marina bereits in Sicht, flaute der Wind deutlich ab und ein Marinero lotste uns schließlich gegen 20.00 Uhr auf unseren reservierten Liegplatz. Für die 180 sm hatten wir gute 32 Stunden gebraucht, unser größtes Etmal war 136 sm. Nicht schlecht. Etwas gemütlicher wäre aber auch ok gewesen.

    Marina San Miguel, Teneriffa.