SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

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Hello USA!

Mai 16th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

612 Seemeilen, 4 Tage und 16 Stunden. So lauten die nüchternen Zahlen zu unserer Überfahrt von Great Abaco, Marsh Harbour, nach Morehead City, North Carolina. Wie so oft war alles dabei. Der erste Tag war von der ganz üblen Sorte. 60° Windwinkel, 20-25 Knoten Wind, See 3 Meter +/- von der Seite, brechende Kämme. Sehr nasses Segeln, das erst am Abend, als Windwinkel und -Stärke besser wurden. etwas angenehmer wurde. Unser Kurs sollte uns nach Nordosten bis in den Golfstrom führen, mit dem „als Turbo“ wir dann bis vor North Caroline segeln wollten. Die Rechnung ging zunächst auf, mit raumem Wind ging es am Tag 2 und 3 im Golfstrom bei bis zu 8 Knoten SOG nach Norden. Nach der Biege nach Nordost, allerdings, zog er uns weiter von unserem Ziel weg, als es uns lieb war, und auch der Wind schlief zusehends ein. Es wurde ein mühsamer 4. Tag, langsam aus dem Golfstrom heraus und ebenso langsam Morehead City entgegen. Teilweise unter Passatsegel, dann wieder vor dem Wind kreuzend. Die Ansteuerung von Morehead City erfolgte dann erst nächtens, da aber alles gut betonnt und beleuchtet war, ohne Probleme. Am 3. Mai, kurz nach 23 Uhr, fiel unser Anker südlich Sugarloaf Island. Wir hatten noch unsere kurze Pflicht-Unterhaltung mit CBP und sprangen anschließend müde in die Koje.

Morehead City Transient Docks

Am nächsten Morgen verlegten wir in die Transient Docks, die städtische Marina. Das Einklarieren verzögerte sich um einen Tag, weil sich der CBP-Beamte an einem anderen Standort aufhielt, da er uns aber die Erlaubnis zum verlassen des Bootes gab, konnten wir uns an unsere To-Do-Liste machen, die Einkaufen, SIM-Karte besorgen, Wäsche waschen, Boot entsalzen, Boot putzen, Dinghy putzen, Starterbatterie tauschen, Segel tauschen, Wassermacher konservieren und weiteren „Kleinkram“ umfasste. Nach drei Tagen war alles erledigt. Wir ebenso.
Wir verließen Morehead City nach Norden, in den Lower Banks wollten wir etwas mehr Zeit verbringen, denn es war ja noch recht früh in der Saison.

Unterwegs auf dem Atlantic Intracoastal Waterway

Die erste Etappe führte uns am Samstag, 7. Mai, nach Oriental, am Neuse River. Wunderschönes Örtchen, super geschützter Ankerplatz, öffentlicher Anleger und kostenloses Wasser. Der Schutz war auch nötig, denn schon am Sonntag setzte im Zusammenhang mit einem NO-Sturm vor der Atlantikküste kräftiger Nordwind ein, der noch dazu einen erheblichen Temperatursturz auf 11°C mit sich brachte. Wir wussten ja, dass die Badesaison vorbei sein würde, dass wir aber gleich die Winterklamotten brauchen würden war nicht so prickelnd. Wetterbedingt – und auch weil wir es uns so gut in Oriental gefiel – blieben wir eine Woche da. Am Samstag, 14. Mai brachen wir wieder auf, weiter hinein in die Landschaft der Lower Banks, der heimischen Boddenlandschaft ähnlich, nur eben XXL. Mehr darüber im nächsten Beitrag.

Hafen, Marina und Ankerplatz von Oriental, NC.

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Tschüß Bahamas!

Mai 9th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Norman’s Cay, Westküste.

Während wir diesen Beitrag verfassen, haben wir die Bahamas bereits verlassen. Wir fassen uns deshalb etwas kürzer: Nach Big Major‘s Spot segelten wir zu den nördlichen Exumas und stoppten dort bei Norman‘s Cay, Highborn Cay und Adam‘s Cay. Das Wetter war weiterhin überaus windig und wechselhaft, die Ankerplätze blieben weiterhin unruhig und schaukelig.

Ammenhaie bei Highborne Cay Marina.

Nach dem Durchzug einer weiteren Kaltfront aus dem Norden sollte sich, gemäß aller Wettermodelle, ein mehrere Tage andauerndes Wetterfenster für unsere Überfahrt in die USA öffnen. Das wollten wir nicht verpassen und verließen die Exumas deshalb schneller als ursprünglich angedacht. Am 26 April überquerten wir vom Beacon Cay aus die Yellow Banks nordwärts zum Fleming Channel und segelten von dort gleich weiter, über den Northwest Providence Channel und durch den North Bar Channel in die Gewässer um Marsh Harbour, wo wir vor Hope Town vor Anker gingen. Der Ort war uns von der Crew der Gratitude wärmstens empfohlen worden und wir waren froh dem Tipp gefolgt zu sein. Für uns war Hope Town die schönste Ortschaft der Bahamas, die wir gesehen haben.

Hope Town.

Eine schöne, um ein natürliches Hafenbecken gelegene, geschlossene Ortschaft ohne Autoverkehr, die Häuser in unterschiedlichen, freundlichen Pastelltönen gestrichen, gemütliche Kneipen und ein echter, von Riffen geschützter, großer Sandstrand auf der Atlantikseite. Auch wenn noch nicht alle Schäden, die Hurricane Dorian (2019) angerichtet hatte, beseitigt sind, ist der Wiederaufbau des damals weitgehend zerstörten Orts fast abgeschlossen. Was auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, sind die Schicksale der Menschen, die hier lebten. Viele sind immer noch nicht zurückgekehrt, viele werden nie zurückkehren, auch weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können, denn Preise für Grund, Boden und Wohnen sind für die arbeitende Bevölkerung kaum mehr erschwinglich. Der Besitzer des Vernon‘s Grocery weiß einiges darüber zu erzählen.

Leguane auf Allan’s Cay

Unser Wetterfenster blieb bestehen und versprach, bei Abreise am Freitag, 6 Tage günstige Winde für unseren 500-600-Meilen-Törn nach Morehead City, NC. Deshalb hieß es Abschied nehmen, von Hope Town und den Bahamas. Wir verlegten mit einem kurzen Ausklarierungs-Stopp in Marsh Harbour zum Man-O-War Cay, von wo aus wir, durch den gleichnamigen Channel, in die USA aufbrachen.
Was uns noch in guter Erinnerung bleibt: Ein wunderschönes Picknick am Strand von Hope Town, der Fang eines kolossalen Mahi-Mahi nach passieren des Fleming Channels und die Berge Fischfilets, die es daraufhin zu verspeisen gab.
Und zu den Bahamas allgemein? Die Farben des Wassers, das leuchtende Türkis und Blau, das Wasser, das vielerorts so klar wie Glas ist, die leeren Strände und Buchten der Outer Islands, das warme Wasser, Kokosnüsse, selbst gepflückt.
Bilder sagen mehr als Worte, du findest sie im Fotoalbum…

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Big Major’s Cay

April 29th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Dem Strom des Galliot Cut folgend segelten wir am 16.4. von Cave Cay aus hinaus auf die „Banks“ und weiter nach Norden, geschützt durch die Kette der Exuma Cays. Einen Stopp beim Great Guana Cay ließen wir ausfallen und steuerten gleich den Ankerplatz von Big Major’s an. Viele Amerikaner verbringen die ganze Saison in der geschützten Bucht, trotzdem findet jeder noch ein Plätzchen.

Ankerplatz Big Major’s Cay

Hauptattraktion ist Pig Beach mit seinen frei laufenden (und schwimmenden) Schweinen. Ist letztlich auch nur ein Freiluft-Schweinestall, der jedoch, clever vermarktet, einen nicht enden wollenden Strom an Besuchern anzieht. Wir fragten uns das eine oder andere Mal schon, wer denn nun das größere Schwein ist, wenn Besucher versuchen, mit Steinen als Fake Futter oder Tritten das Beste Pig-Foto zu arrangieren. Unglaublich, was man da so sieht.

Schweine füttern…

Von uns gab es täglich Putz-Reste von Gemüse und Salat, das lieben die vierbeinigen Schweine. Daneben drehten täglich zwei Ammenhaie ihre Runde durch die Bucht und Stachelrochen schauten ebenfalls gern vorbei. Beim Schwimmen haben wir uns mittlerweile an solche Begegnungen gewöhnt.

Um die Ecke liegt Staniel Cay mit seinem Yacht Club und Dinghy Dock, Supermärkten und einem Waschsalon, echte Seltenheit auf den Exumas. Mit Dinghy liegen ferner der Pipe Creek, Staniel Cay mit seinen Ammenhaien und zahlreich Sandbänke in Reichweite. Allerdings nicht bei unserer Motorisierung und dem unvermindert stürmischen Wetter.

Staniel Cay Yacht Club

Die Preise für Proviant erreichen hier übrigens astronomische Beträge. 12 US-$ für eine Packung Romanasalat, 8,50 US-$ für eine Packung Tostbrot, 6 US-$ für Eier. Keine Ahnung, wie einheimische Arbeitnehmer hier über die Runden kommen.

Fünf Tage schauten wir dem munteren Treiben um Pig Beach und Big Major’s zu, dann brachen wir, trotz der unvermindert starken Winde auf, weiter Richtung Norden. Mehr Bilder gibt’s in Kürze im Fotoalbum.

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Cave Cay, Exumas

April 20th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Anfahrt auf Cave Cay Cut

Bei raumem Wind ging es für uns zügig durch den Conch Cay Cut hinaus auf den Sund und weiter entlang der Exumas gen Norden. So zügig, dass wir unterwegs das Tagesziel auf Cave Cay verlängerten, um auflaufendes Wasser bei der Einfahrt auf die Banks erwarten zu können. Cave Cay Cut gilt als tief und unkompliziert, was wir gern bestätigen können. 3-4 Knoten Strom saugten uns bei Ankunft durch den Tidenkanal, an ein Umdrehen ist da nicht mehr zu denken. Wollten wir ja auch nicht, statt dessen bogen wir, kaum hindurch, nach Steuerbord ab, um auf die Ankerplätze westlich von Cave Cay zu gelangen, wo dann auch, in Sichtweite der Zufahrt zur Cave Cay Marina, unser Anker fiel.

Im Tidenstrom

Der Pavlidis-Exumas-Guide verspricht am südlichen Ende eines langen, gewunden Sandstrands auf der Nordwestseite des Cays eine schöne Grotte („beautiful grotto“). Klingt toll, war dann aber eher etwas enttäuschend. Die Grotte ist eigentlich nur die offene Hälfte einer solchen, mit den Resten einiger Stalaktiten und einem bedrohlich von Rissen durchzogenen Gewölbe. Der gegenüberliegende Mini-Strand mal wieder „Private Property“.

Attraktion und Namensgeber. Halbe Grotte auf Cave Cay

Entlang der in diesem Bereich gut geschützten, felsigen Küste betrieben einige Marinalieger von ihren Dighies aus Speerfischen auf die wenigen Fische, die es hier noch geben mag. Am Hunger kann es wohl kaum gelegen haben, denn es gibt ein Restaurant in der Marina.

Uns macht so ein Verhalten zunehmend wütend. Aus gutem Grund ist Speerfischen innerhalb 200 Metern von der Küste verboten: Die Gewässer der Bahamas sind, so weit wir sie bisher gesehen haben, leer und öde. Lebendige Korallen sind genauso selten wie lebendes Getier. Klima- und Meeresforscher sprechen und warnen vor der zunehmenden Zerstörung der Ökosysteme. Hier hat man ganze Arbeit geleistet, was einige Fun-Seeker nicht davon abhält auch noch die letzten, kleinsten, verbleibenden Fische zu killen. Sorry, musste mal raus 😉

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George Town, Great Exuma

April 20th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Hamburger Beach, Stocking Island

Die Exumas sind, so haben wir gehört, die Inselkette der Bahamas, die man gesehen haben muss. Wir waren gespannt, auch etwas skeptisch, denn solch ein Ruf sorgt, wie schon oft erlebt, zu Besucherströmen, die dem Gesamteindruck nicht immer dienlich sind. Einen ersten Eindruck davon, was Attraktivität bewirkt, bekamen wir dann auch gleich mit Einlaufen in Elizabeth Harbour, den durch Stocking Island vom Exuma-Sund abgeschotteten Naturhafen, im Südosten von Great Exuma. Das ist nicht weiter verwunderlich. Der Naturhafen und insbesondere George Town, liegt mit seinen guten Versorgungsmöglichkeiten zentral in der Inselwelt der Bahamas und ist somit logischer Stopp, sowohl für Segler auf dem Weg nach Norden oder Süden, oft auch Ziel für jene, die dem Nordamerikanischen Winter entfliehen und hier für längere Zeit vor Anker liegen bleiben. Der internationale Flughafen macht zudem Crew wechsel einfach und Georgetown selbst zur Drehscheibe für Tourismus auf den Exumas.

Ankerplatz Sanddollar Beach, Stocking Island.

So liegen denn allein zwischen Hamburger Beach im Norden, Elizabeth Harbour vor George Town und Sanddollar Beach im Süden Stocking Islands weit über 100 Motor- und Segelyachten vor Anker. Der stramme Wind sorgt übrigens für eine anständige Windsee und macht Versorgungsfahrten zum Dinghy Dock George Towns, im Lake Voctoria, zu einer meist nassen Angelegenheit. Die zahlreichen Überwinterer haben Stocking Island mit einem Wegenetz verhältnismäßig gut erschlossen, wie wir bei einigen Wanderungen über die Insel feststellen konnten. Eine weitere, der regelmäßig durchziehenden Kaltfronten, hielt uns einige Tage hier fest, die wir aber dennoch gut nutzen konnten, da die Internetverbindung hervorragend ist.

Chat ‚N‘ Chill, Treffpunkt für Segler, Touris, Locals…

Am Donnerstag, 14.4., hatten wir dann aber doch genug vom Geschaukel durch Windsee, Dinghys und Ausflugsboote und brachen auf gen Norden, zu den kleineren Inseln der Exumas. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

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Long Island

April 10th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Ankerplatz bei Clarence Town, Long Island

Immer wieder überraschen besonders jene Ort positiv, die ursprünglich gar nicht in der Törnplanung enthalten sind. So auch Clarence Town, an der rauhen Ostküste Long Islands. Im Naturhafen, geschützt von Riffen und kleinen Inselchen ist es leicht, einen Ankerplatz zu finden, die Bucht strahlt in der gesamten Palette Türkis und Blau, Strände ohne Ende, das Wasser kristallklar. Im Süden der Bucht konnten wir Rochen beobachten, in der Flying Fish Marina Ammenhaie. Die Versorgung könnte besser sein, aber man kann ja nicht immer alles haben! Wir verbrachten 3 entspannte Tage hier, bevor wir schweren Herzens wieder aufbrachen um nicht während der angekündigten Starkwindphase stecken zu bleiben.

Strand bei Clarence Town

Wir wollten ums Cape Santa Maria herum auf die Westseite von Long Island. Das ist eine 50 Seemeilen-Passage, die man an einem Tag schaffen kann. Wir zogen es vor, über Nacht zu segeln, einerseits würden wir dann den nächsten Ankerplatz ohne Eile bei Tageslicht erreichen und hätten zudem den ganzen Ankunftstag „frei“. Die Planung ging auf. Es wurde eine entspannte Fahrt bei 3-4 Bft und wenig Welle, die wir von Ankerplatz bis Ankerplatz unter Genua zurücklegten. Um 8 Uhr hatten wir unseren Anker in der Calabash Bay eingegraben. Auch wieder so ein Ort, dessen leuchtende Farben des Wassers sprachlos macht.

Cape Santa Maria

Im Osten Hoosie Harbours, flacher Naturhafen im Nordosten der Bay, liegt das Dinghydock für Seymours, nördlichste Siedlung von Long Island. Wir machten dort fest, um zum Columbus Monument am Cape Santa Maria zu wandern. Das Monument erinnert an das freundliche aufeinander treffen der Eingeborenen Lucayans und Christoph Columbus, bei dessen Landung am 17. Oktober 1492. Ort und Datum sind zwar nicht unumstritten, die Panoramen, die sich dem Besucher bieten sind auf jeden Fall genial. Der Weg ist lang und heiß. Kühlung findet man am Kap im Meer, nach der Rückkehr bei Rodney, im Sunset Restaurant, 100 m südlich des Dingydocks. Nein, es gibt keine Klimaanlage (und auch kein WiFi), dafür aber kaltes Kalik, Eiswasser und Chips als Zugabe. Auf Bestellung kann man wohl auch sehr gut speisen, dort, was wir leider nicht mehr probieren konnten. Wir wollten weiter zu den Exumas und nutzten den guten Wind um am darauffolgend Tag George Town anzulaufen.

Verdiente Abkühlung!

 

Weitere Bilder von Long Island findest du im Fotoalbum.

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Great Inagua bis Long Island

April 8th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Die Sturmfock schont das Passatsegel…

Great Inagua ist die südlichste Insel der Bahamas, an klaren Tagen soll man vom Leuchtturm aus das nur runde 50 sm entfernte Cuba sehen können. Acklins- und Crooked Island sind bei den vorherrschenden, östlichen Winden das logische, nächste Ziel. Gern wären wir dann weiter zu den Jumentos Inseln, bekannt für Abgeschiedenheit und Einsamkeit auf vielen, unbewohnten Inseln und zudem (oder ebendem) nur wenig besucht. Beim zurzeit wechselhaften und sehr windigen Wetter erschien uns das als etwas zu abenteuerlich. Nach einer Starkwindpassage von Great Inagua nach Acklins Island, während der wir erstmals unsere Sturmfock zum Einsatz brachten, konnten wir einen ruhigen Nachmittag in der Sugar Bay, Acklins Island, verbringen.

Sugar Bay, Acklins Island

Das Wasser unvorstellbar klar und bis zum Horizont in allen Schattierungen von Blau und Türkis leuchtend. Muss man gesehen haben um es zu glauben, Bilder können dem kaum gerecht werden. Gern wären wir länger geblieben, doch leider mussten wir am nächsten Tag schon wieder weiter, ein bevorstehender Frontdurchgang mit kräftigem Nordwind, zwang uns, einen der wenigen, für solches Wetter geeigneten Ankerplätze, aufzusuchen. Wir fanden, mit einigen weiteren Yachten, Schutz hinter Long Cay, im Bereich der Zufahrt zur Acklins Bay, kurz bevor die Front mit heftigem Regen und Wind über uns hinwegzog. Zwei Tage später, am Montag, 28. März, drehte der Wind wieder auf NO und es wurde Zeit einen Leeankerplatz an einer Westküste aufzusuchen. Unsere Wahl fiel auf Landrail Point, an der Nordwestecke von Crooked Island.

Landrail Point, Crooked Island

Ein schöner Ankerplatz mit einem langen Sandstrand, den wir für einen Tag quasi für uns alleine hatten. In der Siedlung Landrail Point Settlement gibt es ein Restaurant, eine Boutique und einen Supermarkt. Sonst nichts. Sehr entspannt also. Im Restaurant (Gibson‘s Restaurant #2) verwöhnten wir uns mit einem reichhaltigen Mittagessen, welches wir weder so bestellt hatten, noch so von der Chefin angekündigt war, runde zwei Stunden Vorbereitungszeit brauchte und dann schließlich lecker, aber eben auch recht teuer war.

Landrail Point Settlement. Hier tobt das Leben…

Nördlich des Strands, gleich hinter Pittstown Point gibt es übrigens eine neue, großzügig ausgebaute Marina, deren Riffzufahrt mit roten und grünen Bojen markiert ist. Besichtigten wir auf einer unserer Strandwanderungen, denn die Liegegebühr von 4 $ / Fuß sind einfach zu astronomisch für ein paar Hafentage.
Eine längere Periode ruhigeren Wetters war weiterhin nicht in Sicht, weshalb wir die Jumentos endgültig abschrieben und Long Island als nächstes Ziel ins Visier nahmen. Versorgt mit frischem Obst und Gemüse aus dem begrenzten Angebot des Supermarkts, brachen wir schließlich am 1. April nach Long Island auf. Gut 30 sm sind es, bis hinüber zur Südspitze der Insel. Geschützt von einem Riff sollte man dort gut ankern können, auch gibt es eine Strandkneipe, deren Conch-Fritters besonders lecker sein sollen. Zu denen kamen wir jedoch nicht. Das Riff wurde seinem Schutzanspruch überhaupt nicht gerecht. Es wurde eine sehr , sehr unruhige Nacht mit wenig Schlaf ohne Aussicht auf Besserung der Bedingungen. Mit Sonnenaufgang verließen wir den Ankerplatz und segelten weiter nach Norden, entlang der Ostküste Long Islands, bis Clarence Town. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

Weiter Bilder zur Acklins- und Crooked Islands-Gruppe findest du im Fotoalbum.

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Auf zu den Bahamas!

März 28th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Anfahrt auf Great Inagua, Bahamas

Am 18. März sagten wir Samaná und der Dominikanischen Republik Adieu. Die Vorhersage versprach günstige Winde bis Great Inagua, unserem nächsten und erstem Ziel auf den Bahamas. Der Überlegung, mit Luperon als Zwischenstopp im Norden der D.R. die 300 Meilen-Überfahrt zu halbieren, folgten wir nicht. So schön die Landschaft und Natur der Dominikanische Republik auch sein mag, so freundlich, sicher und offen wir Santa Barbara de Samaná auch kennen gelernt hatten, so bedrückend waren auch die Begleiterscheinungen unserer Konsumgesellschaft, der allgegenwärtige Dreck und Müll und die von der Pandemie noch verstärkte Armut und Kriminalität, die wir zum Glück nur während eines Ausflugs nach Santo Domingo und in Gesprächen mit anderen Seglern wahrnahmen. Dieses latent vorhandene Gefühl, nicht hierher zu gehören und nichts zur Verbesserung der Zustände beitragen zu können, war eines der Gründe in einem Rutsch zu den Bahamas weiter zu reisen.
Am Morgen machten wir unsere, für die Einreise auf die Bahamas erforderlichen Antigentests, meldeten uns bei Immigration ab und versuchten unser Despacho bei der Armada abzuholen. Letzteres verzögerte sich dann allerdings um 4 Stunden, der Comandante ließ niemanden aus der Bucht von Samana auslaufen, weil Seegang und Wind zu stark waren. Draußen, im Schutz der Isla Levantada ah man die Flotte der Ausflugsboote den Starkwind abwettern. Da fiel es leicht, der Entscheidung zuzustimmen. Nach Mittag hatte sich der Wind wieder etwas beruhigt und es konnte losgehen, natürlich erst nach der Überprüfung der Seetüchtigkeit unseres Schiffes und der Fotodokumentation derselben, durch einen Offiziellen der Armada.
Der Weg aus der Bucht von Samana heraus und weiter bis hinauf zum Cabo Samaná waren wie erwartet langwierig und unangenehm, dann konnten wir aber abfallen, alsbald die Passatbäume riggen und im weiteren Verlauf mit achterlichem und abnehmendem Wind und Welle den Bahamas entgegen segeln.

Einklariert!

Matthew Town, den Einklarierungshafen auf Great Inagua, erreichten wir nach drei Nächten am Montagvormittag des 21. März. George, der Port Captain erklärte auf Kanal 16, bei seiner morgendlichen Funkrunde, den Ablauf des Einklarierens. Ausgestattet mit Health-Visa, Schiffspapieren und Notebook ging es dann an Land, schlappe vier Stunden später mit gestempelten Pässen, SIM-Karte, Bargeld und 430 BS$ weniger, wieder zurück an Bord. Noch flugs Q-Flagge gegen Gastlandflagge getauscht und wir waren angekommen.
Great Inagua bietet, trotz seiner Größe, relativ wenig. Morton Bahamas Ltd. betreibt als einer der global größten Salzproduzenten die Salinen der Insel, es gibt 60.000 Pink Flamingos, 1500 Einwohner und einen bedeutenden, für Besucher offenen Leuchtturm, das Feuer Great Inagua.

Pause mit zwei kühlen Kaliks

Letzteres besuchten wir am Dienstag, genossen anschließend ein kühles Kalik, das Bier der Bahamas, ergänzten unsere Vorräte mit Grill- und Frischware und verlegten am Nachmittag in die Man-of-War Bay im Nordwesten der Insel, denn das Ankerfeld vor Matthew Town war doch sehr unruhig.
Zwei Nächte blieben uns noch, eine aufziehende Kaltfront würde bald für unsichere Bedingungen an den Ankerplätzen der Insel sorgen. Die wollten wir lieben auf Crooked – oder Acklins Island abwettern.
Unsere ersten Eindrücke der Bahamas haben wir wie immer in Bildern festgehalten. Du findest sie im Fotoalbum.

Vor Anker in der Man of War Bay, Great Inagua.

Revierinfo, Stand März 2022: Noch erforderlich für die Einreise, ist ein Health Visa. Wird von Immigration geprüft. Customs erwartet die Verwendung des Click2Clear-Verfahrens. Geht vorab, oder vor Ort. Wir erledigten es auf unserem Notebook im WLAN des Port-Captain, der als Facilitator gern half. Nach der Online-Zahlung erstellt Customs die Cruising-Lizenz und bringt sie zum Hafen. Der Supermarkt im Ort ist recht gut sortiert und hat auch Obst und Gemüse. Es gibt um die Ecke einen Fleischer, alle Ware ist tiefgekühlt. Ein Bäcker liefert Brot auch zum Hafen (Richard, Tel. +1-242-435-0300).

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Samaná

März 12th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Zwischen Puerto Rico und der Dominikanischen Republik liegt die Mona-Passage. Bläst es mit über 15 Knoten, kann es dort sehr ungemütlich werden, wie viele Cruiser berichten. Unser Wetterfenster war gut gewählt, unter vollem Tuch, teilweise auch unter Passatsegel wurde es eine der angenehmeren Überfahrten. Gleich mehrmals konnten wir kleinere und größere Gruppen Wale beobachten, mal weiter entfernt, mal auch ganz nah. Sie sind zu dieser Jahreszeit eine der Touristenattraktionen im Nordosten der D.R..

Abendliche Anfahrt auf Samaná.

Die Anfahrt auf Samaná beeindruckt mit spektakulärer Kulisse. Üppige Vegetation bedeckt die steilen Ufer bis zum Meer, Palmen ohne Ende, dazwischen kleine Strände, menschenleer, das Hinterland bergig und ebenfalls von dichtem Grün bedeckt. Wir erreichten Puerto de Santa Barbara de Samana, so der vollständige Name, mit Sonnenuntergang. Riffe und die Insel Cayo Vigio bilden einen ausreichen geschützten Naturhafen, in dem sich eine kleine, wechselnde Seglergemeinschaft zusammengefunden hat. Am nächsten Morgen stellte sich Luis vor, der den Einklarierungsprozess organisiert und begleitet und als Ansprechpartner für die Dauer des Aufenthalts zur Verfügung steht.

Samaná!

Samaná ist eine geschäftige Kleinstadt. Touristen sind nur wenige unterwegs. Dafür um so mehr Mopeds, auf denen manchmal sogar eine vierköpfige Familie Platz findet. Mutige können auf Taximopeds mitfahren, Profis, mit ihrem Einkauf auf dem Schoß, sitzen seitwärts hinterm Fahrer. Andere Welt, halt.
Es ist günstig, hier in Samaná. Vom Lunch für umgerechnet 3 EUR, über die Ananas für 80 Cent, bis zum Mojito für 4 EUR, entlastet die D.R. die Bordkasse.
Paradiesisch ist es deshalb trotzdem nicht. Dafür sorgen insbesondere der überall herumliegende und letztlich im Meer landende (Plastik)Müll, die mit ablaufendem Regen ungeklärt in die Bucht strömende Abwässer und die vielerorts ungenügenden hygienischen Zustände. Auch die Bürokratie, mit der wir Segler in Berührung kommen, treibt so ihre Blüten. Da dagegen Widerstand bekanntlich zwecklos ist, spielen wir geduldig mit.

Nationalpark Los Haitises

Absolutes Highlight ist der im Süden der Bahia de Samaná liegende Nationalpark Los Haitises. Ausgestattet mit dem erforderlichen Despacho der Armada darf man dort vier Tage die beeindruckende Küste mit ihren Mangrovenwäldern, dichtem Regenwald und reicher Fauna mit Schiff und Dinghy entdecken. Es regnete häufig, als wir da waren, wir werden die einzigartige Natur dort aber sicher in guter Erinnerung behalten, wie leider auch den Plastikmüll, der selbst in den entlegensten Ecken zu finden ist.
Auch neue Freundschaften werden wir aus Samana mitnehmen. Beim gemeinsamen Pizzaessen lernten wir viele nette Crews kennen, von denen wir, auf unserem Weg nach Norden, sicherlich die eine oder andere wieder treffen werden.

Vor Anker im Nationalparkt Los Haitises

Mehr Bilder aus Samaná und Los Haitises findest Du wie immer im Fotoalbum.

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Puerto Rico, „Reicher Hafen“

März 5th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Unsere Nachbarn am Ankerplatz, die bereits sein einer Woche von Fajardo aus die Insel erkundeten, boten uns ihren Mietwagen zur Übernahme an, ein Angebot, welches wir nicht ausschlagen konnten. Die Mietwagenfirma Thrifty hat ihren Sitz übrigens gleich um die Ecke, im Fajardo Inn. Wir nutzten die gewonnene Mobilität zum Erkunden des Nordostens Puerto Ricos. Insbesondere dem El Yunque National Forest wollten wir besuchen. Verkehr, Malls und Shopping Center gibt es, typisch amerikanisch, mehr als genug. Das Aufstocken der Vorräte für die Bahamas, die ja als teuer verrufen sind, hatten wir entsprechend schnell abgehakt.

Regenwald im „El Junque“

Der El Yunque Regenwald war seine Reise wirklich wert, wenn auch die ohne Reservierung begehbaren Wege für eine echte Wanderung viel zu kurz sind. Im Besucherzentrum konnten wir uns aber auch so einen guten Überblick verschaffen. Die PR-988 ist gut befahrbar, auf dem Weg zum Angelito Trail Head fuhren wir durch tiefsten Regenwald. Beeindruckend. Nicht alle Straßen durch den El Yunque sind so gut in Schuss. Die Anfahrt zum El Toro Trail Head über die PR-186 brachen wir ab, die Straße, wenn man sie so bezeichnen will, ist mehr etwas für Geländegängige Mietwagen. Mit Wanderungen ist es überhaupt nicht so weit her, auf Puerto Rico. Wir starteten noch einen Versuch in Richtung Leuchtturm Faro Las Cabezas am nordöstlichsten Zipfel der Insel, mussten jedoch feststellen, dass der den Leuchtturm umgebende Naturpark gesperrt ist. Es werden noch Hurricaneschäden beseitigt. Wir entschieden uns deshalb für eine vorzeitige Rückgabe des Mietwagens und eine weitere Erkundung Puerto Ricos von See aus.
Was sich alsbald als gute Entscheidung herausstellen sollte. In der wunderschönen Küste Puerto Ricos liegt der eigentliche Reichtum der Insel.

Sun Bay Beach, Vieques

Unsere Route führte uns zunächst nach Vieques, wo wir in der Sun Bay, später vor Esperanza, vor Anker gingen. Von Sun Bay Beach erreicht man recht einfach die Bahia Bioluminiscente, bzw. Mosquito Bay, eine der weit über die Insel hinaus bekannten Attraktionen der Insel. Unser Timing war etwas unglücklich, wir lagen ausgerechnet zu Vollmond vor Sun Bay Beach, wo das Leuchten der Dinoflagellaten Pyrodinium hahamense genannten Einzeller im Licht des Mondes nur zu erahnen ist.
Esperanza – gleich um die Ecke – ist ein herrlich entspanntes Örtchen, mit einer gepflegten Strandpromenade, wie wir sie bisher in der Karibik noch nicht gesehen hatten.
Von Esperanza aus segelten wir dann wieder nach Westen, entlang der Südküste Puerto Ricos. Wir stoppten im Jobos Bay National Estuarine Research Reserve, so der offizielle Name, in Salinas, vor der Isla Caja de Muertos und Gilligan‘s Island.

„Strandpromenade“ von Esperanza, Vieques

Die Jobos Bay ist ein rießiges Mangrovengebiet, Schutzgebiet und Zuhause für Manatees und leider auch Spielwiese für zahlreiche, jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung ignorierende Jetski-Raser. Letztere wohl verantwortlich dafür, dass man Erstere kaum zu sehen bekommt. Nur am Morgen, bei Windstille, sahen wir die eine oder andere Nase aus der Ferne beim Luft holen aus dem Wasser ragen.
Salinas ist ein gut geschützter Naturhafen am westlichen Rand des Jobos Bay Mangrovengebiets. Ursprünglich wollten wir von Salinas aus noch einmal mit dem Mietwagen in die Berge Puerto Ricos, um eine Kaffeeplantage zu besuchen. Nachdem jedoch hirnlose Idioten in absoluter Dunkelheit mit ihrem Powerboot in 900PS-Gleitfahrt und mit Jetski im Gefolge durchs Ankerfeld heizten, strichen wir das Vorhaben ersatzlos und ergriffen die Flucht.

Im Mangroven-Delta der Jobos Bay

Die Isla Caja de Muertos (engl. Coffin Island) entschädigte Tags darauf mit herrlichem Sandstrand und Einsamkeit. Zeitweise hatten wir die Insel ganz für uns alleine. Highlight war die Wanderung auf den ehemaligen Leuchtturm der Insel.
Gilligan‘s Island war ebenfalls ein lohnender Stopp. Ausgedehnte Riffe und Inseln schirmen den Ankerplatz völlig von Welle und Dünung ab und verwöhnten uns mit zwei sehr ruhigen Nächten. In der Kneipe San Jacinto, gleich um die Ecke, gibt es traditionelle karibische Küche, günstig und sehr lecker!

Einsamer Traum-Ankerplatz vor Coffin Island

Unsere letzte Etappe führte uns dann nach Puerto Real, wo uns die Marina Pescaderia mit perfektem Service, großer Freundlichkeit und Unterstützung überraschte und begeisterte. Als Ankerlieger, wohlgemerkt. Vom Dinghy-Anleger über Waschmaschine, Seglertreff und Mietwagen vor Ort bleiben keine Wünsche offen. Diana leitet zurzeit das Team dort und die kleine Gebühr von 10 US-$ ist absolut angemessen. Über das Marina-Büro klarierten wir am 28. Februar aus Puerto Rico aus, und machten uns bei guter Wettervorhersage am 28. Februar auf den Weg über die Mona-Passage in die Dominikanische Republik, Ziel Santa Barbara de Samaná.

Mehr Bilde findest Du wie immer im Fotoalbum.

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