SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

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Frohe Weihnachten, Boas Festas, Merry Christmas !

Dezember 22nd, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Wie schnell doch die Zeit vergeht: Unser zweites Jahr auf See neigt sich seinem Ende zu.
Geschimpft wird über 2020 schon genug, da müssen wir uns nicht anschließen, hoffen aber, dass Murphy, was unsere Segelzeit angeht, in Bezug auf 2021 nicht zum Zuge kommt – „Schlimmer kann‘s nicht werden!?“.
Nach immerhin knapp 2000 Seemeilen, die wir in diesem Jahr gesegelt sind, verbringen wir also ein weiteres Weihnachten in Lagos. Einige alte Bekannte liegen ebenfalls hier, neue Langfahrer sind dazugekommen. Die Frage nach dem „wie geht es weiter?“ ist Teil vieler Unterhaltungen, wir selbst sind, nach unseren Erlebnissen in diesem Jahr so bescheiden geworden, dass wir uns nur noch kleine Ziele stecken wollen. Wenn alles gut geht, soll Madeira unser nächstes Ziel sein. Das Wetter wird entscheiden, wann es losgeht, unsere To-Do-Listen sind jedenfalls so klein geworden, dass wir mit gutem Gewissen auch kurzfristig aufbrechen können.
Unser Enkelchen entwickelt sich prima und wird sicherlich auch Einfluss auf unsere weiteren Planungen haben, wollen wir ihn doch das eine oder andere Mal in Deutschland besuchen.
Zunächst aber gilt es Weihnachten und Neujahr zu feiern. So gut es eben geht, in diesen Zeiten.
Wir wünschen unseren Familien, Verwandten und Bekannten, unseren Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen in Deutschland, sowie allen unbekannten Lesern dieser Seiten ein Gesegnetes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleibt gesund!

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Winterlager und mehr

November 29th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Knapp zwei Wochen früher als im letzten Jahr haben wir Anfang November wieder einen Winterliegeplatz bezogen. Zuvor verbrachten wir noch einige ruhige, sonnige Tage in der Lagune von Alvor. Wir fanden ein gutes Plätzchen gleich hinter der östlichen Zufahrtsmole und verzichteten auf die Weiterfahrt zum Ankerplatz vor dem Hafen von Alvor, wo des doch recht eng zuging, wie wir beobachten konnten. Wir nutzten das warme Wetter für lange Strandwanderungen, mal nach Osten, Richtung Alvor, mal nach Westen, Richtung Lagos.

Als sich dann wieder schlechtes Wetter ankündigte, beschlossen wir, vorzeitig in die Marina de Lagos zu verlegen. Unsere Reservierung galt erst ab dem 9. November. Da die Marina rappelvoll war, mussten wir vier Nächte am Besuchersteg warten, bis unser Liegeplatz für den Winter frei wurde.

Zu der Zeit wurden wir dann auch Großeltern und freuten uns bereits auf den Besuch bei unserem Enkelchen. Dass Corona weiterhin ein Thema sein würde war klar, dass jedoch Deutschland in den Lockdown Light gehen und ganz Portugal zum Risikogebiet erklärt werden würde, stand nicht auf dem Plan. Quarantänevorschriften, Beherbergungsverbote und Besuchsbeschränkungen zwangen uns zu einigen Änderungen, dennoch schafften wir es, nach Deutschland zu reisen, uns bei unserem Enkel vorzustellen und wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause zu kommen. Übrigens im Einklang mit Vorschriften und Verordnungen von Bund und Ländern. Details ersparen wir uns hier. Sind morgen ohnehin wieder überholt.

Wir dürfen vorstellen: Oma, Opa, Karlo

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Algarve

Oktober 25th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Ein Monat ist seit unserem letzten Eintrag vergangen. Unser Blog ist also mehr oder weniger in einen Pausenmodus übergegangen. Wir haben uns, auch aufgrund Covid-19, dazu entschlossen, einen weiteren Winter hier zu verbringen, bevor wir dann im nächsten Jahr wieder entferntere Ziele ansteuern. Der wichtigere Grund ist jedoch die gute Anbindung nach Deutschland (Faro), wo wir im November Großeltern werden, worüber wir uns sehr, sehr freuen. Und unseren Enkel wollen wir natürlich so bald wie möglich im den Armen halten.

Es wird kühler…

Der Sommer hat sich mittlerweile auch an der Algarve verabschiedet und der kühleren Jahreszeit Platz gemacht. Diese Bezeichnung eignet sich besser als Herbst und Winter, denn auch wenn die Tage kürzer, das Wasser kühler und dann und wann auch das Wetter etwas ungemütlicher werden, die stets warme Sonne und der überwiegend blaue Himmel erinnern wenig an die kalten Jahreszeiten, wie wir sie vom nördlichen Europa her kennen.

Segeln entlang der Küste der Algarve

Nach einem kurzen Stopp in Vilamoura erkundeten wir weitere Ankermöglichkeiten entlang der Küste in Richtung Westen. Neben den bei jedem Wetter sicheren Ankerplätzen des Rio Guadiana, der Lagune von Faro/Olhao und innerhalb der Mole der Mündung des Rio Arade bei Portimao kann man bei guten Bedingungen eigentlich überall ankern. Die findet man bei ablandigem Wind zusammen mit westlichen Winden in der Straße von Gibraltar. Bläst dort nämlich der Levante, wird‘s an der Algarveküste schaukelig. Auf dem Weg nach Portimao ankerten wir so bei Albufeira, östlich von Benagil und vor der Praia do Vao, westlich von Portimao.

Ankern bei Benagil, östlich von Portimao

Unser derzeitiger Ankerplatz liegt vor der Praia Grande bei Portimao, mit guten Versorgungsmöglichkeiten sowohl in Ferragudo, als natürlich auch in Portimao. Zwar befindet sich der einzige, öffentliche Ponton flussaufwärts vor der Eisenbahnbrücke am nördlichen Rand Portimaos, am östlichen Ufer des Rio Arade lässt es sich jedoch überall auch am Ufer oder Strand gut anlanden.

Wandern entlang der Steilküste östlich von Portimao

Besonderen Reiz hat die Steilküste östlich von Portimao/Ferragudo. Sie ist mit Wanderwegen gut erschlossen und bietet geniale Ausblicke (Caminho dos Promontórios). Genau das Richtige, jetzt, wo es nicht mehr so heiß wird. Wir erkundeten den Weg bis Carvoeiro, von wo aus man den Weg bis Benagil und darüber hinaus fortsetzen kann, wenn man denn will. Die 16 km Hin-und Rückweg waren uns aber für Erste genug.

Spaß auf dem Wasser, hier mit SUP und Kajak.

Eine Portion Schlechtwetter gab es auch. Tief Barbara brachte Starkwind bis Stärke 10 in Böen, mit Wellen bis 3,7 m aus SW. Hatten wir hier vor Anker noch nicht und zogen es deshalb vor, in die Marina von Portimao zu verlegen. Das war keine gute Entscheidung, denn Schwell findet seinen Weg um und durch die schwimmenden Wellenbrecher der Marina und sorgt in den Becken der Marina für sehr unangenehme, wenn nicht sogar gefährliche Bedingungen. Sowohl an den Stegen, als auch an Booten gab es Schäden, wie gebrochene und ausgerissene Klampen, losgerissene Schwimmer der Fingerpontons, umgestoßene Stromverteiler und Ähnliches.

Sturmief Barbara. Schietwetter

Wir haben für uns entschieden, dass wir bei solchen Bedingungen bei Portimao künftig vor Anker sicherer liegen. Zwischen Molenköpfen und Ferragudo ist es zwar unruhig mit reichlich Schwell, der aber weiter flußaufwärts, schon im Bereich des Wendebeckens fast völlig verschwindet.

Wir waren froh, als wir die den Liegeplatz in der Marina wieder gegen „unseren“ Ankerplatz tauschen konnten und das dauernde Knarzen der Leinen endlich ein Ende hatte. Jetzt stehen wieder Dinghy-Ausflüge und unverbaute Sonnenuntergänge auf dem Programm, bis wir irgendwann im November in die Marina de Lagos verlegen werden.

Sonnenuntergang von „unserem“ Ankerplatz bei Portimao

Weitere Bilder findest Du wie immer in unserm Fotoalbum: Parque Natural da Ria Formosa, Segeln und Ankern vor der Felsalgarve und Wandern auf dem Caminho dos Promontórios.

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Wieder in Portugal

September 25th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Seit dem 8. September sind wir nun wieder in Portugal. Quer über den Golf von Cadiz ging es zunächst vom Ankerplatz bei Chipiona nach Tavira. Zwar ist die Aussicht auf genügend Platz zum Ankern eher schlecht, da fast der gesamte Bereich innerhalb der Zufahrt von Mooringbojen belegt ist, dennoch lieben wir die räumliche Nähe kleiner Fischerorte, die herrlicher Strände und Anlandemöglichkeiten im Bereich von Quatro Aguas, den vier Wässern Ria Formosa, Rio Gilao, Ribera do Almagem und dem Atlantik.

Ankerplatz Tavira

Wir fanden ein Plätzchen für unseren Anker mit ausreichend Raum zum Schwoien und genossen es, wieder in der Algarve angekommen zu sein. Besuche in Cabanas und Tavira, sowie ausgedehnte Spaziergänge auf den Ilhas de Tavira und Cabanas ließen die Zeit schnell vergehen. Leider bot unser Ankerplatz nicht im gesamten Schwoikreis genügend Tiefe bei der näherkommenden Herbst-Springtide. Niedrigwasser versprach dann nur noch 10 cm Wasser über SKN, beziehungsweise zu wenig für unseren Tiefgang. Grund genug, nach Culatra umzuziehen, wo wir auch für den vorhergesagten Starkwind sicheren Ankergrund erwarten konnten.

Cabanas

Seit dem 13. September ist Culatra jetzt unser Zuhause. Wir geniesen die Weite, den Raum am Ankerplatz, die Ruhe auf der Ilha de Culatra, den fast menschenleeren, endlosen Strand und die spätsommerliche Wärme der Algarve. Hier bleiben wir noch eine Weile!

Sonnenuntergang bei Culatra

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Im Sherry-Dreieck

September 17th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Straße von Gibraltar im Kielwasser.

Am 1. September erlaubte das Wetter unsere Weiterreise in Richtung Portugal. Günstigen Strom für die Fahrt nach Westen setzt, so die einschlägige Literatur, 3 Stunden nach Hochwasser Gibraltar ein. Das war an dem Tag erst um 18.00 Uhr, es stand also einmal mehr eine Nachtfahrt an. Passte auch aus anderem Grund ganz gut, denn die großräumigen Schießgebiete südlich von Cadiz waren tagsüber aktiv.
Die für uns beste Strömung fanden wir dann dort, wo wir sie am wenigsten erwartet hatten: Vor Cap Trafalgar setzte der Tidenstrom mit 2-3 Knoten nordwärts und schob uns, wenn auch abnehmend fast bis nach Cadiz.

Für die kommenden Tage sollte der Levante wieder für kräftigen SO-Wind sorgen, weshalb wir im Osten der Bucht von Cadiz den Ankerplatz in der Ensenada del Aculadero anliefen. Liegt zwischen der Marina Puerto Sherry und der Mündung des Rio Guadalete mit seiner langen Mole. Die Stadt an der Mündung des Rio Guadalete ist El Puerto de Santa Maria, kurz einfach El Puerto und markiert eine Ecke des andalusischen Städtedreiecks in dem der als Sherry bezeichnete Wein hergestellt wird (mehr Info dazu auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Sherry).

Der Sherry war zwar nicht der Grund für die Wahl des Ankerplatzes, dennoch Anlass genug, um in einer Sherry-Kellerei mehr über diesen Wein zu erfahren. Wir wählten die Bodega Gutiérrez-Colosia (http://www.gutierrezcolosia.com/), die täglich zu einem sehr anständigen Preis Führung und Weinprobe anbietet. Unser Guide machte einen erstklassigen Job. Zusammen mit der anschließenden Weinprobe wurden wir fast schon Sherry-Experten und wissen nun, wie Erde, Meer und Wein in ein Glas Fino kommen.

Gern hätten wir unsere Sherry-Kenntnisse in Sanlucar de Barrameda, der zweiten Stadt des erwähnten Dreiecks weiter vertieft, ein Nachmittag mit Horden von Jetski-Fahrern im Rio Guadalquivir, wohin wir am 6.9. verlegten, verbunden mit Schwärmen von Mücken ab Sonnenuntergang, verdarben uns dann aber komplett die Lust darauf. Das Gefühl genug Spanien genossen zu haben überwog und wir nutzten am 8.9. die Wetterlage für einen Schlag über den Golf von Cadiz zurück nach Portugal.
Zu guter Letzt noch etwas positives zur Mündung des Guadalquivir: Nach der negativen Erfahrung am Ankerplatz gegenüber des Ortes Bonanza verlegten wir am Montag, dem 7. September vor den Hafen von Chipiona. Dort kann man vor östlichen und südlichen Winden recht geschützt ankern und das Dinghy auch Motor leicht anlanden. In der Marina fanden wir ein hervorragendes Restaurant, wo wir unseren 30. Hochzeitstag gebührend feierten. Gutes Essen zu vernünftigen Preisen, und vom super-freundlichen Personal die Corona-Regeln vorbildlich umgesetzt.

Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.

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Gibraltar

September 12th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Bei unserem nun zweiten Besuch in der Bucht von Gibraltar wollten wir unbedingt auch Gibraltar selbst einen Besuch abstatten. Die Wettervorhersage sprach von Starkwind, mal aus Ost, dann aus West, und ohne Kenntnis über die Bedingungen am Ankerplatz vor La Línea zogen wir es vor, in die Marina Alcaidesa zu verlegen. Ist günstig und nur 500m vom Grenzübergang nach Gibraltar entfernt. Auch tat es gut, unser Zuhause wieder einmal gründlich mit Süßwasser abzuwaschen. Die Marina Alcaidesa hat uns gut gefallen. Alles sehr sauber und sicher, Supermarkt (Mercadona) gut erreichbar und natürlich ein erstklassiger Ausblick auf den Felsen von Gibraltar.

La Línea de la Conceptión. Eine der schöneren Ecken…

In La Línea de Conceptión selbst sind die Spanier weitgehend unter sich. Touristen dürften sich wohl nur dann und wann auf dem Weg nach Gibraltar ins Zentrum verirren, welches auf uns keinen besonders hübschen Eindruck machte.

Gipfelüberschreitung und immer noch fit 😉

Am 29.08. war für uns Wandertag. Nach dem Frühstück ging es über die Grenze ins Britische Überseegebiet Gibraltar und dort zunächst zum Upper Rock Nature Reserve. Der Naturpark war seit 1. August wieder ohne Beschränkungen (Covid-19) offen. Die Option als reiner Wanderer für 3 GBP den Felsen zu erwandern ist übrigens ersatzlos gestrichen worden. So mussten wir also am gut bewachten Zugang 17 GBP pro Person abdrücken, konnten dafür aber alle Attraktionen betreten. Gigantisch sind die Ausblicke, die man von oben in alle Himmelsrichtungen bekommen kann. Allein dafür lohnt sich schon der Eintritt. Der Rest ist ganz ok und die Affen natürlich putzig…

Gibraltars Berberaffen. Immer wieder putzig…

So ein Tag macht hungrig! Grund genug im Anschluss in der City noch eine anständige Portion Fish & Chips zu verputzen. Den fanden wir im sehr britischen und ganztägig geöffneten „The Clipper“.
Noch ein kurzer Nachtrag zur Marina Alcaidesa: Bei technischen Problemen findet man bei der Marina für alles entsprechende Dienstleister, bis hin zur Werft mit 75-Tonnen-Kran. Wir bekamen endlich unser Dinghy repariert, an dem sich auf über 20 cm an einer komplizierten Stelle die Nähte gelöst hatten. Kurzfristig, flexibel und mit gutem Preis-Leistungsverhältnis (MH-Yachtpreserve).

Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

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Zurück zum Atlantik

September 1st, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Menorca im Kielwasser, Kurs West.

Unser erster Schlag von den Balearen zurück nach Gibraltar und in den Atlantik führte uns nach Ibiza/Formentera. 159 Seemeilen, fast komplett unter Segel, mit raumem Wind und deswegen eher langsam unterwegs. Nach 36 Stunden erreichten wir am Freitag, 21. August, um 4 Uhr morgens die Bucht von Ses Salines auf Ibiza. Lag gut geschützt vor dem östlichen Wind und Schwell. Obwohl wir unseren Anker sauber in Sand eingegraben hatten, vertrieb uns am folgenden Vormittag eine Park-Mitarbeiterin vom Ankerplatz. Auch die Kette dürfe keinesfalls das heiligen Posidonia berühren können. Machte nichts, der Wind, jetzt aus Südwest, stand ohnehin in die Bucht und wir verlegten an Formenteras Ostküste, für eine Nacht an die Bahia Tramontana, dann nach dem Umrunden der Ostecke Punta des Far, an den Südstrand Formenteras. Wir waren froh, hier noch einmal Anker werfen zu können, denn Strand und das türkisfarbene Wasser waren wirklich sehenswert und für das Partyvolk zum Glück zu weit entfernt für einen Kurztrip.

Formenteras Südküste. Schönstes Türkis der Balearen…

Die Südküste war für uns auch idealer Startpunkt für den nächsten Schlag Richtung Gibraltar. Cabo de Palos und Cabo de Gata waren grob unsere geplanten Wegpunkte, mit dem Ziel bei Almeria eine Pause einzulegen. Am Sonntag, 24. August ging es los, am Mittag des dritten Tages lag Cabo de Gata querab und die Bucht von Almeria vor uns. Ein Wettercheck ließ befürchten, dass eine Pause bei Almeria länger dauern könnte. Eine Starkwindperiode zeichnete sich ab, mit wenig Möglichkeiten, die Alboransee sicher und in einem Stück durchqueren zu können. Auf eine weitere Woche Hitze wollten wir gern verzichten, ließen die Bucht von Almeria an Steuerbord liegen und bleiben auf Westkurs. Immer schön an der Küste entlang, in der Hoffnung dort eine gegenläufige Strömung zur zum Teil kräftig nach Ost setzenden Strömung in der Alboransee zu finden. Die Rechnung ging auf! Entlang des spanischen Festlandsockels setzte der Strom tatsächlich mit einem halben bis einem ganzen Knoten westwärts. Trotz des etwas längeren Wegs brauchten wir ungefähr die gleiche Zeit von Cabo de Gata nach Europe Point wie 5 Wochen zuvor auf unserem Weg zu den Balearen.

Eddies in der Alboransee schieben uns Richtung Gibraltar.

Nach 4 Tagen und 3 Nächten fiel am Mittwoch, 27. August um 19.30 Uhr unser Anker in der Ankerbucht bei La Linea. Den Atlantik konnten wir beim Umrunden des Europe Points von Gibraltar aus schon sehen.
La Línea de la Conceptión und Gibraltar wollen wir etwas genauer ansehen, das nächste Wetterfenster für die Straße von Gibraltar öffnete sich ohnehin erst in einigen Tagen.

Gibraltar vor uns, nach 4 Tagen und 3 Nächten.

Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

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Menorca

August 30th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Zu Beginn unserer Überfahrt von Mallorca nach Menorca am 15. August 2020 war es nur schwach windig. Motorsegeln. Passte ganz gut, mussten wir doch unseren Wasservorrat wieder auffüllen (Der Watermaker braucht den Strom der laufenden Maschine). Ab Mittag stellte sich dann eine angenehme Brise ein, die gemütliches Halbwind-Segeln erlaubte, bis wir schließlich vor Cabo Nati ins Lee Menorcas gerieten. Unter Motor ging es weiter zur Cala de Algayerens, deren zwei Strände Playa des Bot und Playa des Tancat besonders reizvoll sein sollen. Ließ sich mal wieder schwer beurteilen, denn unzählige ankernde Boote versperrten den Blick auf die Strände. Die Cala Fontanelles liegt im Westen der Bucht und war dagegen fast leer. Glück muss man haben.

Cala Fontanells, Menorca.

Wir blieben zwei Nächte, bevor es für uns am 16. August weiter nach Fornells ging. Mal wieder unter Motor. Kein Wind in Sicht.
Fornells, das idyllische Fischerdorf in der malerischen Bucht Bahia de Fornells – so ein Reiseführer. Aus unserer Sicht mal wieder eine Bucht voller Ankerlieger, das trübe Wasser erinnerte an die Boddengewässer und im Dorf die üblichen Urlauber-Maskenverweigerer. Nett.

Port de Fornells.

Zwei Nächte waren mehr als genug, am 18. August brachen wir mit dem ersten Tageslicht auf nach Mahón, der Hauptstadt von Menorca. In der Hauptsaison bleibt für Segler wie uns nur die Cala Teulera als Ankerplatz. Wer näher ran möchte, an die Stadt, muss eine der teuren Marinas oder Schwimmpontons wählen. Wir ankerten lieber und schauten uns am Nachmittag mit dem Dinghy Mahón an. Die Stadt ist voll auf den Tourismus ausgerichtet. Unzählige Bars, Cafés und Restaurants entlang der Hafenpromenade und in der Altstadt warten auf Kunden – die halt zurzeit nicht kommen. Wirkte auf uns alles etwas trostlos und verlassen. Außerhalb der für die Touris aufgehübschten Gassen sieht es aus, wie in jeder anderen spanischen Stadt auch. Zeit für einen Facelift, für den das Geld zu fehlen scheint.

Mahón. Hauptstadt Menorcas.

Im Mercadona-Supermarkt füllten wir schließlich noch die Bordvorräte auf und versorgten uns mit frischem Obst und Gemüse für unsere Rückreise in den Atlantik. Ja, richtig gelesen. Vom Mittelmeer sind wir bedient. Erwartung und Wirklichkeit passen einfach nicht zusammen. Mittwoch und Donnerstag versprechen Wind aus Südost, genau richtig für einen ersten Schlag zurück nach Westen.

Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

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Mallorca

August 22nd, 2020 · Logbuch, Segelzeit

In der Cala Es Canaret (Ibiza) wären wir gern noch etwas länger geblieben, der 5. August versprach jedoch besten Segelwind für die Überfahrt nach Mallorca, den wir nutzen wollten. Da in der Vorhersage südliche Winde vorherrschend bleiben sollten, steuerten wir zunächst Port de Sóller im Norden Mallorcas an. Es wurde eine herrliche Überfahrt mit raumen 10-15 Knoten Wind, die im Tagesverlauf langsam abnahmen. Am Nachmittag setzten wir bis Sonnenuntergang seit langer Zeit wieder einmal unseren Blister und lagen schließlich gegen 21 Uhr 3 Meilen NW von Sa Dragonera, der westlichen Ecke von Mallorca. Eine leichte Brise schob uns bis Mitternacht noch 4 Meilen weiter unserem Ziel entgegen, bevor dann totale Flaute für Stillstand sorgte. Port de Sóller wollten wir erst bei Tageslicht erreichen, nur dann kann man erkennen, ob der Anker in Sand oder auf Posidonia-Seegras landet, entscheidend für sicheres Liegen vor Anker. Wir motorten deshalb langsam unserem Ziel entgegen, ruhten abwechselnd, machten noch einmal Wasser und ließen uns zwischendurch auch einmal treiben. Gegen sieben Uhr morgens liefen wir schließlich in den Naturhafen von Port de Sóller ein.

Port de Soller an Mallorcas Nordküste.

Port de Soller ist attraktiv. Die gesamte Promenade, die die Bucht umschließt, ist verkehrsberuhigt, Hotels, Bars, Geschäfte wirken nicht aufdringlich, sondern fügen sich in das Gesamtbild ein. Mehrere kleine Supermärkte und ein Fischmarkt sichern die Versorgung, wenn auch zu deftigen Preisen. Das gilt auch für die historische Tram, die den Hafen mit Sóller verbindet. 5 km für 7 EUR p.P. (eine Richtung). Günstiger sind da die Busse. Nach Palma de Mallorca kommt man z.B. zu zweit für 6 EUR. Das nutzten wir am Sonntag, 9. August, incl. Abstecher zum stillgelegten Ballermann. Muss man ja mal gesehen haben… Traurig zu sehen, wie wenig sich insbesondere die Touristen an Abstandsregeln und Maskenpflicht halten.

Markttag in Sóller.

Ausflug nach Palma.

Von Port de Sóller ging es für uns am Montag, 10. August weiter entlang der Nordküste. Wir steuerten die Cala Castello an. Großartige Kulisse, wenige Boote, kein Netz. Passenderer Name der Bucht wäre aus unserer Sicht Cala Insomnia. Nachts fegten Fallwinde durch die Bucht, die sich gewaschen hatten. In der zweiten Nacht bis Stärke 8. Vorüber war der Zauber erst so gegen 4 Uhr morgens. Unser Anker hielt, zum Schlafen kamen wir aber kaum. Der Abschied fiel uns deshalb nicht schwer. Mit Sonnenaufgang verließen wir die Bucht, setzten Kurs auf Cap Formentor und ankerten schließlich in der Bucht von Pollenca vor Mal Pas Bon Aire, gleich westlich der Marina de Bonaire. Im Ort gibt es einen kleinen Supermarkt mit dem Nötigsten sowie ein Restaurant, in dem wir uns am zweiten Abend ein kleines Dinner gönnten. Die Corona-Regeln wurden auch hier nur halbherzig umgesetzt und durchgesetzt. Am Anker sahen wir mit 40-60 Gästen voll besetzte Ausflugskatamarane (unter anderen Robinson-Club), die ohne jegliche Schutzmaßnahmen zum Ankern vor den Strand kamen, paddelten, schnorchelten und feierten, als ob es kein Morgen gäbe. Tags darauf – wir hatten auf die Pollenca-Seite umgeankert – lasen wir dann die Meldungen über die Reisewarnung des RKI/Auswärtigen Amts, die sich nun über ganz Spanien und auch die Balearen erstreckte. Korrekte Entscheidung und längst überfällig. Hier auf den Balearen teilen sich die Gastgeber und Gäste die Verantwortung dafür. Jammern auf beiden Seiten aus unserer Sicht nicht angebracht.

Wir widerstanden dem ersten Impuls, die Balearen sofort zu verlassen, entschieden uns stattdessen auch der Insel Menorca noch einen Besuch abzustatten, wohin wir am Samstag, 15.08. aufbrachen.

Cala Castell, Mallorcas Nordküste

Weiter Bilder zu Mallorca findest du im Fotoalbum.

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Ibiza

August 14th, 2020 · Logbuch, Segelzeit

Nach dem Schrecken von Formentera steuerten wir an Ibizas Westküste Cala Tarida an. Dort, wie auch an den kleinen Buchten entlang der Westküste, war es überall rappelvoll. Mit der SY Diana kamen wir kurz ins Gespräch. Vom derzeitigen Heimathafen Valencia besucht die Crew regelmäßig die Balearen und bestätigte unseren Eindruck, dass die Zahl der Yachten trotz Covid-19 dem üblichen Hochsaison-Aufkommen entsprechen dürfte. Ein anderes Bild dagegen an Land. Strand, Restaurants und Hotels, soweit wir beurteilen konnten, eher dünn besucht, wenn überhaupt geöffnet. Am Ankerplatz ging es, trotz der vielen Boote recht gesittet zu. Wir atmeten durch, blieben zwei Nächte und gönnten uns am zweiten Abend eine Paella im Restaurant Ca‘s Mila.

Cala Tarida, Ibiza.

Als technisches Highlight ist im Zusammenhang mit der Cala Tarida noch die Erneuerung unserer Wellenendanode zu erwähnen. Die hatte sich irgendwo auf dem Weg von Formentera nach Ibiza mitsamt der Befestigungsschraube verabschiedet. Christine sicherte die „Baustelle“ mit einem Netz während ich mit einigen Tauchgängen Ersatz anschraubte. Das Prüfen und gegebenenfalls Nachziehen der Schraube wird ab sofort Teil unserer Routine-Wartungsarbeiten.
Am Dienstag, 4. August, segelten wir weiter Richtung Nordostecke Ibizas für den Absprung nach Mallorca. War zunächst Porinatx unser Ziel, sichteten wir auf dem Weg eine fast leere Bucht und schauten uns dieselbe etwas genauer an. Wir fanden eine kleine Perle, super geschützt, kristallklares Wasser, keine Hotels, keine Touristenboote, dafür ruhige Idylle und herrliche Landschaft: Cala Es Canaret. Wir beschlossen noch etwas länger auf den Balearen zu bleiben.

Gipfeltaucher in Cala Es Canaret.

Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

Die Statistik erspare ich Dir, bis zur Cala Es Canaret waren wir 37 sm unterwegs.

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