SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

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Ein Sommer in Deutschland

August 15th, 2022 · Segelzeit

Am 30 Mai verließen wir unser Zuhause auf dem Wasser in Richtung Deutschland. Die mit Abstand günstigsten Flüge über Sommer fanden wir für die Strecke Newark(NJ)-Frankfurt/Main, incl. Anreise und Übernachtung in Washington DC. So lernten wir übrigens auch mal Greyhound und Amtrak kennen, die die großen Städt an der Ostküste in guter Taktung verbinden. Dass Deutschland just in diesem Sommer das 9 EUR Ticket als Antwort auf die Preisexplosion an den Tankstellen eingeführt hatte, kam uns sehr gelegen. Nach unserer Landung in Frankfurt, am Morgen des 1. Juni 2022, waren wir wohl unter den ersten, die mit dem Ticket in den Öffis unterwegs waren. In den kommenden Wochen dürften wir uns wohl in die Gruppe der 9 EUR Vielreisenden eingeordnet haben, denn dank unserer in ganz Deutschland verteilten Familie und zahlreichen Arztbesuchen boten sich zahlreiche Gelegenheiten in Bussen und Bahnen unterwegs zu sein.

Zwar waren Arztbesuche ein Grund für unsere Reise, der weitere, weitaus angenehmere Grund, war jedoch die Zeit, die wir mit unseren Kids und Enkel in Schwanewede und Wermelskirchen verbringen durften, ergänzt durch Besuche bei unseren Müttern in Kappeln und Germersheim.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Rieke und Daniel, sowie Anja und Sven für die gemeinsame Zeit.

Für den 10. August war unser Rückflug geplant. Zu unserer Freude gab es keine gesundheitlichen Gründe, die uns länger in Deutschland festgehalten hätten. Und so bestiegen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge unseren gebuchten Flug zurück in die USA, wo wir am 11. August wieder in Solomons ankamen.

Weitere Bilder finden sich, wie immer, im Fotoalbum.

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Über den Elizabeth River in die Chesapeake Bay

Juni 24th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Nördlich des Great Bridge Locks beginnt der Elizabeth River, ein Seitenarm im Mündungsgebiets des James River am südlichen Ende der Chesapeake Bay. Die Städte Norfolk, Portsmouth und Chesapeake liegen am Elizabeth River, letztlich ein weitläufiger, natürlichen Hafen für die Handelsschifffahrt und vor allem die US – Navy, die an und in zahllosen Docks und Werften eine beeindruckende Zahl an Schiffen jeglicher Größe liegen hat.

Industrielandschaften statt Natur und Idylle: Elizabeth River

Am 18.05. passierten wir das Great Bridge Lock und folgten dem Elizabeth River die gut 5 Seemeilen bis Portsmouth. Wir ankerten gleich nördlich der Tidewater Marina, quasi im Zentrum von Norfolk und Portsmouth. Für 10 US-$ hatten wir dort Zugang zu allen Services der Marina, bei Besuch des Restaurants darf man auch umsonst sein Dinghy am entsprechenden Anleger festmachen. Ende Mai gibt es offenbar noch nicht viele Gäste von Außerhalb. Weder an Norfolks Waterfront, den Malls oder Bars und Restaurants, noch in den Museen war viel los.

Waterfront von Portsmouth, Elizabeth River

Großstädte liegen uns nicht so sehr, weshalb wir doch bereits nach zwei Tagen, am 20.05., wieder Anker auf gingen, um weiter nach Norden, in die Chesapeake Bay zu segeln. Wir waren auf dem Weg zu einem Stellplatz für unsere DANJA. Wir mussten für einige Wochen zurück nach Deutschland. Zunächst hatte wir Harrington Harbour North, östlich von Washington DC ins Visier genommen. Weit genug vom Atlantik entfernt und damit ausreichend vor der vollen Wucht eines möglichen Hurricanes geschützt. Neben der Segelpause planten wir im gleichen Zug auch das Unterwasserschiff wieder auffrischen (zu lassen).

Reedville, Chesapeake Bay

Auch die über 300 km lange und bis 48 km breite Chesapeake Bay versprach Segeln ohne Geschaukel. Zusammen mit den über 150 Zuflüssen bildet der Chesapeake Bay Complex ein Revier, welches man über Jahre befahren könnte, ohne jemals am gleichen Platz zu ankern oder zu liegen, wie uns amerikanische Segler erzählten. Auf unserem Weg nach Norden stoppten wir im Jackson Creek, Deltaville, im Cockrell Creek bei Reedville und schließlich in Solomons, Maryland. Solomons gefiel uns dabei so gut, dass wir in einer der zahlreichen Marinas nach einem Stellplatz fragten und schließlich bei der Spring Cove Marina hängen blieben. Hier würde unsere Danja auf uns warten können, während wir einen Teil des Sommers in Deutschland verbringen. Mit unserem Heimflug verändert sich natürlich auch unser Törnplan für 2022, darüber aber mehr im nächsten Beitrag.

Drumpoint Lighthouse, ein Wahrzeichen Solomons.

Mehr Bilder findest du, wie bisher, im Fotoalbum.

Und zur Statistik gibt’s auch noch was: Vor ziemlich genau 3 Jahren haben wir Deutschland aus Bremerhaven verlassen. In unserer Segelzeit haben sich bisher 11121 sm angesammelt, insgesamt stehen der Zähler bei 17732 sm.

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Lower Banks und AICW

Juni 23rd, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Unserer Route durch die Lower Banks folgte dem Atlantic Intracoastal Waterway (AICW) nach Norden. Die Naturlandschaft im Nordosten des US-Bundesstaats North Carolina ist unglaublich weitläufig und sehr dünn besiedelt. Von der vorgelagerten Inselkette der Outer Banks geschützt, erstrecken sich über viele hundert Quadratkilometer die Mündungsbereiche zahlreicher Flüsse North Carolinas. Der Intracoastal Waterway quert oder folgt diesen Gewässern, oder er führt durch Kanäle, wo es zur Zeit ihres Baus sinnvoll erschien. Die Wassertiefe entlang des Waterways unterschreitet selten die 4 Meter, einschränkend für uns Segler sind da eher die Brücken, deren Durchfahrtshöhe bei 65 Fuß liegt.

Ankerplatz vor Belleville, Pungo River

Es sind überwiegend amerikanische und kanadische Freizeitboote mit kleiner Crew, die den Intracoastal Waterway befahren. Jetzt, im Frühjahr, sind sie zumeist auf dem Weg nach Norden, nachdem sie den Winter in der Karibik oder auf den Bahamas verbracht hatten. Mit unserer deutschen Flagge sind wir echte Exoten und kommen immer wieder ins Gespräch mit den Locals, von denen viele, wie so oft in den USA, mit dem alten Kontinent noch irgendwie verbunden sind. Findet man entlang des Neuse und Palmico Rivers noch viele Ortschaften und Häfen, wird es, je weiter man nach Norden voran kommt, immer ruhiger und abgelegener. Nach queren des Albemarle Sounds durchfährt man über Stunden menschenleeres Sumpf- und Marschland, einzig die Anleger und Marinas am Coinjock Canal bieten begehrte und knapp bemessene Liegeplätze, Benzin- und Dieselservice.

AICW

Mit dem Erreichen des Albemarle and Chesapeak Canals in Virginia bleibt die unberührte Landschaft achteraus zurück. Der Kanal endet beim Great Bridge Lock, eine Schleuse in geschichtsträchtiger Umgebung, die unter anderem das salzhaltigen Tidengewässer des Elizabeth River von den nicht salzigen Schwarzwasserflüssen des südöstlichen Virginia bzw. nordwestlichen North Carolina trennt. Es war nicht schwierig, entlang unserer Route durch die Lower Banks, geeignete Ankerplätze zu finden. Das Ankern in der fast menschenleeren Umgebung ist ein Erlebnis für sich. Den Sound von abertausenden Wildgänsen, Enten und Fröschen bei Sonnenuntergang an unserem Ankerplatz im Blackwater Creek werden wir sicher lange nicht vergessen.

Public Dock, Great Bridge Memorial Park

Im Fotoalbum haben wir Route und Zwischenstopps mit Bildern dokumentiert. Hier kommst du dort hin…

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Hello USA!

Mai 16th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

612 Seemeilen, 4 Tage und 16 Stunden. So lauten die nüchternen Zahlen zu unserer Überfahrt von Great Abaco, Marsh Harbour, nach Morehead City, North Carolina. Wie so oft war alles dabei. Der erste Tag war von der ganz üblen Sorte. 60° Windwinkel, 20-25 Knoten Wind, See 3 Meter +/- von der Seite, brechende Kämme. Sehr nasses Segeln, das erst am Abend, als Windwinkel und -Stärke besser wurden. etwas angenehmer wurde. Unser Kurs sollte uns nach Nordosten bis in den Golfstrom führen, mit dem „als Turbo“ wir dann bis vor North Caroline segeln wollten. Die Rechnung ging zunächst auf, mit raumem Wind ging es am Tag 2 und 3 im Golfstrom bei bis zu 8 Knoten SOG nach Norden. Nach der Biege nach Nordost, allerdings, zog er uns weiter von unserem Ziel weg, als es uns lieb war, und auch der Wind schlief zusehends ein. Es wurde ein mühsamer 4. Tag, langsam aus dem Golfstrom heraus und ebenso langsam Morehead City entgegen. Teilweise unter Passatsegel, dann wieder vor dem Wind kreuzend. Die Ansteuerung von Morehead City erfolgte dann erst nächtens, da aber alles gut betonnt und beleuchtet war, ohne Probleme. Am 3. Mai, kurz nach 23 Uhr, fiel unser Anker südlich Sugarloaf Island. Wir hatten noch unsere kurze Pflicht-Unterhaltung mit CBP und sprangen anschließend müde in die Koje.

Morehead City Transient Docks

Am nächsten Morgen verlegten wir in die Transient Docks, die städtische Marina. Das Einklarieren verzögerte sich um einen Tag, weil sich der CBP-Beamte an einem anderen Standort aufhielt, da er uns aber die Erlaubnis zum verlassen des Bootes gab, konnten wir uns an unsere To-Do-Liste machen, die Einkaufen, SIM-Karte besorgen, Wäsche waschen, Boot entsalzen, Boot putzen, Dinghy putzen, Starterbatterie tauschen, Segel tauschen, Wassermacher konservieren und weiteren „Kleinkram“ umfasste. Nach drei Tagen war alles erledigt. Wir ebenso.
Wir verließen Morehead City nach Norden, in den Lower Banks wollten wir etwas mehr Zeit verbringen, denn es war ja noch recht früh in der Saison.

Unterwegs auf dem Atlantic Intracoastal Waterway

Die erste Etappe führte uns am Samstag, 7. Mai, nach Oriental, am Neuse River. Wunderschönes Örtchen, super geschützter Ankerplatz, öffentlicher Anleger und kostenloses Wasser. Der Schutz war auch nötig, denn schon am Sonntag setzte im Zusammenhang mit einem NO-Sturm vor der Atlantikküste kräftiger Nordwind ein, der noch dazu einen erheblichen Temperatursturz auf 11°C mit sich brachte. Wir wussten ja, dass die Badesaison vorbei sein würde, dass wir aber gleich die Winterklamotten brauchen würden war nicht so prickelnd. Wetterbedingt – und auch weil wir es uns so gut in Oriental gefiel – blieben wir eine Woche da. Am Samstag, 14. Mai brachen wir wieder auf, weiter hinein in die Landschaft der Lower Banks, der heimischen Boddenlandschaft ähnlich, nur eben XXL. Mehr darüber im nächsten Beitrag.

Hafen, Marina und Ankerplatz von Oriental, NC.

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Tschüß Bahamas!

Mai 9th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Norman’s Cay, Westküste.

Während wir diesen Beitrag verfassen, haben wir die Bahamas bereits verlassen. Wir fassen uns deshalb etwas kürzer: Nach Big Major‘s Spot segelten wir zu den nördlichen Exumas und stoppten dort bei Norman‘s Cay, Highborn Cay und Adam‘s Cay. Das Wetter war weiterhin überaus windig und wechselhaft, die Ankerplätze blieben weiterhin unruhig und schaukelig.

Ammenhaie bei Highborne Cay Marina.

Nach dem Durchzug einer weiteren Kaltfront aus dem Norden sollte sich, gemäß aller Wettermodelle, ein mehrere Tage andauerndes Wetterfenster für unsere Überfahrt in die USA öffnen. Das wollten wir nicht verpassen und verließen die Exumas deshalb schneller als ursprünglich angedacht. Am 26 April überquerten wir vom Beacon Cay aus die Yellow Banks nordwärts zum Fleming Channel und segelten von dort gleich weiter, über den Northwest Providence Channel und durch den North Bar Channel in die Gewässer um Marsh Harbour, wo wir vor Hope Town vor Anker gingen. Der Ort war uns von der Crew der Gratitude wärmstens empfohlen worden und wir waren froh dem Tipp gefolgt zu sein. Für uns war Hope Town die schönste Ortschaft der Bahamas, die wir gesehen haben.

Hope Town.

Eine schöne, um ein natürliches Hafenbecken gelegene, geschlossene Ortschaft ohne Autoverkehr, die Häuser in unterschiedlichen, freundlichen Pastelltönen gestrichen, gemütliche Kneipen und ein echter, von Riffen geschützter, großer Sandstrand auf der Atlantikseite. Auch wenn noch nicht alle Schäden, die Hurricane Dorian (2019) angerichtet hatte, beseitigt sind, ist der Wiederaufbau des damals weitgehend zerstörten Orts fast abgeschlossen. Was auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, sind die Schicksale der Menschen, die hier lebten. Viele sind immer noch nicht zurückgekehrt, viele werden nie zurückkehren, auch weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können, denn Preise für Grund, Boden und Wohnen sind für die arbeitende Bevölkerung kaum mehr erschwinglich. Der Besitzer des Vernon‘s Grocery weiß einiges darüber zu erzählen.

Leguane auf Allan’s Cay

Unser Wetterfenster blieb bestehen und versprach, bei Abreise am Freitag, 6 Tage günstige Winde für unseren 500-600-Meilen-Törn nach Morehead City, NC. Deshalb hieß es Abschied nehmen, von Hope Town und den Bahamas. Wir verlegten mit einem kurzen Ausklarierungs-Stopp in Marsh Harbour zum Man-O-War Cay, von wo aus wir, durch den gleichnamigen Channel, in die USA aufbrachen.
Was uns noch in guter Erinnerung bleibt: Ein wunderschönes Picknick am Strand von Hope Town, der Fang eines kolossalen Mahi-Mahi nach passieren des Fleming Channels und die Berge Fischfilets, die es daraufhin zu verspeisen gab.
Und zu den Bahamas allgemein? Die Farben des Wassers, das leuchtende Türkis und Blau, das Wasser, das vielerorts so klar wie Glas ist, die leeren Strände und Buchten der Outer Islands, das warme Wasser, Kokosnüsse, selbst gepflückt.
Bilder sagen mehr als Worte, du findest sie im Fotoalbum…

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Big Major’s Cay

April 29th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Dem Strom des Galliot Cut folgend segelten wir am 16.4. von Cave Cay aus hinaus auf die „Banks“ und weiter nach Norden, geschützt durch die Kette der Exuma Cays. Einen Stopp beim Great Guana Cay ließen wir ausfallen und steuerten gleich den Ankerplatz von Big Major’s an. Viele Amerikaner verbringen die ganze Saison in der geschützten Bucht, trotzdem findet jeder noch ein Plätzchen.

Ankerplatz Big Major’s Cay

Hauptattraktion ist Pig Beach mit seinen frei laufenden (und schwimmenden) Schweinen. Ist letztlich auch nur ein Freiluft-Schweinestall, der jedoch, clever vermarktet, einen nicht enden wollenden Strom an Besuchern anzieht. Wir fragten uns das eine oder andere Mal schon, wer denn nun das größere Schwein ist, wenn Besucher versuchen, mit Steinen als Fake Futter oder Tritten das Beste Pig-Foto zu arrangieren. Unglaublich, was man da so sieht.

Schweine füttern…

Von uns gab es täglich Putz-Reste von Gemüse und Salat, das lieben die vierbeinigen Schweine. Daneben drehten täglich zwei Ammenhaie ihre Runde durch die Bucht und Stachelrochen schauten ebenfalls gern vorbei. Beim Schwimmen haben wir uns mittlerweile an solche Begegnungen gewöhnt.

Um die Ecke liegt Staniel Cay mit seinem Yacht Club und Dinghy Dock, Supermärkten und einem Waschsalon, echte Seltenheit auf den Exumas. Mit Dinghy liegen ferner der Pipe Creek, Staniel Cay mit seinen Ammenhaien und zahlreich Sandbänke in Reichweite. Allerdings nicht bei unserer Motorisierung und dem unvermindert stürmischen Wetter.

Staniel Cay Yacht Club

Die Preise für Proviant erreichen hier übrigens astronomische Beträge. 12 US-$ für eine Packung Romanasalat, 8,50 US-$ für eine Packung Tostbrot, 6 US-$ für Eier. Keine Ahnung, wie einheimische Arbeitnehmer hier über die Runden kommen.

Fünf Tage schauten wir dem munteren Treiben um Pig Beach und Big Major’s zu, dann brachen wir, trotz der unvermindert starken Winde auf, weiter Richtung Norden. Mehr Bilder gibt’s in Kürze im Fotoalbum.

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Cave Cay, Exumas

April 20th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Anfahrt auf Cave Cay Cut

Bei raumem Wind ging es für uns zügig durch den Conch Cay Cut hinaus auf den Sund und weiter entlang der Exumas gen Norden. So zügig, dass wir unterwegs das Tagesziel auf Cave Cay verlängerten, um auflaufendes Wasser bei der Einfahrt auf die Banks erwarten zu können. Cave Cay Cut gilt als tief und unkompliziert, was wir gern bestätigen können. 3-4 Knoten Strom saugten uns bei Ankunft durch den Tidenkanal, an ein Umdrehen ist da nicht mehr zu denken. Wollten wir ja auch nicht, statt dessen bogen wir, kaum hindurch, nach Steuerbord ab, um auf die Ankerplätze westlich von Cave Cay zu gelangen, wo dann auch, in Sichtweite der Zufahrt zur Cave Cay Marina, unser Anker fiel.

Im Tidenstrom

Der Pavlidis-Exumas-Guide verspricht am südlichen Ende eines langen, gewunden Sandstrands auf der Nordwestseite des Cays eine schöne Grotte („beautiful grotto“). Klingt toll, war dann aber eher etwas enttäuschend. Die Grotte ist eigentlich nur die offene Hälfte einer solchen, mit den Resten einiger Stalaktiten und einem bedrohlich von Rissen durchzogenen Gewölbe. Der gegenüberliegende Mini-Strand mal wieder „Private Property“.

Attraktion und Namensgeber. Halbe Grotte auf Cave Cay

Entlang der in diesem Bereich gut geschützten, felsigen Küste betrieben einige Marinalieger von ihren Dighies aus Speerfischen auf die wenigen Fische, die es hier noch geben mag. Am Hunger kann es wohl kaum gelegen haben, denn es gibt ein Restaurant in der Marina.

Uns macht so ein Verhalten zunehmend wütend. Aus gutem Grund ist Speerfischen innerhalb 200 Metern von der Küste verboten: Die Gewässer der Bahamas sind, so weit wir sie bisher gesehen haben, leer und öde. Lebendige Korallen sind genauso selten wie lebendes Getier. Klima- und Meeresforscher sprechen und warnen vor der zunehmenden Zerstörung der Ökosysteme. Hier hat man ganze Arbeit geleistet, was einige Fun-Seeker nicht davon abhält auch noch die letzten, kleinsten, verbleibenden Fische zu killen. Sorry, musste mal raus 😉

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George Town, Great Exuma

April 20th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Hamburger Beach, Stocking Island

Die Exumas sind, so haben wir gehört, die Inselkette der Bahamas, die man gesehen haben muss. Wir waren gespannt, auch etwas skeptisch, denn solch ein Ruf sorgt, wie schon oft erlebt, zu Besucherströmen, die dem Gesamteindruck nicht immer dienlich sind. Einen ersten Eindruck davon, was Attraktivität bewirkt, bekamen wir dann auch gleich mit Einlaufen in Elizabeth Harbour, den durch Stocking Island vom Exuma-Sund abgeschotteten Naturhafen, im Südosten von Great Exuma. Das ist nicht weiter verwunderlich. Der Naturhafen und insbesondere George Town, liegt mit seinen guten Versorgungsmöglichkeiten zentral in der Inselwelt der Bahamas und ist somit logischer Stopp, sowohl für Segler auf dem Weg nach Norden oder Süden, oft auch Ziel für jene, die dem Nordamerikanischen Winter entfliehen und hier für längere Zeit vor Anker liegen bleiben. Der internationale Flughafen macht zudem Crew wechsel einfach und Georgetown selbst zur Drehscheibe für Tourismus auf den Exumas.

Ankerplatz Sanddollar Beach, Stocking Island.

So liegen denn allein zwischen Hamburger Beach im Norden, Elizabeth Harbour vor George Town und Sanddollar Beach im Süden Stocking Islands weit über 100 Motor- und Segelyachten vor Anker. Der stramme Wind sorgt übrigens für eine anständige Windsee und macht Versorgungsfahrten zum Dinghy Dock George Towns, im Lake Voctoria, zu einer meist nassen Angelegenheit. Die zahlreichen Überwinterer haben Stocking Island mit einem Wegenetz verhältnismäßig gut erschlossen, wie wir bei einigen Wanderungen über die Insel feststellen konnten. Eine weitere, der regelmäßig durchziehenden Kaltfronten, hielt uns einige Tage hier fest, die wir aber dennoch gut nutzen konnten, da die Internetverbindung hervorragend ist.

Chat ‚N‘ Chill, Treffpunkt für Segler, Touris, Locals…

Am Donnerstag, 14.4., hatten wir dann aber doch genug vom Geschaukel durch Windsee, Dinghys und Ausflugsboote und brachen auf gen Norden, zu den kleineren Inseln der Exumas. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

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Long Island

April 10th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Ankerplatz bei Clarence Town, Long Island

Immer wieder überraschen besonders jene Ort positiv, die ursprünglich gar nicht in der Törnplanung enthalten sind. So auch Clarence Town, an der rauhen Ostküste Long Islands. Im Naturhafen, geschützt von Riffen und kleinen Inselchen ist es leicht, einen Ankerplatz zu finden, die Bucht strahlt in der gesamten Palette Türkis und Blau, Strände ohne Ende, das Wasser kristallklar. Im Süden der Bucht konnten wir Rochen beobachten, in der Flying Fish Marina Ammenhaie. Die Versorgung könnte besser sein, aber man kann ja nicht immer alles haben! Wir verbrachten 3 entspannte Tage hier, bevor wir schweren Herzens wieder aufbrachen um nicht während der angekündigten Starkwindphase stecken zu bleiben.

Strand bei Clarence Town

Wir wollten ums Cape Santa Maria herum auf die Westseite von Long Island. Das ist eine 50 Seemeilen-Passage, die man an einem Tag schaffen kann. Wir zogen es vor, über Nacht zu segeln, einerseits würden wir dann den nächsten Ankerplatz ohne Eile bei Tageslicht erreichen und hätten zudem den ganzen Ankunftstag „frei“. Die Planung ging auf. Es wurde eine entspannte Fahrt bei 3-4 Bft und wenig Welle, die wir von Ankerplatz bis Ankerplatz unter Genua zurücklegten. Um 8 Uhr hatten wir unseren Anker in der Calabash Bay eingegraben. Auch wieder so ein Ort, dessen leuchtende Farben des Wassers sprachlos macht.

Cape Santa Maria

Im Osten Hoosie Harbours, flacher Naturhafen im Nordosten der Bay, liegt das Dinghydock für Seymours, nördlichste Siedlung von Long Island. Wir machten dort fest, um zum Columbus Monument am Cape Santa Maria zu wandern. Das Monument erinnert an das freundliche aufeinander treffen der Eingeborenen Lucayans und Christoph Columbus, bei dessen Landung am 17. Oktober 1492. Ort und Datum sind zwar nicht unumstritten, die Panoramen, die sich dem Besucher bieten sind auf jeden Fall genial. Der Weg ist lang und heiß. Kühlung findet man am Kap im Meer, nach der Rückkehr bei Rodney, im Sunset Restaurant, 100 m südlich des Dingydocks. Nein, es gibt keine Klimaanlage (und auch kein WiFi), dafür aber kaltes Kalik, Eiswasser und Chips als Zugabe. Auf Bestellung kann man wohl auch sehr gut speisen, dort, was wir leider nicht mehr probieren konnten. Wir wollten weiter zu den Exumas und nutzten den guten Wind um am darauffolgend Tag George Town anzulaufen.

Verdiente Abkühlung!

 

Weitere Bilder von Long Island findest du im Fotoalbum.

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Great Inagua bis Long Island

April 8th, 2022 · Logbuch, Segelzeit

Die Sturmfock schont das Passatsegel…

Great Inagua ist die südlichste Insel der Bahamas, an klaren Tagen soll man vom Leuchtturm aus das nur runde 50 sm entfernte Cuba sehen können. Acklins- und Crooked Island sind bei den vorherrschenden, östlichen Winden das logische, nächste Ziel. Gern wären wir dann weiter zu den Jumentos Inseln, bekannt für Abgeschiedenheit und Einsamkeit auf vielen, unbewohnten Inseln und zudem (oder ebendem) nur wenig besucht. Beim zurzeit wechselhaften und sehr windigen Wetter erschien uns das als etwas zu abenteuerlich. Nach einer Starkwindpassage von Great Inagua nach Acklins Island, während der wir erstmals unsere Sturmfock zum Einsatz brachten, konnten wir einen ruhigen Nachmittag in der Sugar Bay, Acklins Island, verbringen.

Sugar Bay, Acklins Island

Das Wasser unvorstellbar klar und bis zum Horizont in allen Schattierungen von Blau und Türkis leuchtend. Muss man gesehen haben um es zu glauben, Bilder können dem kaum gerecht werden. Gern wären wir länger geblieben, doch leider mussten wir am nächsten Tag schon wieder weiter, ein bevorstehender Frontdurchgang mit kräftigem Nordwind, zwang uns, einen der wenigen, für solches Wetter geeigneten Ankerplätze, aufzusuchen. Wir fanden, mit einigen weiteren Yachten, Schutz hinter Long Cay, im Bereich der Zufahrt zur Acklins Bay, kurz bevor die Front mit heftigem Regen und Wind über uns hinwegzog. Zwei Tage später, am Montag, 28. März, drehte der Wind wieder auf NO und es wurde Zeit einen Leeankerplatz an einer Westküste aufzusuchen. Unsere Wahl fiel auf Landrail Point, an der Nordwestecke von Crooked Island.

Landrail Point, Crooked Island

Ein schöner Ankerplatz mit einem langen Sandstrand, den wir für einen Tag quasi für uns alleine hatten. In der Siedlung Landrail Point Settlement gibt es ein Restaurant, eine Boutique und einen Supermarkt. Sonst nichts. Sehr entspannt also. Im Restaurant (Gibson‘s Restaurant #2) verwöhnten wir uns mit einem reichhaltigen Mittagessen, welches wir weder so bestellt hatten, noch so von der Chefin angekündigt war, runde zwei Stunden Vorbereitungszeit brauchte und dann schließlich lecker, aber eben auch recht teuer war.

Landrail Point Settlement. Hier tobt das Leben…

Nördlich des Strands, gleich hinter Pittstown Point gibt es übrigens eine neue, großzügig ausgebaute Marina, deren Riffzufahrt mit roten und grünen Bojen markiert ist. Besichtigten wir auf einer unserer Strandwanderungen, denn die Liegegebühr von 4 $ / Fuß sind einfach zu astronomisch für ein paar Hafentage.
Eine längere Periode ruhigeren Wetters war weiterhin nicht in Sicht, weshalb wir die Jumentos endgültig abschrieben und Long Island als nächstes Ziel ins Visier nahmen. Versorgt mit frischem Obst und Gemüse aus dem begrenzten Angebot des Supermarkts, brachen wir schließlich am 1. April nach Long Island auf. Gut 30 sm sind es, bis hinüber zur Südspitze der Insel. Geschützt von einem Riff sollte man dort gut ankern können, auch gibt es eine Strandkneipe, deren Conch-Fritters besonders lecker sein sollen. Zu denen kamen wir jedoch nicht. Das Riff wurde seinem Schutzanspruch überhaupt nicht gerecht. Es wurde eine sehr , sehr unruhige Nacht mit wenig Schlaf ohne Aussicht auf Besserung der Bedingungen. Mit Sonnenaufgang verließen wir den Ankerplatz und segelten weiter nach Norden, entlang der Ostküste Long Islands, bis Clarence Town. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

Weiter Bilder zur Acklins- und Crooked Islands-Gruppe findest du im Fotoalbum.

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