SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

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Lissabon

Oktober 9th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Unser erster Anlaufpunkt im Großraum Lissabon war, wie im letzten Beitrag beschrieben, Cascais. Die Bucht von Cascais bietet eine erstklassige Ankermöglichkeit, die auch reichlich genutzt wird. Wir erlebten am ersten Tag bis 2,8 m Atlantikschwell, der um Cabo Raso und die Klippen bei Cascais herumbog, dank dem beständigen Nordwind ohne Windsee aber kaum zu spüren war.

Am Abend unserer Ankunft gab‘s ein Feuerwerk. Nicht für uns, sondern im Rahmen des Ironman Cascais, der am Wochenende stattfinden sollte. Wir hatten mit unserem Ankerplatz Glück, mussten nicht verlegen und die Schwimmstrecke führte direkt an unserem Boot vorbei. Wir kamen sogar ins Fernsehen.

Danja live. Ironman 70.3 Cascais 2019.

Cascais selbst wird seinem Image (vgl. Internet) absolut gerecht. Hier kann man verweilen, vor Anker sogar umsonst. Die Versorgung klappt perfekt, gut frequentierter Anleger für die Dinghis ist der Tankstellen-Ponton in der Marina-Einfahrt. Den fälligen Waschtag erledigten wir in einem Waschsalon in Hafennähe (MaryClean Lavanderia Self-Service). Einzig negativer Punkt an Cascais ist das schmuddelige Wasser in der Bucht. Hat uns an die Algenblüte in der Ostsee erinnert. Baden waren wir nicht.

Baia do Cascais

Am 1. Oktober fuhren wir mit der Bahn ins Zentrum von Lissabon, Touri-Sight-Seeing. Kostet mit dem Tagesticket für alle Öffis 11 EUR. Wir kannten Lissabon von früheren Reisen, es ist, meinen wir, sehr viel touristischer geworden. Die typisch portugiesischen Ecken sind nicht mehr so einfach zu finden, die klassischen Attraktionen total überlaufen (Tram-Bahn durch die Alfama bzw. Alfama, Baixa, Bairro Alto, Belem…). Der eine Besuchtag, der für so eine Stadt natürlich nicht ausreicht, reichte uns voll und ganz.

Wir blieben eine Woche in Cascais, dann nutzten wir am 3.10. den stabilen Nordwind für einen Törn Tejo-aufwärts bis vor den Praca do Comercio und wieder zurück nach Oeiras. Sehr reizvoll!

Stadtbesichtigung von der schönsten Seite.

Die für den Tag vorhergesagte Welle war übrigens am Nachmittag deutlich höher als erwartet, die brechenden Wellen um die Tejomündung herum ganz schön eindrucksvoll und die Zufahrt in den Hafen von Oeiras entsprechend spannend. Das mit den Wellen in den Hafen ein- und ausströmende Wasser sorgt im weiteren Verlauf – unabhängig von der Wellenhöhe – für jeder menge Bewegung im Hafen – und entsprechendem geknarze von Festmachern und Stegen.
Wurde in der ersten Nacht nur noch getoppt von feierwütigen, jugendlichen Gastliegern, die, völlig betrunken, auch nach 23.00 Uhr die ganze Marina beschallen wollten und kaum zu bremsen waren.
Ansonsten bietet die Marina Gratis-Brötchen am Morgen, TO-Rabatt sowie Waschmaschine und Trockner. Die Sanitäranlagen sind etwas klein bemessen und bei den Herren langsam aber sicher überholungsbedürftig.
An Oeiras gefiel uns besonders, dass es von den Touri-Massen noch nicht erfasst ist. Hier sind die Portugiesen noch weitestgehend unter sich. Wir fanden am ersten Abend im Wohnviertel nördlich der Marina ein super Restaurant (Grelha da Barra) wo wir als einzige Nicht-Portugiesen hervorragend und zu einem unschlagbaren Preis/Leistungsverhältnis dinierten.

Mehr Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Cascais – Tejo – Oeiras: 24sm, 2278 sm in der Segelzeit, 8898 sm gesamt.

 

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Über Peniche nach Cascais

Oktober 3rd, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Am 26.09. verließen wir Nazaré mit dem Ziel Cascais. In Peniche wollten wir einen Stopp einlegen und eventuell auch einige Tage bleiben. Der Nortada sorgte für bestes Segelwetter bei 4 Bft und wir erreichten mit guter Durchschnittsgeschwindigkeit Peniche. Die Marina war dort allerdings nicht ans Radio zu bekommen, alle Liegeplätze am Besucherponton belegt. Zum Liegen im Päckchen lud auch niemand ein, was vielleicht auch daran lag, dass alle Fender als Schutz gegen Wind und Schwell der zahlreichen Fischer- und Ausflugsboote am schwankenden Ponton im Einsatz waren. Wir folgten der Empfehlung im Reeds und ankerten nördlich der östlichen Hafenmole. Zum Dinner gab’s alsbald Dorade, die wir am Tag zuvor in Nazaré erstanden hatten. Bis spät in den Abend hinein fuhren Fischkutter in voller Fahrt an uns vorbei um ihren Fang an Land zu bringen. Wir hatten mit Donnerstag wohl einen schlechten Tag erwischt. Was am Wochenende auf den Fischmärkten angeboten werden soll, muss wohl am Abend entladen sein. Wäre eine logische Erklärung. Für uns war der eine Abend jedenfalls genug, wir beschlossen mit Anbruch des Tages nach Cascais weiter zu segeln.

Eilige Fischer in Peniche

Der beständige Nordwind bescherte uns sodann perfekte Passatsegelbedingungen. Am westlichsten Punkt Festland-Europas, dem Cabo da Roca vorbei und weiter bis Cabo Raso, segelten wir platt vor dem zunehmenden Wind mit 5-6 Knoten Fahrt. Herrlich!

Cabo da Roca, westlichster Punkt Europas.

Um 17.00 Uhr gingen wir schließlich am Freitag, den 27.09. in der Baia de Cascais vor Anker. Ein herrliches Plätzchen, das uns auf Anhieb gefallen hat und zum bleiben einlud. Darüber aber im nächsten Beitrag mehr.

Vor Anker in der Baia de Cascais.

Weitere Bilder wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Nazaré – Peniche – Cascais (Ankerplatz): 74 sm, 2263 in der Segelzeit, 8874 gesamt.

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Nazaré

Oktober 2nd, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Der Hafen von Nazaré ist an der Westküste der einzige ohne eine sog. Barre. 45 Meter tief ist das Wasser gleich vor der Hafeneinfahrt. Auch als vor dem Praia Norte die höchste gesurfte Welle der Welt Eingang in das Guinnes Buch der Rekorde fand (8. Nov. 2018, Stand Sep. ‚19), war der Hafen nicht geschlossen. Solche Bedingungen brauchen wir gar nicht, es ist jedoch ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass man einen sicheren Hafen ansteuert.

Wir erreichten Nazaré am 20.09. und wollten einige Tage bleiben. Einerseits um auf Segelwind zu warten, andererseits um die Stadt und Umgebung zu erleben. Das kam bisher etwas zu kurz. Ende September ist Nachsaison in Nazaré, das hochsommerliche Gedränge vorbei. Entsprechend schön war es, die besondere Kulisse und die beeindruckende Natur zu erleben: Praia da Nazaré mit seiner enormen Brandung, die Praia do Norte, an der Surfer die höchste Welle der Welt reiten können, der große Mercado Municipal, das unvergleichliche Panorama von den Aussichtspunkten der (Alt)stadtteile Sítio und Paderneira und vieles mehr.


Wir blieben letztlich 6 Tage. Der wieder einsetzende Nortada versprach schönes Segelwetter nach Süden, welches wir nicht ungenutzt lassen wollten.
Nazaré ist unseres Erachtens auf dem Weg nach Süden auf jeden Fall einen Stopp wert. Der Clube Naval da Nazaré hat das Management der gesamten Marina übernommen, bietet einen guten Service und versucht alle Gastschiffe an den Anlegern im Norden des Hafens unterzubringen. In den vielen kleinen Supermärkten und natürlich dem Mercado Municipal kann man sich bestens versorgen, das Nötigste bekommt man gleich an der Tankstelle neben der Marina, wo sich auch ein Waschsalon befindet.

Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Figuera da Foz – Nazaré: 37sm, 2189 sm in der Segelzeit, 8800 sm gesamt.

 

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Delfine!

Oktober 1st, 2019 · Allgemein, Segelzeit


An den Küstenabschnitten zweischen Porto, Figueira da Foz und Nazaré bot sich uns, sicherlich auch dem ruhigen Wetter geschuldet, ein besonderes Schauspiel: Zahllose Delfine gingen hier auf die Jagd und ließen es sich zwischendurch nicht nehmen, mit der Bugwelle unserer DANJA zu spielen. Fast ohne Unterbrechung wechselten sich Gruppen dieser wunderbaren Geschöpfe vor unserm Bug ab. Oft sah man sie schon von weitem Kurs auf uns nehmen, um uns dann 10, 20 Minuten lang zu begleiten, bevor Sie sich dann wieder auf Futtersuche begaben. Teilweise herrschte vor dem Schiff echtes Gedränge. Dabei sind natürlich viele Bilder und Videos entstanden, für die wir ein eigenes Fotoalbum erstellt haben. Viel Spaß beim betrachten.

 

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Figuera da Foz

September 28th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Für Figuera da Foz „haben wir heute leider kein Foto“. Schuld daran ist der Hafenmeister. Totaler Kontrast zum bisher erlebten. Braucht kein Mensch!
Am Morgen danach ging‘s zügig weiter in Richtung Nazaré.

P.S.: Gleich neben der Marina liegt der Mercado Municipal Engenheiro Silva. Die Markthalle hat täglich ab 07.00 Uhr geöffnet und bietet alles was des Smutjes Herz begehrt…

Für die Statistik: Douro Marina – Figuera da Faz, 64 sm, 2152 sm in der Segelzeit, 8763 sm gesamt.

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Porto

September 25th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Zum Regen in Nordportugal gesellte sich am Morgen noch Nebel, dennoch verließen wir mit dem ersten Tageslicht die Marina Viana do Castelo und machten uns auf den Weg nach Porto. Das Breitband-Radargerät funktionierte hervorragend und zeigte nicht nur Land und Schifffahrtstonnen, sondern während des Tages auch die Fischerbojen der nach wie vor zahlreichen Netze. Vor Leixos verbesserte sich die Sicht vorübergehend etwas, vor der Douromündung betrug sie dann aber wieder weniger als eine halbe Meile. Die Marina da Afurada (Douro Marina), benannt nach dem gleichnamigen Ortsteil des Großraums Porto fanden wir trotzdem und wurden vom Marinapersonal im Motorboot zu unserem Liegeplatz geleitet.

Unsichtiges Wetter in der Douro-Mündung.

Hatten uns zunächst die hohen Liegegebühren abgeschreckt, blieben wir dann doch zwei Tage, denn das superfreundliche Personal, die frischen Brötchen am Liegeplatz, der TO-Rabatt und ein kostenloser Besuch der Churchill‘s-Portweinkellerei, zusammen mit der fußläufigen Entfernung ins Zentrum vom Vila Nova da Gaia / Porto relativierten die EUR 44 für unser Schiff sehr schnell. Porto ist ein touristischer Hotspot. Der Trubel entsprechend. Ein wunderschöner Kontrast ist Afurada, gleich neben der Marina. Eine scheinbar seit Jahrzehnten bestehende Nachbarschaft, mit der Wäsche auf der Straße, dem Grill auf dem Gehweg, dem Nachbarn, der sich, vor seinem Häuschen sitzend den Bica beim Mini-Café gegenüber holt, in der man sich schnell zuhause fühlen kann. Portugal ist schön!

Porto, Bilderbuch-Panorama

Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Für die Statistik: Viana do Castelo – Douro Marina, 40 sm, 2088 sm in der Segelzeit, 8699 sm gesamt.

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Viana do Castelo

September 24th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Wechsel der Gastlandflagge: Portugal

Portugal ist unser Reiseziel für das erste Langfahrtjahr. Mit Viana do Castelo erreichten wir am 16.09. unseren ersten portugiesischen Hafen auf eigenem Kiel. Wie schon von anderen Seglern oft beschrieben, fordert der Slalom um die vielen Fischernetze vor der Küste stete Aufmerksamkeit. Vor Viana do Castelo erwischte es uns dann doch: Kein Netz oder so, aber ein Gebilde aus zusammengebundenen Plastikplanen, welches wohl einen guten Meter unter der Oberfläche auf uns gewartet hatte. Zwar drehte die Schraube noch, insbesondere im Rückwärtsgang klang das aber gar nicht gut. Blieb nur der Tauchgang vor der Hafeneinfahrt um für Klarheit – und einen freien Propeller – zu sorgen. Den Plastikmüll entsorgten wir später im Hafen und hoffen, dass uns so was in Zukunft erspart bleibt.

Plastikmüll

Das Sommerwetter hatten wir unterwegs tatsächlich zurückgelassen, Portugal begrüßte uns mit Regen. Die Begrüßung durch das Marinapersonal fiel dafür um so freundlicher aus, man half beim Anlegen und reichte die Hand mit einem herzlichen „Welcome to Viana do Castelo!“
Gänzlich ungewohnt spazierten wir anschließend mit Schirm und Regenklamotten durch die nasse Altstadt und genehmigten uns schließlich in der Churrascaria Zefa Carqueija eine Portion Grillhähnchen.

Anfahrt auf die Marina

Da sich vorerst keine Wetterbesserung abzeichnete, wollten wir gleich am nächsten Tag wieder weiter. Schade eigentlich, denn das, was wir in der kurzen Zeit von Viana do Castelo sahen, hätte auch zu längeren Verweilen eingeladen.

Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

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Ria de Vigo

September 19th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Wir verbrachten über eine Woche in der Ria de Vigo, deshalb hier noch einmal ein kleiner Nachtrag: Das hochsommerliche Wetter blieb uns erhalten und wir zogen Sonne, Strand und Baden einem Besuch in Vigo oder Baiona vor.

Anfahrt auf Cangas.

Als Versorgungspunkt wählten wir Cangas, nur ca. 5 sm östlich der Enseada de Barra. Östlich des Hafens, vor der Praia de Rodeira kann man prima Ankern, gleich nördlich der Tankstelle befindet sich eine Bootsrampe mit Schwimmponton, wo man super mit dem Dinghi anlanden kann. Cangas ist sehr „spanisch“, Touristen sind kaum zu sehen. Die Versorgung klappt bestens, Waschsalon, Supermarkt und Markthalle liegen gleich beim Hafen, in der Altstadt gibt‘s nette Restaurants und Bars. Zwei mal steuerten wir Cangas an, um anschließend wieder an die Praia de Barra zurückzukehren.

Weiterer Höhepunkt war für uns der Besuch der Islas Cies. Die Anmeldung und Freigabe für das Ankern dort läuft über‘s Internet schnell und problemlos. Wir lagen an der Praia das Rodas vor Anker, ruderten mit dem Dinghi an den Strand und wanderten zum Leuchtfeuer Monte Faro. Das Panorama von dort oben, immerhin 636 m hoch, ist spektakulär. Allein ist man auf den Islas Cies allerdings nirgendwo. Dafür sorgen die zahlreichen Ausflugsboote, die bis in den frühen Nachmittag pausenlos Besucher anlanden.

Islas Cies, Praia de Rodas.

Am Sonntag, 15.09. zeichnete sich aus unserer Sicht ein Ende der Schönwetterphase ab und wir beschlossen, uns auf den Weg nach Portugal zu machen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Baiona lenkten wir unsere Danja am 16.09. ums Cabo Sileiro in Richtung Portugal.

Sonnenuntergang an der Praia de Barra.

Weiter Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

 

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Rias Baixas

September 9th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Als Rías Baixas werden die vier großen Buchten südlich Finisterra bezeichnet. Von Nord nach Süd sind das die Ría de Muros, Ría de Arousa, Ría de Pontevedra und Ría de Vigo. Bei jedem Wind und Wetter finden sich schützende Häfen und Buchten, felsige Küstenabschnitte, die uns an die Schären Westschwedens erinnerten, wechseln sich ab mit weißen Stränden und bewaldeten Hügeln, kleinere oder größere Ortschaften dazwischen komplettieren das Panorama.

Enseada de Muros.

Eine weitere, gemeinsame Eigenschaft ist die geografische Ausrichtung nach Nordost. Und von da bläst im Sommer ein teilweise kräftiger Wind. Für unseren Aufenthalt hier war er bestimmend. Er bescherte uns stabiles, sommerliches Wetter, schränkte die Ankerplätze aber auf die jeweils nördlichen Küstenabschnitte ein und sorgte zudem für einige unruhige Nächte. (Negativer) Spitzenreiter hier für uns die Ría Arousa, wo der Wind nächtens in der Enseada Sur de San Xulian in Boen mit über 40 Knoten blies. Für die jeweiligen Schläge zur nächsten Ría sorgte der Nordoster natürlich für bestes Vor-dem-Wind-Segeln, bei dem immer wieder unser Passatsegel zum Einsatz kam.
Zurzeit liegen wir in der Ría de Vigo in der Enseada de Barra vor der Playa de Barra in herrlicher Kulisse des Landschaftschutzgebiets: Pinienwälder, weißer Strand, türkisfarbenes Wasser. Ein echtes Träumchen. War es gestern, am Sonntag richtig voll, liegen heute nur noch eine Handvoll Fahrtensegler in der Bucht.
An der Stelle muss noch ein bisschen lästern sein: Der Strand, Teil des Landschaftschutzgebiets trägt stolz das Banda Azul für die Wasserqualität, die European Environment Agency bestätigt seit 2008 exzellente Badewasserqualität. Das lockt am Wochenende tausende Badegäste und viele, viele Boote in die Bucht und Strandbars. Toiletten gibt es, abgesehen von einem Toilettenhäuschen am östlichen Anfang des Strandes (je ein Topf für Männlein und Weiblein) keine. Gar keine. Auch nicht in den Strandkneipen. Wir haben nachgefragt.

Praia de Barra, Ria de Vigo

Unsere Stationen bis hierher:
– Muros: Wir ankerten im Norden der Enseada de Muros und schauten uns den Hafen nur mit dem Dinghi an. An der Bootsrampe gleich nördlich des alten Hafenbeckens lässt sich auch bei strammem NO-Wind gut anlanden. Neben zahlreichen Kneipen und Restaurants gibt es zwei Supermercados Gadis. Einer südlich der Marina, von Yachties stark frequentiert, ein weiterer am südlichen Ende der Flussmündung beim Salzmuseum. Besser sortiert, aufgeräumter und gefühlt auch billiger. Dort nebenan liegt übrigens ein Waschsalon (18 kg-Waschmaschine für 4 EUR!). Der nördlich des Ankerplatz liegende Monte Laxeiras lädt zum besteigen ein. Gigantische Aussicht vom Cruz de Pelos aus.
– Isla de Arousa, San Xulián: Wir verließen Muros um die Mittagszeit und erreichten die Ría de Arousa erst am Abend. In der Nacht wurden wir so durchgepustet, dass wir uns mit Tagesanbruch entschieden, in die Ría de Pontevedra weiter zu segeln. Der Ankergrund in der Enseada Sur de San Xulián hielt bis 9 Bft.
– Portonovo, Ría de Pontevedra: Zu Beginn und im Norden der Ría gibt es zwei Häfen: Portonovo und Sanxenxo. Dazwischen liegt die Praia de Silgar. Hier kann man ebenfalls gut und geschützt vor dem NO-Wind ankern. Sanxenxo ist ein touristischer Hotspot. Und in der Saison sehr laut. Das Marina Village von Sanxenxo beherbergt einen Jahrmarkt und Discos. Die Bucht wird gut beschallt. Portonovo ist etwas ruhiger, die vielen Ausflugsboote sorgen aber für Bewegung im Hafen. Wir blieben nur zwei Nächte.
– Enseada de Barra, Ría de Vigo: Siehe oben.

Islas Cies am Horizont. Blick von der Praia de Barra nach Südwesten.

Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Muros – Isla de Arousa – Portonovo/Sanxenxo – Enseada de Barra, 60 sm, 1981 sm in der Segelzeit, 8592 sm gesamt.

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Rías Altas und Costa de la Muerte

September 1st, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Die Großwetterlage für Galizien blieb nach unserer Ankunft in Spanien stabil. Ein kräftiges Azorenhoch sorgte weiterhin für nördliche oder nordöstliche Winde und erlaubte Tagestörns entlang der galizischen Küste, zunächst mit dem klangvollen Namen Rías Altas, dann von La Coruna bis Cabo Finisterre, als Costa de la Muerte.

Cabo Finisterra, früher das Ende der Welt, bis heute Ende des Jakobswegs.

Die Landschaft ist beeindruckend, zahlreiche Buchten bieten Schutz vor der immer vorhandenen Dünung und ruhiges Liegen am Anker. Sicherlich könnte man den gesamten Sommer hier verbringen, uns treibt es jedoch weiter. Die Costa de la Muerte, deren Name sich nicht mit gemütlichem Segeln in Verbindung bringen lassen will, wollen wir vor September hinter uns gebracht haben.
Am 26. August verließen wir deshalb die Ria de Viveiro, am 31. August erreichten wir mit Muros die Rías Baixas, unser Reiseziel für den Monat September. Neben dem Zeitplan trieb uns auch die Wettervorhersage: Für die erste Septemberwoche ist vor Finisterre Starkwind bis 8 Bft vorhergesagt.
Heute, Sonntag, 1. September, liegen wir nun gegenüber des Hafens in der Ensenada de Muros und sind trotz – oder gerade wegen der Böen, die bis Stärke 7 über das Ankerfeld fegen froh, nicht auf offener See unterwegs zu sein.
Unsere Stationen bis hierher:

 

– Cedeira: Die Ria Cedeira bietet südlich des Mouringfelds ausreichend Platz zum Ankern auch für eine größere Zahl von Yachten. Der Ort Cedeira machte trotz des trüben Wetters einen guten Eindruck, unser Dinghi blieb jedoch an Deck, am Morgen ging es weiter Richtung La Coruna.
– Ensenada de Mera: Am späten Nachmittag einen Hafen wie La Coruna anzulaufen, ist aus unserer Sicht bei den hohen Liegegebühren der Hauptsaison Verschwendung. Wir entschieden deshalb zunächst Mera, 3 Meilen gegenüber La Coruna anzulaufen. Die Bucht bietet bei Wind aus NW bis O ruhiges und schönes Liegen vor Anker. Im Ort gibt‘s einen kleinen Supermarkt, an der Praia de Espineiro ein uriges Strandlokal.
– Marina Real in La Coruna: Wir gaben der Marina Real Vorzug vor der Marina Coruna, waren dann aber, abgesehen von der Lage im Stadtzentrum wenig begeistert. Die Sanitären Anlagen sind für die große Zahl der Gastlieger zu klein und unzureichend gereinigt, die Maschinen im Waschsalon funktionieren nur zum Teil und gehören vom Typ her eher in einen Privathaushalt, als in eine Marina. Am nervigsten empfanden wir den Schwell, der auch durch die Nacht hindurch für sehr unruhiges Liegen sorgte. Tagsüber verursacht durch Ausflugsboote und Dauerlieger, für die das Speedlimit offenbar nicht gilt, in der Nacht allerdings auch nicht weniger, Ursache unbekannt. Das negative I-Tüpfelchen setzte dann ein Kreuzfahrtschiff, das am Morgen auf der Südseite der Mole der Mariana Real festmachte und mit seinen wummernden Maschinen für Lärm und Feinstaub sorgte. La Coruna ist auf jeden Fall einen Stopp wert, die Marina Real weniger.
– Corme: In der NO-Ecke der Ría de Corme y Laxe. Wir lagen bei N bis NO Wind sehr ruhig hinter der gewaltigen Mole, auch hier hat uns das Örtchen gut gefallen und wir wären gern an Land gegangen, hätte uns nicht der vorhergesagte Starkwind weitergetrieben. Als Highlight empfanden wir das stündliche, wunderschöne Glockenspiel der Kirche von Corme. Der Raum zum Ankern ist begrenzt, bis 10 Yachten kommen aber sicherlich gut unter.
– Camarinas: In der NO-Ecke der Ría de Camarinas. Rießiges Ankerfeld und ein kleiner Yachthafen. Wir lagen mit fast 30 Yachten in der Bucht, die, wenn das Wetter es erlaubt, mit Ausflügen in herrlicher Landschaft lockt. Aus bekannten Gründen mussten wir weiter, wie übrigens alle anderen Ankerlieger auch. Eine wahre Segelyacht-Armada brach am Morgen in die südlich von Finisterre gelegenen Buchten auf, wir mittendrin.

Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Viveiro – Cedeira – Ensenada de Mera – La Coruna – Corme – Camarinas – Muros, 157 sm, 1921 sm in der Segelzeit, 8532 sm gesamt.

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