Monat: August 2010

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 11

    Von Simrishamn nach Ystad.

    Am Morgen hatte der Wind auf Nord gedreht. Wie immer begrüßte uns die Morgensonne zum Frühstück. Nach dem Abwasch und allem Aufräumen warfen wir um 09.30 Uhr den Motor für das Ablegemanöver an. Wie schon zuvor bewährte sich der Bugstrahler beim Freikommen vom Anleger. Schön einen zu haben und definitiv ein Muss für unser eigenes Boot, wenn es denn soweit ist. Wir drehten noch ein, zwei runden im Vorhafen, biss alle Festmacher und Fender verstaut waren, dann ging es wieder hinaus auf die Ostsee.

    Etwa eine Meile vor der Küste drehten wir in den Wind um die Segel zu setzen. Das Groß ging hoch, doch noch vor dem Reff 2 war es vorbei. Wir brauchten einige Sekunden um zu verstehen was los war. Das Groß-Fall hatte sich um den Deckscheinwerfer auf der Vorderseite des Mastes gelegt und hing da fest – in 6, 7 Metern Höhe. Mist. Wir bargen das Segel und Daniel versuchte alsdann einige Male vergebens durch Werfen und Schütteln etwas zu verändern, jedoch ohne Erfolg. Auch einige Vollkreise, in ca. 1 m hohen Wellen für uns Anfänger kein Spaß, brachten keine Besserung. Wir riefen Daniel ins Cockpit zurück und dachten nach. Zurück in den Hafen würde uns viel Zeit kosten, weiter Versuche konnten wir genau so gut unterwegs angehen. Also steuerten wir Genesis auf Kurs Ystad und berieten das weitere Vorgehen. Während Otto, von Christine überwacht, den Kurs hielt, ging ich selbst nach vorn und startete einige vergebliche Versuche des Schüttelns und Rüttelns. Irgendwann gelang es dann das nicht genutzte Backbord-Fall über das um den Deckstrahler gewundene Großfall zu werfen und letzteres frei zu bekommen. Geschafft.

    Schnell waren danach die Segel gesetzt und mit raumem Kurs ging es entlang der Küste mit gut 7 Knoten nach Süden.Telefonisch hatten wir am Morgen bestätigt bekommen, dass das Schießgebiet XYZ aktiv sei und liefen deshalb nach Passieren des Leuchtturms Sanhanmaren weiter gen Südwest um davon frei zu bleiben. Als schließlich auch noch der Wind einschlief musste der Motor zur Unterstützung mit ran um uns nach Ystad zu bringen.

    Die Show im Schießgebiet hielt sich in Grenzen. Außer einigen Radiocalls war nichts zu erkennen. Zwei Stunden Umweg; mehr bekamen wir nicht geboten ;-(

    Gegen 17.00 hatten wir schließlich Ystad erreicht und erfolgreich fest gemacht. Bei einem kleinen Spaziergang in die Stadt waren wir über deren Atraktivität überrascht – und konnten einige Frischwaren inclusive Fisch erwerben. Als Dinner gab es sodann Salat, Antipasti mit Schinken, Feige und Käse, den Hauptgang krönten die gerade erstandene Lachsfilets aus der Röhre. Köstlich!

    Nach dem Abendessen stand noch ein kleiner Spaziergang zum Handelshafen auf dem Programm, wonach wir endlich in die Kojen stiegen um uns vor der morgige Überfahrt zurück nach Deutschland noch einmal auszuruhen.

  • Sommertörn auf der Genesis, Tag 10

    Von Karlskrona nach Simrishamn

    Die Etappe sieht schon auf der Karte recht gewaltig aus. Um wenigstens nicht allzu spät in Simrishamn anzukommen standen wir früh auf, kochten je eine Kanne Kaffee und Tee und nahmen uns vor das Frühstück unterwegs einzunehmen. Um 6.00 gingen die Leinen los und wir verließen Karlskrona. Nach dem Passieren der Feste Godnatt setzten wir Groß und Fock und liefen unter Segel vor dem Wind an Kungsholmen vorbei hinaus auf die Ostsee. Hinter der Untiefentonne Flaggrund setzten wir Kurs auf Simrishamn und überließen Otto das Steuer. Raumschots, mit 6-7 Knoten, ging es alsbald voran. 10 Stunden lang. Das schöne Wetter blieb uns wie immer treu. Während über Land Cumuli quollen und sich Schauer bildeten blieb es über See trocken und – schön für uns – windig.

    Immer schön der Kurslinie folgend erreichten wir um 17.00 den Ansteuerungspunkt nach Simrishamn. Mit dem Nordost hatte sich ein anstendiger Schwell aufgebaut, wie stark der Wind tatsächlich blies fühlten wir nach all dem Raumschot erst beim in-den-Wind gehen, zum bergen der Segel. Daniel war wie immer am Mast um das Falten des Groß in die Lazy Jacks zu unterstützen. Sportlich! Die weitere Vorbereitung für das Anlagen verlegten wir in den Hafen Simrishamns. Im Hafenhandbuch ist viel die Rede von Grundseen bei stürmischen Winden aus Ost. War zum Glück nichts von zu sehen. Weder vom Sturm noch von Grundseen.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 8 und 9

    Durch die Schären Blekinges

    Tag 8, Hanö – Tjärö

    Ähnlich windstill wie der gestrige Tag endete begann auch der Samstag. Ausschlafen war angesagt. Nach dem langen Schlag von gestern standen wir erst gegen 8.00 Uhr auf. Die Sonne lud trotz kühler 12 Grad zu einem Frühstück im Freien an. Wir besetzten den Picknicktisch an der Südlichen Mole und deckten dort ein. Gab wie schon gewohnt frisch gebackene Brötchen, Eier, Wurst, Marmelade mit frischem Kaffee usw.

    Danach füllten wir den Wassertank wieder voll, wuschen etwas Wäsche und planten den Törn des Tages. Via Karlshamn wollten wir weiter in die Schärenwelt Blekinges und dort, wenn es gelänge, in der Nähe Tjärös ankern. Just als wir zum Ablegen bereit waren lief die erste Fähre des Tages ein. Deren Standzeit ist sehr kurz, wie wir gestern beobachten konnten, deshalb warteten wir ab, bis sie den Hafen wieder verlassen hatte. Für’s Ablegen bargen wir alle Fender und Leinen und stießen uns bei Windstille um 10.40 Uhr achtern vom Kai ab um rückwärts ins Hafenbecken zu laufen. Wir kamen dabei der hinter uns liegende Yacht näher als gewünscht, was bei bereits eingeholten Fendern ziemlich unbehaglich war. Das beim Warten auf das Ablegen der Fähre der Bugstrahler wieder eingefahren war, war ebenfalls wenig hilfreich. Der Kleine Kreuzer war zudem so niedrig, dass abhalten von Hand nicht möglich gewesen wäre. Immerhin blieb der Abstand über einem Meter und als endlich auch der Bugstrahler wieder einsatzbereit war ging es endlich voran und aus dem schönen Hafen Hanös hinaus. Lesson learnt: Fender werden künftig erst verpackt, wenn wir Kurs auf die Hafenmole genommen haben.

    Während der Überfahrt nach Karlshamn bleib es weitestgehend windstill, die Segel blieben verpackt. In Karlshamn gönnten wir uns zunächst eine Rundfahrt durch den Hafen (und versuchten – vergeblich – eine Bank zu entdecken, um endlich über Schwedische Kronen in den Geldbeutel zu bekommen).

    Anschließend ging es nördlich Eneskärv mit Kurs Ost in die Schären. Total hübsch, alles. Wie aus dem Prospekt – und für uns ein völlig neuer Eindruck. Bei Brunsviken versuchten wir ein Anker/Festmach – Manöver, was uns letztlich nicht gelang. Einerseits wollte ich mit der Genesis nichts riskieren und dem Fels zu nahe kommen, dessen Verlauf unter Wasser nicht erkennbar war, zum anderen war ein Ankern nicht möglich da die Wassertiefe bei ca. 15 Meter lag. Als im Westen schließlich noch ein Gewitter aufzog und stärkere Böen zu erwarten waren, brachen wir die Versuch ab und motorten weiter in Richtung Tjärö. Auch dort verzichteten wir auf ein Festmachen am Fels, wählten jedoch einen Ankerplatz in einer Bucht westlich Tjärös (südlich Horsös) und stoppten dort um 16.00 Uhr vor Anker bei 6 Meter Wassertiefe den Motor.

    Tag 9, Tjärö – Karlskrona

    Die Nacht blieb ruhig. Zwei mal kontrollierte ich während der Nacht unsere Position auf dem Plotter und mit Blick nach draußen. Es beruhigte, zu sehen, wie Genesis im Wind Fahrt aufnahm um kurz darauf vom Anker gehalten in die entgegengesetzte Richtung zurück zu driften.

    Auch am Morgen war es sommerlich und erlaubte ein Frühstück im Freien. Nach dem Abwasch ging es um 9.45 wieder los. Problemlos bargen wir den Anker und verließen unter Motor „unseren“ Ankerplatz. Bis Vitaskär folgten wir dem Wasserweg durch die Schären, dann setzten wir Kurs Richtung offene See und setzten bei 2-3 Bft aus SO Groß- und Focksegel. Wir orientierten uns an den äußeren Untiefentonnen und segelten ostwärts, Ziel westliche Zufahrt nach Karlskrona, via Schwenkbrücke Hasslöbron.

    Wir fuhren unter Segel durch das enger werdende Fahrwasser, um schließlich im Hästholmsfjärden vor der Drehbrücke die Segel zu bergen. Per Funk beantragten wir bei Kungsholmen die Öffnung der Brücke, was nach nur kurzer Wartezeit erfolgte. Im Fahrwasser des Västrafjärden motorten wir die verbleibenden 4 Meilen weiter bis Karlskrona. Viele Segelboote waren dort unterwegs. Schon lange hatten wir nicht mehr so viel Verkehr auf dem Wasser gesehen. Viele interessante Marineschiffe waren in den ausgedehnten Hafenanlage zu sehen. Wir folgten der Betonnung im Osten Karlskronas bis in die Marina am Nordrand des Stadtzentrums, wo wir gegen 15.00 festmachten.

    Es folgte ein langer Spaziergang durch Karlskrona, an einem Geldautomaten konnten wir uns endlich Schwedische Kronen besorgen. In einem Restaurant feierten wir dann „Bergfest“, schließlich hatten wir hier mit Karlskrona das entfernteste Ziel unseres Törns erreicht. Von nun an galt es heimwärts zu segeln.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 6 -7

    Tag 6: Von Glowe nach Hasle, Bornholm

    Das Sturmtief ist vorbeigezogen. Endlich geht es weiter. Wir behielten den Plan bei, bis Schweden zu segeln, auch wenn zwei Wettertage bereits aufgebraucht waren. Die längerfristigen Wettervorhersagen enthielten einige Hochs in Westeuropa, die sich verstärkten und nach Osten ausdehnten. Klang gut.

    Um 7 Uhr warfen wir den Motor an, beim Ablegen aus der Box waren wir immer noch nicht die schnellsten, aber dafür stets kontrolliert und sicher. Nordwestlich der Untiefentonne nahmen wir die Nase in den Westwind, setzten Groß und Fock und fielen ab auf unseren Kurs 050 nach Hasle, Bornholm.

    Ab Mittag klarte der Himmel immer weiter auf, nur im Süden, dort wo wir herkamen, schien es schlechter zu bleiben. Es bließ konstant aus West mit 2-3 Bft, bei konstanten 1005 HPa, was uns mit knapp 5 Knoten nach Nordwest schob.

    Von 13 bis 14 Uhr war kein Land mehr zu sehen. Rings um nur See. Neues Gefühl für uns. Zwei mal kreutzten Schiffe unseren Kurz innerhalb ein, zwei Meilen: Das Containerschiff Unifeder und die Fähre Kopernik. 14.15 notierten wir als Zeit für unser erstes „Land in Sicht“. Von da an dauerte es noch vier weitere Stunden, bevor wir vor Hasle die Segel bargen. Fender und Festmacher bereiteten wir im Vorhafen vor, da war genügend Platz um ein, zwei Runden zu drehen, bis alles bereit zum Anlegen war.

    Im Innenhafen gingen wir schließlich im Becken IV am Südkai längsseits. Um 19.30 ging damit ein langer Segeltag zu Ende, das Log schrieb für den Tag 57 Seemeilen. Im Hafenamt machten wir dann erstmals Bekanntschaft mit einem Automaten-Hafenmeister. OK aber trotzdem irgendwie seltsam. Nur eine weitere Segelyacht hatte über Nacht festgemacht. Nach einem schnellen Dinner gings in die Kojen. Segeln macht müde…

    Tag 7: Von Hasle nach Hanö, Schweden

    Für heute hatten wir uns Hanö als Ziel vorgenommen. Der Wind hatte über nacht auf Ost gedreht, 3-4 Bft versprach das Wetterfax für die Südliche Ostsee. Vor Hasle war der Wind deutlich schwächer, deshalb motorten wir bis vor Hammerodde, wo wir den schützenden Bereich der Insel verließen und etwa 4 Bft. Wind vorfanden. Hoch gingen das Groß im ersten Reff sowie die Fock, was uns auf unserem Kurs Nord gute 6 Knoten Geschwindigkeit gab.
    Unterwegs von Hasle nach Hanö.
    Gut so! Viele Schiffe waren unterwegs, keines kam uns jedoch so nahe, als dass wir die Schiffsnamen erkennen konnten. Wir nutzten die Windsteuerung Ottos, das hielt unsere Geschwindigkeit konstant hoch, zwang uns dann aber am Nachmittag, als der Wind etwas abnahm zu zwei Kreuzschlägen um wieder auf unsere Kurslinie zu kommen. Bestimmt 10 Segelyachten kreuzten um die Mittagszeit unseren Kurz. Schienen von Karlskrona nach Simrishamn unterwegs zu sein. Gute 10 Meilen vor Hanö schlief der Wind dann allmählich ein, so dass wir gegen 15 Uhr den Motor anwarfen. Zwei Stunden später erreichten wir schließlich Hanö. Am westlichen Kai legten wir gleich hinter der Hafeneinfahrt längsseits fest. Brauchten zwei Versuche bei fast Windstille, da mein erster Anleger etwas weit vom Kai entfernt endete ;-(
    und auch die Länge der Festmacher nicht erlaubten das Boot per Hand ans Kai zu ziehen. Um 17.00 war es dann endlich geschafft und der Motor aus. Das Log zeigte wieder exakt 57 Meilen, nur waren wir heute 2 Stunden weniger lange unterwegs gewesen. Speed rules…

    Hanö selbst ist ein Örtchen wie aus dem Bilderbuch. Einfach schön und herrlich herausgeputzt. Ein kleiner Spaziergang führte uns zum Leuchtturm und über einen kleinen Umweg wieder zurück zum Hafen. Wir bewunderten die hübschen Gärtchen und Häuschen und begegneten außerhalb des Örtchens vielen Rehen. Überhaupt war das ganze Inselchen einfach nur putzig. Ein prächtiger Sonnenuntergang rundete den Tag ab. Cool.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 4 und 5

    Starkwind, Sturm, Starkwind mit Sturmböen, 7 Bft, 8 Bft, 9 Bft…

    So verkündete Kapitän Dietze oder besser DP07 zwei volle Tage lang. Wir warteten im Hafen Glowe bis das Sturmtief seinen Weg entlang Nordsee, Süd-Norwegen, Süd-Schweden, Finnischer Meerbusen zu Ende gegangen war. Die größte Sorge waren die Festmacher. Der eine, der unser Heck am Luvpfahl hielt hatte bereits einen Schaden, sollte er reißen, würde uns wohl nur das Legen einer Ersatzleine (schwimmend?) wieder vom Nachbarboot frei bekommen. Das Schaukeln und die Schräglage, die sich zeitweise einstellten, waren ausgeprägter als die Tage zuvor auf See… Würde man im Hafen eigentlich Seekrank, oder heißt das dann Hafenkrank? Vielleicht passiert das ja auch gar nicht. Uns ging es jedenfalls weiterhin gut. Da immer wieder die Sonne durchkam, machten wir immer wieder kleine Ausflüge entlang des Strandes von Glowe, aßen Fischbrötchen und – warteten.

  • Sommertörn auf der Genesis Tag 1-3

    Tag 1 (Sa, 21.08.2010):

    Aus Ingolstadt kommend ist die Anfahrt aus dem Süden Deutschlands stets das Längste Etmal eines Törns auf der Ostsee. Um 5.00 ging es los, gegen 13.00 erreichten wir den Hafen des Greifswald Yachtservice. Mit H. Wunderlich vereinbarten wir die Übergabe der Genesis ab 14.30. Die Zeit nutzten wir zunächst für eine Runde Fischbrötchen am Wiecker Hafen, entluden unser Gepäck und gingen Proviant einkaufen. Um vier war letzteres endlich geschafft, wir übernahmen „unser“ Boot der kommenden 14 Tage.

    Um am Sonntag nicht erst nach der ersten Brückenöffnung der Klappbrücke Wieck um 9.00 los zu können nutzten wir die 19.00 Uhr -Öffnung und liefen bei schwachem Wind, sommerlichen 30 ° und Sonnenschein unter Motor zur Marina Lubmin. Pünktlich zu Sonnenuntergang erreichten wir den Auslaufkanal und machten alsbald beim zweiten Versuch (bein ersten übersahen wir die rote Tafel, die in Lubmin den Liegeplatz eines Dauerliegers kennzeichnet) die Genesis sicher fest. Kostete bei den Temperaturen viel Schweiß, was den Schwärmen an Mücken offenbar besonders attraktiv erschien…

    Kurz vor Schließung gab es schließlich im Schwimmenden Restaurant/Hafenmeisterbüro das wohlverdiente Anlegerbier, nach einer besonders wohltuenden Dusche und einem kleinen Snack verzogen wir uns schließlich in unsere Kojen mit dem Plan am kommenden Tag nach Abgabe des Sanitärraumschlüssels und Empfang der bestellten Brötchen unseren Törn fortzusetzen.

    Tag 2 (So, 22.08.2010):

    Es war eine kurze Nacht, dennoch fühlten wir uns alle frisch genug, endlich Segel zu setzen und gen Norden zu laufen. Bornholm in einem Schlag war nicht zu machen, die Winde kamen aus SW und zwangen uns zu einem Vorwindkurs, bei dem die Geschwindigkeit niedrig bleiben würde. Unser Ziel hieß deshalb Lohme, von wo aus wir einen weiteren Versuch Richtung Bornholm starten könnten.

    Bei 2-3 bft ging es sodann gemütich vor dem Wind duch die Rinne des Schuhmachergrunds hinaus auf die Ostsee, halbwegs zwischen Landtief A und B auf Nord- und Halbwindkurs, der endlich flotte 5-7 Knoten Fahrt erlaubte. Alle Mann (und Frauen) an Bord legten Schwimmwesten und Gurte an. Im Verlauf des Nachmittags bildeten sich über Rügen teils kräftige Schauer und Gewitter, die zu kräftigen Böen aus West führten, auch der Wind frischte weiter auf (wir schätzen mal so um die 5 Bft). Zum Glück segelten wir immer da, wo bis auf ein paar wenige Tropfen kaum Niederschlag fiel. Ein Blick zurück auf schwarze Regenwände im Bereich der Oie zeigte, dass es auch anders hätte kommen können. SÖ Sassnitz refften wir das Groß auf Reff 1 und kreuzten danach gegen den auf West gedrehten Wind etwas näher an die Küste heran, um einen besseren Blick auf die Kreidefelsen zu haben.

    Nördöstlich des Königstuhls waren die Wellen recht ausgeprägt, einem Bereich ausgeprägter Kreuzseen zollten wir einigen Respekt. Zwei Kreuzschläge gegen den kräftigen Westwind brachten und schließlich vor Lohme, wo wir die Segel einholten und die Yacht zum Anlegen vorbereiteten. Bei der Dünung und dem kräftigen Westwind für uns Anfänger ein spannendes Unterfangen!.

    Mit einem leicht mulmigen Gefühl liefen wir dann dirch die Molenköpfen in den Hafen von Lohme ein. Wegen des uns in die Boxengasse schiebenden Windes rangierten wir einige Male vor und zurück bis wir uns schließlich für ein anlegen längsseits am ersten Liegeplatz der Südseite des Hafens entschieden. Wir waren froh über einen Bugstrahler zu verfügen, denn der erlaubt doch ein sehr kontrolliertes Manövrieren. Mit einigen helfenden Händen von Landseite gelang uns dann auch ein sicherer und stets kontrollierter Anleger, so gegen 18.00 ging der Motor aus. Es folgten uns noch einige weitere Yachten, deren Anlegen wir verfolgen konnten und die uns darin bestätigten, dass wir unsere Sache gut gemacht hatten.

    Den ganzen Abend bließ es kräftig weiter, durch Regen hindurch konnten wir einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten. Mit duschen, essen (heute gab es die mitgebrachte Bolognesesoße) wurde es wieder recht spät. Segeln und die viele frische Luft machten müde und wir waren froh als wir endlich in die Kojen konnten.

    Tag 3 (23.08.2010):

    Über Nacht hatte jemand den Wind abgeschaltet, nur ein laues Lüftchen wehte aus SW, die See hatte sich wieder beruhigt. Mit Wetterbericht und weitern Faktoren fassten wir den Entschluss auch heute nicht nach Bornholm zu laufen und entschieden uns statt dessen zu einem kurzen Schlag hinüber nach Glowe um etwas mehr Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. (1. wir waren immer noch groggi, 2. die schwachen Winde hätten uns zum motoren gezwungen – oder zu einer Nachtfahrt, 3. für den Nachmittag waren kräftig auffrischende Winde bis Stärke 7 im Bereich Bornholm zu erwarten). Die entscheidung erlaubte uns ein gemütliches Frühstück und ein entspanntes Ablegen.

    Es war ein gemütlicher Schlag, wir genossen mit Lesen, plaudern und sonnen die knapp 4 Stunden, die wir für die 5 Meilen brauchten. Kurz vor Glowe sprang der Wind dann gemäß Vorhersage auf Süd und frischte kräftig auf. Ruck zuck hatten wir 6-7 Knoten Fahrt drauf. Wir verzichteten darauf noch ein wenig zwischen Arkona und Glowe zu segeln und fuhren statt dessen in den Hafen wo wir schließlich gegen 14.00 festmachten. Der Einfachheit halben wählten wir (der Skipper) einen der vielen freien Plätze auf der Westseite der (von See kommend) ersten Steganlage. Bereitete uns dann einige Probleme, da hier die Heckpfähle sehr weit vom Steg entfernt stehen und unser Plan, die Heckleinen auf Slip zu legen, zunächst nicht richtig durchfürbar war. Also hieß es Leinen verlängern und weiter rangieren. Um halb zwei war es dann geschafft. Wir waren besonders gründlich beim klarieren und festmachen, denn die Vorhersage versprach eine stürmische Nacht.

    Am Abend gab’s das Anlegerbier in der Fischräucherei an der Strandpromenade von Glowe. Zwei Schwarzbarsche und Stücke Buttermakrele gingen auch noch mit, sie sollten mit einem Tomatenreis das Abendessen vervollständigen. Zudem nutzten wir den Netto-Supermarkt über der Haupt- bzw. Bundesstraße und bunkerten noch einige wenige Dinge, die uns als fehlend aufgefallen waren.

  • Rund Rügen – Hafeninfos

    Während unseres Törns liefen wir verschiedene Häfen an, aktuelle Infos hier kurz und knapp:

    1. Vitte Yachthafen (01.05.-02.05.2010). Nur 6 Yachten lagen in dieser Nacht an den Stegen. Die Ansteuerung verlief problemlos, wir hielten uns streng an das enge Fahrwasser. Der Hafenmeister nimmt seine Aufgabe sehr ernst, bereits wenige Minuten nach dem Anlegen stand er auf der Matte. Toiletten/Wasch- und Duschräume waren eisekalt und lange nicht so sauber wie wir bei der Liegegebühr von 20 EUR erwartet hatten.
    2. Glowe (02.05.-03.05.2010). Lebendiger Hafen mit gutem Service. War recht gut besucht, jedoch nicht überfüllt. Auch hier waren Die Toiletten/Dusch- und Waschräume nicht sauber. Der Verdacht kam auf, dass die Putzfrauen die Zahlenkombination nicht mitgeteilt bekamen, die für den Besuch der Räumlichkeiten benötigt wird 😉
      Die Umgebung des Hafens lädt zu einem Spaziergang ein, entlang der Strandpromenade kann man eine excellente Fischbude ca. 400m entfernt gar nicht verpassen. Auch zwei Bäckereien befinden sich in Lauf-Distanz. Über dem Büro des Hafenmeisters befindet sich eine Aussichtsplattform. Eine „Besteigung“ lohnt sich.
    3. Sassnitz (03.05.-04.05.2010). Anlegen ist an der Mole möglich, Stromanschlüsse sind vorhanden. Sanitäre Anlage nicht. Der neue Yachthafen ist eine Bauruine, die Anleger wiesen Baumängel auf und liegen brach. Es gibt einige Fischbuden und Restaurants am inneren Ende des Hafens, ausprobiert hatten wir keine.
    4. Neuhof (04.05.-05.05.2010). Hübscher und letzter Hafen auf Festlands-Seite vor Stralsund. Noch nicht alle Tonnen der engen Zufahrt waren ausgebracht, wir trafen etwas weniger Tiefgang als in den Karten verzeichnet an. Der Hafen war bereits recht voll. Im Sommer ist er quasi ausgebucht (nach Angaben Hafenmeister). Gegenüber auf Rügen-Seite konnten wir bei der Anfahrt Gustow erkennen, dort herrschte im Vergleich zu Neuhof gähnende Leere. Dürfte im Sommer die bessere Alternative sein.
      Neuhof selbst ist sehr gepflegt, ein Restaurant gehört zur Marina, die sanitären Anlagen befinden sich zwar in Containern, waren jedoch sauber und beheizt.
    5. Breege (05.05.-06.05.2010). Wohl stets überfüllter Yachthafen (wg. Mola Charterbasis) mit den miesesten sanitären Anlagen unseres Törns. Schmutzig, unterdimensioniert, nicht beheizt, mit öffentlicher Toilette.