Monat: Mai 2010

  • Mola Yachtcharter

    Vercharterer Mola. Charter einer Bavaria 34 vom 1.-7. Mai 2010 incl. Skipper. Charterbasis Breege auf Rügen.

    Es fehlen uns noch Vergleiche, dennoch hat uns Mola bei unserer ersten Charter nicht überzeugt. Wir werden vermutlich nicht wieder bei diesem Unternehmen mieten. Es war der dritte Törn der Saison für diese Yacht und der Zustand in dem wir sie antrafen lässt vermuten, dass Mola beim Unterhalt ihrer Yachten spart. Man mache sich selbst ein Bild:

    • Anzeige Fäkalientank auf 75%. Zustand des Tanks unklar. Wir sollten versuchen unterwegs den Tank auszupumpen 🙁
    • Verriegelung der Backofentür kaputt. Ließ sich nur mit Werkzeug öffnen.
    • Erst nach dem dritten Anzünden blieb die Flamme im Ofen an. Unklar was kaputt war.
    • Genua hatte Risse
    • Unterliek des Roll-Großsegels nahe Mast ca. 6 cm eingerissen.
    • Gasflasche quasi leer; musste nach dem ersten Abendessen getauscht werden.

    Angenehm war, dass der Skipper alle Formalitäten übernommen hatte und für uns deshalb außer dem Hallo und Tschüß im Büro nichts zu erledigen war.

  • Rund Rügen – Zusammenfassung

    Törn: Charter mit Skipper als Ausbildungstörn vom 1.05.-7.05.2010. Charterbasis Breege (Mola) und dann je nach Wetter im- oder gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel. Das Ganze mit einer Bavaria 34. Aufgrund der Wettervorhersage gingen wir die Runde schließlich im Uhrzeigersinn an.

    Segeltörn Rund Rügen, 01.05.-06.05.2010

    Tag 1: Verlegung von Breege nach Vitte auf Hiddensee
    Tag 2: Vitte – Glowe
    Tag 3: Glowe – Greifswald-Wieck (Abbruch vor dem Königsstuhl wg. Verletzung Christines und Anlaufen von Sassniz).
    Tag 4: (Zunächst) Rücküberführung der Yacht nach Breege und Verbleib dort bis Charterende.
    Wetterbedingt dann doch über Greifswalder Bodden und Strelasund zurück zur Charterbasis, Zwischenstation in Neudorf.
    Tag 5: Neudorf – Stralsund, dort die Mannschaft wieder vervollständigt und weiterfahrt via Gellenstrom und Westküste Hiddensees nach Breege.
    Tag 6 und 7 fielen wg. Sturm aus.

    Wetter: Alles dabei von 1-2 Bft bei Sonnenschein, strammer Westwind, 4 mit Schauerböen bis 6, Starkwind und Wellengang deutlich über der Vorhersage und schließlich Sturm in der Vorhersage mit Böen bis 95 km/h.

    Fazit: Schönes Tourengebiet mit vielen Häfen und gutem Service, wenn auch nicht ungefährlich, wie schmerzhaft erfahren. Trotz häufigem Sonnenschein war es viel zu kalt. Die sanitären Anlagen der Marinas in und um Rügen sind zu schmutzig.

  • Rund Rügen – Tag 5

    Sonnenaufgang in Neuhof

    An diesem Tag hieß es zeitig Leinen los für unseren Schlag zurück nach Breege. Von einem wolkenlosen Himmel schien die Sonne in einen eisigen Morgen. Auf den Stegen schimmerte gefrorener Reif, feine Nebelschwaden schwebten über dem Wasser. Um 07.15 Uhr glitten wir durch die enge Fahrrinne hinaus auf den Strelasund und steuerten in Richtung Stralsund. Wir wollten die Brückenöffnung der Ziegelgrabenbrücke um 08.20 Uhr nutzen.

    Kurz vor der Brückendurchfahrt meldete sich Christine vom Krankenhaus. Sie wartete auf ihre Entlassungspapiere. Vor 15.00 Uhr würde ich es nicht schaffen, deshalb kamen wir auf eine Alternative: Christine kommt per Taxi nach Stralsund und fährt mit bis zurück nach Breege. Gesagt, getan. Wir legten im Stadthafen Stralsund an und gegen Mittag war die Mannschaft wieder vollzählig. Schön!

    Barhöfter Rinne

    Das Wetter war bestens, die Sonne strahlte entsprechend unserer Stimmung von einem fast wolkenlosen Himmel und bei leichten nördlichen Winden motorten wir durch den Gellenstrom und westlich der Insel Hiddensee nach Norden. Vor der Nordspitze Hiddensees gab es zur Stärkung wieder einmal einen Eintopf aus der Dose, bevor wir wieder in das Fahrwasser einschwenkten um nach Breege zu gelangen. 10 Minuten Segeln war dann doch noch drinnen, hart am Wind, als der jedoch dann ziemlich plötzlich auf Ost drehte war’s auch damit schon wieder vorbei.

    Breege Hafen

    Gegen 18.00 Uhr machten wir wieder in Breege fest. Sehr fest. Denn für den nächsten Tag war Sturm vorhergesagt und unser Törn Rund Rügen damit zu Ende. Am Abend gab es acht frische, gebratene Heringe. Im Hafen von Stralsund hatte ich die zuvor für 2.50 EUR direkt vom Fischer gekauft. Ein würdiges Abschiedsdinner eines etwas chaotischen Törns. Die nächsten können eigentlich nur besser werden. Toi, toi, toi ;-))

  • Rund Rügen – Tag 4

    Heute schien eine direkte Rückfahrt nach Breege doch nicht angeraten. Stürmische Winde aus West, im Norden stärker als weiter südlich würden andauerndes Motoren bedeuten. Wir entschieden uns deshalb doch über den Greifswalder Bodden und Strelasund nach Breege zurückzukehren mit Zwischenstopp entweder vor oder hinter der Klappbrücke bei Stralsund.

    Bis auf die Landtief-Fahrrinne und das Strelasund-Fahrwasser konnten die gesamte Strecke unter Segel zurücklegen. Es war zumeist bedeckt, blieb jedoch trocken. Südlich der Tonne Reddevitz gab es unter Groß treibend zur Stärkung Doseneintopf. Stralsund schafften wir nicht mehr, deshalb liefen wir für die Nacht die Marina Neudorf an.

    War ein stiller, einsamer Abend. Christine fehlte. Ihr ging es in Bergen eher noch schlechter. Neudorf Marina übrigens ist hübsch herausgeputzt. Über die Saison seien bis auf einige wenige Boxen alle Liegeplätze fest gebucht.

    Neuhof Marina

  • Rund Rügen – Tag 3

    So schön der gestrige Abend war, so unschön präsentierte sich der heutige Morgen. Winde aus Ost bis 5 Bft. mit Wellen bis 2 m versprach DP07, Kapitän Dietze. Gute Voraussetzungen für einen Schlag bis Wieck – dachten wir. Mit Groß als Havarieversicherung und gut gesichert motorten wir zunächst gegen den Wind bis nordwestlich des Königstuhls.

    Der Wind frischte derweilen deutlich auf und erreichte 6 Bft, die Wellen türmten sich ebenfalls zu beachtlicher Größe. Mit Helmut am Steuer fielen wir nach Süden ab, die Wellen kamen damit Schräg von der Seite und verstärten die Rollbewegungen. Beim Versuch die Fock zu setzen (ich löste die Reffleine an Backbord, Christine bereitete die Fockschot vor) hob mich eine Welle vom Plichtrand und ich fiel bei 45° Lage nach unten auf Christine, die sich gerade über den Plichtrand lehnte. Dabei zog sie sich – wie später diagnostiziert – eine Starke Rippenprellung zu.

    Sofort war klar, dass wir Sassnitz anlaufen würden. Christine hatte starke Schmerzen, eine Fraktur und schlimmer war nicht auszuschließen, über Handy 112 alarmierten wir den Rettungsdienst.
    Dieser erwartete uns dann auch an der Pier des Hafens und barg Christine vom Boot. Auch eine Notärztin kam noch hinzu und konnte uns immerhin dahingehend beruhigen, dass die Lunge nicht verletz war. Da sich allerdings die Milz unter der verletzten Stelle befindet, sollte Christine schnellstens für eine vollständige Untersuchung ins nächste Krankenhaus transportiert werden. Ich durfte im Rettungswagen vorn mitfahren, während es mit Blaulicht ins Sana Krankenhaus Bergen ging. Helmut blieb ziemlich geschockt – er machte sich Vorwürfe wegen des Zwischenfalls – auf der Loreley zurück.
    Für mindestens zwei Nächte sollte Christine wegen der Milz-Geschichte zur Beobachtung im Krankenhaus verbleiben – unser Törn war damit quasi hinüber. Ganz zu schweigen davon, dass bei den Schmerzen segeln ohnehin kaum möglich war. Mit Hilfe von Elke, Helmuts Frau, brachte ich am Abend noch einige Sachen ins Krankenhaus, es folgte eine unruhige und deprimierte Nacht für mich an Bord, für Christine im Zweibettzimmer.

  • Rund Rügen – Tag 2

    Marina in VitteDer Morgen begann kalt und trüb. Der Gang zu den Waschräumen verlangte einige Überwindung. Nach einem guten Frühstück mit Kaffee, Ei und aufgebackenen Brötchen hieß es Leinen los für einen Schlag via Kap Arkona nach Glowe.

    Durch die Fahrrinne zwischen Hiddensee und Wittow konnten wir bei nördlichen Winden endlich Segel setzen und erreichten nach gut drei Stunden und mittlerweile bestem Wetter Kap Arkona. Zeit für eine kleine Stärkung: Linsensuppe mit Wiener Würstchen.
    Segeln macht hungrig
    Frisch gestärkt übten wir danach Segelmanöver. Wenden, Halsen, Schiften…
    Bei nachlassenden Winden ging es schließlich auf raumem Kurs nach Glowe, wo wir gegen 17.oo das wohlverdiente Anleger-Bier genießen durften.
    Anlegerbierchen in Glowe

    Glowe ist ein nettes Örtchen, die frühe Ankunft nutzten wir für einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Strandromenade und stärkten uns mit frischen Matjes-Brötchen an einer Fisch-Bude.

    Zum Dinner gab es schließlich Zucchini an Balsamico-Honig Dressing und Hähnchen Diavolo. Helmut genoss sprachlos. Hatten wir uns in sein Herz gekocht?

  • Rund Rügen – Tag 1

    Die längste Etappe eines jeden ersten Tages eines Chartertörns ist die Anreise. Von Ingolstadt nach Breege sind es gut 800 km, macht runde 10 Stunden Fahrzeit, Pausen inclusive. Unterwegs realisierten wir, dass es zwar Samstag war und demnach ein Einkauf bis spät am Abend möglich sein müsste, dies jedoch nicht auf den ersten Mai zutreffen würde. Blöde Hektik. Nahmen uns sogleich vor, bei allen weiteren Törns nicht bis zum Vorabend arbeiten zu gehen. Um nicht ohne jegliche Verpflegung an Bord gehen zu müssen fuhren wir den Berliner Hauptbahnhof an. Dort gibt es einen Tengelmann-Kaisers Supermarkt, womit der Törn verpflegungstechnisch gerettet war.

    Gegen 15.00 erreichten wir schließlich Breege. Da wir einen Skipper gebucht hatten, gab es für uns keinen Papierkram im Mola Charterbüro, frisch gestärkt mit einem Fischbrötchen gings deshalb schon bald an Bord der Loreley, eine Bavaria 34.
    Helmut Fiedler, unser Skipper, begrüßte uns freundlich und half beim Einräumen. Er schien ein netter Typ zu sein, auf ähnlicher Wellenläge wie wir und uns deshalb schnell sympathisch. Nach nur ganz kurzem Zögern folgten wir seiner Empfehlung noch an diesem Nachmittag Breege zu verlassen und Vitte (Hiddensee) anzulaufen. Ruckzuck legten wir ab und motorten die Fahrrinne nach Hiddensee und in den Hafen von Vitte. Unterwegs gab es viel Interessantes über Rügen zu hören. Nur wenige Boote waren ansonsten unterwegs, auch in Vitte selbst lagen neben uns nur noch drei weitere Segelyachten.

    Der Anleger-Bier-Brauch gefiel uns bestens. Wir werden ihn sicherlich pflegen und fortführen…
    Zum Dinner gabs Parmaschinken an Honigmelone und Spaghetti Bolognese. Helmut konnte es kaum glauben. War vielleicht noch vom letzten Törn Dosenfuttergeschädigt 😉

    Marina in Vitte