Langfahrt

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    El Hierro – in Startposition

    Puerto de La Estaca

    Der Schwell an den Ankerplätzen der Südostküste La Gomeras hatte uns von dort vertrieben. Wofür wir dankbar sein dürfen, denn El Hierro gefiel uns auf Anhieb sehr gut, hat es doch vieles der Dinge, die uns besonders ansprechen: Wenig Verkehr, kein Trubel, freundliche Menschen, abwechslungsreiche Landschaften und beeindruckende Panoramen und das alles auf relativ kleinem Raum.

    Blick auf El Golfo

    Eine unserer ersten Ausflüge und Wanderungen führte und von Guarazoca im Nordwesten, über den Mirador de La Peña auf die Hochebene im Zentrum der Insel und zur Ortschaft San Andrés und von dort über Tiñor zurück zum Puerto de La Estaca, einmal quer über die Insel. Das Erleben absoluter Stille über lange Strecken war ein besonderes Highlight in unserer sonst so von Lärm verschmutzten Welt. Es folgten Ausflüge nach El Pinar, La Frontera und in den Westen El Hierros. Unterwegs entstanden viel Bilder für‘s Fotoalbum, die ein wenig von der Seele El Hierros festgehalten haben.

    Unterwegs auf El Hierro

    Kulinarisch haben wir zwei Highlights zu vermerken: Auf unserer Wanderung über die Insel kehrten wir wir ins Casa Goyo, San Andrés, ein, wo wir so gut speisten, wie lange nicht. Genial dort das Pechuga de Pollo Rellena und der Pie de Limón. Sehr lecker aßen wir auch im Restaurante Bahia an der Playa de Timijiraque, 2,5 km südlich des Puerto de La Estaca, gleichzeitig auch das einzige Restaurant im Umkreis des Hafens.

    Vila de Valverde

    Gleich neben der Marina lädt übrigens ein Strandbad zum Schwimmen ein, super als Ausgleich für die vielen Höhenmeter, die man wandernd zurücklegen kann.
    Mit uns warten im Hafen noch weitere Crews auf den für sie richtigen (Wetter-)Moment für den Aufbruch über den Atlantik. Wir selbst haben den 30. November ins Auge gefasst. 2750 Seemeilen liegen vor uns, Ziel Antigua.
    Unseren Freunden und Bekannten und unseren ehemaligen Kollegen in der Heimat wünschen wir auf diesem Weg schon mal eine schöne Adventszeit, und falls wir es nicht rechtzeitig in die Karibik schaffen, Frohe Weihnachten!

    Felices Fiestas aus El Hierro
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    Noch einmal La Gomera

    Überfahrt nach La Gomera

    Nach zwei Wochen San Miguel hatten wir unsere Vorhaben abgearbeitet, insbesondere unseren Vorrat an Proviant geprüft und massiv aufgestockt, sodass wir nun jederzeit in die Karibik starten können. Der Supermarkt Hiperdino in Las Chafiras lieferte zwei volle Einkaufswagen bis ans Boot, dazu kamen Vollkornbrote und Bio-Müsli der deutschen Bäckerei Der Dinkelbäcker, ebenfalls in Las Chafiras. Überraschend und zu unserer großen Freude, trafen wir wir in der Marina auch die Crew der SY Petima wieder und klönten einen Nachmittag bei uns an Bord über die Erlebnisse des Sommers, bevor die beiden nach Las Palmas aufbrachen. Was also nun noch fehlte, war ein passendes Wetterfenster für unseren Start in die Karibik. Da es in San Miguel für uns nichts mehr zu tun gab, warfen wir am 11. November die Leinen wieder los, um einige Tage vor La Gomera vor Anker zu gehen.

    Vor Anker, Playa de Chinguarime, La Gomera

    Es wurde, welch Genuss, eine schöne Überfahrt. Keine Düse und ausreichend Wind bis kurz vor unseren ersten Ankerplatz, der Playa de la Roja, nur wenige Meilen südwestlich von San Sebastian de La Gomera. Übrigens ein Ankerplatz ohne jeglichen Mobilfunkempfang. Lange nicht gehabt.
    Wir blieben eine Nacht und verlegten tags darauf eine gute Meile weiter südwestlich zur Playa de Chinguarime. Auch hier ist die Kulisse sehr schön, in den Felsen zu beiden Seiten des Strandes gibt es zudem zahlreiche Höhlen, die von Campern und anderen seltsamen Personen bewohnt werden. Wir nannten sie alsbald Neandertaler, da sie zumeist nackig zwischen ihren Höhlen, dem Wasser und den von der Nachmittagssonne aufgewärmten Felsen hin und her pendelten.

    Playa de Santiago

    Nach einer recht ruhigen Nacht, fand Schwell erneut seinen Weg bis in die Bucht, diesmal von einem Tief auf dem Atlantik stammend und entsprechend hoch. Wir wollten sicherheitshalber etwas mehr Abstand zum Strand, gingen deshalb Anker auf und verlegten bei der Gelegenheit gleich eine Meile weiter zur Playa de Santiago.
    Das Örtchen Playa Santiago, mit seinem gleichnamigen, kleinen Hafen, sieht vom Wasser aus sehr einladend aus. Grund genug, das Dinghy wieder einmal auszupacken und für einen Landgang zu nutzen, incl. Besuch beim Frisör und lecker Mittagessen. Leider ließ auch hier der Schwell nicht nach. Nach einer weiteren, unruhigen Nacht, beendeten wir deshalb unseren Ausflug an diesen Küstenabschnitt La Gomeras und setzten Kurs auf El Hierro, der südwestlichsten Insel der Kanaren.

    Sonnenuntergang, Playa de Santiago

    Weitere Bilder findest du, wie immer, im Fotoalbum.

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    Countdown

    Anfahrt auf Punta Roja

    Radazul liegt hinter uns. Am 24.10. verließen wir, nach einem kurzen Stopp an der Tankstelle, den Hafen in Richtung Süden. Diesmal machte die Düse zwischen Gran Canaria und Teneriffa geradezu Spaß, unter voller Genua folgten wir raumschots und in sicherem Abstand der Küste, bis zum Montaña Roja, hinter dem wir schließlich, vor der Playa de La Tejita, vor Anker gingen. Zwar ist dieser Ankerplatz ein windiges Plätzchen, ein wenig Schwell schafft es immer um Punta Roja herum und sorgt für leichtes Schaukeln, beides konnte jedoch unsere Freude, endlich mal wieder draußen zu sein, nicht trüben. Wir verbrachten vier herrliche Tage an diesem Ankerplatz, bestiegen natürlich den „Roten Berg“ und beobachteten das Treiben der zahlreichen Segelyachten, die jetzt im November hier unterwegs sind.

    Ankerplatz vor der Playa de La Tejita

    Am 28. verlegten wir, wie gebucht, in die Marina San Miguel. Wenn alles gut läuft, bleiben uns noch vier Wochen, bevor wir uns auf den Weg in die Karibik machen. Es stehen noch einige kleinere Arbeiten an: Das ganze Schiff will, vom Masttop zum Kiel, gründlich gepflegt und gecheckt werden, Material und Proviant aufgestockt und gut erreichbar gestaut werden, für den großen Törn über den Atlantik. Wir wollen auf jeden Fall das offizielle Ende der Hurricane-Saison abwarten, zumindest die Wetterprognose soll in die Hurrican-freie Zeit hinein stabil sein, bevor wir aufbrechen. Ins Auge gefasst haben wir deshalb die letzte Novemberwoche, starten wollen wir ab El Hierro. Der Countdown läuft!

    Morgendämmerung. Marina San Miguel.
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    Zurück nach Teneriffa

    Bestes Wetter auf dem Weg nach Teneriffa

    Die Wind- und Wettervorhersagen versprachen für den 27./28. August wenig Welle bei 10 Knoten Wind aus NO bis ONO. Beste Bedingungen also, für die gut 100 Seemeilen bis Teneriffas Ostseite. Es wurde tatsächlich eine unserer bisher angenehmsten Passagen in den Gewässern der Kanaren, während der wir doch tatsächlich unterwegs, auf dem Vorschiff sitzend, die Sonne und den Ausblick genießen durften. Nördlich Teneriffas ging es dann wie geplant in die Nacht, während der wir uns mit langen Kreuzschlägen in Richtung Teneriffas NO-Ecke voran arbeiteten. Der folgende Morgen brachte dann allerdings eine böse Überraschung, die zunächst unsere Instrumente mit der Warnung vor zu niedriger Spannung im Netzwerk ankündigten. Der Batteriemonitor zeigte, bei der Fehlersuche nurmehr 4 von 30 verfügbaren Amperestunden an. Unsere 300 Ah Batteriebank war also dabei, den Geist aufzugeben. Mal wieder. Aus den geplanten Tagen vor Anker vor der Playa de Antequera wurde deshalb leider nichts. Wir entschieden uns nach Santa Cruz de Tenerife zu laufen, wo wir in der Marina Santa Cruz ohne Probleme einen Platz bekamen.

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    La Palma

    Sonnenuntergang bei Los Gigantes, Teneriffa

    Für die Überfahrt nach La Palma nahmen wir uns zwei Tage Zeit. Zunächst segelten wir am 27. Juli zurück an die Westküste Teneriffas für eine Nacht vor Anker an der Playa de Masca, dann am zweiten Tage von Punta de Teno auf direktem Kurs nach Santa Cruz de La Palma. Die Wind Acceleration Zone östlich La Gomera erstreckt sich über etwa 5 Meilen, die hatten wir halbwind nach einer knappen Stunde durchquert. 30 Knoten max zeigte der Windmesser dieses mal. Vor Teneriffa hätten wir dann auf die mittägliche Seebrise warten können, zogen jedoch einen Badetag bei der Playa de Masca dem Dümpeln vor. Der Motor durfte mal wieder ran.

    Punta de Teno, Kap im äußersten Nordwesten Teneriffas

    Am nächsten Morgen schob uns die Maschine dann noch zum Punta de Teno, wo wir, wie erwartet, aus dem Lee heraus in den vorhergesagten NO-Passat segeln konnten. Der begleitete uns dann mit 15-20 Knoten auf den 50 Seemeilen bis nach La Palma. Wieder angenehmes Segeln mit halbem Wind, was den Umweg für uns auf jeden Fall wert war.

    Anfahrt auf Santa Cruz de La Palma

    Die Marina La Palma ist top ausgestatted und gepflegt. Sie liegt quasi mitten in Santa Cruz. Supermärkte, Mercado, Busbahnhof, Strände, Restaurant, alles ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die grün bewachsenen Berge im Hintergrund ergeben mit den farbigen Gebäuden der Inselhauptstadt davor, eine super Kulisse. Immer wieder verschwinden die Berge in den Wolken, Hinweis darauf, dass sie nicht in einem Spaziergang erreichbar sind… Leider ist die Marina Teil des Handels- und Fährhafens La Palmas, je nach Schiffstyp ist damit fast 24/7 für eine mehr oder weniger laute Geräuschkulisse gesorgt.
    La Palma, die schöne Insel, so haben wir es oft gehört und gelesen. Wir sind gespannt.

    Marina La Palma

    Zum Schluss noch ein Blick auf die Statistik: Vor 850 Tagen begann für uns die Segelzeit. Bis La Palma haben wir 5.680 Seemeilen im Kielwasser gelassen, im Logbuch stehen insgesamt 12.291 Seemeilen.

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    La Gomera

    Ab Sonntag, dem 18. Juli, hatten wir in San Sebastian de La Gomera einen Liegeplatz reserviert. Das Wetter sah für die Überfahrt günstig aus: Passatwind aus NNO mit 15 Knoten, eher gemäßigt für Juli/August.
    Um 8 Uhr gingen wir vor der Playa de Masca Anker auf und fuhren unter Motor aus dem Lee Teneriffas heraus. Auf halbem Weg setzte segelbarer Wind ein, zwei Meilen später zeichnete sich auf dem Wasser die WAZ (Wind Acceleration Zone) ab. Schnell stieg der Wind auf 25 bis 30 Knoten an, in der Folge dann bis auf 38 Knoten, auf Höhe von Punte de San Cristobal. So richtig Freude kam da nicht auf, immerhin kamen wir zügig voran. Es kachelte bis eine halbe Meile vor der Hafeneinfahrt von San Sebastian, dann ging der Wind rapide runter und kaum dass wir den äußeren Molenkopf – jetzt bereits unter Motor – umfahren hatten, war er gänzlich verschwunden. Verrückt.

    In der WAZ östlich von La Gomera

    San Sebastian de La Gomera ist – besonders im Konstrast zu Teneriffa – ein verschlafener, dennoch freundlicher Ort, in dem wir uns sofort wohl fühlten. Zu beiden Seiten der Marina schließen sich Badestrände an, Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Busbahnhof, alles ist in wenigen Minuten erreichbar. Ziemlich perfekt.

    Blütenpracht in San Sebastian de La Gomera

    Leider war es nach 3 Tagen mit der Windstille im Hafen vorbei. Es fegte fortan ein strammer Wind durch die Marina, der in Böen regelmäßig über 30 Knoten erreichte, in der Spitze beobachteten wir 45 Knoten!

    La Gomera hat bei Naturliebhabern einen besonders guten Ruf und bietet Wanderern ein ausgedehntes, gut gekennzeichnetes Wegenetz. Im Zentrum der Insel liegt der Nationalpark Garajonay, dessen Nebelwald Weltkulturerbe ist. Da konnten unsere Wanderschuhe endlich mal wieder zum Einsatz kommen. Wir nutzten die Buslinien der Insel für unsere Ausflüge. Die Linie 2 bedient den Norden bis Valle Hermoso, die Linie 1 fährt am Alto de Garajonay vorbei nach Valle Gran Rey. Zwischen Haltestellen einer Linie, oder von der einen zur anderen, lässt sich die Insel gut erwandern.

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    Besonder reizvoll fanden wir Vallehermoso, wo wir nach einem 11 km-Rundweg zur Kapelle Santa Clara – Rundweg Nr. 4, 640 m rauf und wieder runter – mit wunderschönen Aussichtspunkten entlang der Route, exzellente Tapas genossen. Spektakulär fanden wir unsere Tour vom Alto de Garajonay über El Cedro bis Hermigua. Vom Hochland La Gomeras durch den Nebelwald bis El Cedro und über die Barranco del Cedro hinab ins Tal von Hermigua. 12 km und 1400 Höhenmeter. Waren wir froh, dass wir die Tour nicht bergauf unternommen hatten, denn das wäre echt heftig geworden.

    Unser Zuhause in Marina La Gomera

    Nach einer guten Woche öffnete sich für uns eine Wetterfenster für eine angenehme Überfahrt nach La Palma. Der Passat sollte für zwei, drei Tage etwas schwächer und zudem mit mehr östlicher Komponente wehen. Das hatten wir bisher so selten beobachtet, dass wir die Gelegenheit unbedingt nutzen wollten.

    Für unsere Wanderungen in La Gomera haben wir 3 Fotoalben angelegt: 1. Rundweg ab/nach Vallehermoso, 2. Alto de Garajonay nach El Cercado, 3. Alto de Garajonay nach Hermigua

    Der ÖPNV wird von GuaguaGomera betrieben. Es dauert eine Weile, bis man Linien, Haltestellen und (Wander)Karten korreliert, da GuaguaGomera seine Daten nicht mit Google teilt. Sehr hilfreich ist da die App Mapy.cz, die von Trampelpfad bis Bushalte alles an die Hand gibt, nicht „lost“ zu gehen.

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    Überfahrt nach Teneriffa

    Bereit zum Auslaufen.

    Am Sonntag, 27. Juni war es soweit: Wir erhielten unsere zweite Covid-Impfung im Centro de Salud Valterra, Arrecife. Endlich konnten wir weitersegeln. Wurde auch allerhöchste Zeit, denn in weniger als einer Woche landete lange geplanter Besuch – in Teneriffa. Da zudem der Passat im Verlauf der Woche sehr kräftig werden sollte, hatten wir DANJA bereits am Tag zuvor zum Ablegen vorbereitet und stachen eine gute Stunde nach dem Impftermin mit Ziel Marina San Miguel auf Teneriffa, in See. Nach gemütlichem Start an Lanzarotes Südostküste machten wir dann am Südzipfel der Insel, im Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura, erstmals Bekanntschaft mit einer Wind Acceleration Zone (WAZ). Von 3 auf 7 Bft auf 200 Metern. Wir waren gut vorbereitet und rauschten stark gerefft mit Topspeed zunächst die Küste entlang, bis wir dann einige Meilen westlich von Punta Pechiguera wieder aus der Zone hinaus- und alsbald in die Nacht hinein segelten.

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    Wir kamen gut voran und lagen Montag Vormittag bereits nördlich von Gran Canaria. Am frühen Nachmittag frischte der Wind im Bereich der Caution Zone des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Gran Canaria und Teneriffa wieder deutlich auf. Wir hatten die WAZ zwischen den Inseln erreicht. Es wurde ein wilder Ritt entlang der Ostküste Teneriffas, bei bis zu 35 kts Wind und 2 Metern Welle von achtern. Westlich des Montana Roja, die Marina bereits in Sicht, flaute der Wind deutlich ab und ein Marinero lotste uns schließlich gegen 20.00 Uhr auf unseren reservierten Liegplatz. Für die 180 sm hatten wir gute 32 Stunden gebraucht, unser größtes Etmal war 136 sm. Nicht schlecht. Etwas gemütlicher wäre aber auch ok gewesen.

    Marina San Miguel, Teneriffa.
  • Lanzarote

    Mit dem Mietwagen unterwegs auf Lanzarote

    Seit drei Wochen weilen wir nun schon auf Lanzarote. Die Marina Lanzarote in Arrecife ist weiterhin unser Zuhause auf Zeit. Ungeplant, denn eigentlich wollten wir mittlerweile bereits auf Fuerteventura sein. Nun warten wir statt dessen geduldig auf unsere zweiten Covid – Impfung und haben entsprechend viel Zeit Insel und Leute näher kennen zu lernen. Seit einem Mietwagen-Tag in der ersten Woche sind wir dafür zumeist zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs. Und wie schon zuvor erlebt, entdeckt man seine persönlichen Lieblingsplätze selten auf den ersten Blick, sondern erst bei wiederholten Besuchen, sei es die chillige Strandbar, der Markt im Inselinneren oder einfach nur der schönste Blick aufs Meer.

    Haria

    Lanzarote zeichet sich vor allem durch seine Nuancen von Braun aus. Sand, Stein und Staub in hellbraun, dunkelbraun, rotbraun, schwarzbraun und so weiter, und so fort. Der stete Wind wirbelt den Staub auf, mischt ihn zu einem Farbton, der an Milchkaffe erinnert und lagert ihn überall an Bord ab. Nach wenigen Tagen haftet der Staub dann vom Masttop über die Fallen, Wanten, Reling und Deck bis zur Ausrüstung und bildet dort eine stetig wachsende Schicht, die, will man den Dreck nicht ins Schiff tragen, alle paar Tage abgespült werden muss. Die Seite an Lanzarote mögen wir nicht. Besonders dann nicht, wenn der Stegnachbar bei strammer Brise mit seinem Schlauch in den Mast steigt um den Dreck vom stehenden Gut abzuspülen. Die Hälfte landet unweigerlich auf den daneben liegenden Booten. Danke für nichts!

    Lanzarote-Leckereien auf dem Markt in Haria

    Unsere persönlichen Lanzarote Highlights waren bisher ein Sonnenuntergangs-Picknick beim Mirador del Rio mit genialem Ausblick auf La Graciosa, das zweite Frühstück beim Mercado Municipal de Abastos de Haria, die Weinprobe beim Familien-Weingut Bodeguita Vega Volcán und das Schwimmen bei Playa del Carmen. Den Nationalpark Timanfaya sollte man auch nicht verpassen. Die Einblicke in die jüngere, vulkanische Vergangenheit sind das Eintrittsgeld auf jeden Fall wert. Uns bleibt noch gut eine Woche bis zur zweiten Covid-Impfung und den einen oder anderen Ausflug haben wir schon geplant. Wir werden hier davon berichten.

    Sonnenuntergang beim Mirador del Rio

    Weitere Bilder gibt‘s wie immer im Fotoalbum.

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    Auf Wiedersehen Portugal

    Nach unserem kurzen Ausflug aufs Trockene waren wir technisch bereit, Porto Santo zu verlassen. Doch zunächst war Geduld gefragt, warteten wir doch noch auf zwei Pakete aus Deutschland. Die können auf dem Seeweg schon mal etwas länger brauchen, wie wir bereits in Funchal festgestellt hatten. Wir verlegten für einige Tage auf den Ankerplatz westlich des Hafens, der einen wunderschönen Ausblick auf Porto Santos Strand und Silhouette bietet.

    Bei östlicher Komponente im Wind bog dann allerdings zunehmend Schwell um Porto Santos Südwestecke und trieb uns wieder zurück ins Ankerfeld innerhalb des Hafens.
    Hier herrschte mittlerweile Aufbruchsstimmung. Neue Freunde und alte Bekannte zog es zu den Azoren, wir wollten weiter gen Süden, zu den Kanaren, auch weil sich mit dem stabilisierenden NNO-Wind der größte Makel Porto Santos besonders bemerkbar machte: Das Inselkraftwerk, in dem mit Schweröl betriebene Schiffsdiesel den Strom für Porto Santo generieren, verteilt seine Abgase über dem gesamten Hafen. Da bleibt einem das eine oder andere Mal buchstäblich die Luft weg.
    Am 17. Mai sollte der sehr kräftige NNO-Wind für einige Tage etwas schwächer wehen, für uns ein geeignetes Wetterfenster für die 270-Meilen-Überfahrt nach La Graciosa, der kleinen Nachbarinsel im Norden Lanzarotes.

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    Es wurde eine sportliche Überfahrt. Der Wind wehte wie so oft stärker als vorhergesagt, die See war entsprechend rau. Immerhin passte die vorhergesagte Richtung. Ein, zwei Mal verkleinerten wir unsere Segel, dann hieß es bei stabilem Raumschotskurs nur noch aus- und durchhalten. Wir erreichten nach 48 Stunden La Graziosa, seit 2018 die achte Insel der Kanaren und gingen vor Playa Francesa vor Anker. Wir sind die einzigen Ankerlieger, was wohl auch an der Wettervorhersage liegen mag: Durchgehend 6 – 7 Bft für eine Woche. Da bleiben wir wohl zuhause. Ausblick, Temperaturen und Luftqualität sind jedenfalls topp.


    Für die Statistik: Porto Santo – Playa Francesa (La Graciosa) 279 sm. Ø 5,7 kt. Größtes Etmal 142 sm. 5326 sm in der Segelzeit, 11937 sm gesamt.

  • Mehr Porto Santo

    PXO, Port Santos Hafen.

    Wir liegen weiterhin in Porto Santo vor Anker. Einige sehr windige Tage haben wir ebenso gut überstanden wie eine sehr bewegte Nacht, als mit dem Südwind Schwell den Weg ins Hafenbecken fand. Es herrscht weiterhin reges kommen und gehen, zumeist von Yachten auf dem Weg von den Kanaren in Richtung Norden, wobei die Zahl der Ankerlieger recht konstant bei 12-14 Yachten liegt. Noch gefällt uns die Ruhe und idyllische Abgeschiedenheit „unserer“ kleinen Insel, die noch immer die eine oder andere neue Wanderung für uns bereit hält. Das momentan sehr ruhige Wetter wollen wir jedoch zunächst für Ausbesserungsarbeiten an der Deckslackierung. Damit unser Zuhause weiterhin so schön bleibt.

    Klettern am Pico de Ana Ferreira

    Einen weiteren Gipfel haben wir unserer Wander-Sammlung hinzugefügt: Den Pico de Ana Ferreira (283m), höchster Berg im Westen der Insel, mit spektakulären Gesteinsformationen, die vor Millionen Jahren im Zuge vulkanischer Aktivitäten entstanden waren.
    Mehr Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

    Sonnenuntergang über Porto Santos Hafen