Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

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    La Palma

    Sonnenuntergang bei Los Gigantes, Teneriffa

    Für die Überfahrt nach La Palma nahmen wir uns zwei Tage Zeit. Zunächst segelten wir am 27. Juli zurück an die Westküste Teneriffas für eine Nacht vor Anker an der Playa de Masca, dann am zweiten Tage von Punta de Teno auf direktem Kurs nach Santa Cruz de La Palma. Die Wind Acceleration Zone östlich La Gomera erstreckt sich über etwa 5 Meilen, die hatten wir halbwind nach einer knappen Stunde durchquert. 30 Knoten max zeigte der Windmesser dieses mal. Vor Teneriffa hätten wir dann auf die mittägliche Seebrise warten können, zogen jedoch einen Badetag bei der Playa de Masca dem Dümpeln vor. Der Motor durfte mal wieder ran.

    Punta de Teno, Kap im äußersten Nordwesten Teneriffas

    Am nächsten Morgen schob uns die Maschine dann noch zum Punta de Teno, wo wir, wie erwartet, aus dem Lee heraus in den vorhergesagten NO-Passat segeln konnten. Der begleitete uns dann mit 15-20 Knoten auf den 50 Seemeilen bis nach La Palma. Wieder angenehmes Segeln mit halbem Wind, was den Umweg für uns auf jeden Fall wert war.

    Anfahrt auf Santa Cruz de La Palma

    Die Marina La Palma ist top ausgestatted und gepflegt. Sie liegt quasi mitten in Santa Cruz. Supermärkte, Mercado, Busbahnhof, Strände, Restaurant, alles ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die grün bewachsenen Berge im Hintergrund ergeben mit den farbigen Gebäuden der Inselhauptstadt davor, eine super Kulisse. Immer wieder verschwinden die Berge in den Wolken, Hinweis darauf, dass sie nicht in einem Spaziergang erreichbar sind… Leider ist die Marina Teil des Handels- und Fährhafens La Palmas, je nach Schiffstyp ist damit fast 24/7 für eine mehr oder weniger laute Geräuschkulisse gesorgt.
    La Palma, die schöne Insel, so haben wir es oft gehört und gelesen. Wir sind gespannt.

    Marina La Palma

    Zum Schluss noch ein Blick auf die Statistik: Vor 850 Tagen begann für uns die Segelzeit. Bis La Palma haben wir 5.680 Seemeilen im Kielwasser gelassen, im Logbuch stehen insgesamt 12.291 Seemeilen.

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    La Gomera

    Ab Sonntag, dem 18. Juli, hatten wir in San Sebastian de La Gomera einen Liegeplatz reserviert. Das Wetter sah für die Überfahrt günstig aus: Passatwind aus NNO mit 15 Knoten, eher gemäßigt für Juli/August.
    Um 8 Uhr gingen wir vor der Playa de Masca Anker auf und fuhren unter Motor aus dem Lee Teneriffas heraus. Auf halbem Weg setzte segelbarer Wind ein, zwei Meilen später zeichnete sich auf dem Wasser die WAZ (Wind Acceleration Zone) ab. Schnell stieg der Wind auf 25 bis 30 Knoten an, in der Folge dann bis auf 38 Knoten, auf Höhe von Punte de San Cristobal. So richtig Freude kam da nicht auf, immerhin kamen wir zügig voran. Es kachelte bis eine halbe Meile vor der Hafeneinfahrt von San Sebastian, dann ging der Wind rapide runter und kaum dass wir den äußeren Molenkopf – jetzt bereits unter Motor – umfahren hatten, war er gänzlich verschwunden. Verrückt.

    In der WAZ östlich von La Gomera

    San Sebastian de La Gomera ist – besonders im Konstrast zu Teneriffa – ein verschlafener, dennoch freundlicher Ort, in dem wir uns sofort wohl fühlten. Zu beiden Seiten der Marina schließen sich Badestrände an, Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Busbahnhof, alles ist in wenigen Minuten erreichbar. Ziemlich perfekt.

    Blütenpracht in San Sebastian de La Gomera

    Leider war es nach 3 Tagen mit der Windstille im Hafen vorbei. Es fegte fortan ein strammer Wind durch die Marina, der in Böen regelmäßig über 30 Knoten erreichte, in der Spitze beobachteten wir 45 Knoten!

    La Gomera hat bei Naturliebhabern einen besonders guten Ruf und bietet Wanderern ein ausgedehntes, gut gekennzeichnetes Wegenetz. Im Zentrum der Insel liegt der Nationalpark Garajonay, dessen Nebelwald Weltkulturerbe ist. Da konnten unsere Wanderschuhe endlich mal wieder zum Einsatz kommen. Wir nutzten die Buslinien der Insel für unsere Ausflüge. Die Linie 2 bedient den Norden bis Valle Hermoso, die Linie 1 fährt am Alto de Garajonay vorbei nach Valle Gran Rey. Zwischen Haltestellen einer Linie, oder von der einen zur anderen, lässt sich die Insel gut erwandern.

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    Besonder reizvoll fanden wir Vallehermoso, wo wir nach einem 11 km-Rundweg zur Kapelle Santa Clara – Rundweg Nr. 4, 640 m rauf und wieder runter – mit wunderschönen Aussichtspunkten entlang der Route, exzellente Tapas genossen. Spektakulär fanden wir unsere Tour vom Alto de Garajonay über El Cedro bis Hermigua. Vom Hochland La Gomeras durch den Nebelwald bis El Cedro und über die Barranco del Cedro hinab ins Tal von Hermigua. 12 km und 1400 Höhenmeter. Waren wir froh, dass wir die Tour nicht bergauf unternommen hatten, denn das wäre echt heftig geworden.

    Unser Zuhause in Marina La Gomera

    Nach einer guten Woche öffnete sich für uns eine Wetterfenster für eine angenehme Überfahrt nach La Palma. Der Passat sollte für zwei, drei Tage etwas schwächer und zudem mit mehr östlicher Komponente wehen. Das hatten wir bisher so selten beobachtet, dass wir die Gelegenheit unbedingt nutzen wollten.

    Für unsere Wanderungen in La Gomera haben wir 3 Fotoalben angelegt: 1. Rundweg ab/nach Vallehermoso, 2. Alto de Garajonay nach El Cercado, 3. Alto de Garajonay nach Hermigua

    Der ÖPNV wird von GuaguaGomera betrieben. Es dauert eine Weile, bis man Linien, Haltestellen und (Wander)Karten korreliert, da GuaguaGomera seine Daten nicht mit Google teilt. Sehr hilfreich ist da die App Mapy.cz, die von Trampelpfad bis Bushalte alles an die Hand gibt, nicht „lost“ zu gehen.

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    Teneriffas Westküste

    Ohne unsere Gäste gab es für uns keinen Grund, länger in der Marina San Miguel zu verweilen. Wir stockten mit einem Einkauf auf dem Bauernmarkt in Las Chafiras unsere Vorräte noch einmal auf und segelten am 11. Juli um die Ecke (Punta Rasca) auf die Leeseite Teneriffas.

    Punta Rasca, Tenerife

    Seglerisch eine völlig andere Welt als vor San Miguel. Keine Windsee, leichte Dünung, mit etwas Glück leichter Seewind für unbeschwertes Segeln entlang der Küste. Kleiner Wermutstropfen sind die hier gelegenen, touristischen Hotspots Teneriffas, mit den bekannten Hotelburgen und Touri-Ghettos von Los Christianos, El Medano, Playa de Las Americas und Costa Adeje. Von den Häfen starten ganze Wellen von Ausflugsbooten, von Segelyachten und -Katamarane bis Themenschiffe. Auf dem Programm steht bei allen die „Bade“-Pause vor einem Strand. Der schönste soll wohl die Playa Diego Hernandez sein, und so treffen sich drei mal täglich alle Ausflügler zum Bad vor demselben. Ab 18.00 Uhr kehrt jedoch überall Ruhe ein und unsereiner hat das Panorama ganz für sich allein.

    Playa Diego Hernandez, Tenerife

    Wir segelten und ankerten uns von Süd nach Nord mit Stopps vor dem Strand südlich Punta del Puerto, Playa Diego Hernandez und Playa Masca, dem landschaftlich wohl spektakulärsten Ankerplatz, den wir bisher kennen. Überall findet sich auf rund 8 Metern Tiefe gut haltender Sand, den man im klaren Wasser gut ausmachen kann. Für uns war der Bereich um Los Gigantes auch der bevorzugte Ausgangspunkt für die Überfahrt nach La Gomera, um bei halbem oder raumem Wind im Bereich der Acceleration Zone östlich der Insel, San Sebastian de La Gomera anlaufen zu können.

    Playa de Masca, Los Gigantes, Tenerife

    Weitere Bilder von Teneriffas Westküste und unseren Ankerplätzen findest du im Fotoalbum.

     

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    Teneriffa intensiv

    Die Marina San Miguel liegt im Süden Teneriffas, im Einflussbereich der Wind Acceleration Zone zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Es kann also recht windig werden, mit entsprechender Welle und Strom bis vor die Hafeneinfahrt. Innerhalb der Marina liegt es sich jedoch sehr ruhig, die Pontons sind für die vorherrschende Windrichtung perfekt ausgerichtet.

    Marina San Miguel

    Die wenigen Tage bis zur Anreise unserer Tochter Anja und ihrem Freund Sven nutzten wir zur Erkundung der näheren Umgebung. Die Marina San Miguel ist Teil eines Golf-Resorts mit vielen großen und kleineren Villen, Hotel- und Appartment-Anlagen. Reines touristisches Entwicklungsgebiet ohne besonderen Charme. Der namensgebende Ort San Miguel liegt gute 10 km landeinwärts und ist wirklich einen Besuch wert. Es gibt einige kleine Strände in der Nähe, überweigend steinig und zumeist mit einer anständigen Brandung versehen.

    Karge Küste westlich der Marina

    Eine Küstenwanderung führte uns durch einige Touristenghettos, teils hübsch, teils verkommen mit etlichen Bauruinen, bis Las Galletas. Schön ist anders, zumindest aus unserer Sicht. Für den Rückweg nahmen wir den Bus.
    Die Haltestelle Pueblo Primavera liegt knapp 500m von der Marina entfernt, auf dem Weg kommt man an einem kleinen Corvian-Supermarkt vorbei, in dem man sich ganz gut versorgen kann. Größere Auswahl bietet das Gewerbegebiet Las Chafiras, inclusive Bauernmarkt, deutschem Bäcker, Lidl und großen Supermärkten.
    Am Freitag, 2. Juli, landete unser Besuch, auf den wir uns schon lange gefreut hatten auf dem Flughafen Teneriffa Süd, der mit Auto in einer viertel Stunde erreicht werden kann. Mit den beiden folgten geschäftige 5 Urlaubstage, in der wir Teneriffa intensiv kennen lernen durften.

    Unterwegs auf Teneriffa: Puerto de Santa Cruz

    Auf dem Programm standen Santa Cruz de Tenerife, mit Playa de Las Teresitas, Puerto de la Cruz mit der Playa de San Telmo, San Juan de la Rambla, der Teide mit Gipfelbesteigung, das Bergdorf Vilaflor und ein Segeltag entlang der Westküste bis Caleta de Adeje.

    Auf dem Gipfel des Teide, höchster Berg Spaniens.

    Leider mussten die beiden bereits am 8. Juli wieder zurück nach Deutschland. Die Arbeit rief… Wir entspannten noch zwei weitere Tage in der Marina San Miguel, bevor wir am 11. Juli die Leinen lösten um wieder etwas Zeit vor Anker zu verbringen.
    Weitere Fotos von Teneriffa findest Du wie immer im Fotoalbum.

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    Überfahrt nach Teneriffa

    Bereit zum Auslaufen.

    Am Sonntag, 27. Juni war es soweit: Wir erhielten unsere zweite Covid-Impfung im Centro de Salud Valterra, Arrecife. Endlich konnten wir weitersegeln. Wurde auch allerhöchste Zeit, denn in weniger als einer Woche landete lange geplanter Besuch – in Teneriffa. Da zudem der Passat im Verlauf der Woche sehr kräftig werden sollte, hatten wir DANJA bereits am Tag zuvor zum Ablegen vorbereitet und stachen eine gute Stunde nach dem Impftermin mit Ziel Marina San Miguel auf Teneriffa, in See. Nach gemütlichem Start an Lanzarotes Südostküste machten wir dann am Südzipfel der Insel, im Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura, erstmals Bekanntschaft mit einer Wind Acceleration Zone (WAZ). Von 3 auf 7 Bft auf 200 Metern. Wir waren gut vorbereitet und rauschten stark gerefft mit Topspeed zunächst die Küste entlang, bis wir dann einige Meilen westlich von Punta Pechiguera wieder aus der Zone hinaus- und alsbald in die Nacht hinein segelten.

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    Wir kamen gut voran und lagen Montag Vormittag bereits nördlich von Gran Canaria. Am frühen Nachmittag frischte der Wind im Bereich der Caution Zone des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Gran Canaria und Teneriffa wieder deutlich auf. Wir hatten die WAZ zwischen den Inseln erreicht. Es wurde ein wilder Ritt entlang der Ostküste Teneriffas, bei bis zu 35 kts Wind und 2 Metern Welle von achtern. Westlich des Montana Roja, die Marina bereits in Sicht, flaute der Wind deutlich ab und ein Marinero lotste uns schließlich gegen 20.00 Uhr auf unseren reservierten Liegplatz. Für die 180 sm hatten wir gute 32 Stunden gebraucht, unser größtes Etmal war 136 sm. Nicht schlecht. Etwas gemütlicher wäre aber auch ok gewesen.

    Marina San Miguel, Teneriffa.
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    Auf Wiedersehen Portugal

    Nach unserem kurzen Ausflug aufs Trockene waren wir technisch bereit, Porto Santo zu verlassen. Doch zunächst war Geduld gefragt, warteten wir doch noch auf zwei Pakete aus Deutschland. Die können auf dem Seeweg schon mal etwas länger brauchen, wie wir bereits in Funchal festgestellt hatten. Wir verlegten für einige Tage auf den Ankerplatz westlich des Hafens, der einen wunderschönen Ausblick auf Porto Santos Strand und Silhouette bietet.

    Bei östlicher Komponente im Wind bog dann allerdings zunehmend Schwell um Porto Santos Südwestecke und trieb uns wieder zurück ins Ankerfeld innerhalb des Hafens.
    Hier herrschte mittlerweile Aufbruchsstimmung. Neue Freunde und alte Bekannte zog es zu den Azoren, wir wollten weiter gen Süden, zu den Kanaren, auch weil sich mit dem stabilisierenden NNO-Wind der größte Makel Porto Santos besonders bemerkbar machte: Das Inselkraftwerk, in dem mit Schweröl betriebene Schiffsdiesel den Strom für Porto Santo generieren, verteilt seine Abgase über dem gesamten Hafen. Da bleibt einem das eine oder andere Mal buchstäblich die Luft weg.
    Am 17. Mai sollte der sehr kräftige NNO-Wind für einige Tage etwas schwächer wehen, für uns ein geeignetes Wetterfenster für die 270-Meilen-Überfahrt nach La Graciosa, der kleinen Nachbarinsel im Norden Lanzarotes.

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    Es wurde eine sportliche Überfahrt. Der Wind wehte wie so oft stärker als vorhergesagt, die See war entsprechend rau. Immerhin passte die vorhergesagte Richtung. Ein, zwei Mal verkleinerten wir unsere Segel, dann hieß es bei stabilem Raumschotskurs nur noch aus- und durchhalten. Wir erreichten nach 48 Stunden La Graziosa, seit 2018 die achte Insel der Kanaren und gingen vor Playa Francesa vor Anker. Wir sind die einzigen Ankerlieger, was wohl auch an der Wettervorhersage liegen mag: Durchgehend 6 – 7 Bft für eine Woche. Da bleiben wir wohl zuhause. Ausblick, Temperaturen und Luftqualität sind jedenfalls topp.


    Für die Statistik: Porto Santo – Playa Francesa (La Graciosa) 279 sm. Ø 5,7 kt. Größtes Etmal 142 sm. 5326 sm in der Segelzeit, 11937 sm gesamt.

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    Auf nach Porto Santo

    Am Samstag, 27. Februar, verließen wir Funchal. Wir hatten noch versucht mit der Marina einen besseren Rabatt für längeres Liegen zu verhandeln, blieben jedoch erfolglos. Gerade in Anbetracht der unzumutbaren Sanitäranlagen trat der Vorteil der zentralen Lage Funchals für Ausflüge auf Madeira zunehmend in den Hintergrund. Außerdem wurde es Zeit nach 6 Wochen wieder Neues zu entdecken. Unser Ziel war Porto Santo.
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    Am Montag sollte eine mäßige Brise aus Nord gute Bedingungen für eine Überfahrt bieten. Bis dahin bließ es aber noch kräftig mit mindestens 6 Bft, ebenfalls aus nördlichen Richtungen. Die wollten wir vor Machico ankernd aussitzen. Machico, übrigens der älteste Ort Madeiras, bietet einen der wenigen guten Ankerplätze Madeiras. Hier landeten 1419 erstmals Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira, bei der Entdeckung Madeiras. Der schwarze Sand hielt auch uns perfekt, leider sorgte Schwell aus Ost und kräftiger Wind für viel Bewegung im Schiff. Am Montag segelten wir dann wie geplant hinüber nach Porto Santo. Immer schön am Wind, kamen wir mit einer Wende aus und erreichten kurz nach Sonnenuntergang den Hafen von Porto Santo. Die vielen Ankerlieger, über die wir bei Einfahrt in den Hafen noch staunten, erklärten sich bald mit dem fehlenden Ponton A, der während der Dezemberstürme zu zwei Dritteln zerstört wurde. Auf der Insel gibt es keine (!) Corona-Fälle. Damit das so bleibt wird getestet, was das Zeugs hält. Für alle, die länger bleiben wollen, so wie wir, sogar doppelt.

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    Leinen los! Wir segeln nach Madeira

    Wir laufen aus. 10. Januar 2021.

    Die Algarve blieb auch über den Jahreswechsel hinaus kühl und verregnet. Dass wir mal Reif vom Beiboot-Cover kratzen würden, hätten wir uns nach dem Winter 19/20 nicht vorgestellt. In der zweiten Januarwoche zeichnete sich nach dem Abzug von Tief Bartosz mit Hoch Antje eine Wetterlage ab, die mit einem über mehrere Tage anhaltendem Nortada eine Passage nach Madeira erlauben würde. Tiefdruckgebiete draußen auf dem Atlantik zogen nach Norden und Nordosten ab. Die Marina do Funchal bestätigte freie Liegeplätze und informierte uns über die aktuell gültigen Corona-Regeln. Für zügiges Einlaufen würden wir einen am letzten Hafen durchgeführten PCR Test benötigten. Die Wettervorhersage stabilisierte sich über die folgenden Tage weiter und versprach für die volle Zeit der Überfahrt und einigen Puffertagen günstiges Wetter. Also packten wir es an. Letzte Einkäufe, Schiff für den Törn vorbereiten, Covid-PCR-Test für den Vortag des geplanten Auslaufens terminiert und durchgeführt, vollgetankt und schon ging es los, in die Segelsaison 2021. Dabei lief es am Ende so schnell, dass wir uns nicht einmal mehr gebührlich von unserer Familie in Lagos verabschieden konnten. Nach Durchgang des Tiefs verbesserte sich das Wetter so schnell, dass wir einen halben Tag früher als gedacht, am Sonntag um 11.30 Uhr die Leinen loswerfen konnten. Zügig blies uns raumer Wind hinaus auf den Atlantik. Nach gut neun Stunden hatten wir die ersten 50 Meilen hinter uns gebracht und legten nach dem Umrunden des VTG vor Cap San Vicente Kurs auf Madeira an.

    Kurs Madeira. Das Passatsegel im Einsatz.

    In den ersten beiden Nächten war die See bei 5 bis 6 Bft noch recht ruppig. Dann beruhigte sich der Wind etwas, erlaubte jedoch weiterhin das Segeln bei achterlichen Winden von Steuerbord und uns längere Ruhepausen, in denen wir uns nicht halbwach irgendwie verkeilen mussten, um etwas Schlaf zu finden. Auch die Temperaturen stiegen mit der Entfernung von der Algarve wieder an, Mittags wurde es in Sonnenschein sogar angenehm mild. Die Mini-Kuchenbude, mit der der Raum unter der Sprayhood quasi zum Innensteuerstand wird, blieb allerdings dran, denn spätestens mit Sonnenuntergang kam die Kälte zurück.

    Blauwassersegeln

    Am fünften Nachmittag meldete Christine als erstes „Land in Sicht“. Die Gipfel Madeiras, immerhin runde 1800 Meter hoch, tauchten als Silhouette aus dem Meer auf. Die sich einstellende Vorfreude auf den Landfall war allerdings leicht verfrüht, denn wir waren noch über 70 Seemeilen von unserem Ziel entfernt. Das hieß eine weitere Nacht und noch einige Stunden des kommenden Vormittags weitersegeln, bevor wir Funchal erreichen würden.

    Madeira voraus!

    Am Freitagmorgen, ca. 10.00 Uhr war es dann soweit. Nach dem Umrunden des Ponta de Garajau, 505 Seemeilen von Lagos entfernt, lag Funchal vor uns. Wir meldeten uns telefonisch bei der Policia Maritima, übermittelten dorthin per Whats App unsere PCR-Testresultate, die wir kurz vor unserem Auslaufen aus Lagos erhalten hatten und legten uns an eine der Mouringe vor der Marina do Funchal. Nach drei Stunden hatte die Gesundheitsbehörden den Test validiert und wir durften in die Marina einlaufen. Geschafft!

    Funchal

    Madeira ist grandios. Meer, Strand, Berge, verschneite Gipfel, gepflegte Ortschaften, alles auf wenigen Kilometern vereint und immer im Blick. Wir werden eine Weile bleiben, das ist sicher…

    Noch ein wenig Statistik: Die Überfahrt dauerte 120 Stunden. Dabei legten wir 508 Seemeilen zurück. Auf 33 Seemeilen kam die Maschine als Flautenschieber zum Einsatz. Der Rest wurde gesegelt, Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 4,23 Knoten. In den ersten 24 Stunden legten wir 118 Seemeilen zurück, am dritten Tag nur 80.

    Mehr Bilder findet ihr wie immer im Fotoalbum.

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    Frohe Weihnachten, Boas Festas, Merry Christmas !

    Wie schnell doch die Zeit vergeht: Unser zweites Jahr auf See neigt sich seinem Ende zu.
    Geschimpft wird über 2020 schon genug, da müssen wir uns nicht anschließen, hoffen aber, dass Murphy, was unsere Segelzeit angeht, in Bezug auf 2021 nicht zum Zuge kommt – „Schlimmer kann‘s nicht werden!?“.
    Nach immerhin knapp 2000 Seemeilen, die wir in diesem Jahr gesegelt sind, verbringen wir also ein weiteres Weihnachten in Lagos. Einige alte Bekannte liegen ebenfalls hier, neue Langfahrer sind dazugekommen. Die Frage nach dem „wie geht es weiter?“ ist Teil vieler Unterhaltungen, wir selbst sind, nach unseren Erlebnissen in diesem Jahr so bescheiden geworden, dass wir uns nur noch kleine Ziele stecken wollen. Wenn alles gut geht, soll Madeira unser nächstes Ziel sein. Das Wetter wird entscheiden, wann es losgeht, unsere To-Do-Listen sind jedenfalls so klein geworden, dass wir mit gutem Gewissen auch kurzfristig aufbrechen können.
    Unser Enkelchen entwickelt sich prima und wird sicherlich auch Einfluss auf unsere weiteren Planungen haben, wollen wir ihn doch das eine oder andere Mal in Deutschland besuchen.
    Zunächst aber gilt es Weihnachten und Neujahr zu feiern. So gut es eben geht, in diesen Zeiten.
    Wir wünschen unseren Familien, Verwandten und Bekannten, unseren Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen in Deutschland, sowie allen unbekannten Lesern dieser Seiten ein Gesegnetes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleibt gesund!

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    Winterlager und mehr

    Knapp zwei Wochen früher als im letzten Jahr haben wir Anfang November wieder einen Winterliegeplatz bezogen. Zuvor verbrachten wir noch einige ruhige, sonnige Tage in der Lagune von Alvor. Wir fanden ein gutes Plätzchen gleich hinter der östlichen Zufahrtsmole und verzichteten auf die Weiterfahrt zum Ankerplatz vor dem Hafen von Alvor, wo des doch recht eng zuging, wie wir beobachten konnten. Wir nutzten das warme Wetter für lange Strandwanderungen, mal nach Osten, Richtung Alvor, mal nach Westen, Richtung Lagos.

    Als sich dann wieder schlechtes Wetter ankündigte, beschlossen wir, vorzeitig in die Marina de Lagos zu verlegen. Unsere Reservierung galt erst ab dem 9. November. Da die Marina rappelvoll war, mussten wir vier Nächte am Besuchersteg warten, bis unser Liegeplatz für den Winter frei wurde.

    Zu der Zeit wurden wir dann auch Großeltern und freuten uns bereits auf den Besuch bei unserem Enkelchen. Dass Corona weiterhin ein Thema sein würde war klar, dass jedoch Deutschland in den Lockdown Light gehen und ganz Portugal zum Risikogebiet erklärt werden würde, stand nicht auf dem Plan. Quarantänevorschriften, Beherbergungsverbote und Besuchsbeschränkungen zwangen uns zu einigen Änderungen, dennoch schafften wir es, nach Deutschland zu reisen, uns bei unserem Enkel vorzustellen und wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause zu kommen. Übrigens im Einklang mit Vorschriften und Verordnungen von Bund und Ländern. Details ersparen wir uns hier. Sind morgen ohnehin wieder überholt.

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    Wir dürfen vorstellen: Oma, Opa, Karlo