Logbuch

Kurzeinträge von Törns und Reisen, in der Regel von unterwegs, via Handy & co.

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    Teneriffa intensiv

    Die Marina San Miguel liegt im Süden Teneriffas, im Einflussbereich der Wind Acceleration Zone zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Es kann also recht windig werden, mit entsprechender Welle und Strom bis vor die Hafeneinfahrt. Innerhalb der Marina liegt es sich jedoch sehr ruhig, die Pontons sind für die vorherrschende Windrichtung perfekt ausgerichtet.

    Marina San Miguel

    Die wenigen Tage bis zur Anreise unserer Tochter Anja und ihrem Freund Sven nutzten wir zur Erkundung der näheren Umgebung. Die Marina San Miguel ist Teil eines Golf-Resorts mit vielen großen und kleineren Villen, Hotel- und Appartment-Anlagen. Reines touristisches Entwicklungsgebiet ohne besonderen Charme. Der namensgebende Ort San Miguel liegt gute 10 km landeinwärts und ist wirklich einen Besuch wert. Es gibt einige kleine Strände in der Nähe, überweigend steinig und zumeist mit einer anständigen Brandung versehen.

    Karge Küste westlich der Marina

    Eine Küstenwanderung führte uns durch einige Touristenghettos, teils hübsch, teils verkommen mit etlichen Bauruinen, bis Las Galletas. Schön ist anders, zumindest aus unserer Sicht. Für den Rückweg nahmen wir den Bus.
    Die Haltestelle Pueblo Primavera liegt knapp 500m von der Marina entfernt, auf dem Weg kommt man an einem kleinen Corvian-Supermarkt vorbei, in dem man sich ganz gut versorgen kann. Größere Auswahl bietet das Gewerbegebiet Las Chafiras, inclusive Bauernmarkt, deutschem Bäcker, Lidl und großen Supermärkten.
    Am Freitag, 2. Juli, landete unser Besuch, auf den wir uns schon lange gefreut hatten auf dem Flughafen Teneriffa Süd, der mit Auto in einer viertel Stunde erreicht werden kann. Mit den beiden folgten geschäftige 5 Urlaubstage, in der wir Teneriffa intensiv kennen lernen durften.

    Unterwegs auf Teneriffa: Puerto de Santa Cruz

    Auf dem Programm standen Santa Cruz de Tenerife, mit Playa de Las Teresitas, Puerto de la Cruz mit der Playa de San Telmo, San Juan de la Rambla, der Teide mit Gipfelbesteigung, das Bergdorf Vilaflor und ein Segeltag entlang der Westküste bis Caleta de Adeje.

    Auf dem Gipfel des Teide, höchster Berg Spaniens.

    Leider mussten die beiden bereits am 8. Juli wieder zurück nach Deutschland. Die Arbeit rief… Wir entspannten noch zwei weitere Tage in der Marina San Miguel, bevor wir am 11. Juli die Leinen lösten um wieder etwas Zeit vor Anker zu verbringen.
    Weitere Fotos von Teneriffa findest Du wie immer im Fotoalbum.

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    Überfahrt nach Teneriffa

    Bereit zum Auslaufen.

    Am Sonntag, 27. Juni war es soweit: Wir erhielten unsere zweite Covid-Impfung im Centro de Salud Valterra, Arrecife. Endlich konnten wir weitersegeln. Wurde auch allerhöchste Zeit, denn in weniger als einer Woche landete lange geplanter Besuch – in Teneriffa. Da zudem der Passat im Verlauf der Woche sehr kräftig werden sollte, hatten wir DANJA bereits am Tag zuvor zum Ablegen vorbereitet und stachen eine gute Stunde nach dem Impftermin mit Ziel Marina San Miguel auf Teneriffa, in See. Nach gemütlichem Start an Lanzarotes Südostküste machten wir dann am Südzipfel der Insel, im Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura, erstmals Bekanntschaft mit einer Wind Acceleration Zone (WAZ). Von 3 auf 7 Bft auf 200 Metern. Wir waren gut vorbereitet und rauschten stark gerefft mit Topspeed zunächst die Küste entlang, bis wir dann einige Meilen westlich von Punta Pechiguera wieder aus der Zone hinaus- und alsbald in die Nacht hinein segelten.

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    Wir kamen gut voran und lagen Montag Vormittag bereits nördlich von Gran Canaria. Am frühen Nachmittag frischte der Wind im Bereich der Caution Zone des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Gran Canaria und Teneriffa wieder deutlich auf. Wir hatten die WAZ zwischen den Inseln erreicht. Es wurde ein wilder Ritt entlang der Ostküste Teneriffas, bei bis zu 35 kts Wind und 2 Metern Welle von achtern. Westlich des Montana Roja, die Marina bereits in Sicht, flaute der Wind deutlich ab und ein Marinero lotste uns schließlich gegen 20.00 Uhr auf unseren reservierten Liegplatz. Für die 180 sm hatten wir gute 32 Stunden gebraucht, unser größtes Etmal war 136 sm. Nicht schlecht. Etwas gemütlicher wäre aber auch ok gewesen.

    Marina San Miguel, Teneriffa.
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    Auf Wiedersehen Portugal

    Nach unserem kurzen Ausflug aufs Trockene waren wir technisch bereit, Porto Santo zu verlassen. Doch zunächst war Geduld gefragt, warteten wir doch noch auf zwei Pakete aus Deutschland. Die können auf dem Seeweg schon mal etwas länger brauchen, wie wir bereits in Funchal festgestellt hatten. Wir verlegten für einige Tage auf den Ankerplatz westlich des Hafens, der einen wunderschönen Ausblick auf Porto Santos Strand und Silhouette bietet.

    Bei östlicher Komponente im Wind bog dann allerdings zunehmend Schwell um Porto Santos Südwestecke und trieb uns wieder zurück ins Ankerfeld innerhalb des Hafens.
    Hier herrschte mittlerweile Aufbruchsstimmung. Neue Freunde und alte Bekannte zog es zu den Azoren, wir wollten weiter gen Süden, zu den Kanaren, auch weil sich mit dem stabilisierenden NNO-Wind der größte Makel Porto Santos besonders bemerkbar machte: Das Inselkraftwerk, in dem mit Schweröl betriebene Schiffsdiesel den Strom für Porto Santo generieren, verteilt seine Abgase über dem gesamten Hafen. Da bleibt einem das eine oder andere Mal buchstäblich die Luft weg.
    Am 17. Mai sollte der sehr kräftige NNO-Wind für einige Tage etwas schwächer wehen, für uns ein geeignetes Wetterfenster für die 270-Meilen-Überfahrt nach La Graciosa, der kleinen Nachbarinsel im Norden Lanzarotes.

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    Es wurde eine sportliche Überfahrt. Der Wind wehte wie so oft stärker als vorhergesagt, die See war entsprechend rau. Immerhin passte die vorhergesagte Richtung. Ein, zwei Mal verkleinerten wir unsere Segel, dann hieß es bei stabilem Raumschotskurs nur noch aus- und durchhalten. Wir erreichten nach 48 Stunden La Graziosa, seit 2018 die achte Insel der Kanaren und gingen vor Playa Francesa vor Anker. Wir sind die einzigen Ankerlieger, was wohl auch an der Wettervorhersage liegen mag: Durchgehend 6 – 7 Bft für eine Woche. Da bleiben wir wohl zuhause. Ausblick, Temperaturen und Luftqualität sind jedenfalls topp.


    Für die Statistik: Porto Santo – Playa Francesa (La Graciosa) 279 sm. Ø 5,7 kt. Größtes Etmal 142 sm. 5326 sm in der Segelzeit, 11937 sm gesamt.

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    Auf nach Porto Santo

    Am Samstag, 27. Februar, verließen wir Funchal. Wir hatten noch versucht mit der Marina einen besseren Rabatt für längeres Liegen zu verhandeln, blieben jedoch erfolglos. Gerade in Anbetracht der unzumutbaren Sanitäranlagen trat der Vorteil der zentralen Lage Funchals für Ausflüge auf Madeira zunehmend in den Hintergrund. Außerdem wurde es Zeit nach 6 Wochen wieder Neues zu entdecken. Unser Ziel war Porto Santo.
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    Am Montag sollte eine mäßige Brise aus Nord gute Bedingungen für eine Überfahrt bieten. Bis dahin bließ es aber noch kräftig mit mindestens 6 Bft, ebenfalls aus nördlichen Richtungen. Die wollten wir vor Machico ankernd aussitzen. Machico, übrigens der älteste Ort Madeiras, bietet einen der wenigen guten Ankerplätze Madeiras. Hier landeten 1419 erstmals Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira, bei der Entdeckung Madeiras. Der schwarze Sand hielt auch uns perfekt, leider sorgte Schwell aus Ost und kräftiger Wind für viel Bewegung im Schiff. Am Montag segelten wir dann wie geplant hinüber nach Porto Santo. Immer schön am Wind, kamen wir mit einer Wende aus und erreichten kurz nach Sonnenuntergang den Hafen von Porto Santo. Die vielen Ankerlieger, über die wir bei Einfahrt in den Hafen noch staunten, erklärten sich bald mit dem fehlenden Ponton A, der während der Dezemberstürme zu zwei Dritteln zerstört wurde. Auf der Insel gibt es keine (!) Corona-Fälle. Damit das so bleibt wird getestet, was das Zeugs hält. Für alle, die länger bleiben wollen, so wie wir, sogar doppelt.

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    Leinen los! Wir segeln nach Madeira

    Wir laufen aus. 10. Januar 2021.

    Die Algarve blieb auch über den Jahreswechsel hinaus kühl und verregnet. Dass wir mal Reif vom Beiboot-Cover kratzen würden, hätten wir uns nach dem Winter 19/20 nicht vorgestellt. In der zweiten Januarwoche zeichnete sich nach dem Abzug von Tief Bartosz mit Hoch Antje eine Wetterlage ab, die mit einem über mehrere Tage anhaltendem Nortada eine Passage nach Madeira erlauben würde. Tiefdruckgebiete draußen auf dem Atlantik zogen nach Norden und Nordosten ab. Die Marina do Funchal bestätigte freie Liegeplätze und informierte uns über die aktuell gültigen Corona-Regeln. Für zügiges Einlaufen würden wir einen am letzten Hafen durchgeführten PCR Test benötigten. Die Wettervorhersage stabilisierte sich über die folgenden Tage weiter und versprach für die volle Zeit der Überfahrt und einigen Puffertagen günstiges Wetter. Also packten wir es an. Letzte Einkäufe, Schiff für den Törn vorbereiten, Covid-PCR-Test für den Vortag des geplanten Auslaufens terminiert und durchgeführt, vollgetankt und schon ging es los, in die Segelsaison 2021. Dabei lief es am Ende so schnell, dass wir uns nicht einmal mehr gebührlich von unserer Familie in Lagos verabschieden konnten. Nach Durchgang des Tiefs verbesserte sich das Wetter so schnell, dass wir einen halben Tag früher als gedacht, am Sonntag um 11.30 Uhr die Leinen loswerfen konnten. Zügig blies uns raumer Wind hinaus auf den Atlantik. Nach gut neun Stunden hatten wir die ersten 50 Meilen hinter uns gebracht und legten nach dem Umrunden des VTG vor Cap San Vicente Kurs auf Madeira an.

    Kurs Madeira. Das Passatsegel im Einsatz.

    In den ersten beiden Nächten war die See bei 5 bis 6 Bft noch recht ruppig. Dann beruhigte sich der Wind etwas, erlaubte jedoch weiterhin das Segeln bei achterlichen Winden von Steuerbord und uns längere Ruhepausen, in denen wir uns nicht halbwach irgendwie verkeilen mussten, um etwas Schlaf zu finden. Auch die Temperaturen stiegen mit der Entfernung von der Algarve wieder an, Mittags wurde es in Sonnenschein sogar angenehm mild. Die Mini-Kuchenbude, mit der der Raum unter der Sprayhood quasi zum Innensteuerstand wird, blieb allerdings dran, denn spätestens mit Sonnenuntergang kam die Kälte zurück.

    Blauwassersegeln

    Am fünften Nachmittag meldete Christine als erstes „Land in Sicht“. Die Gipfel Madeiras, immerhin runde 1800 Meter hoch, tauchten als Silhouette aus dem Meer auf. Die sich einstellende Vorfreude auf den Landfall war allerdings leicht verfrüht, denn wir waren noch über 70 Seemeilen von unserem Ziel entfernt. Das hieß eine weitere Nacht und noch einige Stunden des kommenden Vormittags weitersegeln, bevor wir Funchal erreichen würden.

    Madeira voraus!

    Am Freitagmorgen, ca. 10.00 Uhr war es dann soweit. Nach dem Umrunden des Ponta de Garajau, 505 Seemeilen von Lagos entfernt, lag Funchal vor uns. Wir meldeten uns telefonisch bei der Policia Maritima, übermittelten dorthin per Whats App unsere PCR-Testresultate, die wir kurz vor unserem Auslaufen aus Lagos erhalten hatten und legten uns an eine der Mouringe vor der Marina do Funchal. Nach drei Stunden hatte die Gesundheitsbehörden den Test validiert und wir durften in die Marina einlaufen. Geschafft!

    Funchal

    Madeira ist grandios. Meer, Strand, Berge, verschneite Gipfel, gepflegte Ortschaften, alles auf wenigen Kilometern vereint und immer im Blick. Wir werden eine Weile bleiben, das ist sicher…

    Noch ein wenig Statistik: Die Überfahrt dauerte 120 Stunden. Dabei legten wir 508 Seemeilen zurück. Auf 33 Seemeilen kam die Maschine als Flautenschieber zum Einsatz. Der Rest wurde gesegelt, Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 4,23 Knoten. In den ersten 24 Stunden legten wir 118 Seemeilen zurück, am dritten Tag nur 80.

    Mehr Bilder findet ihr wie immer im Fotoalbum.

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    Frohe Weihnachten, Boas Festas, Merry Christmas !

    Wie schnell doch die Zeit vergeht: Unser zweites Jahr auf See neigt sich seinem Ende zu.
    Geschimpft wird über 2020 schon genug, da müssen wir uns nicht anschließen, hoffen aber, dass Murphy, was unsere Segelzeit angeht, in Bezug auf 2021 nicht zum Zuge kommt – „Schlimmer kann‘s nicht werden!?“.
    Nach immerhin knapp 2000 Seemeilen, die wir in diesem Jahr gesegelt sind, verbringen wir also ein weiteres Weihnachten in Lagos. Einige alte Bekannte liegen ebenfalls hier, neue Langfahrer sind dazugekommen. Die Frage nach dem „wie geht es weiter?“ ist Teil vieler Unterhaltungen, wir selbst sind, nach unseren Erlebnissen in diesem Jahr so bescheiden geworden, dass wir uns nur noch kleine Ziele stecken wollen. Wenn alles gut geht, soll Madeira unser nächstes Ziel sein. Das Wetter wird entscheiden, wann es losgeht, unsere To-Do-Listen sind jedenfalls so klein geworden, dass wir mit gutem Gewissen auch kurzfristig aufbrechen können.
    Unser Enkelchen entwickelt sich prima und wird sicherlich auch Einfluss auf unsere weiteren Planungen haben, wollen wir ihn doch das eine oder andere Mal in Deutschland besuchen.
    Zunächst aber gilt es Weihnachten und Neujahr zu feiern. So gut es eben geht, in diesen Zeiten.
    Wir wünschen unseren Familien, Verwandten und Bekannten, unseren Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen in Deutschland, sowie allen unbekannten Lesern dieser Seiten ein Gesegnetes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleibt gesund!

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    Winterlager und mehr

    Knapp zwei Wochen früher als im letzten Jahr haben wir Anfang November wieder einen Winterliegeplatz bezogen. Zuvor verbrachten wir noch einige ruhige, sonnige Tage in der Lagune von Alvor. Wir fanden ein gutes Plätzchen gleich hinter der östlichen Zufahrtsmole und verzichteten auf die Weiterfahrt zum Ankerplatz vor dem Hafen von Alvor, wo des doch recht eng zuging, wie wir beobachten konnten. Wir nutzten das warme Wetter für lange Strandwanderungen, mal nach Osten, Richtung Alvor, mal nach Westen, Richtung Lagos.

    Als sich dann wieder schlechtes Wetter ankündigte, beschlossen wir, vorzeitig in die Marina de Lagos zu verlegen. Unsere Reservierung galt erst ab dem 9. November. Da die Marina rappelvoll war, mussten wir vier Nächte am Besuchersteg warten, bis unser Liegeplatz für den Winter frei wurde.

    Zu der Zeit wurden wir dann auch Großeltern und freuten uns bereits auf den Besuch bei unserem Enkelchen. Dass Corona weiterhin ein Thema sein würde war klar, dass jedoch Deutschland in den Lockdown Light gehen und ganz Portugal zum Risikogebiet erklärt werden würde, stand nicht auf dem Plan. Quarantänevorschriften, Beherbergungsverbote und Besuchsbeschränkungen zwangen uns zu einigen Änderungen, dennoch schafften wir es, nach Deutschland zu reisen, uns bei unserem Enkel vorzustellen und wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause zu kommen. Übrigens im Einklang mit Vorschriften und Verordnungen von Bund und Ländern. Details ersparen wir uns hier. Sind morgen ohnehin wieder überholt.

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    Wir dürfen vorstellen: Oma, Opa, Karlo

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    Algarve

    Ein Monat ist seit unserem letzten Eintrag vergangen. Unser Blog ist also mehr oder weniger in einen Pausenmodus übergegangen. Wir haben uns, auch aufgrund Covid-19, dazu entschlossen, einen weiteren Winter hier zu verbringen, bevor wir dann im nächsten Jahr wieder entferntere Ziele ansteuern. Der wichtigere Grund ist jedoch die gute Anbindung nach Deutschland (Faro), wo wir im November Großeltern werden, worüber wir uns sehr, sehr freuen. Und unseren Enkel wollen wir natürlich so bald wie möglich im den Armen halten.

    Es wird kühler…

    Der Sommer hat sich mittlerweile auch an der Algarve verabschiedet und der kühleren Jahreszeit Platz gemacht. Diese Bezeichnung eignet sich besser als Herbst und Winter, denn auch wenn die Tage kürzer, das Wasser kühler und dann und wann auch das Wetter etwas ungemütlicher werden, die stets warme Sonne und der überwiegend blaue Himmel erinnern wenig an die kalten Jahreszeiten, wie wir sie vom nördlichen Europa her kennen.

    Segeln entlang der Küste der Algarve

    Nach einem kurzen Stopp in Vilamoura erkundeten wir weitere Ankermöglichkeiten entlang der Küste in Richtung Westen. Neben den bei jedem Wetter sicheren Ankerplätzen des Rio Guadiana, der Lagune von Faro/Olhao und innerhalb der Mole der Mündung des Rio Arade bei Portimao kann man bei guten Bedingungen eigentlich überall ankern. Die findet man bei ablandigem Wind zusammen mit westlichen Winden in der Straße von Gibraltar. Bläst dort nämlich der Levante, wird‘s an der Algarveküste schaukelig. Auf dem Weg nach Portimao ankerten wir so bei Albufeira, östlich von Benagil und vor der Praia do Vao, westlich von Portimao.

    Ankern bei Benagil, östlich von Portimao

    Unser derzeitiger Ankerplatz liegt vor der Praia Grande bei Portimao, mit guten Versorgungsmöglichkeiten sowohl in Ferragudo, als natürlich auch in Portimao. Zwar befindet sich der einzige, öffentliche Ponton flussaufwärts vor der Eisenbahnbrücke am nördlichen Rand Portimaos, am östlichen Ufer des Rio Arade lässt es sich jedoch überall auch am Ufer oder Strand gut anlanden.

    Wandern entlang der Steilküste östlich von Portimao

    Besonderen Reiz hat die Steilküste östlich von Portimao/Ferragudo. Sie ist mit Wanderwegen gut erschlossen und bietet geniale Ausblicke (Caminho dos Promontórios). Genau das Richtige, jetzt, wo es nicht mehr so heiß wird. Wir erkundeten den Weg bis Carvoeiro, von wo aus man den Weg bis Benagil und darüber hinaus fortsetzen kann, wenn man denn will. Die 16 km Hin-und Rückweg waren uns aber für Erste genug.

    Spaß auf dem Wasser, hier mit SUP und Kajak.

    Eine Portion Schlechtwetter gab es auch. Tief Barbara brachte Starkwind bis Stärke 10 in Böen, mit Wellen bis 3,7 m aus SW. Hatten wir hier vor Anker noch nicht und zogen es deshalb vor, in die Marina von Portimao zu verlegen. Das war keine gute Entscheidung, denn Schwell findet seinen Weg um und durch die schwimmenden Wellenbrecher der Marina und sorgt in den Becken der Marina für sehr unangenehme, wenn nicht sogar gefährliche Bedingungen. Sowohl an den Stegen, als auch an Booten gab es Schäden, wie gebrochene und ausgerissene Klampen, losgerissene Schwimmer der Fingerpontons, umgestoßene Stromverteiler und Ähnliches.

    Sturmief Barbara. Schietwetter

    Wir haben für uns entschieden, dass wir bei solchen Bedingungen bei Portimao künftig vor Anker sicherer liegen. Zwischen Molenköpfen und Ferragudo ist es zwar unruhig mit reichlich Schwell, der aber weiter flußaufwärts, schon im Bereich des Wendebeckens fast völlig verschwindet.

    Wir waren froh, als wir die den Liegeplatz in der Marina wieder gegen „unseren“ Ankerplatz tauschen konnten und das dauernde Knarzen der Leinen endlich ein Ende hatte. Jetzt stehen wieder Dinghy-Ausflüge und unverbaute Sonnenuntergänge auf dem Programm, bis wir irgendwann im November in die Marina de Lagos verlegen werden.

    Sonnenuntergang von „unserem“ Ankerplatz bei Portimao

    Weitere Bilder findest Du wie immer in unserm Fotoalbum: Parque Natural da Ria Formosa, Segeln und Ankern vor der Felsalgarve und Wandern auf dem Caminho dos Promontórios.

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    Wieder in Portugal

    Seit dem 8. September sind wir nun wieder in Portugal. Quer über den Golf von Cadiz ging es zunächst vom Ankerplatz bei Chipiona nach Tavira. Zwar ist die Aussicht auf genügend Platz zum Ankern eher schlecht, da fast der gesamte Bereich innerhalb der Zufahrt von Mooringbojen belegt ist, dennoch lieben wir die räumliche Nähe kleiner Fischerorte, die herrlicher Strände und Anlandemöglichkeiten im Bereich von Quatro Aguas, den vier Wässern Ria Formosa, Rio Gilao, Ribera do Almagem und dem Atlantik.

    Ankerplatz Tavira

    Wir fanden ein Plätzchen für unseren Anker mit ausreichend Raum zum Schwoien und genossen es, wieder in der Algarve angekommen zu sein. Besuche in Cabanas und Tavira, sowie ausgedehnte Spaziergänge auf den Ilhas de Tavira und Cabanas ließen die Zeit schnell vergehen. Leider bot unser Ankerplatz nicht im gesamten Schwoikreis genügend Tiefe bei der näherkommenden Herbst-Springtide. Niedrigwasser versprach dann nur noch 10 cm Wasser über SKN, beziehungsweise zu wenig für unseren Tiefgang. Grund genug, nach Culatra umzuziehen, wo wir auch für den vorhergesagten Starkwind sicheren Ankergrund erwarten konnten.

    Cabanas

    Seit dem 13. September ist Culatra jetzt unser Zuhause. Wir geniesen die Weite, den Raum am Ankerplatz, die Ruhe auf der Ilha de Culatra, den fast menschenleeren, endlosen Strand und die spätsommerliche Wärme der Algarve. Hier bleiben wir noch eine Weile!

    Sonnenuntergang bei Culatra

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    Im Sherry-Dreieck

    Straße von Gibraltar im Kielwasser.

    Am 1. September erlaubte das Wetter unsere Weiterreise in Richtung Portugal. Günstigen Strom für die Fahrt nach Westen setzt, so die einschlägige Literatur, 3 Stunden nach Hochwasser Gibraltar ein. Das war an dem Tag erst um 18.00 Uhr, es stand also einmal mehr eine Nachtfahrt an. Passte auch aus anderem Grund ganz gut, denn die großräumigen Schießgebiete südlich von Cadiz waren tagsüber aktiv.
    Die für uns beste Strömung fanden wir dann dort, wo wir sie am wenigsten erwartet hatten: Vor Cap Trafalgar setzte der Tidenstrom mit 2-3 Knoten nordwärts und schob uns, wenn auch abnehmend fast bis nach Cadiz.

    Für die kommenden Tage sollte der Levante wieder für kräftigen SO-Wind sorgen, weshalb wir im Osten der Bucht von Cadiz den Ankerplatz in der Ensenada del Aculadero anliefen. Liegt zwischen der Marina Puerto Sherry und der Mündung des Rio Guadalete mit seiner langen Mole. Die Stadt an der Mündung des Rio Guadalete ist El Puerto de Santa Maria, kurz einfach El Puerto und markiert eine Ecke des andalusischen Städtedreiecks in dem der als Sherry bezeichnete Wein hergestellt wird (mehr Info dazu auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Sherry).

    Der Sherry war zwar nicht der Grund für die Wahl des Ankerplatzes, dennoch Anlass genug, um in einer Sherry-Kellerei mehr über diesen Wein zu erfahren. Wir wählten die Bodega Gutiérrez-Colosia (http://www.gutierrezcolosia.com/), die täglich zu einem sehr anständigen Preis Führung und Weinprobe anbietet. Unser Guide machte einen erstklassigen Job. Zusammen mit der anschließenden Weinprobe wurden wir fast schon Sherry-Experten und wissen nun, wie Erde, Meer und Wein in ein Glas Fino kommen.

    Gern hätten wir unsere Sherry-Kenntnisse in Sanlucar de Barrameda, der zweiten Stadt des erwähnten Dreiecks weiter vertieft, ein Nachmittag mit Horden von Jetski-Fahrern im Rio Guadalquivir, wohin wir am 6.9. verlegten, verbunden mit Schwärmen von Mücken ab Sonnenuntergang, verdarben uns dann aber komplett die Lust darauf. Das Gefühl genug Spanien genossen zu haben überwog und wir nutzten am 8.9. die Wetterlage für einen Schlag über den Golf von Cadiz zurück nach Portugal.
    Zu guter Letzt noch etwas positives zur Mündung des Guadalquivir: Nach der negativen Erfahrung am Ankerplatz gegenüber des Ortes Bonanza verlegten wir am Montag, dem 7. September vor den Hafen von Chipiona. Dort kann man vor östlichen und südlichen Winden recht geschützt ankern und das Dinghy auch Motor leicht anlanden. In der Marina fanden wir ein hervorragendes Restaurant, wo wir unseren 30. Hochzeitstag gebührend feierten. Gutes Essen zu vernünftigen Preisen, und vom super-freundlichen Personal die Corona-Regeln vorbildlich umgesetzt.

    Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.