Am Freitag, 26.5., verließen wir Kappeln mit Ziel Schleswig. Am Montag wollten wir dort unsere neue Matratze für die Eignerkabine übernehmen. Die hatten wir am Mittwoch bei Laroma GmbH in Auftrag gegeben, die wir auf der letzten Hanseboot in Hamburg kennen lernten. Trotz Feiertagen und langem Wochenende sollte alles fertig werden, versprach uns der Mitarbeiter, der die Koje am Liegeplatz in Kappeln vermaß. Um es vorweg zu nehmen: Es klappte perfekt. Und noch perfekter ist seither der Schlaf. Wir liegen besser, als zu hause im eigenen Bett. Von uns volle 10 von 10 möglichen Punkten für das Produkt und die Firma.
Auf der Schlei verbrachten wir ein wunderschönes, langes Wochenende, bei absolut sommerlichen Temperaturen unter strahlend blauem Himmel.
Erst von Montag auf Dienstag brachte eine Kaltfront starke westliche Winde und wieder der Jahreszeit angemessene Temperaturen. Unseren Absprung nach Osten mussten wir bis Donnerstag schieben, am Mittwoch galt für den gesamten Küstenraum, Nord- und Ostsee, Starkwindwarnung mit Böen bis 8 Bft. Die leicht nachlassenden Winde nutzten wir dann am Donnerstag, 1.6.17 für die Rückfahrt zum Darß. Um 5 Uhr passierten wir Schleimünde und ließen uns von dort an vom achterlichen Wind non-stop bis Prerow pusten, wo gegen 22.00 Uhr der Anker sicher eingegraben war. Es folgte ein sommerlicher Badetag, bevor wir am Samstag, durchweg segelnd (SO-Wind) nach Barth zurückkehrten.
Sonnenuntergang am Darß.
Für die Statistik: 349sm zurückgelegt, 249 davon unter Segeln.
Wir sind wieder unterwegs. Wie bereits im vergangenen Jahr, haben wir Kappeln an der Schlei zum Ziel unseres ersten Törns des Jahres ausgesucht. Dieses Jahr werden wir den Ostseefjord noch bis Schleswig befahren, bevor wir die Rückreise nach Barth antreten.
Für uns gab es zwei Prämieren: Die erste Nachtfahrt und das erste Etmal (100 sm) mit Danja. Mit stabilen 3-4 Bft war das Wetter einfach perfekt, um weitgehend stressfrei eine Nacht hindurch zu segeln. Zwar zwang Westwind zum Kreuzen, nachdem die Entscheidung jedoch gefallen war, keinen Hafen anzulaufen, schreckte das nicht weiter. Kurz nach Mitternacht passierten wir mit etwa 3 kt. Fahrt die Zufahrt nach Warnemünde, bevor dann einige Meilen weiter westlich der Wind völlig einschlief. Unter Motor setzten wir Kurs Richtung Fehmarnsund-Brücke, die wir schließlich gegen 7 Uhr morgens, bei noch immer spiegelglatter See, passierten. Ohne Stopp ging es weiter, um das Schießgebiet Hohenwarter Bucht (aktiv) herum, auf direktem Weg nach Schleimünde. Erst nach passieren des Kiel-Ostsee-Wegs kam wieder eine leichte Brise (aus NO) auf, mit der wir die verbleibenden Meilen unter Segel und in Ruhe hinter uns bringen konnten.
In der Schlei steuerten wir das Wormshöfter Noor an, wo 35 Stunden und 158 sm nach verlassen der Reede Barhöft unser Anker fiel.
Bei sommerlich warmem Wetter, wenig Wind und herrlicher Szenerie fiel es trotz der Müdigkeit schwer, in die Koje zu gehen, wo dann ein langer Schlaf für Erholung sorgte. Im Laufe des Dienstags verlegten wir in den Stadthafen Kappeln, wo unser ganz persönliches Heringstage-Programm begann. Geplantes Auslaufen: Freitag, 26.05.2017. Hier weiterlesen…
Mit einiger Verzögerung liegt unsere DANJA seit dem 12. Mai wieder im Wasser. Das ist, im Vergleich zu den vorherigen Jahren spät, berücksichtigt man jedoch das mehr als bescheidene Wetter dieses Frühjahrs, haben wir wohl nichts verpasst. Bei bestem Wetter habe ich dann übers Wochenende unser Schiff für den ersten Törn des Jahres vorbereitet. Der Mast wurde noch am Freitag gestellt, dank den Werftarbeitern der Rammin-Werft, die an diesem Tag einige Überstunden leisteten. Am Samstag hieß es dann für mich zunächst Deck schrubben, dann montierte ich den Baum, ordnete Fallen und Schoten, verlegte DANJA an ihren Liegeplatz, bunkerte einen Teil des Proviants und so weiter, und so fort. Am Sonntag erlaubte mir die morgendliche Windstille schließlich auch noch das aufziehen von Groß und Genua, womit für unseren ersten Törn alles bereit ist. Ziel: Die 39. Kappelner Heringstage.
Das Refitprojekt im Winterlager 2016/2017 ist der Tausch der Fenster des Decksalons. Der Ausbau ging schnell vonstatten, ganz so einfach wie zunächst vermutet, gestaltet sich der Tausch dennoch nicht. Erst mit Abbau der Rahmen offenbarte sich die Art des Einbaus: Alle Fenster waren durch den Aufbau hindurch verschraubt. Eine Bauart, die heute nicht mehr üblich ist. Insbesondere die Radien der Rahmen machen zum Teil erforderlich, die Fensteröffnungen in begrenztem Umfang anzupassen. Auch erlaubt die Rundung des Decksalons keine Glasfenster, hier muss Plexiglas zum Einsatz kommen. Nach Rücksprache der Werft mit den Herstellern sieht der Plan nun so aus: Alle Fenster mit 10mm dickem Material, die vorderen Fenster in Glas, die seitlichen in Plexiglas. Nach Anpassung der Öffnungen und verschließen der Bohrlöcher werden moderne Klemmrahmen verwendet, die wartungsfrei lange Dichtigkeit versprechen. Soweit der Plan. Bin gespannt wie die Realisierung aussehen wird – und hoffe auf einen erträglichen Endpreis. Das Bild zeigt das vordere Decksalonfenster auf der Steuerbordseite.
In der freien Zeit über den Jahreswechsel beschäftigte ich mich einmal mehr mit dem Thema Wetter und Vorhersage auf Langfahrt. In unserem jetzigen Heimatrevier, der Ostsee, ist dies ein Thema, das wir ohne größere Problem, allein mit einem Smartphone abdecken können. Als Backup bleiben dann immer noch Rundfunk und VHF-Radio. Das gilt im Bereich Kattegat, Belte und Sunde und über Bornholm bis Blekinge (Schweden), wo wir mit vielleicht ganz wenigen Ausnahmen immer in Reichweite eines Netzbetreibers unterwegs waren. Mein Anbietervertrag erlaubt mir dabei das unbegrenzte Telefonieren und Surfen in allen bisher von uns besegelten Ländern.
Mit Ausnahme der Überfahrten über Nordsee und Biskaya (meine Einschätzung) kommt man mit dieser Grundausstattung (Smartphone mit Vertrag, UKW-Radio und VHF Funk) in allen Küstengewässern Westeuropas ganz gut zurecht. Die Wetterdaten, die ich für Analyse und Vorhersage heranziehe, umfassen die Seewetterberichte / Bulletins verfügbarer Anbieter wie DWD oder UKMO, GRIB Daten, Wetterfax (Analyse und 24h-Vorhersage) und weiterer Angebote im Internet. Alle zusammen ermöglichen ein gutes Bild über Wind, Niederschlag, Luftdruck, Frontverläufe und Seegang. Gleichwohl stehen alle diese Quellen, mit der erwähnten Ausrüstung, nach Verlassen der Küstengewässer, auf hoher See nicht mehr zur Verfügung.
Uns Fahrtensegler stehen dann zwei Technologien zur Verfügung, mit denen die zuvor erwähnten Informationen weiterhin bezogen werden können: Datenverkehr auf Kurzwelle (Stichwort PACTOR) und Satellitenkommunikation. Die Komplexität und die hohen Anschaffungskosten eines PACTOR-Einbaus schrecken mich, nach Studium vieler Quellen im Internet, eher ab. KISS (Keep it simple, stupid!) sollte auch hier das Motto sein. IT (Notebook/PC) gehören bereits zur Ausstattung, verbunden mit einem Satelliten-Telefon lassen sich textbasierte Informationen über E-Mail abrufen. So können z.B. GRIB-Daten, NAVTEX und Wetterwarnungen ortsunabhängig empfangen werden. Fehlen nur noch Wetterkarten. Sie lassen sich mit relativ geringem Aufwand mit einer speziellen Antenne und unter Nutzung der IT-Ausstattung empfangen, bzw. zur Darstellung bringen.
Die für mich aus heutiger Sicht wesentlichen Quellen für weitere Informationen habe ich in nachfolgenden Links festgehalten:
Einstieg für Informationen zum E-Mail-Abruf textbasierter Wetterdaten incl. GRIB, Bulletins und Vorhersagen über Saildocs: http://www.saildocs.com/
Wettervorhersagen und NAVTEX messages weltweit, sortiert nach METAREAs:
http://weather.gmdss.org/I.html
Seit dem 4. November ist unsere Danja aus dem Wasser. Leider reichte die eingeplante Zeit nicht aus, beim Legen des Mastes dabei zu sein. An beiden Tagen, die wir für diese Arbeit vorgesehen hatten, blies ein stürmischer Wind aus westlichen Richtungen. So mussten wir, nachdem wir alle vorbereitenden Arbeiten für das eigentliche Legen des Mastes abgeschlossen und Danja zum Kran verlegt hatten, unser Schiff mit leicht gemischten Gefühlen in die Hände der Werft Rammin geben, die die verbleibenden Arbeiten nach unserer Abreise natürlich professionell erledigten. Nun liegt der Mast im Mastenlager und unser Schiff im Hallen – Winterlager, wo auch die beauftragten Arbeiten durchgeführt werden sollen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Zeit bis zum Beginn der Saison 2017 kürzer anfühlt, als sie tatsächlich ist.
Am 30. September reisten wir für unseren letzten Segelausflug in 2016 nach Barth. Der Tag der deutschen Einheit bescherte uns, nachdem jeglicher Urlaub und sämtliche Überstunden restlos aufgebraucht waren, noch einmal ein langes Wochenende. Wir waren nicht die einzigen, die den immer noch warmen Spätsommer nutzen wollten. Die Straßen waren nicht nur bei der Anreise, sondern auch bei der Rückreise so voll, dass es keine Freude mehr war.
Der Samstag entschädigte uns allerdings mit bestem Segelwind, bei dem wir zwar langsam (2-3 Bft) aber stetig von Barth, an Barhöft vorbei bis Neuendorf segeln konnten. Zwar war der Himmel zumeist bedeckt und ab und an fielen auch einige Tropfen Regen vom Himmel, dennoch war es herrlich, einmal mehr vor Hiddensee liegen zu können und die offene See vor Augen zu haben. Die Wassertemperatur war runter auf 12°C, was uns aber nicht davon abhielt, noch einmal baden zu gehen.
Am frühen Morgen drehte der Wind weiter westlich als in der Vorhersage versprochen, mit dem Resultat, dass es ab 5 Uhr an unserem Ankerplatz sehr unruhig wurde. Mit dem ersten Tageslicht gingen wir deshalb Anker auf und verlegten für das Frühstück und den Rest des Tages nach Barhöft Reede. Es folgte ein herrlicher Tag Seele baumeln lassen der, wie so oft vor Barhöft mit einem herrlichen Sonnenuntergang zu Ende ging.
Am Feiertag ging es ein letztes Mal in diesem Jahr, unter Motor, zurück nach Barth. Zum ersten Mal machten wir bei der Rammin Werft fest, wo wir Danja in diesem Winter ein Hallenlager gönnen. Die Salonfenster müssen getauscht werden, was einige Wochen dauern wird und ein Außenlager verbietet. Das Wetter am Tag der deutschen Einheit war herrlich und wir nutzten das trocken Wetter zum Abschlagen und Stauen der Segel, bevor es am frühen Nachmittag wieder zurück nach Ingolstadt ging.
Highlight: Seeadler. Viele davon. Nutzten offenbar den niedrigen Wasserstand über den Windwatt-Gebieten zum Fische fangen. Hatten wir so noch nicht gesehen.
Für die Statistik: Haben wieder 36 Seemeilen geloggt, 18 davon unter Segel.
Der eine oder andere Leser mag bei Folgendem vielleicht schmunzeln, dennoch fűhrte ich am 16. September erfolgreich meinen ersten kleinen Solo-Tőrn durch. Am Freitag morgen legte ich von unserem Liegeplatz beim Barther Yachtservice ab, motorte zur ostlichen Hälfte des Barther Hafens, wo ich bei der Rammin Werft wieder festmachte. Gemeinsam mit Hr. Rammin begutachtete ich unsere Decksalonfenster, die wir im Zuge des Winterlagers erneuern wollen. Danach ging es allein wieder zurück, zum Liegeplatz. Zwei mal ablegen, zwei mal anlegen, nichts kaputtgemacht, nirgends angestoßen. Ein bisschen stolz war ich schon.
Wir durchsegelten Blekinges Schären von West nach Ost, wobei wir uns bei der Törnplanung stark an den vom Schwedischen Kreuzerclub ausgebrachten Mooringtonnen orientierten. Sie lagen stets in geschützten Buchten, in denen man, sollte die Tonne mal belegt sein, ebenso gut seinen Anker ausbringen kann.
Tjärö
1. Tjärö. Fūr uns Platz eins. Einfach schön und man dürfte immer ein Plätzchen finden. Wir lagen im NO der Schäre. Im Hafen selbst gibt es zahlreiche Liegeplätze, eigentlich vor Heckanker, schien aber die wenigsten zu interessieren. Das Besucherzentrum beim Hafen wird zurzeit neu gebaut. Groß, modern, aber noch geschmackvoll. Wird einen ziemlichen Kontrast zu den roten Schwedenhäusern bilden, ohne störend zu wirken. Im Tjärö-Restaurant gibt’s Frühstück und Mittagsbuffet. Letzteres haben wir ausprobiert. Einfach, gut und günstig.
Flakskär
Platz 2: Flakskär. Eine der Außenschären. An der höchsten Stelle gerade mal 5m hoch. Das Setting ist phänomenal. Vom Ankerplatz sieht man hinaus auf die offene See und in die geschützten Schärengewässer. Bei guter Sicht erkennt man im Süden Utklippan, im Osten Stenshamn. Die Schäre ist nur spärlich bewachsen, es gibt einige winzige Hütten, die man wohl mieten kann, alles jedoch ohne Wasser, Strom und Toiletten – abgesehen vom Trockenclo. Streift man zu Fuß über die Schäre, entdeckt man im nördlichen Teil noch Fundamente eines historischen Hauses, aus der Zeit, als Flakskär noch besiedelt war.
Almö
Platz 3: Arpö/Arpökalv/Birkeskär. Die drei Schären formen im Osten Arpös eine recht geschützte Bucht mit vielen Ankermöglichkeiten. Wir besuchten Arpökalv, wo man auf den flachen Felsen wunderbar windgeschützt in der Sonne liegen kann. Auch das herumstreifen macht Spaß, von der höchsten Stelle, wo sich die Reste einer Militäranlage befinden, hat man eine super Aussicht auf die offene See, die umliegenden Schären und die Hasslö bron (Drehbrücke zwischen Hasslö und Almö). Einziger Wermutstropfen sind die Hinterlassenschaften zahlreicher Schafe, die die Insel beweiden dürfen.
Ekenäs/Karön
Platz 4. Ekenäs/Karö (Ronneby). Wir liefen Ekenäs an, um in Ronneby frische Lebensmittel einzukaufen. Der Yachthafen liegt sowohl auf der Festlandsseite, als auch auf Karö. Im Handelshafen von Ronneby gibt es für Yachten keine Liegemöglichkeiten. Wir lagen in Ekenäs am östlichsten Anleger (mit Fingerstegen), der für Gäste reserviert ist. Wasser, Strom, Tanke, Absaugung, alles da. Der Hafenmeister betreibt das Fährboot nach Karö, für den Fall, dass man sein Dingi nicht auspacken möchte und vermietet Fahrräder. Eine Bushaltestelle ist in wenigen Minuten zu erreichen. Versorgungsmöglichkeiten sucht man am Hafen vergeblich, die gibt’s nur in Ronneby. Wir fuhren übrigens mit dem Dingi nach Ronneby. Schöner Ausflug den Fluss hinauf, bis in die Altstadt, wo man sowohl Einkaufsmöglichkeiten, als auch Restaurants und Cafés findet.
Auf der Schäre Karö gibt es schöne Spazierwege, das Restaurant, gleich oberhalb des Anlegers, war geschlossen. Öffnet wohl nur während der Haupt- und Feriensaison.
Wir kamen von Westen durch‘s Nebenfahrwasser nach Ronneby. Landschaftlich sehr reizvoll und mit unseren 1,6m Tiefgang kein Problem. Viel Wasser war aber nicht mehr unterm Kiel.
Tärnö
Platz 5: Tärnö. Auch eine der äußeren Schären, etwas größer, bewohnt, mit einer gut geschützten Bucht im Norden. Man wird nicht an Vereinsamung leiden, die Einwohner Tärnös sind ständig unterwegs – mit ihren Booten – und auch Yachten scheinen die Schäre gern und zahlreich anzulaufen. Wir ankerten in der östlichen Hälfte der Bucht, in Höhe eines großen Anlegers mit Heckbojen. Es gab keine Probleme mit dem Ankergrund. Schön ist der Kontrast zwischen dem ruhigen Wasser in der Bucht und dem Rauschen der Brandung an der Südseite Tärnös. Leider blieben wir nicht lange genug, für einen Landausflug, was wir sahen, war aber wirklich hübsch.
Saltärna
Platz 6. Saltärna. Recht große, schön bewaldete Schäre, mit einer schönen, geschützten Ankerbucht im Norden in reizvoller Umgebung. Auch bewohnt. Wir machten einen kleinen Spaziergang, den wir allerdings abbrachen, als wir aus der Ferne ein Warnschild wegen Wildschweinen sahen. Nur für den Fall, das das kein Fake war…
Platz 7. Senoren. Dort lagen wir, nach dem durchfahren der Brücke über den Möcklösund (18m) in der kleinen Bucht im NO der Schäre. Highlight für uns war der Dingi-Besuch des Restaurants und Hofladens Brofästet Senoren, gleich westlich der Brücke, bei den Anlegern. Im mit viel Liebe und vielen Blumen dekorierten Hof kann man gut und günstig speisen und allerlei Leckereien einkaufen. Obst und Gemüse, Räucherfisch, Brot usw.
Wir blieben hier nur eine Nacht. Zum umherstreifen war uns Senoren zu groß, außerdem war das Wetter ziemlich ungemütlich.
In der Nacht zu Donnerstag kam die Dünung an unserem Ankerplatz südlich des Fährhafens von Sassnitz zunehmend aus NO, bei weiter NNW Wind. Das führte immer wieder zu heftigen Rollbewegungen, die uns um den wohlverdienten Schlaf brachten. Das Wetter war am Morgen auch nicht so besonders, deshalb brachen wir nach einem kurzem Frühstück auf, in Richtung Süden, mit Ziel Greifswalder Bodden/Thiessow.
Wir segelten für’s Sight Seeing dicht unter der Küste und passierten nacheinander Prora und die Seebäder Binz, Sellin und Gören. Am frühen Nachmittag rundeten wir Südperd und Klein Zicker und nahmen Kurs auf Thiessow. Der Hafen dort war jedoch bereits rappelvoll. Päckchen sind nicht unser Ding, deshalb drehten wir auch gleich wieder um und ankerten für die Nacht im Naturhafen Zicker See. Mit dem Dingi motorten wir dann noch einmal in den Hafen, um im Kaufmannsladen in Thiessow unsere Vorräte mit Frischware aufzufüllen.
Freitag war Badetag. Wir verlegten für den Tag an den Strand östlich von Thiessow, frühstückten dort ausgiebig und gaben uns für den Rest des Tages hemmungslosem Faulenzen hin. Endlich Sommer, endlich Ruhe. Schön. Die Krönung war am Abend Schmetterlingssegeln in die untergehende Sonne, auf dem Weg zurück zum Zicker See.
Wir hatten nun die Wahl, im Greifswalder Bodden zu bleiben, oder auf dem Weg zum Heimathafen Barth, die Insel Rügen im Norden zu umsegeln. Gegen den Bodden sprachen die übervollen Häfen mit dem obligatorischen Run auf die Liegeplätze, sollten wir mal wieder Strom brauchen, für den langen Weg die günstige Wettervorhersage und die Lust am Blick auf die offene Ostsee. Wir entschieden uns für letztere Alternative.
So ging es dann am Samstag zunächst nach Glowe, dann für zwei Nächte an den endlos langen Strand im Westen der Tromper Wiek, am Dienstag, den 23.08. weiter um Arkona herum an die Strände Hiddensees und schließlich, bei hochsommerlichen Temperaturen, am Freitag, 26.8. zurück nach Barth.
Noch ein paar Highlights:
– Eine Bavaria ging frühmorgens im Ankerplatz Zickersee bei SO Wind mit 5 Bft auf Drift, querte das Ankerfeld, passierte dabei zwei weitere Yachten zum Glück berührungslos, um schließlich im Flach auf Grund zu laufen. Das weckte die Crew, die aus eigener Kraft wieder ins tiefe Wasser motoren konnte und sogleich den Ankerplatz verließ.
– Mitten auf der Prorer Wiek spinnte unser Motor, als wir ihn als Flautenschieber in Richtung Kreidefelsen nutzen wollten. Die starke Dünung aus ONO schien ihm überhaupt nicht zu gefallen. Wir waren bereits gedanklich in Sassnitz, als er sich nach einer halben Stunde wieder beruhigte und wir doch mich leichten „Bauchweh“ unseren Weg nach Glowe fortsetzten.
– Glowe feierte am Samstag, 20.8., das 15. Sanddornfest mit Livemusik und Tanz im Festzelt. Wir waren dabei. Schön war’s.
– Der Strand der Tromper Wiek ist locker 10 km lang. Dennoch schaffte es eine weitere Yacht in weniger als 30 Metern Entfernung ihren Anker einzugraben. Das ist so nah, dass man erkennen kann, ob die Crew rasiert ist, oder nicht. Dass wir uns konsterniert dazu entschlossen, ein Stück weiter zu ziehen, versteht sich von selbst.
– Ab 30 °C segelt der Einheimische in Kreis VPR nackt. FKK ohne Grenzen. Hmm.
Und schließlich für die Statistik:
Im Kielwasser blieben 499 sm. 393 sm davon sind wir gesegelt.
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