Ansegeln

  • Saisonstart mit Ups and Downs

    Ziel unseres Frühjahrstörns war auch in diesem Jahr der Besuch der Heringstage in Kappeln, die in diesem Jahr zum 40. Male stattfanden und wie immer an Christi Himmelfahrt beginnen. Der Törn begann im Anschluss an das auswintern unserer Danja. Terminlich konnten wir beides, auswintern und ansegeln, entgegen der ursprünglichen Planung, nicht entzerren.
    Für’s Kranem waren wir am Donnerstag, 26. April, eingeplant. Stellen des Masts fand am darauffolgenden Tag statt. Da wir bereits am 25. April angereist waren und am Donnerstag erst als letzte ins Wasser kommen sollten, nutzten wir die Wartezeit auf dem Trockenen für den “Einzug” und das bunkern von Proviant. Am Samstag waren wir dann, nach Stellen des Masts, aufziehen der Segel und füllen der Wassertanks, bereit für unseren Törn, für den wir am Sonntag, 29.04. ausliefen.
    Trotz viel Sonne war es auf dem Wasser noch ganz schön frisch, vor Barhöft bildete die kalte Meeresluft im kräftigem NNO-Wind im Lee der Halbinsel Bock Seenebel. Dennoch genossen wir es, wieder mit DANJA unterwegs zu sein. Auf Barhöft Reede planten wir die weiteren Etappen aus. Über 10 Tage Zeit standen uns zur Verfügung, um pünktlich nach Kappeln zu gelangen.
    Der folgende Montag versprach 5-6 Bft aus NO und damit einen zügige Rundung des Darß, mit Etappenziel Rostock/Warnemünde. Danach sollte es nach Travemünde und Lübeck weitergehen, wo wir uns bei einem Werftbesuch ein alternatives Angebot für unseren Refit einholen wollten. Doch ganz so einfach lief es dann doch nicht…
    Nördlich des Darß, der scheinbare Wind zeigte beständig 7 Bft, riss uns bei der einzigen, erforderlichen Halse das Großsegel. Just an der Stelle, die uns am Tag zuvor als reichlich dünn und reparaturbedürftig ins Auge gefallen war. Der größte Teil des Groß ließ sich noch in den Mast einrollen, den zerfledderten Rest sicherten wir notdürftig am Mast. Mit wenig Genua liefen wir anschließend im “Schutz” von Fischland/Darß mit raumem Starkwind bis 8 Bft ab, Richtung Warnemünde. In Höhe Graal-Müritz flaute es schließlich ab, 5 Meilen vor der Warnow-Mündung war es sogar Windstill.


    Unter Motor liefen wir am späten Nachmittag in die Warnow ein, mit Ziel Boots- und Yachthafen Schmarl, wo auch die Segelwerkstatt Warnemünde ihren Sitz hat. Die Segelwerkstatt Warnemünde ist Partner der Segelwerkstatt Stade, von der wir uns auf der Boot Angebote für eine neue Segelgarderobe eingeholt hatten. Nach dem 1. Mai-Feiertag konnten wir nach einigen Telefonaten ein neues Groß vermessen lassen und in Auftrag geben. Mit etwas Glück würde es noch vor unserer Rückkehr nach Barth fertig werden.
    Noch am gleichen Tag liefen wir, nunmehr nur noch mit Genua und zur Dämpfung der Groß-Rollanlage in Resten eingerolltem Groß, wieder aus, zunächst mit Ziel Travemünde.
    Der weitere Törnverlauf entsprach mehr unseren Vorstellungen: Viel Zeit, überschaubare Etappen, das ganze bei bestem Wetter, strahlendem Sonnenschein und wenig Starkwind.


    Hier die Highlights in aller Kürze:
    Besuch der Böbs – Werft in Travemünde, wo wir Danja voraussichtlich im kommenden Winterlager von Grund auf überholen lassen werden.
    Abstecher nach Lübeck
    Besuch der 40. Heringstage zu Kappeln.
    Teilnahme am Sommerfest des TO in Orth auf Fehmarn
    Gemütliche Strandtage auf Fehmarn (Burgtiefe)
    Via Hohe Düne zurück in die Boddengewässer
    Auch unser neues Roll-Großsegel wurde so rechtzeitig geliefert, dass wir es vor unserer Heimfahrt aufziehen und vor Barth bei günstigen Winden testen konnten. Die vorletzte Nacht an Bord verbrachten wir vor Anker in der Glowitzer Bucht, wo wir zu Sonnenuntergang erstmals unsere Drohne vom Boot aus fliegen ließen.
    Mit Ausnahme des gerissenen Großsegels, für uns ein gelungener Törn mit einem wunderschönen Ausklang, gleich um die Bodden-Ecke vor Barth.

    Für die Statistik:
    378 sm, davon 164 sm unter Motor.
    Incl. Probesegeln: 387 sm, davon 165 sm unter Motor, 221 sm unter Segeln.
    Seit SBF See: 6210 sm

    Mehr Bilder gibt’s im Fotoalbum.

  • Kappelner Heringstage 2017

     

    Wir sind wieder unterwegs. Wie bereits im vergangenen Jahr, haben wir Kappeln an der Schlei zum Ziel unseres ersten Törns des Jahres ausgesucht. Dieses Jahr werden wir den Ostseefjord noch bis Schleswig befahren, bevor wir die Rückreise nach Barth antreten.
    Für uns gab es zwei Prämieren: Die erste Nachtfahrt und das erste Etmal (100 sm) mit Danja. Mit stabilen 3-4 Bft war das Wetter einfach perfekt, um weitgehend stressfrei eine Nacht hindurch zu segeln. Zwar zwang Westwind zum Kreuzen, nachdem die Entscheidung jedoch gefallen war, keinen Hafen anzulaufen, schreckte das nicht weiter. Kurz nach Mitternacht passierten wir mit etwa 3 kt. Fahrt die Zufahrt nach Warnemünde, bevor dann einige Meilen weiter westlich der Wind völlig einschlief. Unter Motor setzten wir Kurs Richtung Fehmarnsund-Brücke, die wir schließlich gegen 7 Uhr morgens, bei noch immer spiegelglatter See, passierten. Ohne Stopp ging es weiter, um das Schießgebiet Hohenwarter Bucht (aktiv) herum, auf direktem Weg nach Schleimünde. Erst nach passieren des Kiel-Ostsee-Wegs kam wieder eine leichte Brise (aus NO) auf, mit der wir die verbleibenden Meilen unter Segel und in Ruhe hinter uns bringen konnten.
    In der Schlei steuerten wir das Wormshöfter Noor an, wo 35 Stunden und 158 sm nach verlassen der Reede Barhöft unser Anker fiel.
    Bei sommerlich warmem Wetter, wenig Wind und herrlicher Szenerie fiel es trotz der Müdigkeit schwer, in die Koje zu gehen, wo dann ein langer Schlaf für Erholung sorgte. Im Laufe des Dienstags verlegten wir in den Stadthafen Kappeln, wo unser ganz persönliches Heringstage-Programm begann. Geplantes Auslaufen: Freitag, 26.05.2017.
    Hier weiterlesen…

  • Saisonstart 2017

    Segelbereit und mit neuen Decksalonfenstern

    Mit einiger Verzögerung liegt unsere DANJA seit dem 12. Mai wieder im Wasser. Das ist, im Vergleich zu den vorherigen Jahren spät, berücksichtigt man jedoch das mehr als bescheidene Wetter dieses Frühjahrs, haben wir wohl nichts verpasst. Bei bestem Wetter habe ich dann übers Wochenende unser Schiff für den ersten Törn des Jahres vorbereitet. Der Mast wurde noch am Freitag gestellt, dank den Werftarbeitern der Rammin-Werft, die an diesem Tag einige Überstunden leisteten. Am Samstag hieß es dann für mich zunächst Deck schrubben, dann montierte ich den Baum, ordnete Fallen und Schoten, verlegte DANJA an ihren Liegeplatz, bunkerte einen Teil des Proviants und so weiter, und so fort. Am Sonntag erlaubte mir die morgendliche Windstille schließlich auch noch das aufziehen von Groß und Genua, womit für unseren ersten Törn alles bereit ist. Ziel: Die 39. Kappelner Heringstage.

  • Heringstage in Kappeln

    Über einen Monat nach dem Einwassern am Gründonnerstag, lösten wir am 29. April endlich die Leinen für den ersten Segeltörn des Jahres. Verspätetes Ansegeln sozusagen. Der Umbau der Bordstromversorgung dauerte deutlich länger als geplant. Ich werde in einem anderen Post darauf zurückkommen…
    Als Ziel hatten wir uns die Heringstage in Kappeln vorgenommen. Die starten, wie jedes Jahr, am „Vatertag“ und laufen für 4 Tage. Dass Kappeln entgegen der vorherrschenden Windrichtung liegt, sorgte für das eine oder andere Bauchweh während der Törnplanung, dennoch sollte die eingeplante Zeit ausreichen, um die Strecke bei jedem Wetter zu schaffen. Zwei Alternativen boten sich an: Entlang der deutschen Küste, oder durch den Guldborg-Sund und die Dänische Südsee nach Schleimünde.
    Als es für dann endlich losging, meinte es das Wetter gut mit uns. Ein kräftiger Südwind erlaubte uns, am ersten Tag mit streckenweise über 7 kts aus den Bodden heraus und entlang der Halbinsel Zingst, bis vor Prerow (Ankern) zu segeln. Die östlichen bis südlichen Winde blieben uns für die nachfolgenden Tage treu, sodass wir, via Kühlungsborn und Fehmarn (Ankern in der Orther Bucht) , bereits am Dienstag mit Sonnenuntergang Kappeln erreichten. Den längsten Schlag segelten wir am Dienstag, 40sm, durchgehend Schmetterling, von der Orther Bucht, via Schleimünde bis Kappeln (ab Schleimünde unter Motor). Und das endlich auch bei erträglichen Temperaturen und ohne die doppelte Schicht wärmender Unterwäsche. An baden war bei 6°C Wassertemperatur übrigens nicht zu denken…
    Jetzt sind drei Ruhetage geplant, die wir für Familienbesuche und Treffen mit Freunden reserviert haben. Ab Freitag machen wir uns dann wieder auf den Heimweg nach Barth. Für die Fortsetzung hier klicken.

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    Ansegeln 2015

    Boddensegeln

    Nachdem unsere Danja am 27. März als eines der ersten Boote in Barth zurück ins Wasser gelassen wurde, verließen wir am Samstag, 3. April, unseren Liegeplatz zum Ansegeln der Saison 2015.

    Das Ziel gab uns Anja vor, die am 8. April ab Greifswald ihre vorzeitige Rückfahrt in den Süden antreten musste. So segelten wir bei günstigem Wind via Barhöft, Glewitzer Wiek (Ankern) und Wieck (Yachtservice Greifswald) nach Greifswald, wo wir für eine Nacht bei der Hanse-Werft festmachten.

    Am Mittwoch ging es dann wieder zurück, gegen den Wind, mit vielen Kreuzschlägen, durch den Strelasund nach Norden. Vor Neuhof Marina übernachteten wir vor Anker, bevor es am Donnerstag weiterging, bis Vitte, Hiddensee. Nach vielen eisigen Nächten erreichte der Frühling dann endlich auch den Norden: Am Freitagmorgen war es bei Windstille so warm, dass wir in T-Shirt in der Plicht unser Frühstück genießen konnten.

    Es folgte ein sehr ruhiger Tag auf dem Wasser, teilweise mit Motorunterstützung, teilweise treibend, teilweise segelnd rund Dornbusch bis Reede Barhöft. Absolut faszinierend war das klare Wasser vor Hiddensee. Bei 6 Metern Wassertiefe waren noch alle Details am Meeresgrund zu sehen.

    Der Samstag brachte uns dann wieder zurück nach Barth, wo es am Abend wettertechnisch wieder sehr ungemütlich wurde. Durch eine Kaltfront wurden mit Sturm die mehr als 20°C Tagestemperaturen vom Samstag fortgeblasen. Da unser Ansegeltörn jedoch beendet war, blieben wir ganz entspannt…

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    Hier noch einige Fakten „for the records“:

    Die Woche war sehr windig. Mit Ausnahme des Freitags begleiteten uns täglich 5 Bft (plus/minus) Wind. In den Boddengewässern und dem Strelasund unproblematisch, nur auf dem Greifswalder Bodden bildeten sich bei NO-Winden eine unangenehme Welle von ca. 1 Meter.

    Anfang April ist um Rügen vom Frühling wenig spür- und sichtbar. Die Temperaturen im Schiff gingen am frühen Morgen runter auf 5-7° C. Ohne Dieselheizung wäre das sehr ungemütlich. Scheint die Sonne jedoch, dann hat sie schon jede Menge Kraft und entschädigt für das unterkühlte Schiff in der Nacht. Überall ist man eines der wenigen Boote auf dem Wasser. Alle Häfen sind so gut wie leer, die Sanitäranlagen stehen einem geradezu exclusiv zur Verfügung.

    Anfang April ist auch Heringszeit. Angler aller Orten. Und natürlich auch die Fischeiaufsicht. Wir kauften unseren Fisch beim Fischhändler. Zumeist gibt’s Zander und Dorsch.

    Zu den Liege- und Ankerplätzen:

    Barhöft: Nach uns kamen nur noch zwei weitere Segelboote, dennoch war der Hafen durch zahllose Freizeitfischer sehr belebt. Offenbar hat sich hier eine Charterbasis für „Petrijüngermotorboote“ etabliert. Am Morgen und Abend herrscht reges, fast schon nerviges Motorboot Kommen und Gehen.

    Neuhof: Rinne war noch nicht betonnt. Plotter empfehlenswert. Ankern nordwestlich der Hafeneinfahrt bei 2 M Wassertiefe gut möglich. Viel Schlick. Weniger als 10 Boote im Hafen.

    Yachtservice Greifswald (halbe Meile hinter der Klappbrücke von Wieck, Nordufer):  Ca 5 Boote im Wasser, ansonsten alle Anleger frei. Die Duschanlagen sind komplett neu renoviert, alles vom Feinsten, und mit der Liegegebühr (EUR 1.50 pro Meter) bereits bezahlt.

    Glewitzer Wiek: Rinne durchgehend bis Tonne 8 (r) 2,5 Meter oder mehr. Guter Ankergrund.

    Vitte: Rinne bestens betonnt, Wassertiefe durchgängig 2.20 M oder mehr. 20 EUR für 11M recht teuer.  Duschen nur mit Duschmarken. Die verkalkten Duschköpfe lassen keinen Duschspaß aufkommen. Ansonsten sauber und gepflegt.

    Zu guter letzt die Statistik:

    Gesamtweg 139sm, davon 31 unter Motor.

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  • Ansegeln auf der Genesis II

    Um 8.45 Uhr hieß es Leinen los für einen Tagestörn auf dem Greifswalder Bodden. (Greifswalder-Yacht-Service Redmer & Wilke GmbH). Um 9.00 öffneten die Brückenwärter die Klappbrücke von Wieck und durch den Wiecker Hafen ging es unter Motor hinaus auf den Bodden. Eiskalt das Wetter, deshalb die gesamte Besatzung dick eingemummelt. Hinter Tonne G1 nahmen wir den Bug in den Wind, hissten die Segel und fielen ab auf HW-Kurs entlang des Fahrwassers in den Bodden. Blies recht anständig und die Genesis lief  mit über 7 kn Richtung Tonne Greifswald. Der Wind sollte rechts drehen über Nord auf Ost am Nachmittag, deshalb wählten wir eine Runde im Uhrzeigersinn um den Bodden mit Halt in Lauterbach. Es war noch Herings-Fangzeit, deshalb galt es den Zwangswegen zu folgen.

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    Wie es sich gehört – das Glück ist mit den Fleißigen 😉 – klarte es bald auf und eine nur von wenigen Wolken bedeckte Sonne spendete für einige Stunden Wärme. Vor Lauterbach stand uns der Wind dann direkt auf der Nase, deshalb setzten wir nach einigen Kreuzschlägen Kurs nach Ost und passierten Vilm im Norden mit Kurs auf Seedorf.

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    Im geschützten Hafen stärkten wir uns bei Eintopf (hatten eigentlich auf  frische Fischbrötchen gehofft) und genossen die Sonne. Gegen 14 Uhr mussten wir dann doch wieder aufbrechen, um noch vor Einbuch der Nacht nach Greifswald zurückkehren zu können.

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    Von Osten zog dann ab 15.00 schlechteres Wetter auf und ließ die Kälte zurückkehren. Wann immer möglich unter Blister und immer schön freibleibend von den vielen Fischernetzen segelten wir sodann zügig zurück nach Greifswald-Wieck, wo wir gegen 18.00 Uhr im Hafen festmachten.

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    Nach einer Runde Iso-Getränk 😉 und den weltbesten Matjesbrötchen am Hafen machte Peter den Smutje und zauberte aus den Resten seines zu Ende gehenden Ostertörns ein köstliches Dinner. Noch bis nach 23.00 Uhr wurde geklönt, gegessen und dann schließlich klar Schiff/Pantry gemacht. Dann hieß es leider Abschied nehmen von Peter, Gerhard und Marco.  Nochmal großen Dank an Peter, der diesen Törn ermöglichte. Wir haben viel gelernt und großen Spaß. Können es kaum erwarten, bis wir im August selbst die Leinen los machen dürfen.

    Zahlen, Daten, Fakten: 10.04.2010, Greifswald-Wieck – Greifswalder Bodden – Seedorf – Greifswald-Wieck. Teils bedeckt, teils sonnig, 6 – 10°C, Wasser 3°C, Wind 2-4 NW, über Mittag rechtsdrehend, nachmittags Ost. Log 42 sm.

  • Ansegeln auf der SY Genesis I

    Um halb vier klingelte der Wecker. 770 km auf vier Rädern nach Greifswald-Wieck. P. Thumel, Eigner der SY Genesis hatte uns zum Kennenlernen und Ansegeln seiner Hanse 370e eingeladen.

    Tolle Sache. Den Nachmittag über wurden wir zu Ausrüstung, Einrichtung und Technik der Yacht gebrieft, auf der wir vier Halbritter im Sommer zwei Segelwochen verbringen werden. Gerhard und Marco, ebenso Chartergäste 2010, nahmen das Angebot ebenfalls wahr, den Abend ließen wir alle mit einem guten Dinner im Hotel Utkiek ausklingen.

    Wetter in Wieck: Stark bewölkt, kurze Schauer, 10°C, gefühlte 0°C, gute Sicht.