Im Juli letzten Jahres nahmen wir mit unserer DANJA an einem Dreh für eine SWR-Produktion teil, wie in im Beitrag vom 15.07.20 beschrieben. Gestern lief auf ARTE die erste Ausstrahlung der Sendung „Mit dem Zug durch die Algarve“. Bis zum ersten März steht der Film noch in der ARTE-Mediathek. Ein Leckerbissen für alle Algarve-Fans. In den letzten Minuten kommen wir mehrmals ins Bild, als Segelboot, welches im Sonnenuntergang die Algarve verlässt…
Heute findet Ihr die Dokumentation in der Mediathek von 3sat:
Wie schnell doch die Zeit vergeht: Unser zweites Jahr auf See neigt sich seinem Ende zu.
Geschimpft wird über 2020 schon genug, da müssen wir uns nicht anschließen, hoffen aber, dass Murphy, was unsere Segelzeit angeht, in Bezug auf 2021 nicht zum Zuge kommt – „Schlimmer kann‘s nicht werden!?“.
Nach immerhin knapp 2000 Seemeilen, die wir in diesem Jahr gesegelt sind, verbringen wir also ein weiteres Weihnachten in Lagos. Einige alte Bekannte liegen ebenfalls hier, neue Langfahrer sind dazugekommen. Die Frage nach dem „wie geht es weiter?“ ist Teil vieler Unterhaltungen, wir selbst sind, nach unseren Erlebnissen in diesem Jahr so bescheiden geworden, dass wir uns nur noch kleine Ziele stecken wollen. Wenn alles gut geht, soll Madeira unser nächstes Ziel sein. Das Wetter wird entscheiden, wann es losgeht, unsere To-Do-Listen sind jedenfalls so klein geworden, dass wir mit gutem Gewissen auch kurzfristig aufbrechen können.
Unser Enkelchen entwickelt sich prima und wird sicherlich auch Einfluss auf unsere weiteren Planungen haben, wollen wir ihn doch das eine oder andere Mal in Deutschland besuchen.
Zunächst aber gilt es Weihnachten und Neujahr zu feiern. So gut es eben geht, in diesen Zeiten.
Wir wünschen unseren Familien, Verwandten und Bekannten, unseren Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen in Deutschland, sowie allen unbekannten Lesern dieser Seiten ein Gesegnetes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleibt gesund!
Knapp zwei Wochen früher als im letzten Jahr haben wir Anfang November wieder einen Winterliegeplatz bezogen. Zuvor verbrachten wir noch einige ruhige, sonnige Tage in der Lagune von Alvor. Wir fanden ein gutes Plätzchen gleich hinter der östlichen Zufahrtsmole und verzichteten auf die Weiterfahrt zum Ankerplatz vor dem Hafen von Alvor, wo des doch recht eng zuging, wie wir beobachten konnten. Wir nutzten das warme Wetter für lange Strandwanderungen, mal nach Osten, Richtung Alvor, mal nach Westen, Richtung Lagos.
Als sich dann wieder schlechtes Wetter ankündigte, beschlossen wir, vorzeitig in die Marina de Lagos zu verlegen. Unsere Reservierung galt erst ab dem 9. November. Da die Marina rappelvoll war, mussten wir vier Nächte am Besuchersteg warten, bis unser Liegeplatz für den Winter frei wurde.
Zu der Zeit wurden wir dann auch Großeltern und freuten uns bereits auf den Besuch bei unserem Enkelchen. Dass Corona weiterhin ein Thema sein würde war klar, dass jedoch Deutschland in den Lockdown Light gehen und ganz Portugal zum Risikogebiet erklärt werden würde, stand nicht auf dem Plan. Quarantänevorschriften, Beherbergungsverbote und Besuchsbeschränkungen zwangen uns zu einigen Änderungen, dennoch schafften wir es, nach Deutschland zu reisen, uns bei unserem Enkel vorzustellen und wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause zu kommen. Übrigens im Einklang mit Vorschriften und Verordnungen von Bund und Ländern. Details ersparen wir uns hier. Sind morgen ohnehin wieder überholt.
Ein Monat ist seit unserem letzten Eintrag vergangen. Unser Blog ist also mehr oder weniger in einen Pausenmodus übergegangen. Wir haben uns, auch aufgrund Covid-19, dazu entschlossen, einen weiteren Winter hier zu verbringen, bevor wir dann im nächsten Jahr wieder entferntere Ziele ansteuern. Der wichtigere Grund ist jedoch die gute Anbindung nach Deutschland (Faro), wo wir im November Großeltern werden, worüber wir uns sehr, sehr freuen. Und unseren Enkel wollen wir natürlich so bald wie möglich im den Armen halten.
Es wird kühler…
Der Sommer hat sich mittlerweile auch an der Algarve verabschiedet und der kühleren Jahreszeit Platz gemacht. Diese Bezeichnung eignet sich besser als Herbst und Winter, denn auch wenn die Tage kürzer, das Wasser kühler und dann und wann auch das Wetter etwas ungemütlicher werden, die stets warme Sonne und der überwiegend blaue Himmel erinnern wenig an die kalten Jahreszeiten, wie wir sie vom nördlichen Europa her kennen.
Segeln entlang der Küste der Algarve
Nach einem kurzen Stopp in Vilamoura erkundeten wir weitere Ankermöglichkeiten entlang der Küste in Richtung Westen. Neben den bei jedem Wetter sicheren Ankerplätzen des Rio Guadiana, der Lagune von Faro/Olhao und innerhalb der Mole der Mündung des Rio Arade bei Portimao kann man bei guten Bedingungen eigentlich überall ankern. Die findet man bei ablandigem Wind zusammen mit westlichen Winden in der Straße von Gibraltar. Bläst dort nämlich der Levante, wird‘s an der Algarveküste schaukelig. Auf dem Weg nach Portimao ankerten wir so bei Albufeira, östlich von Benagil und vor der Praia do Vao, westlich von Portimao.
Ankern bei Benagil, östlich von Portimao
Unser derzeitiger Ankerplatz liegt vor der Praia Grande bei Portimao, mit guten Versorgungsmöglichkeiten sowohl in Ferragudo, als natürlich auch in Portimao. Zwar befindet sich der einzige, öffentliche Ponton flussaufwärts vor der Eisenbahnbrücke am nördlichen Rand Portimaos, am östlichen Ufer des Rio Arade lässt es sich jedoch überall auch am Ufer oder Strand gut anlanden.
Wandern entlang der Steilküste östlich von Portimao
Besonderen Reiz hat die Steilküste östlich von Portimao/Ferragudo. Sie ist mit Wanderwegen gut erschlossen und bietet geniale Ausblicke (Caminho dos Promontórios). Genau das Richtige, jetzt, wo es nicht mehr so heiß wird. Wir erkundeten den Weg bis Carvoeiro, von wo aus man den Weg bis Benagil und darüber hinaus fortsetzen kann, wenn man denn will. Die 16 km Hin-und Rückweg waren uns aber für Erste genug.
Spaß auf dem Wasser, hier mit SUP und Kajak.
Eine Portion Schlechtwetter gab es auch. Tief Barbara brachte Starkwind bis Stärke 10 in Böen, mit Wellen bis 3,7 m aus SW. Hatten wir hier vor Anker noch nicht und zogen es deshalb vor, in die Marina von Portimao zu verlegen. Das war keine gute Entscheidung, denn Schwell findet seinen Weg um und durch die schwimmenden Wellenbrecher der Marina und sorgt in den Becken der Marina für sehr unangenehme, wenn nicht sogar gefährliche Bedingungen. Sowohl an den Stegen, als auch an Booten gab es Schäden, wie gebrochene und ausgerissene Klampen, losgerissene Schwimmer der Fingerpontons, umgestoßene Stromverteiler und Ähnliches.
Sturmief Barbara. Schietwetter
Wir haben für uns entschieden, dass wir bei solchen Bedingungen bei Portimao künftig vor Anker sicherer liegen. Zwischen Molenköpfen und Ferragudo ist es zwar unruhig mit reichlich Schwell, der aber weiter flußaufwärts, schon im Bereich des Wendebeckens fast völlig verschwindet.
Wir waren froh, als wir die den Liegeplatz in der Marina wieder gegen „unseren“ Ankerplatz tauschen konnten und das dauernde Knarzen der Leinen endlich ein Ende hatte. Jetzt stehen wieder Dinghy-Ausflüge und unverbaute Sonnenuntergänge auf dem Programm, bis wir irgendwann im November in die Marina de Lagos verlegen werden.
Sonnenuntergang von „unserem“ Ankerplatz bei Portimao
Seit dem 8. September sind wir nun wieder in Portugal. Quer über den Golf von Cadiz ging es zunächst vom Ankerplatz bei Chipiona nach Tavira. Zwar ist die Aussicht auf genügend Platz zum Ankern eher schlecht, da fast der gesamte Bereich innerhalb der Zufahrt von Mooringbojen belegt ist, dennoch lieben wir die räumliche Nähe kleiner Fischerorte, die herrlicher Strände und Anlandemöglichkeiten im Bereich von Quatro Aguas, den vier Wässern Ria Formosa, Rio Gilao, Ribera do Almagem und dem Atlantik.
Ankerplatz Tavira
Wir fanden ein Plätzchen für unseren Anker mit ausreichend Raum zum Schwoien und genossen es, wieder in der Algarve angekommen zu sein. Besuche in Cabanas und Tavira, sowie ausgedehnte Spaziergänge auf den Ilhas de Tavira und Cabanas ließen die Zeit schnell vergehen. Leider bot unser Ankerplatz nicht im gesamten Schwoikreis genügend Tiefe bei der näherkommenden Herbst-Springtide. Niedrigwasser versprach dann nur noch 10 cm Wasser über SKN, beziehungsweise zu wenig für unseren Tiefgang. Grund genug, nach Culatra umzuziehen, wo wir auch für den vorhergesagten Starkwind sicheren Ankergrund erwarten konnten.
Cabanas
Seit dem 13. September ist Culatra jetzt unser Zuhause. Wir geniesen die Weite, den Raum am Ankerplatz, die Ruhe auf der Ilha de Culatra, den fast menschenleeren, endlosen Strand und die spätsommerliche Wärme der Algarve. Hier bleiben wir noch eine Weile!
Nach vielem überlegen, abwägen und beraten verwarfen wir unsere ursprüngliche Absicht, die Archipele Madeira und Azoren anzulaufen. Sie liegen eben auf dem logischen Weg zu den Kanaren und in die Karibik. Die Entwicklungen in Bezug auf Corona und Sicherheit, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks wollen wir abwarten, bevor wir uns dorthin auf den Weg machen. Und bis da Klarheit herrscht, können auch mehr als ein Winter ins Land gehen.
Ankerplatz Tavira, Algarve
Deshalb verließen wir am 17. Juli Portimao in Richtung Osten, mit Ziel Mittelmeer. Auf dem groben Törnplan für die verbleibende Saison stehen die Balearen, Sardinien und Sizilien, wo wir wohl auch den Winter verbringen wollen.
Eigentlich ist der Frühsommer die beste Zeit, um ins Mittelmeer zu kommen. Östliche und westliche Winde halten von Gibraltar bis Cabo da Gata bzw. Cabo de Palos jeweils mehrere Tage an und wechseln mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Jetzt, im Hochsommer, herrschen östliche Winde vor. Unterbrechungen sind kurz und halten nur ein, zwei Tage an, bevor sich der Levante wieder einstellt. Davon abgesehen wird die Zeit des stabilen Sommerwetters im Mittelmeer auch langsam knapp. Ein solch für uns günstiges Wetterfenster zeichnete sich für den 22. bis 24. Juli ab. Wir mussten uns also sputen. Die Lagune von Faro, mit dem beliebten Ankerfeld vor Culatra ließen wir an Backbord liegen und segelten weiter bis Tavira, wo wir eine Nacht verbrachten. Tavira kennen wir noch von einigen Besuchen als Landbewohner, der Ankerplatz ist knapp bemessen, aber ausreichend. Von dort aus setzten wir Kurs auf Cadiz, von wo aus die Straße von Gibraltar in Schlagdistanz liegt. Cadiz erreichten wir am 20. Juli morgens um halb drei Uhr und warfen gleich hinter der markanten Hängebrücke und vor dem Kleinboothafen Puerto Viento de Levante den Anker.
Ankerplatz in Cadiz
In der Marina darf man sein Dinghi festmachen, es folgten deshalb ein Ausflug in die Altstadt von Cadiz und das Aufstocken der Vorräte. In Andalusien gilt Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Ein ungewohnter Anblick, bei über 30 Grad im Schatten unangenehm, aber auch Vertrauen erweckend, da sich die Mehrzahl der Menschen daran hält. Außer in Bars und Restaurants natürlich. Wir waren also nicht unglücklich darüber, dass unser Besuch nur kurz sein sollte und wir pünktlich vor dem auffrischen des Levante wieder an Bord waren, wo wir auch den folgenden Tag verbrachten.
Stadtbesichtigung mit MuNaSke
Am Mittwoch, 22. Juli, passten Wind und Hochwasser Gibraltar (Referenz für Strömung in der Straße von Gibraltar) für einen Aufbruch vor Sonnenaufgang. Im großen und ganzen passten unsere Berechnungen. Strom bis 3 Knoten schob uns nach Cabo Trafalgar zügig in die Meerenge zwischen Europa und Afrika, an Tarifa vorbei bis in die Bucht von Gibraltar, wo wir abends um halb neun vor La Línea Anker warfen. Der erste Schritt ins Mittelmeer war geschafft.
Gibraltar voraus!
Für die Statistik: Portimao – La Línea 208 sm, 2976 sm i.d. Segelzeit, 9587 sm gesamt.
Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.
Am Mittwoch, 15. Juli 2020 haben wir Lagos nach rund 8 Monaten verlassen. Es ist unser zweiter Versuch weiter zu kommen, nachdem uns Covid-19 im März zwang, den ersten aufzugeben. Irgendetwas scheint es uns schwer machen zu wollen, diese zugegebenermaßen schöne Küste zu verlassen, ja, scheint uns geradezu festhalten zu wollen. Neben diesem nervigen Virus mischten sich in den letzten Wochen auch noch technische Probleme. So zeigte Ende Juni austretendes Öl an unserer Ankerwinsch einen größeren Schaden an, den es zunächst zu beseitigen galt. Die alte Project X3 durch eine neue zu ersetzten, mussten wir streichen, denn im Versand waren keine Winschen zu vertretbaren Preisen vorrätig, darüber hinaus vermeldete Lofrans Lieferzeiten von 4-6 Wochen. Wir ließen also die Werft SOPROMAR ran, die das Teil auch zügig für eine Grundüberholung ausbaute. Letztere zog sich hin, da die üblichen Service-Kits die benötigten Austauschteile nicht beinhalteten. Wenige Tage vor dem geplanten Auslaufen quittierte dann unsere Sumpfpume den Dienst. Dachten wir. Über zwei Tage zog sich Impeller-, später auch Pumpenwechsel, Reinigung und Prüfung des Systems hin, bis wir als Fehlerquelle schließlich einen Olivenkern ausmachten, der nicht durch die Zuleitung des Filters passte, diesen aber im Unterdruck der laufenden Pumpe wunderbar dicht verstopfte. Zu dem Zeitpunkt fehlte dann nur noch die Lieferung unserer Kette-Anker-Verbindung, die ich für den Ausbau der Ankerwinsch gelöst hattte, um nicht die gesamte Kette auf dem Vorschiff zwischenlagern zu müssen. Die Bolzen hatte ich zwar rausbekommen, rein gingen sie aber beim besten Willen nicht mehr. Passte natürlich ins Bild, dass es diesmal bei FedEx Probleme gab. Die Auslieferung zog sich bis zum Vorabend des geplanten Auslaufens hin. Zu dem Zeitpunkt ging mir dieses „es ist wie verhext“ erstmals durch den Kopf. Wie auch immer – wir warfen also die Leinen los und genossen einen wunderbaren Leichtwind-Segeltag, den wir am Ankerplatz in Portimao beendeten. Nach einer Nacht sollte es weitergehen. Die Überschrift dieses Beitrags würde sicherlich anders lauten, hätten wir beim Ankermanöver nicht festgestellt, dass der Kettenzähler nicht mehr funktionierte. Bei Montage der überholten Winsch wurde wohl das Kabel des Kettensensors gequetscht, so das Ergebnis meiner Fehlersuche. Toll.
Sensorkabel zur Ankerwinsch. Nicht gut…
Es folgten Beschwerde-Email, WhatsApps und Telefonate, bis SOPROMAR schließlich zusagte, am Nachmittag einen Servicetechniker nach Portimao zu schicken, um sich der Sache anzunehmen. Der kam dann aber nicht. Statt dessen eine Entschuldigung von unserem Ansprechpartner, mit dem Versprechen, am nächsten Vormittag loszulegen.
Mit deutscher Pünktlichkeit verlegten wir Freitagmorgen wie vereinbart an den Besucherponton der Marina de Portimao, wo mit 2 Stunden Verspätung tatsächlich auch der Techniker erschien. Endlich. Der Rest ist schnell erzählt. Reparatur durchgeführt, erfolgreich getestet, sofort abgelegt und nichts wie weg…
Am ersten Juli erhielten wir eine Email vom SWR. Die Redakteurin der Abteilung Film und Doku war während ihrer Recherche für eine Sendung in der Serie Eisenbahnromantik auf unseren Blog gestoßen und fragte an, ob wir mit DANJA in den Schlussszenen der Reportage teilnehmen wollten. Spontan sagten wir zu, obwohl der geplante Drehtag eine weitere, kleine Verschiebung unserer Weiterreise bedeuten würde.
Nach einigen Emails und Telefonaten fand der Dreh dann tatsächlich am 14. Juli statt.
In Lagos, der Endstation der Eisenbahnstrecke entlang der Algarve, solle der Film mit Szenen zu einem Segelboot, welches zum Sonnenuntergang im portugiesischen Passatwind, welcher an diesem Ort beständig auftritt, auf den Atlantik hinaussegeln.
Das Licht der untergehenden Sonne war zum Dreh ebenso präsent, wie der Wind, und wir gaben mit DANJA und einem Kameramann an Bord unser bestes, um die perfekten Bilder einzufangen.
Um halb zehn legten wir wieder in Lagos an, um den Kameramann von Bord zu lassen, nicht ohne davor noch in geselliger Runde mit Redakteurin und einem weiteren Teammitglied Klönsnack bei einem „Anleger“ zu halten.
Einige Bilder vom Drehtag haben wir erhalten, eine DVD wird nach Abschluss des Schnitts noch folgen. Ausstrahlung der Sendung ist für 2021 geplant. Kleiner Fakt am Rande: Für DANJA ist es der zweite Medienauftritt. Der erste erfolgte nach unseren Infos beim Stapelhub in Varel vor Rund 30 Jahren. Wurde ja mal wieder Zeit…
Ein Ausflug an die Costa Vicentina, der Westküste der Algarve, ist fast wie eine Reise in eine andere Welt. Seit 1988 ist der Küstenabschnitt Naturschutzgebiet und von der Überentwicklung der Südküste völlig verschont geblieben. Dünn besiedelt, mit einzigartiger Flora und Fauna und wunderschönen Stränden, die, wenn überhaupt, vorwiegend von Surfern besucht werden. Für den Badeausflug ist das Wasser zu kalt und der Atlantik zu rau.
Unser Trip führte uns zunächst zur Praia da Arrifana, südwestlich von Aljezur, wo wir auf der Terrasse der Tasca D‘Arrifana vorzüglich zu Mittag aßen. Nach einem Besuch der Ruine des Fortaleza de Arrifana und einem kleinen Strandspaziergang besuchten wir anschließend noch bei Carrapateira die Strände Praia do Amado und kurz vor Sonnenuntergang die Praia da Bordeira. Weitläufig, von herber Schönheit und menschenleer. Grandios.
Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.
Mehr Zeit als üblich ist seit unserem letzten Beitrag vergangen, was eben auch daran liegt, dass nicht viel passiert ist. Wir sind immer noch in Lagos. Auch wenn es nicht so klingen mag, ist das kein Grund zur Klage, es ist einfach ein Fakt. Covid-19 hält die Welt eben weiterhin in Atem. Lagos ist in diesen Zeiten ein Ort, an dem man sich wohl fühlen kann. Es ist Sommer geworden, die Strände sind so leer und das Wasser so sauber, wie wir es seit langem nicht erlebt haben. Vor Jahren haben wir so manche Anstrengung in Kauf genommen, um einmal im Jahr einige wenige Wochen Urlaub hier zu verbringen. Jetzt sind wir Einwohner auf Zeit geworden, verbringen die Tage mit kleineren Arbeiten an unserem Zuhause, ausgiebigen Spaziergängen oder Jogging-Runden, machen Tages- und neuerdings, im Rahmen des erlaubten, auch Übernacht-Törns an der Algarveküste, treffen uns mit Familie und Freunden und passen unsere Langfahrt-Ziele den Gegebenheiten an.
Einen Grundsatz befolgen wir beim planen konsequent: Europa werden wir in 2020 nicht verlassen. Zu unsicher ist uns die weitere Entwicklung entlang der ursprünglich geplanten Route über den Atlantik. Berichte über nächtliche Ankerwachen zum Schutz vor Übergriffen an bisher friedlichen und attraktiven Ankerplätzen in der Karibik lassen dieses Ziel erst mal in die Ferne rücken. Ins Mittelmeer zieht es uns irgendwie noch nicht, die autonomen Regionen Madeira und Azoren haben sich für das „Recreational Sailing“ noch nicht geöffnet. Im Juli könnte es diesbezüglich zu deutlichen Änderungen kommen. Wir werden sehen.
Angesteckt von unseren amerikanischen Stegnachbarn auf der MV Gratitude haben wir unsere Spielzeuge um zwei Falt-Kajaks ergänzt. Die sind eine wunderschöne, CO2 – freie Alternative für kleinere und längere Entdeckungstouren entlang der Küste.
Mit kleineren, größeren und auch unfreiwilligen Projekten optimieren wir weiterhin unser Zuhause. Die Sprayhood hat einen Sonnenschutz bekommen, damit es unter dem Bimini bei tiefer stehender Sonne nicht zu heiß wird, für‘s kranen des Außenborders ließen wir einen Ausleger für den Geräteträger fertigen und nach Ölverlust an der Ankerwinsch musste mal wieder die Werft Sopromar ran, um Getriebe und Antriebseinheit zu reparieren.
Und sonst so? In der Marina ist es leerer geworden. Ohne Aussicht auf nennenswerte Törns sind viele Crews abgereist und haben teilweise ihre Schiffe aus dem Wasser genommen. Der eine oder andere ist mit seinem Schiff in Richtung Heimat aufgebrochen, unsere amerikanischen Nachbarn verließen Lagos Anfang der Woche in Richtung Mittelmeer. Wir selbst trafen diese Woche alte Bekannte wieder, die mit ihrer Tendrel-Aurelie fast zeitgleich letztes Jahr aus Deutschland zur Langfahrt aufbrachen. Und als absolutes Highlight freuen wir uns Anfang Juli auf den Besuch unserer Tochter und ihrem Freund.