Autor: admin

  • Zeitenwende

    Das Wort Zeitenwende steht gemäß Wikipedia u.a. für den Beginn einer neuen Ära und beschreibt im Allgemeinen eher epochale Ereignisse, als individuelle Veränderungen im Leben eines segelnden Paares. Beim Ausmaß der Veränderungen, die wir zurzeit anstoßen und umsetzen, beschreibt es dennoch die Situation in der wir uns gefühlsmäßig befinden. Das Auflösen eines über Jahrzehnte gewachsenen Hausstands, das Verlassen der eigenen Wohnung mit Umzug in eine Übergangswohnung, die Beauftragung der Werft für die Durchführung der Refit-Arbeiten und nicht zuletzt die Festsetzung des Datums für die Beendigung unserer Arbeitsverhältnisse waren die Meilensteine der letzten Wochen, nach der Überführung unseres Schiffes nach Travemünde. Und die Liste der Dinge, die noch zu regeln sind, bevor wir unser schwimmendes Zuhause beziehen können, wird gefühlt eher länger, als kürzer. Am 22.12. verbleiben uns noch 100 Tage als Landbewohner. 100 Tage, in denen wir allen Ballast loswerden, die Werft alle Arbeiten abschließen und wir unseren Umzug von Ingolstadt ins künftige Zuhause durchgeführt haben müssen.
    Die Stimmung schwankt entsprechend irgendwo zwischen freudiger Erwartung und leichter Panik hin und her. Sollten bis zum 1. April hier keine weiteren Beiträge erscheinen, so möge man uns das verzeihen. Drückt uns die Daumen, liebe Leser…
    Bis dahin Euch allen ein gesegnetes Weihnachten und kommt gut rüber!

  • Überführung nach Travemünde

    Die Segelsaison 2018 ist vorüber. Die Woche um den 3. Oktober nutzten wir, um Danja nach Lübeck-Travemünde zu verlegen, wo sie nun in der Böbs-Werft langfahrt-tauglich gemacht werden soll. Die Überführung war, für Anfang Oktober nicht überraschend, kein gemütlicher Trip. Eine herbstliche Wetterlage mit kräftigen westlichen Winden hatte sich etabliert, stabile 4-5 Bft bei wechselnder Bewölkung und überwiegend trocken.
    Die Anreise erfolgte diesmal mit Mietwagen und Bahn (mit Übernachtung im Radisson Blu Rostock), um die spätere Heimreise direkt ab Travemünde antreten zur können. Wir brauchten nur wenig über eine Stunde von Ankunft Bahnhof Barth, via Rewe und Fischmarkt zum klarmachen des Schiffs und anlassen des Motors um 11.05 Uhr, womit wir, wie geplant, noch 60 Liter Diesel beim Barther Yachtservice tanken konnten, der an Samstagen bekanntlich um 12.00 Uhr schließt. Um 11.50 Uhr verließen wir die Tanke und kurz darauf, unter Segel, unseren langjährigen Heimathafen Barth, Diesmal für lange Zeit, vielleicht auch für immer. Nur langsam wird uns klar, dass wir mit dem Auslaufen einen ersten Schritt in einen neuen Lebensabschnitt gemacht haben.
    Wetter, Strömung und Wind brachten uns in Rekordzeit nach Barhöft und weiter, hinaus aus den Bodden, ins Gellen-Fahrwasser. Ab den Tonnen 12/13 legten wir 40 Grad Windwinkel an und begannen gen Westen Strecke zu machen. Eine Wende und drei Stunden später erreichten wir vor der Halbinsel Zingst ruhigeres Wasser und motorten bis kurz vor 21.00 Uhr entlang der Küste bis zu unserem Ankerplatz vor Prerow. Nach kurzem Schlaf brachen wir Sonntagmorgen um 03.00 Uhr wieder auf. Möglichst viel West wollten wir gut machen, wenn möglich bis Fehmarn durchsegeln. Nach einem Check der Wettervorhersage änderten wir unseren Plan jedoch. Der Wind sollte im weiteren Wochenverlauf stärker werden, es bestand die Gefahr auf Fehmarn eingeweht zu werden. Das Risiko wollten wir keinesfalls eingehen, denn Danja musste in Travemünde noch ausgeräumt und fürs Winterlager vorbereitet werden. Wir entschieden uns deshalb, bis zum unserem eigentlichen Ziel durch zu segeln. 24 Stunden und 15 Wenden nach dem Runden des Darß ging, nördlich der Wismarer Bucht, der Wind so weit zurück, dass wir kaum noch Weg nach West gut machten. Die Maschine musste ran und brachte uns schließlich gegen 7 Uhr vor die Hafeneinfahrt von Travemünde. Dort folgten dem Beispiel eines Ankerliegers vor Priwall, warfen den Anker östlich des Fahrwassers und holten einige Stunden Schlaf nach. Um 12 Uhr machten wir uns auf die verbleibenden Meilen zur Böbs-Werft, nicht ohne zuvor in der leichten Brise Groß und Genua noch einmal auswehen und trocknen zu lassen. Um 14.10 Uhr lag Danja schließlich fest vertäut in der Werft.

    Über die Woche räumten wir, in Vorbereitung der geplanten Refit-Arbeiten, unser Schiff weitgehend leer, bevor wir uns mit einem halb gefüllten SIXT-Sprinter auf den langen Weg nach Süden machten. (Übrigens via Köln, denn Anja nutzte den verbleibenden Raum im Transporter für ihren eigenen Hausrat, den sie von Hamburg ins Rheinland umzog.)

    Für die Statistik: 169 sm, davon 131 unter Segel, 38 unter Motor (6611)

    Mehr Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum…

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    Tärnö

    Bei Tärnö warteten wir am 19.07. in der großen, geschützten Bucht im Norden der Schäre auf den vorhergesagten Ostwind, der uns zurück nach Rügen bringen sollte. Es gibt hier zahlreiche Möglichkeiten fest zu machen, die im Revierführer von Thomas Karlsson ausführlich beschrieben sind. Wir ankerten im östlichen Teil der Bucht und ruderten mit dem Dingi über die Untiefen in den westlichen Teil, um dort beim Fähranleger und Gästehafen im Restaurant Laxboden noch etwas zu Abend zu essen.
    Daraus wurde leider nichts, da die Bude bereits um 19.00 Uhr schloss. Musste halt der Bord-Smutje wieder ran. Am Abend bot sich dann einmal mehr ein Sonnenuntergang, der an Magie kaum zu überbieten war und uns einige wunderbare Fotos bescherte.

  • Windiges Wochenende

    Unser Mini-Törn zum langen Fronleichnam-Wochenende vom 15.-18. Juni, gedacht als gemütliche Strand- und Badetour, geriet zu einem kleinen Härtetest für Boot und Besatzung. Nach Flaute am Donnerstag blies es von Freitag bis Sonntag ohne Unterlass mit 5-6 Bft, Streckenweise auch mit 7. Via Barhöft Reede ging es im Hiddensee-Fahrwasser bis östlich Dornbusch und wieder zurück. Zwischen den Inseln kamen wir bei dem Wind schnell voran, dass es vor Anker etwas unruhig werden würde war uns klar. Die Nacht von Freitag auf Samstag war dann jedoch, was den Schlaf anging, ein Totalausfall. Nicht nur drehte der Wind nördlicher als vorhergesagt, was für einigen Schwell östlich Dornbusch sorgte, er frischte über Nacht auch noch auf. In der Spitze, um 2 Uhr morgens, zeigten sich 8 Bft auf dem Windmesser. An Schlaf war da nicht mehr zu denken. Das Schaukeln und der Lärm bleiben uns sicherlich noch eine Weile im Gedächtnis.

    Sonnenuntergang auf Barhöft Reede – noch ist’s ruhig.

    Für die Statistik: Wenig Tuch, trotzdem streckweise über 7 Knoten Fahrt durchs Wasser. Unser Anker hielt auch bei 8 Bft bestens (35m Kette bei 2,40 m Wassertiefe, Sand). 67 Meilen total, davon 33 unter Segel.

  • Kappelner Heringstage 2017 (Fortsetzung)

    Am Freitag, 26.5., verließen wir Kappeln mit Ziel Schleswig. Am Montag wollten wir dort unsere neue Matratze für die Eignerkabine übernehmen. Die hatten wir am Mittwoch bei Laroma GmbH in Auftrag gegeben, die wir auf der letzten Hanseboot in Hamburg kennen lernten. Trotz Feiertagen und langem Wochenende sollte alles fertig werden, versprach uns der Mitarbeiter, der die Koje am Liegeplatz in Kappeln vermaß. Um es vorweg zu nehmen: Es klappte perfekt. Und noch perfekter ist seither der Schlaf. Wir liegen besser, als zu hause im eigenen Bett. Von uns volle 10 von 10 möglichen Punkten für das Produkt und die Firma.
    Auf der Schlei verbrachten wir ein wunderschönes, langes Wochenende, bei absolut sommerlichen Temperaturen unter strahlend blauem Himmel.
    Erst von Montag auf Dienstag brachte eine Kaltfront starke westliche Winde und wieder der Jahreszeit angemessene Temperaturen. Unseren Absprung nach Osten mussten wir bis Donnerstag schieben, am Mittwoch galt für den gesamten Küstenraum, Nord- und Ostsee, Starkwindwarnung mit Böen bis 8 Bft. Die leicht nachlassenden Winde nutzten wir dann am Donnerstag, 1.6.17 für die Rückfahrt zum Darß. Um 5 Uhr passierten wir Schleimünde und ließen uns von dort an vom achterlichen Wind non-stop bis Prerow pusten, wo gegen 22.00 Uhr der Anker sicher eingegraben war. Es folgte ein sommerlicher Badetag, bevor wir am Samstag, durchweg segelnd (SO-Wind) nach Barth zurückkehrten.

    Sonnenuntergang am Darß.

    Für die Statistik: 349sm zurückgelegt, 249 davon unter Segeln.

  • Refit der Decksalonfenster

    Das Refitprojekt im Winterlager 2016/2017 ist der Tausch der Fenster des Decksalons. Der Ausbau ging schnell vonstatten, ganz so einfach wie zunächst vermutet, gestaltet sich der Tausch dennoch nicht. Erst mit Abbau der Rahmen offenbarte sich die Art des Einbaus: Alle Fenster waren durch den Aufbau hindurch verschraubt. Eine Bauart, die heute nicht mehr üblich ist. Insbesondere die Radien der Rahmen machen zum Teil erforderlich, die Fensteröffnungen in begrenztem Umfang anzupassen. Auch erlaubt die Rundung des Decksalons keine Glasfenster, hier muss Plexiglas zum Einsatz kommen. Nach Rücksprache der Werft mit den Herstellern sieht der Plan nun so aus: Alle Fenster mit 10mm dickem Material, die vorderen Fenster in Glas, die seitlichen in Plexiglas. Nach Anpassung der Öffnungen und verschließen der Bohrlöcher werden moderne Klemmrahmen verwendet, die wartungsfrei lange Dichtigkeit versprechen. Soweit der Plan. Bin gespannt wie die Realisierung aussehen wird – und hoffe auf einen erträglichen Endpreis. Das Bild zeigt das vordere Decksalonfenster auf der Steuerbordseite.

  • Wettervorhersage auf Langfahrt

    Böenwalze vor Anholt

    In der freien Zeit über den Jahreswechsel beschäftigte ich mich einmal mehr mit dem Thema Wetter und Vorhersage auf Langfahrt. In unserem jetzigen Heimatrevier, der Ostsee, ist dies ein Thema, das wir ohne größere Problem, allein mit einem Smartphone abdecken können. Als Backup bleiben dann immer noch Rundfunk und VHF-Radio. Das gilt im Bereich Kattegat, Belte und Sunde und über Bornholm bis Blekinge (Schweden), wo wir mit vielleicht ganz wenigen Ausnahmen immer in Reichweite eines Netzbetreibers unterwegs waren. Mein Anbietervertrag erlaubt mir dabei das unbegrenzte Telefonieren und Surfen in allen bisher von uns besegelten Ländern.
    Mit Ausnahme der Überfahrten über Nordsee und Biskaya (meine Einschätzung) kommt man mit dieser Grundausstattung (Smartphone mit Vertrag, UKW-Radio und VHF Funk) in allen Küstengewässern Westeuropas ganz gut zurecht. Die Wetterdaten, die ich für Analyse und Vorhersage heranziehe, umfassen die Seewetterberichte / Bulletins verfügbarer Anbieter wie DWD oder UKMO, GRIB Daten, Wetterfax (Analyse und 24h-Vorhersage) und weiterer Angebote im Internet. Alle zusammen ermöglichen ein gutes Bild über Wind, Niederschlag, Luftdruck, Frontverläufe und Seegang. Gleichwohl stehen alle diese Quellen, mit der erwähnten Ausrüstung, nach Verlassen der Küstengewässer, auf hoher See nicht mehr zur Verfügung.
    Uns Fahrtensegler stehen dann zwei Technologien zur Verfügung, mit denen die zuvor erwähnten Informationen weiterhin bezogen werden können: Datenverkehr auf Kurzwelle (Stichwort PACTOR) und Satellitenkommunikation. Die Komplexität und die hohen Anschaffungskosten eines PACTOR-Einbaus schrecken mich, nach Studium vieler Quellen im Internet, eher ab. KISS (Keep it simple, stupid!) sollte auch hier das Motto sein. IT (Notebook/PC) gehören bereits zur Ausstattung, verbunden mit einem Satelliten-Telefon lassen sich textbasierte Informationen über E-Mail abrufen. So können z.B. GRIB-Daten, NAVTEX und Wetterwarnungen ortsunabhängig empfangen werden. Fehlen nur noch Wetterkarten. Sie lassen sich mit relativ geringem Aufwand mit einer speziellen Antenne und unter Nutzung der IT-Ausstattung empfangen, bzw. zur Darstellung bringen.
    Die für mich aus heutiger Sicht wesentlichen Quellen für weitere Informationen habe ich in nachfolgenden Links festgehalten:

    • Einstieg für Informationen zum E-Mail-Abruf textbasierter Wetterdaten incl. GRIB, Bulletins und Vorhersagen über Saildocs: http://www.saildocs.com/
    • Wettervorhersagen und NAVTEX messages weltweit, sortiert nach METAREAs:
      http://weather.gmdss.org/I.html
    • Informationen zum direkten Empfang der Daten von Wettersatelliten: http://www.segelnetz.de/wettersat, alternativ http://www.wesacom.de/e_main.htm
    • Empfangsausrüstung für Wetterfax über Satellit: http://www.wraase.de/shop.html, alternativ http://www.df2fq.de/produkte/r2fx.html
    • … und schließlich noch die Antenne: http://www.wesacom.de/mx137_e.htm
  • Absegeln 2016

    Am 30. September reisten wir für unseren letzten Segelausflug in 2016 nach Barth. Der Tag der deutschen Einheit bescherte uns, nachdem jeglicher Urlaub und sämtliche Überstunden restlos aufgebraucht waren, noch einmal ein langes Wochenende. Wir waren nicht die einzigen, die den immer noch warmen Spätsommer nutzen wollten. Die Straßen waren nicht nur bei der Anreise, sondern auch bei der Rückreise so voll, dass es keine Freude mehr war.
    Der Samstag entschädigte uns allerdings mit bestem Segelwind, bei dem wir zwar langsam (2-3 Bft) aber stetig von Barth, an Barhöft vorbei bis Neuendorf segeln konnten. Zwar war der Himmel zumeist bedeckt und ab und an fielen auch einige Tropfen Regen vom Himmel, dennoch war es herrlich, einmal mehr vor Hiddensee liegen zu können und die offene See vor Augen zu haben. Die Wassertemperatur war runter auf 12°C, was uns aber nicht davon abhielt, noch einmal baden zu gehen.
    Am frühen Morgen drehte der Wind weiter westlich als in der Vorhersage versprochen, mit dem Resultat, dass es ab 5 Uhr an unserem Ankerplatz sehr unruhig wurde. Mit dem ersten Tageslicht gingen wir deshalb Anker auf und verlegten für das Frühstück und den Rest des Tages nach Barhöft Reede. Es folgte ein herrlicher Tag Seele baumeln lassen der, wie so oft vor Barhöft mit einem herrlichen Sonnenuntergang zu Ende ging.

    Am Feiertag ging es ein letztes Mal in diesem Jahr, unter Motor, zurück nach Barth. Zum ersten Mal machten wir bei der Rammin Werft fest, wo wir Danja in diesem Winter ein Hallenlager gönnen. Die Salonfenster müssen getauscht werden, was einige Wochen dauern wird und ein Außenlager verbietet. Das Wetter am Tag der deutschen Einheit war herrlich und wir nutzten das trocken Wetter zum Abschlagen und Stauen der Segel, bevor es am frühen Nachmittag wieder zurück nach Ingolstadt ging.

    Highlight: Seeadler. Viele davon. Nutzten offenbar den niedrigen Wasserstand über den Windwatt-Gebieten zum Fische fangen. Hatten wir so noch nicht gesehen.
    Für die Statistik: Haben wieder 36 Seemeilen geloggt, 18 davon unter Segel.

  • Blekinge 2016 – Teil 4, Törnende

    In der Nacht zu Donnerstag kam die Dünung an unserem Ankerplatz südlich des Fährhafens von Sassnitz zunehmend aus NO, bei weiter NNW Wind. Das führte immer wieder zu heftigen Rollbewegungen, die uns um den wohlverdienten Schlaf brachten. Das Wetter war am Morgen auch nicht so besonders, deshalb brachen wir nach einem kurzem Frühstück auf, in Richtung Süden, mit Ziel Greifswalder Bodden/Thiessow.
    Wir segelten für’s Sight Seeing dicht unter der Küste und passierten nacheinander Prora und die Seebäder Binz, Sellin und Gören. Am frühen Nachmittag rundeten wir Südperd und Klein Zicker und nahmen Kurs auf Thiessow. Der Hafen dort war jedoch bereits rappelvoll. Päckchen sind nicht unser Ding, deshalb drehten wir auch gleich wieder um und ankerten für die Nacht im Naturhafen Zicker See. Mit dem Dingi motorten wir dann noch einmal in den Hafen, um im Kaufmannsladen in Thiessow unsere Vorräte mit Frischware aufzufüllen.
    Freitag war Badetag. Wir verlegten für den Tag an den Strand östlich von Thiessow, frühstückten dort ausgiebig und gaben uns für den Rest des Tages hemmungslosem Faulenzen hin. Endlich Sommer, endlich Ruhe. Schön. Die Krönung war am Abend Schmetterlingssegeln in die untergehende Sonne, auf dem Weg zurück zum Zicker See.

    Wir hatten nun die Wahl, im Greifswalder Bodden zu bleiben, oder auf dem Weg zum Heimathafen Barth, die Insel Rügen im Norden zu umsegeln. Gegen den Bodden sprachen die übervollen Häfen mit dem obligatorischen Run auf die Liegeplätze, sollten wir mal wieder Strom brauchen, für den langen Weg die günstige Wettervorhersage und die Lust am Blick auf die offene Ostsee. Wir entschieden uns für letztere Alternative.

    So ging es dann am Samstag zunächst nach Glowe, dann für zwei Nächte an den endlos langen Strand im Westen der Tromper Wiek, am Dienstag, den 23.08. weiter um Arkona herum an die Strände Hiddensees und schließlich, bei hochsommerlichen Temperaturen, am Freitag, 26.8. zurück nach Barth.

    Noch ein paar Highlights:
    – Eine Bavaria ging frühmorgens im Ankerplatz Zickersee bei SO Wind mit 5 Bft auf Drift, querte das Ankerfeld, passierte dabei zwei weitere Yachten zum Glück berührungslos, um schließlich im Flach auf Grund zu laufen. Das weckte die Crew, die aus eigener Kraft wieder ins tiefe Wasser motoren konnte und sogleich den Ankerplatz verließ.
    – Mitten auf der Prorer Wiek spinnte unser Motor, als wir ihn als Flautenschieber in Richtung Kreidefelsen nutzen wollten. Die starke Dünung aus ONO schien ihm überhaupt nicht zu gefallen. Wir waren bereits gedanklich in Sassnitz, als er sich nach einer halben Stunde wieder beruhigte und wir doch mich leichten „Bauchweh“ unseren Weg nach Glowe fortsetzten.
    – Glowe feierte am Samstag, 20.8., das 15. Sanddornfest mit Livemusik und Tanz im Festzelt. Wir waren dabei. Schön war’s.
    – Der Strand der Tromper Wiek ist locker 10 km lang. Dennoch schaffte es eine weitere Yacht in weniger als 30 Metern Entfernung ihren Anker einzugraben. Das ist so nah, dass man erkennen kann, ob die Crew rasiert ist, oder nicht. Dass wir uns konsterniert dazu entschlossen, ein Stück weiter zu ziehen, versteht sich von selbst.
    – Ab 30 °C segelt der Einheimische in Kreis VPR nackt. FKK ohne Grenzen. Hmm.

    Und schließlich für die Statistik:
    Im Kielwasser blieben 499 sm. 393 sm davon sind wir gesegelt.
    Für weitere Fotos guckst Du hier.

  • Blekinge 2016, Teil 3

    Nach einem Ruhetag auf Utklippan begannen wir am 16.8. im ersten Morgengrauen unsere Rückreise nach Rügen. Auch wenn wir noch genügend Zeit für eine Rückkehr in die Schären Blekinges gehabt hätten, bevorzugten wir die frühe Rückkehr, in der Hoffnung, an den Stränden Rügens etwas sommerlichere Temperaturen vorzufinden, bei denen das Baden mehr Freude machen würde.


    Der Schlag nach Bornholm verlief zunächst, bei 3-4 Bft, recht vergnüglich, wenig überraschend dreht der Wind aber im Tagesverlauf wieder hoch und sorgte neben viel Seegang auch für eine rasante Überfahrt. Wir steuerten zunächst die Erbseninseln an, um zu schauen, ob in Christiansö noch ein Plätzchen für unsere Danja zu bekommen war. Nachdem wir jedoch, kurz nach Mittag, von vielen Seehunden beäugt, die Felsen des Österkär gerundet hatten und einen Blick in den Hafen werfen konnten, war dieser bereits stark belegt. Die 6 Bft aus NO förderten unsere Entscheidung, statt sportlicher Hafenmanöver, die Überfahrt bis zur Ostküste Bornholms fortzusetzen.
    Um 15:00 Uhr lagen wir in der Bucht nördlich der Hafeneinfahrt von Nexö in endlich ruhigem Wasser vor Anker und stärkten uns in der Nachmittagssonne mit einem warmen Mittagessen. Leider nahm die Dünung, die um die Landspitze NÖ Nexös herumrollte immer weiter zu und machte den Ankerplatz zunehmend unbequem. Schweren Herzens verlegten wir gegen 18.00 Uhr doch noch in den Hafen von Nexö um ausreichend Schlaf für den Schlag nach Rügen zu bekommen.
    Um 05:00 Uhr setzten wir bereits wieder vor Nexö die Segel und nahmen Kurs auf Rügen. Wunschziel war die Tromper Wiek, was bei den 3-4 Bft aus NNW zunächst auch zu gelingen schien. Leider drehte der Wind im Tagesverlauf mehr auf NW. Wir mussten mitdrehen, um mit 45-50° am Wind, Fahrt im Schiff zu behalten. Dass der Wind im Tagesverlauf wieder deutlich über der Vorhersage lag, überraschte und schon nicht mehr, östlich Rügens gab’s sogar die eine oder andere Bö mit 7 Bft. Erst gegen 19.00 Uhr konnten wir allmählich wieder etwas ausreffen und erreichten nach zwei Kreuzschlägen vor Binz die Prorer Wiek und endlich wieder ruhigeres Fahrwasser. Der Wind sollte auch in der kommenden Nacht aus nördlichen Richtungen wehen, wir legten uns deshalb südlich des Fähr- und Handelshafens von Sassnitz vor Anker. Ziemlich geschafft hatten wir damit das Revier für den Ausklang unseres Sommertörns erreicht. Viel Wind bringt viel Welle, aber auch eine gute Geschwindigkeit. An beiden Tagen erreichten wir mit Danja einen Schnitt von über 6 kt. Einige Bilder haben wir auch wieder gemacht, die findest du, wie gehabt, hier.