Monat: Februar 2022

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    Puerto Rico – Einreise mit Hindernissen

    Für die Überfahrt nach Culebra verließen wir mit Sonnenaufgang Sint Maarten, schon am Nachmittag zuvor hatten wir die Spi-Bäume für unser Passatsegel gesetzt. Die Windvorhersage versprach achterliche Winde auf der gesamten Strecke, wir sollten also am nächsten Vormittag in Culebra eintreffen, wo wir in die USA einreisen und unsere Cruising Permit erhalten wollten.

    Ansteuerung Enseada Honda, Culebra

    Wir kamen wie geplant gut voran. In der Nacht, zwischen Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, war einiges an Schiffsverkehr zu beobachten. Hatten wir in der Zahl lange nicht mehr gesehen. Leider drehte der Wind nördlicher als erwartet und zwang uns, die Passatbesegelung noch in der Nacht abzunehmen und auf Groß/Genua zu wechseln, später frischte der Wind so kräftig auf, dass wir deutlich reffen mussten. Culebra erreichten wir wie geplant, wenn auch etwas müder als erwartet. Gleich nach dem Ankern meldeten wir unsere Ankunft der US-Behörde Customs and Border Protection (CBP) um das weitere Einklarieren abzusprechen. In Culebra wurde daraus aber leider nichts. CBP habe keinen Officer in Culebra, als Port of Entry wäre Culebra nur über die ROAM-App zu nutzen. Für uns keine Option, da ja unsere Pässe gestempelt werden müssten. Es bliebe uns nur die Möglichkeit nach Fajardo weiter zu segeln um dort im CBP Office einzuklarieren. Das hatten wir uns wahrlich anders vorgestellt.

    Ankerfeld im Lee von La Isleta

    Jammern hilft bekanntlich auch nicht weiter, also gingen wir schweren Herzens wieder Anker auf, verließen Bahia Honda und Culebra und setzten Kurs auf Fajardo, eine Stadt im Nordosten Puerto Ricos. Vier Stunden später fiel der Anker erneut, diesmal im Lee der Insel La Isleta, gegenüber des verwaisten Fährhafens von Fajardo, der nur noch vom Shuttleboot zwischen Fajardo und La Isleta angelaufen wird. Das pinkfarbene US-Customs-Gebäude kann man vom Ankerplatz aus sehen. Nach unseren Telefonaten aus Culebra und nach Ankunft bei Fajardo, wurden wir von CBP bereits erwartet. Die Beamten waren super freundlich, Immigration, Customs und Agriculture stellten ihre üblichen Fragen, entschuldigten sich, wenn sie Rückfragen zu unseren Angaben in den bereits vorab ausgefüllten Crewlist (Form I-418) und Vessel Entrance Statement (Form 1300) hatten, sprachen ihre Anerkennung für eine Atlantiküberquerung mit einem so keinen Boot aus und überreichten uns nach einer knappen Stunde Reisepässe, Cruising Permit für ein Jahr und den Agriculture Inspection Report. Das alles natürlich noch mit den besten Wünschen für eine schöne Zeit in Puerto Rico.

    Die US-Behörde CBP im pinkfarbenen Gebäude am Fährhafen Fajardos

    Fajado selbst ist nicht der Brüller. Ein amerikanisches Mittelzentrum im Niedergang, seit der Fährhafen nicht mehr angelaufen wird, wie uns der Beamte bei Customs erklärt hatte. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, bis in die Downtown sind es knapp 3 km, die Versorgungsmöglichkeiten dort aber äußerst dürftig. Für Proviant, SIM-Karte etc. muss man weiter zu den Shopping-Centern entlang des Highways, weitere 2-3 km entfernt. Nicht gerade ideal. Mussten wir also das Beste draus machen. Darüber mehr im nächsten Bericht.

    La Isleta vom Fähranleger Fajardos aus gesehen

    Noch einmals die wichtigsten Punkte für eine (Erst-)Einreise in die USA via Puerto Rico (Stand Feb. 2022):
    – Die Einreise, bzw. das Einklarieren mit CBP vorab klären. Kontaktinfo hier: https://www.cbp.gov/contact/ports/field-office/san-juan
    – Culebra ist (wenn kein Officer vor Ort) nur für die Einreise mit der CBP-App ROAM geeignet, hierfür braucht man bereits eine Cruising Permit und natürlich Internetzugang.
    – Fajardo ist für die Einreise gut geeignet, im Lee von La Isleta liegt man auf gutem Ankergrund sicher.
    – Das Büro der CBP liegt gleich hinter den Fähranlegern.
    – Für die Überfahrt entweder das Dinghy nutzen oder in der Marina La Isleta (Dinghy-Gebühr US-$ 5 p.Person) festmachen und mit dem kostenlosen Shuttle übersetzen.
    – Nächste Mietwagenstation: Fajardo-Inn (Thrifty)
    – Self Service Laundry in Downtown oder in der Marina, Wal-Mart im Westen von Downtown, dort auch ein T-Online-Shop für SIMs.

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    Sint Maarten

    Der letzte, von uns besuchte Inselstaat der kleinen Antillen, war Sint Maarten, eigenständig, aber zum Königreich der Niederlande gehörend. Sint Maarten liegt auf dem südlichen Teil der Insel St. Martin, die wiederum zum französischen Überseegebiet und damit auch zur EU gehört. Klingt kompliziert, ist man aber erst mal einklariert, herrscht Freizügigkeit, sichtbare Grenzen gibt es nicht.

    Brückenöffnung für die Zufahrt in die Simpson Bay Lagune

    Wir liefen Sint Maarten nach zügiger Halbwind-Überfahrt unter Genua am 4. Februar an und warfen Anker in der Simpson Lagoon. Sahen wir in Antigua und St. Barts schon viele Megayachten, toppte die Insel deren Zahl locker. Die ganz Großen passen nicht durch die Klappbrücke zur Lagune und müssen draußen bleiben, drinnen scheint der Platz in den zahlreichen Marinas aber auch so schon knapp zu werden. Und wie schon zuvor beobachtet, endet Reichtum und Luxus spätestens am Zugang zur jeweiligen Marina. Drum herum herrscht das ärmliche Karibik-Chaos aus schlechten Straßen, fehlenden Gehwegen, zu vielen Autos und heruntergekommenen Gebäuden. Für die Geräuschkulisse am Ankerplatz sorgt der Flughafen, wobei locker die Hälfte der Flugbewegungen aufs Konto von Privatjets geht. Den einzigen „offiziellen“ Dinghy-Steg findet man beim Bürogebäude der Zoll- und Einwanderungsbehörde. Eine überschaubare Hafengebühr wird natürlich trotzdem fällig.

    Danja vor Anker in der Lagune

    Verwöhnt von den Stränden Antiguas und Barbudas konnten wir denen der Simpson Bay nichts abgewinnen. Ist ohnehin schwierig einen Strandzugang zu finden, wenn man nicht von See her anlandet. Lange Rede, kurzer Sinn, wir konnten dem Ganzen nicht viel abgewinnen. Ein Dinghy-Ausflug nach Marigot machte es auch nicht besser. Die Spuren der Verwüstung durch Hurrikan Irma (2017) sind noch überall sichtbar, die Lagune gepflastert mit Wracks, die Marina notdürftig repariert und weitestgehend verwaist.

    Wandmalerei an Ruinen in Marigot

    Hauptgrund für unseren Besuch war ohnehin ein anderer: Christine‘s Rücken verlangte nach einem Chiropraktiker und für die Bahamas fehlten uns noch ein guter Revierführer, den wir, zusammen mit einigen anderen Kleinteilen bei gut sortierten Chandlern auch fanden. Das Preisnivieau für Lebensmittel unterschied sich übrigens kaum von jenem, der bisher besuchten Inseln, fiele als Grund für einen weiteren Besuch also auch weg. Selten fühlte es sich so gut an, wieder Anker auf zu gehen und weiter zu segeln. Am 8. Februar klarierten wir wieder aus und verlegten in die Simpson Bay, von wo aus wir am 9. Februar bei Sonnenaufgang in Richtung Culebra (Puerto Rico) aufbrachen.

    Ankerplatz Simpson Bay
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    Saint Bartholomé (St. Barts)

    St. Barts am Horizont

    Die Nachtfahrt von Barbuda nach St. Barts werden wir in guter Erinnerung behalten. Mit Sonnenuntergang hatten wir Low Bay verlassen und bald darauf, bei achterlichen Winden um 10 Kt, unser Passatsegel ausgerollt. Die See war ruhig, die Neumondnacht dunkel, der Sternenhimmel klar. Fast geräuschlos glitten wir dahin, ideale Zutaten für Wache und Schlafpausen. Mit Sonnenaufgang lag St. Barts vor uns. Wir segelten mit gesetzter Q-Flagge bis vor Gustavia, wo wir dann ungewohnt lange nach einem Plätzchen für unseren Anker suchen mussten.

    Hafen von Gustavia, St. Barts.

    Gustavia ist gut besucht, die für kleine Boote geeigneten Ankerplätze voller privater Mouringe, das ganze eingerahmt mit endlos vielen Megayachten, ebenfalls vor Anker. Das Einklarieren ging danach aber erstaunlich schnell, auch weil wir unsere Daten bereits zuvor über das entsprechende Portal eingegeben hatten. Danach schnell noch ein paar Baguettes, Frischkäse und Weintrauben gekauft und zurück aus Boot für eine französische Brotzeit. Wieder in der EU, in unserem Fall Frankreich zu sein, hatte zudem den Vorteil, dass wir das Inklusivvolumen unsere deutschen SIM-Karten wieder nutzen konnten. Wer hätte das geahnt.
    St.Barts hat viel zu bieten, aber nicht wirklich für unsereiner. Es ist der Spielplatz der Superreichen. Preise in Strandbars und -Restaurants astronomisch. In Gustavia gibt es fast ausschließlich Boutiquen à la Prada, Hermès und Bulgari, und so ganz ohne Botox, Silikon und Designer-Outfit glaubt man ab und an, auf einem fremden Planeten unterwegs zu sein.
    Dass St. Barts von Hurrikan Irma ähnlich schwer verwüstet wurde, wie Barbuda, ist nicht einmal mehr zu erahnen und zeigt eindrücklich, wie weit sich die Schere zwischen Reich und Arm geöffnet hat.
    Schön ist St. Barts wirklich. Strände, Buchten, das klare Wasser, die farblich stimmigen Gebäude, Villen und Hotels machen die Insel zu einer Perle in der Karibik.

    Anse de Colombier

    Und eine Attraktion wollen wir nicht unerwähnt lassen: Der Flughafen der Insel, Aéroport de Saint-Barthélemy-Rémy de Haenen (SBH) gilt als einer der extremsten und gefährlichsten Flughäfen der Welt. Ganz umsonst kann man der täglichen Flugshow im Anflugsbereich des Flughafens beiwohnen. Auch das gibt’s auf St. Barts.

    Weitere Bilder findest Du, wie immer, im Fotoalbum.

     

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    Barbuda

    Die Wettervorhersage versprach für Sonntag, den 23. Januar Ostwind mit 10 Knoten Wind bei nur einem Meter Seegang. Sehr verlockend, für die 35 Seemeilen nach Barbuda. Mit dem ersten Tageslicht gingen wir deshalb vor Jolly Beach Anker auf, setzten Groß und Genua (Passatsegel) und machten uns zunächst auf nach Norden. Kurz vor uns verließ übrigens die SY Vagabonde die Deep Bay, ebenfalls mit Kurs Nord. So klein ist die Welt. Die Flachs im Norden Antiguas querten wir bei Prickly Pear. Das gab uns einerseits einen besseren Winkel am Wind auf dem Weg nach Barbuda, zum anderen füllten wir auf dem kurzen Stück nach Osten unter Motor unseren Wassertank nach.

    Princess Diana Beach, Barbuda

    Die Überfahrt nach Barbuda war dann ein echter Genuss. Konstante 10-12 Knoten Halbwind bei angenehmer Dünung bis zu unserem Ziel, der Cocoa Bay im Süden Barbudas. Vor dem Princess Diana Beach, im Schutz des Riffs vor Cocoa Point fiel gegen 15.00 Uhr der Anker. Um uns herum Türkis, vor uns, in gleißendem Weiß, ein schier endloser Strand. Paradiesisch, wären da nicht die im Bau befindlichen Strandvillen um das Cocoa Beach Resort herum, die schon aufgrund ihrer Größe einfach nicht ins Bild passen. Spaziert man am Strand nach Norden, verliert man die Baustelle aber bald aus den Augen. Platz ist ja noch genug.

    Shack A Kai

    Am Montag führte uns eine Strandwanderung zu Shack-A-Kai, eine Strandkneipe, die unter Seglern für den gegrillten Lobster, zu dem man seine eigenen Beilagen mitbringen darf, nah und fern bekannt ist. Unser Lobster-Essen gab‘s dann am Dienstag. Mit einem Fussili-Salat mit gegrilltem Paprika und gerösteten Pinienkernen und auf dem Grill geschmolzener Knoblauchbutter. Einfach genial und der Lobster ohne Abstrich eine echte Empfehlung.

    11-Miles-Beach, Barbuda

    Am Donnerstag verlegten wir zur Low Bay, an Barbudas Westküste. War an der Cocoa Bay schon nicht viel los, erwies sich die Westküste als geradezu menschenleer. Am 11-Mile Beach, nördlich der Ruine des Lighthouse Point Hotels, lagen mit uns gerade einmal 4 Boote vor Anker. Krass.
    Am Freitag fuhren wir durch die seit Hurrikan Irma bestehende Öffnung im zuvor 17 Meilen langen Strand, über die Codrington Lagune, in die gleichnamige Inselhauptstadt. Die Fahrt zieht sich und ist mit unserem Dinghy im Passatwind zudem unangenehm nass. Einer der Gründe, weshalb wir uns spontan für eine vorgezogene Weiterfahrt entschieden. Hinzu kommen die kaum vorhandene Versorgungsmöglichkeit und das komische Gefühl, welches sich bei uns breit macht, wenn wir in einem HurricaneKatastrophengebiet, in dem die Schäden durch Irma noch lange nicht beseitigt und die Einwohner noch immer mit dem Wiederaufbau beschäfigt sind, seinem Privatvergnügen nachgehen will. Kurz: Wir klarierten in Codrington aus, machten für St Barts, unserem nächsten Ziel, einen Antigen-Test für je 100 US-$ und machten uns auf den Weg zurück über die Lagune. Mit Sonnenuntergang verließen wir Barbuda, früher als geplant, aber bei perfektem Wetter in Richtung Saint Bartholomé, besser bekannt als St. Barts.

    Barbuda!

    Hier noch ein wenig Statistik: 153 sm haben wir in Antigua und Barbuda zurückgelegt. In unserer Segelzeit haben wir jetzt 8.807 sm zurückgelegt, der Gesamtzähler stht bei 15.418 sm.

    Weitere Bilder von Barbuda findest Du wie immer im Fotoalbum.