Monat: Januar 2021

  • Ausflug ins Nonnental

    Currals das Freiras im Nonnental, Madeira.

    Der Ort Curral das Freiras im Nonnental, im Zentrum Madeiras, ist gemäß Reiseführer eines d e r Ziele für Madeira-Besucher. Wir entschieden uns am 23.01. für die Anreise mit dem Bus. Die Linie 81 fährt die 19 km ins Nonnental über den Eira do Serrado Pass in 1095 m Höhe. Dort hat man vom „Adlernest“ die berühmte Postkarten-Aussicht über das von schroffen Bergkämmen eingerahmte Nonnental, viele Hundert Meter tiefer. An der Stelle will ich noch mal meinen Respekt für die Busfahrer zum Ausdruck bringen, die, immer mit dem Fahrplan im Nacken“ auf den Abenteuerlich schmalen Straßen – auf der einen Seite Berg, auf der anderen der Abgrund – durch die Bergwelt Madeiras brettern.

    Bergwelt beim Eiro do Serrado, Nonnental.

    Vom Eira do Serrado aus wanderten wir schließlich über den kurvigen und steilen Wanderweg hinunter nach Curral das Freiras, wo wir nach kurzer Rast mit der 81 wieder zurück nach Funchal fuhren. Was bleibt? Die Erinnerung an die atemberaubende Kulisse, eine herrliche Wanderung hinunter ins Tal, die fast schon zur Gewohnheit werdende Corona-Leere an all den schönen Orten.

    Mehr Bilder gibt‘s wie immer im Fotoalbum. Diesmal mit einem kurzen Video aus dem Bus.

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    Wandern um Funchal

    Piscinas Naturais da Doca do Cavacas und Praia Formosa

    Nach einer Küstenwanderung zur Praia Formosa, überwiegend entlang eines Küsten- und Bäderpromenade durch das im Westen Funchal liegende Hotelviertel ging es am 19.01. hinauf nach Monte, mit seiner Wallfahrtskirche „Liebe Frau von Monte“. Wir hätten auch Gondelbahn oder Bus nehmen können, erklommen den Berg statt dessen aber per pedes auf dem direkten Weg über die Rua do Comboio und Rua de Ferro. Zog sich und war aufgrund der vielen Autos wohl weder gesund noch besonders reizvoll.

    Vor der Kirche der „Lieben Frau von Monte“

    Oben angekommen ist die Aussicht allerdings grandios und dank fehlender Touris geradezu idyllisch. Für den Rückweg wählten wir den Caminho do Lombo, quasi Autofrei bis hinunter in die Downtown von Funchal. Runde 10km und knapp 1300 Höhenmeter standen am Nachmittag zu Buche, womit wir uns den Feierabend-Ponche und ein saftiges Steak wohl verdient hatten. Bilder zu den beiden Touren findet ihr im Fotoalbum.

    Blick auf Funchal vom Caminho do Lombo
  • Funchal

    Kaum ausgeschlafen, galt es nach unserer Ankunft zunächst die nähere Umgebung um die Marina do Funchal zu erkunden. Die Marina liegt perfekt im Zentrum der Stadt, Supermärkte, Einkaufsstraßen, die Markthalle und der Mercado dos Lavradores liegen alle nur wenige Geh-Minuten entfernt, die Strandpromenade lädt zum Schlendern ein, das Panorama ist einfach grandios.
    Covid hat die meisten Touristen vertrieben, kein Kreuzfahrtschiff lässt sich blicken und entsprechend leer ist es überall. Uns mag das freuen, wie es jedoch den Geschäftsleuten geht, mögen wir uns gar nicht ausmalen. Wir lassen uns treiben, genießen die Ausblicke von den zahlreichen Miradouros, probieren unseren ersten Ponche, Caipis und das heimische Bier Coral – und planen erste Wanderungen und Ausflüge.
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    Noch ein Wort zur Marina: Jetzt im Januar sind freie Plätze keine Mangelware. Der Atlantikschwell findet seinen Weg bis ins den hintersten Winkel der Marina und sorgt für viel Bewegung. Ruckdämpfer sind essentiell, seefest sollte man auch sein 😉 Der Service ist ok, die Marina ist 24/7 besetzt und ansprechbar. Der Waschsalon ist top, die Sanitäranlagen aber, trotz der stolzen Liegegebühren, ein Sanierungsfall.

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    Leinen los! Wir segeln nach Madeira

    Wir laufen aus. 10. Januar 2021.

    Die Algarve blieb auch über den Jahreswechsel hinaus kühl und verregnet. Dass wir mal Reif vom Beiboot-Cover kratzen würden, hätten wir uns nach dem Winter 19/20 nicht vorgestellt. In der zweiten Januarwoche zeichnete sich nach dem Abzug von Tief Bartosz mit Hoch Antje eine Wetterlage ab, die mit einem über mehrere Tage anhaltendem Nortada eine Passage nach Madeira erlauben würde. Tiefdruckgebiete draußen auf dem Atlantik zogen nach Norden und Nordosten ab. Die Marina do Funchal bestätigte freie Liegeplätze und informierte uns über die aktuell gültigen Corona-Regeln. Für zügiges Einlaufen würden wir einen am letzten Hafen durchgeführten PCR Test benötigten. Die Wettervorhersage stabilisierte sich über die folgenden Tage weiter und versprach für die volle Zeit der Überfahrt und einigen Puffertagen günstiges Wetter. Also packten wir es an. Letzte Einkäufe, Schiff für den Törn vorbereiten, Covid-PCR-Test für den Vortag des geplanten Auslaufens terminiert und durchgeführt, vollgetankt und schon ging es los, in die Segelsaison 2021. Dabei lief es am Ende so schnell, dass wir uns nicht einmal mehr gebührlich von unserer Familie in Lagos verabschieden konnten. Nach Durchgang des Tiefs verbesserte sich das Wetter so schnell, dass wir einen halben Tag früher als gedacht, am Sonntag um 11.30 Uhr die Leinen loswerfen konnten. Zügig blies uns raumer Wind hinaus auf den Atlantik. Nach gut neun Stunden hatten wir die ersten 50 Meilen hinter uns gebracht und legten nach dem Umrunden des VTG vor Cap San Vicente Kurs auf Madeira an.

    Kurs Madeira. Das Passatsegel im Einsatz.

    In den ersten beiden Nächten war die See bei 5 bis 6 Bft noch recht ruppig. Dann beruhigte sich der Wind etwas, erlaubte jedoch weiterhin das Segeln bei achterlichen Winden von Steuerbord und uns längere Ruhepausen, in denen wir uns nicht halbwach irgendwie verkeilen mussten, um etwas Schlaf zu finden. Auch die Temperaturen stiegen mit der Entfernung von der Algarve wieder an, Mittags wurde es in Sonnenschein sogar angenehm mild. Die Mini-Kuchenbude, mit der der Raum unter der Sprayhood quasi zum Innensteuerstand wird, blieb allerdings dran, denn spätestens mit Sonnenuntergang kam die Kälte zurück.

    Blauwassersegeln

    Am fünften Nachmittag meldete Christine als erstes „Land in Sicht“. Die Gipfel Madeiras, immerhin runde 1800 Meter hoch, tauchten als Silhouette aus dem Meer auf. Die sich einstellende Vorfreude auf den Landfall war allerdings leicht verfrüht, denn wir waren noch über 70 Seemeilen von unserem Ziel entfernt. Das hieß eine weitere Nacht und noch einige Stunden des kommenden Vormittags weitersegeln, bevor wir Funchal erreichen würden.

    Madeira voraus!

    Am Freitagmorgen, ca. 10.00 Uhr war es dann soweit. Nach dem Umrunden des Ponta de Garajau, 505 Seemeilen von Lagos entfernt, lag Funchal vor uns. Wir meldeten uns telefonisch bei der Policia Maritima, übermittelten dorthin per Whats App unsere PCR-Testresultate, die wir kurz vor unserem Auslaufen aus Lagos erhalten hatten und legten uns an eine der Mouringe vor der Marina do Funchal. Nach drei Stunden hatte die Gesundheitsbehörden den Test validiert und wir durften in die Marina einlaufen. Geschafft!

    Funchal

    Madeira ist grandios. Meer, Strand, Berge, verschneite Gipfel, gepflegte Ortschaften, alles auf wenigen Kilometern vereint und immer im Blick. Wir werden eine Weile bleiben, das ist sicher…

    Noch ein wenig Statistik: Die Überfahrt dauerte 120 Stunden. Dabei legten wir 508 Seemeilen zurück. Auf 33 Seemeilen kam die Maschine als Flautenschieber zum Einsatz. Der Rest wurde gesegelt, Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 4,23 Knoten. In den ersten 24 Stunden legten wir 118 Seemeilen zurück, am dritten Tag nur 80.

    Mehr Bilder findet ihr wie immer im Fotoalbum.