Covid-19

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    Jahreswechsel in Antigua

    Kaum angekommen, sind sowohl Weihnachten, als auch Silvester vorüber und wir sind in 2022 angekommen. So eine Überfahrt ist, was die Vorweihnachtszeit angeht, wie ein Blackout, aber wir haben wieder Tritt gefasst. Allen Lesern dieser Seiten, allen Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen wünschen wir an dieser Stelle ein

    Gutes Neues Jahr!

    10 Tage nach dem Einklarieren sind wir wieder im Cruisingmodus. Englisch Harbour und die Freeman Bay, unser Ankerplatz über Weihnachten, haben wir hinter uns gelassen. In Erinnerung bleiben spannende Taxi- und Busfahrten sowie Begegnungen mit dem karibischen Amtsschimmel der Zollverwahrung auf der „Jagd nach dem Ersatzteil“ für unseren Kochherd, das quirlig-lärmende, vorweihnachtliche St. John‘s und die schöne Stimmung im weihnachtlichen Nelson‘s Dockyard, Weltkulturerbe und Treffpunkt für Yachties aus Nah und Fern.

    Vor Anker in der Carlisle Bay

    Am 27.12. folgten wir der Küste im Uhrzeigersinn zur Carlisle Bay, wo wir direkt vor dem exklusiven Carlisle Bay Resort vor Anker gingen. Das All-Inklusive-X-Mas-Packag für 990 US-$ pro Nacht, pro Zimmer. Das ist mal ‘ne Ansage. Tauschen hätten wir nicht wollen, denn vom Wasser aus, ist die Bay einfach unübertrefflich. Besonders krass auch der Kontrast zur Old-Road, an der das Resort liegt. Gemüse- und Obstgarten der Insel, aber auch zuhause des ärmeren Teils der Bevölkerung Antiguas. Keine Gegend für einen Abendspaziergang.

    Unterwegs nach Jolly Harbour

    Am 30. Dezember ging es für uns dann weiter Richtung Jolly Harbour. Wir warfen Anker in der Mosquito Cove, 10 Minuten vom Dinghy-Dock der Marina entfernt. Am letzten Tag des alten Jahres ließen wir uns als Walk-Ins in der New Villa Poly Clinic boostern. Genial! An dieser Stelle Danke dafür an Antigua und Barbuda!
    Mit einigem Feuerwerk im Umfeld Jolly Harbours begrüßten wir von Bord aus das Neue Jahr. Wir sind gespannt was es für uns bereithalten wird. Die kommenden ein, zwei Wochen wollen wir noch einige Ankerplätze Antiguas und Barbudas erkunden, bevor wir dann wieder Segel setzen in Richtung Nordwest.

    Sonnenuntergang in der Carlisle Bay
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    Vacuna

    Vacuna ist spanisch und heißt auf Deutsch Impfung. Da, wo wir es am wenigsten erwartet hatten, bekamen wir am Sonntag unseren ersten Pieks mit dem Impfstoff von Biontec-Pfizer, zusammen mit dem zweiten Termin, wie vom Hersteller empfohlen, drei Wochen später. Total unkompliziert. Wir fallen in die Altersgruppe der zur Impfung aufgerufen Bevölkerung, die Covid-Hotline verwies uns an das nächste Centro de Salud und mit Spanisch, Englisch, Deutsch und einiger Zeichensprache übertrugen uns die freundlichen Damen der Registratur in das EDV System und schon hatten wir den lang ersehnten Termin. Muchas gracias, Arrecife! Es geht voran!

  • Porto Santo

    Sandstrandtraum Campo do Baixo

    Zwei Wochen sind wir nun schon in Porto Santo. Oder drei Tage weniger, wenn wir die Zeit bis zum Vorliegen unserer Covid-Tests abziehen. Erst dann durften wir einchecken. Licht und Schatten erscheint mir die kürzest mögliche Beschreibung für den ersten Eindruck, vielleicht auch etwas verwöhnt von den vorangegangenen Wochen auf Madeira. Es liegt sich günstig hier. EUR 6,50 pro Tag am Anker im Hafen (oder davor), incl. Zugang zu den Einrichtungen der Marina. Die Dezemberstürme 2020 hatten zwei Drittel des Pontons A zerstört, Liegeplätze mit Landanschluss sind deshalb absolute Mangelware, was uns nicht stört, denn nach 6 Wochen Funchal sind wir über die Ruhe am Anker froh. Die Versorgung klappt gut, in Vila Baleira gibt‘s bei Pingo Doce und anderen lokalen Geschäften alles, was wir bisher brauchten. Auf der Schattenseite schlagen das kühle, windige und wechselhafte Wetter ebenso zu Buche, wie der unreine Grund des Ankerplatzes und das Kraftwerk am Hafen, welches aus Schweröl Strom für Porto Santo generiert und je nach Windrichtung seine Abgaswolken über den Hafen verteilt. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das in der Hochsaison aussieht, wenn neben den 5 1/2 Tausend Einwohnern auch die gefüllten Hotels zu versorgen sind.

    Auf dem Pico Macarico

    Da bleiben wir im Weiteren lieber beim Licht: Porto Santo verzeichnet Null aktive Corona-Fälle. Das gibt einem ein sicheres Gefühl, wenn man durch Vila Baleira geht, auch deshalb, weil trotz der guten Lage die Maskenpflicht gilt und befolgt wird. Es ist überall herrlich ruhig. Schön für uns, sicherlich weniger schön für die lokale Wirtschaft, aber wir genießen es. Es gibt mehr zu unternehmen, als die Größe Porto Santos vermuten lässt. Zwar gilt der 9 km lange Sandstrand als die Attraktion der Insel, daneben gibt es aber, gerade für wander-begeisterte wie uns, eine gute Handvoll Berggipfel, die unbedingt bestiegen werden wollen.
    In unseren ersten beiden Wochen waren der Pico de Maçarico (286m), Pico Branco (450m) und Pico Castelo (437m) unsere Gipfelziele, ebenso wanderten wir entlang der gesamten 9 km des Strandes Campo de Baixo – und zurück. Die längste Tour war die zum Pico Branco und Terra Chã. Eigentlich ungeplant, denn wir waren mit den Rädern auf der Rundstraße ER111 unterwegs und entschieden uns eher spontan den Gipfel noch „mitzunehmen“. Alle Ausflüge boten geniale Ausblicke über Porto Santos Landschaft und seine Küsten. Im Fotoalbum findet ihr in Kürze die Bilder, die währen der Ausflüge entstanden sind, sie sind zudem über den Text verlinkt.

    Picknick auf dem Pico Castelo
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    Winterlager und mehr

    Knapp zwei Wochen früher als im letzten Jahr haben wir Anfang November wieder einen Winterliegeplatz bezogen. Zuvor verbrachten wir noch einige ruhige, sonnige Tage in der Lagune von Alvor. Wir fanden ein gutes Plätzchen gleich hinter der östlichen Zufahrtsmole und verzichteten auf die Weiterfahrt zum Ankerplatz vor dem Hafen von Alvor, wo des doch recht eng zuging, wie wir beobachten konnten. Wir nutzten das warme Wetter für lange Strandwanderungen, mal nach Osten, Richtung Alvor, mal nach Westen, Richtung Lagos.

    Als sich dann wieder schlechtes Wetter ankündigte, beschlossen wir, vorzeitig in die Marina de Lagos zu verlegen. Unsere Reservierung galt erst ab dem 9. November. Da die Marina rappelvoll war, mussten wir vier Nächte am Besuchersteg warten, bis unser Liegeplatz für den Winter frei wurde.

    Zu der Zeit wurden wir dann auch Großeltern und freuten uns bereits auf den Besuch bei unserem Enkelchen. Dass Corona weiterhin ein Thema sein würde war klar, dass jedoch Deutschland in den Lockdown Light gehen und ganz Portugal zum Risikogebiet erklärt werden würde, stand nicht auf dem Plan. Quarantänevorschriften, Beherbergungsverbote und Besuchsbeschränkungen zwangen uns zu einigen Änderungen, dennoch schafften wir es, nach Deutschland zu reisen, uns bei unserem Enkel vorzustellen und wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause zu kommen. Übrigens im Einklang mit Vorschriften und Verordnungen von Bund und Ländern. Details ersparen wir uns hier. Sind morgen ohnehin wieder überholt.

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    Wir dürfen vorstellen: Oma, Opa, Karlo

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    Algarve

    Ein Monat ist seit unserem letzten Eintrag vergangen. Unser Blog ist also mehr oder weniger in einen Pausenmodus übergegangen. Wir haben uns, auch aufgrund Covid-19, dazu entschlossen, einen weiteren Winter hier zu verbringen, bevor wir dann im nächsten Jahr wieder entferntere Ziele ansteuern. Der wichtigere Grund ist jedoch die gute Anbindung nach Deutschland (Faro), wo wir im November Großeltern werden, worüber wir uns sehr, sehr freuen. Und unseren Enkel wollen wir natürlich so bald wie möglich im den Armen halten.

    Es wird kühler…

    Der Sommer hat sich mittlerweile auch an der Algarve verabschiedet und der kühleren Jahreszeit Platz gemacht. Diese Bezeichnung eignet sich besser als Herbst und Winter, denn auch wenn die Tage kürzer, das Wasser kühler und dann und wann auch das Wetter etwas ungemütlicher werden, die stets warme Sonne und der überwiegend blaue Himmel erinnern wenig an die kalten Jahreszeiten, wie wir sie vom nördlichen Europa her kennen.

    Segeln entlang der Küste der Algarve

    Nach einem kurzen Stopp in Vilamoura erkundeten wir weitere Ankermöglichkeiten entlang der Küste in Richtung Westen. Neben den bei jedem Wetter sicheren Ankerplätzen des Rio Guadiana, der Lagune von Faro/Olhao und innerhalb der Mole der Mündung des Rio Arade bei Portimao kann man bei guten Bedingungen eigentlich überall ankern. Die findet man bei ablandigem Wind zusammen mit westlichen Winden in der Straße von Gibraltar. Bläst dort nämlich der Levante, wird‘s an der Algarveküste schaukelig. Auf dem Weg nach Portimao ankerten wir so bei Albufeira, östlich von Benagil und vor der Praia do Vao, westlich von Portimao.

    Ankern bei Benagil, östlich von Portimao

    Unser derzeitiger Ankerplatz liegt vor der Praia Grande bei Portimao, mit guten Versorgungsmöglichkeiten sowohl in Ferragudo, als natürlich auch in Portimao. Zwar befindet sich der einzige, öffentliche Ponton flussaufwärts vor der Eisenbahnbrücke am nördlichen Rand Portimaos, am östlichen Ufer des Rio Arade lässt es sich jedoch überall auch am Ufer oder Strand gut anlanden.

    Wandern entlang der Steilküste östlich von Portimao

    Besonderen Reiz hat die Steilküste östlich von Portimao/Ferragudo. Sie ist mit Wanderwegen gut erschlossen und bietet geniale Ausblicke (Caminho dos Promontórios). Genau das Richtige, jetzt, wo es nicht mehr so heiß wird. Wir erkundeten den Weg bis Carvoeiro, von wo aus man den Weg bis Benagil und darüber hinaus fortsetzen kann, wenn man denn will. Die 16 km Hin-und Rückweg waren uns aber für Erste genug.

    Spaß auf dem Wasser, hier mit SUP und Kajak.

    Eine Portion Schlechtwetter gab es auch. Tief Barbara brachte Starkwind bis Stärke 10 in Böen, mit Wellen bis 3,7 m aus SW. Hatten wir hier vor Anker noch nicht und zogen es deshalb vor, in die Marina von Portimao zu verlegen. Das war keine gute Entscheidung, denn Schwell findet seinen Weg um und durch die schwimmenden Wellenbrecher der Marina und sorgt in den Becken der Marina für sehr unangenehme, wenn nicht sogar gefährliche Bedingungen. Sowohl an den Stegen, als auch an Booten gab es Schäden, wie gebrochene und ausgerissene Klampen, losgerissene Schwimmer der Fingerpontons, umgestoßene Stromverteiler und Ähnliches.

    Sturmief Barbara. Schietwetter

    Wir haben für uns entschieden, dass wir bei solchen Bedingungen bei Portimao künftig vor Anker sicherer liegen. Zwischen Molenköpfen und Ferragudo ist es zwar unruhig mit reichlich Schwell, der aber weiter flußaufwärts, schon im Bereich des Wendebeckens fast völlig verschwindet.

    Wir waren froh, als wir die den Liegeplatz in der Marina wieder gegen „unseren“ Ankerplatz tauschen konnten und das dauernde Knarzen der Leinen endlich ein Ende hatte. Jetzt stehen wieder Dinghy-Ausflüge und unverbaute Sonnenuntergänge auf dem Programm, bis wir irgendwann im November in die Marina de Lagos verlegen werden.

    Sonnenuntergang von „unserem“ Ankerplatz bei Portimao

    Weitere Bilder findest Du wie immer in unserm Fotoalbum: Parque Natural da Ria Formosa, Segeln und Ankern vor der Felsalgarve und Wandern auf dem Caminho dos Promontórios.

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    Ins Mittelmeer

    Nach vielem überlegen, abwägen und beraten verwarfen wir unsere ursprüngliche Absicht, die Archipele Madeira und Azoren anzulaufen. Sie liegen eben auf dem logischen Weg zu den Kanaren und in die Karibik. Die Entwicklungen in Bezug auf Corona und Sicherheit, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks wollen wir abwarten, bevor wir uns dorthin auf den Weg machen. Und bis da Klarheit herrscht, können auch mehr als ein Winter ins Land gehen.

    Ankerplatz Tavira, Algarve

    Deshalb verließen wir am 17. Juli Portimao in Richtung Osten, mit Ziel Mittelmeer. Auf dem groben Törnplan für die verbleibende Saison stehen die Balearen, Sardinien und Sizilien, wo wir wohl auch den Winter verbringen wollen.
    Eigentlich ist der Frühsommer die beste Zeit, um ins Mittelmeer zu kommen. Östliche und westliche Winde halten von Gibraltar bis Cabo da Gata bzw. Cabo de Palos jeweils mehrere Tage an und wechseln mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Jetzt, im Hochsommer, herrschen östliche Winde vor. Unterbrechungen sind kurz und halten nur ein, zwei Tage an, bevor sich der Levante wieder einstellt. Davon abgesehen wird die Zeit des stabilen Sommerwetters im Mittelmeer auch langsam knapp. Ein solch für uns günstiges Wetterfenster zeichnete sich für den 22. bis 24. Juli ab. Wir mussten uns also sputen. Die Lagune von Faro, mit dem beliebten Ankerfeld vor Culatra ließen wir an Backbord liegen und segelten weiter bis Tavira, wo wir eine Nacht verbrachten. Tavira kennen wir noch von einigen Besuchen als Landbewohner, der Ankerplatz ist knapp bemessen, aber ausreichend. Von dort aus setzten wir Kurs auf Cadiz, von wo aus die Straße von Gibraltar in Schlagdistanz liegt. Cadiz erreichten wir am 20. Juli morgens um halb drei Uhr und warfen gleich hinter der markanten Hängebrücke und vor dem Kleinboothafen Puerto Viento de Levante den Anker.

    Ankerplatz in Cadiz

    In der Marina darf man sein Dinghi festmachen, es folgten deshalb ein Ausflug in die Altstadt von Cadiz und das Aufstocken der Vorräte. In Andalusien gilt Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Ein ungewohnter Anblick, bei über 30 Grad im Schatten unangenehm, aber auch Vertrauen erweckend, da sich die Mehrzahl der Menschen daran hält. Außer in Bars und Restaurants natürlich. Wir waren also nicht unglücklich darüber, dass unser Besuch nur kurz sein sollte und wir pünktlich vor dem auffrischen des Levante wieder an Bord waren, wo wir auch den folgenden Tag verbrachten.

    Stadtbesichtigung mit MuNaSke

    Am Mittwoch, 22. Juli, passten Wind und Hochwasser Gibraltar (Referenz für Strömung in der Straße von Gibraltar) für einen Aufbruch vor Sonnenaufgang. Im großen und ganzen passten unsere Berechnungen. Strom bis 3 Knoten schob uns nach Cabo Trafalgar zügig in die Meerenge zwischen Europa und Afrika, an Tarifa vorbei bis in die Bucht von Gibraltar, wo wir abends um halb neun vor La Línea Anker warfen. Der erste Schritt ins Mittelmeer war geschafft.

    Gibraltar voraus!

    Für die Statistik: Portimao – La Línea 208 sm, 2976 sm i.d. Segelzeit, 9587 sm gesamt.
    Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.

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    Ausgebremst

    Mehr Zeit als üblich ist seit unserem letzten Beitrag vergangen, was eben auch daran liegt, dass nicht viel passiert ist. Wir sind immer noch in Lagos. Auch wenn es nicht so klingen mag, ist das kein Grund zur Klage, es ist einfach ein Fakt. Covid-19 hält die Welt eben weiterhin in Atem. Lagos ist in diesen Zeiten ein Ort, an dem man sich wohl fühlen kann. Es ist Sommer geworden, die Strände sind so leer und das Wasser so sauber, wie wir es seit langem nicht erlebt haben. Vor Jahren haben wir so manche Anstrengung in Kauf genommen, um einmal im Jahr einige wenige Wochen Urlaub hier zu verbringen. Jetzt sind wir Einwohner auf Zeit geworden, verbringen die Tage mit kleineren Arbeiten an unserem Zuhause, ausgiebigen Spaziergängen oder Jogging-Runden, machen Tages- und neuerdings, im Rahmen des erlaubten, auch Übernacht-Törns an der Algarveküste, treffen uns mit Familie und Freunden und passen unsere Langfahrt-Ziele den Gegebenheiten an.

    Einen Grundsatz befolgen wir beim planen konsequent: Europa werden wir in 2020 nicht verlassen. Zu unsicher ist uns die weitere Entwicklung entlang der ursprünglich geplanten Route über den Atlantik. Berichte über nächtliche Ankerwachen zum Schutz vor Übergriffen an bisher friedlichen und attraktiven Ankerplätzen in der Karibik lassen dieses Ziel erst mal in die Ferne rücken. Ins Mittelmeer zieht es uns irgendwie noch nicht, die autonomen Regionen Madeira und Azoren haben sich für das „Recreational Sailing“ noch nicht geöffnet. Im Juli könnte es diesbezüglich zu deutlichen Änderungen kommen. Wir werden sehen.
    Angesteckt von unseren amerikanischen Stegnachbarn auf der MV Gratitude haben wir unsere Spielzeuge um zwei Falt-Kajaks ergänzt. Die sind eine wunderschöne, CO2 – freie Alternative für kleinere und längere Entdeckungstouren entlang der Küste.

    Mit kleineren, größeren und auch unfreiwilligen Projekten optimieren wir weiterhin unser Zuhause. Die Sprayhood hat einen Sonnenschutz bekommen, damit es unter dem Bimini bei tiefer stehender Sonne nicht zu heiß wird, für‘s kranen des Außenborders ließen wir einen Ausleger für den Geräteträger fertigen und nach Ölverlust an der Ankerwinsch musste mal wieder die Werft Sopromar ran, um Getriebe und Antriebseinheit zu reparieren.
    Und sonst so? In der Marina ist es leerer geworden. Ohne Aussicht auf nennenswerte Törns sind viele Crews abgereist und haben teilweise ihre Schiffe aus dem Wasser genommen. Der eine oder andere ist mit seinem Schiff in Richtung Heimat aufgebrochen, unsere amerikanischen Nachbarn verließen Lagos Anfang der Woche in Richtung Mittelmeer. Wir selbst trafen diese Woche alte Bekannte wieder, die mit ihrer Tendrel-Aurelie fast zeitgleich letztes Jahr aus Deutschland zur Langfahrt aufbrachen. Und als absolutes Highlight freuen wir uns Anfang Juli auf den Besuch unserer Tochter und ihrem Freund.

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    Ausgang täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

    So langsam kommt auch für uns Segler die Welt wieder in Ordnung…
    Das „Recreational Boating“ war in den Regelungen der Portugiesischen Regierung zu den Lockerungen nach dem Emergency State nicht konkret erwähnt, die Marina setzte sich jedoch erfolgreich für eine Klärung und Freigabe ein. Seit dem 7. Mai ist es allen Schiffen in Lagos wieder erlaubt, den Hafen für Daysailing zu verlassen. Für einen unserer britischen Nachbarn Grund genug das Ereignis mit einer Flotille zu feiern. Die startete dann gestern, am 8. Mai, pünktlich um 11.30 Uhr mit 26 zumeist bunt beflaggten Schiffen, die sich in langer Reihe via Ponta de Piedade auf den Weg in die Bucht von Lagos machten.

    Was für ein schönes Gefühl wieder raus auf See zu dürfen – und welch‘ schöne Geste gegenüber der Marina und Stadt Lagos.
    Viele schöne Bilder entstanden an diesem Tag, die in der Facebook Gruppe Lagos Navigators reichlich geteilt wurden. Die Sonne zeigte sich zwar erst am Nachmittag, dennoch früh genug für ein Bad vor der Meia Praia (und einem Tauchgang zum Check des Unterwasserschiffs).

    Mehr Bilder zur Flotillenfahrt findest du im Fotoalbum.

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    Ende des Emergency State

    45 Tage sitzen wir nun schon hier in Lagos fest. Heute endet offiziell der Emergency State in Portugal. Im Zuge der Bewegungs- und Kontaktbeschränkungen wurden auch die Strände gesperrt, was uns persönlich am stärksten betraf, war die Meia Praia doch unser bevorzugter Strand an dem wir unseren Bewegungsdrang stillen konnten. Bis Juni will die portugiesische Regierung nun die Beschränkungen nach und nach lockern. Ab Montag dürfen kleine Geschäft und Frisöre wieder öffnen. Die Strände bleiben leider noch gesperrt. Die Häfen wohl auch. Wir müssen noch bleiben.
    Alles in allem haben wir es jedoch hier in der Marina de Lagos sehr gut. Das Wetter passt, die Versorgung ist gesichert, kleine „Ausflüge“ im Rahmen sportlicher Betätigung möglich. Und der Ausblick von unserer „Terrasse“ ist nach wie vor herrlich.

    Dass es am Schiff immer wieder was zu schrauben gibt, ist natürlich auch klar. So haben wir seit kurzem einen Trinkwasserfilter eingebaut, der sowohl den leichten Chlorgeschmack, als auch jegliche Keime aus dem Wasser entfernt (ALB-Filter). Bisher eine gute Investition. Kürzlich hat sich dann auch unsere Funke verabschiedet und musste durch ein neues Gerät ersetzt werden. Und da es sich abzeichnet, dass Mund-Nase-Masken bald unsere ständigen Begleiter werden, näht Christine von Hand einige wiederverwendbare Exemplare aus Baumwoll-Stoffen.

    Wir haben über die Zeit noch einige Impressionen aus dem Lockdown eingefangen, die du wie immer im Fotoalbum findest.
    Wie unsere Reise weiter verlaufen wird, hängt auch davon ab, wie viel Segeln erlaubt sein wird. Da europäisch koordinierte Lösungen kaum zu erwarten sind, hoffen wir auf gute Entscheidungen der Portugiesen. Dann wird vielleicht eine Reise nach Madeira oder zu den Azoren möglich. Die kommenden Wochen werden es zeigen.

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    Alles auf Null

    So schnell kann es gehen…

    Dachten wir am Montag, beim Veröffentlichen des letzten Beitrags, vor Culatra gut aufgehoben zu sein, erfuhren wir Dienstag Nacht über unsere Familie aus Lagos, dass im Verlauf des Mittwochs, im Zuge des Ausnahmezustands, alle Marinas auf dem portugiesischen Festland schließen würden. Die Rückkehr in eine Marina für die Dauer der Corona-Krise erschien uns als Zweihand-Crew nach Abwägung der Alternativen als die vernünftigste und sicherste Alternative, auch deshalb, weil die Schließung nicht nur Wochen, sondern auch Monate andauern könnte.

    So nutzten wir dann am Mittwoch, 18.03.2020 den kräftigen Nordostwind, verließen um 07.00 Uhr den Ankerplatz bei Culatra und setzten Kurs zurück nach Lagos. Von unterwegs nahmen wir mit der Marina Kontakt auf und wurden gebeten uns zu beeilen, da die Schließung der Häfen kurz bevorstand. Das mussten wir uns nicht zwei mal sagen lassen. Wir hielten die Geschwindigkeit auch unter Zuhilfenahme der Maschine zwischen 5 und 6 Knoten und erreichten nach knapp 8 Stunden Lagos. Als wir im letzten Jahr erstmals die Molenköpfe passierten, freuten wir uns deutlich mehr als dieses mal, dennoch waren wir froh, auf „unserem“ alten Liegeplatz festmachen zu können. Nur zwei Stunden später kam die NAVTEX-Meldung über die Schließung der Häfen über den Äther.

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    Nun sind die Leinen also wieder festgemacht. Nach ganzen 106 Meilen im Jahr zwei unserer Segelzeit. In Anbetracht der Nachrichten zur Corona-Pandemie bleibt es fraglich, ob noch welche hinzukommen werden. Alles auf Null, sozusagen.

    Das Leben in Lagos, im „State of Emergency“ hat sich, wie überall auf der Welt, dramatisch gewandelt. Restaurants und Geschäfte sind geschlossen, die Promenade und Marina fast menschenleer. Wir befolgen die Regeln des Abstandhaltens und sind beeindruckt von der Disziplin und Ruhe, mit der die Menschen die Vorgaben befolgen. Bisher erfolgreich, noch gibt es westlich von Portimao keine Covid-19-Erkrankungen. Toi Toi Toi!