Autor: Thomas

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    La Gomera

    Ab Sonntag, dem 18. Juli, hatten wir in San Sebastian de La Gomera einen Liegeplatz reserviert. Das Wetter sah für die Überfahrt günstig aus: Passatwind aus NNO mit 15 Knoten, eher gemäßigt für Juli/August.
    Um 8 Uhr gingen wir vor der Playa de Masca Anker auf und fuhren unter Motor aus dem Lee Teneriffas heraus. Auf halbem Weg setzte segelbarer Wind ein, zwei Meilen später zeichnete sich auf dem Wasser die WAZ (Wind Acceleration Zone) ab. Schnell stieg der Wind auf 25 bis 30 Knoten an, in der Folge dann bis auf 38 Knoten, auf Höhe von Punte de San Cristobal. So richtig Freude kam da nicht auf, immerhin kamen wir zügig voran. Es kachelte bis eine halbe Meile vor der Hafeneinfahrt von San Sebastian, dann ging der Wind rapide runter und kaum dass wir den äußeren Molenkopf – jetzt bereits unter Motor – umfahren hatten, war er gänzlich verschwunden. Verrückt.

    In der WAZ östlich von La Gomera

    San Sebastian de La Gomera ist – besonders im Konstrast zu Teneriffa – ein verschlafener, dennoch freundlicher Ort, in dem wir uns sofort wohl fühlten. Zu beiden Seiten der Marina schließen sich Badestrände an, Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Busbahnhof, alles ist in wenigen Minuten erreichbar. Ziemlich perfekt.

    Blütenpracht in San Sebastian de La Gomera

    Leider war es nach 3 Tagen mit der Windstille im Hafen vorbei. Es fegte fortan ein strammer Wind durch die Marina, der in Böen regelmäßig über 30 Knoten erreichte, in der Spitze beobachteten wir 45 Knoten!

    La Gomera hat bei Naturliebhabern einen besonders guten Ruf und bietet Wanderern ein ausgedehntes, gut gekennzeichnetes Wegenetz. Im Zentrum der Insel liegt der Nationalpark Garajonay, dessen Nebelwald Weltkulturerbe ist. Da konnten unsere Wanderschuhe endlich mal wieder zum Einsatz kommen. Wir nutzten die Buslinien der Insel für unsere Ausflüge. Die Linie 2 bedient den Norden bis Valle Hermoso, die Linie 1 fährt am Alto de Garajonay vorbei nach Valle Gran Rey. Zwischen Haltestellen einer Linie, oder von der einen zur anderen, lässt sich die Insel gut erwandern.

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    Besonder reizvoll fanden wir Vallehermoso, wo wir nach einem 11 km-Rundweg zur Kapelle Santa Clara – Rundweg Nr. 4, 640 m rauf und wieder runter – mit wunderschönen Aussichtspunkten entlang der Route, exzellente Tapas genossen. Spektakulär fanden wir unsere Tour vom Alto de Garajonay über El Cedro bis Hermigua. Vom Hochland La Gomeras durch den Nebelwald bis El Cedro und über die Barranco del Cedro hinab ins Tal von Hermigua. 12 km und 1400 Höhenmeter. Waren wir froh, dass wir die Tour nicht bergauf unternommen hatten, denn das wäre echt heftig geworden.

    Unser Zuhause in Marina La Gomera

    Nach einer guten Woche öffnete sich für uns eine Wetterfenster für eine angenehme Überfahrt nach La Palma. Der Passat sollte für zwei, drei Tage etwas schwächer und zudem mit mehr östlicher Komponente wehen. Das hatten wir bisher so selten beobachtet, dass wir die Gelegenheit unbedingt nutzen wollten.

    Für unsere Wanderungen in La Gomera haben wir 3 Fotoalben angelegt: 1. Rundweg ab/nach Vallehermoso, 2. Alto de Garajonay nach El Cercado, 3. Alto de Garajonay nach Hermigua

    Der ÖPNV wird von GuaguaGomera betrieben. Es dauert eine Weile, bis man Linien, Haltestellen und (Wander)Karten korreliert, da GuaguaGomera seine Daten nicht mit Google teilt. Sehr hilfreich ist da die App Mapy.cz, die von Trampelpfad bis Bushalte alles an die Hand gibt, nicht „lost“ zu gehen.

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    Teneriffas Westküste

    Ohne unsere Gäste gab es für uns keinen Grund, länger in der Marina San Miguel zu verweilen. Wir stockten mit einem Einkauf auf dem Bauernmarkt in Las Chafiras unsere Vorräte noch einmal auf und segelten am 11. Juli um die Ecke (Punta Rasca) auf die Leeseite Teneriffas.

    Punta Rasca, Tenerife

    Seglerisch eine völlig andere Welt als vor San Miguel. Keine Windsee, leichte Dünung, mit etwas Glück leichter Seewind für unbeschwertes Segeln entlang der Küste. Kleiner Wermutstropfen sind die hier gelegenen, touristischen Hotspots Teneriffas, mit den bekannten Hotelburgen und Touri-Ghettos von Los Christianos, El Medano, Playa de Las Americas und Costa Adeje. Von den Häfen starten ganze Wellen von Ausflugsbooten, von Segelyachten und -Katamarane bis Themenschiffe. Auf dem Programm steht bei allen die „Bade“-Pause vor einem Strand. Der schönste soll wohl die Playa Diego Hernandez sein, und so treffen sich drei mal täglich alle Ausflügler zum Bad vor demselben. Ab 18.00 Uhr kehrt jedoch überall Ruhe ein und unsereiner hat das Panorama ganz für sich allein.

    Playa Diego Hernandez, Tenerife

    Wir segelten und ankerten uns von Süd nach Nord mit Stopps vor dem Strand südlich Punta del Puerto, Playa Diego Hernandez und Playa Masca, dem landschaftlich wohl spektakulärsten Ankerplatz, den wir bisher kennen. Überall findet sich auf rund 8 Metern Tiefe gut haltender Sand, den man im klaren Wasser gut ausmachen kann. Für uns war der Bereich um Los Gigantes auch der bevorzugte Ausgangspunkt für die Überfahrt nach La Gomera, um bei halbem oder raumem Wind im Bereich der Acceleration Zone östlich der Insel, San Sebastian de La Gomera anlaufen zu können.

    Playa de Masca, Los Gigantes, Tenerife

    Weitere Bilder von Teneriffas Westküste und unseren Ankerplätzen findest du im Fotoalbum.

     

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    Teneriffa intensiv

    Die Marina San Miguel liegt im Süden Teneriffas, im Einflussbereich der Wind Acceleration Zone zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Es kann also recht windig werden, mit entsprechender Welle und Strom bis vor die Hafeneinfahrt. Innerhalb der Marina liegt es sich jedoch sehr ruhig, die Pontons sind für die vorherrschende Windrichtung perfekt ausgerichtet.

    Marina San Miguel

    Die wenigen Tage bis zur Anreise unserer Tochter Anja und ihrem Freund Sven nutzten wir zur Erkundung der näheren Umgebung. Die Marina San Miguel ist Teil eines Golf-Resorts mit vielen großen und kleineren Villen, Hotel- und Appartment-Anlagen. Reines touristisches Entwicklungsgebiet ohne besonderen Charme. Der namensgebende Ort San Miguel liegt gute 10 km landeinwärts und ist wirklich einen Besuch wert. Es gibt einige kleine Strände in der Nähe, überweigend steinig und zumeist mit einer anständigen Brandung versehen.

    Karge Küste westlich der Marina

    Eine Küstenwanderung führte uns durch einige Touristenghettos, teils hübsch, teils verkommen mit etlichen Bauruinen, bis Las Galletas. Schön ist anders, zumindest aus unserer Sicht. Für den Rückweg nahmen wir den Bus.
    Die Haltestelle Pueblo Primavera liegt knapp 500m von der Marina entfernt, auf dem Weg kommt man an einem kleinen Corvian-Supermarkt vorbei, in dem man sich ganz gut versorgen kann. Größere Auswahl bietet das Gewerbegebiet Las Chafiras, inclusive Bauernmarkt, deutschem Bäcker, Lidl und großen Supermärkten.
    Am Freitag, 2. Juli, landete unser Besuch, auf den wir uns schon lange gefreut hatten auf dem Flughafen Teneriffa Süd, der mit Auto in einer viertel Stunde erreicht werden kann. Mit den beiden folgten geschäftige 5 Urlaubstage, in der wir Teneriffa intensiv kennen lernen durften.

    Unterwegs auf Teneriffa: Puerto de Santa Cruz

    Auf dem Programm standen Santa Cruz de Tenerife, mit Playa de Las Teresitas, Puerto de la Cruz mit der Playa de San Telmo, San Juan de la Rambla, der Teide mit Gipfelbesteigung, das Bergdorf Vilaflor und ein Segeltag entlang der Westküste bis Caleta de Adeje.

    Auf dem Gipfel des Teide, höchster Berg Spaniens.

    Leider mussten die beiden bereits am 8. Juli wieder zurück nach Deutschland. Die Arbeit rief… Wir entspannten noch zwei weitere Tage in der Marina San Miguel, bevor wir am 11. Juli die Leinen lösten um wieder etwas Zeit vor Anker zu verbringen.
    Weitere Fotos von Teneriffa findest Du wie immer im Fotoalbum.

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    Überfahrt nach Teneriffa

    Bereit zum Auslaufen.

    Am Sonntag, 27. Juni war es soweit: Wir erhielten unsere zweite Covid-Impfung im Centro de Salud Valterra, Arrecife. Endlich konnten wir weitersegeln. Wurde auch allerhöchste Zeit, denn in weniger als einer Woche landete lange geplanter Besuch – in Teneriffa. Da zudem der Passat im Verlauf der Woche sehr kräftig werden sollte, hatten wir DANJA bereits am Tag zuvor zum Ablegen vorbereitet und stachen eine gute Stunde nach dem Impftermin mit Ziel Marina San Miguel auf Teneriffa, in See. Nach gemütlichem Start an Lanzarotes Südostküste machten wir dann am Südzipfel der Insel, im Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura, erstmals Bekanntschaft mit einer Wind Acceleration Zone (WAZ). Von 3 auf 7 Bft auf 200 Metern. Wir waren gut vorbereitet und rauschten stark gerefft mit Topspeed zunächst die Küste entlang, bis wir dann einige Meilen westlich von Punta Pechiguera wieder aus der Zone hinaus- und alsbald in die Nacht hinein segelten.

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    Wir kamen gut voran und lagen Montag Vormittag bereits nördlich von Gran Canaria. Am frühen Nachmittag frischte der Wind im Bereich der Caution Zone des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Gran Canaria und Teneriffa wieder deutlich auf. Wir hatten die WAZ zwischen den Inseln erreicht. Es wurde ein wilder Ritt entlang der Ostküste Teneriffas, bei bis zu 35 kts Wind und 2 Metern Welle von achtern. Westlich des Montana Roja, die Marina bereits in Sicht, flaute der Wind deutlich ab und ein Marinero lotste uns schließlich gegen 20.00 Uhr auf unseren reservierten Liegplatz. Für die 180 sm hatten wir gute 32 Stunden gebraucht, unser größtes Etmal war 136 sm. Nicht schlecht. Etwas gemütlicher wäre aber auch ok gewesen.

    Marina San Miguel, Teneriffa.
  • Lanzarote

    Mit dem Mietwagen unterwegs auf Lanzarote

    Seit drei Wochen weilen wir nun schon auf Lanzarote. Die Marina Lanzarote in Arrecife ist weiterhin unser Zuhause auf Zeit. Ungeplant, denn eigentlich wollten wir mittlerweile bereits auf Fuerteventura sein. Nun warten wir statt dessen geduldig auf unsere zweiten Covid – Impfung und haben entsprechend viel Zeit Insel und Leute näher kennen zu lernen. Seit einem Mietwagen-Tag in der ersten Woche sind wir dafür zumeist zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs. Und wie schon zuvor erlebt, entdeckt man seine persönlichen Lieblingsplätze selten auf den ersten Blick, sondern erst bei wiederholten Besuchen, sei es die chillige Strandbar, der Markt im Inselinneren oder einfach nur der schönste Blick aufs Meer.

    Haria

    Lanzarote zeichet sich vor allem durch seine Nuancen von Braun aus. Sand, Stein und Staub in hellbraun, dunkelbraun, rotbraun, schwarzbraun und so weiter, und so fort. Der stete Wind wirbelt den Staub auf, mischt ihn zu einem Farbton, der an Milchkaffe erinnert und lagert ihn überall an Bord ab. Nach wenigen Tagen haftet der Staub dann vom Masttop über die Fallen, Wanten, Reling und Deck bis zur Ausrüstung und bildet dort eine stetig wachsende Schicht, die, will man den Dreck nicht ins Schiff tragen, alle paar Tage abgespült werden muss. Die Seite an Lanzarote mögen wir nicht. Besonders dann nicht, wenn der Stegnachbar bei strammer Brise mit seinem Schlauch in den Mast steigt um den Dreck vom stehenden Gut abzuspülen. Die Hälfte landet unweigerlich auf den daneben liegenden Booten. Danke für nichts!

    Lanzarote-Leckereien auf dem Markt in Haria

    Unsere persönlichen Lanzarote Highlights waren bisher ein Sonnenuntergangs-Picknick beim Mirador del Rio mit genialem Ausblick auf La Graciosa, das zweite Frühstück beim Mercado Municipal de Abastos de Haria, die Weinprobe beim Familien-Weingut Bodeguita Vega Volcán und das Schwimmen bei Playa del Carmen. Den Nationalpark Timanfaya sollte man auch nicht verpassen. Die Einblicke in die jüngere, vulkanische Vergangenheit sind das Eintrittsgeld auf jeden Fall wert. Uns bleibt noch gut eine Woche bis zur zweiten Covid-Impfung und den einen oder anderen Ausflug haben wir schon geplant. Wir werden hier davon berichten.

    Sonnenuntergang beim Mirador del Rio

    Weitere Bilder gibt‘s wie immer im Fotoalbum.

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    Vacuna

    Vacuna ist spanisch und heißt auf Deutsch Impfung. Da, wo wir es am wenigsten erwartet hatten, bekamen wir am Sonntag unseren ersten Pieks mit dem Impfstoff von Biontec-Pfizer, zusammen mit dem zweiten Termin, wie vom Hersteller empfohlen, drei Wochen später. Total unkompliziert. Wir fallen in die Altersgruppe der zur Impfung aufgerufen Bevölkerung, die Covid-Hotline verwies uns an das nächste Centro de Salud und mit Spanisch, Englisch, Deutsch und einiger Zeichensprache übertrugen uns die freundlichen Damen der Registratur in das EDV System und schon hatten wir den lang ersehnten Termin. Muchas gracias, Arrecife! Es geht voran!

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    La Graciosa

    Ankerplatz vor Playa Francesa

    Über La Graciosa ist wenig zu berichten. Die achte und nördlichste Kanareninsel liegt innerhalb des Meeresschutzgebiets des Chinijo-Archipels, größtes Meeresschutzgebiet Europas, und ist mit ihren 29 km² noch einmal deutlich kleiner als Porto Santo. Caleta del Sebo ist der Haupt- und Hafenort der Insel, auf der rund 700 Einwohner leben. Aufgrund des Schutzstatus können wir Yachties legal nur den Hafen Caleta del Sebos oder die Bucht vor Playa Francesa anlaufen, letzteres nur nach Anmeldung bei der zuständigen Behörde der Kanaren. Unsere Anmeldung schickten wir schon von Porto Santo aus an die zuständige Stelle, eine Antwort erhielten wir nie.

    Ankerplatz vor Playa Francesa, La Graciosa

    Als einzige Ankerlieger wurden wir während unseres Aufenthalts nicht weiter behelligt, auch wenn mehrmals täglich ein offizielles Behördenfahrzeug von Land aus nach dem rechten sah. Es dauerte 7 Tage, bis wir erstmals unseren Fuß an Land setzten. So lange waren wir eingeweht. Rund 7 Bft aus NNO, volle sieben Tag lang. Das Aufblasen und zu Wasser lassen unseres Dinghis erschien uns zu unsicher, also vertrieben wir uns die Zeit mit kochen, lesen, baden und bestaunten die Kulisse La Graciosas und Lanzarotes. Der Ankerplatz ist für nördliche Winde absolut sicher. Außer der Windsee von Land her, war von den 3-4 Meter Wellen auf offener See nichts zu merken, nur die starke Strömung ums Boot herum bot einen Hinweis darauf, wie es weiter draußen zugehen musste.

    Caleta del Sebo

    Mit Nachlassen des Windes landeten wir dann endlich mit unserem Beiboot an der Playa Francesa, um etwas mehr von La Graciosa zu entdecken. War ganz ok, den Hype um die Insel können wir allerdings nicht ganz nachvollziehen. Caleta del Sebo ist ein staubiges Nest ohne jegliche Straßenbefestigung, dafür aber mit jeder Menge Autos. Das Fehlen von Gärten oder überhaupt etwas Grünem wirkte auf uns wenig einladend, im einzig offenen Supermarkt war das Angebot nicht besonders üppig. Eine längere Wanderung über die Insel haben wir dennoch genossen, das Wüsten – Panorama und die Aussichten auf Meer, Küste und Nachbarinsel Lanzarote sind grandios.

    Blick vom Montaña Amarilla nach NO

    Einen Tag vor Ablauf unserer Anmeldung im Schutzgebiet gingen wir Anker auf und nutzten die angenehme Brise für einen Schlag nach Arrecife auf Lanzarote. Darüber dann mehr im nächsten Beitrag.

    Bilder unserer Ausflüge auf La Graciosa findes du im Fotoalbum.

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    Auf Wiedersehen Portugal

    Nach unserem kurzen Ausflug aufs Trockene waren wir technisch bereit, Porto Santo zu verlassen. Doch zunächst war Geduld gefragt, warteten wir doch noch auf zwei Pakete aus Deutschland. Die können auf dem Seeweg schon mal etwas länger brauchen, wie wir bereits in Funchal festgestellt hatten. Wir verlegten für einige Tage auf den Ankerplatz westlich des Hafens, der einen wunderschönen Ausblick auf Porto Santos Strand und Silhouette bietet.

    Bei östlicher Komponente im Wind bog dann allerdings zunehmend Schwell um Porto Santos Südwestecke und trieb uns wieder zurück ins Ankerfeld innerhalb des Hafens.
    Hier herrschte mittlerweile Aufbruchsstimmung. Neue Freunde und alte Bekannte zog es zu den Azoren, wir wollten weiter gen Süden, zu den Kanaren, auch weil sich mit dem stabilisierenden NNO-Wind der größte Makel Porto Santos besonders bemerkbar machte: Das Inselkraftwerk, in dem mit Schweröl betriebene Schiffsdiesel den Strom für Porto Santo generieren, verteilt seine Abgase über dem gesamten Hafen. Da bleibt einem das eine oder andere Mal buchstäblich die Luft weg.
    Am 17. Mai sollte der sehr kräftige NNO-Wind für einige Tage etwas schwächer wehen, für uns ein geeignetes Wetterfenster für die 270-Meilen-Überfahrt nach La Graciosa, der kleinen Nachbarinsel im Norden Lanzarotes.

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    Es wurde eine sportliche Überfahrt. Der Wind wehte wie so oft stärker als vorhergesagt, die See war entsprechend rau. Immerhin passte die vorhergesagte Richtung. Ein, zwei Mal verkleinerten wir unsere Segel, dann hieß es bei stabilem Raumschotskurs nur noch aus- und durchhalten. Wir erreichten nach 48 Stunden La Graziosa, seit 2018 die achte Insel der Kanaren und gingen vor Playa Francesa vor Anker. Wir sind die einzigen Ankerlieger, was wohl auch an der Wettervorhersage liegen mag: Durchgehend 6 – 7 Bft für eine Woche. Da bleiben wir wohl zuhause. Ausblick, Temperaturen und Luftqualität sind jedenfalls topp.


    Für die Statistik: Porto Santo – Playa Francesa (La Graciosa) 279 sm. Ø 5,7 kt. Größtes Etmal 142 sm. 5326 sm in der Segelzeit, 11937 sm gesamt.

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    Tag(e) der Arbeit

    Auf dem Trockenen.

    Heute, am ersten Mai, stehen wir mit unserem Zuhause den dritten Tag auf dem Trockenem. Wir wollen Porto Santo nun bald verlassen, davor aber unbedingt das Unterwasserschiff prüfen und mit neuem Antifouling versehen. Die Wochen davor nutzten wir bereits für einen Facelift über der Wasserlinie. Das Edelstahl der Reling und des Geräteträgers wollte poliert werden, der Decksanstrich sah nicht mehr gut aus und musste aufgefrischt werden und einige Aufblühungen waren zu beseitigen. So ganz nebenbei war ein Brenner des Herds undicht geworden und musste überholt werden, die Sonnenblenden brauchten ebenso eine Grundreinigung, wie unser Dinghy, das seit unserer Ankunft auf Porto Santo im Wasser lag und entsprechend viel Grünzeugs angesammelt hatte. Am vergangenen Mittwoch kranten wir dann unsere Danja aus dem Wasser und ließen uns auf das Werftgelände Porto Santos verholen. Eine ganz schön enge Kiste – mit dem relativ kleinen Portalkran des Hafens blieben, auf dem Weg zum Stellplatz, nur knapp 5 cm Luft unterm Kiel. Nach der gründlichen Reinigung und Anschleifen des Unterwasserschiffs heißt es jetzt warten, denn das bestellte Antifouling kommt erst nach dem Wochenende an, womit wir dann frühestens am Dienstag wieder mit unserem Schiff zurück ins Wasser können. Warten müssen wir auch noch auf zwei Pakete aus Deutschland, die brauchen nämlich ganz schön lange vom Festland auf die Inseln. Zum Glück haben wir ja Zeit. Dennoch zieht es uns wieder hinaus auf‘s Meer. Wir wollen weiter. Es gibt noch so viel zu sehen…

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  • Mehr Porto Santo

    PXO, Port Santos Hafen.

    Wir liegen weiterhin in Porto Santo vor Anker. Einige sehr windige Tage haben wir ebenso gut überstanden wie eine sehr bewegte Nacht, als mit dem Südwind Schwell den Weg ins Hafenbecken fand. Es herrscht weiterhin reges kommen und gehen, zumeist von Yachten auf dem Weg von den Kanaren in Richtung Norden, wobei die Zahl der Ankerlieger recht konstant bei 12-14 Yachten liegt. Noch gefällt uns die Ruhe und idyllische Abgeschiedenheit „unserer“ kleinen Insel, die noch immer die eine oder andere neue Wanderung für uns bereit hält. Das momentan sehr ruhige Wetter wollen wir jedoch zunächst für Ausbesserungsarbeiten an der Deckslackierung. Damit unser Zuhause weiterhin so schön bleibt.

    Klettern am Pico de Ana Ferreira

    Einen weiteren Gipfel haben wir unserer Wander-Sammlung hinzugefügt: Den Pico de Ana Ferreira (283m), höchster Berg im Westen der Insel, mit spektakulären Gesteinsformationen, die vor Millionen Jahren im Zuge vulkanischer Aktivitäten entstanden waren.
    Mehr Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

    Sonnenuntergang über Porto Santos Hafen