Monat: August 2016

  • Blekinge 2016 – Teil 4, Törnende

    In der Nacht zu Donnerstag kam die Dünung an unserem Ankerplatz südlich des Fährhafens von Sassnitz zunehmend aus NO, bei weiter NNW Wind. Das führte immer wieder zu heftigen Rollbewegungen, die uns um den wohlverdienten Schlaf brachten. Das Wetter war am Morgen auch nicht so besonders, deshalb brachen wir nach einem kurzem Frühstück auf, in Richtung Süden, mit Ziel Greifswalder Bodden/Thiessow.
    Wir segelten für’s Sight Seeing dicht unter der Küste und passierten nacheinander Prora und die Seebäder Binz, Sellin und Gören. Am frühen Nachmittag rundeten wir Südperd und Klein Zicker und nahmen Kurs auf Thiessow. Der Hafen dort war jedoch bereits rappelvoll. Päckchen sind nicht unser Ding, deshalb drehten wir auch gleich wieder um und ankerten für die Nacht im Naturhafen Zicker See. Mit dem Dingi motorten wir dann noch einmal in den Hafen, um im Kaufmannsladen in Thiessow unsere Vorräte mit Frischware aufzufüllen.
    Freitag war Badetag. Wir verlegten für den Tag an den Strand östlich von Thiessow, frühstückten dort ausgiebig und gaben uns für den Rest des Tages hemmungslosem Faulenzen hin. Endlich Sommer, endlich Ruhe. Schön. Die Krönung war am Abend Schmetterlingssegeln in die untergehende Sonne, auf dem Weg zurück zum Zicker See.

    Wir hatten nun die Wahl, im Greifswalder Bodden zu bleiben, oder auf dem Weg zum Heimathafen Barth, die Insel Rügen im Norden zu umsegeln. Gegen den Bodden sprachen die übervollen Häfen mit dem obligatorischen Run auf die Liegeplätze, sollten wir mal wieder Strom brauchen, für den langen Weg die günstige Wettervorhersage und die Lust am Blick auf die offene Ostsee. Wir entschieden uns für letztere Alternative.

    So ging es dann am Samstag zunächst nach Glowe, dann für zwei Nächte an den endlos langen Strand im Westen der Tromper Wiek, am Dienstag, den 23.08. weiter um Arkona herum an die Strände Hiddensees und schließlich, bei hochsommerlichen Temperaturen, am Freitag, 26.8. zurück nach Barth.

    Noch ein paar Highlights:
    – Eine Bavaria ging frühmorgens im Ankerplatz Zickersee bei SO Wind mit 5 Bft auf Drift, querte das Ankerfeld, passierte dabei zwei weitere Yachten zum Glück berührungslos, um schließlich im Flach auf Grund zu laufen. Das weckte die Crew, die aus eigener Kraft wieder ins tiefe Wasser motoren konnte und sogleich den Ankerplatz verließ.
    – Mitten auf der Prorer Wiek spinnte unser Motor, als wir ihn als Flautenschieber in Richtung Kreidefelsen nutzen wollten. Die starke Dünung aus ONO schien ihm überhaupt nicht zu gefallen. Wir waren bereits gedanklich in Sassnitz, als er sich nach einer halben Stunde wieder beruhigte und wir doch mich leichten „Bauchweh“ unseren Weg nach Glowe fortsetzten.
    – Glowe feierte am Samstag, 20.8., das 15. Sanddornfest mit Livemusik und Tanz im Festzelt. Wir waren dabei. Schön war’s.
    – Der Strand der Tromper Wiek ist locker 10 km lang. Dennoch schaffte es eine weitere Yacht in weniger als 30 Metern Entfernung ihren Anker einzugraben. Das ist so nah, dass man erkennen kann, ob die Crew rasiert ist, oder nicht. Dass wir uns konsterniert dazu entschlossen, ein Stück weiter zu ziehen, versteht sich von selbst.
    – Ab 30 °C segelt der Einheimische in Kreis VPR nackt. FKK ohne Grenzen. Hmm.

    Und schließlich für die Statistik:
    Im Kielwasser blieben 499 sm. 393 sm davon sind wir gesegelt.
    Für weitere Fotos guckst Du hier.

  • Blekinge 2016, Teil 3

    Nach einem Ruhetag auf Utklippan begannen wir am 16.8. im ersten Morgengrauen unsere Rückreise nach Rügen. Auch wenn wir noch genügend Zeit für eine Rückkehr in die Schären Blekinges gehabt hätten, bevorzugten wir die frühe Rückkehr, in der Hoffnung, an den Stränden Rügens etwas sommerlichere Temperaturen vorzufinden, bei denen das Baden mehr Freude machen würde.


    Der Schlag nach Bornholm verlief zunächst, bei 3-4 Bft, recht vergnüglich, wenig überraschend dreht der Wind aber im Tagesverlauf wieder hoch und sorgte neben viel Seegang auch für eine rasante Überfahrt. Wir steuerten zunächst die Erbseninseln an, um zu schauen, ob in Christiansö noch ein Plätzchen für unsere Danja zu bekommen war. Nachdem wir jedoch, kurz nach Mittag, von vielen Seehunden beäugt, die Felsen des Österkär gerundet hatten und einen Blick in den Hafen werfen konnten, war dieser bereits stark belegt. Die 6 Bft aus NO förderten unsere Entscheidung, statt sportlicher Hafenmanöver, die Überfahrt bis zur Ostküste Bornholms fortzusetzen.
    Um 15:00 Uhr lagen wir in der Bucht nördlich der Hafeneinfahrt von Nexö in endlich ruhigem Wasser vor Anker und stärkten uns in der Nachmittagssonne mit einem warmen Mittagessen. Leider nahm die Dünung, die um die Landspitze NÖ Nexös herumrollte immer weiter zu und machte den Ankerplatz zunehmend unbequem. Schweren Herzens verlegten wir gegen 18.00 Uhr doch noch in den Hafen von Nexö um ausreichend Schlaf für den Schlag nach Rügen zu bekommen.
    Um 05:00 Uhr setzten wir bereits wieder vor Nexö die Segel und nahmen Kurs auf Rügen. Wunschziel war die Tromper Wiek, was bei den 3-4 Bft aus NNW zunächst auch zu gelingen schien. Leider drehte der Wind im Tagesverlauf mehr auf NW. Wir mussten mitdrehen, um mit 45-50° am Wind, Fahrt im Schiff zu behalten. Dass der Wind im Tagesverlauf wieder deutlich über der Vorhersage lag, überraschte und schon nicht mehr, östlich Rügens gab’s sogar die eine oder andere Bö mit 7 Bft. Erst gegen 19.00 Uhr konnten wir allmählich wieder etwas ausreffen und erreichten nach zwei Kreuzschlägen vor Binz die Prorer Wiek und endlich wieder ruhigeres Fahrwasser. Der Wind sollte auch in der kommenden Nacht aus nördlichen Richtungen wehen, wir legten uns deshalb südlich des Fähr- und Handelshafens von Sassnitz vor Anker. Ziemlich geschafft hatten wir damit das Revier für den Ausklang unseres Sommertörns erreicht. Viel Wind bringt viel Welle, aber auch eine gute Geschwindigkeit. An beiden Tagen erreichten wir mit Danja einen Schnitt von über 6 kt. Einige Bilder haben wir auch wieder gemacht, die findest du, wie gehabt, hier.

  • Blekinge 2016, Teil 2 – Durch die Schären Blekinges

    Beim Segeln gibt in der Regel das Wetter den Takt vor. Für uns gab es in diesem August eine stabile Westwetterlage mit wechselhaftem Wetter, kühlen Temperaturen und anhaltend frischen bis stürmischen Wind. Mit diesem Wind reisten wir in östlicher Richtung durch die Schären. Den einen oder anderen Regenschauer gab’s fast täglich, dennoch brauchten wir nur an einem richtig verregneten Tag keinen Sonnenschutz. In unserer dritten Reisewoche stellte sich das Wetter um und brachte eine nördliche Strömung, unser Wetterfenster für die Rückreise.
    Wir steuerten stets die Tonnen des schwedischen Kreuzerclubs an, die an besonders reizvollen Orten zu finden sind und auch bei stärkerem Wind sicheres Liegen versprechen. Über’s Internet kann man unkompliziert Mitglied werden und die entsprechende Gebühr für die Nutzung der Tonnen entrichten.
    Nach Tärnö und Tjärö führte uns unser Törn in kleinen Etappen, die wir zumeist mit raumem Wind unter Genua segelnd, nach Saltärna, Ekenäs (Ronneby Hamn), Arpö, Knösö/Säljö, Senoren, Flakskär und Utklippan, von wo aus wir unsere Rückreise nach Rügen starteten.

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    Im Bereich der Schären war das Wasser stets ruhig, unsere Überfahrt nach Utklippan dagegen war höchst sportlich. Die 6 Bft Westwind erzeugten Wellen mit bis zu 2 Metern. Wir segelten die Strecke ca. 40% gerefft und preschten dennoch mit bis zu 7 kt. über und durch den Schwell.
    Das eine oder andere Detail zu „unseren“ Schären folgt in weiteren Posts, Fotos findest Du hier.

  • Blekinge 2016 – Sommertörn (Teil 1)

    Seit dem 30. Juli 2016 sind wir unterwegs, auf unserem Sommertörn 2016. Ziel sind dieses Jahr die Schären Blekinges. Am Samstag, nach dem Einkauf letzter, frischer Lebensmittel, verließen wir am späten Nachmittag Barth, mit Ziel Barhöft Reede. Gemeinsam mit Anja ging es dann bis Dienstag zunächst einmal Rund Hiddensee. Sonne, Wind und Wetter erlaubten gemütliches segeln, baden und genießen. Anja ging am Dienstagmorgen in Stralsund von Bord, um zurück nach Bayern zu reisen.
    Wir hingegen durften weiter und machten uns auf den Weg nach Norden. Entgegen ersten Überlegungen, gleich weiter und die Nacht hindurch zu segeln, gingen wir östlich Dornbusch eine weitere Nacht vor Anker. Für Mittwoch versprach die Vorhersage Wind aus SSO, der später auf SSW drehen sollte, mit zunächst 2-3, später 4 Bft. Tatsächlich wurden es mal wieder deutlich mehr. Vier Stunden nachdem wir um 5 Uhr den Anker gelichtet hatten, empfingen wir die erste Starkwindwarnung der Dänen. Letztlich bliesen uns stramme 6-7 Bft auf Halbwindkurs in nur 12 Stunden über die Ostsee bis Simrishamn. In Wind und Regen legten wir dort gegen 17.30 Uhr an. Gemütliches Segeln geht anders, dennoch war es schön, dass wir die 70sm so zügig und nur segelnd schaffen konnten.
    Nach der Schaukelei des Vortags ruhten wir uns am Donnerstag erst mal aus, besorgten frischen Fisch im Handelshafen und wagten ein erstes Bad in Schweden. Fühlte sich eisig an. Wir hofften auf etwas wärmeres Wasser in den Schären.
    Freitag ging es dann weiter, zunächst mit Flautenschieber, dann mit einer achterlichen Brise, an Hanö vorbei bis Tärnö. 12 Stunden brauchen wir für die 40 sm. Gedultsprobe, sozusagen. Die (Anker-)Bucht im Norden der Schäre Tärnö ist zwar hübsch anzusehe, da jedoch bereits wieder Starkwind aus West angesagt war, verlegten wir Samstag lieber nach Tjärö. Im NO der Schäre legten wir uns an die Tonne des Schwedischen Kreuzerclubs und fühlten uns angekommen. Blekinge vom Feinsten. Klares Wasser, Granit und üppige Schärenvegetation. Dazu viel Sonne und angenehme 18 Grad Wassertemperatur. Weder Christine, noch ich, verspürten einen Drang weiter zu segeln, weitere Fotos gibts hier.

    Tjärö