Titusville

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    Von Titusville bis Palm Beach

    Über den Canaveral Barge Canal, das Cape Canaveral Lock und den Canaveral Inlet könnten wir ab Titusville unsere Reise nach Süden auf dem Atlantik fortsetzen. Die Wetteraussichten machten uns darauf aber überhaupt keine Lust. Große Tiefs auf dem Atlantik sorgten für viel Schwell und nur wenig Inlets bieten eine zuverlässig sichere Passage zurück in die geschützten Gewässer hinter den Barriereinseln bzw. den Atlantic Intracoastal Waterway (AICW). Wir zogen es vor, auf dem AICW zu bleiben und mit dem weiterhin vorherrschenden Nordwind soviel Strecke wie möglich unter Segel zurückzulegen. Das ging letztlich besser, als gedacht, auch wenn wir gefühlt die einzigen waren, die ohne Motor unterwegs waren. In bebauten Bereichen geht das zwar manchmal recht langsam, dafür ist es herrlich, fast lautlos auf dem quasi wellenlosen AICW voranzukommen, in der Ferne das Rauschen der Atlantikwellen oder mal weiter weg, mal ganz nah, das Blas der Delfine zu hören, und ab und an überraschten wir sogar Manatees beim Luft holen.

    Segeln auf dem AICW

    Unser Weg nach Palm Beach führte uns über den Indian River weiter nach Süden mit Ankerstopps bei Eau Gallie East, Vero Beach und Jensen Beach und weiter über den Peck Lake und Hobe Sound zunächst nach Jupiter und von dort die letzten 18 Seemeilen über den Lake Worth Creek in den Lake Worth, an dessen Ufern auch Palm Beach und West Palm Beach (WPB) liegen. In der Cocoanut Cove, gegenüber der Public Docks von WPB, gingen wir schließlich am 18. Dezember vor Anker.

    Zu Palm Beach, wo wir auch Weihnachten verbringen wollen, wird es noch einen eigenen Beitrag geben. Hier in Kurzform noch einige Infos zu den Zwischenstopps und dem AICW.

    Eau Gallie East: Zwischenstopp nahe der Eau Gallie Causeway Bridge. Bietet geschützte Ankermöglichkeiten, je nach Wind, nördlich oder südlich der Brücke. Easy in and out. Wir gingen nicht von Bord.

    Vero Beach, Vero Beach Channel

    Vero Beach: Unter Seglern offenbar sehr beliebt, es soll sogar Boote geben, die dort überwintern. Sehr geschützt liegt man in der Vero Beach Municipal Marina im Vero Beach Channel, bzw. an den Mourings der Marina. Kostet 20$ incl. Services und Shuttle ins Gewerbegebiet. Die Mourings werden übrigens mit bis zu drei Booten belegt, es wird also kuschelig. Wir fuhren durch das Mouringfeld hindurch, wo es dann, weiterin im Vero Beach Channel, noch einige Plätzchen zum Ankern gibt. Im Bethel Creek gibt es eine Anlandemöglichkeit für‘s Dinghy, in unmittelbarer Nähe zum Strand und eingeschränkt auch zur Versorgung. Ansonsten wenig los hier.

    Jensen Beach

    Jensen Beach: Hier gingen wir ungeplant vor Anker, bevor es Dunkel wurde. Erwies sich geradezu als Geheimtipp. Auch hier unterhält die Stadt ein Mouringfeld mit eigenem Dinghy-Dock und Servicegebäude, Ankern ist jedoch auch möglich und neben dem Servicegebäude gibt‘s eine große Bootsrampe, an der man gut mit dem Dinghy festmachen kann.

    Dem Ort fehlen der Protz und Glamour, was es sowohl sympathisch als auch günstig macht. Neben einem täglich geöffneten Bauernmarkt mit frischem Obst und Gemüse gibt es einen Publix-Supermarkt und einige Bars und Restaurants, alles in „walking distance“. Wer sich die Füße vertreten will, kann auch über die Frank A Wacha Bridge den Strand ansteuern. Das ist etwas weiter, aber auch ganz nett.

    Ankern im Jupiter Sound

    Jupiter: Hatten hier nur eine Nacht geankert, im Norden des Jupiter Sound, gleich Südlich der Conch-Bar. Guter Ankergrund und ausreichen Platz, sonst haben wir Jupiter nur vom Boot aus gesehen. Im Bereich des Jupiter Inlet und der Stadt selbst sind Ankerplätze rar.

    AICW: Auf den verbleibenden 18 Seemeilen zwischen Jupiter und Palm Beach passiert man immerhin 7 Klappbrücken, die zum Teil fest Öffnungszeiten haben. Kann also etwas länger dauern, wenn man nicht Vollgas von Brücke zu Brücke eilen möchte.

    Segeln auf dem AICW

    Weitere Bilder unserer Reise in den Süden Floridas findest du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Im Dezember, von Jax bis WPB: 256sm, 13.182sm in der Segelzeit, 19.793sm gesamt.

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    Jax bis Cape Canaveral

    Am 1. Dezember verließen wir Jacksonville mit Ziel St. Augustine. Ein kräftiger NNO-Wind ermöglichte, trotz vieler Windungen des Pablo- und Tolomato Rivers, angenehmes Segeln auf dem Intracoastal Waterway (ICW). Bei Vilano Beach, nördlich der Francis and Mary Usina Bridge und in Blickweite von St. Augustine gingen wir am späten Nachmittag vor Anker. Vilano Beach hat ein Public Pier, welches wir am nächsten Morgen mit dem Dinghy ansteuerten. Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis an den Atlantikstrand und wir freuten uns auf eine lange Strandwanderung. Unterwegs kommt man an einem Publix-Supermarkt vorbei, ideal, um die Bordküche wieder mit frischem Obst und Gemüse aufzufüllen.

    Vilano Beach

    Am 3. Dezember fuhren wir dann 3 Meilen weiter, nach St. Augustine. Nördlich der Bridge of Lions und östlich des Fahrwassers fanden wir unseren Ankerplatz, genau gegenüber des Stadtzentrums von St. Augustine, welches nachts in weihnachtlichem Lichterglanz erstrahlte. Nights of Lights nennt sich die Lichtershow, die allabendlich unzählige Besucher anzieht. Die spanische Kolonialarchitektur, das stattliche Castillo de San Marcos und einige Protzbauten der Flagler-Era sorgen auch tagsüber für volle Straßen, Restaurants und Geschäfte im historischen Stadtviertel. St. Augustine gilt als die älteste, dauerhaft bewohnte, von der „Alten Welt“ gegründete Stadt auf dem USA-Festland. Wirklich authentisch ist allerdings nur das spanische Fort. Der Rest erinnert irgendwie an einen Disney Themenpark – und sobald man das historische Viertel verlässt, sieht es aus wie in jeder US-Stadt: Große Straßen, viele Autos, lange Wege und die üblichen Shopping-Viertel.

    Nights of Lights, St. Augustine

    Die städtische Marina unterhält auch das perfekt zentral gelegene, gebührenpflichtige Dinghy-Dock. Für die Gebühr von 12 $ pro Tag bekommt man Zugang zu allen Services der Marina: Duschen, Toiletten und Waschsalon. Nutzten wir für zwei Tage, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

    Cape Canaveral war unser nächstes, größeres Ziel. Unser Weg über den ICW führte uns an Ankerplätze im Matanzas Inlet, Daytona Beach und New Smyrna Beach, bevor wir schließlich Titusville, am Indian River, erreichten. In Kurzform einige Kommentare zu unseren Stopps:

    Matanzas Inlet: Idyllisch gelegen, fern jeglicher Stadt, sehr geschützt, mit einem alten, spanischen Fort und viel Platz.

    Ankerplatz im Matanzas Inlet

    Daytona Beach: Hat uns nicht gefallen. In die Jahre gekommene, Auto-fixierte Stadt, deren Strand in katastrophalem Ausmaß dem November-Hurricane Nicole zum Opfer gefallen ist. Taugt aufgrund der weiten Wege nicht einmal zum Verproviantieren.

    New Smyrna Beach: Guter Zwischenstopp auf dem Weg nach Titusville, auch wenn Ankerplätze rar sind. Das Dinghy-Dock der Stadt haben wir nicht ausgecheckt.

    Titusville: Großes, markiertes Mouring-Feld, betrieben von Titusville Marina. Kostet 20$ pro Tag. Man kann aber auch außerhalb des Mouring-Felds ankern und bekommt für 6$ Gebühr Zugang zu allen Service-Einrichtungen der Marina. Topp!

    Space Walk of Fame, Titusville

    Titusville ist Verwaltungssitz des Brevard County, auf dessen Gebiet der Launch Compex 39, aktiver Startplatz der NASA am Cape Canaveral, liegt. Erst mit Beginn des Raumfahrtzeitalters gewann die Stadt an Bedeutung, heute leben im Großraum Titusville über eine halbe Million Menschen, der Ort selbst wirkte auf uns aber angenehm kleinstädtisch, mit großen Parks und einer überschaubaren, und lebendigen Downtown.

    Für uns ging es von hier zum Kennedy Space Center. Ein Besuch, den wir nicht auslassen wollten und der wirklich lohnend ist. Getoppt – oder vervollständigt – wurde das Erlebnis durch die Starts gleich zweier Space X – Missionen, jeweils mit der Zugabe der Rückkehr und Landung der ersten Stufen nach Cape Canaveral.

    ONEWEB 1 MISSION, 8. Dez. 2022

    Nächstes Ziel für uns ist Palm Beach. Dort wollen wir Weihnachten verbringen. Dazu mehr im nächsten Beitrag.