Lanzarote

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    Überfahrt nach Teneriffa

    Bereit zum Auslaufen.

    Am Sonntag, 27. Juni war es soweit: Wir erhielten unsere zweite Covid-Impfung im Centro de Salud Valterra, Arrecife. Endlich konnten wir weitersegeln. Wurde auch allerhöchste Zeit, denn in weniger als einer Woche landete lange geplanter Besuch – in Teneriffa. Da zudem der Passat im Verlauf der Woche sehr kräftig werden sollte, hatten wir DANJA bereits am Tag zuvor zum Ablegen vorbereitet und stachen eine gute Stunde nach dem Impftermin mit Ziel Marina San Miguel auf Teneriffa, in See. Nach gemütlichem Start an Lanzarotes Südostküste machten wir dann am Südzipfel der Insel, im Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura, erstmals Bekanntschaft mit einer Wind Acceleration Zone (WAZ). Von 3 auf 7 Bft auf 200 Metern. Wir waren gut vorbereitet und rauschten stark gerefft mit Topspeed zunächst die Küste entlang, bis wir dann einige Meilen westlich von Punta Pechiguera wieder aus der Zone hinaus- und alsbald in die Nacht hinein segelten.

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    Wir kamen gut voran und lagen Montag Vormittag bereits nördlich von Gran Canaria. Am frühen Nachmittag frischte der Wind im Bereich der Caution Zone des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Gran Canaria und Teneriffa wieder deutlich auf. Wir hatten die WAZ zwischen den Inseln erreicht. Es wurde ein wilder Ritt entlang der Ostküste Teneriffas, bei bis zu 35 kts Wind und 2 Metern Welle von achtern. Westlich des Montana Roja, die Marina bereits in Sicht, flaute der Wind deutlich ab und ein Marinero lotste uns schließlich gegen 20.00 Uhr auf unseren reservierten Liegplatz. Für die 180 sm hatten wir gute 32 Stunden gebraucht, unser größtes Etmal war 136 sm. Nicht schlecht. Etwas gemütlicher wäre aber auch ok gewesen.

    Marina San Miguel, Teneriffa.
  • Lanzarote

    Mit dem Mietwagen unterwegs auf Lanzarote

    Seit drei Wochen weilen wir nun schon auf Lanzarote. Die Marina Lanzarote in Arrecife ist weiterhin unser Zuhause auf Zeit. Ungeplant, denn eigentlich wollten wir mittlerweile bereits auf Fuerteventura sein. Nun warten wir statt dessen geduldig auf unsere zweiten Covid – Impfung und haben entsprechend viel Zeit Insel und Leute näher kennen zu lernen. Seit einem Mietwagen-Tag in der ersten Woche sind wir dafür zumeist zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs. Und wie schon zuvor erlebt, entdeckt man seine persönlichen Lieblingsplätze selten auf den ersten Blick, sondern erst bei wiederholten Besuchen, sei es die chillige Strandbar, der Markt im Inselinneren oder einfach nur der schönste Blick aufs Meer.

    Haria

    Lanzarote zeichet sich vor allem durch seine Nuancen von Braun aus. Sand, Stein und Staub in hellbraun, dunkelbraun, rotbraun, schwarzbraun und so weiter, und so fort. Der stete Wind wirbelt den Staub auf, mischt ihn zu einem Farbton, der an Milchkaffe erinnert und lagert ihn überall an Bord ab. Nach wenigen Tagen haftet der Staub dann vom Masttop über die Fallen, Wanten, Reling und Deck bis zur Ausrüstung und bildet dort eine stetig wachsende Schicht, die, will man den Dreck nicht ins Schiff tragen, alle paar Tage abgespült werden muss. Die Seite an Lanzarote mögen wir nicht. Besonders dann nicht, wenn der Stegnachbar bei strammer Brise mit seinem Schlauch in den Mast steigt um den Dreck vom stehenden Gut abzuspülen. Die Hälfte landet unweigerlich auf den daneben liegenden Booten. Danke für nichts!

    Lanzarote-Leckereien auf dem Markt in Haria

    Unsere persönlichen Lanzarote Highlights waren bisher ein Sonnenuntergangs-Picknick beim Mirador del Rio mit genialem Ausblick auf La Graciosa, das zweite Frühstück beim Mercado Municipal de Abastos de Haria, die Weinprobe beim Familien-Weingut Bodeguita Vega Volcán und das Schwimmen bei Playa del Carmen. Den Nationalpark Timanfaya sollte man auch nicht verpassen. Die Einblicke in die jüngere, vulkanische Vergangenheit sind das Eintrittsgeld auf jeden Fall wert. Uns bleibt noch gut eine Woche bis zur zweiten Covid-Impfung und den einen oder anderen Ausflug haben wir schon geplant. Wir werden hier davon berichten.

    Sonnenuntergang beim Mirador del Rio

    Weitere Bilder gibt‘s wie immer im Fotoalbum.

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    Vacuna

    Vacuna ist spanisch und heißt auf Deutsch Impfung. Da, wo wir es am wenigsten erwartet hatten, bekamen wir am Sonntag unseren ersten Pieks mit dem Impfstoff von Biontec-Pfizer, zusammen mit dem zweiten Termin, wie vom Hersteller empfohlen, drei Wochen später. Total unkompliziert. Wir fallen in die Altersgruppe der zur Impfung aufgerufen Bevölkerung, die Covid-Hotline verwies uns an das nächste Centro de Salud und mit Spanisch, Englisch, Deutsch und einiger Zeichensprache übertrugen uns die freundlichen Damen der Registratur in das EDV System und schon hatten wir den lang ersehnten Termin. Muchas gracias, Arrecife! Es geht voran!

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    La Graciosa

    Ankerplatz vor Playa Francesa

    Über La Graciosa ist wenig zu berichten. Die achte und nördlichste Kanareninsel liegt innerhalb des Meeresschutzgebiets des Chinijo-Archipels, größtes Meeresschutzgebiet Europas, und ist mit ihren 29 km² noch einmal deutlich kleiner als Porto Santo. Caleta del Sebo ist der Haupt- und Hafenort der Insel, auf der rund 700 Einwohner leben. Aufgrund des Schutzstatus können wir Yachties legal nur den Hafen Caleta del Sebos oder die Bucht vor Playa Francesa anlaufen, letzteres nur nach Anmeldung bei der zuständigen Behörde der Kanaren. Unsere Anmeldung schickten wir schon von Porto Santo aus an die zuständige Stelle, eine Antwort erhielten wir nie.

    Ankerplatz vor Playa Francesa, La Graciosa

    Als einzige Ankerlieger wurden wir während unseres Aufenthalts nicht weiter behelligt, auch wenn mehrmals täglich ein offizielles Behördenfahrzeug von Land aus nach dem rechten sah. Es dauerte 7 Tage, bis wir erstmals unseren Fuß an Land setzten. So lange waren wir eingeweht. Rund 7 Bft aus NNO, volle sieben Tag lang. Das Aufblasen und zu Wasser lassen unseres Dinghis erschien uns zu unsicher, also vertrieben wir uns die Zeit mit kochen, lesen, baden und bestaunten die Kulisse La Graciosas und Lanzarotes. Der Ankerplatz ist für nördliche Winde absolut sicher. Außer der Windsee von Land her, war von den 3-4 Meter Wellen auf offener See nichts zu merken, nur die starke Strömung ums Boot herum bot einen Hinweis darauf, wie es weiter draußen zugehen musste.

    Caleta del Sebo

    Mit Nachlassen des Windes landeten wir dann endlich mit unserem Beiboot an der Playa Francesa, um etwas mehr von La Graciosa zu entdecken. War ganz ok, den Hype um die Insel können wir allerdings nicht ganz nachvollziehen. Caleta del Sebo ist ein staubiges Nest ohne jegliche Straßenbefestigung, dafür aber mit jeder Menge Autos. Das Fehlen von Gärten oder überhaupt etwas Grünem wirkte auf uns wenig einladend, im einzig offenen Supermarkt war das Angebot nicht besonders üppig. Eine längere Wanderung über die Insel haben wir dennoch genossen, das Wüsten – Panorama und die Aussichten auf Meer, Küste und Nachbarinsel Lanzarote sind grandios.

    Blick vom Montaña Amarilla nach NO

    Einen Tag vor Ablauf unserer Anmeldung im Schutzgebiet gingen wir Anker auf und nutzten die angenehme Brise für einen Schlag nach Arrecife auf Lanzarote. Darüber dann mehr im nächsten Beitrag.

    Bilder unserer Ausflüge auf La Graciosa findes du im Fotoalbum.