Karibische See

  • |

    Samaná

    Zwischen Puerto Rico und der Dominikanischen Republik liegt die Mona-Passage. Bläst es mit über 15 Knoten, kann es dort sehr ungemütlich werden, wie viele Cruiser berichten. Unser Wetterfenster war gut gewählt, unter vollem Tuch, teilweise auch unter Passatsegel wurde es eine der angenehmeren Überfahrten. Gleich mehrmals konnten wir kleinere und größere Gruppen Wale beobachten, mal weiter entfernt, mal auch ganz nah. Sie sind zu dieser Jahreszeit eine der Touristenattraktionen im Nordosten der D.R..

    Abendliche Anfahrt auf Samaná.

    Die Anfahrt auf Samaná beeindruckt mit spektakulärer Kulisse. Üppige Vegetation bedeckt die steilen Ufer bis zum Meer, Palmen ohne Ende, dazwischen kleine Strände, menschenleer, das Hinterland bergig und ebenfalls von dichtem Grün bedeckt. Wir erreichten Puerto de Santa Barbara de Samana, so der vollständige Name, mit Sonnenuntergang. Riffe und die Insel Cayo Vigio bilden einen ausreichen geschützten Naturhafen, in dem sich eine kleine, wechselnde Seglergemeinschaft zusammengefunden hat. Am nächsten Morgen stellte sich Luis vor, der den Einklarierungsprozess organisiert und begleitet und als Ansprechpartner für die Dauer des Aufenthalts zur Verfügung steht.

    Samaná!

    Samaná ist eine geschäftige Kleinstadt. Touristen sind nur wenige unterwegs. Dafür um so mehr Mopeds, auf denen manchmal sogar eine vierköpfige Familie Platz findet. Mutige können auf Taximopeds mitfahren, Profis, mit ihrem Einkauf auf dem Schoß, sitzen seitwärts hinterm Fahrer. Andere Welt, halt.
    Es ist günstig, hier in Samaná. Vom Lunch für umgerechnet 3 EUR, über die Ananas für 80 Cent, bis zum Mojito für 4 EUR, entlastet die D.R. die Bordkasse.
    Paradiesisch ist es deshalb trotzdem nicht. Dafür sorgen insbesondere der überall herumliegende und letztlich im Meer landende (Plastik)Müll, die mit ablaufendem Regen ungeklärt in die Bucht strömende Abwässer und die vielerorts ungenügenden hygienischen Zustände. Auch die Bürokratie, mit der wir Segler in Berührung kommen, treibt so ihre Blüten. Da dagegen Widerstand bekanntlich zwecklos ist, spielen wir geduldig mit.

    Nationalpark Los Haitises

    Absolutes Highlight ist der im Süden der Bahia de Samaná liegende Nationalpark Los Haitises. Ausgestattet mit dem erforderlichen Despacho der Armada darf man dort vier Tage die beeindruckende Küste mit ihren Mangrovenwäldern, dichtem Regenwald und reicher Fauna mit Schiff und Dinghy entdecken. Es regnete häufig, als wir da waren, wir werden die einzigartige Natur dort aber sicher in guter Erinnerung behalten, wie leider auch den Plastikmüll, der selbst in den entlegensten Ecken zu finden ist.
    Auch neue Freundschaften werden wir aus Samana mitnehmen. Beim gemeinsamen Pizzaessen lernten wir viele nette Crews kennen, von denen wir, auf unserem Weg nach Norden, sicherlich die eine oder andere wieder treffen werden.

    Vor Anker im Nationalparkt Los Haitises

    Mehr Bilder aus Samaná und Los Haitises findest Du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Puerto Rico, „Reicher Hafen“

    Unsere Nachbarn am Ankerplatz, die bereits sein einer Woche von Fajardo aus die Insel erkundeten, boten uns ihren Mietwagen zur Übernahme an, ein Angebot, welches wir nicht ausschlagen konnten. Die Mietwagenfirma Thrifty hat ihren Sitz übrigens gleich um die Ecke, im Fajardo Inn. Wir nutzten die gewonnene Mobilität zum Erkunden des Nordostens Puerto Ricos. Insbesondere dem El Yunque National Forest wollten wir besuchen. Verkehr, Malls und Shopping Center gibt es, typisch amerikanisch, mehr als genug. Das Aufstocken der Vorräte für die Bahamas, die ja als teuer verrufen sind, hatten wir entsprechend schnell abgehakt.

    Regenwald im „El Junque“

    Der El Yunque Regenwald war seine Reise wirklich wert, wenn auch die ohne Reservierung begehbaren Wege für eine echte Wanderung viel zu kurz sind. Im Besucherzentrum konnten wir uns aber auch so einen guten Überblick verschaffen. Die PR-988 ist gut befahrbar, auf dem Weg zum Angelito Trail Head fuhren wir durch tiefsten Regenwald. Beeindruckend. Nicht alle Straßen durch den El Yunque sind so gut in Schuss. Die Anfahrt zum El Toro Trail Head über die PR-186 brachen wir ab, die Straße, wenn man sie so bezeichnen will, ist mehr etwas für Geländegängige Mietwagen. Mit Wanderungen ist es überhaupt nicht so weit her, auf Puerto Rico. Wir starteten noch einen Versuch in Richtung Leuchtturm Faro Las Cabezas am nordöstlichsten Zipfel der Insel, mussten jedoch feststellen, dass der den Leuchtturm umgebende Naturpark gesperrt ist. Es werden noch Hurricaneschäden beseitigt. Wir entschieden uns deshalb für eine vorzeitige Rückgabe des Mietwagens und eine weitere Erkundung Puerto Ricos von See aus.
    Was sich alsbald als gute Entscheidung herausstellen sollte. In der wunderschönen Küste Puerto Ricos liegt der eigentliche Reichtum der Insel.

    Sun Bay Beach, Vieques

    Unsere Route führte uns zunächst nach Vieques, wo wir in der Sun Bay, später vor Esperanza, vor Anker gingen. Von Sun Bay Beach erreicht man recht einfach die Bahia Bioluminiscente, bzw. Mosquito Bay, eine der weit über die Insel hinaus bekannten Attraktionen der Insel. Unser Timing war etwas unglücklich, wir lagen ausgerechnet zu Vollmond vor Sun Bay Beach, wo das Leuchten der Dinoflagellaten Pyrodinium hahamense genannten Einzeller im Licht des Mondes nur zu erahnen ist.
    Esperanza – gleich um die Ecke – ist ein herrlich entspanntes Örtchen, mit einer gepflegten Strandpromenade, wie wir sie bisher in der Karibik noch nicht gesehen hatten.
    Von Esperanza aus segelten wir dann wieder nach Westen, entlang der Südküste Puerto Ricos. Wir stoppten im Jobos Bay National Estuarine Research Reserve, so der offizielle Name, in Salinas, vor der Isla Caja de Muertos und Gilligan‘s Island.

    „Strandpromenade“ von Esperanza, Vieques

    Die Jobos Bay ist ein rießiges Mangrovengebiet, Schutzgebiet und Zuhause für Manatees und leider auch Spielwiese für zahlreiche, jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung ignorierende Jetski-Raser. Letztere wohl verantwortlich dafür, dass man Erstere kaum zu sehen bekommt. Nur am Morgen, bei Windstille, sahen wir die eine oder andere Nase aus der Ferne beim Luft holen aus dem Wasser ragen.
    Salinas ist ein gut geschützter Naturhafen am westlichen Rand des Jobos Bay Mangrovengebiets. Ursprünglich wollten wir von Salinas aus noch einmal mit dem Mietwagen in die Berge Puerto Ricos, um eine Kaffeeplantage zu besuchen. Nachdem jedoch hirnlose Idioten in absoluter Dunkelheit mit ihrem Powerboot in 900PS-Gleitfahrt und mit Jetski im Gefolge durchs Ankerfeld heizten, strichen wir das Vorhaben ersatzlos und ergriffen die Flucht.

    Im Mangroven-Delta der Jobos Bay

    Die Isla Caja de Muertos (engl. Coffin Island) entschädigte Tags darauf mit herrlichem Sandstrand und Einsamkeit. Zeitweise hatten wir die Insel ganz für uns alleine. Highlight war die Wanderung auf den ehemaligen Leuchtturm der Insel.
    Gilligan‘s Island war ebenfalls ein lohnender Stopp. Ausgedehnte Riffe und Inseln schirmen den Ankerplatz völlig von Welle und Dünung ab und verwöhnten uns mit zwei sehr ruhigen Nächten. In der Kneipe San Jacinto, gleich um die Ecke, gibt es traditionelle karibische Küche, günstig und sehr lecker!

    Einsamer Traum-Ankerplatz vor Coffin Island

    Unsere letzte Etappe führte uns dann nach Puerto Real, wo uns die Marina Pescaderia mit perfektem Service, großer Freundlichkeit und Unterstützung überraschte und begeisterte. Als Ankerlieger, wohlgemerkt. Vom Dinghy-Anleger über Waschmaschine, Seglertreff und Mietwagen vor Ort bleiben keine Wünsche offen. Diana leitet zurzeit das Team dort und die kleine Gebühr von 10 US-$ ist absolut angemessen. Über das Marina-Büro klarierten wir am 28. Februar aus Puerto Rico aus, und machten uns bei guter Wettervorhersage am 28. Februar auf den Weg über die Mona-Passage in die Dominikanische Republik, Ziel Santa Barbara de Samaná.

    Mehr Bilde findest Du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Puerto Rico – Einreise mit Hindernissen

    Für die Überfahrt nach Culebra verließen wir mit Sonnenaufgang Sint Maarten, schon am Nachmittag zuvor hatten wir die Spi-Bäume für unser Passatsegel gesetzt. Die Windvorhersage versprach achterliche Winde auf der gesamten Strecke, wir sollten also am nächsten Vormittag in Culebra eintreffen, wo wir in die USA einreisen und unsere Cruising Permit erhalten wollten.

    Ansteuerung Enseada Honda, Culebra

    Wir kamen wie geplant gut voran. In der Nacht, zwischen Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, war einiges an Schiffsverkehr zu beobachten. Hatten wir in der Zahl lange nicht mehr gesehen. Leider drehte der Wind nördlicher als erwartet und zwang uns, die Passatbesegelung noch in der Nacht abzunehmen und auf Groß/Genua zu wechseln, später frischte der Wind so kräftig auf, dass wir deutlich reffen mussten. Culebra erreichten wir wie geplant, wenn auch etwas müder als erwartet. Gleich nach dem Ankern meldeten wir unsere Ankunft der US-Behörde Customs and Border Protection (CBP) um das weitere Einklarieren abzusprechen. In Culebra wurde daraus aber leider nichts. CBP habe keinen Officer in Culebra, als Port of Entry wäre Culebra nur über die ROAM-App zu nutzen. Für uns keine Option, da ja unsere Pässe gestempelt werden müssten. Es bliebe uns nur die Möglichkeit nach Fajardo weiter zu segeln um dort im CBP Office einzuklarieren. Das hatten wir uns wahrlich anders vorgestellt.

    Ankerfeld im Lee von La Isleta

    Jammern hilft bekanntlich auch nicht weiter, also gingen wir schweren Herzens wieder Anker auf, verließen Bahia Honda und Culebra und setzten Kurs auf Fajardo, eine Stadt im Nordosten Puerto Ricos. Vier Stunden später fiel der Anker erneut, diesmal im Lee der Insel La Isleta, gegenüber des verwaisten Fährhafens von Fajardo, der nur noch vom Shuttleboot zwischen Fajardo und La Isleta angelaufen wird. Das pinkfarbene US-Customs-Gebäude kann man vom Ankerplatz aus sehen. Nach unseren Telefonaten aus Culebra und nach Ankunft bei Fajardo, wurden wir von CBP bereits erwartet. Die Beamten waren super freundlich, Immigration, Customs und Agriculture stellten ihre üblichen Fragen, entschuldigten sich, wenn sie Rückfragen zu unseren Angaben in den bereits vorab ausgefüllten Crewlist (Form I-418) und Vessel Entrance Statement (Form 1300) hatten, sprachen ihre Anerkennung für eine Atlantiküberquerung mit einem so keinen Boot aus und überreichten uns nach einer knappen Stunde Reisepässe, Cruising Permit für ein Jahr und den Agriculture Inspection Report. Das alles natürlich noch mit den besten Wünschen für eine schöne Zeit in Puerto Rico.

    Die US-Behörde CBP im pinkfarbenen Gebäude am Fährhafen Fajardos

    Fajado selbst ist nicht der Brüller. Ein amerikanisches Mittelzentrum im Niedergang, seit der Fährhafen nicht mehr angelaufen wird, wie uns der Beamte bei Customs erklärt hatte. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, bis in die Downtown sind es knapp 3 km, die Versorgungsmöglichkeiten dort aber äußerst dürftig. Für Proviant, SIM-Karte etc. muss man weiter zu den Shopping-Centern entlang des Highways, weitere 2-3 km entfernt. Nicht gerade ideal. Mussten wir also das Beste draus machen. Darüber mehr im nächsten Bericht.

    La Isleta vom Fähranleger Fajardos aus gesehen

    Noch einmals die wichtigsten Punkte für eine (Erst-)Einreise in die USA via Puerto Rico (Stand Feb. 2022):
    – Die Einreise, bzw. das Einklarieren mit CBP vorab klären. Kontaktinfo hier: https://www.cbp.gov/contact/ports/field-office/san-juan
    – Culebra ist (wenn kein Officer vor Ort) nur für die Einreise mit der CBP-App ROAM geeignet, hierfür braucht man bereits eine Cruising Permit und natürlich Internetzugang.
    – Fajardo ist für die Einreise gut geeignet, im Lee von La Isleta liegt man auf gutem Ankergrund sicher.
    – Das Büro der CBP liegt gleich hinter den Fähranlegern.
    – Für die Überfahrt entweder das Dinghy nutzen oder in der Marina La Isleta (Dinghy-Gebühr US-$ 5 p.Person) festmachen und mit dem kostenlosen Shuttle übersetzen.
    – Nächste Mietwagenstation: Fajardo-Inn (Thrifty)
    – Self Service Laundry in Downtown oder in der Marina, Wal-Mart im Westen von Downtown, dort auch ein T-Online-Shop für SIMs.

  • |

    Sint Maarten

    Der letzte, von uns besuchte Inselstaat der kleinen Antillen, war Sint Maarten, eigenständig, aber zum Königreich der Niederlande gehörend. Sint Maarten liegt auf dem südlichen Teil der Insel St. Martin, die wiederum zum französischen Überseegebiet und damit auch zur EU gehört. Klingt kompliziert, ist man aber erst mal einklariert, herrscht Freizügigkeit, sichtbare Grenzen gibt es nicht.

    Brückenöffnung für die Zufahrt in die Simpson Bay Lagune

    Wir liefen Sint Maarten nach zügiger Halbwind-Überfahrt unter Genua am 4. Februar an und warfen Anker in der Simpson Lagoon. Sahen wir in Antigua und St. Barts schon viele Megayachten, toppte die Insel deren Zahl locker. Die ganz Großen passen nicht durch die Klappbrücke zur Lagune und müssen draußen bleiben, drinnen scheint der Platz in den zahlreichen Marinas aber auch so schon knapp zu werden. Und wie schon zuvor beobachtet, endet Reichtum und Luxus spätestens am Zugang zur jeweiligen Marina. Drum herum herrscht das ärmliche Karibik-Chaos aus schlechten Straßen, fehlenden Gehwegen, zu vielen Autos und heruntergekommenen Gebäuden. Für die Geräuschkulisse am Ankerplatz sorgt der Flughafen, wobei locker die Hälfte der Flugbewegungen aufs Konto von Privatjets geht. Den einzigen „offiziellen“ Dinghy-Steg findet man beim Bürogebäude der Zoll- und Einwanderungsbehörde. Eine überschaubare Hafengebühr wird natürlich trotzdem fällig.

    Danja vor Anker in der Lagune

    Verwöhnt von den Stränden Antiguas und Barbudas konnten wir denen der Simpson Bay nichts abgewinnen. Ist ohnehin schwierig einen Strandzugang zu finden, wenn man nicht von See her anlandet. Lange Rede, kurzer Sinn, wir konnten dem Ganzen nicht viel abgewinnen. Ein Dinghy-Ausflug nach Marigot machte es auch nicht besser. Die Spuren der Verwüstung durch Hurrikan Irma (2017) sind noch überall sichtbar, die Lagune gepflastert mit Wracks, die Marina notdürftig repariert und weitestgehend verwaist.

    Wandmalerei an Ruinen in Marigot

    Hauptgrund für unseren Besuch war ohnehin ein anderer: Christine‘s Rücken verlangte nach einem Chiropraktiker und für die Bahamas fehlten uns noch ein guter Revierführer, den wir, zusammen mit einigen anderen Kleinteilen bei gut sortierten Chandlern auch fanden. Das Preisnivieau für Lebensmittel unterschied sich übrigens kaum von jenem, der bisher besuchten Inseln, fiele als Grund für einen weiteren Besuch also auch weg. Selten fühlte es sich so gut an, wieder Anker auf zu gehen und weiter zu segeln. Am 8. Februar klarierten wir wieder aus und verlegten in die Simpson Bay, von wo aus wir am 9. Februar bei Sonnenaufgang in Richtung Culebra (Puerto Rico) aufbrachen.

    Ankerplatz Simpson Bay
  • |

    Barbuda

    Die Wettervorhersage versprach für Sonntag, den 23. Januar Ostwind mit 10 Knoten Wind bei nur einem Meter Seegang. Sehr verlockend, für die 35 Seemeilen nach Barbuda. Mit dem ersten Tageslicht gingen wir deshalb vor Jolly Beach Anker auf, setzten Groß und Genua (Passatsegel) und machten uns zunächst auf nach Norden. Kurz vor uns verließ übrigens die SY Vagabonde die Deep Bay, ebenfalls mit Kurs Nord. So klein ist die Welt. Die Flachs im Norden Antiguas querten wir bei Prickly Pear. Das gab uns einerseits einen besseren Winkel am Wind auf dem Weg nach Barbuda, zum anderen füllten wir auf dem kurzen Stück nach Osten unter Motor unseren Wassertank nach.

    Princess Diana Beach, Barbuda

    Die Überfahrt nach Barbuda war dann ein echter Genuss. Konstante 10-12 Knoten Halbwind bei angenehmer Dünung bis zu unserem Ziel, der Cocoa Bay im Süden Barbudas. Vor dem Princess Diana Beach, im Schutz des Riffs vor Cocoa Point fiel gegen 15.00 Uhr der Anker. Um uns herum Türkis, vor uns, in gleißendem Weiß, ein schier endloser Strand. Paradiesisch, wären da nicht die im Bau befindlichen Strandvillen um das Cocoa Beach Resort herum, die schon aufgrund ihrer Größe einfach nicht ins Bild passen. Spaziert man am Strand nach Norden, verliert man die Baustelle aber bald aus den Augen. Platz ist ja noch genug.

    Shack A Kai

    Am Montag führte uns eine Strandwanderung zu Shack-A-Kai, eine Strandkneipe, die unter Seglern für den gegrillten Lobster, zu dem man seine eigenen Beilagen mitbringen darf, nah und fern bekannt ist. Unser Lobster-Essen gab‘s dann am Dienstag. Mit einem Fussili-Salat mit gegrilltem Paprika und gerösteten Pinienkernen und auf dem Grill geschmolzener Knoblauchbutter. Einfach genial und der Lobster ohne Abstrich eine echte Empfehlung.

    11-Miles-Beach, Barbuda

    Am Donnerstag verlegten wir zur Low Bay, an Barbudas Westküste. War an der Cocoa Bay schon nicht viel los, erwies sich die Westküste als geradezu menschenleer. Am 11-Mile Beach, nördlich der Ruine des Lighthouse Point Hotels, lagen mit uns gerade einmal 4 Boote vor Anker. Krass.
    Am Freitag fuhren wir durch die seit Hurrikan Irma bestehende Öffnung im zuvor 17 Meilen langen Strand, über die Codrington Lagune, in die gleichnamige Inselhauptstadt. Die Fahrt zieht sich und ist mit unserem Dinghy im Passatwind zudem unangenehm nass. Einer der Gründe, weshalb wir uns spontan für eine vorgezogene Weiterfahrt entschieden. Hinzu kommen die kaum vorhandene Versorgungsmöglichkeit und das komische Gefühl, welches sich bei uns breit macht, wenn wir in einem HurricaneKatastrophengebiet, in dem die Schäden durch Irma noch lange nicht beseitigt und die Einwohner noch immer mit dem Wiederaufbau beschäfigt sind, seinem Privatvergnügen nachgehen will. Kurz: Wir klarierten in Codrington aus, machten für St Barts, unserem nächsten Ziel, einen Antigen-Test für je 100 US-$ und machten uns auf den Weg zurück über die Lagune. Mit Sonnenuntergang verließen wir Barbuda, früher als geplant, aber bei perfektem Wetter in Richtung Saint Bartholomé, besser bekannt als St. Barts.

    Barbuda!

    Hier noch ein wenig Statistik: 153 sm haben wir in Antigua und Barbuda zurückgelegt. In unserer Segelzeit haben wir jetzt 8.807 sm zurückgelegt, der Gesamtzähler stht bei 15.418 sm.

    Weitere Bilder von Barbuda findest Du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Jahreswechsel in Antigua

    Kaum angekommen, sind sowohl Weihnachten, als auch Silvester vorüber und wir sind in 2022 angekommen. So eine Überfahrt ist, was die Vorweihnachtszeit angeht, wie ein Blackout, aber wir haben wieder Tritt gefasst. Allen Lesern dieser Seiten, allen Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen wünschen wir an dieser Stelle ein

    Gutes Neues Jahr!

    10 Tage nach dem Einklarieren sind wir wieder im Cruisingmodus. Englisch Harbour und die Freeman Bay, unser Ankerplatz über Weihnachten, haben wir hinter uns gelassen. In Erinnerung bleiben spannende Taxi- und Busfahrten sowie Begegnungen mit dem karibischen Amtsschimmel der Zollverwahrung auf der „Jagd nach dem Ersatzteil“ für unseren Kochherd, das quirlig-lärmende, vorweihnachtliche St. John‘s und die schöne Stimmung im weihnachtlichen Nelson‘s Dockyard, Weltkulturerbe und Treffpunkt für Yachties aus Nah und Fern.

    Vor Anker in der Carlisle Bay

    Am 27.12. folgten wir der Küste im Uhrzeigersinn zur Carlisle Bay, wo wir direkt vor dem exklusiven Carlisle Bay Resort vor Anker gingen. Das All-Inklusive-X-Mas-Packag für 990 US-$ pro Nacht, pro Zimmer. Das ist mal ‘ne Ansage. Tauschen hätten wir nicht wollen, denn vom Wasser aus, ist die Bay einfach unübertrefflich. Besonders krass auch der Kontrast zur Old-Road, an der das Resort liegt. Gemüse- und Obstgarten der Insel, aber auch zuhause des ärmeren Teils der Bevölkerung Antiguas. Keine Gegend für einen Abendspaziergang.

    Unterwegs nach Jolly Harbour

    Am 30. Dezember ging es für uns dann weiter Richtung Jolly Harbour. Wir warfen Anker in der Mosquito Cove, 10 Minuten vom Dinghy-Dock der Marina entfernt. Am letzten Tag des alten Jahres ließen wir uns als Walk-Ins in der New Villa Poly Clinic boostern. Genial! An dieser Stelle Danke dafür an Antigua und Barbuda!
    Mit einigem Feuerwerk im Umfeld Jolly Harbours begrüßten wir von Bord aus das Neue Jahr. Wir sind gespannt was es für uns bereithalten wird. Die kommenden ein, zwei Wochen wollen wir noch einige Ankerplätze Antiguas und Barbudas erkunden, bevor wir dann wieder Segel setzen in Richtung Nordwest.

    Sonnenuntergang in der Carlisle Bay