Gibraltar

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    Gibraltar

    Bei unserem nun zweiten Besuch in der Bucht von Gibraltar wollten wir unbedingt auch Gibraltar selbst einen Besuch abstatten. Die Wettervorhersage sprach von Starkwind, mal aus Ost, dann aus West, und ohne Kenntnis über die Bedingungen am Ankerplatz vor La Línea zogen wir es vor, in die Marina Alcaidesa zu verlegen. Ist günstig und nur 500m vom Grenzübergang nach Gibraltar entfernt. Auch tat es gut, unser Zuhause wieder einmal gründlich mit Süßwasser abzuwaschen. Die Marina Alcaidesa hat uns gut gefallen. Alles sehr sauber und sicher, Supermarkt (Mercadona) gut erreichbar und natürlich ein erstklassiger Ausblick auf den Felsen von Gibraltar.

    La Línea de la Conceptión. Eine der schöneren Ecken…

    In La Línea de Conceptión selbst sind die Spanier weitgehend unter sich. Touristen dürften sich wohl nur dann und wann auf dem Weg nach Gibraltar ins Zentrum verirren, welches auf uns keinen besonders hübschen Eindruck machte.

    Gipfelüberschreitung und immer noch fit 😉

    Am 29.08. war für uns Wandertag. Nach dem Frühstück ging es über die Grenze ins Britische Überseegebiet Gibraltar und dort zunächst zum Upper Rock Nature Reserve. Der Naturpark war seit 1. August wieder ohne Beschränkungen (Covid-19) offen. Die Option als reiner Wanderer für 3 GBP den Felsen zu erwandern ist übrigens ersatzlos gestrichen worden. So mussten wir also am gut bewachten Zugang 17 GBP pro Person abdrücken, konnten dafür aber alle Attraktionen betreten. Gigantisch sind die Ausblicke, die man von oben in alle Himmelsrichtungen bekommen kann. Allein dafür lohnt sich schon der Eintritt. Der Rest ist ganz ok und die Affen natürlich putzig…

    Gibraltars Berberaffen. Immer wieder putzig…

    So ein Tag macht hungrig! Grund genug im Anschluss in der City noch eine anständige Portion Fish & Chips zu verputzen. Den fanden wir im sehr britischen und ganztägig geöffneten „The Clipper“.
    Noch ein kurzer Nachtrag zur Marina Alcaidesa: Bei technischen Problemen findet man bei der Marina für alles entsprechende Dienstleister, bis hin zur Werft mit 75-Tonnen-Kran. Wir bekamen endlich unser Dinghy repariert, an dem sich auf über 20 cm an einer komplizierten Stelle die Nähte gelöst hatten. Kurzfristig, flexibel und mit gutem Preis-Leistungsverhältnis (MH-Yachtpreserve).

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

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    Zurück zum Atlantik

    Menorca im Kielwasser, Kurs West.

    Unser erster Schlag von den Balearen zurück nach Gibraltar und in den Atlantik führte uns nach Ibiza/Formentera. 159 Seemeilen, fast komplett unter Segel, mit raumem Wind und deswegen eher langsam unterwegs. Nach 36 Stunden erreichten wir am Freitag, 21. August, um 4 Uhr morgens die Bucht von Ses Salines auf Ibiza. Lag gut geschützt vor dem östlichen Wind und Schwell. Obwohl wir unseren Anker sauber in Sand eingegraben hatten, vertrieb uns am folgenden Vormittag eine Park-Mitarbeiterin vom Ankerplatz. Auch die Kette dürfe keinesfalls das heiligen Posidonia berühren können. Machte nichts, der Wind, jetzt aus Südwest, stand ohnehin in die Bucht und wir verlegten an Formenteras Ostküste, für eine Nacht an die Bahia Tramontana, dann nach dem Umrunden der Ostecke Punta des Far, an den Südstrand Formenteras. Wir waren froh, hier noch einmal Anker werfen zu können, denn Strand und das türkisfarbene Wasser waren wirklich sehenswert und für das Partyvolk zum Glück zu weit entfernt für einen Kurztrip.

    Formenteras Südküste. Schönstes Türkis der Balearen…

    Die Südküste war für uns auch idealer Startpunkt für den nächsten Schlag Richtung Gibraltar. Cabo de Palos und Cabo de Gata waren grob unsere geplanten Wegpunkte, mit dem Ziel bei Almeria eine Pause einzulegen. Am Sonntag, 24. August ging es los, am Mittag des dritten Tages lag Cabo de Gata querab und die Bucht von Almeria vor uns. Ein Wettercheck ließ befürchten, dass eine Pause bei Almeria länger dauern könnte. Eine Starkwindperiode zeichnete sich ab, mit wenig Möglichkeiten, die Alboransee sicher und in einem Stück durchqueren zu können. Auf eine weitere Woche Hitze wollten wir gern verzichten, ließen die Bucht von Almeria an Steuerbord liegen und bleiben auf Westkurs. Immer schön an der Küste entlang, in der Hoffnung dort eine gegenläufige Strömung zur zum Teil kräftig nach Ost setzenden Strömung in der Alboransee zu finden. Die Rechnung ging auf! Entlang des spanischen Festlandsockels setzte der Strom tatsächlich mit einem halben bis einem ganzen Knoten westwärts. Trotz des etwas längeren Wegs brauchten wir ungefähr die gleiche Zeit von Cabo de Gata nach Europe Point wie 5 Wochen zuvor auf unserem Weg zu den Balearen.

    Eddies in der Alboransee schieben uns Richtung Gibraltar.

    Nach 4 Tagen und 3 Nächten fiel am Mittwoch, 27. August um 19.30 Uhr unser Anker in der Ankerbucht bei La Linea. Den Atlantik konnten wir beim Umrunden des Europe Points von Gibraltar aus schon sehen.
    La Línea de la Conceptión und Gibraltar wollen wir etwas genauer ansehen, das nächste Wetterfenster für die Straße von Gibraltar öffnete sich ohnehin erst in einigen Tagen.

    Gibraltar vor uns, nach 4 Tagen und 3 Nächten.

    Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Ins Mittelmeer

    Nach vielem überlegen, abwägen und beraten verwarfen wir unsere ursprüngliche Absicht, die Archipele Madeira und Azoren anzulaufen. Sie liegen eben auf dem logischen Weg zu den Kanaren und in die Karibik. Die Entwicklungen in Bezug auf Corona und Sicherheit, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks wollen wir abwarten, bevor wir uns dorthin auf den Weg machen. Und bis da Klarheit herrscht, können auch mehr als ein Winter ins Land gehen.

    Ankerplatz Tavira, Algarve

    Deshalb verließen wir am 17. Juli Portimao in Richtung Osten, mit Ziel Mittelmeer. Auf dem groben Törnplan für die verbleibende Saison stehen die Balearen, Sardinien und Sizilien, wo wir wohl auch den Winter verbringen wollen.
    Eigentlich ist der Frühsommer die beste Zeit, um ins Mittelmeer zu kommen. Östliche und westliche Winde halten von Gibraltar bis Cabo da Gata bzw. Cabo de Palos jeweils mehrere Tage an und wechseln mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Jetzt, im Hochsommer, herrschen östliche Winde vor. Unterbrechungen sind kurz und halten nur ein, zwei Tage an, bevor sich der Levante wieder einstellt. Davon abgesehen wird die Zeit des stabilen Sommerwetters im Mittelmeer auch langsam knapp. Ein solch für uns günstiges Wetterfenster zeichnete sich für den 22. bis 24. Juli ab. Wir mussten uns also sputen. Die Lagune von Faro, mit dem beliebten Ankerfeld vor Culatra ließen wir an Backbord liegen und segelten weiter bis Tavira, wo wir eine Nacht verbrachten. Tavira kennen wir noch von einigen Besuchen als Landbewohner, der Ankerplatz ist knapp bemessen, aber ausreichend. Von dort aus setzten wir Kurs auf Cadiz, von wo aus die Straße von Gibraltar in Schlagdistanz liegt. Cadiz erreichten wir am 20. Juli morgens um halb drei Uhr und warfen gleich hinter der markanten Hängebrücke und vor dem Kleinboothafen Puerto Viento de Levante den Anker.

    Ankerplatz in Cadiz

    In der Marina darf man sein Dinghi festmachen, es folgten deshalb ein Ausflug in die Altstadt von Cadiz und das Aufstocken der Vorräte. In Andalusien gilt Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Ein ungewohnter Anblick, bei über 30 Grad im Schatten unangenehm, aber auch Vertrauen erweckend, da sich die Mehrzahl der Menschen daran hält. Außer in Bars und Restaurants natürlich. Wir waren also nicht unglücklich darüber, dass unser Besuch nur kurz sein sollte und wir pünktlich vor dem auffrischen des Levante wieder an Bord waren, wo wir auch den folgenden Tag verbrachten.

    Stadtbesichtigung mit MuNaSke

    Am Mittwoch, 22. Juli, passten Wind und Hochwasser Gibraltar (Referenz für Strömung in der Straße von Gibraltar) für einen Aufbruch vor Sonnenaufgang. Im großen und ganzen passten unsere Berechnungen. Strom bis 3 Knoten schob uns nach Cabo Trafalgar zügig in die Meerenge zwischen Europa und Afrika, an Tarifa vorbei bis in die Bucht von Gibraltar, wo wir abends um halb neun vor La Línea Anker warfen. Der erste Schritt ins Mittelmeer war geschafft.

    Gibraltar voraus!

    Für die Statistik: Portimao – La Línea 208 sm, 2976 sm i.d. Segelzeit, 9587 sm gesamt.
    Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.