Monat: September 2023

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    Segelzeitende

    Epilog

    Wir sind zurzeit gut beschäftigt. Wohnung, Familie, Job, Winterlager, vieles will unter einen Hut gebracht werden. Das Ende unserer Segelzeit, als echte Liveaboards, hatten wir ja bereits während unseres Werftaufenthalts in Hooksiel eingeläutet. Nachdem wir DANJA danach für einige Tage in Cuxhaven gelassen hatten und unsere 49-Euro-Tickets intensiv für Familienbesuche nutzten, kehrten wir am 13. September zurück an Bord. Leider neigte sich das sommerliche, stabile Hochdruckwetter seinem Ende zu und statt via NOK bis in die Ostsee zu segeln, legten wir in Rendsburg einen weiteren Stopp ein, um einen ersten Herbststurm passieren zu lassen.

    Hier trafen wir unsere Freunde Laurie, Alec und Jack wieder, die mit ihrer Gratitude gerade auf dem Weg von Norwegen über Dänemark, NOK und Hamburg, in Richtung London unterwegs sind. 3 Jahre und 3 Monate zuvor wünschten wir uns in Lagos „Fair Winds“. Gratitude reiste damals ins Mittelmeer, wir wollten weiter nach Westen. Während unseres unfreiwilligen Corona-Aufenthalts lagen wir am selben Steg, erlebten vieles gemeinsam und verloren uns in der folgenden Zeit nie ganz aus den Augen. Ein wunderschönes Wiedersehen, mit vielen guten Geschichten beim gemeinsamen Dinner im piccola Italia Esposito in Rendsburg.

    In Anbetracht der geschützten Lage der Marina im Obereidersee, der guten Verkehrsanbindung, mit Bahnhof, Geschäften und Supermärkten quasi nebenan, entschieden wir uns, Rendsburg bis auf weiteres zu unserem Heimathafen zu machen. Damit war es auch an der Zeit einmal die Flaggen der von uns während unserer Langfahrt besuchten Länder zu hissen. Der Platz unter der Sailing reichte dafür nicht aus, mit dem Spi-Fall passte es dann aber.

    Damit beendeten wir quasi offiziell unsere Langfahrt, die seit April 2019 um halb Europa herum, über den Atlantik in die Karibik, entlang der Ostküste der USA und via Bermuda und die Azoren wieder in die Nähe unseres Ausgangspunkts zurück führte. Das Logbuch dokumentiert 20.320 Seemeilen über einen Zeitraum von 1628 Tagen. Der „große Zähler“ steht nun bei 26.931 sm. Ein Grund stolz zu sein, und ein Grund zu feiern.

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    Werft-Stopp

    Hooksiel liegt auf unserem Weg in die Weser, unserem künftigem Heimatrevier, und hat eine Werft, in der wir DANJA gut aus dem Wasser nehmen konnten. Zwei Projekte galt es zu erledigen: Frisches Antifouling, sowie Prüfen und Abdichten der Nirobuchse, die das Kokerrohr abschließt. Hier tropfte es bei höherem Ruderdruck und bei Fahrt unter Maschine.
    Frisches Antifouling brauchen wir für den Winter in der Weser (Kalkröhrenwurm), der Check der Ruderanlage war ohnehin überfällig. Auch nutzten wir die Zeit in der Werft, für unseren Umzug an Land. Mit einem Mietwagen transportierten wir unseren Hausrat zu unserem vorläufigen Zuhause nördlich von Bremen, wo wir auch den Abschluss der Arbeiten am Boot abwarten konnten.

    Die zogen sich dann etwas hin, denn im Zuge des Ruder-Refits zeigte sich, dass einer der Zugdrähte zwischen Steuerrad und Ruderquadrant beschädigt war. Von den 5 Adern des Stahlseils waren nur noch zwei übrig, ein Ruderausfall hätte uns jederzeit ereilen können.
    So wurden aus wenigen Tagen doch eineinhalb Wochen, bevor wir unsere DANJA wieder zurück ins Wasser setzen konnten. Zwar war – streng betrachtet – unsere Segelzeit, unsere Zeit als Liveaboards, mit dem Umzug an Land beendet, den Spätsommer wollen wir aber noch für einen kurzen Törn in die Ostsee nutzen. Familienbesuch…
    Darüber mehr im nächsten Beitrag.