Im Juli letzten Jahres nahmen wir mit unserer DANJA an einem Dreh für eine SWR-Produktion teil, wie in im Beitrag vom 15.07.20 beschrieben. Gestern lief auf ARTE die erste Ausstrahlung der Sendung „Mit dem Zug durch die Algarve“. Bis zum ersten März steht der Film noch in der ARTE-Mediathek. Ein Leckerbissen für alle Algarve-Fans. In den letzten Minuten kommen wir mehrmals ins Bild, als Segelboot, welches im Sonnenuntergang die Algarve verlässt…
Heute findet Ihr die Dokumentation in der Mediathek von 3sat:
Die Levadas – auf deutsch Bewässerungskanäle – sind eine Besonderheit auf Madeira. Die ersten Kanäle entstanden bereits im 15. Jahrhundert, bis heute transportieren sie Wasser aus dem regenreicheren Norden und dem Zentrum der Insel zu den von der Sonne verwöhnten Feldern im Süden. Die neueste Levada wurde erst 1966 in Betrieb genommen, andere sind aufgegeben, oder werden nur noch von Wanderern genutzt. Die Levada do Norte ist eine der größeren und wichtigen Levadas im Südwesten Madeiras, sie verläuft zwischen Ribeira Brava und Estreito de Camara de Lobos. Wir wanderten entlang des östlichen Teil von Estreito bis zum Cabo Girao, durch Weingärten, Terassenfelder – und Ortschaften, wo die Levada, mit Betonplatten abgedeckt, manchmal der einzige Zugang zu Häusern ist. Besonders gefallen haben uns die vielen Blumen, die bereits jetzt, im Februar, überall entlang der Levada blühen.
Unterwegs entlang der Levada. Hier abgedeckt und gleichzeitig Zugang zu einem Haus auf dem Land.
Den letzten Kilometer ging es über einen Zweig der Levada (Levada do Facho) bis wenige Meter unterhalb des Cabo Girao. Der Aussichtspunkt des Caps selbs, eine Plattform mit Glasboden, 580 Meter über dem Meer, ist das Touri-Highlight an der Südwestküste. Normalerweise. Wir waren, wie schon zuvor auf der Levada, allein unterwegs. Fast schon unheimlich. Über viele Treppen und Seitensträßchen wanderten wir anschließend hinunter nach Camara de Lobos, wo wir am späten Nachmittag einen Bus zurück nach Funchal enterten.
Höhepunkt im doppelten Sinne: Das Miradouro beim Cabo Girao.
Das Hochdruckwetter, welches uns die Überfahrt vom Festland ermöglicht hatte, blieb uns weiterhin treu, ein Wetterwechsel war erst ab dem 4. Februar zu erwarten. Am ersten Februar mieteten wir uns deshalb für sensationelle 10 EUR pro Tag einen Fiat Punto um einige, mit dem Bus schlecht oder gar nicht erreichbare Ziele anzusteuern. Für Madeiras Berge war der kleine Fiat leicht untermotorisiert, viele Steigungen waren nur im ersten Gang zu bezwingen. Selbst auf der Via Rapida genannten Schnellstraße ging dem Kleinen regelmäßig die Puste aus. Dennoch hat er uns zuverlässig an unsere Ziele gebracht, womit wir nun durchaus behaupten können, uns einen guten Überblick über die Insel verschafft zu haben:
Lagune und Wasserfall der 25 Quellen
Tag 1: Von Rabaçal aus wanderten wir zum Risco-Wasserfall und den 25 Quellen. Ein Besuch von Porto Moniz, wo an diesem Tag gewaltige Brecher eine beeindruckende Brandung erzeugten, rundete den Tag ab. Mehr Bilder gibt’s hier.
Sonnenaufgang auf dem Pico Areeiro
Tag 2: Früh aufstehen (und warme Kleidung) war angesagt. Wir wollten auf dem Dach Madeiras den Sonnenaufgang erleben. Eine Stunde vor demselben ging es deshalb los, von Null auf 1818 Höhenmeter, zum Pico do Areeiro. Der Sonnenaufgang dort oben ist tatsächlich unbeschreiblich. Die Show beginnt – wenn das Wetter passt – eigentlich schon mindestens eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang und ist vom visuellen Eindruck so nah am Fliegen, wie man wohl mit dem Füßen auf festem Boden nur kommen kann.
Da der Schnee, der bei unserer Ankunft auf Madeira noch dort oben lag, weitestgehend verschwunden war, begaben wir uns anschließend auf den „Vereda do Areeiro“, dem Verbindungsweg zum Pico Ruivo, dem höchsten Gipfel Madeiras. Genialer, wenn auch anstrengender Weg durch die Hochgebirgswelt Madeiras.
Dank unseres frühen Aufstehens blieb am Nachmittag noch genügend Zeit für einen Kurzbesuch von Santana, Faial und Porto da Cruz an der Nordküste. Mehr Bilder gibt’s hier.
Farol Punta do Pargo
Tag 3: Am dritten Tag besuchten wir noch den westlichsten Punkt Madeiras, Ponta do Pargo mit seinem Leuchtturm. Der Leuchtturm befindet sich übrigens am nächsten zum Koordinaten-Nullpunkt der dritten schweizerischen Landesvermessung von 1995, 261,024 Kilometer WSW im Atlantik. Man lernt nie aus 😉
Auf dem Rückweg folgten wir der Südwestküste mit Stopps in Calheta (Zuckermühle Engenhos da Calheta mit Werksverkauf, Strandbad und Marina) und Ribeira Brava. Der aufmerksame Leser bemerkt sicherlich, dass wir an diesem dritten Tag auf längere Fußwege verzichtet haben. Wir werden halt älter… Mehr Bilder gibt’s hier.
Ponta de Sao Lourenco, die östlichste Spitze Madeiras
Am 26. Januar nahmen wir den Osten Madeiras ins Visier. Mit der Linie 113 der SAM kamen wir direkt von der Avenida do Mar in Funchal zur letzten Haltestelle hinter Caniçal an der Abra-Bucht. Dort beginnt das Naturschutzgebiet Ponta de São Lourenço, welches die östlichste Spitze Madeiras, zwei vorgelagerte Inseln und kleinere Felsen im Atlantik umfasst. Über den Wanderweg „Vereda da Ponta de São Lourenço“ gelangt man bis zum östlichsten, für Besucher erreichbaren Punkt Madeiras mit atemberaubenden Ausblicken über Nord- und Südküste Madeiras, sowie Porto Santo und die Islas Desertas am Horizont.
Blick entlang der Nordküste Madeiras
Kurz davor liegt das „Casa de Sardinha“, wo einige Palmen Schatten spenden. Es gilt als Besucherzentrum, ist aber im Wesentlichen ein überteuertes Imbis-Restaurant, wo sogar für die Toilettenbenutzung von Gästen ein Euro abgezockt wird. Es lohnt sich also, die Brotzeit selbst mitzubringen – oder auf dem Rückweg in Caniçal halt zu machen und sich unter die Einheimischen zu mischen. Letzteres war unsere Wahl, die EUR 1,30 p.P. zusätzlich für‘s Busticket waren gut investiert.
Auf dem Vereda da Ponte de Sao Lourenco
Eine kleine Auswahl weiterer Bilder vom Ausflug findest Du wie immer im Fotoalbum.
Auf Madeira gilt unter der Woche weiterhin aufgrund der Pandemie eine Ausgangssperre ab 19.00 Uhr. Geschäfte, Bars und Restaurants schließen eine Stunde davor. Am Wochenende beginnen die Beschränkungen bereits eine Stunde früher. Das wirkt sich in gewissem Maß auch auf unsere Ausflüge aus. Mit An- und Rückreise zu den entfernteren Ausflugszielen bleibt vor Ort nur begrenzte Zeit übrig, die wir nicht mit Restaurantbesuchen verschwenden wollen. Guter Grund also, unseren Bordgrill endlich in Betrieb zu nehmen, denn bei Rückkehr ist der Hunger in der Regel groß. Nach unserem Ausflug ins Nonnental hieß es deshalb am 23. Januar „Angrillen“ auf unserer DANJA. Auf dem Grill landeten nach einem kurzen Zwischenstopp bei Pingo Doce, neben einer Paprikaschote für einen bunten Salat, zahlreiche Hühnerschenkel und – Flügel, die den Tag wunderbar abrundeten. Der Magma – Grill gehört ab sofort zu den intensiv genutzten Ausrüstungsgegenständen, die wir nicht mehr missen wollen.
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