Monat: Mai 2016

  • Gegen den Wind

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    Mit Christi Himmelfahrt stellte sich eine stabile Ostwind-Wetterlage ein, die mindestens eine Woche anhalten sollte. Die meisten Tage zeigten sich 5 oder 6 Bft in der Vorhersage. Wir wählten deshalb – auch weil wir genügend Zeit hatten – eine Route durch die dänischen Inseln: Dänische Südsee, Svendborg Sund, im Norden um Langeland herum, via Femö zum Guldborg Sund, Darß und zurück in „unseren“ Bodden.
    Es wurde ein sehr sonniger Törn. 10 Tage fast ohne eine einzige Wolke am Himmel. Die einzelnen Etappen waren zumeist kurz und bis auf einen Stopp in Lohals (und ein kurzes Absetzen für frischen Fisch vom Laden in Svendborg) fand sich immer ein guter Ankerplatz im Lee der vielen Inseln.
    Vor Anker befand sich unser Achterschiff stets windgeschützt in der Nachmittagssonne. Das fühlte sich so warm an, dass wir gleich mehrmals baden gingen. Kurz. Sehr kurz – das Badethermometer wollte nicht über 12℃ klettern.
    Bevor der Wind dann am Freitag der Folgewoche wie vorhergesagt über Nord auf West drehte, begann es ausgerechnet im Guldborg Sund mit bis zu 7 Bft zu kacheln. Nyborg gefiel uns gar nicht, weshalb wir Richtung Gedser weiterfuhren. Bei dem Wind dann am Abend nach Gedser rein, war uns allerdings auch nicht geheuer. Statt dessen verbrachten wir den Mittwochabend und Donnerstag vor Anker, dicht unter der Küste, einige Meilen nördlich von Gedser.
    Am Freitag passte alles für die Überfahrt nach Darß/Zingst und wir segelten durch bis Barhöft Reede, Tags darauf ging es dann gegen mächtig viel Wind aus West zurück nach Barth.
    Wie lautet unser Fazit? Schöner Törn, viel Sonne, viel Wind, kreuzen macht auch Spaß, Ankern ist super und Maiwasser ist kaaalt.

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    Für die Statistik:
    Fr., 6.5. – Sa., 14.5.16: Kappeln – Ankern bei Svelmoe– Ankern im Thuro Bund – Lohals – Ankern bei Femø – Ankern N Gedser – Barhöft Reede – Barth.
    Summe (gesamter Törn): 349 sm, davon 224 sm unter Segeln.

     

  • Heringstage in Kappeln

    Über einen Monat nach dem Einwassern am Gründonnerstag, lösten wir am 29. April endlich die Leinen für den ersten Segeltörn des Jahres. Verspätetes Ansegeln sozusagen. Der Umbau der Bordstromversorgung dauerte deutlich länger als geplant. Ich werde in einem anderen Post darauf zurückkommen…
    Als Ziel hatten wir uns die Heringstage in Kappeln vorgenommen. Die starten, wie jedes Jahr, am „Vatertag“ und laufen für 4 Tage. Dass Kappeln entgegen der vorherrschenden Windrichtung liegt, sorgte für das eine oder andere Bauchweh während der Törnplanung, dennoch sollte die eingeplante Zeit ausreichen, um die Strecke bei jedem Wetter zu schaffen. Zwei Alternativen boten sich an: Entlang der deutschen Küste, oder durch den Guldborg-Sund und die Dänische Südsee nach Schleimünde.
    Als es für dann endlich losging, meinte es das Wetter gut mit uns. Ein kräftiger Südwind erlaubte uns, am ersten Tag mit streckenweise über 7 kts aus den Bodden heraus und entlang der Halbinsel Zingst, bis vor Prerow (Ankern) zu segeln. Die östlichen bis südlichen Winde blieben uns für die nachfolgenden Tage treu, sodass wir, via Kühlungsborn und Fehmarn (Ankern in der Orther Bucht) , bereits am Dienstag mit Sonnenuntergang Kappeln erreichten. Den längsten Schlag segelten wir am Dienstag, 40sm, durchgehend Schmetterling, von der Orther Bucht, via Schleimünde bis Kappeln (ab Schleimünde unter Motor). Und das endlich auch bei erträglichen Temperaturen und ohne die doppelte Schicht wärmender Unterwäsche. An baden war bei 6°C Wassertemperatur übrigens nicht zu denken…
    Jetzt sind drei Ruhetage geplant, die wir für Familienbesuche und Treffen mit Freunden reserviert haben. Ab Freitag machen wir uns dann wieder auf den Heimweg nach Barth. Für die Fortsetzung hier klicken.

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