Palm Beach

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    Jahreswechsel in Miami Beach

    Unsere letzte, längere Etappe für 2022 legten wir auf dem Atlantik zurück. Bliebe man weiterhin auf dem Intracoastal Waterway, wartet kurz vor Miami eine Brücke mit 56 ft. maximaler Durchfahrtshöhe. Das war uns einerseits zu knapp, zum anderen war das Wetter optimal für einen Schlag vor der Küste: NO-Wind mit 15 Knoten, Welle 1,2 Meter. So fuhren wir denn mit auslaufendender Tide über den Port Everglades Inlet hinaus auf‘s Meer und 4 Stunden und 20 Meilen später durch den Government Cut und mit auflaufender Tide wieder hinein in die Lagunenlandschaft zwischen Miami und Miami Beach.

    Port Everglades Inlet.

    An diesem Mittwoch, 28.12.2022 lag kein Cruise Ship im Kanal vom Inlet zur Downtown Miamis, wir hatten also das seltene Glück, vom Government Cut, durch diesen Kanal, bis vor die Hochhäuser der Stadt segeln zu können. Erst dort im Wendebecken holen wir die Segel ein und fuhren anschließend durch die West-Venetian Klappbrücke und über die Biscayne Bay wieder nach Osten bis vor Miami Beach, wo wir NW des Sunset Harbour Yacht Clubs vor Anker gingen.

    Anfahrt auf Miami: Government Cut

    Die Kulisse dort ist beeindruckend. Im Westen sieht man die gesamte Kulisse Miamis von Downtown im Süden, bis Buena Vista im Norden, im Osten liegt gleich Miami Beach. Trotz der zentralen Lage hielt sich der Bootsverkehr in Grenzen und ebbte nach Sonnenuntergang vollständig ab, die No-Wake-Zone vor der Marina reduzierte den Wellenschlag zusätzlich. Wir blieben , für uns erstaunlich, die einzigen Liveaboards an diesem Ankerplatz. Ein Dinghy Dock und Wasser gibt es an der Barry Kutun Boat Ramp, gleich südlich der Marina, ein weiteres im Collins-Canal, gegenüber eines Publix Supermarkts. Beide sind zeitlich beschränkt und Towboat US droht mit Abschleppen im Auftrag der Stadt. Zumindest beim Dinghydock im Collinskanal kann man sein Beiboot aber neben dem Anleger an der Leitplanke am nördlichen Ufer festbinden und über eine 10 cm breite Stufe zum Anleger balancieren und umgeht damit die zeitliche Begrenzung am Dock. Das war jedenfalls unser Weg nach Miami Beach, den wir für tägliche Ausflüge an den Atlantikstrand, in den Art Deco Distrikt oder zum Südstrand nutzten. Es gibt kostenlose City-Trolleys, mit denen man mit etwas Glück sitzend, aber nicht wirklich schneller durch Miami Beach touren kann.

    Unser Ankerplatz vor Miami Beach

    Dass Miami Beach ansonsten ein teures Pflaster ist, müssen wir wohl keinem erzählen, es gibt aber auch kein Bootszubehör hier, was uns zu einem Ausflug nach Coconut Grove, einem südlich von Miami gelegenen Ortsteil veranlasste. Von unserm Ankerplatz waren das 9 sm, die mit unserem Boot in gut 2 Stunden zu schaffen sind. Coconut Grove ist das Sportbootzentrum Miamis. Anker- und Mouringfelder, Häfen, ein kostenloses City-Dock, Ausgangspunkt für kommerzielle Bootsausflüge, alles da, allerdings auch der entsprechende Bootsverkehr und begleitende Wellenschlag. Wir bekamen unser Motorenöl, das wir für die Bahamas an Bord haben wollten, sollte ein Ölwechsel fällig werden, und wären wohl am gleichen Tag wieder zurück an „unseren“ Ankerplatz vor Miami Beach gefahren, hätten wir nicht, bei einem Tauchgang im hier recht klaren Wasser der Biscayne Bay festgestellt, dass sich unsere Wellenendanode wieder einmal verabschiedet hatte. Eine neue musste also angebracht werden, wonach wir dann doch für den Tag den Feierabend einläuteten. Zurück nach Miami Beach fuhren wir am Morgen des 31.12.

    Das Feuerwerk zum Jahreswechsel war so spektakulär, wie wir uns das erhofft hatten. Die Städte Miami und Miami Beach zündeten 5 Großfeuerwerke, die wir alle vom Ankerplatz aus sehen konnten. Zusammen mit noch einige kleinere, private Pyroshows, war das schon ein bleibendes Erlebnis.

    Silvesterfeuerwerk über Miami

    Zum Ende der ersten Woche im neuen Jahr zeichnete sich ein gutes Wetterfenster für die Querung des Golfstroms zu den Bahamas ab. Wir mussten also wählen, zwischen einem Törn nach Key West, mit dem wir dem Ende unserer Cruisinglizenz nahe kommen würden und einer früheren Ausreise aus den USA, mit Ziel Bahamas, wo wir im März Besuch aus DE erwarteten.

    Wir entschieden uns letztlich zugunsten der Bahamas. Am 4. Januar füllten wir in der Miami Beach Marina noch einmal Dieseltank und die Benzinkanister für den Außenborder und segelten anschließend bei stabilem SSO Wind ins Neue Jahr und in Richtung Bahamas hinaus in den Golfstrom.

    Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Palm Beach bis Fort Lauderdale

    Ankerplatz zwischen West Palm Beach (l) und Palm Beach (r)

    Sieben Tage lagen wir in der Cocoanut Grove, zwischen West Palm Beach (WPB) und Palm Beach gelegen und zwischen der Flagler Memorial Bridge im Norden und Royal Park Bridge im Süden. Mindestens 35 Milliardäre wohnen in Palm Beach, ihr Vermögen summiert sich auf über 260 Milliarden Dollar. Entsprechend gepflegt sieht es aus, Palmenalleen, parkähnliche Gärten, Uferpromenaden, alles perfekt in Schuss gehalten von unzähligen, überwiegend spanisch sprechenden Arbeitern und anderen Dienstleistern. Die Spielzeuge der Reichen, sprich Megayachten, prägen das Stadtbild entlang des Lake Worth ebenso, wie die stets präsenten Privatjets im Anflug auf WPB.

    Palm Beach

    Die Bubble der feinen Gesellschaft endet allerdings wenige Blocks westlich der Downtown von WPB. Obdachlose, Dealer, Drogenabhängige, schäbige Restaurants und Gewerbe prägen das Stadtbild, wirken beklemmend und abstoßend. Kann man hautnah erleben, wenn man z.B. mit dem Bus zu einem der wenigen Waschsalons fährt. Und wie der dann aussieht, ist schwer in Worte zu fassen, einer so reichen Stadt komplett unwürdig und Beweis dafür, dass das Märchen von Tickle-Down Economics blanker Unsinn ist.

    Noch im Bereich der Bubble liegt das Public Dock von West Palm Beach, nur wenige hundert Meter von unserem Ankerplatz entfernt. Zum sehr gut sortierten Publix-Supermarkt sind es nur wenige Blocks, zahllose Bars und Restaurants, Galerien und Geschäfte sind ebenso in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

    Jeden Abend startete die weihnachtliche Licht- und Unterhaltungsshow „Holiday in Paradise“ im Park zwischen der zentralen Clematis Street und der WPB Waterfront Landing. Den Ablauf kannten wir bald in- und auswendig, denn unser Ankerplatz wurde zwangsläufig mit beschallt.

    Allabendliche, weihnachtliche Lichtershow in WPB

    Waren unsere ersten Tage in Palm Beach noch wunderbar sonnig und warm, erreichte uns dann am 24. Dezember die Kaltluft des Jahrhundert-Wintersturms, der fast die gesamte USA erfasst hatte. Die Temperatur stürzte über Nacht um mehr als 20 Grad auf Werte um die 5 °C ab. Schnee blieb uns zum Glück erspart, auch wenn er ganz gut zu Weihnachten gepasst hätte. Als wir am 26. Dezember unsere Reise fortsetzten, kamen wieder einmal die dicken Ocean-Anzüge mit Skiunterwäsche und Fleeceschichten zum Einsatz und auch unseren Ofen hatten wir wieder in Betrieb genommen.

    Mit einem Zwischenstopp bei Boca Raton ging es für uns auf dem Intracoastal Waterway zunächst weiter bis Fort Lauderdale und dann am 28.12. bis Miami. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

    Hier noch in Kurzform einige Infos zu unseren Stopps:

    Palm Beach: Dank des großzügigen und zentral gelegenen, kostenlosen Docks und der guten Versorgungsmöglichkeiten sehr Cruiser-freundlich. Hier kann man es einige Tage aushalten.

    Palm Beach – Fort Lauderdale: Rund 20 Klappbrücken machen die Etappe zu einem Hindernisparcours. Extra Zeit einplanen!

    Fort Lauderdale: Lake Sylvia ist der beste Ankerplatz vor Ort und entsprechend voll. Es gibt kaum Möglichkeiten das Dinghy anzulanden. Ausnahme: Im Hafenbecken zwischen der SE 15th und der SE 16th Street gibt es eine Public Boat Ramp und ganz im Westen ein Dinghy Dock beim Southport Raw Bar & Restaurant. Kostet 10 $, die als Gutschrift im Restaurant wieder eingelöst werden können.

    Weiter Bilder unserer Reise in den Süden Floridas findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Von Titusville bis Palm Beach

    Über den Canaveral Barge Canal, das Cape Canaveral Lock und den Canaveral Inlet könnten wir ab Titusville unsere Reise nach Süden auf dem Atlantik fortsetzen. Die Wetteraussichten machten uns darauf aber überhaupt keine Lust. Große Tiefs auf dem Atlantik sorgten für viel Schwell und nur wenig Inlets bieten eine zuverlässig sichere Passage zurück in die geschützten Gewässer hinter den Barriereinseln bzw. den Atlantic Intracoastal Waterway (AICW). Wir zogen es vor, auf dem AICW zu bleiben und mit dem weiterhin vorherrschenden Nordwind soviel Strecke wie möglich unter Segel zurückzulegen. Das ging letztlich besser, als gedacht, auch wenn wir gefühlt die einzigen waren, die ohne Motor unterwegs waren. In bebauten Bereichen geht das zwar manchmal recht langsam, dafür ist es herrlich, fast lautlos auf dem quasi wellenlosen AICW voranzukommen, in der Ferne das Rauschen der Atlantikwellen oder mal weiter weg, mal ganz nah, das Blas der Delfine zu hören, und ab und an überraschten wir sogar Manatees beim Luft holen.

    Segeln auf dem AICW

    Unser Weg nach Palm Beach führte uns über den Indian River weiter nach Süden mit Ankerstopps bei Eau Gallie East, Vero Beach und Jensen Beach und weiter über den Peck Lake und Hobe Sound zunächst nach Jupiter und von dort die letzten 18 Seemeilen über den Lake Worth Creek in den Lake Worth, an dessen Ufern auch Palm Beach und West Palm Beach (WPB) liegen. In der Cocoanut Cove, gegenüber der Public Docks von WPB, gingen wir schließlich am 18. Dezember vor Anker.

    Zu Palm Beach, wo wir auch Weihnachten verbringen wollen, wird es noch einen eigenen Beitrag geben. Hier in Kurzform noch einige Infos zu den Zwischenstopps und dem AICW.

    Eau Gallie East: Zwischenstopp nahe der Eau Gallie Causeway Bridge. Bietet geschützte Ankermöglichkeiten, je nach Wind, nördlich oder südlich der Brücke. Easy in and out. Wir gingen nicht von Bord.

    Vero Beach, Vero Beach Channel

    Vero Beach: Unter Seglern offenbar sehr beliebt, es soll sogar Boote geben, die dort überwintern. Sehr geschützt liegt man in der Vero Beach Municipal Marina im Vero Beach Channel, bzw. an den Mourings der Marina. Kostet 20$ incl. Services und Shuttle ins Gewerbegebiet. Die Mourings werden übrigens mit bis zu drei Booten belegt, es wird also kuschelig. Wir fuhren durch das Mouringfeld hindurch, wo es dann, weiterin im Vero Beach Channel, noch einige Plätzchen zum Ankern gibt. Im Bethel Creek gibt es eine Anlandemöglichkeit für‘s Dinghy, in unmittelbarer Nähe zum Strand und eingeschränkt auch zur Versorgung. Ansonsten wenig los hier.

    Jensen Beach

    Jensen Beach: Hier gingen wir ungeplant vor Anker, bevor es Dunkel wurde. Erwies sich geradezu als Geheimtipp. Auch hier unterhält die Stadt ein Mouringfeld mit eigenem Dinghy-Dock und Servicegebäude, Ankern ist jedoch auch möglich und neben dem Servicegebäude gibt‘s eine große Bootsrampe, an der man gut mit dem Dinghy festmachen kann.

    Dem Ort fehlen der Protz und Glamour, was es sowohl sympathisch als auch günstig macht. Neben einem täglich geöffneten Bauernmarkt mit frischem Obst und Gemüse gibt es einen Publix-Supermarkt und einige Bars und Restaurants, alles in „walking distance“. Wer sich die Füße vertreten will, kann auch über die Frank A Wacha Bridge den Strand ansteuern. Das ist etwas weiter, aber auch ganz nett.

    Ankern im Jupiter Sound

    Jupiter: Hatten hier nur eine Nacht geankert, im Norden des Jupiter Sound, gleich Südlich der Conch-Bar. Guter Ankergrund und ausreichen Platz, sonst haben wir Jupiter nur vom Boot aus gesehen. Im Bereich des Jupiter Inlet und der Stadt selbst sind Ankerplätze rar.

    AICW: Auf den verbleibenden 18 Seemeilen zwischen Jupiter und Palm Beach passiert man immerhin 7 Klappbrücken, die zum Teil fest Öffnungszeiten haben. Kann also etwas länger dauern, wenn man nicht Vollgas von Brücke zu Brücke eilen möchte.

    Segeln auf dem AICW

    Weitere Bilder unserer Reise in den Süden Floridas findest du wie immer im Fotoalbum.

    Für die Statistik: Im Dezember, von Jax bis WPB: 256sm, 13.182sm in der Segelzeit, 19.793sm gesamt.