La Graciosa

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    La Graciosa

    Ankerplatz vor Playa Francesa

    Über La Graciosa ist wenig zu berichten. Die achte und nördlichste Kanareninsel liegt innerhalb des Meeresschutzgebiets des Chinijo-Archipels, größtes Meeresschutzgebiet Europas, und ist mit ihren 29 km² noch einmal deutlich kleiner als Porto Santo. Caleta del Sebo ist der Haupt- und Hafenort der Insel, auf der rund 700 Einwohner leben. Aufgrund des Schutzstatus können wir Yachties legal nur den Hafen Caleta del Sebos oder die Bucht vor Playa Francesa anlaufen, letzteres nur nach Anmeldung bei der zuständigen Behörde der Kanaren. Unsere Anmeldung schickten wir schon von Porto Santo aus an die zuständige Stelle, eine Antwort erhielten wir nie.

    Ankerplatz vor Playa Francesa, La Graciosa

    Als einzige Ankerlieger wurden wir während unseres Aufenthalts nicht weiter behelligt, auch wenn mehrmals täglich ein offizielles Behördenfahrzeug von Land aus nach dem rechten sah. Es dauerte 7 Tage, bis wir erstmals unseren Fuß an Land setzten. So lange waren wir eingeweht. Rund 7 Bft aus NNO, volle sieben Tag lang. Das Aufblasen und zu Wasser lassen unseres Dinghis erschien uns zu unsicher, also vertrieben wir uns die Zeit mit kochen, lesen, baden und bestaunten die Kulisse La Graciosas und Lanzarotes. Der Ankerplatz ist für nördliche Winde absolut sicher. Außer der Windsee von Land her, war von den 3-4 Meter Wellen auf offener See nichts zu merken, nur die starke Strömung ums Boot herum bot einen Hinweis darauf, wie es weiter draußen zugehen musste.

    Caleta del Sebo

    Mit Nachlassen des Windes landeten wir dann endlich mit unserem Beiboot an der Playa Francesa, um etwas mehr von La Graciosa zu entdecken. War ganz ok, den Hype um die Insel können wir allerdings nicht ganz nachvollziehen. Caleta del Sebo ist ein staubiges Nest ohne jegliche Straßenbefestigung, dafür aber mit jeder Menge Autos. Das Fehlen von Gärten oder überhaupt etwas Grünem wirkte auf uns wenig einladend, im einzig offenen Supermarkt war das Angebot nicht besonders üppig. Eine längere Wanderung über die Insel haben wir dennoch genossen, das Wüsten – Panorama und die Aussichten auf Meer, Küste und Nachbarinsel Lanzarote sind grandios.

    Blick vom Montaña Amarilla nach NO

    Einen Tag vor Ablauf unserer Anmeldung im Schutzgebiet gingen wir Anker auf und nutzten die angenehme Brise für einen Schlag nach Arrecife auf Lanzarote. Darüber dann mehr im nächsten Beitrag.

    Bilder unserer Ausflüge auf La Graciosa findes du im Fotoalbum.

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    Auf Wiedersehen Portugal

    Nach unserem kurzen Ausflug aufs Trockene waren wir technisch bereit, Porto Santo zu verlassen. Doch zunächst war Geduld gefragt, warteten wir doch noch auf zwei Pakete aus Deutschland. Die können auf dem Seeweg schon mal etwas länger brauchen, wie wir bereits in Funchal festgestellt hatten. Wir verlegten für einige Tage auf den Ankerplatz westlich des Hafens, der einen wunderschönen Ausblick auf Porto Santos Strand und Silhouette bietet.

    Bei östlicher Komponente im Wind bog dann allerdings zunehmend Schwell um Porto Santos Südwestecke und trieb uns wieder zurück ins Ankerfeld innerhalb des Hafens.
    Hier herrschte mittlerweile Aufbruchsstimmung. Neue Freunde und alte Bekannte zog es zu den Azoren, wir wollten weiter gen Süden, zu den Kanaren, auch weil sich mit dem stabilisierenden NNO-Wind der größte Makel Porto Santos besonders bemerkbar machte: Das Inselkraftwerk, in dem mit Schweröl betriebene Schiffsdiesel den Strom für Porto Santo generieren, verteilt seine Abgase über dem gesamten Hafen. Da bleibt einem das eine oder andere Mal buchstäblich die Luft weg.
    Am 17. Mai sollte der sehr kräftige NNO-Wind für einige Tage etwas schwächer wehen, für uns ein geeignetes Wetterfenster für die 270-Meilen-Überfahrt nach La Graciosa, der kleinen Nachbarinsel im Norden Lanzarotes.

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    Es wurde eine sportliche Überfahrt. Der Wind wehte wie so oft stärker als vorhergesagt, die See war entsprechend rau. Immerhin passte die vorhergesagte Richtung. Ein, zwei Mal verkleinerten wir unsere Segel, dann hieß es bei stabilem Raumschotskurs nur noch aus- und durchhalten. Wir erreichten nach 48 Stunden La Graziosa, seit 2018 die achte Insel der Kanaren und gingen vor Playa Francesa vor Anker. Wir sind die einzigen Ankerlieger, was wohl auch an der Wettervorhersage liegen mag: Durchgehend 6 – 7 Bft für eine Woche. Da bleiben wir wohl zuhause. Ausblick, Temperaturen und Luftqualität sind jedenfalls topp.


    Für die Statistik: Porto Santo – Playa Francesa (La Graciosa) 279 sm. Ø 5,7 kt. Größtes Etmal 142 sm. 5326 sm in der Segelzeit, 11937 sm gesamt.