CBP

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    Heimwärts

    Nach Abreise unserer Gäste blieben uns noch zwei Wochen Zeit, die Bahamas wieder zu verlassen. Unsere Cruisinglizenz galt nur für 3 Monate. Eine Verlängerung wäre zwar möglich gewesen, eine Staffelung ist aber nicht möglich, mit der Konsequenz, dass wenige Wochen mehr, ebenso wie mehrere Monate, erneut 300 Dollar gekostet hätten. Wir zogen es vor, die Bahamas innerhalb der gültigen Cruisinglizenz zu verlassen. Und wo soll es hin gehen? Das Ziel für 2023 lautet Deutschland. Nach über vier Jahren an Bord, ist die Zeit reif für eine Segelpause. Von nun an soll es heimwärts gehen. Die wesentlichen Zwischenstopps werden Jacksonville, FL, Bermudas und die Azoren sein, Ende des Sommers wollen wir einen deutschen Hafen anlaufen.

    Wir verlassen Georgetown bei Sonnenaufgang

    Für den Anfang folgten wir dabei der Route, die uns in diesem Jahr nach Great Exuma gebracht hatte. Über Cat Island und Eleuthera wollten wir einen guten Absprungspunkt anlaufen, für unsere Überfahrt nach Florida. Letzterer wurde dann erneut Great Harbour Cay, im Norden der Berry Islands, wo wir im Januar auf die Bahamas einreisten. Die südöstlichen Winde, mit denen wir GHC anliefen, sollten noch eine knappe Wochen anhalten, ideal für eine sichere Überfahrt nach Florida.

    Unterwegs

    Am 3. April verließen wir mit Beginn „unseres“ Wetterfensters Great Harbour Cay, ließen Freeport an Steuerbord liegen und segelten vor dem Wind hinaus in den Golfstrom, mit Ziel Port Canaveral.

    60 Stunden später erreichten wir den Ankerplatz gleich hinter der Port Canaveral – Schleuse und machten uns bei Sonnenuntergang mittels ROAM App an die Einreiseformalitäten. Die vorbehaltliche Einreisegenehmigung kam bereit nach wenigen Minuten per Email, mit der Aufforderung, unverzüglich das lokale CBP-Office aufzusuchen. Da selbiges erst wieder am nächsten Vormittag öffnen würde, war für uns erst mal Feierabend. Das Einklarieren verlief dann auch problemlos. Zwei freundliche Beamte sorgten dafür, dass wir nach nur 45 Minuten eine neue Cruisinglizenz in denn Händen hielten und fortan samt Boot wieder als Gäste die USA bereisen durften.

    1. Etappe: Exumas – Port Canaveral, FL

    Georgetown, Great Exuma – Port Canaveral, FL: 487sm.
    Zwischenstopps in New Bight (bester Waschsalon der Bahamas), Little San Salvador (auf halbem Weg nach Governor’s Harbour), Governor’s Harbour (Proviant aufstocken), Royal Island Harbour (Kaltfront-Durchzug abwettern), Great Harbour Cay (Ausklarieren, ausschließlich via Klick-to-Clear).

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    Puerto Rico – Einreise mit Hindernissen

    Für die Überfahrt nach Culebra verließen wir mit Sonnenaufgang Sint Maarten, schon am Nachmittag zuvor hatten wir die Spi-Bäume für unser Passatsegel gesetzt. Die Windvorhersage versprach achterliche Winde auf der gesamten Strecke, wir sollten also am nächsten Vormittag in Culebra eintreffen, wo wir in die USA einreisen und unsere Cruising Permit erhalten wollten.

    Ansteuerung Enseada Honda, Culebra

    Wir kamen wie geplant gut voran. In der Nacht, zwischen Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, war einiges an Schiffsverkehr zu beobachten. Hatten wir in der Zahl lange nicht mehr gesehen. Leider drehte der Wind nördlicher als erwartet und zwang uns, die Passatbesegelung noch in der Nacht abzunehmen und auf Groß/Genua zu wechseln, später frischte der Wind so kräftig auf, dass wir deutlich reffen mussten. Culebra erreichten wir wie geplant, wenn auch etwas müder als erwartet. Gleich nach dem Ankern meldeten wir unsere Ankunft der US-Behörde Customs and Border Protection (CBP) um das weitere Einklarieren abzusprechen. In Culebra wurde daraus aber leider nichts. CBP habe keinen Officer in Culebra, als Port of Entry wäre Culebra nur über die ROAM-App zu nutzen. Für uns keine Option, da ja unsere Pässe gestempelt werden müssten. Es bliebe uns nur die Möglichkeit nach Fajardo weiter zu segeln um dort im CBP Office einzuklarieren. Das hatten wir uns wahrlich anders vorgestellt.

    Ankerfeld im Lee von La Isleta

    Jammern hilft bekanntlich auch nicht weiter, also gingen wir schweren Herzens wieder Anker auf, verließen Bahia Honda und Culebra und setzten Kurs auf Fajardo, eine Stadt im Nordosten Puerto Ricos. Vier Stunden später fiel der Anker erneut, diesmal im Lee der Insel La Isleta, gegenüber des verwaisten Fährhafens von Fajardo, der nur noch vom Shuttleboot zwischen Fajardo und La Isleta angelaufen wird. Das pinkfarbene US-Customs-Gebäude kann man vom Ankerplatz aus sehen. Nach unseren Telefonaten aus Culebra und nach Ankunft bei Fajardo, wurden wir von CBP bereits erwartet. Die Beamten waren super freundlich, Immigration, Customs und Agriculture stellten ihre üblichen Fragen, entschuldigten sich, wenn sie Rückfragen zu unseren Angaben in den bereits vorab ausgefüllten Crewlist (Form I-418) und Vessel Entrance Statement (Form 1300) hatten, sprachen ihre Anerkennung für eine Atlantiküberquerung mit einem so keinen Boot aus und überreichten uns nach einer knappen Stunde Reisepässe, Cruising Permit für ein Jahr und den Agriculture Inspection Report. Das alles natürlich noch mit den besten Wünschen für eine schöne Zeit in Puerto Rico.

    Die US-Behörde CBP im pinkfarbenen Gebäude am Fährhafen Fajardos

    Fajado selbst ist nicht der Brüller. Ein amerikanisches Mittelzentrum im Niedergang, seit der Fährhafen nicht mehr angelaufen wird, wie uns der Beamte bei Customs erklärt hatte. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, bis in die Downtown sind es knapp 3 km, die Versorgungsmöglichkeiten dort aber äußerst dürftig. Für Proviant, SIM-Karte etc. muss man weiter zu den Shopping-Centern entlang des Highways, weitere 2-3 km entfernt. Nicht gerade ideal. Mussten wir also das Beste draus machen. Darüber mehr im nächsten Bericht.

    La Isleta vom Fähranleger Fajardos aus gesehen

    Noch einmals die wichtigsten Punkte für eine (Erst-)Einreise in die USA via Puerto Rico (Stand Feb. 2022):
    – Die Einreise, bzw. das Einklarieren mit CBP vorab klären. Kontaktinfo hier: https://www.cbp.gov/contact/ports/field-office/san-juan
    – Culebra ist (wenn kein Officer vor Ort) nur für die Einreise mit der CBP-App ROAM geeignet, hierfür braucht man bereits eine Cruising Permit und natürlich Internetzugang.
    – Fajardo ist für die Einreise gut geeignet, im Lee von La Isleta liegt man auf gutem Ankergrund sicher.
    – Das Büro der CBP liegt gleich hinter den Fähranlegern.
    – Für die Überfahrt entweder das Dinghy nutzen oder in der Marina La Isleta (Dinghy-Gebühr US-$ 5 p.Person) festmachen und mit dem kostenlosen Shuttle übersetzen.
    – Nächste Mietwagenstation: Fajardo-Inn (Thrifty)
    – Self Service Laundry in Downtown oder in der Marina, Wal-Mart im Westen von Downtown, dort auch ein T-Online-Shop für SIMs.