Bahamas

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    Heimwärts

    Nach Abreise unserer Gäste blieben uns noch zwei Wochen Zeit, die Bahamas wieder zu verlassen. Unsere Cruisinglizenz galt nur für 3 Monate. Eine Verlängerung wäre zwar möglich gewesen, eine Staffelung ist aber nicht möglich, mit der Konsequenz, dass wenige Wochen mehr, ebenso wie mehrere Monate, erneut 300 Dollar gekostet hätten. Wir zogen es vor, die Bahamas innerhalb der gültigen Cruisinglizenz zu verlassen. Und wo soll es hin gehen? Das Ziel für 2023 lautet Deutschland. Nach über vier Jahren an Bord, ist die Zeit reif für eine Segelpause. Von nun an soll es heimwärts gehen. Die wesentlichen Zwischenstopps werden Jacksonville, FL, Bermudas und die Azoren sein, Ende des Sommers wollen wir einen deutschen Hafen anlaufen.

    Wir verlassen Georgetown bei Sonnenaufgang

    Für den Anfang folgten wir dabei der Route, die uns in diesem Jahr nach Great Exuma gebracht hatte. Über Cat Island und Eleuthera wollten wir einen guten Absprungspunkt anlaufen, für unsere Überfahrt nach Florida. Letzterer wurde dann erneut Great Harbour Cay, im Norden der Berry Islands, wo wir im Januar auf die Bahamas einreisten. Die südöstlichen Winde, mit denen wir GHC anliefen, sollten noch eine knappe Wochen anhalten, ideal für eine sichere Überfahrt nach Florida.

    Unterwegs

    Am 3. April verließen wir mit Beginn „unseres“ Wetterfensters Great Harbour Cay, ließen Freeport an Steuerbord liegen und segelten vor dem Wind hinaus in den Golfstrom, mit Ziel Port Canaveral.

    60 Stunden später erreichten wir den Ankerplatz gleich hinter der Port Canaveral – Schleuse und machten uns bei Sonnenuntergang mittels ROAM App an die Einreiseformalitäten. Die vorbehaltliche Einreisegenehmigung kam bereit nach wenigen Minuten per Email, mit der Aufforderung, unverzüglich das lokale CBP-Office aufzusuchen. Da selbiges erst wieder am nächsten Vormittag öffnen würde, war für uns erst mal Feierabend. Das Einklarieren verlief dann auch problemlos. Zwei freundliche Beamte sorgten dafür, dass wir nach nur 45 Minuten eine neue Cruisinglizenz in denn Händen hielten und fortan samt Boot wieder als Gäste die USA bereisen durften.

    1. Etappe: Exumas – Port Canaveral, FL

    Georgetown, Great Exuma – Port Canaveral, FL: 487sm.
    Zwischenstopps in New Bight (bester Waschsalon der Bahamas), Little San Salvador (auf halbem Weg nach Governor’s Harbour), Governor’s Harbour (Proviant aufstocken), Royal Island Harbour (Kaltfront-Durchzug abwettern), Great Harbour Cay (Ausklarieren, ausschließlich via Klick-to-Clear).

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    Vier-Hand auf den Exumas

    Auf unserem Weg nach Georgetown, Great Exuma, legten wir noch in der Calabash Bay im Norden Long Islands und in Moriah Harbour einen Zwischenstopp ein.

    Strand der Calabash Bay

    Die Calabash Bay (Video) hatten wir noch in guter Erinnerung, die Bahamas-typischen Farben, Türkis und Weiß leuchten hier noch intensiver. Das Wetter erlaubte uns, gleich mehrere Tage zu bleiben und zum absoluten Highlight wurde unsere Begegnung mit einem Manatee, auf deutsch Seekuh. Vor dem Strand des Cape Santa Maria Resort sahen wir das Manatee vielleicht 15 Meter vom Ufer entfernt. Kaum ging Christine einige Schritte ins Wasser, bewegte es sich auf direkt auf sie zu, hob in Armeslänge entfernt die Nase zum atmen aus dem Wasser und ließ sich sogar streicheln. Auch als wir weiter gingen, folgte uns das Manatee und holte sich in der Folge noch einige Streicheleinheiten ab. Eine sehr bewegende Begegnung, die sich nicht wiederholen ließ. Am kommenden Tag war das Tier wieder verschwunden.

    Kuschel-Manatee

    Moriah Harbour (auch hierzu gibt’s ein Video), Teil des Mariah Harbour National Parkt, liegt am östlichen Ende von Great Exuma und ist von der südlichen Zufahrt in den Elizabeth Harbour gut zu erreichen. Sand ohne Ende, ein fast menschenleerer Strand, herrliche Farben und eine ruhige Nacht waren der Lohn für unseren frühen Aufbruch aus der Calabash Bay, im Norden Long Islands.

    Ankern im Moriah Harbour

    Tags darauf drehte der Wind wieder auf Nordost, der zum Exuma Sund hin offenen Seite der Bucht. Wir verlegten deshalb nach Georgetown und gingen „In Da Middle“ vor Anker. Elizabeth Harbour, geschützt gelegen zwischen Georgetown auf Great Exuma und Stocking Island ist das Mekka der amerikanischen Bahamas-Segler. Der Anblick von 300 – 400 Ankerliegern ist beeindruckend, aber echt nicht unser Ding. Die Amerikaner haben die Gemeinde auf Zeit straff durchorganisiert. Täglich um 8.00 Uhr beginnt die Funkrunde mit allen Infos und Regeln von Laufzeiten für Generatoren, über Ort und Zeit für‘s tägliche Beach-Yoga oder Taxi-Sharing, bis zum geplanten Klavierkonzert zum Sonnenuntergang auf Boot XYZ.

    Da mussten wir jetzt durch, denn bis zur Landung unserer Gäste waren es noch einige Tage.

    Am 8. März war es dann soweit und Anja und Sven kamen für 15 Tage an Bord. Zwei Wochen und zwei Hände mehr, eine Zeit, die wir so abwechslungsreich und angenehm wie möglich gestalten wollten. Wie immer gaben Wetter und die See den Ablauf vor, dennoch sammelten wir in unserer gemeinsamen Zeit auf den Exumas viele schöne Erinnerungen zwischen Georgetown und Staniel Cay. Darüber lassen wir am besten die Bilder sprechen…

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    Cat Island

    Am 23. Februar, 10.00 Uhr, gingen wir an unserem letzten Ankerplatz in Eleuthera, Rock Sound West, Anker auf. Der Wind blies nach dem nächtlichen Frontdurchgang immer noch kräftig aus WNW, sollte aber im Tagesverlauf weiter rechts drehen. Bis Davis Channel, dem einzig schiffbaren Weg aus der Bucht von Eleuthera in den Exumas Sound, mussten wir noch gegen den Wind kreuzen, durch den Channel ging es dann hoch am Wind, bis wir schließlich, am Cape Eleuthera auf einen angenehmen Vorwindkurs abfallen konnten. 

    Unter Genua segelten wir noch bis Sonnenuntergang entlang der Südküste Eleutheras nach Osten, bevor wir schließlich, bei East Point, Kurs auf Cat Island absetzten.

    Nachtfahrt von Eleuthera nach Cat Island

    Es wurde eine angenehme Fahrt durch die Nacht, mit wenig Wind und Welle unter einem herrlichen Sternenhimmel. Um neun Uhr morgens erreichten wir nach 81 Seemeilen unser erstes Ziel auf Cat Island, die Ortschaft New Bight. 

    Ursprünglich hieß die Insel Guanima, erst nach eintreffen weißer Loyalisten in 1783 entstand der Name Cat Island. Eine Version der Herkunft des neuzeitlichen Namens zieht den Piraten Arthur Catt heran, eine andere leitet sich von einer einst großen Zahl wilder Katzen ab.

    Ganze 1700 Einwohner (4 pro qkm) leben auf Cat Island. Es gibt keine schwimmenden Schweine, keine Kreuzfahrtschiffe und keine Hotelburgen. Vielleicht war das der Grund, warum uns die Insel auf Anhieb besonders ansprach, vielleicht waren es aber auch die Einheimischen, die grüßend und winkend an uns vorbei fuhren, oder eine Mitfahrt in ihrem Auto anboten. 

    Bar des Fish Fry, New Bight

    Als Cruiser hat uns sowohl der kleine Supermarkt, als auch der Waschsalon in New Bight begeistert. Letzterer der mit Abstand sauberste und gepflegteste unserer gesamten, bisherigen Reise.

    Die im wahrsten Sinne des Wortes herausragendste Sehenswürdigkeit Cat Islands ist die Hermitage auf dem Berg Alvernia, nebenbei auch mit 67 Metern die höchste Erhebung der Bahamas. Allemal ein lohnender Spaziergang vom Ankerplatz vor New Bight.

    The Hermitage, Mount Alvernia, Cat Island, Bahamas

    Zwei weitere Locations steuerten wir während unseres 11 Tage dauernden Aufenthaltes an: 

    Die Fernandez Bay und den Joe Sound Beach. 

    An beiden Ankerplätzen sahen wir erstmals auf den Bahamas noch halbwegs intakte Korallen und zahlreiche, bunte Fische. Sogar Meeresschildkröten kamen wir ganz nah. 

    Der Joe Sound Beach war übrigens seit Portugal der erste Strand, der größer als unser Bewegungsdrang war. Nach 5 km Strandwanderung kehrten wir um, ohne das Ende erreicht zu haben. 

    Joe Sound Beach, Cat Island

    Langsam rückt nun auch der Termin für den Besuch von Anja und Sven näher, die wir in Georgetown an Bord nehmen wollen. Grund genug am 24. Februar mit günstigem Wind näher an Great Exuma heran zu segeln. Cat Island werden wir in sehr guter Erinnerung behalten.

    Wie zuvor in Kurzform noch ein wenig Revierinfo:

    New Bight und Freetown Settlement: Rießiger Ankerplatz. Die Bars und Restaurants am Fish Fry am Strand von New Bight waren Ende Februar weitgehend verwaist oder geschlossen. Die Preise sind hoch. Bei südlicher Komponente im Wind wird’s etwas kabbelig am Ankerplatz. Bester Platz zum Anlanden des Dinghy ist im Lee des alten Govenment Docks beim Batelco-Turm und der Polizeistation. Der New Bight Food Market (30 Min. Fußweg nach Norden) ist gut sortiert und preislich ok, der Liquorstore nebenan gehört zum Supermarkt. Der Supermarkt fährt einen auf Nachfrage zum Strand. Auf halbem Weg liegt nördlich der Straße Gilly’s Laundry.

    Fernandez Bay: Halbmondförmige Bucht ohne Schwell (bei östlichen Winden) und guten Tiefen bis 200m vom Strand. Bar und Restaurant im Resort heißen Cruiser willkommen. Im Fernandez Creek kann man Schildkröten beobachten. Eine knappe Meile nördlich liegt Smith’s Bay. Dinghydock gleich südl. der Bootsrampe. Von dort über die Straße liegt der Supermarkt Alvernia Food Store (und eine Tagesklinik).

    Joe Sound Beach: Abgeschiedenheit pur. Endloser Strand. Vereinzelt Korallenstöcke mit < 1m unter der Oberfläche. Heads up!

    Am Ankerplatz des Joe Sound Beach durfte die Drohne mal wieder ran. Dabei entstand das nachfolgende Video. Viel Spaß!

    Mehr Bilder aus Cat Island findest Du in Kürze im Fotoalbum.

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    Mehr Eleuthera


    Am 21. Januar verließen wir die Hatchet Bay und folgten der Küste weiter nach Süden. Der nächste Ankerplatz, der auch Schutz vor starkem Westwind bietet, ist Rock Sound, etwas über 30 Seemeilen entfernt. Also jederzeit schnell erreichbar. Für die kommenden Tage sollte der Wind aber vorwiegend aus östlichen Richtungen kommen, kräftige Kaltfronten waren keine in Sicht. Wir konnten uns also Zeit lassen.

    Traumstrand French Leave Beach

    Nach einem Stopp nördlich von Pelican Cay steuerten wir zunächst Governor‘s Harbour und von dort die Paw Pay Bay und Ten Bay Beach an. Governor‘s Harbour ist ein guter Service Spot, den wir, nach Ten Bay, gern noch ein weiteres mal anliefen.

    Erst am 9. Februar zog es uns weiter und nach kurzen Stopps beim Tarpum Bay Settlement und Kemps Point gingen wir schließlich im Rock Sound vor Anker. Neben dem Auffüllen frischer Lebensmittel, konnten wir einige Sehenswürdigkeiten Eleutheras erwandern. Auch war Rock Sound ein guter Ort, um eine Kaltfront mit starkem Westwind abzuwetterten. Den der Front folgende, kräftigen Norder, nutzten wir dann am 13. Februar für den Absprung nach Cat Island.

    Sonnenuntergang, Ten Bay

    Wirklich viele Boote sahen wir während unserer 5 Wochen in Eleuthera nur in Spanish Wells und dann wieder im Rock Sound. Fast alle anderen Ankerplätze hatten wir für uns alleine oder mussten sie mit nur wenigen anderen Schiffen teilen. Auch ein Grund, weshalb wir so lange blieben.

    Hier noch einige Details zu unseren Ankerplätzen:

    Pelican Cay: Türkis ohne Ende und kristallklares Wasser, zum Teil nur knietief. In der Nähe gibt es eine aufgegebene Kaserne der US-Marine, die wir aber nicht besuchen wollten.

    Pelican Cay

    Levi Island: Schöne Kulisse und man hat die Bucht wohl meist für sich alleine. Hat der Ostwind aber eine südliche Komponente, wird es unruhig. War für uns Grund genug, nach Governor‘s Harbour zu verlegen.

    Governor‘s Harbour: Hat uns sehr gut gefallen und ist ein Ort mit Geschichte. Die Siedlung, heute Verwaltungssitz von Eleuthera, wurde 1648 von William Sayle gegründet und erhebt den Anspruch Ausgangspunkt der Post-Lucayan Bahamas zu sein. Auf Cupids Cay, verbunden mit dem „Festland“ durch einen Causeway trat das erste Parlament der Bahamas zusammen und stand das erste US-Konsulat auf den Bahamas. Und wer noch mehr (Kultur)-Geschichte wünscht, dürfte in der Haynes Library auf seine Kosten kommen.

    Governor’s Harbour

    Echte Traumstrände findet man überm Berg an der Ostküste Eleutheras. Der French Leave Beach ist mindestens einen Ausflug wert. Und nicht unerwähnt lassen wollen wir neben dem gut sortierten Supermarkt den „Village Laundromat“. Sauber, günstig und gut besucht!

    Paw Paw Bay und die Pineapple Cays: Schöner Ankerplatz, schöner Strand, mit Süd-Komponente im Wind allerdings ziemlich wackelig, weshalb wir bereits nach einer Nacht zur Ten Bay umzogen.

    Ten Bay und Ten Bay Beach: Sehr geschützter Ankerplatz, auch wenn‘s aus Ost mal kräftiger bläst. Ideal für Wassersport und Strandspaziergänge. Hier lässt es sich gut weilen – bis die Vorräte ausgehen, denn Einkaufen oder Essen gehen ist nicht.

    Ten Bay Beach

    Tarpum Bay Settlement: Bietet wohl nur bei ruhigem Wetter oder OSO-Wind Schutz. Mit unseren 1,55 Metern Tiefgang kamen wir nicht nahe genug ans Ufer heran, um tiefen Sand für den Anker zu finden. Einer der seltenen Fälle, wo wir es wegen des Ankergrunds vorzogen, nicht zu bleiben.

    Kemps Point North: Einsamkeit garantiert und Logenplatz für Sonnenuntergänge. Bei Ostwind gutes Lee.

    Rock Sound Harbour: Die Bucht ist rießig, mit guter Versorgungsmöglichkeit in Rock Sound. Für kleine Ausflüge bieten sich das Ocean Hole, das Bubble Bath und die Cathedral Caves an. Vierzig Boote lagen in der Bucht, eng wurde es aber erst, als alle vor der ersten kräftigen Kaltfront seit langem, ins Lee der Westseite der Bucht umzogen.

    Rock Sound Harbour

    Mehr Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum – und als Bonbon ein kleines Drohnenvideo der Ten Bay.

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    Nord-Eleuthera

    Eleuthera Island im Osten und die Ost-West ausgerichteten Inseln Ile George, Russel Island, Royal Island und Egg Island bilden eine große, nach SW offene Lagune mit 2-5 Metern Wassertiefe, die geschützte Ankerplätze für fast jedes Wetter bietet. Rundum-Schutz bietet darüber hinaus eine große Lagune auf Royal Island, in der wir auch einmal Schutz suchten, als die Vorhersage Starkwind mit über 30 Knoten aus W bis N ankündigte. Spanish Wells, ganz im Norden der „Lagune“ ist sowohl Port of Entry, als auch ein guter Versorgungsort für Cruiser. Der dortige Supermarkt, Food Fair, ist für die Bahamas sehr gut sortiert. Einen Waschsalon sucht man allerdings vergeblich.

    Wir konnten uns jedenfalls gut mit frischen Waren versorgen und genossen ansonsten das kristallklare Wasser und die stabile Wetterperiode mit schwachen Winden und viel Sonnenschein.

    Erst am 15. Januar zog es uns weiter und wir segelten via Current Cut in die eigentliche Bight of Eleuthera. Unsere bisherigen Stationen dort waren das Glass Window (davon haben wir auch ein Video erstellt), der 2 Meilen SO gelegen Ankerplatz The Cove und schließlich die Hatchet Bay mit Alice Town (und noch ein kleines Video). Die Hatchet Bay bietet ebenfalls perfekten Wetterschutz, wir stoppten dort allerdings für das Miracles Wash House und frische Lebensmittel.

    Eleuthera punktet bei uns mit (fast) leeren Ankerplätzen, kristallklarem Wasser und dem für die Bahamas herrlich milden Klima.

    Die Kehrseite wollen wir aber auch nicht ganz verschweigen: Die Preise für Lebensmittel sind astronomisch. Eine Müllverwertung gibt es nicht und weil Müllvermeidung auch kein Thema zu sein scheint, landet viel zu viel am Straßenrand, im Wasser oder wird, wenn der Sammelplatz voll ist, einfach abgebrannt. Und da das meiste Einkommen wohl für die Grundversorgung drauf geht, bleibt für Luxus, wie Pflege von Haus und Garten, zum Beispiel, selten was übrig. Entsprechend ärmlich sehen die Orte, abseits der Luxus-Hotelanlagen dann auch aus.

    Ihre Freundlichkeit haben sich die Menschen aber bewahrt und als Fußgänger am Straßenrand kann man sich fast sicher sein, früher oder später eine Mitfahrgelegenheit angeboten zu bekommen.

    Und jetzt lassen wir einfach die Bilder sprechen:

    Das folgende Video entstand am Ankerplatz „The Cove“, südlich des Glass Window. Bahamas pur…

    Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Welcome to the Bahamas

    Zwischen Miami und den Bahamas fließt bekanntlich der Golfstrom. Schon eine Meile vor der Küste war das tiefblaue Wasser des Golfstroms klar auszumachen. Und kaum hat man die scharfe Trennlinie überschritten, packt einen die Strömung und sorgt für deutlichen Versatz nach Norden. Unser eigentliches Ziel, Bimini, war beim herrschenden SSO kaum erreichbar, weshalb wir frühzeitig die Berry Islands als neuen Einklarierungsort ins Auge fassten. Der Strom behielt uns fest im Griff, bis wir, angezeigt durch den Tiefenmesser, am frühen Morgen des 5. Jan., den Flachwasserbereich der Bahamas erreichten. Die Dimensionen des Golfstroms vor Miami sind schon beeindruckend: 35 Seemeilen breit, 800 Meter tief, 3 Knoten schnell. Da schrumpft im Vergleich der Rhein zu einem Rinnsal. Wir waren froh, als wir ihn hinter uns gebracht hatten und das Wetter gut war. In einer Wind-gegen-Strom- Situation will man da nicht drinnen stecken.

    Cero Mackerel – Abwechslung in der Kombüse

    Der Rest des Törns, über die Eldorado – und Mackie Shoals, war schönes Segeln durch kristallklares,
    5 – 10 Meter tiefes Wasser, mit Delfinbesuch und einem Cero (Königsmakrele) an der Angel. Mit Sonnenuntergang des zweiten Segeltags erreichten wir schließlich, nach 120 Seemeilen, Great Harbour Cay und gingen nordwestlich des Naturhafens vor Anker.

    Immigration und Customs kommen zum Einklarieren in die Great  Harbour Cay Marina, in die wir am nächsten Morgen verholen mussten. Vier Yachten galt es einzuklarieren. Viel Arbeit also, für die beiden Beamten 😉 Um Mittag waren wir dann aber durch und mit einem freundlichen „Welcome to the Bahamas, have fun!“ erhielten wir unsere Ausweise zurück und die 300 $ teure Cruisinglizenz überreicht.
    Schnell noch eine SIM-Karte im Marinabüro erworben und es konnte weitergehen. Wir wollten den günstigsten Wind für die Weiterreise nach Eleuthera nutzen, von wo es dann gern auch etwas gemächlicher weiter gehen darf. 

    Drei Stunden segelten wir zunächst hoch am Wind nach NW, bevor wir nach einer Wende endlich den gewünschten östlichen Kurs anlegen konnten. Mit Einbruch der Nacht passierten wir die tropischen Cruiseship-Funparks auf den Stirrup Cays, bevor wir dann endlich direkten Kurs auf den im Nordwesten Eleutheras gelegenen Egg Island Cut anlegen konnten.

    Mit Sonnenaufgang erreichten wir den Cut und die geschützte See dahinter. Egg Island und Royal Island bilden einen bei westlichen und nördlichen Winden wunderbar geschützten Ankerplatz an dem wir die kommenden Tage gut liegen konnten. Darüber dann mehr im nächsten Beitrag.

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    Tschüß Bahamas!

    Norman’s Cay, Westküste.

    Während wir diesen Beitrag verfassen, haben wir die Bahamas bereits verlassen. Wir fassen uns deshalb etwas kürzer: Nach Big Major‘s Spot segelten wir zu den nördlichen Exumas und stoppten dort bei Norman‘s Cay, Highborn Cay und Adam‘s Cay. Das Wetter war weiterhin überaus windig und wechselhaft, die Ankerplätze blieben weiterhin unruhig und schaukelig.

    Ammenhaie bei Highborne Cay Marina.

    Nach dem Durchzug einer weiteren Kaltfront aus dem Norden sollte sich, gemäß aller Wettermodelle, ein mehrere Tage andauerndes Wetterfenster für unsere Überfahrt in die USA öffnen. Das wollten wir nicht verpassen und verließen die Exumas deshalb schneller als ursprünglich angedacht. Am 26 April überquerten wir vom Beacon Cay aus die Yellow Banks nordwärts zum Fleming Channel und segelten von dort gleich weiter, über den Northwest Providence Channel und durch den North Bar Channel in die Gewässer um Marsh Harbour, wo wir vor Hope Town vor Anker gingen. Der Ort war uns von der Crew der Gratitude wärmstens empfohlen worden und wir waren froh dem Tipp gefolgt zu sein. Für uns war Hope Town die schönste Ortschaft der Bahamas, die wir gesehen haben.

    Hope Town.

    Eine schöne, um ein natürliches Hafenbecken gelegene, geschlossene Ortschaft ohne Autoverkehr, die Häuser in unterschiedlichen, freundlichen Pastelltönen gestrichen, gemütliche Kneipen und ein echter, von Riffen geschützter, großer Sandstrand auf der Atlantikseite. Auch wenn noch nicht alle Schäden, die Hurricane Dorian (2019) angerichtet hatte, beseitigt sind, ist der Wiederaufbau des damals weitgehend zerstörten Orts fast abgeschlossen. Was auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, sind die Schicksale der Menschen, die hier lebten. Viele sind immer noch nicht zurückgekehrt, viele werden nie zurückkehren, auch weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können, denn Preise für Grund, Boden und Wohnen sind für die arbeitende Bevölkerung kaum mehr erschwinglich. Der Besitzer des Vernon‘s Grocery weiß einiges darüber zu erzählen.

    Leguane auf Allan’s Cay

    Unser Wetterfenster blieb bestehen und versprach, bei Abreise am Freitag, 6 Tage günstige Winde für unseren 500-600-Meilen-Törn nach Morehead City, NC. Deshalb hieß es Abschied nehmen, von Hope Town und den Bahamas. Wir verlegten mit einem kurzen Ausklarierungs-Stopp in Marsh Harbour zum Man-O-War Cay, von wo aus wir, durch den gleichnamigen Channel, in die USA aufbrachen.
    Was uns noch in guter Erinnerung bleibt: Ein wunderschönes Picknick am Strand von Hope Town, der Fang eines kolossalen Mahi-Mahi nach passieren des Fleming Channels und die Berge Fischfilets, die es daraufhin zu verspeisen gab.
    Und zu den Bahamas allgemein? Die Farben des Wassers, das leuchtende Türkis und Blau, das Wasser, das vielerorts so klar wie Glas ist, die leeren Strände und Buchten der Outer Islands, das warme Wasser, Kokosnüsse, selbst gepflückt.
    Bilder sagen mehr als Worte, du findest sie im Fotoalbum…

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    Big Major’s Cay

    Dem Strom des Galliot Cut folgend segelten wir am 16.4. von Cave Cay aus hinaus auf die „Banks“ und weiter nach Norden, geschützt durch die Kette der Exuma Cays. Einen Stopp beim Great Guana Cay ließen wir ausfallen und steuerten gleich den Ankerplatz von Big Major’s an. Viele Amerikaner verbringen die ganze Saison in der geschützten Bucht, trotzdem findet jeder noch ein Plätzchen.

    Ankerplatz Big Major’s Cay

    Hauptattraktion ist Pig Beach mit seinen frei laufenden (und schwimmenden) Schweinen. Ist letztlich auch nur ein Freiluft-Schweinestall, der jedoch, clever vermarktet, einen nicht enden wollenden Strom an Besuchern anzieht. Wir fragten uns das eine oder andere Mal schon, wer denn nun das größere Schwein ist, wenn Besucher versuchen, mit Steinen als Fake Futter oder Tritten das Beste Pig-Foto zu arrangieren. Unglaublich, was man da so sieht.

    Schweine füttern…

    Von uns gab es täglich Putz-Reste von Gemüse und Salat, das lieben die vierbeinigen Schweine. Daneben drehten täglich zwei Ammenhaie ihre Runde durch die Bucht und Stachelrochen schauten ebenfalls gern vorbei. Beim Schwimmen haben wir uns mittlerweile an solche Begegnungen gewöhnt.

    Um die Ecke liegt Staniel Cay mit seinem Yacht Club und Dinghy Dock, Supermärkten und einem Waschsalon, echte Seltenheit auf den Exumas. Mit Dinghy liegen ferner der Pipe Creek, Staniel Cay mit seinen Ammenhaien und zahlreich Sandbänke in Reichweite. Allerdings nicht bei unserer Motorisierung und dem unvermindert stürmischen Wetter.

    Staniel Cay Yacht Club

    Die Preise für Proviant erreichen hier übrigens astronomische Beträge. 12 US-$ für eine Packung Romanasalat, 8,50 US-$ für eine Packung Tostbrot, 6 US-$ für Eier. Keine Ahnung, wie einheimische Arbeitnehmer hier über die Runden kommen.

    Fünf Tage schauten wir dem munteren Treiben um Pig Beach und Big Major’s zu, dann brachen wir, trotz der unvermindert starken Winde auf, weiter Richtung Norden. Mehr Bilder gibt’s in Kürze im Fotoalbum.

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    Cave Cay, Exumas

    Anfahrt auf Cave Cay Cut

    Bei raumem Wind ging es für uns zügig durch den Conch Cay Cut hinaus auf den Sund und weiter entlang der Exumas gen Norden. So zügig, dass wir unterwegs das Tagesziel auf Cave Cay verlängerten, um auflaufendes Wasser bei der Einfahrt auf die Banks erwarten zu können. Cave Cay Cut gilt als tief und unkompliziert, was wir gern bestätigen können. 3-4 Knoten Strom saugten uns bei Ankunft durch den Tidenkanal, an ein Umdrehen ist da nicht mehr zu denken. Wollten wir ja auch nicht, statt dessen bogen wir, kaum hindurch, nach Steuerbord ab, um auf die Ankerplätze westlich von Cave Cay zu gelangen, wo dann auch, in Sichtweite der Zufahrt zur Cave Cay Marina, unser Anker fiel.

    Im Tidenstrom

    Der Pavlidis-Exumas-Guide verspricht am südlichen Ende eines langen, gewunden Sandstrands auf der Nordwestseite des Cays eine schöne Grotte („beautiful grotto“). Klingt toll, war dann aber eher etwas enttäuschend. Die Grotte ist eigentlich nur die offene Hälfte einer solchen, mit den Resten einiger Stalaktiten und einem bedrohlich von Rissen durchzogenen Gewölbe. Der gegenüberliegende Mini-Strand mal wieder „Private Property“.

    Attraktion und Namensgeber. Halbe Grotte auf Cave Cay

    Entlang der in diesem Bereich gut geschützten, felsigen Küste betrieben einige Marinalieger von ihren Dighies aus Speerfischen auf die wenigen Fische, die es hier noch geben mag. Am Hunger kann es wohl kaum gelegen haben, denn es gibt ein Restaurant in der Marina.

    Uns macht so ein Verhalten zunehmend wütend. Aus gutem Grund ist Speerfischen innerhalb 200 Metern von der Küste verboten: Die Gewässer der Bahamas sind, so weit wir sie bisher gesehen haben, leer und öde. Lebendige Korallen sind genauso selten wie lebendes Getier. Klima- und Meeresforscher sprechen und warnen vor der zunehmenden Zerstörung der Ökosysteme. Hier hat man ganze Arbeit geleistet, was einige Fun-Seeker nicht davon abhält auch noch die letzten, kleinsten, verbleibenden Fische zu killen. Sorry, musste mal raus 😉

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    George Town, Great Exuma

    Hamburger Beach, Stocking Island

    Die Exumas sind, so haben wir gehört, die Inselkette der Bahamas, die man gesehen haben muss. Wir waren gespannt, auch etwas skeptisch, denn solch ein Ruf sorgt, wie schon oft erlebt, zu Besucherströmen, die dem Gesamteindruck nicht immer dienlich sind. Einen ersten Eindruck davon, was Attraktivität bewirkt, bekamen wir dann auch gleich mit Einlaufen in Elizabeth Harbour, den durch Stocking Island vom Exuma-Sund abgeschotteten Naturhafen, im Südosten von Great Exuma. Das ist nicht weiter verwunderlich. Der Naturhafen und insbesondere George Town, liegt mit seinen guten Versorgungsmöglichkeiten zentral in der Inselwelt der Bahamas und ist somit logischer Stopp, sowohl für Segler auf dem Weg nach Norden oder Süden, oft auch Ziel für jene, die dem Nordamerikanischen Winter entfliehen und hier für längere Zeit vor Anker liegen bleiben. Der internationale Flughafen macht zudem Crew wechsel einfach und Georgetown selbst zur Drehscheibe für Tourismus auf den Exumas.

    Ankerplatz Sanddollar Beach, Stocking Island.

    So liegen denn allein zwischen Hamburger Beach im Norden, Elizabeth Harbour vor George Town und Sanddollar Beach im Süden Stocking Islands weit über 100 Motor- und Segelyachten vor Anker. Der stramme Wind sorgt übrigens für eine anständige Windsee und macht Versorgungsfahrten zum Dinghy Dock George Towns, im Lake Voctoria, zu einer meist nassen Angelegenheit. Die zahlreichen Überwinterer haben Stocking Island mit einem Wegenetz verhältnismäßig gut erschlossen, wie wir bei einigen Wanderungen über die Insel feststellen konnten. Eine weitere, der regelmäßig durchziehenden Kaltfronten, hielt uns einige Tage hier fest, die wir aber dennoch gut nutzen konnten, da die Internetverbindung hervorragend ist.

    Chat ‚N‘ Chill, Treffpunkt für Segler, Touris, Locals…

    Am Donnerstag, 14.4., hatten wir dann aber doch genug vom Geschaukel durch Windsee, Dinghys und Ausflugsboote und brachen auf gen Norden, zu den kleineren Inseln der Exumas. Darüber mehr im nächsten Beitrag.