Monat: Februar 2023

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    Cat Island

    Am 23. Februar, 10.00 Uhr, gingen wir an unserem letzten Ankerplatz in Eleuthera, Rock Sound West, Anker auf. Der Wind blies nach dem nächtlichen Frontdurchgang immer noch kräftig aus WNW, sollte aber im Tagesverlauf weiter rechts drehen. Bis Davis Channel, dem einzig schiffbaren Weg aus der Bucht von Eleuthera in den Exumas Sound, mussten wir noch gegen den Wind kreuzen, durch den Channel ging es dann hoch am Wind, bis wir schließlich, am Cape Eleuthera auf einen angenehmen Vorwindkurs abfallen konnten. 

    Unter Genua segelten wir noch bis Sonnenuntergang entlang der Südküste Eleutheras nach Osten, bevor wir schließlich, bei East Point, Kurs auf Cat Island absetzten.

    Nachtfahrt von Eleuthera nach Cat Island

    Es wurde eine angenehme Fahrt durch die Nacht, mit wenig Wind und Welle unter einem herrlichen Sternenhimmel. Um neun Uhr morgens erreichten wir nach 81 Seemeilen unser erstes Ziel auf Cat Island, die Ortschaft New Bight. 

    Ursprünglich hieß die Insel Guanima, erst nach eintreffen weißer Loyalisten in 1783 entstand der Name Cat Island. Eine Version der Herkunft des neuzeitlichen Namens zieht den Piraten Arthur Catt heran, eine andere leitet sich von einer einst großen Zahl wilder Katzen ab.

    Ganze 1700 Einwohner (4 pro qkm) leben auf Cat Island. Es gibt keine schwimmenden Schweine, keine Kreuzfahrtschiffe und keine Hotelburgen. Vielleicht war das der Grund, warum uns die Insel auf Anhieb besonders ansprach, vielleicht waren es aber auch die Einheimischen, die grüßend und winkend an uns vorbei fuhren, oder eine Mitfahrt in ihrem Auto anboten. 

    Bar des Fish Fry, New Bight

    Als Cruiser hat uns sowohl der kleine Supermarkt, als auch der Waschsalon in New Bight begeistert. Letzterer der mit Abstand sauberste und gepflegteste unserer gesamten, bisherigen Reise.

    Die im wahrsten Sinne des Wortes herausragendste Sehenswürdigkeit Cat Islands ist die Hermitage auf dem Berg Alvernia, nebenbei auch mit 67 Metern die höchste Erhebung der Bahamas. Allemal ein lohnender Spaziergang vom Ankerplatz vor New Bight.

    The Hermitage, Mount Alvernia, Cat Island, Bahamas

    Zwei weitere Locations steuerten wir während unseres 11 Tage dauernden Aufenthaltes an: 

    Die Fernandez Bay und den Joe Sound Beach. 

    An beiden Ankerplätzen sahen wir erstmals auf den Bahamas noch halbwegs intakte Korallen und zahlreiche, bunte Fische. Sogar Meeresschildkröten kamen wir ganz nah. 

    Der Joe Sound Beach war übrigens seit Portugal der erste Strand, der größer als unser Bewegungsdrang war. Nach 5 km Strandwanderung kehrten wir um, ohne das Ende erreicht zu haben. 

    Joe Sound Beach, Cat Island

    Langsam rückt nun auch der Termin für den Besuch von Anja und Sven näher, die wir in Georgetown an Bord nehmen wollen. Grund genug am 24. Februar mit günstigem Wind näher an Great Exuma heran zu segeln. Cat Island werden wir in sehr guter Erinnerung behalten.

    Wie zuvor in Kurzform noch ein wenig Revierinfo:

    New Bight und Freetown Settlement: Rießiger Ankerplatz. Die Bars und Restaurants am Fish Fry am Strand von New Bight waren Ende Februar weitgehend verwaist oder geschlossen. Die Preise sind hoch. Bei südlicher Komponente im Wind wird’s etwas kabbelig am Ankerplatz. Bester Platz zum Anlanden des Dinghy ist im Lee des alten Govenment Docks beim Batelco-Turm und der Polizeistation. Der New Bight Food Market (30 Min. Fußweg nach Norden) ist gut sortiert und preislich ok, der Liquorstore nebenan gehört zum Supermarkt. Der Supermarkt fährt einen auf Nachfrage zum Strand. Auf halbem Weg liegt nördlich der Straße Gilly’s Laundry.

    Fernandez Bay: Halbmondförmige Bucht ohne Schwell (bei östlichen Winden) und guten Tiefen bis 200m vom Strand. Bar und Restaurant im Resort heißen Cruiser willkommen. Im Fernandez Creek kann man Schildkröten beobachten. Eine knappe Meile nördlich liegt Smith’s Bay. Dinghydock gleich südl. der Bootsrampe. Von dort über die Straße liegt der Supermarkt Alvernia Food Store (und eine Tagesklinik).

    Joe Sound Beach: Abgeschiedenheit pur. Endloser Strand. Vereinzelt Korallenstöcke mit < 1m unter der Oberfläche. Heads up!

    Am Ankerplatz des Joe Sound Beach durfte die Drohne mal wieder ran. Dabei entstand das nachfolgende Video. Viel Spaß!

    Mehr Bilder aus Cat Island findest Du in Kürze im Fotoalbum.

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    Mehr Eleuthera


    Am 21. Januar verließen wir die Hatchet Bay und folgten der Küste weiter nach Süden. Der nächste Ankerplatz, der auch Schutz vor starkem Westwind bietet, ist Rock Sound, etwas über 30 Seemeilen entfernt. Also jederzeit schnell erreichbar. Für die kommenden Tage sollte der Wind aber vorwiegend aus östlichen Richtungen kommen, kräftige Kaltfronten waren keine in Sicht. Wir konnten uns also Zeit lassen.

    Traumstrand French Leave Beach

    Nach einem Stopp nördlich von Pelican Cay steuerten wir zunächst Governor‘s Harbour und von dort die Paw Pay Bay und Ten Bay Beach an. Governor‘s Harbour ist ein guter Service Spot, den wir, nach Ten Bay, gern noch ein weiteres mal anliefen.

    Erst am 9. Februar zog es uns weiter und nach kurzen Stopps beim Tarpum Bay Settlement und Kemps Point gingen wir schließlich im Rock Sound vor Anker. Neben dem Auffüllen frischer Lebensmittel, konnten wir einige Sehenswürdigkeiten Eleutheras erwandern. Auch war Rock Sound ein guter Ort, um eine Kaltfront mit starkem Westwind abzuwetterten. Den der Front folgende, kräftigen Norder, nutzten wir dann am 13. Februar für den Absprung nach Cat Island.

    Sonnenuntergang, Ten Bay

    Wirklich viele Boote sahen wir während unserer 5 Wochen in Eleuthera nur in Spanish Wells und dann wieder im Rock Sound. Fast alle anderen Ankerplätze hatten wir für uns alleine oder mussten sie mit nur wenigen anderen Schiffen teilen. Auch ein Grund, weshalb wir so lange blieben.

    Hier noch einige Details zu unseren Ankerplätzen:

    Pelican Cay: Türkis ohne Ende und kristallklares Wasser, zum Teil nur knietief. In der Nähe gibt es eine aufgegebene Kaserne der US-Marine, die wir aber nicht besuchen wollten.

    Pelican Cay

    Levi Island: Schöne Kulisse und man hat die Bucht wohl meist für sich alleine. Hat der Ostwind aber eine südliche Komponente, wird es unruhig. War für uns Grund genug, nach Governor‘s Harbour zu verlegen.

    Governor‘s Harbour: Hat uns sehr gut gefallen und ist ein Ort mit Geschichte. Die Siedlung, heute Verwaltungssitz von Eleuthera, wurde 1648 von William Sayle gegründet und erhebt den Anspruch Ausgangspunkt der Post-Lucayan Bahamas zu sein. Auf Cupids Cay, verbunden mit dem „Festland“ durch einen Causeway trat das erste Parlament der Bahamas zusammen und stand das erste US-Konsulat auf den Bahamas. Und wer noch mehr (Kultur)-Geschichte wünscht, dürfte in der Haynes Library auf seine Kosten kommen.

    Governor’s Harbour

    Echte Traumstrände findet man überm Berg an der Ostküste Eleutheras. Der French Leave Beach ist mindestens einen Ausflug wert. Und nicht unerwähnt lassen wollen wir neben dem gut sortierten Supermarkt den „Village Laundromat“. Sauber, günstig und gut besucht!

    Paw Paw Bay und die Pineapple Cays: Schöner Ankerplatz, schöner Strand, mit Süd-Komponente im Wind allerdings ziemlich wackelig, weshalb wir bereits nach einer Nacht zur Ten Bay umzogen.

    Ten Bay und Ten Bay Beach: Sehr geschützter Ankerplatz, auch wenn‘s aus Ost mal kräftiger bläst. Ideal für Wassersport und Strandspaziergänge. Hier lässt es sich gut weilen – bis die Vorräte ausgehen, denn Einkaufen oder Essen gehen ist nicht.

    Ten Bay Beach

    Tarpum Bay Settlement: Bietet wohl nur bei ruhigem Wetter oder OSO-Wind Schutz. Mit unseren 1,55 Metern Tiefgang kamen wir nicht nahe genug ans Ufer heran, um tiefen Sand für den Anker zu finden. Einer der seltenen Fälle, wo wir es wegen des Ankergrunds vorzogen, nicht zu bleiben.

    Kemps Point North: Einsamkeit garantiert und Logenplatz für Sonnenuntergänge. Bei Ostwind gutes Lee.

    Rock Sound Harbour: Die Bucht ist rießig, mit guter Versorgungsmöglichkeit in Rock Sound. Für kleine Ausflüge bieten sich das Ocean Hole, das Bubble Bath und die Cathedral Caves an. Vierzig Boote lagen in der Bucht, eng wurde es aber erst, als alle vor der ersten kräftigen Kaltfront seit langem, ins Lee der Westseite der Bucht umzogen.

    Rock Sound Harbour

    Mehr Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum – und als Bonbon ein kleines Drohnenvideo der Ten Bay.