Monat: Januar 2023

  • |

    Nord-Eleuthera

    Eleuthera Island im Osten und die Ost-West ausgerichteten Inseln Ile George, Russel Island, Royal Island und Egg Island bilden eine große, nach SW offene Lagune mit 2-5 Metern Wassertiefe, die geschützte Ankerplätze für fast jedes Wetter bietet. Rundum-Schutz bietet darüber hinaus eine große Lagune auf Royal Island, in der wir auch einmal Schutz suchten, als die Vorhersage Starkwind mit über 30 Knoten aus W bis N ankündigte. Spanish Wells, ganz im Norden der „Lagune“ ist sowohl Port of Entry, als auch ein guter Versorgungsort für Cruiser. Der dortige Supermarkt, Food Fair, ist für die Bahamas sehr gut sortiert. Einen Waschsalon sucht man allerdings vergeblich.

    Wir konnten uns jedenfalls gut mit frischen Waren versorgen und genossen ansonsten das kristallklare Wasser und die stabile Wetterperiode mit schwachen Winden und viel Sonnenschein.

    Erst am 15. Januar zog es uns weiter und wir segelten via Current Cut in die eigentliche Bight of Eleuthera. Unsere bisherigen Stationen dort waren das Glass Window (davon haben wir auch ein Video erstellt), der 2 Meilen SO gelegen Ankerplatz The Cove und schließlich die Hatchet Bay mit Alice Town (und noch ein kleines Video). Die Hatchet Bay bietet ebenfalls perfekten Wetterschutz, wir stoppten dort allerdings für das Miracles Wash House und frische Lebensmittel.

    Eleuthera punktet bei uns mit (fast) leeren Ankerplätzen, kristallklarem Wasser und dem für die Bahamas herrlich milden Klima.

    Die Kehrseite wollen wir aber auch nicht ganz verschweigen: Die Preise für Lebensmittel sind astronomisch. Eine Müllverwertung gibt es nicht und weil Müllvermeidung auch kein Thema zu sein scheint, landet viel zu viel am Straßenrand, im Wasser oder wird, wenn der Sammelplatz voll ist, einfach abgebrannt. Und da das meiste Einkommen wohl für die Grundversorgung drauf geht, bleibt für Luxus, wie Pflege von Haus und Garten, zum Beispiel, selten was übrig. Entsprechend ärmlich sehen die Orte, abseits der Luxus-Hotelanlagen dann auch aus.

    Ihre Freundlichkeit haben sich die Menschen aber bewahrt und als Fußgänger am Straßenrand kann man sich fast sicher sein, früher oder später eine Mitfahrgelegenheit angeboten zu bekommen.

    Und jetzt lassen wir einfach die Bilder sprechen:

    Das folgende Video entstand am Ankerplatz „The Cove“, südlich des Glass Window. Bahamas pur…

    Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Welcome to the Bahamas

    Zwischen Miami und den Bahamas fließt bekanntlich der Golfstrom. Schon eine Meile vor der Küste war das tiefblaue Wasser des Golfstroms klar auszumachen. Und kaum hat man die scharfe Trennlinie überschritten, packt einen die Strömung und sorgt für deutlichen Versatz nach Norden. Unser eigentliches Ziel, Bimini, war beim herrschenden SSO kaum erreichbar, weshalb wir frühzeitig die Berry Islands als neuen Einklarierungsort ins Auge fassten. Der Strom behielt uns fest im Griff, bis wir, angezeigt durch den Tiefenmesser, am frühen Morgen des 5. Jan., den Flachwasserbereich der Bahamas erreichten. Die Dimensionen des Golfstroms vor Miami sind schon beeindruckend: 35 Seemeilen breit, 800 Meter tief, 3 Knoten schnell. Da schrumpft im Vergleich der Rhein zu einem Rinnsal. Wir waren froh, als wir ihn hinter uns gebracht hatten und das Wetter gut war. In einer Wind-gegen-Strom- Situation will man da nicht drinnen stecken.

    Cero Mackerel – Abwechslung in der Kombüse

    Der Rest des Törns, über die Eldorado – und Mackie Shoals, war schönes Segeln durch kristallklares,
    5 – 10 Meter tiefes Wasser, mit Delfinbesuch und einem Cero (Königsmakrele) an der Angel. Mit Sonnenuntergang des zweiten Segeltags erreichten wir schließlich, nach 120 Seemeilen, Great Harbour Cay und gingen nordwestlich des Naturhafens vor Anker.

    Immigration und Customs kommen zum Einklarieren in die Great  Harbour Cay Marina, in die wir am nächsten Morgen verholen mussten. Vier Yachten galt es einzuklarieren. Viel Arbeit also, für die beiden Beamten 😉 Um Mittag waren wir dann aber durch und mit einem freundlichen „Welcome to the Bahamas, have fun!“ erhielten wir unsere Ausweise zurück und die 300 $ teure Cruisinglizenz überreicht.
    Schnell noch eine SIM-Karte im Marinabüro erworben und es konnte weitergehen. Wir wollten den günstigsten Wind für die Weiterreise nach Eleuthera nutzen, von wo es dann gern auch etwas gemächlicher weiter gehen darf. 

    Drei Stunden segelten wir zunächst hoch am Wind nach NW, bevor wir nach einer Wende endlich den gewünschten östlichen Kurs anlegen konnten. Mit Einbruch der Nacht passierten wir die tropischen Cruiseship-Funparks auf den Stirrup Cays, bevor wir dann endlich direkten Kurs auf den im Nordwesten Eleutheras gelegenen Egg Island Cut anlegen konnten.

    Mit Sonnenaufgang erreichten wir den Cut und die geschützte See dahinter. Egg Island und Royal Island bilden einen bei westlichen und nördlichen Winden wunderbar geschützten Ankerplatz an dem wir die kommenden Tage gut liegen konnten. Darüber dann mehr im nächsten Beitrag.

  • |

    Jahreswechsel in Miami Beach

    Unsere letzte, längere Etappe für 2022 legten wir auf dem Atlantik zurück. Bliebe man weiterhin auf dem Intracoastal Waterway, wartet kurz vor Miami eine Brücke mit 56 ft. maximaler Durchfahrtshöhe. Das war uns einerseits zu knapp, zum anderen war das Wetter optimal für einen Schlag vor der Küste: NO-Wind mit 15 Knoten, Welle 1,2 Meter. So fuhren wir denn mit auslaufendender Tide über den Port Everglades Inlet hinaus auf‘s Meer und 4 Stunden und 20 Meilen später durch den Government Cut und mit auflaufender Tide wieder hinein in die Lagunenlandschaft zwischen Miami und Miami Beach.

    Port Everglades Inlet.

    An diesem Mittwoch, 28.12.2022 lag kein Cruise Ship im Kanal vom Inlet zur Downtown Miamis, wir hatten also das seltene Glück, vom Government Cut, durch diesen Kanal, bis vor die Hochhäuser der Stadt segeln zu können. Erst dort im Wendebecken holen wir die Segel ein und fuhren anschließend durch die West-Venetian Klappbrücke und über die Biscayne Bay wieder nach Osten bis vor Miami Beach, wo wir NW des Sunset Harbour Yacht Clubs vor Anker gingen.

    Anfahrt auf Miami: Government Cut

    Die Kulisse dort ist beeindruckend. Im Westen sieht man die gesamte Kulisse Miamis von Downtown im Süden, bis Buena Vista im Norden, im Osten liegt gleich Miami Beach. Trotz der zentralen Lage hielt sich der Bootsverkehr in Grenzen und ebbte nach Sonnenuntergang vollständig ab, die No-Wake-Zone vor der Marina reduzierte den Wellenschlag zusätzlich. Wir blieben , für uns erstaunlich, die einzigen Liveaboards an diesem Ankerplatz. Ein Dinghy Dock und Wasser gibt es an der Barry Kutun Boat Ramp, gleich südlich der Marina, ein weiteres im Collins-Canal, gegenüber eines Publix Supermarkts. Beide sind zeitlich beschränkt und Towboat US droht mit Abschleppen im Auftrag der Stadt. Zumindest beim Dinghydock im Collinskanal kann man sein Beiboot aber neben dem Anleger an der Leitplanke am nördlichen Ufer festbinden und über eine 10 cm breite Stufe zum Anleger balancieren und umgeht damit die zeitliche Begrenzung am Dock. Das war jedenfalls unser Weg nach Miami Beach, den wir für tägliche Ausflüge an den Atlantikstrand, in den Art Deco Distrikt oder zum Südstrand nutzten. Es gibt kostenlose City-Trolleys, mit denen man mit etwas Glück sitzend, aber nicht wirklich schneller durch Miami Beach touren kann.

    Unser Ankerplatz vor Miami Beach

    Dass Miami Beach ansonsten ein teures Pflaster ist, müssen wir wohl keinem erzählen, es gibt aber auch kein Bootszubehör hier, was uns zu einem Ausflug nach Coconut Grove, einem südlich von Miami gelegenen Ortsteil veranlasste. Von unserm Ankerplatz waren das 9 sm, die mit unserem Boot in gut 2 Stunden zu schaffen sind. Coconut Grove ist das Sportbootzentrum Miamis. Anker- und Mouringfelder, Häfen, ein kostenloses City-Dock, Ausgangspunkt für kommerzielle Bootsausflüge, alles da, allerdings auch der entsprechende Bootsverkehr und begleitende Wellenschlag. Wir bekamen unser Motorenöl, das wir für die Bahamas an Bord haben wollten, sollte ein Ölwechsel fällig werden, und wären wohl am gleichen Tag wieder zurück an „unseren“ Ankerplatz vor Miami Beach gefahren, hätten wir nicht, bei einem Tauchgang im hier recht klaren Wasser der Biscayne Bay festgestellt, dass sich unsere Wellenendanode wieder einmal verabschiedet hatte. Eine neue musste also angebracht werden, wonach wir dann doch für den Tag den Feierabend einläuteten. Zurück nach Miami Beach fuhren wir am Morgen des 31.12.

    Das Feuerwerk zum Jahreswechsel war so spektakulär, wie wir uns das erhofft hatten. Die Städte Miami und Miami Beach zündeten 5 Großfeuerwerke, die wir alle vom Ankerplatz aus sehen konnten. Zusammen mit noch einige kleinere, private Pyroshows, war das schon ein bleibendes Erlebnis.

    Silvesterfeuerwerk über Miami

    Zum Ende der ersten Woche im neuen Jahr zeichnete sich ein gutes Wetterfenster für die Querung des Golfstroms zu den Bahamas ab. Wir mussten also wählen, zwischen einem Törn nach Key West, mit dem wir dem Ende unserer Cruisinglizenz nahe kommen würden und einer früheren Ausreise aus den USA, mit Ziel Bahamas, wo wir im März Besuch aus DE erwarteten.

    Wir entschieden uns letztlich zugunsten der Bahamas. Am 4. Januar füllten wir in der Miami Beach Marina noch einmal Dieseltank und die Benzinkanister für den Außenborder und segelten anschließend bei stabilem SSO Wind ins Neue Jahr und in Richtung Bahamas hinaus in den Golfstrom.

    Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

  • |

    Palm Beach bis Fort Lauderdale

    Ankerplatz zwischen West Palm Beach (l) und Palm Beach (r)

    Sieben Tage lagen wir in der Cocoanut Grove, zwischen West Palm Beach (WPB) und Palm Beach gelegen und zwischen der Flagler Memorial Bridge im Norden und Royal Park Bridge im Süden. Mindestens 35 Milliardäre wohnen in Palm Beach, ihr Vermögen summiert sich auf über 260 Milliarden Dollar. Entsprechend gepflegt sieht es aus, Palmenalleen, parkähnliche Gärten, Uferpromenaden, alles perfekt in Schuss gehalten von unzähligen, überwiegend spanisch sprechenden Arbeitern und anderen Dienstleistern. Die Spielzeuge der Reichen, sprich Megayachten, prägen das Stadtbild entlang des Lake Worth ebenso, wie die stets präsenten Privatjets im Anflug auf WPB.

    Palm Beach

    Die Bubble der feinen Gesellschaft endet allerdings wenige Blocks westlich der Downtown von WPB. Obdachlose, Dealer, Drogenabhängige, schäbige Restaurants und Gewerbe prägen das Stadtbild, wirken beklemmend und abstoßend. Kann man hautnah erleben, wenn man z.B. mit dem Bus zu einem der wenigen Waschsalons fährt. Und wie der dann aussieht, ist schwer in Worte zu fassen, einer so reichen Stadt komplett unwürdig und Beweis dafür, dass das Märchen von Tickle-Down Economics blanker Unsinn ist.

    Noch im Bereich der Bubble liegt das Public Dock von West Palm Beach, nur wenige hundert Meter von unserem Ankerplatz entfernt. Zum sehr gut sortierten Publix-Supermarkt sind es nur wenige Blocks, zahllose Bars und Restaurants, Galerien und Geschäfte sind ebenso in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

    Jeden Abend startete die weihnachtliche Licht- und Unterhaltungsshow „Holiday in Paradise“ im Park zwischen der zentralen Clematis Street und der WPB Waterfront Landing. Den Ablauf kannten wir bald in- und auswendig, denn unser Ankerplatz wurde zwangsläufig mit beschallt.

    Allabendliche, weihnachtliche Lichtershow in WPB

    Waren unsere ersten Tage in Palm Beach noch wunderbar sonnig und warm, erreichte uns dann am 24. Dezember die Kaltluft des Jahrhundert-Wintersturms, der fast die gesamte USA erfasst hatte. Die Temperatur stürzte über Nacht um mehr als 20 Grad auf Werte um die 5 °C ab. Schnee blieb uns zum Glück erspart, auch wenn er ganz gut zu Weihnachten gepasst hätte. Als wir am 26. Dezember unsere Reise fortsetzten, kamen wieder einmal die dicken Ocean-Anzüge mit Skiunterwäsche und Fleeceschichten zum Einsatz und auch unseren Ofen hatten wir wieder in Betrieb genommen.

    Mit einem Zwischenstopp bei Boca Raton ging es für uns auf dem Intracoastal Waterway zunächst weiter bis Fort Lauderdale und dann am 28.12. bis Miami. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

    Hier noch in Kurzform einige Infos zu unseren Stopps:

    Palm Beach: Dank des großzügigen und zentral gelegenen, kostenlosen Docks und der guten Versorgungsmöglichkeiten sehr Cruiser-freundlich. Hier kann man es einige Tage aushalten.

    Palm Beach – Fort Lauderdale: Rund 20 Klappbrücken machen die Etappe zu einem Hindernisparcours. Extra Zeit einplanen!

    Fort Lauderdale: Lake Sylvia ist der beste Ankerplatz vor Ort und entsprechend voll. Es gibt kaum Möglichkeiten das Dinghy anzulanden. Ausnahme: Im Hafenbecken zwischen der SE 15th und der SE 16th Street gibt es eine Public Boat Ramp und ganz im Westen ein Dinghy Dock beim Southport Raw Bar & Restaurant. Kostet 10 $, die als Gutschrift im Restaurant wieder eingelöst werden können.

    Weiter Bilder unserer Reise in den Süden Floridas findest du wie immer im Fotoalbum.