Monat: April 2022

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    Big Major’s Cay

    Dem Strom des Galliot Cut folgend segelten wir am 16.4. von Cave Cay aus hinaus auf die „Banks“ und weiter nach Norden, geschützt durch die Kette der Exuma Cays. Einen Stopp beim Great Guana Cay ließen wir ausfallen und steuerten gleich den Ankerplatz von Big Major’s an. Viele Amerikaner verbringen die ganze Saison in der geschützten Bucht, trotzdem findet jeder noch ein Plätzchen.

    Ankerplatz Big Major’s Cay

    Hauptattraktion ist Pig Beach mit seinen frei laufenden (und schwimmenden) Schweinen. Ist letztlich auch nur ein Freiluft-Schweinestall, der jedoch, clever vermarktet, einen nicht enden wollenden Strom an Besuchern anzieht. Wir fragten uns das eine oder andere Mal schon, wer denn nun das größere Schwein ist, wenn Besucher versuchen, mit Steinen als Fake Futter oder Tritten das Beste Pig-Foto zu arrangieren. Unglaublich, was man da so sieht.

    Schweine füttern…

    Von uns gab es täglich Putz-Reste von Gemüse und Salat, das lieben die vierbeinigen Schweine. Daneben drehten täglich zwei Ammenhaie ihre Runde durch die Bucht und Stachelrochen schauten ebenfalls gern vorbei. Beim Schwimmen haben wir uns mittlerweile an solche Begegnungen gewöhnt.

    Um die Ecke liegt Staniel Cay mit seinem Yacht Club und Dinghy Dock, Supermärkten und einem Waschsalon, echte Seltenheit auf den Exumas. Mit Dinghy liegen ferner der Pipe Creek, Staniel Cay mit seinen Ammenhaien und zahlreich Sandbänke in Reichweite. Allerdings nicht bei unserer Motorisierung und dem unvermindert stürmischen Wetter.

    Staniel Cay Yacht Club

    Die Preise für Proviant erreichen hier übrigens astronomische Beträge. 12 US-$ für eine Packung Romanasalat, 8,50 US-$ für eine Packung Tostbrot, 6 US-$ für Eier. Keine Ahnung, wie einheimische Arbeitnehmer hier über die Runden kommen.

    Fünf Tage schauten wir dem munteren Treiben um Pig Beach und Big Major’s zu, dann brachen wir, trotz der unvermindert starken Winde auf, weiter Richtung Norden. Mehr Bilder gibt’s in Kürze im Fotoalbum.

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    Cave Cay, Exumas

    Anfahrt auf Cave Cay Cut

    Bei raumem Wind ging es für uns zügig durch den Conch Cay Cut hinaus auf den Sund und weiter entlang der Exumas gen Norden. So zügig, dass wir unterwegs das Tagesziel auf Cave Cay verlängerten, um auflaufendes Wasser bei der Einfahrt auf die Banks erwarten zu können. Cave Cay Cut gilt als tief und unkompliziert, was wir gern bestätigen können. 3-4 Knoten Strom saugten uns bei Ankunft durch den Tidenkanal, an ein Umdrehen ist da nicht mehr zu denken. Wollten wir ja auch nicht, statt dessen bogen wir, kaum hindurch, nach Steuerbord ab, um auf die Ankerplätze westlich von Cave Cay zu gelangen, wo dann auch, in Sichtweite der Zufahrt zur Cave Cay Marina, unser Anker fiel.

    Im Tidenstrom

    Der Pavlidis-Exumas-Guide verspricht am südlichen Ende eines langen, gewunden Sandstrands auf der Nordwestseite des Cays eine schöne Grotte („beautiful grotto“). Klingt toll, war dann aber eher etwas enttäuschend. Die Grotte ist eigentlich nur die offene Hälfte einer solchen, mit den Resten einiger Stalaktiten und einem bedrohlich von Rissen durchzogenen Gewölbe. Der gegenüberliegende Mini-Strand mal wieder „Private Property“.

    Attraktion und Namensgeber. Halbe Grotte auf Cave Cay

    Entlang der in diesem Bereich gut geschützten, felsigen Küste betrieben einige Marinalieger von ihren Dighies aus Speerfischen auf die wenigen Fische, die es hier noch geben mag. Am Hunger kann es wohl kaum gelegen haben, denn es gibt ein Restaurant in der Marina.

    Uns macht so ein Verhalten zunehmend wütend. Aus gutem Grund ist Speerfischen innerhalb 200 Metern von der Küste verboten: Die Gewässer der Bahamas sind, so weit wir sie bisher gesehen haben, leer und öde. Lebendige Korallen sind genauso selten wie lebendes Getier. Klima- und Meeresforscher sprechen und warnen vor der zunehmenden Zerstörung der Ökosysteme. Hier hat man ganze Arbeit geleistet, was einige Fun-Seeker nicht davon abhält auch noch die letzten, kleinsten, verbleibenden Fische zu killen. Sorry, musste mal raus 😉

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    George Town, Great Exuma

    Hamburger Beach, Stocking Island

    Die Exumas sind, so haben wir gehört, die Inselkette der Bahamas, die man gesehen haben muss. Wir waren gespannt, auch etwas skeptisch, denn solch ein Ruf sorgt, wie schon oft erlebt, zu Besucherströmen, die dem Gesamteindruck nicht immer dienlich sind. Einen ersten Eindruck davon, was Attraktivität bewirkt, bekamen wir dann auch gleich mit Einlaufen in Elizabeth Harbour, den durch Stocking Island vom Exuma-Sund abgeschotteten Naturhafen, im Südosten von Great Exuma. Das ist nicht weiter verwunderlich. Der Naturhafen und insbesondere George Town, liegt mit seinen guten Versorgungsmöglichkeiten zentral in der Inselwelt der Bahamas und ist somit logischer Stopp, sowohl für Segler auf dem Weg nach Norden oder Süden, oft auch Ziel für jene, die dem Nordamerikanischen Winter entfliehen und hier für längere Zeit vor Anker liegen bleiben. Der internationale Flughafen macht zudem Crew wechsel einfach und Georgetown selbst zur Drehscheibe für Tourismus auf den Exumas.

    Ankerplatz Sanddollar Beach, Stocking Island.

    So liegen denn allein zwischen Hamburger Beach im Norden, Elizabeth Harbour vor George Town und Sanddollar Beach im Süden Stocking Islands weit über 100 Motor- und Segelyachten vor Anker. Der stramme Wind sorgt übrigens für eine anständige Windsee und macht Versorgungsfahrten zum Dinghy Dock George Towns, im Lake Voctoria, zu einer meist nassen Angelegenheit. Die zahlreichen Überwinterer haben Stocking Island mit einem Wegenetz verhältnismäßig gut erschlossen, wie wir bei einigen Wanderungen über die Insel feststellen konnten. Eine weitere, der regelmäßig durchziehenden Kaltfronten, hielt uns einige Tage hier fest, die wir aber dennoch gut nutzen konnten, da die Internetverbindung hervorragend ist.

    Chat ‚N‘ Chill, Treffpunkt für Segler, Touris, Locals…

    Am Donnerstag, 14.4., hatten wir dann aber doch genug vom Geschaukel durch Windsee, Dinghys und Ausflugsboote und brachen auf gen Norden, zu den kleineren Inseln der Exumas. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

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    Long Island

    Ankerplatz bei Clarence Town, Long Island

    Immer wieder überraschen besonders jene Ort positiv, die ursprünglich gar nicht in der Törnplanung enthalten sind. So auch Clarence Town, an der rauhen Ostküste Long Islands. Im Naturhafen, geschützt von Riffen und kleinen Inselchen ist es leicht, einen Ankerplatz zu finden, die Bucht strahlt in der gesamten Palette Türkis und Blau, Strände ohne Ende, das Wasser kristallklar. Im Süden der Bucht konnten wir Rochen beobachten, in der Flying Fish Marina Ammenhaie. Die Versorgung könnte besser sein, aber man kann ja nicht immer alles haben! Wir verbrachten 3 entspannte Tage hier, bevor wir schweren Herzens wieder aufbrachen um nicht während der angekündigten Starkwindphase stecken zu bleiben.

    Strand bei Clarence Town

    Wir wollten ums Cape Santa Maria herum auf die Westseite von Long Island. Das ist eine 50 Seemeilen-Passage, die man an einem Tag schaffen kann. Wir zogen es vor, über Nacht zu segeln, einerseits würden wir dann den nächsten Ankerplatz ohne Eile bei Tageslicht erreichen und hätten zudem den ganzen Ankunftstag „frei“. Die Planung ging auf. Es wurde eine entspannte Fahrt bei 3-4 Bft und wenig Welle, die wir von Ankerplatz bis Ankerplatz unter Genua zurücklegten. Um 8 Uhr hatten wir unseren Anker in der Calabash Bay eingegraben. Auch wieder so ein Ort, dessen leuchtende Farben des Wassers sprachlos macht.

    Cape Santa Maria

    Im Osten Hoosie Harbours, flacher Naturhafen im Nordosten der Bay, liegt das Dinghydock für Seymours, nördlichste Siedlung von Long Island. Wir machten dort fest, um zum Columbus Monument am Cape Santa Maria zu wandern. Das Monument erinnert an das freundliche aufeinander treffen der Eingeborenen Lucayans und Christoph Columbus, bei dessen Landung am 17. Oktober 1492. Ort und Datum sind zwar nicht unumstritten, die Panoramen, die sich dem Besucher bieten sind auf jeden Fall genial. Der Weg ist lang und heiß. Kühlung findet man am Kap im Meer, nach der Rückkehr bei Rodney, im Sunset Restaurant, 100 m südlich des Dingydocks. Nein, es gibt keine Klimaanlage (und auch kein WiFi), dafür aber kaltes Kalik, Eiswasser und Chips als Zugabe. Auf Bestellung kann man wohl auch sehr gut speisen, dort, was wir leider nicht mehr probieren konnten. Wir wollten weiter zu den Exumas und nutzten den guten Wind um am darauffolgend Tag George Town anzulaufen.

    Verdiente Abkühlung!

     

    Weitere Bilder von Long Island findest du im Fotoalbum.

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    Great Inagua bis Long Island

    Die Sturmfock schont das Passatsegel…

    Great Inagua ist die südlichste Insel der Bahamas, an klaren Tagen soll man vom Leuchtturm aus das nur runde 50 sm entfernte Cuba sehen können. Acklins- und Crooked Island sind bei den vorherrschenden, östlichen Winden das logische, nächste Ziel. Gern wären wir dann weiter zu den Jumentos Inseln, bekannt für Abgeschiedenheit und Einsamkeit auf vielen, unbewohnten Inseln und zudem (oder ebendem) nur wenig besucht. Beim zurzeit wechselhaften und sehr windigen Wetter erschien uns das als etwas zu abenteuerlich. Nach einer Starkwindpassage von Great Inagua nach Acklins Island, während der wir erstmals unsere Sturmfock zum Einsatz brachten, konnten wir einen ruhigen Nachmittag in der Sugar Bay, Acklins Island, verbringen.

    Sugar Bay, Acklins Island

    Das Wasser unvorstellbar klar und bis zum Horizont in allen Schattierungen von Blau und Türkis leuchtend. Muss man gesehen haben um es zu glauben, Bilder können dem kaum gerecht werden. Gern wären wir länger geblieben, doch leider mussten wir am nächsten Tag schon wieder weiter, ein bevorstehender Frontdurchgang mit kräftigem Nordwind, zwang uns, einen der wenigen, für solches Wetter geeigneten Ankerplätze, aufzusuchen. Wir fanden, mit einigen weiteren Yachten, Schutz hinter Long Cay, im Bereich der Zufahrt zur Acklins Bay, kurz bevor die Front mit heftigem Regen und Wind über uns hinwegzog. Zwei Tage später, am Montag, 28. März, drehte der Wind wieder auf NO und es wurde Zeit einen Leeankerplatz an einer Westküste aufzusuchen. Unsere Wahl fiel auf Landrail Point, an der Nordwestecke von Crooked Island.

    Landrail Point, Crooked Island

    Ein schöner Ankerplatz mit einem langen Sandstrand, den wir für einen Tag quasi für uns alleine hatten. In der Siedlung Landrail Point Settlement gibt es ein Restaurant, eine Boutique und einen Supermarkt. Sonst nichts. Sehr entspannt also. Im Restaurant (Gibson‘s Restaurant #2) verwöhnten wir uns mit einem reichhaltigen Mittagessen, welches wir weder so bestellt hatten, noch so von der Chefin angekündigt war, runde zwei Stunden Vorbereitungszeit brauchte und dann schließlich lecker, aber eben auch recht teuer war.

    Landrail Point Settlement. Hier tobt das Leben…

    Nördlich des Strands, gleich hinter Pittstown Point gibt es übrigens eine neue, großzügig ausgebaute Marina, deren Riffzufahrt mit roten und grünen Bojen markiert ist. Besichtigten wir auf einer unserer Strandwanderungen, denn die Liegegebühr von 4 $ / Fuß sind einfach zu astronomisch für ein paar Hafentage.
    Eine längere Periode ruhigeren Wetters war weiterhin nicht in Sicht, weshalb wir die Jumentos endgültig abschrieben und Long Island als nächstes Ziel ins Visier nahmen. Versorgt mit frischem Obst und Gemüse aus dem begrenzten Angebot des Supermarkts, brachen wir schließlich am 1. April nach Long Island auf. Gut 30 sm sind es, bis hinüber zur Südspitze der Insel. Geschützt von einem Riff sollte man dort gut ankern können, auch gibt es eine Strandkneipe, deren Conch-Fritters besonders lecker sein sollen. Zu denen kamen wir jedoch nicht. Das Riff wurde seinem Schutzanspruch überhaupt nicht gerecht. Es wurde eine sehr , sehr unruhige Nacht mit wenig Schlaf ohne Aussicht auf Besserung der Bedingungen. Mit Sonnenaufgang verließen wir den Ankerplatz und segelten weiter nach Norden, entlang der Ostküste Long Islands, bis Clarence Town. Darüber mehr im nächsten Beitrag.

    Weiter Bilder zur Acklins- und Crooked Islands-Gruppe findest du im Fotoalbum.