Monat: Januar 2022

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    Antigua und die Wassermacher-Saga

    Segeln an Antiguas Westküste

    Im sauberen Wasser der Mosquito Cove vor Jolly Harbour nahmen wir erstmals nach Ankunft in der Karibik unseren Wassermacher wieder in Betrieb. Die Qualität des produzierten Wassers hatte sich weiter verschlechtert. Es schmeckte so salzig, dass wir es fortan nur noch zum Waschen und Putzen verwenden konnten und wohl oder übel auf Flaschenwasser umstiegen. Es begann die Ursachenforschung, für die wir uns bei den Vertretungen des Herstellers SLCE in St. Barts und Sint Maarten, dem Verkäufer in Deutschland und Watermaker-Services in Falmouth Harbour unterstützen ließen. Alle Tests, die wir so durchführten, blieben ohne Ergebnis. Alles im grünen Bereich. Blieb letztlich nur noch die Membrane selbst, die, aus welchem Grund auch immer, hinüber sein musste. Ein Verdacht, der mit Messung der Salinität bei Watermaker Services in Falmouth Harbour fast schon zur Gewissheit wurde. 1800 ppm und damit tatsächlich nicht mehr genießbar. Als auch das Zerlegen des Membrangehäuses keine schadhaften Dichtungen hervorbrachte blieb nur noch der Tausch. Watermaker Serivces erwies sich für uns als gute Wahl. Julian, Chef des Betriebs, schlug vor, die Membrane direkt vom Hersteller in den USA zu besorgen. Ginge schneller und würde zudem deutlich günstiger. Klar stimmten wir dem zu.

    Danja in Falmouth Harbour

    Das Warten auf die Lieferung der neuen Membrane nutzten wir zum Segeln. 365 Strände soll Antigua zählen. Einen für jeden Tage eines Jahres. Es gab also für uns noch einiges zu entdecken. Bei Slipway Marine in English Harbour füllten wir Wasser- und Dieseltank und machten uns wieder auf den Weg. Im Uhrzeigersinn einmal um ganz Antigua. Stopps legten wir ein vor Deep Bay Beach, Jumby Bay Beach, Big Bird Island mit seinem North und South Beach und vor Green Island, innerhalb der Non Such Bay. Von dort kehrten wir nach Falmouth Harbour zurück, denn unsere Membrane war nach einer Woche eingetroffen und bereit für den Einbau.

    South Beach, Great Bird Island

    Tags darauf war das Teil eingebaut und gespannt starteten wir einen Probelauf. Das Wasser schmeckte nicht mehr salzig. Aufatmen an Bord. Ein Test der Salinität bestätigte mit 250 ppm die Trinkwasserqualität, womit wir wieder unabhängig von landseitiger Wasserversorgung waren. Dank Watermaker Services hatten wir zudem noch eine Menge Geld sparen können. Julian und Karen sind auf Antigua unsere absolute Empfehlung bei Problemen mit dem Wassermacher.

    An der Tankstelle der Slipway Marine, English Harbour

    Am 20. Januar verließen wir Falmouth Harbour vorerst zum letzten Mal in Richtung Jolly Harbour. Dort wollen wir vor Anker auf günstigen Wind für die Überfahrt nach Barbuda warten.

    Jolly Beach

    In Kurzform noch einige Infos zum „Revier“:

    • Wasser ohne Liegeplatz fanden wir nur bei der Tankstelle der Slipway Marine in English Harbour. Fast so teuer wie der billige Diesel.
    • Man kann günstig und gut essen gehen, wenn man sich unter‘s Volk mischt (Sugar T’s, Captain’s Table, La Toya’s Local Cuisine)
    • Bei Great Bird Island ist man die fetten Mega-Yachten los. Die haben zuviel Tiefgang für diese wunderschöne Ecke Antiguas. Für Non Such Bay gilt das Gegenteil.
    • Der Ankerplatz in der Freeman‘s Bay (English Harbour) ist immer rappelvoll. In Falmouth Harbour lässt es sich dagegen gut ankern. Die Versorgung dort ist topp und vielfältig.
    • Bei Jolly Harbour lagen wir besonders gern vor Jolly Beach. Der Strand ist riesig und fast Menschenleer, weil die Hotels dort geschlossen sind.
    • Budget Marine (Jolly und Falmouth Harbour) ist super sortiert, falls mal ein Ersatzteil fehlt. Zum Einkauf immer die Einklarierungspapiere mitnehmen. Ist Voraussetzung für zollfreien Einkauf.
    • Antigua hat kein Entsorgungskonzept für seinen Müll, trotz des absurden Reichtums vieler seiner Gäste bleibt nichts hängen. Müll wird verbrannt. Das riecht man bei Ostwind besonders deutlich an der Westküste um St. John’s und Deep Bay.
    • Busse fahren überall hin, mit Fahrern von halb blind bis Formel 1 – Aspirant. Abenteuerlich. Beim Einsteigen das „Good Morning“ oder „Good Afternoon“ nicht vergessen!

    Mehr Bilder zu Antigua findest du wie immer im Fotoalbum.

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    Jahreswechsel in Antigua

    Kaum angekommen, sind sowohl Weihnachten, als auch Silvester vorüber und wir sind in 2022 angekommen. So eine Überfahrt ist, was die Vorweihnachtszeit angeht, wie ein Blackout, aber wir haben wieder Tritt gefasst. Allen Lesern dieser Seiten, allen Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen wünschen wir an dieser Stelle ein

    Gutes Neues Jahr!

    10 Tage nach dem Einklarieren sind wir wieder im Cruisingmodus. Englisch Harbour und die Freeman Bay, unser Ankerplatz über Weihnachten, haben wir hinter uns gelassen. In Erinnerung bleiben spannende Taxi- und Busfahrten sowie Begegnungen mit dem karibischen Amtsschimmel der Zollverwahrung auf der „Jagd nach dem Ersatzteil“ für unseren Kochherd, das quirlig-lärmende, vorweihnachtliche St. John‘s und die schöne Stimmung im weihnachtlichen Nelson‘s Dockyard, Weltkulturerbe und Treffpunkt für Yachties aus Nah und Fern.

    Vor Anker in der Carlisle Bay

    Am 27.12. folgten wir der Küste im Uhrzeigersinn zur Carlisle Bay, wo wir direkt vor dem exklusiven Carlisle Bay Resort vor Anker gingen. Das All-Inklusive-X-Mas-Packag für 990 US-$ pro Nacht, pro Zimmer. Das ist mal ‘ne Ansage. Tauschen hätten wir nicht wollen, denn vom Wasser aus, ist die Bay einfach unübertrefflich. Besonders krass auch der Kontrast zur Old-Road, an der das Resort liegt. Gemüse- und Obstgarten der Insel, aber auch zuhause des ärmeren Teils der Bevölkerung Antiguas. Keine Gegend für einen Abendspaziergang.

    Unterwegs nach Jolly Harbour

    Am 30. Dezember ging es für uns dann weiter Richtung Jolly Harbour. Wir warfen Anker in der Mosquito Cove, 10 Minuten vom Dinghy-Dock der Marina entfernt. Am letzten Tag des alten Jahres ließen wir uns als Walk-Ins in der New Villa Poly Clinic boostern. Genial! An dieser Stelle Danke dafür an Antigua und Barbuda!
    Mit einigem Feuerwerk im Umfeld Jolly Harbours begrüßten wir von Bord aus das Neue Jahr. Wir sind gespannt was es für uns bereithalten wird. Die kommenden ein, zwei Wochen wollen wir noch einige Ankerplätze Antiguas und Barbudas erkunden, bevor wir dann wieder Segel setzen in Richtung Nordwest.

    Sonnenuntergang in der Carlisle Bay