Monat: März 2021

  • Porto Santo

    Sandstrandtraum Campo do Baixo

    Zwei Wochen sind wir nun schon in Porto Santo. Oder drei Tage weniger, wenn wir die Zeit bis zum Vorliegen unserer Covid-Tests abziehen. Erst dann durften wir einchecken. Licht und Schatten erscheint mir die kürzest mögliche Beschreibung für den ersten Eindruck, vielleicht auch etwas verwöhnt von den vorangegangenen Wochen auf Madeira. Es liegt sich günstig hier. EUR 6,50 pro Tag am Anker im Hafen (oder davor), incl. Zugang zu den Einrichtungen der Marina. Die Dezemberstürme 2020 hatten zwei Drittel des Pontons A zerstört, Liegeplätze mit Landanschluss sind deshalb absolute Mangelware, was uns nicht stört, denn nach 6 Wochen Funchal sind wir über die Ruhe am Anker froh. Die Versorgung klappt gut, in Vila Baleira gibt‘s bei Pingo Doce und anderen lokalen Geschäften alles, was wir bisher brauchten. Auf der Schattenseite schlagen das kühle, windige und wechselhafte Wetter ebenso zu Buche, wie der unreine Grund des Ankerplatzes und das Kraftwerk am Hafen, welches aus Schweröl Strom für Porto Santo generiert und je nach Windrichtung seine Abgaswolken über den Hafen verteilt. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das in der Hochsaison aussieht, wenn neben den 5 1/2 Tausend Einwohnern auch die gefüllten Hotels zu versorgen sind.

    Auf dem Pico Macarico

    Da bleiben wir im Weiteren lieber beim Licht: Porto Santo verzeichnet Null aktive Corona-Fälle. Das gibt einem ein sicheres Gefühl, wenn man durch Vila Baleira geht, auch deshalb, weil trotz der guten Lage die Maskenpflicht gilt und befolgt wird. Es ist überall herrlich ruhig. Schön für uns, sicherlich weniger schön für die lokale Wirtschaft, aber wir genießen es. Es gibt mehr zu unternehmen, als die Größe Porto Santos vermuten lässt. Zwar gilt der 9 km lange Sandstrand als die Attraktion der Insel, daneben gibt es aber, gerade für wander-begeisterte wie uns, eine gute Handvoll Berggipfel, die unbedingt bestiegen werden wollen.
    In unseren ersten beiden Wochen waren der Pico de Maçarico (286m), Pico Branco (450m) und Pico Castelo (437m) unsere Gipfelziele, ebenso wanderten wir entlang der gesamten 9 km des Strandes Campo de Baixo – und zurück. Die längste Tour war die zum Pico Branco und Terra Chã. Eigentlich ungeplant, denn wir waren mit den Rädern auf der Rundstraße ER111 unterwegs und entschieden uns eher spontan den Gipfel noch „mitzunehmen“. Alle Ausflüge boten geniale Ausblicke über Porto Santos Landschaft und seine Küsten. Im Fotoalbum findet ihr in Kürze die Bilder, die währen der Ausflüge entstanden sind, sie sind zudem über den Text verlinkt.

    Picknick auf dem Pico Castelo
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    Auf nach Porto Santo

    Am Samstag, 27. Februar, verließen wir Funchal. Wir hatten noch versucht mit der Marina einen besseren Rabatt für längeres Liegen zu verhandeln, blieben jedoch erfolglos. Gerade in Anbetracht der unzumutbaren Sanitäranlagen trat der Vorteil der zentralen Lage Funchals für Ausflüge auf Madeira zunehmend in den Hintergrund. Außerdem wurde es Zeit nach 6 Wochen wieder Neues zu entdecken. Unser Ziel war Porto Santo.
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    Am Montag sollte eine mäßige Brise aus Nord gute Bedingungen für eine Überfahrt bieten. Bis dahin bließ es aber noch kräftig mit mindestens 6 Bft, ebenfalls aus nördlichen Richtungen. Die wollten wir vor Machico ankernd aussitzen. Machico, übrigens der älteste Ort Madeiras, bietet einen der wenigen guten Ankerplätze Madeiras. Hier landeten 1419 erstmals Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira, bei der Entdeckung Madeiras. Der schwarze Sand hielt auch uns perfekt, leider sorgte Schwell aus Ost und kräftiger Wind für viel Bewegung im Schiff. Am Montag segelten wir dann wie geplant hinüber nach Porto Santo. Immer schön am Wind, kamen wir mit einer Wende aus und erreichten kurz nach Sonnenuntergang den Hafen von Porto Santo. Die vielen Ankerlieger, über die wir bei Einfahrt in den Hafen noch staunten, erklärten sich bald mit dem fehlenden Ponton A, der während der Dezemberstürme zu zwei Dritteln zerstört wurde. Auf der Insel gibt es keine (!) Corona-Fälle. Damit das so bleibt wird getestet, was das Zeugs hält. Für alle, die länger bleiben wollen, so wie wir, sogar doppelt.

  • Pico Alto und Levada do Furado

    Unsere letzten beiden Touren ab Funchal führten zum Pico Alto, einer der Gipfel über der Stadt, den wir täglich von Bord aus sehen konnten und zur Levada do Furado, einer der schönsten Levadawanderungen Madeiras, was wir voll und ganz bestätigen können.

    Für die Wanderung zum Pico Alto fuhren wir am 14.Februar zunächst mit dem Bus hinauf nach Monte, dann wanderten wir die verbleibenden knapp 600 Höhenmeter über den Caminho Antigo do Terreiro da Luta und den PR3.1 Richtung Ribeira das Calas, zum Gipfel des Pico Alto. Der Ausblick erfüllte alle Erwartungen und das kühle Coral nach dem Abstieg in der Bar des Casa Regional Terreiro da Luta setzte dem Ausflug noch das Sahnehäubchen auf: Bier incl. Tremoços für 1 EUR. Gibt‘s auch nicht mehr so oft.

    Die Levada do Furado nahmen wir am 25. Februar ins Visier. Die Linie 56 (Horarios do Funchal) brachte uns ab 8.10 Uhr nach Ribeiro Frio, dem westlichen Startpunkt der Levada – und lustigerweise auch die Brötchen zur einen oder anderen Unterkunft entlang der ER103. Als wir uns dann so gegen halb zehn auf den Levadaweg begaben, war es noch ganz schön zapfig. Totaler Kontrast zu den milden Temperaturen der Südküste. Wir mussten uns also, trotz Windjacke und Fleece, warmlaufen. Dennoch war auch diese Wanderung ein absoluter Genuss. 11 Kilometer ohne Begegnungen, dafür aber beeindruckender Madeira-Urwald, Wasserfälle, steile Schluchten und immer mal wieder beeindruckende Ausblicke entweder auf die Nordküste, oder die höchsten Gipfel Madeiras.

    Am östlichen Ende des Wanderwegs erreicht man Portela. Die einzige Gaststätte dort, Portela a Vista, lädt zur Einkehr ein, Preise und Leistung rissen uns aber nicht vom Hocker. Gegenüber ist eine Haltestelle der SAM, mit der man über Machico zurück nach Funchal fahren kann. Da es noch früh am Tag war, zogen wir es vor, den Weg auf Nebenstraßen und Levada-Wegen per pedes zurück zu legen. Weit, aber machbar, mit wunderschöner Landschaft auf dem Weg hinunter nach Machico.

    Bilder zu beiden Touren findet ihr wie immer im Fotoalbum.